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14.5.1917 Zweites Blatt
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tiia.rua ttt« Ausnahme des fc^+nnta«*.

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M. Jahrgang

VeUrtgta:OUtfnu s.amilkendlLtler' U.'clsbUtU (Uc ttrt Ureis yieijen".

und

Scunllnri am biain Uc. Ut^ö. Vanivrirehr: Setverbeoant ^letzrn.

Montag, t 4 . Mai W

ZwtUntgSrtmddrttck und D- Br ü hl'jche Urüversitätß-Btrch-n.St R. ßan<?c, Gießen.

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General-Anzeiger für Gbrrhejsen

5chttf»leituna, Geschäftsstelle und vruüerei:

Schulstraße 7. v s 'c?c()»Sfrc»ttcllc u»Bering, 6.,

Schristleuung: 112.

Anschrift für

Mb: ©erff&er 9 vei<f)£fc 3 *

Ktt. t V u uft, Counabcud, den 18. Kai.

wische des BorweSruts: vor» Batoeki, Grar Roe»

»tu, 8 t n e t f e.

^»Trtifibtni Sl>c. Huew>( e*ä|fn«t die Sitzung nm HtS ? fyr.

stjuna zum Haushaltsplan, bi« zur Erweite - *^«4 d c r v efchäfküräume des Kriegsministe ti* uiat in Bm!i>. 2,4 5s.illunwu Mark fordert, wrrd dem Haupt, a n L s ch u überu-ieseu.

Äe lrÄMZ des DskrsAmMempev.

ktr.e ^'.'rk-sworlage bestimmt: Für Lieferungen aus ver- tra^.c«t, bic n 'nt 30. tan bez 1916 abgeschlossen sind, ist der .Lieferer nia; r r c rSj t 1 g.t, den aus die Lieferung oder deren

«e..".7run^ nrr uilendeTr Waren um sanfte mp cl dkm 9Tb-

jiebncrr neben dem Preise ganz oder teilweise gesondert i n R c ch. nung zu stellen. Der Abnehmer aus einem Liefernttgs- N'ch, b-r-»ti.,t. den bei der Weiterveräußerm,« der W»re aus -brr «'eftruua oder Bezohlunq «nlfallende« Waren um > ep, -e mpel von dem ihm von seinen Lieferern in Rech nu'«^ Ptetse zu kürzen. Ans «ne Vereinbarung. die

den vm-steoc-.den Vorsckttsten entgegentritt, kann sich der Lieferer, lzw. der Abnehmer ntcht bcrrlsert.

Die Vorlage wird ohne AuSsprmhx Lesungen angenommen.

in alleu drei

Siestsetwig Des yoWecksiesetzes.

Zur Förderung deS Poftscheck-derkebrS soll der Betrag der

S.ummetnlage von 60 M. aus 25 M. herabgesetzt werdeiu ^

Das Gesetz wird ekensitkls ohne Aussprache in allen d rer Lesungen angenEmen.

M Ernährnngssrgtzs».

Dte Aussprache wird fortgesetzt.

Llb.r. Stul.ds (Soz.): Die HüchstpreiSpoNlik »oar derfeblt.

weil die Negierung sich gescheut hat, glatt durchzugreifen. Die> Erzettycr von Lebensmitteln haben ihren ganzen Einfluß auf«! geboten, um alle Maßnahmen der Behörden zu durchkreuzen.^ Die Verkürzung der Brotrrrtion hat deshalb solche Erregung verursacht, weil vorher immer auf die gute Ernte hingewiesen wurde. Der Redner trägt zahlreiche Einzelfälle von behördlichen Verfügungen vor, die zur Verbesserung der Volksernährung nicht geeignet seien. Er protestiert gegen «ine weitere Verteuerung der Volksnahrungsmittel. (Beifall b. d. Sog.)

