Nr. M Zweites
Erscheint täglich n:it Au^ .ahme deS Sonntags.
Beilagen: „Giehener Famllienblätter" und „KretsMatt für den Kreis Gjcßen".
Postscheckkonto: Zranffurt am Main Nr. U536. Sankverkchr: Sewerbebank Gietzen.
Blatt
lör. Jahrgang
Seima?-Anzeiger für Gderheßen
Dienstag. Mai W
3»oiUing?r«nböntcf und Verlag: Brühl'scheUniverfuäts-Buch-m.Steiudruckerei.
R. Lange, Gießen.
5chris1!e!tung. Geschäftsstelle und Druckerei:
Schulstraße?. Geschäftsstelle u. Verlag: «L^Kbl, Schriftlettung: 112.
Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGießen.
üasbi'shsrigo Ergebnis tfßrttng/isc^ französischen Offensive tßch der zweite Schlacht bei Arms Ende April 1S17
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Front/ints Mitte Februar/9i?
Ans Stadt und Land.
Gießen. 1. Mat 1S17.
** Amtliche Personalnachrichten. Nach Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Bolivien ist der für das Großherzogtuin Hessen zuaelassene boliviagische Generalkonsul in Hamburg, G-uillermo Sansines, zur Ausübung irgendwelcher konsularischer Befugnisse mcht mehr berechtigt. — Uebertragen wurde am 26. April dem Lehrer Heinrich Basselli aus Haingrund, Kreis Erbach, eine Lehrer stelle an der katholisch n Volksschule zu Hirschhorn, Kreis Heppenheim.
** 25jä hrig es Geschäftsjubilüum. Der Werkmeister Ludwig Feldb-usch aus Albew-Buseck, bei der Firma Andreas Euler, Gießen, feiert Heerte ein 25jahriges Gescbüftsjubiläun:.
** Das Reichs Versicherung s amt hat an die Vorstände der landwirtschaftlichen Berufsgenossenscl^fttm ein«: Runderlaß über die Beschäftigung von Hilfsdienstpftichtigen, weiblicl-cn und mgeudlich-cnl Personen imd voll Kriegsbeschädigten an gefährliche:: B e t r ie bs ein r ichtun g en geriäftct, der ans eine Verminderung der Unfallgefahr ab zielt. Im Wesentlichen wird darauf hingewiesen, daß die Lcuwwittschaft die Arbeitskräfte dringend nötig hat. Nicht nur Kriegsbeschädigte, sondern auch Hilss- dienstpftichtige solle sollen ihr in weitestem Umfange überwiesen werden. Jede Hand mehr ist wertvoll. Sache der Landlvirte aber ist es, diese zu Teil bisher ungeübte::, zun: Teil durch die für das Vaterland erlittenen Verletzungen im Gebrauch, ihrer Glied« beeinträchtigten Kräfte vor Unfällen i nr la ndwirtschaftlichen Betriebe zu schützen. Dazu bedarf es sorgfältiger Defolgullg der U n fal l vo r schri f ten. Darüber hinaus muß aber gesorgt werden, daß solche Personell nicht an besonders, gefährlichen Stellen, z-um Beispiel solchen, die imr ans steilen Leitern erreicht werden können, oder an gefährlichen Maschinen, zum Beispiel dein: Einlegen m Häckselmaschinen und mit Arbeiten, denen sie nicht gewachsen sind, oder für die ihnen die notwendigen V vrkenntnisse fehlen, zum Beispiel beim Fuhrwerk beschäftigt werden. Jede Hand mehr ist kostbar. Deshalb muß der, welcher sie bietet, vor Unfälle:: behütet werden.
