Ausgabe 
11.5.1917 Zweites Blatt
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Sitzung der Stadtverordneten.

GKeßen, 10. Mri 1917.

Bei der qoficrn auf 5 Uhr Ttatftnrittaffö au betau litten Stadt toetmfcDtlftiöcrfaminlunq starrt» brr ildMifdH' Voranschlag für baS ^Rechnungsjahr 19t 7 im Vordergründe bcd 3ntmfff4. In brr lffii(iau^mbcl,'iiU*it alfflniuMiicn ^Beratung zu Meiern (brflaiftnn'ef ariif rin großer Heil ber Sladtoäter in bie sllussprgche ein unb «nutzte bie Gelvaenl 'it. mancherlei Wünsche vorzubringsn, zu berat VfnitVrunn sonst r» nie Gelegenl?7it geboten war. So tour de auch dt.' VrUti*iuiftclnrrforfliina der Stabt Wie fern angeschnitten, wobei erfreulicherweise sestgestellt tourbe, das; abgeseheu von kleine­ren Mißgriffen keilt <'»Vnini> zur .st tage vorhanden ist und das; iman der iimstckiugen Tätigkeit deK Lel*ettsmitlelairries für die glänzeudc' Bc'»väl1iguug seiner sehr schwierigen Ausgabe danken Nruß. M sonders Ivroorgehoben wurden die Sckmneri gleiten der Kohlentwt und die Maßnahmen, die inan zu ergreifen gedenkt, um il^r im nächsten Winter zeitig zu stenern. Erst nach ack)l Ubr ttmrde mit der (Venehmigimg des Voranschlags die öffentlicyc Sitzung geschloffen.

Aikwescnd waren d>' Beigeorditelesi : E m in c l i u ö , G r ik u c »vald, st' reuzicn, sowie die Stadtverordneten: Ebel, Eiche * dtaner, Fader, .»elf r ich, Heichelheim, Iann, K ru m m , 1? ober, Petri, Plans, Sominc r, Urstabt, -Setters, Win« und Witnmcuauer

Zu Urkund?-Personen wurden gewählt die Stadtverordneten Faber und W i u n.

Der Oberbürgermeister erössnetc die Sitzung trnb teilte mit, baf; ber diesige Pian >'iiebler R u dolp l) 20 Rufa'bänke siir den Stodlwald iflrt 1 jI e, die schon Ausstellung gefunden haben. Nachträglich drückte er hierfür den Dank der Stadl verordn elenvra samntlung aus.

Zu Punkt 1 der Tagesordnung teilte der Oderbürgriweister- Inrtt, das; die Rechnungen der Sta d t k a s se u n d der städtische n N e b e u l a s s r n für l 91 3/ 1 I sertibgestellt sind und bru, Finanzausschutz Über^viesen wären Der späte Zeitpunkt der Fertigstellung ist begründet durch die Einberufung von Ar- beilSklüiteu.

Zur Vergebung der freien Le vnnt t ttel haben 9 Firmelt Angebote ein gereicht, die nach Vorschlag des Haupt lelwers gleich.uäßig 1 rächt Ich!gt werden sollen Für die Folge schlägt der Oberbürgermeister vor, die Schnldepulation zu ermächttgen, diese Mittel zu vergeben.

Ein B a u g e s u ch des Ka r l S i e r für ein Hoftor Damm- straße 50 wird mit Znstimmnug der Baudeputation genelimigt.

Dem st'a li i n d n -n chl verein wurde ein Zusckuls; von 200 Mk. gewährt. Ebenso aus Befürwortung des Fitntnzausschusses ein Zuschuß non ktOO Ms. für den st i tk de r g a r t e n v e r e i n

Der G a r t e n l> a u kolvn i c lst i e st rjt , die den Ztveck hat, den Gartenbau in Stadt und Land im Sinne berechtigter Be­strebungen zn für brat und ^'arkenbaulehreritmett auszubilden, wurd' ein Zuschust von 100 Mt r '.Diltißt.