Abg. Koch (Vp.): Herr Rupp sagte gestern, wenn drei big

vier Sterlin-cr beistrmmeirsttzen, dann schimpfen sie auf die Land, wirte. Ich kann da- nicht bestätigen: wenn drei bis vier Berliner bersinnmetrsitzen, spielen sie Skat! (Große Heiterkeit.) Der Redner schildert attS feinen Erfahrrmgen als praktischer Laitd- Wirt berauS di-e ErnöemrSsichten dieses Jahres und fahrt fortq Mas spricht in den Städten so viel von dem robusten Gewissen der Landlmrte. Die Städter sollten immer an ihre Brotkarten- sai'eL'cn bergent Wir stellten aUt ehrlich sein. Wir sollten der Landwittschaft danke«, daß sie einen so großen Rindvichbesiand bis fetzt durchgcchrlten Hai. Das Mndvi^j ist kein Konkurrent de- Menschen. (Heiterkeit.) Itzt der Mensch etwa Stroh. Heu oder Nübcmsthuitzel? (Zuruf: Wiener Schnitzel! Heiterkeit.) Wer natürlich darf daS deutsche fkldf nicht verhuns-ern. Auch mrf dem Laad« herrscht Rot. Man sollte der Lcutdwirtschafk mehr ArbeiSkräfl« z:Nveifen und bei Reklamationen nachsichtiger sein. Die LsbenSmitteirnappbeit wird mit dem Kriege nicht beendet ^eln. Die Schafhirten sollte rrran den Landwirten belassen. Dev Oetfr^chtanbau. insbesondere der RapSanbau, muß noch viel mehr gefördert werden. Ich rufe ins Land hinaus: Baut

Raps! Batlt Mohn! Ihr lverdet keinen Schaden haben! Baut Erbsen? Tierische Nahrungsmittel muffen wir durch vstMt^liche Nahrungsmittel nach Mr^glichkeit ersetzen, dann wirh die Hoffnung u-nfever Zeinde, uns auSzuhungern, zuschanden werden.

Mecklenburgischer Bevollmächtigter zum BundeSrat Freiherr, v«, Brandcnstcin: Die Behausung, daß die Kriegsverordnungenf nicht gegenüber den ritterschaftlichen Gütern, sondern nur beim, Kleinorundbesitzer mit voller Schärfe angeluandt werden, must 'ch a!S absolut unrichtig und unzutreffend' craf das entschiedenste zurültwctfen. Mecklenburg hat hier seine volle Pflicht getan, eS bat über 10 000 Zentner Butter ab geliefert und deckt damit den Fehlbedarf der ganzen preußischen Moirarchie.

Präsident des KviegsernährungLa-mtA v. Vatucki: Die Dar- ffellung des ?lbgeordneten Wurm von den Zuständen auf dom Gute de? Grafen Hacscler ist unrichtig. Sie stammt vo» einem übelwoHeuden Neffen. In der ^Vossüjchon Zeitung"

erklärt heute der Derliner Magistrat, er hätte gegen die Brot­karte n sch w i ndle r alles veranlaßt, lvas in seinen Kräften, stand. Ich hal^e das nicht bestritten, sondern nur gemeint, daß u»an in den Großstädten, wenn man die große Knappheit an Getreide gekannt hätte, die viel zu große Zahl der um­laufenden Br"!karten wohl früher erkannt und die Polizei darauf aufmerksam gemacht hätte. Ich verkenne die grotzLN Schwierig­keiten nicht, unter oenen die großen Kommunen heute arbeiten. 2!ber Fehler /om:nen überall vor, und die Großstädte sollten nicht überempfindlich sein gegen fede noch so 7^1^ Kritik.

Gegen den Schleichhandel gehen wir mit b-en schärfstem Mttteln vor. Aber man soll nicht alles glattbet:, ttxtS das Publi­kum erzählt; es ist natürlich eine Schande, wenn loolllhabendL Familien sich nicht scheuen, auf Kosten der Ernährung der breiten Masten sich uue bessere Versorgung zu verschafl'cn. Alter loctm mau in der Elektrischen, in der Untergrundbahn, in der Eisen- ixchn erzol^leit hört, rvaS die Leute alles hinten hertim gekauft kfftben wollen, dcntn findet utan bald, daß das doch nicht alles stimmt. Wir haben in verschiedenen Fällen eingegriffen, und eS har iich herauSiwstollt, daß Uebertreibungen Vorlagen. ^ Ich will nickt alles verteidigen, was die K r i e g L g c s e l I f ch a f t e n getan haben, aber wenn man sich hinstellt wie Herr von Oldenbupz und behauptet, daß sie nur art die Kltvbsessel denken und sich photographieren lasten ustr>., so ist das ein billiger Witz. Ich halte mich für verpflichtet, die mtt unterstellten Gesellschaften, die sich l-ebr verdient gemacht haben, dagegen in Schutz zu nehmcin

