»r. Itt Stiftes Blatt
Erscheint taßkich mit AilSnahme des Sonntags.
Beilagen: „Gietzener ZamNienblLtte?* und „Kreisblatt für den Kreis Gießen".
Postscheckkonto: Zrankfurt am Main Nr. U686. Vankverkehr: GewerLebank Gießen.
l67. Jahrgang
Mner ADeiger
General-Anzeiger Kr Gberhejsen
Mittvoitz, l<>. Mai M7
AwiLingSrrlnddruck und Verlag: BrühltzchellnroersitäLS-Buch-u.Steindrlickerei.
R. L an g e, Gießen.
rchristleitun-, Geschäftsstelle und Druckerei:
Schulstraße?. Geschäftsstelleu. Verlag: e^61, Schriftleittmg: 112.
Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGieben.
vergleichrziffrrn znr Beurteilung unserer U-Sootsersolgs.
Irr den: Monaten Februar und Mürz sind Handelst schiffe mit im ganzen 1666 500 Brutto-Regifter-Donnen von unseren Seestreitkräfteri vernichtet worden. Was diese stattliche Ziffer bedeutet, kann matt sich an den folgenden Vergleichsziffern vergegenwärtigen. Nach denn „Glasgow Gerald" vom 28. Dezember 1916 betrug int Durchschnitt der Jahre 1915/16 die neuerbaute Welttonnage etwa 1600 000 Tonnen. In knapp 2 Monaten der S-ses.Perre nnd unter zunächst ungünstigen Witterungsverhältnissen ist also annähernd soviel Schiffsraum vernrichtet worden, wie der zrriogsschi schäm der Welt in einem Jahre herzustellen ver- rnochte.
Der Schiffsbau Englands' im Jahre 1916 betrrrg 582305 uwt ^ ^ V . C1LUCU
Xomten. Jaft d«s Dreifach« ßdbten wir iw zwei Mmrateir foHrtSregens"'^'^e>rvttrt" schm
vernichtet. Vergleicht man unsere Erfolge mit dem Bestand der Handelsflotten Einzelner Länder vor dem Kriege, so halben wir in 2 Monaten so viel Donnage vernichtet, wie Oemm einem Drittel des Gesamtbestandes der Handels fl-otte der Veveirrigt'en Staaten (ausschließlich der Schiffe auf den oberen Sven) im Jahre 1912 entsprechen würde, und nur esioas mehr als 150000 Donnen fehlen, und unsere Ber- nichchAglsMffer in 2 Monaten würde dem Gesamtbestcmde der japanischen Handelsflotte vom Jahre 1911 gleichkommen.
Die Amerikaner rühmten sich vor einigen Wochen, daß sie eine „Brücke" von Holzschiffen zwischen ihrem Lande undi Enghrnd Herstellen würden. ,Inzwischen hat das eng lffche ,^Z0rrrnal of Commerce'" feststelLen müssen, daß dieses Programm erst von Oktober ab zu einem praktischst Mfultate führen werde und daß von dann ab unter größtem Druck eine progressive Erzeugung von höchstens 200 000 Donnen im Monat stattfinden könne. Mehr als das' Vierfache haben wir im Durchschnitt des Februar-März monatlich vernichtet. Will man aber schon von einer solchen „fabel haften" Brücke sprechen, s-ö sei festge stellt, daß die Ladung des im «ganzen von uns vernichteten 'Frachtraums von 5 711000 Domren einen Eisenbahnzug darstellt, welcher fast zweimal von Irland nach 9?ordamerika reichen würde.
Endlich noch ein Wort über den Wert der Versenkungen Für neuen Frachtraum ist unlängst bis zu 1000—1200 Mkl die Tonne bezahlt worden. 700—800 Mk. dürfte jetzt der übliche Preis für die Raumtorme sein. Nimmt man den Wert einer Brutto-RLgister-Donne Schiffsraum plus Wert der Ladung nur mit 1000 Mk. an, so wären mit 1 600 000 Daunen Werte von über It/z Milliarden in knapp 2 Monaten durch unftre Svekriogsührung vernichtet worden.
SLvckholvt, 15. Mas. (WTB. Nichtamtlich.) „Nya D««kist'y ALLehanda" behandelt in einem aussührlichm Aufsatz den N-Bvvtkrieg als entscheidenden Faktor, wobei es u. er.