Der Stadtv. Simon trat dafür ein, bei Biwtiligiiiig dev Anschüsse?., möge d:r Wunsch geäußert »oerden, die Otartcnbau- rolouie Girven möge me de ans die praktische Ansbildling der Haus­frauen als auf die Ausbildung kmistiger Lebrertnitcn sehen. Estrich- zeitig regte er an, den sieldtveg vom Wiesecker Weg zur Scheuer t^'sser auoznbauen, da bei schlcchtent Weiter dort nicht durchzu* kommen set. Beigevrd. OlrÜnewald betonte die Wichtigkeit der Bestrebungen der Ostrttenlums-ionle Gießen und eutpsahl bereit Forderung.

C&erofitflcvmfiftcv stellet versprach die Ausbesserung des Weges

Stadtv U rfladl »vies nocknnals darauf bin, bei ber (Marien- sdankolvnie Hanptnaä>druck atu die Ausbildung von Hausfrauen, nicht aus Lehrerinnen zu legen. Oberbürgermeister Keller gab «u, dast der Wunsch berechtigt sei, und erklärte, daß dies tn den .Bestrebungen des Vereins schon zur Genüge cvuSgadt ückt sei.

Hieraus erfolgte die Berattmg des Voraus ch 1 ag S f ür das R e rl) n n n n s i a l) r l 9 1 7. Eutgang* erklärte der Oberbürger­meister. hast der Voranschlag vom Finan.zanss'chutz geprüft sei. und b,tt. ihn im ganz.ui zu geuebmiann. Stadt. Lüber war dafür, den Vorschlag in srstherer Weise in einzelnen Punkten zu beraten. Seinem Antrag schlost sich die Mehrzahl der Stadtv-erordueten au.

Sradtrer-ordueter Vetters bemerfte, das; seit 8 Jahren der Stadt weit arüstero Ausgaben enoachsen seien als je zuvor. Der Krieg habe für die Stadtbenvaktung viele neue Aufgaben gebracht, die in, ber von Pr iv.it bet rieben bewältigt wurden. Trotzdem hätte auf dem Ernät rung-,gebiet mehr getan werden fömicn. Die Itmb* hMflklvatlltffK Pr-'.. 'lik insstei<rernng sei schwierig, und gerade de Ialb (ei es Ausgabe bei Stadlmulvaltnna gew-esett, sie innerhalb der stommnne zu steigern Der kleine Anfang, den man mit der Ziegeu!.uc!'t genta ' i stabe. In .reni.i ersolgretch gewesen, weil man sw zu mmtiu eing.ri d stabe intb Futtermangel und andere Schür ieriglciten Iguzugetreleit seien. Zwmerbtn müsse die BrouililiauSsteigerung weiterhin im Auge gehalten werden. Dann inüstten dik- Städte zniamnreil'lvtte'n, um der Preistreiberei laud- luirtirf ProdulP-, )üic Milch und Eier, entg-egenzutreten.

Der Landnürtsct^jlslamuter Mürdett Beitrüge geleistet, ohne dast die Kam«,et etwa- dailtt' tue Diese Erfahrung habe man zumal bei den Saattiartossetu gemacht- lkS sei nicht ztt ersehen, was die LoniMtirlichail-le.mmer mit den Beiträgtm ansange. Ferner müsse man dafür Sorge tragen, die Obstratte gemeinnütziger zu ver- teerten Es iei srtgli l . -,b es sich empfehle, auch in diesem Jahr mit Versteigeruu ,< i\ t tr'Ugehen oder selbst zu verkauf«». Tie Staate, die.oje Obstuerwertung in eigener Regie betrieben, st/itlett des set abgestünilten Die Lösung dieser Frage fei wichtig, weil im Herbst dir Prei.e jick-t i\x'i\ höher getrieben würden, da sich jeder nitberfi'tt unll. Die EntitbruitgSfraarn sollten oster in der Ocsfent- lichk-'it drsr-r.-ch-m und auch die Sitzun<p-n des LebenSmittelaus' fchusies üchetttlich abgetatten werden. Dann werde viel unsachliche Kritik, wie zumal in der st Menfrage, vermieden.