Ick) lasse jetzt alle .Kriegsgesellschasten von Sachverftärrdigett, revidieren: es haben sich bis jetzt nur sehr wenig Mängel herausf gestellt. Die meisten Uebelstände haben sich beim Verkehr vont Landwirt v\ Landwirt gezeigt, so bei den Saatkartoffeln. Diese, Angelcgeuheiten sind den landwirtschaftlichen Organisationen bberlassen; luenn jetzt die Preise zu hoch sind, mögen sich di^ Landwirte bei ihren eigenen Organisationen beklagen. Dev preußische LandloirtschaftSministcr hat sich witj einem Zuckervubcnpreis von 2 M. einverstanden erklärt; die^ Erhöhung ans 2,50 M. ist auf meine Veranlastung erfolgt. Die weitgehende Kat toffelbeschlagnahme war eine Nollvendig^eit an­gesichts der '»'siechten Erttte. Zum Spiritus ist nur so viel ver­brannt worde-tv wie zur Munittonöerzeugung unl>edittgt not- ivendig war. Alle Wünscl)e. die hier vorgebracht sind, werde ich, smneit sie daS Gebiet des LbriegsauttS fallen, diesem unter­breiten und hoffe, das; sie erfüllt werden können.

Ein Vlusschutz auS allen Parteieu des 9leichS.tzLgS soll sich ln vierzehnlägt.gLr, mühevoller Yle^c d-tze,V e rholtnr Lj c j_g

ij ei ti " 3 » Detutschlrrird an sehen. Dcüntrch wird lwsfeittlick) Klärusfg über die Frage der Viehhaltung herbeigeführt »oerden. Herr Koch war ja heute gattg anderer Ansicht, wie gestern Herr Hoff, da-S zeigt, Me hier die Moin-ungen auS. elncvtdergehen. Was unS twt tun rst ein besseres gegen- s e i t i g e S B e r st a n ld n i S. Er tvurde ganz grtt sein, wenn einmal erttc Zeitlang die Blätter Arttkel bringen würden, wie sie die Scher sonft Nicht gawohitt siird. tvenn dasBerliner Tageblatt Artikels der ^Deutschen DtgeSzettung" und dieDeutsche TagcS- zcttung Artikel deSBerliner Tageblattes brächte. (Heiterkeit.) Wenn man nur das liest, waS den ebenen Anschauungen ent- komutt »um laicht -u einseitigen Aufsassuuaen. (Sehr ricksilg!)

Mein Amt ist ganz unpolitisch. Ich würde mich freuen, wenn die Erfahwtntgeit. die wir jetzt sammeln, mehr als bisher dc^zn nutzbar getnacht würden, nicht die Bevölkertntt^ weiter auseittanderzuführen, sondern sie et,tander näher zu bringen. Ge. rade das. waS uns hier beschäftigt, liegt so im allgemeinen Inter, cste, dich eS das Zusammengehen. daS gegenseitige Verständnis ganz bc,onc.ers fordern müßte. Ich kann aber nicht sagen, daß.das genügend der Fall ist (Sehr richtig!), im Gegenteil, die Verbältniste werden darin das liegt vielleicht zum Teil an der allgmneinen Kriegönervosiiät dauernd schlimmer. ES wäre ein Verhängnis, wenn wir mit dieser Stimnning zwischen Stadt und Land, ^vischeit Verbraucher und Erzeuger, in bcu Frieden gehen söllt«n Wer hier an der Versiäudiwutg mttarbettet, wird mehr Nutzen stiften, als wenn er durch Ilebertt^eibungen und Vorwürfe ggren atidere Berufkstände die Gegensätze verschärft. Kritik ist gewiß gut, sie soll aber wohlwollend sein. Wenn hier keine Besterung eintritt, werden wir unsere wirtschaftlichen ?lufgaben nach dem Kriege nicht erfüllen können. (Lebhafter Beifall.)