Trri&: Deüffchlands Erwartungen irnt> die Befürchtungen seiner Feinde sind im hohen Grade übertroffen worden. Das Ergebnis hat sich rnonoÄqch erhAht, ovr allein deshalb, weil die ncrtürüchm BechäÜnrsst günstiger .geworden sind. Sturm md> Kälte haben bk Tätigkeit der U-Boote in hohem Grade erschwert und man noch sich nur w un de r n , wie sie diesen Schwierigkeiten widerstehen konnten. England wird in mehrfacher Hinsicht getroffen sein. Der Sechandel D aus den sicheren Bahnen geworfen wordar, c«e Vorräte beginnen knapp yn werden, da sie nicht schwell genug ergä nz t werden kannten. Dabei ist! es nicht genug mit der Sorge um den Unterhalt der Nation: England Muß cnvch an seine, au' dem Festland tätigen Heere denken. Die Gefahr, daß die Verbindungen mit diesen unterbrochen werden, ist augenblicklich das unheimlichste Gespenst für die englische Regierung. Tie gsoaltsamen Angriffsberfuche auf der westlühm Front sind sicher kein Ausdruck für die bewußte Kraft, sondern vielmehr für die letzten Anstrengungen, sich von dem Griff an die Gurgel zu befreien. Ter U-Boot-Krieg ist und bleibt in der Form, die er letzt angenommen hat, rücksichtslos, aber es dürfte doch ein Korn von Wahrheit in dem Kanzlerwort liegen: „Das iNittel, das geeignet ist, den Krieg zu verkürzen, ist ba§ humanste!"
toit.bem „warmen Maienstrahl", denn das Fest ist gewöhnlich ein Muffest. Nur ein einziger Fall ilt denkbar, in dem Himmelfahrt wem _un 2lprll begangen wird, das geschieht in Verbindung mit dem frühesten aller Osteffermine, dem 22. März, dieser führt die steter des Himmelfahrtsfestes am 30. April herbei. Ter späteste Ostertermm ist, wie bekannt, der 25. April, diesem entspricht die Fner des Himmelfahrtstages am 3. Juni. Von den 35 Terminen des Htmmelfährtsf'estcS, die möglich sind, entfällt also nirr einer m den .April und drei in den Juni, alle übrigen 31 aber in den Jjcai. Das Himmelfahrtsfest gilt allgemein als der Tag der Hervenpartien, mrd es ist immer noch eine ungelöste Frage, wie gerade für diesen Tag sich die so seltsame Sitte herausbilden IoTmte. _ Vallncht, so schreibt uns ein Mitarbeiter, dürfte die Lösung des Rätzels in der allseitig bekannten Ritterlichkeit der Herren- vj! 1 sbin. Einer alten Erfahrung gemäß regnet es
numttch gewöhnlich zu Himmelfahrt, Und da trotzt eben der Mann allem ruhig der Gefahr, während er das zartere Geschlecht vor den gesundheitsschädigenden Folgen des unausbleiblichen Himmelmöchte. Auch in diesem Jahve
Ans Stsr-t nnb £<m&.
Gießen, 16. Mai 1917.
Himmelfahrt.
Die erste Veröffentlichung seiner Gedichte im Jahre 1846 foäßtte der damals 27 Jahre alte Gottfried Keller mit einem am HimMÄsahrtstage verfaßten Gedicht ein, das also anhebt:
„Ausgestorben scheint die Stadt, .
Weil, was sich des Lebens freut Und der: >Bund mit ihm erneut,.
Sich hinaus begeben hat Aus die Hügel, auf die Berge,
An gefüllt wird jedes Tal,
Rühren Nürd sich Wirt und Ferge In dem n xrcnm i Maicnstrahl . .