S> eibürgermOster stellet' gntwertne, die Ziegenzucht habe siä» niste, l oiimma-.. oll enl.mckett. iral kein Futter da t«ar, die Tiere zu ernähren. Die Ziege gedeihe entrclueden besser, als die Kub des tteinen MamieS. Die städtische staninchenzuckü habe dagegen ein. gut dulwullung gezeigt. Auf der letzten AuSstrUung seien u. ' i Jieie mit Preisen ausgezeichnet worden.

At-> kJ i* fegnts. eich habe sich die Schweinezucht erwiesen, (knlgegeu een Llusiübeilngen des Vorredners hätten die Vertreter der Stütz! ' alle - g.-tau, die Preissteigerung landwirtsrhaftlick^r Produkte in iMrv^ni zu ballen. Im Verhältnis zn anderen krieg- führenden Ländern, hätten wir leine aust.ergewöhnliä^, Pre,S- f'-igernna. Unsere 'öftteideprrife seien z. B die billigsten der ganzen Welt. Die Frage der Obstvenvertung fei in den letzten Janen ünederbott g.rrüst worden. Die Versteigernng sei das naturgemäfnv einer anderen Venvertungsart ständen imüberwind-- licke Schvierigleiten im Wege. Die Sitzungen des Lebensmittel' ausick niies seien nt allen Städten nieO öiientlirti. Zum Ausgleich feien ad nutz zn tz. e Presse aufNäreude Artist! übersendet worden.

Stadtu Z a n n regte an. die Städte möchten mehr in der Frage der stneg-im ngge zusimmenbalteu und beim Ministerium dabin- cibntnt, bol; der benndo Staat ebenso »me daö Reich ein Drittel der Leistungen der Städte zurückvergüte.

Ober! äiaerm. steiler erwiberte, diese Regelung sei in einer Walle von Bii.wl'wiaap'n bereits durchgelührt. Zn den bisherigen Anträgen im sttntztau habe siel' die Slaatsregierung ablehnend "er- balle» und mir Zab.ige für bstdüNtlg.' Städte in Aussicht gestellt. Dir Anträge seien jedoch noch nicht alle erledigt

Stadtu U r st ad ! regte an. mau möge jetzt schon bedenken, wob für di- Leb uslnittei»'. riorgung nach dem .strsteae nelau werden könne rutd was ma>: von i o jetzigen Einrichtungen beibeballen müsse. CS sei anqebracist, das; die Beamten ihre Erfahrungen schon iei»' be- wiistt funmtcllt n. um stater daraus ausznbauen, und dast das Mate­rial in einet Denlici.tiit zusammen-efastt werde. Die Selbstprodnk- iiott der Stähle betrachte er nicht oplimistijch. Die Versuche hätten sich schon jetzt als nicht rentabel erwiesen, und nach dem strieqe sei - Rentabilität von gröberer Wichtigkeit. HvsmmtqSvoller fei er in Dingfn. die den Handel Vatrefsen. So sei et dafür, dir MUlb- tt'otl^uttg zu zentralisieren, wodurch viel Zeit und Atboitskrast gripart werde Sodann forderte auch er Aufklärung der städtischen L^vötternng im lost testen Mähe, bn oft mir aus linken nMis der Bcchältnisfe räsoniert nvrde.

Oberbürgcrm. Keller bestätigte, das; auf dem Gebiete der Oebensmitteloersorgung tagtäglich reiche Erfahrungen gemacht ».r- beit und dah die selbstvcrstz'jüblich später nutzbar gemacht werden mühten. Er erklärte sich bereit, später eine Denkschrift herauszu- gel-eu. aber erst daun, wen.» Arbeitskräfte dafür frei geworden seien.