Kbg. Held (natl.): Der Geist, der soeben ans den Ausfüh­rungen des Präsidenten sprach, herrscht tatsächlick im Krtegs°Ef. nährungS-Amt. Es hat beti besten Willen und hosfeittlich wird eS gleichmäßigere Volksernährung herbeiführeu. Solange die Land- wirte ihr Getreide billiger hergeben mustert als sie für das Futter bezahlen muhten, lag die Bersrichuna zur Berfütterung nahe, jetzt sind ja gleichmäßige Preise eingeführt. Aber auch die angesichts der treuen Pflichterfüllung der Landwirte so grundlosen Schintpfereien aus den Städte n schadeten und endlich der Zwang, den man mehr und mehr dtlrch Nutzlxtrmachung der Freiivilligkeit ersetzen sollte, indem nn.n fiir Ablieferung über ein vorgeschriebeneS Mindcftutaß hinaus Prämien zahlt. Die Herabsetzung der Schweinepreise wird keinen anderen Erfolg haben als eine Maffenabschlachtung nicht schlackttcifer Schwetne. Wo soll es denn überhaupt Einfuhren, wenn wir unsere Vieh- stände abschlachten (Sehr richng! rechts), lvenu es kein Fett und keinen Speck uiehr gibt? (Zustimntung recbts.) Dic Verteilung^. organisationett erzielen große Gewinne, so z. B. die Landwirt- schastskammer Hannover. Hier sollte doch auch eingegttffeit werden. Wtr in meiner Heintat haben überhatlpt kein Vertrauen zur LattdtoirtschastLkam.ner. ES müsten die Beurlcmlmngen be- schleunigt werden, denn ohne Mensck-cn ist die Ernte nicht hcrerv- zubrtngen.

Der Fang der KranzmetSvägel soll wieder erlaubt werben; too sind die Zeiten, da ich beim V,>gelsck'utzgesetz eine wundervolle Rebe, voller FdealiSmuS. für die Vögel htelt? Allerdings, viel der- fprsche ich mir incht von dieser Tierquälerei. In Holland hat srch eine G. m. b. H. für ,G e n k y e r s e n d u n g e n" ge- bildtt. Sowett durch Pridatsend:ugen daS Gesamtkont'ngont ge. schmälert wird, muß die Z. E. »Meingreifcn, aber was sonst her über ko mm LU mag, geht sie nichts an. DaS sollte die Bureaukrate dem freien Handel überlaffcn. Dieser würde auch die «euyvbsich in Holland lagernden großen LebenSuttttelmengon. die zu Friedenspreise» jw haben wären, «fasten, die die Re- gierung nicht erwirbt. Warum nicht, wenn die Angabe stimmt? ^Sehr wahr! und Hort, hört!) Die Ein- und AuSfuhrabteilung hat die Einftchr von Wruckenfamen aus Däneutark monatelattg verzögert. Angesichts des erhebenden Durchhaltens der Be- völkerung war die Herabsetzung der Brotration doppelt schmerz. Iich. Wir nehmen alle Opfer auf vnS, trm als H e i m k r t c ge r daS Unsere zum glücklichen Frieden beigutragen. (Beifall.)

Direktor im K.-E.-A. v. Oppen: DaS Inkrafttreten der herLb- gefetzten Ninbviehpreise kann nickt hinanSgeschoben werden, aber eS werden wie bei den Scksiveinen U e b e r g a n g S b t -fl i tn m u n- 15 c n geschaffen, so daß daS zum Termin besonders stark ango boie*re Vieh noch gmn alten Preise «chgenouimer» wird. Dte Provisionen der ViehhandelSverbänbe strtd auf 5\b Prozent ermäßigt, weitere Verhandlungen schweben. Auf regelmäßigen Wildabschuß hat ditö K.-E.-A. bei allen vcrbüp. deteu Regierungen hittgewirkt, das scheiitt auch Erfolg gehabt zu haben, denn Klagen über Wildschäden sitrd ttnS nicht zugckommen. Alle Behörden sttmrnen vollkommen überein, dvth unsere knappen Lebens- und Futtermittelvorräte nicht durch Wild beeinträchtigst werden dürfen.