Der aus Wattstlden bei Zürich stammende Dichter knüpft mit diesen Versen an einen Brauch mr, der noch heute in der Um- gsg^ü» von Zürich verbreitet ist. Alt und Jung wallfahrten am Auffvhrtstage, wie dort der Himmelfahrtstag genannt wird, nach dem Uettiberge, aus dessen Spitze man nach der Volkserzählnng vor SoTmemrufgang die Himmelswvhnung-en der Seligen geöffnet steht und Jesus selbst erblickt, wie er die Englein herzt und kost Auch in anderen Gegenden der Schweiz herrscht der Brauch, in der Nacht vor Himmelfahrt einen^benachbarten Berg zu besteigen, um mm dort den Aufgang der Sonne zu beobachten, die nach dem Volksglauben an diesem Tage drei Purzelbäume schlagen soll. So z iehen die Aagäuer zur Gislifluh, wp sie ein Festscuer an- zünden, Essen kochen und sich r.n Tanze schwingen. Auch in anderen G^e^n Deutschlands, so beispvÄswsist in ganz Hessen ist nvch heute die Sitte verbreitet, an diesem Tage Berge zu besteigen, bErchttge Kräuter zu suchen, zu singen imb zu tanzen. In West- nurn „Kräutck^r" yu pflücken, anderswo winden die Mädchen Kränze aus weißen und roten Blumen, um sie in der L»tnbe Mer dein Stall oufzuhängen. Sie sollen Haus und Büch .oeiii /ÖWo ichutzen imd bleiben so lange hängen, bis sie im nächsten J ahre dtwch frische ersetzt werden. In Schwaben nimmt man dre Hrmmelfahrtsblünttein dazu, die gewöhnlich Mausöhrle gmamtt wer^n, und am Kocher ist dies Kränzewirchen ein förm- lrches Fest. Oft schon um 2 Uhr in der Nacht ziehen die Mädchen Erst m gtotzmen Gesellschaften an die Orte, wo die Blumen Wachsen. Jtt ^^»nkfurt a. M. zog früher chles hinaus in den <5«MwlUd, um die Aaronswurz (Arum macnlatum) zu suchen, an der Man zür ernennen meinte, ob es effr fruchtbares Jahr gebeit rtnrö oder mckch Dre Harzerin pflückt am 5)immelfahrtstage schmraend den MlermMMsharnffch ^(Bergalramr), der die Vgen- MM haben soll, ihr m 5lürze zu einem Bräutigam zu verhelfen Gottfried Keller singt in seinem Himmelfahrrsgedichc mit Recht
we^eu wegen der „großen Hervenpartte", wie der Humor unserer Feldgrauen diesen gewaltigen Krieg benannt hat, die Himmel- fahrts-Herrenpartien wieder nur sehr spärlich> ausfallen. Aber man darf annehnren, daß der alte Brauch an künftigen Himmel- ßihrtsfesten in vollem Umfange wieder aufgenommen werden wird.
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** Au^zei'chnu Ug en. Feldunterarzt Stammler, be-- S£ff Inhaber des Hessischen Sanitätskreuzes, erhielt bei den Kämpfen in Westen das Eiserne ff euz zweiter Klasse. — Dem Kraftfahrer Georg Deeg von hier wurde das Allgemeine Ehrerr- zeichen mit der Inschrift „Für Kriegsverdienstt^ am Kriegsbande verliehen. . •
** „Hessische Kunstausstellung Darmstadt 1917." Der äußerste Emlieferungstermin für auszustellonde Kunstgegen- stande ist letzt auf Samstag, den 26. Mai, vormittags 11 Uhr, festgesetzt worden. Nach diesem Termin im Ausstellungsgebäudej auf ^ Mathildenhöhe eintveffende Sachen könneir nicht mehr aus Bernckstchtigung rechnen und müssen uneröfftret zurückgesandt werden.
Landkreis Gießen.
In Langd, 14. Mai. Gestern gab in unserer Kirche Organist von der Au aus Mainz ein geistliches Korizert. Stücke klassischer und neuer Meister wechselten mit Liedern, die der Sänger selbst auf der Orgel begleitete. Die AndacÄ der zahlreichen Hörerschaft steigerte sich zur Ergriffenheit bei dem Schlußliede: „Irgendwo liegt ein deutscher Held in Frankreichs Erde, irgendwo liegt em Grab im Feld, ob ich's ftndeu werde?". — Die in diesen Tagen hier gesammelte zweite Hindenburg-Spende ent- hält 267 Eier, 1 Pfd. Butter. 2 Laib Brot, 8Pfd. Meerrettig, dft>. Mehl, 2 1 / 2 Pfd. Grieß, 157 2 Pfd. geschälte Gerste, 2 Pfd. Erbsen, 1 Pfd. Erbsmehl, 7 Pfd. Bohmn, 4 Pfd. Dörrobst. 2 Töpfe Birnenhonig. Die Sendung geht wieder unentgeltlich.
l_1 Lang-Göns, 15. Mai. Dem Artilleristen Willy R. o m v f wurde das Eiserne Kveuz verliehen Er ist der Sohn des Landwftts und Gastwirts Iah. Konrad Rompf und steht von Anfang ves Krieges im Westen. — Infanterist K. Schuch hard wmDe als vermißt gemeldet. Er ist der Sohn der Frau Rentner K. Schuchhard, Ww.