Sladtv. W i n n regte an, die Vollöernäln'nng durch »vettere An­lage iimicrri Gärle.it auf breitere Grundlage zu stellen. Dtirch Aetna Pachtstücke nttifse alles urbar gemacht »verdett. Viele kleine Gärten intensiv bearbeitet, ergäben den doppeltett Ertrag. Von slädtisclier Regie l)alte ct nichts. Man solle vielmehr versuchen, Lie- ferungsverträge aus Vieh und Gemüse abzuschltesteit. Die/Be- friM'riintji dom Saatlärtofseln siege feix im argen, tt»S im »oefent ticheu schuld dlw Land»virtscha»tS7ammcr sei. Die guten, Saat- larlosscln hätten für 8 Mk. ab«nliefert »werben müssen, dafür er­halte mau jetzt für 25 Mk. schlechte Mvück. Datier sei der Wunsch gerechtfertigt, das; die Stadt selbst im nächsten ftafyve für Saat- fariaffelit Vorsorge. Die EntährungSfrage liege nicht genügend in der Hand von Sachverständigen. So habe sich die Milchversorgung schlecht be»vährt. Die Versorgung durch Kleinhändler sei billiger und besser ge»vSsen.

Fl'ir die städtisckxm Beamten und Arbeiter sei eine rücttvirkende Teuerungszulage dringend erforderlich. Die Löhne seien zu gering und daher müsse rasch ein Ausgleich gesck-asfen werden.

Ob'rbürgran. Keller erklärte: Eine einmalige TenenmgS- znlage sei Weihnachten in Höh' von 32000 Mk. gcivcchrt iiwrbc«. Sieber» btt' acht Wvkhc»r später schon seien neue Gesuche eingelanfett. Datier sei der Reservefonds erhöht und ein Betrag für eine Teue­rungszulage dort bereits cittgesvellt »norden. Wenn der Voranschlag geinchruigt tm'vde, türme Itatd die Vorlage durch den Finanz aussckiust erfolgest.

Beigeordtt. G now a ld ging näher auf die Lebensmittel- »'erforgung in (Vest-en uriit uttb betonte, dag die hiesige Organisation ihre Aufgabe so gut. erfüllt habe, »vfrs sie nur zu erfüllen sei. Er »volle die Gelegenheit nicht votübergehett lassen, allert Beteiligtes seinen Taut dafür aw>zusvvechen. Grund zur Klage sei »ücht vor­handen. Rur die Ätilchversoraung sei schivirag und werde im Som- »iver, »uetnt die Gefahr te SauerltvrdenS drohe, noch schwieriger. Das lasse auch die von Stadw. Urstadt angeregte Zentralisation höchst bedenklich erscheinen. Hier mühten im Frieden die alten Verhältnisse wieder hergestellt werden. Für jetzt bestehe das Projekt,

100 -200 blü h e für M indermil el> auf p c 11lüei b c zu gelten. Die Frage sei noch nicht ganz gelöst und hänge mit der Ver- »vertuug des Klärschlamms der städtischen Kanalisation für eine Felttoeide zusammen, lieber die Versorgung mit Fi s che n ttxrbc dem nächst eine Mitteilung finanziellen Ct»ara Ilers gemacht werden Die Stadtrer»oalttmg beabsichtige, die Lähnftscherei von Friedelhausen lsts Henck'Aheim der Stadt zur Enrähnmg nutzbar ztt inmbvH. Es l abe viel für sich imd gayen sich, ilt solche Ft'ggeu die Oessentlichkeit li»le i»tzuzieheu, »neil sonst sottrt Spekulation und Ver­hetzung austrete. Sämtliche Fischereipächter, mit 'Ausnahme von einem, seien bereit, tljte Pachtverträge abzutceten. Mehrere Fischett seien beauftragt, die Lahn auszufischeu. Seit l, Mai sei täglich ein Ertrag von < -1 Ze»tt,ter den hiesigen Miinkcu zugewiesetr wordetk Wenn sich der Betrag, wie jwt rauarten, steigere, iDÜrbett Höchstpreise festgesetzt und Bezn-üsschcine ausgegebrn. Die Frage lverde demnächst in einer Sitzung der Sladtverorduetenversammlung auch loegen einiger Gerätebksch-asfungskosten eingehender behandelt werden. . .

Wo dir LebensmittelVersorgung,in Giesten versagt habe, sei inchi die Stadt schuld, sondern andere Sttillett. wie die Lattdttstrtfckmsis- kamm-er. die auch in der letzten Kät»t»nersi.tzung recht scharf angegris- seit ttwrden sei. Zinn Ausgleich des Ausfalls an Saalkartofseltt »vür- dnt di-' ttartosfelstecklinge heran gezogen, die recht schütte Ergeb­nisse brächten. Bei beit Lebensmittelprasetl dürfe nicht außer acht bftstvfn. das; der (beGwert'ertzaut» geswtttm sei, imd auch daruin sei eitle Tenerungs'znlage an die städtischen Bearnteu und Arbeiter gerecht fertigt.