Kreis Schotten.
e. Schotten, 29. April. Der Maior und Kommandeur ciue- Armicrungsbaünllons schreibt an den Vorsitzenden des Lehrerheims: Das Bataillon hat von der schönen Einrichtung eines U r l a u b e r h e i n: s für heimatlose Mannschaften mt Lehrerheim Vogelsbcrg Kenntnis erhalten und auch davon, daß daselbst einige Heimatloft Angehörige des Bataillons kostenfreie. Unter ku n ft erlfaltcn haben. Es benutzt diese Gelegen- fycit, seinen Dank auszusprecl-en, und bittet, ihn auch den beteiligten Stellen zu übermitteln.
e. Schotten, 30. April. Das Hüttenwerk Thale im Harz stiftete zugunsten der Unterbringm^ heimatloser Urlauberim Lchrerheim den Betrag von 300 Mk.
z. Aus dem oberen Vogelsberg, 31. April. Da das Brennholz bei den Holz Versteigerungen in diesem Jahr eine mrßcr- gewähnlick/e Höhe der Preise erreicht hat, welche kaum von der geringbemittelten Bevölkerung zu bezahlen sind, ist die Großh. Oberforstbehörde in dankenswerter Weise entgegengekdmmen :md hat die Großh. Oberförstereien angewiesen, denjmigen Familien, :reiche lesholjberechtigt sind, solches zu einem billigeren Preise zimr an- igefttzten Tarif zu überlassen, vorbehaltlich, daß das Holz von ihnen oder hierzu beauftragten Personen selbst gefällt imd cmf- gearbeitet Ivird. — Endlich scheint es nun doch einmal Frühjahr im Gebirge werden zu wollen, seit gesteri: war schon wärmere Temperatur eingetreten, heute strahlt die ^iotme im vollen Glanze, kein Wölkchen ist am .Himmel sichtbar. Im Felde herrscht jetzt rege Tätigkeit, jeder ist mit der Frühjahrsausstellung begriffen. Seit gestern sind auch wieder neue Frühlingsbote:: da, die Schwalben sind eingetroffen.
§ Herchenhain, 30. April. Landstnrmmann Otto Winter, bei einem Inf.-Regt., erhielt die Hessische Tapferkeitsme- daille. Auf Kaisers Geburtstag wurde er auch schon mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Zwei seiner Brüder sind im Kampfe fürs Vaterland gefallen.
Slarkenburg und Rheinhessen.
** Mainz, 1. Mai. Das von der Stadt hergestellte Kleingeld kommt jetzt in UmlaNss. Es find achteckige Zehnpseimigstücke aus starken: Blech. Auf der eine:: Seite steht: 10 Pf. Kleingeld- Ersatzmarle, auf der andern Seite Stadt Mainz 1917 mit dem städtischen Wappen des Toppelrades. Es ist ftllfftverständtich, daß dieses Ersatzgeld nur für die Stadt Mainz und die eingenreindeten Vororte Gültigkeit hat.
Kreis Wetzlar.
ra. B l a s b a ch, 1. Mai. Landsturmmarm Ludwig Heußler erhielt das Eiserne Kreuz.
ra. Klein-Alten stÜdten, 1. Mai. Musketier Otto Zipp wurde mit der Eisernen Kreuz Misgezeichmet.
ra. Werdorf, 1. ?Rai. Unteroffizier Karl Lotz bei einer Fernsproib'-Abteillmg erhielt das Eiserne Kreuz.
ra. Wetzlar, 1. Mai. Vor Eintritt in die letzte S4tzur^ der Stadtverordneten widmete Bürgermeister Tr. Kühn dem veri stvrbenen stientner Gerhirrd Waldschmidt einen warmen. Nachruf. Der Verschiedene war 28 Jahre lang Mitglied des Stat'trats und unbesoldeter Beigeordneter der Stadt Metzlar. Sodann verlas er ein Dankschreiben des Generals Sixt von Arilin:, Ehrenbürger der Stadt, für die Glückwünsche der Batwstadt anläßlich seiner Ernennung zum Armeeführer. Bei der Beratung des neuen Haushaltsplanes erklärte der Vorsitzende, daß er die von mehrere:: -Seiten vorgeschlagene Herabsetzung der Steuerzuschläge nicht befür'.wrten könne. Dtt .Herabsetzung von 225 v. H. auf 200 v. 5). bedette für die Stadtkasse eure:: Ausfall von 50000 Mk., während die Kriegs Verhältnisse und die Zukimftsaufgaben der Stadt (Schulbauten ufw.) eine vorsichtige Finanzgebarung erforderten. Dar Stadtrat genehmigte einstimmig den neuen Voranschlag. — Große Trupps von Kirchen: aus dm Großstädte:: treffen fortgesetzt im hiesigen Kreise ein. Sie werde:: auf die einzelnen Landorte verteilt.