, ^ Treis a. L., 16. Mai. Die Hessische TapferkeitsMedaille erhvetten Gefr. Phil. Römer, bei einer Minenwerferkompagnie mr Osten, sowie bie Mwslettere Mh Bergen und Wrkh. Nuhn.
letzws Kriegsopwr aus unserer Gemeinde fiel auf dem westlichen Kriegsschauplatz bei einem Sturmangriff arm 18. vorigen Monats der Unterofftzier Wilhelm Kehr im 23. Lebensjahr.
Kreis Büdingen.
^ D^'kghe im, 15. Mai. Lehver Kr au sch von hier, der fett Begrün des Krieges, von einem kleinen Erkrankung^- urlanb abgesehen, ununterbrochen im Felde steht, fast alle schiveren Schlachten auf dem westlichen Kriegsschauplatz mitgenwcht bat UNO für hervorragende Tapferkeit bereits im Besitz des Essernenl Kreuzes 2. tmb 1. Klasse und der Hessischen Täpferleitsmedaille rst, wirrde zum Oberleutnant befördert.
^Ortenberg, 15. Mai. Die vom Zweigverein Ortenberg vom Roten Kreuz in den Gemeinden Bellmuth, Bergheim, Boben- hauseu, Effolderbach, Eckartsborn, Gelnhaar, Hirzerchain, Lißberg, Ortenberg, Selters, Usenborn, Schwickartshausen, Steirtberg, Wippenbach durchgeführte Hindenburgspende hatte ein glänzendes Ergebnis. Es konnte ein ganzer Eisenbähnwagen voll Lebensmittel abgescmdt werden und zwar: 2125 Eier, 287 Pfund Mehl, 30 Pfund SchrotmeU, 226 Pfund Graupen, 236 Pfund Dörrobst, 150 Pfund Sauerkraut, 154 Pfund Zwiebel, 64 Pfund Gerste, 22 Pfund Hafer, 71,5 Pfund Suppenbiohnen, 38 Pfund Erbsen, 38,5 Pfund Wärst, 16 'Pfund Speck, 16,25 Pfund Dörrfleisch, 10 Pfund Butter, 7 Pfund Fett, 20 Pfund dicke Bohnen, 1,5 Pfund Linsen, 88 Pfund Meeretttch, 31 Pfund Rüben, 80 Pfund Marmelade, 14 Pfund Gelee, 20 Pfund Gemüse und Obst in Gläsern irrib Büchsen, 10 Pfund Tee, 17,5 Pftind Haferflocken, 17,5 Pfund Zucker, 7,5 Pfund Suppenteigwaren, 3 Pfund Maismehl, 3,25 Pfd. Grütze, 2, ÄPfund Sago, 6 Pfund Gries, 3 Pfund Hafermehl, 23 Pfund Suppen grünes und noch eine Menge anderer nicht minder wichtiger Klemrgkeiten. Die Sachen wurden von dem Frauen- verein Ortenberg sachgemäß verpackt und gingen am Mittwoch, den 9. ds. Mts., an die Zentralgenossenschaft det hessischen landwirtschaftlichen Konsumvereine nach Darmstadt ab, wo sie inzwischen nach einem Empfangssckreck^n dieser Stelle wohlertzalten angekommen!sind und zur Verteilung weitergegeben werden, worüber noch nähere Nachricht erfolgt: nack- Mitteilung der Stelle hat Pie Spende einen Wert von 1500 bis 2000 Mk. Angesichts solcher Opferwllligkeit der ländllchen Bevölkerung, die sämtliche Gaben ohne Unterschied unentgeltlich gab urrd im gleichen Augenblick noch Hunderte von westfäli- r 6ett und hessischen Jndu striekind'ern aufnahm, ollten doch auch endlich all die unberechtigten Anklagen gegen die ländliche Bevölkerung, wie sie sich in gewissen Kreisen immer wieder inden, verstummen. Wenn der Landmann die Not einmal wirllich gesehen hat, gibt er gern. Allen denen, die durch ihre Gabtn, durch Sammeln, Packen oder Stellen von Packmaterial, durch Ltufklärung und Ermuntewlng oder auf sonstige Art zu diesem glänzenden Ergebnis b'eigettagen haben, sei an dieser Stelle nochmals herzlicher Dank gesagt, der beste Dank wird für alle Mithelfer das Bewußtsein sein, etwas für unsere Munitionsarbeiter getan und zur Heilung des Risses beigetragen zu haben, der sich zwischen Stadt und Laich in letzter Zeit weher und -mehr zum Schaden des^ Ganzen auftat.