Mehr und ttrefa lyerbe die Selbstversorgung durch Grundstücke auch für die <>ett ttach dem >t'rtsge bedeutsam toerden. Bedauerlich sei nur. dast ein W »t che r der 0) rund st. ü ck s p a ch t pr e i s c überhandnähnre. Schott jetzt käme es birst für den Mvvaen 625 Mark lps-orderi würden. Dies müsse ötnt der Stadt durch Ab gäbe billiger Grutrdstückc bekämpft wilden.

Das; die Löftmg der 0>r,tttdfragen der EriMrimg tn Gtesten vorbil-bltch sei, bade man auch in der Zlpeite« Kautntor fest gestellt, ^iorlnldlicki sei auch der vott Gtes^nt versuchte Atisgletch ber E r n ä h r u n g durch direkte Berührung von S t a dt n n d La nd. Ein Personenartto sei attgeschafft wurden, das Funl- tionäre zum direkten ^whandeln artfs Land bringe, und ein Last- airto, das das Ein genauste zurücks<l>asse. Dies sei die beste Lö,ung.

Wenn atnl» Mtchtlich durch die Presse w.mig darüber rx-rbrettct worden sei, so habe doch die KohlenkvmntWo'rt nnv die Ans­gleichstelle der Handelskammer in permanenter Sitzung in der ,y rage de r Ka h le n ve r so rgun g ÜAchtigeS geleistet. So halte tuon eigens ein Schiss aus dem Rsieiu gemietet und wtästige Transportittitbel geschaffen. .

Die Einführung vott Sohlen karten halte er mch^fnr vc--- grüstz'lisira-t, »veil die Ration ienma sehr schwierig sei. Mwtzdem »verde man «ohne Bezugscheine für den Winter nicht anskommen, da dadurch das Hatn stern und die Bevorzuqimg eilt seiner Personen durch die Häirdler ntnnöglich g-emaelst werbe. Die Bersorgutlg für den Mittler sei inuitev noch Zweifel ball, jade Pkrafe der Täligketk in dieser Angelegenheit zu verösstittliehen, halte »nan als imz-lveck- mästig erkannt.

Stadt v. Krumm schlost sich in der An er stimmt g ber Tätig feit unserer Behörden in der LelwnsntittelversorMtg an. Zur Frag^' der Odstoenverlung envälntlk er. da st die ctadt selbst vramrtlickt einen Vertrag mit einer ch-osten 9J?armc Cab cf« - brif abschliesten »vird, die den Zucker liefert und die Marine- lade später zu billigen Preisen abgibt, die von deit Festsetzungen der KriegsgefeNPiasten nttabhmtgig sind. Redner erklärte sich für den freien fca»ibel, aber »ti.ckst jetzt im Mtiefle, Ibeil immer ttorh eine graste Zahl von ßkmentnt die Oielegen heit ansnütze, um Wuchier zn treiben. So lange die Wuck^rskrafen nickst höher »mir d<->, sei nijilsts W ei'lwften. Am billigftx'N seien die laudwirtsckiaft- lickten Produkte, und iium könne es dem Bauer »tickst verdenken, »ventt er höhere Preise erzielen wolle.. Er selbst falbe festgestellt, das; H8 Artikel, die der Landmann unbedingt haben müsse, einen Attss'ckckag von 50 bis 100 Prozent eriahreu hätten.

Die Stadtverlvaltnng sei merkwürdigerweise dafür getadelt »o-orden, das; sie die G ranze n s ü r den billigen F l e i s ch bezug möglichst h-x!' gezogen U'W sstmt seien viele darüber ärger­lich, das; atiberc auch diese Bergü'N'i.MNg besitzen. Er richte daher den Appel! an seine BOtbürgel, Weib und Mchgunst zurückzustellen. Andere Städte gaben an sebrrutarrn zn dem btl!i-»ett Preise ab. Er sei der Ansicht, d^ist man auch in Giesten besser daran wtan habe, und das; man die Besstrgrstelll n datttt lnitte atiffordern köntten. den ttnterschstd als nv.wilüge Abgabe der Kfiegsino-Hlfahrt zur Verftiffung zn stellen.