Eingesandt.
Amtstage im Finanzamt finden nur'an 2 Vormittagen der Woche statt. Da der Andrang deshalb groß ist, m'uß man Stunden warten, bis n:än m: die Reihe kommt. Wäre es da nicht möglich, einige Sitzgelegenheiten aufzustell-en und dafür zu sorge::, daß der lÄang ein '^wenig gelüstet :verden könnte. Das Pnblikum, meist Fvcükcn, hat es z. Zt. wirklich nicht ganz leicht mit den: VerK'hv bei Aemtern und Behörde::. Das Gewünschte wäre lei-.ht zu beschaffen und der wartenden Bevölkerung damit eine Erleichtereg geboten. ^ ^ ..
^rieffaftett dev Redaktion. t
<A«o»vme Anfraaen bleibeu unberückstchttst^
w. v. II. Rodheim o. d. Horloff. Auf Ihre Anfrage hin müssen wir erst Erkundiglmgen einziehen. Sie erhalten mit möglichster Beschleunigung Bescheid. .
Unteroff. 8ch. Ja. Stellen S:e elchprechenden Antrag be: der Kassenverwaltung eines Truppenteils.
Dar Ergebnis der sechsten Megsanleihe.
Berlin, 30. April. (WTB.) Nach den nunmehr endgültig vorliegenden Meldungen der Ze:Hnungsftellen beträgt das Gesamtergebiris der Zeichnungen auf die sechste Kriegsanleihe 12 978 940 700 Mark, eine Ziffer, die erfreMcherwüse die erste vorläufige Meldung noch um über 200 Millionen Mark übersteigt. Da die Tätigkeit per Feldzeichnungsstellen noch incht abgeschlossen ist, aus^rdcm auch noch Zeichnungsrefultatc ans den: neutralen Ausland ausstehe::, kann man nnt Sicherheit annehmen, daß das endgültige Ergeb:ns der sechsten Kriegsanleihe 13 Milliarden Mark erreick^ew, wenn nicht überschreiten wird. Dieser überwältige:ü>e Erfolg hätte nie erreicht werden können, wem: nicht alle Schichten der
Bevölkerung, getragen von der unerschütterlichen Zuversicht in die Zukunft Deutschlands, in der Ueberzeugimg der Notwendigkeit des Durchhalterrs bis zum Endsieg einmütig gewetteffert hätten, dem Vaterlande die Mittel in dem Kampfe um seine Existem zur Ver- ffignng zu stellen. In noch Weit höherem Matze als die früheren Anleihen trägt die sechste Kriegsanleihe das Gepräge einer Volksanleihe, :vas am wirksamsten hervortritt, wenn man die Zahl der Zeichnungen nach der Höl-e der gezeichneten Beträge Jusammenstcllt (die eingellammerten Ziffern geben die Ergebmße der dritten, vierte:: und fünften Kriegsanleihe):
Betrag der Zeichnungen in Millionen Mark
Zeichnungen
bis
200 Jt
(
984 358)
(2 406 118)
(1 794 084)
3 844 834
( 129.7)
( 200.7)
(
154.3)
280.6
von
300 Jl
500 „
(
858 259)
( 967 929)
(
681 027)
1058 861
( 3-8.7)
( 407.4)
(
293.0)
437 2
600 „
1000 „
(
918 595)
( 885 941)
(
605 494)
893 611
( 844.5)
( 794.1)
(
552.1)
801.0
1 100 „
9
2 000 ff
(
530 176)
( 468 724)
(
301 863)
407 533
( 928.3)
( 791.7)
(
520.1)
701.7
„
2 100 .
t
5 000
(
422 626)
( 347 725)
(
245 873)
320 762
( 1 563.?)