Hessen-Nassau.
ul. Limburg, 14. Mai. Im Esckhöferweg encheckte die Polizei eine Geheimschlachterei, die seit längerer Zeit gut lorierte. Eine Menge Schweine wurde im Kreise Limburg heimlich, angekauft, wobei natürlich die Höchstpreise bedeutend überschritten' wurden. Das Fleisch wurde, ebenfalls unter Umgehtmg der Höchstpreise, nach auswärts verkauft. Mehrere Personen sind verhaftet worden. Der Houpttäter ist ein Italiener. Es stehen weitere Ver- 'hafttmgen bevor. Es ist eine strenge llnterstlchung eingeleftet, um sestzustellen. Wer an die Verhafteten Schweine verkauft und wer das Fleisch bezogen hat.
Spielplan der vereinigten zranNurter Aadtchealer.
Opernhaus.
1 « ' "Die toten Augen". Freftag,
18 Mri, ,<ckds 7V : g um Besttm d, Orch.-P<nr>'.- u. Unterftujgät t>. Dr® tat. Gastsv. b Stanmerfimg. Ejnar Forchhammcr. „Die?- land . S<>ms^g. 19. Mai, ebds. 7: „Aebclö". Totintag. M. Mai.
Ring beä 3JÜK-(imgcn lZ. Tag, ti-rbörante» nmg . Montag. 21L 9J(m, am. 7: „Mignon". Tienstag, 22. Mai.
2’: ."Dar Warimschmied". ^ Mitttooch, 2Z. Mai, abds 7: ..Ta-inhauser . Donnerstag, 24. Mai, abbs. 7: „Das Dreimäderl- Imus . Freitag, 25. Mm, abds. 6>/z: Erstes Gastsp. b K ii. K Rammarsangers Leo Slezak vom K. a. K. Sofopccnthcater in Wien: „Dre Komgin von Saba".
. rchauspielhavr.
- <^^erstag, 17. Matz nachm. 3: Sondervorst, f. d. kriegsbe- '4^- ^bettersch veranst. auf Veranlass, d. KriegLrmtes. „Die
61/21 GMrt". Freitag, 18, Samstag, 19. Mai, abds 7Vs: „Ädam, H ■ Sonntag, 20. Mai, nachm. 3 V 2 : „Minna
• Abds. 7lT.: „Die verlorene Tochter". Montag, abr^. 7Hs: „John Gabriel Borttnan". Dienstag, 22 d'Erde"^' 7: Wildente". Mittwoch, 23/Mai, abds 7i/o-
€itt Qefanbt
l^ r und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel ubermmmt bte Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Beranrwortung.)
Die Vernichtung des Frühlingsenzians bei Gießen.
J^de rmriberlegte Einseitigkeit führt zu Mißständen und wirklichen Schäden. So >hat das von zeitlicher Not empfohlene Sammeln von Pflanzen des Waldes und der Flur schon seine Nache telle gezeitigt. Kürzlich wies jemand mit Recht darauf hin, wie sinnlos das Eirtblättern der Himbeer- irnd Brombeersträucher set; auch den Erdbeeren gilt dasselbe. Die Blätter sind die Organe, mtt denen alle Pflanzen ihre Nahrung beretten. nimmt man thnen dieselben, ^ so können sie natürlich keine Früchte bringen und gehen bei Wiederholung dieses Raubes zugrunde. Wer also den Beerensträuchern die Blätter ninrntt, um einen elenden Tee trinken zu können, beraubt sich der viel tverwolleren Aussicht auf die Beerenernte. Hier soll auf eine andere Zerstörung hingkwießm, werden. Der Frühlingsenzian, Gentiana verna, ist eine Gebirgspflanze, die merkwürdigerweise in Deutschland aus wenigen ganz zerstreuten Gebieten auch in der Ebene vorkommt. Dies Vorkommen ist ein Problem. Ist die Pflanze aus den Hochgebirgen in die, Ebene hinuntergewandert und wie kommt es dann^ datz sie mir einige gar nicht zusammenhängende kleine Gebiete erreicht und besiedelt 'hat? Oder war sie ursprünglich in der eis- zeftlickjen Ebene allgemein verbreitet und ist umgekehrt in die (Mröge gewandert, nur hier und da kleine Genoffenschafter jiirücSöffenb.