B<i der Teuernngszulage »nüsttcn die kinderreichen Familien beporzngl werden. Für dr-n nächsten Winter müsst eine öffent- l i cki e S p e i s u n g der Schulkinder ein geleitet werden. Dieses Untratebmen dürfe nicht am Estlde scheitern.

Ferner chofst er. das; in diesem Sommer sich itick»t jeder ein aeliir Mreio für sich absckstst lie, wie z. B. der Kreis Schotten jüv - tariribmett und Foi:auuisbeeren. Groste Gebiete »nnsttcu als gemniname Vrriorcsungsgebstt ix*lradvtet werden. Gegen die Regie oc-rn-ailung terbttle er sich ablehnend. Ein Mehr an (Mannt und Unterweiiuug im (K-irlettbau sei :oichtiger. Fm Zusamnienhaug damit rrwälnite er. dost sck>on wist eine SpekulatirNtejagd auf Grundsuicle rwu Leuten ein:ege, dt-' diese aus fimtitzielleu Grün­den abslvsten wüstten. lim diese Grundstücksbesitzer zu retten, mutte ei,,,» Man flfbilbrt iverdeu, die 1' l'urd einsvringe. und auch die Be! öreett müssten ein ivachsames Auge- darauf haben, das; diese Grundstücke »tickst an gr<perbsniähig< Anftäuver verschleudert

»vürdcttl. . . ... ,

Ein stetes Aergernis sei es, wenn trete Lebensmittel zu Wucln-rpteisen in den D-chutfenstern .m sehen feien Die- dürfe dw Siadtpolizcst nicht duldtat. Die Möglichkeit, iitläinxfdfc Ware zu ausländischst zu stttm-elu. wirst direkt aufreizend.

Fn dcr .Mohlentsalorgnug bade matt fick» dte grösste Müde gegeben So sei dc-r Betrieb de > Gaswerkes iw nächsten Winter

sichert. Brck den Mlitenkarstn müsse em Mmdestguantum gcrrazt^ tiert werden.

Der üinderfürsorge sei jetzt und nach dein Kriege grösste Aufmerksam teil zu »vidmen. Dtt' Kinder »nützten uou ber Strosze weg in die Horte.

Oberbürgermeister Keller dmtkte bett Vorrednern für die Anerkennung, die sie der Ledensmittielversorgmtg (Mtetz-ens gezollt haben, und erklärte, die zahlreickxai Personen, die auf diesem Gebiete arbeiteten, würden es mit Dank vernehntet» und es sich ein Ansporn sein lassen, ebenso rührig und umsichtig weiter zu arbeiten.

Stadtv. Sommer wandte sich der Frage zu, »was nach beut Kriege von den jetzigen Einrichtungen bestehen bleibe. Er erklärte: die Zentralisation von leicht verderblichen Wären in städtischer DetriSbett überhaupt für bedenklich. So t>atte er es auch für uti- angzbracht, das; die überschüssigen Üartiofseln von den Haushal» tnugen an der Geiverbeschule abziuliefern seien und von dort erst »vettertvansportiert würden. Tie Märtrifseln litten zu sehr dar-- unter. Deshalb müsst versucht werden, die Verteilung auf einem näheren Ws ge zn bewerftnckliaen.

^ Die Eigeupr,'. nktion müsst in jedem Falle g-czstetgert worden. Für die Ziegen zticktt solle man einen Kleintierhof an legen und die Bi ere auf die st Mischen Anlage'! tveiben. Sodann vrames Stadtv. Sonrmer auf stjne eigenen Bemühungen zur Förderung des Eigenbaus am Südende der 'Stadt, womit er schon V914 #ute Erfolgs erzielt habe.