Lbg. WeilnbSck (Kons.): Die L<nrdwir.1schrst war in der

Lage, das deutsche Volk zu ernähren, weil sie Reserven hatte. Man soll den berufenen Vertretern der Landwirt, schafl mehr nntbestimmendes Oleckst geben. Di« Einflüsse nicht, landtoirtschuftlicher ztreise überwiogen jetzt. Daher hat matt immer mehr Rücksicht auf die Berteilturg als auf die Erzeugung oenmnatten. Nnseve Preispolitik Uxrr falsch Vor dem Pro- onktton.6zrvattg warne ich drittgetck. Matt hört unsere l)latschläge Wohl an, at»er utan richtet sich nicht danach Manche Städte hätten gettügenid Kartoffe-l-n bekommen können, wenn sie sich vor dem 1. Oktober eingedeckt hätten. Einige Städte spekulierten aber auf den fallenden Preis, und dann kam der Frost und dann das Geschrei. Die Landlvirtscktast ist schuldlos. Wenn im nächsten Herbst eine Milch- und Fleisckknapltheit entttitt, mögen sich die Konsumenten beiin Krieysernährnttgsamt und den Parlcnnen- tariern bebaivkeir, die ttnmter für niedrige .Preise eingetrcten sind. (Sehr richtig! rechts.) Die Getteidenachprnfuttgen sind atrf dem Lande vielfach in einer Werse erfolgt, als ob die Ko sacken gehaust hätten. Die VotttTÜrfe gegen die Lattdwrrtschaft ivegcn der verfütterung des Getreides sind ungerecht. Aber ch den Städten sind viel zu viel Zusatzkarten atlsgegeben, z. B. an SchreibmaschmenfräuleinS. (Heiterkeit.) Und hot die Bevölke- rungSzahI denn*immer gesittmnt? Wo sind die Brotkarten ge- fälscht worden? '

?lbg. Mntzinger (Jtt.) nimmt di« Vorwürfe des Abg. Lederer gegen die Großstädte zurück.

Abg. Mumm (Dtfch Fr.): Eine Mahnung zur Nüchtern- heit! Kein Nahrungsmittel darf in Alkohol vertvattdelt werden.

Präsident des KriegSernäbrungsamtS v. Batvrki: Alle An­

regungen werden sorgfältig geprüft werden. Der Vorwurf der Abstinenzler, als ob unsere Entschlüsse von Rücksichten auf daS Alkoholkapital beeinflußt werden, ist ganz hinfällig. Nottvendig ist ein bißchen Toleranz auf allen Seiten. Die Bewegung gegen den Alkoholmißbrauch ist mir selbst sehr sympathisch

Damit schließt die Aussprache.

Alle Entschließungen werden angenommen, ebertf» der neue WirtßhastLplan.

Das Haus vertagt sich ^

Montag, 11 Uhr: Dritte Lesung d'eS Hau^haltsplatts. vorher iKakigesetz.

Schluß 4J4 Uhr.

Eine Unterredung mit dem Krieg-minister von Srei«.

Berlin, 12. Mai. (WTB. 0,iä>tamttich) Dein seit jSMat'J- wjrnni xtt Deichchlmü) ajuucfctth'it B- richterstatwr der <tr >rc u 11 Nische n HeilungLa R-? oin Bunnes Aires mutte von IX'IU Krtegsürmisver General i. Stein eine Unterredung S«vährt, ans der«t Erhalt wir folgendes «Mrelm«»:

Euer Exzellenz ist bekamtt, daß in dem fvmrzüsisckten S-mctte <nn 31. März die heftigsten Borivürse erboixut wttrden - die Maßnalüne, die die deutsche Oberste HesrcSleitturg bei ixr Zurück- imlnite der Front im Smmne-Al fchilitt zur Anechtt,rnng brart»r. Dicht begreift im ueittralnt An.ö1ande uaÄrlick w' daß

Sie Straßen und Brücken zerstörten, sonne Eisendalrtett vcrnicd- teteu, um dtts Nachdrängen der Frmuosar tmd Engländer nach Möglichkeit Misztttxrtten, aber man will nicht verftelmr, daß «Hie and) D ö rf e r tntb Ortschaften vernichteten , sowie Wälder nmschlugen und Brunnen zerstörten, ja selbst Alleebtdane niederlegten."