In allen deutschen Floren werden die Wenigen Orte dieses Vorkoni mens mrsgeführt. darunter auch Gießen. Und nun sieht man die Knaben mit Körben ausgehen und ganze Körbe voll die,er seltenen Pflanze fortschleppen. Warum? um einige Groschen dafür bei Liebhabern zu erlangen, bei denen die Schönheft am nächsten Tage verwelkt ist, für immer. Der Enzian ist schr kurz- stengelig und läßt sich daher nicht pflücken, so wird er denn, ba er sich leicht mit der Wurzel^aus dem Boden ziehen l^t, Umtfm aus gerottet. Die Pflanze wächst mir auf einigen feuchten und lmü>- wirtschastlich W-echten Wiesenstücken. Verbessert man die Wiest, so verschwindet der Enzian. Es sei auch darauf anftnerksivn, gemacht, daß er sich nicht in den Garten verpflanzen läßt. Versuche im Botanischen Garten sind immer wieder gescheitert und «nf- gegeben tvorben. Früher genoß die Pflanze einen Schutz durch die Wiesenbesrtzer. Jetzt werden die herrenlosen Stücke um so leichter geplündert. In anderen Staaten ist längst ein Schutz für seltene Pflanzen Vorkommnisse eingeführt, so in Thitt ingen, in der Schweiz für alle Mpenpflanzen. Der Regierung ist jetzt kaum zuzunntten, sich mit einer solchen idealen Frage zu beschästigeu.^ Um so mehr solltt das durch die Ortsbevölkerimg und -behörde geschehen. Kann die Polizei hier mcht eingreifen, so wäre das wenigste, daß die Lehrer sämtlicher Schulen den Schülern klar machten, wieviel sie mit ihrer Spielerei verderben. Alle ffiatur- schutzbestrebungen, für die heute viel Mühe und Geld aufgewendet wird, baben keinen Sinn, wenn die Bevölkerung nicht ernsthast mitwirkt. Professor Dr. A. Hansen.
Lmöwirte!
Unser Heer braucht noch dringend Hafer oder Mengkorn.
Den Pferden, die irnter ständigen schwersten Anstrengungen nnseren Truppen mr der Front Munition und Proviant ununterbrochen zuzuführen haben, fehlt es an dem notwendigen Kraftfutter.
Der Bedarf muß unter allen Umständen gedeckt werden. Das Heer hofft verttauensvoll auf Euch, daß Ihr die erforderlichen Mengen zur Verfügung stellen iverdet. Große Eiwchränkungeu unfr Opfer werden Euch dadurch auserlegt. Aber der Dank und die 2lnerkenmmg des Vaterlandes wird Euch gewiß sein. Landwirte! Haltet Euch vor Augen: Es geht auch hier ums Ganze! Versagt die Leisttmgssähigkeit der Heerespstrde, so wird der Gesamterfolg gefährdet.
Das werdet Ihr rnckft wollen.
Durch jedes nicht unbedingt notwendige Korn, das Ihr an Eure Pferde oder Euer Vieh oerfSt- tert, helft Ihr unseren Feinden. Durch jedesj. Kdrn, das Ihr dem Heere gebt, helft Ihr zum endgültigen Siege beitragen.
Liefert darum sofort alles irgendwie entbehrliche Futtergetreide an die Mrgazme der Proviantämter oder der Kommunalverbände für das Heer ab. Solltet Ihr an der sofortigere Liefermlg verhindert sein, so sorgt wenigstens, daß das Getreide bis zur späteren Abgabe arifbewahrt wird.
Ich bin sicher, daß ich mich nicht vergeblich an Euch gewandt hübe.
Frankfurt a. M., im Mai 1917.
Der stellvertretende Kommandierende General.
Riedel, Generalleutnant.
Bekanntmachung.
Betr.': Die Haferversorgung für das Heer.
Vorstehender Aufruf an die Landwirte wsid hiermft veröffentlicht.
Gießen, den 15. Mai 1917.
Grvßherzogliches Kreisamt Gießen.
v Dr. using er.