Det Bestrebung, durch vernünftige direkte Beziehung den Lebens mit betau stau sch zwischen Stadt trnd Laitd zn bewirken, pflich­tete er bei. Die Transportmittel mutzten in jeher Be- .üefalng gebessert werden, aurir rwrd: dem Industriegebiete. Für- Kohlen und. Kohlet!reserven mützv? schon jetzt vorgesorgt lvertstn, znmal müsse der Bedarf der Staatsbetriebe früh-zeilig gedeckt n»,rrfccn, damit rtachfaw nicht die B-cvALramg benachteiligt wtrrdc. Um spÄeren c axirtigett Schwierigkeiten vorzutbeugett, fei es not tvendig, die alten Ettenbolfarpläne und das LafatkMtalprojekl wieder auszumchmcn.

Die Berbummelung der Hialbwüchsigen aller Stätide biloe eine grotze Gesalw für den Sommer, ztr»tal deretr Neigung, mit Feuer zu spielen, geradezu l>odrdl7lich sei. Wenn nichts Lageycn geschehe, befürchte er, das; im Juli August der ganze Schiffenbergerwald abbrennen werde. Polizeiliche Matz nahmcm seien wirktuigslos. Bkan solle ans bestimmten Plätzen Turn und Spielgeräte ausstellen, um so den Betatigungsdocntg der Jugend adzttteiten.

Zur Frag? der .K r i e p c r iye i m ft fl 1 1 c tt besürworbete er die Bildnny eines Ausschusses, I>er die vielen Anregungen, die dttrch Vereinsmeierei zersplittert Würdeit, ordne und eine Zu sarmncnfassuttg der .Kräfte unter'Mbl. Leitung cinlcite. Am bcsteit sei ente richtige Entwicklung der gcmeiirmt&inen LKtugenossenschafl.

Stadtv. Winn kam nochmals auf die Beschaffung von Saat «rut zurück und befürchtete, das; man ntit den Milchkücheu und der Viehweide schlechte Ersabrungett machen werde. Es sei ratsam, sich von jeder Selbstbewirtschafttttcg fernzuPalLeu und nur Ber träge zu schließen. Um der Kvhlemtot zu steuern, riet er, eine stärkere Holz nützung für den Winter ein zu leiten tmd dabei das Holz zn Tarifpoeisen abz-ugeben. Außerdem wiinschte er, das; den städtischen Arbeitern ein Stück Land zum Taxpreise ab­gegeben W.wde.

Stadtv. Ebel sprach zur Geschäftsordnung.

Stadtv. Löber regte an, das; das Mehl fttr die Bäcker gleich von der MMe zn gewiesen werde-, und stellte demgemäß einen Antrag.

Oberbürgranerster Keller versprach, den Antrag im Lebens- mittelausschuß zur Beratung zu stellen.

Hierauf erfolgte die C i n zr 1 b e r a t u n g des Voran- schta g s.

Bei Titel .9 Gebäude ivatrdte sich Stadtv. L ö b c r gegen ein Projekt, später die Sta.dtverivalttmg in die alte Klinik zu verlegen.

Zu Titel 13 Friedhöfe regte Stadtv. Iann an, die Möglichkeit der Feuerbestattung hier in Gießen zu erwägen.

Oberbürgernreister Keller r»rrsprvch, diesem Pwiektr nach dem Kriege Bk-ackidmg zn schert Sen.

Zu Titel 22 Gemeinnützige Zlvecke fragte Stadtv. Vetters. fvorum die Unterstützung der Freilichtbühne mit f>00 Plori nicht in den Voranschlag ausgenommen sei.

Oberbürgermeister Keller ettvächnt, daß die 500 Mk. nur als Garantie ftrr ein Defizit sestgelegt seien.

Stadtv. Krnnt m stellte den Antrag, die Schulspeise-- an stallen durch eilten monatlichen Znselmß von vorläufig 340 Mark zu Unterstützen, mtt ein Defizit zu decken, das drrrch die Herabsetzung des Preises von 10 mtf 5 Psg. entstehe. Gleichzeitig empfahl er, die Ermäßigung mir für solch? Knaben eintveten zu lassen, die den Kinderhort besuchen, und für Mädchen, die sich rechtzeitig einsiuden und gemeinsam hingehim. So wüvdcnt die Be - strebunget» des Kinderiwrtes. für den von einem Berbanve monat­lich 101X) Mark anfgelveitdet »vürdeu, eidlich gefördert.