Varn begreift das nicht, weil man tncht begreift, was moderne Kriegführung notwendig tnacht. Die mei- sten Leute, die hen.te urteilen, haben keine Mnrnng von dein nto- dernen Krieg ultd dett Anforderungen, die er an den Feldivrrn stellt. Die frcntzösisdnm urtd «tglisä-cit Heerführer lvürdm. iwtm sie ihre aufrichttge Meirmng mtßextetl. gMtz anders urteilen. eT> die Journalisten und Semrtvrerr. wir von deut Bereit an der Somme zurückgingen rutf die Sehne. l>ntdelte eck ficlv nicht allein darum, das Vordringen des Gcgrters möglichst ztt erschltvren, son- dertt es lsandelte sich darum, für die Versolgtm<rskatnpfe ctTt vvr- bereitotes Schlachtfeld tmd für spätere Vvrfeldkänrpfe ein günstiges FestungSglacis zu sclmfsen. Die Belgier tattor dies vor AntltMPen mit der gleichen Selbstvetltändlichstüt. Eüt solches Vorfeld kvar früher 6 bis 10 Kilometer lies. Die Kautpsntttück, insbesondere dic schnüre Artillerie, steigerteit sich inzwischen derart, daß für unser Fest nt igs vor selb eine Zone twtr 10 bis 20 Kilometer Tiefe ersorder-- lich lvnrde. Kein Hans durfte dcnt Gegner Unterkunft, kein KÄkcr ihm Deckung gewähren mtd kein Wald ilm btzherhergen. Er durste so wettig Aöaterial wie möglich zum Bau von Gräben imd ttntrr- sländert sonne zur Dcckmtg m>u Mu 2 tittvtlsdeps>ts rwrstzndon. Die Briurnert mnnten gesprengt werden, ixuitit dem Feind Sänviertg- k-eiten dtrrch deit LlbttmtSport vmt Wasser erumchsat, durfte nichts unterbleiben, lvas geeitplet tvar, unser Vorfeld zu einem Festungc- glacis zu gestalten, wie es nicht allein mrscre, sondern «euch die französischen Deitkschriftett für den FesdrnqÄIampf vosschreiberi. Sobald die Obstbäume grünen tntd blülwt, Imrtnt sie eine ttefflickre Fliegerdeckmtg. Ein kleiner Obstgarten bietet, wie Sie tvissen werden, eine sehr grrtt GÄeg>at.lieit für den Unterschttcpf einer Batterie od:*r von Flngzengabtvelirkammeu. Aus diesem raube lnußt'n unu alle Bältme, auch die Obstbwmtr und das o^ebüsch, überlxrupt alles, uxrs grmteit könnte rmd dem Feind später 'Lcckung bieten konnte, vernichten. Im übrigen wissen Sie mio den Kimm« an der Ancre rtnd Somme, dctß alle Ortschaften uoid ilwer Bewach» srmg int Kamipfgebiet rettungslos dem! Urttergcmge dvcrch das l«d«- seittge Feuer verfallen sind."

Vielleicht darf ich Eure Erzellenz auf ettren Psmkk, vielleicht den empfindlichsten, Hinweisen. Es bcutdett sich um dre Masttttchmen, die dic Oberste Hoercsleitmtg in bezug auf die Landes«mt.xrhn«r traf." >,

.^Fck) tveiß. daß die gMtze noctrafe Presse um. AnklaM» mieberballte, dte inan in Paris und London gegett *ns «HvbeU hatte. Wir haben alles gebot, lvas wir tun konnten, wir stbtrsften die Bevölkerung, die nicht abtransportiert ivetbcn sollte, in ctnr Zone, dic wir volllvnuueit verschonten. Für NakmmgÄmttcl Ütt fim? Tage, Bert^legnng und .Hwriene hvrr nritrffttr3enV Für­sorge getragen. Mittder mit .Kittdern unter 15 Jahren dvrfdm Zurückbleiben. Wir durften unseren Feinden Keine Arbeitskräfte für die Landnnrttck^ft und Mttrnitiv-ns.falnnsen zwrücklassen. Diese Ädaßnahme mochte hart ersckremen: aber wie konnten wir cs ver- «ruttoorten. daß unsere Leute vvn zerrissen jrerden, die