Beigeordn. Emme!ins cmIpfcW, den Antrag zu bewilligen und dem Fnrmr-auSschttß zn überweisen.

Oberbürgermeister Keller erklärte sich damit einverstanden.

Zu Titel 26, Oeffentlichc Anlagen, regte Stadtv. Winn au, das Gras der Anlagett bis zu bestimmter Höl-e stehen zu lassen nnd an MLÜttierzückster abzngeben.

Oberbürgermeister Ke Her »>erspvach, die dbrvegimy der land- wirtschaftlichen Deputation zu überweisen.

Zu Titel 28, B ä ck» e u nd B adeanst a l ten , schtng Stadtv. W iün vor, einige Gräben mit Weiden zu bepflanzen, mm damtt deren üblen Geruch zu beseitigen.

Zn Titel 29. Kanäle, wurde benterkt, das; es zwetfelhast sei. ob sich die kostspielige Berwerttmg des Klärschlamm es in Gießen

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Titzst 31, Elektrische S t r a s; e »t b a h n, erhob Stadt­verordneter Vetters Bedenken gegen die Venvcmdnng von! Straße ubaHnführerttuten in dgu gefährlichen Straßen der Altstadt. Die Löhne für die Führer seien zu gering, daher suchten sie anderen Verdienst.

Oberbürgerm. Keller drückte die Hoffmnrg aus, daß die Verwendung von Stt'aßmdalvtsichrerrtrnett keine dauernde Ein- richttmg bleiben »oerde. , , . . ^ .

Stadtv. Ebel fragte an, ob abends an den tstnaßenbaftitwagett ttickst eitte geringere teU voit Lampett nngxschccktet tverdcn könne, wogegen Direttm Stvlte, der lnnMMzoge» wurde, bem-erkte. das; bei der besonderen Art der Schaltung dcSmrch keine Erspcnnts zu erzielen »ei.

^ie Beiträge z u r Laudwt rts chastS ka m m e r rXit-cT 33) fand Stadtv. Winn zu lwch, und defttvwvrtzte eine Eingabe ans Ministenum, die Beiträge nur vom laudtrnrtick^ttt lieben nicht genunnen Wert ztt erhüben. Oberbrbrgermetster Keller erklärte daß dies tont Gesetzgebrmg nicht möglich K»-

Xu Titel 34, Faselholtu»ta, beantragte Stadtv. St - ut o n die Jahresvergütung für Die. Anschaffung und Unterhaltung eines Zuchlttchm-s von 100 auf 150 Mk. zn erböym, da sonst dte Unkosten nicht gedeckt würden. ^ ^ ^ .

Oberbürgermeister Keller überwies diesen Antnag der land- wirtschaftfichen Deputation. .

in Titel 17, )Y\ nhegehalte, gab Oberbüvaernketfter Ke 1 - I er aus Anfrage des Stadtv. Vetters eine Erlläna^ darüber ab wie das Gehalt pe-ttstontevtter und wieder in städttschie Dtenste eiirgesteiUer Beamter geregelt werde. ^ ^

i Titel 52, Verbrauchsabgaben, bemerkte der Over-j Bürgermeister, das; vier ein Antrag de» Fuumz<mssckMsser vor- liege, ob nicht eit» Beamter erspart werden körnte.

' Bei Titel 6.5, Reservefonds, vravtes der Overvürgra meister noel ntols aus die Ein stellt mg etn^MKroges für lene- vuii»v:.uil«!Ktt. Tev Voranschlag werft hier 90860,73 Mk. ^gen 53 000 $11. i»n Vorjnln mtt.

Damit war du- Voranschlag für 1917 aWkyimgt.

Dem Voranschlag der Plockschen Stiftung sur 1917 mit 0008,28 Mk. in Einnahme irtrb Ausgabe nnirbc eben Taff Genehmigung erteilt. _ _ . , .

Eiue n i a» t ö f ff ntlixhe St tzn ng schloß sich an den öffentlichen Teil cm.