durch französische Arbeitskräfte gedrelü nmvdea., die wtr zurück- ließen'? Wir tvattSPorttertcn nicht jtvrge Mädchott. sondert: die gesamte arbcirskrästtge Bevölkerung ab. Alts dem gleickien Gemtde nurßtett wir alle Arten von BdÄrallen, Zürn, Zink, Eisen und Kupfer, mit uns nelimen. Sie bätten der feindlichen Krieg ttltdustrie gegen uns gedient. Int übrigen liegen Zeugntsse von Mr'ter- meistern der früher besetztet Ortschaftett vor, die sich voller Vtn* ctfcimimn über das Berltalten der deutschen Truppen wiibeMd nalieru -'/'jährigem Ausekttliv.lt äußern. Viele der ferndttchen Lügen widerlegtet: sich rauf) bcckd von selbst. Trotzdem machvst sie in anderen Lcntdern immer noch Erndrttck. E^evadc jetzt tst rnadtw eine der genvinftm und abscheulichsten Berleumduttgen gegen uns verbreitet worden, die dadurch besondere Bedeutung erpält. daß selbst ein Mtglled des englischen Kabinetts sich nicht ent- blödele, sie ans zusprechen. Es lxutdellt sich Kitt die Kada t>e r ver­wert u n g. Jeder, der Misere Slwtckie^kenirt, weiß, daß wir mtt Kadaver Leichen von Tieren bezeichnen. Sie sind, wie tvaw'fck«ntta» überall, bei uns Mich im Tri eben verlvortet »vorden. Die in tz^it- schristen erschienenen Abdilvungen von Kade.nerven'">niima,yta! - ten sind Anstalten, in denen gefallenes oder getötetes Vielt für gewerbliche Zwecke ausgenützt wird. Stücks Anstawnt bNnrdcn sich auch hinter einzelnett Armeen zur Ottttzbarurackmng der gefaM»«: Pferde und anderer Tiere. Der verirrten schmutzigen Plimttasie

^ Mielt vorzttlülAen, daß nur

Das deuitsck>e Volk de- nnd macht dabei keinen Unterschied zirischen. gefallenen F-remtden nick Feindm. Mtserc Kriegerfriedltöfe zeigen unseren Feinbat, daß wir ilwc Toten mtt denselben Ebren behandeln wie unsere eigeireit. Sie nckreu mtt unseren gefallenen Helden znsammen. Ihre Gräber iverden iu der- selben Weise bezeichnet und geschmückt wie die Gräber Unserer Toten."

unserer Gegner blieb es vorbelxrlten. der Wc M e n s ch nt seichen dort mißbrauchten. ' Ixmbdt alle Toten mit besonderer Pietät n

Uirchlichcr aus Hessen.

Irt den letztem Tagen liabnt bari größere ettangelisckpckmbiliche Tagungen stattaesimden aus dcnar »vir duz wiedergeben:

'Tie Hessische Landesveretn t g nng des Teilt» sch^l Evangelischen Gem ein de tages Inelt am Sonntag. 0. Aka'i, ilne Jalwestaglmg, mit eNtia 160 Teilttclwwrn. Der Vorsitzende Prof. D. Schian - Gießen .urieS darauf hm, daß die evmtgelische Kirche nackt dem Krioge sich nur als Ganrinde» kirche iH'V.mtivi-eit können mxte. Ber der h^sisthvn Lattdesver^nvstm« sei die Mitglüderzahl ans 180 gestiegen: darwtter sind 25) kower- sck'vftltck'.e und 5t3Laien". Tett Hanpttwrttng In-ett der w» sitzende des Hauplvorstandes des Deutst!:>m lWcm-gelMnt Gemeuibe- tages Pfarrer D. Stock- Berlin Lickilterstlde über das Tbema: .Die evangelische Kivchetntennnnde und die Männer >mch dem Kriege " An den V^rtoag scklloß sich eine löngere tmd recht ergiebige Besprechlmg An ilrr bedeiLigtvt sich Kircktentnt Weickor, GcnmZche^ Helfer Heller, Sewinatlelwer Picke«. Psarwr vuuzorger. Direktor Prof. D. SckvZcll, Dvvektor Kisiittger, Geh^^chulntt Mmtgolb. Pvof. D. Scksian und FabriLarrt Dötr: das e.^ck»ttsdvort sprach der Vortragende. ^ , .... . v r

Am Abend mit 8 ll.hr wkn.rde int selben 'Laal (d^memdehanK, Kii^slraße) ein Genteiitdeabend abgeholten. Da1»st >werden ziert Anip ackx'n gehalten, iPwf. D. Schian spivach über .,Du Okenreinde- betvemum im Nesormattmw i^tbel laln'' Marrl-r s. r^tock sprach über das Tbenra:Die H^mmnde der ZuLmft". Mit emem kui'zen Wort des Tankes und der Msncmttening Mt tüttger Mttarl^t an