( 1 246.6)
(
910.8)
1 169.4
5 100 ..
n
10 000 „
(
147 593)
( 113 927)
(
93 189)
122 514
( 1201.8)
( 907.0)
(
767.7)
988.7
10 100 „
„
20 000 „
(
53 445)
42 158)
(
40 571)
51 659
( 858.0)
( 668.3)
(
651.2)
813.9
20100 „
n
50 000 „
(
32 840)
( 30 361)
(
28 5001
40 463
( 1166.9)
( 9801)
(
982.2)
1 297.1
50100 „
n
100 000 „
(
10 090)
( 9100)
(
9 743)
13 564
( 850.2)
( 784.2)
(
809.6)
1 062,8
100100 „
u
500 000 „
(
7 074)
( 6 305)
(
7 870.
12 322
( 1756.0)
( 1 530.7)
(
1 709.6)
2 110.7
500 100 „
u
1 000 000 „
C
832)
( 780)
(
1 032)
1184
( 694.9)
( 641.5)
(
852.7)
öS 1.7
über
1 000 000 ,
(
530)
( 574)
(
725)
770
( 1 729.6)
( 1 812.3)
( 2 448.4)
2 ,) ;8.2
zusaminen
(3 966 418)
(5 279 645)
(3 809 976)
6 768 082
(12 101.8)
(10 712.8)
(10 651.7)
12 978.9
Bemerkt sei, daß in erheblich größerem Umfange als be: den vorhergehenden Anleihe:: auch diesmal von den Schulen, Gemeinde::, Ärbeitgebern, Verbände:: und Vereinen Sammelzeichnungen vevarrstaltet worden sind, cm denen rvieder kleine Zeichner auch nnt Beträge:: unter 100 Däcrrk 'beteiligt waren. Um ein Bild von der Zeichnungssrcvidigleit dieser Kreise der Bevölkerung zu ge- wrnnen. sind auch die Beträge mtter 100 Mark in die Uebersicht mit ausgenommen worden. Die Ziffer von 3 844 834 Einzel Zeichnern für die Zeichnnnge:: bis 200 Mk. (gegen 984 358 Einzel
zeichnungen der gleichen Kategorie zur 3. Kriegsanleihe) bildet! wohl den schlagendste:: Beweis für die Tatsache, daß die Opser- fveudigkeit der breite:: Massen trotz aller l)emmenden Momente sich in 'der 6. Kriegsanleihe als unversiegbar erwiesen hat. Ebenso ergibt sich, daß auch die finanzielle Leistungsfähigkeit der kleinen Zeichner nicht nachgelassen hat. In: übrigen spreche:: die Ziffern für sich selbst uild lassen deutlich den Geist erkennen, der noch heute in den: deutschen Volke herrscht und dessen Vorivalten die Gewähr des endgültigen Erfolges in sich birgt.
Die gescheiterte« feindlichen Durchbruchsversuche im Westen.
Wird der Engländer, nachdem er dreimal so gewaltige Niederlagen sich geholt hat, auf seinen OperationS- plan verzichten? Wird er endlich die Erkenntnis aus sich wirken laffen, daß unsere Siegfriedstellung, allen Voraussagungen unserer Obersten Heeresleitung entsprechend, so widerstandsfähig ist, daß unsere helden- rafttujen Verteidiger nicht nur in der Lage waren, alle Offensivunternehmungen der Gegner glatt abzuweisen, sondern sogar unsere neuen Stellungen als Basis für erfolgreiche Gegenunternehmungen zu ben'.rtzen? Die KampseSkraft unserer Infanterie erweist sich täglich von neuem, und unserer Artillerie wird selbst vom Gegner das glänzendste Zeugnis ausgestellt. Unser Sperrfeuer setzt, wie ein italienisches Blatt ein- zugeftehen wagt, so prompt ein, daß die englische Infanterie die Grenzen zwischen dem Sperrfeuer der eigenen und der feindlichen Batterien nicht zu unterscheiden und sich in dem von den Geschaffen aufgewühlten schmutzspritzenden Boden überhaupt nicht zu entfalten vermag. Vielfach würden die englffcheu Sturmtruppen reihenweise durch frontales'und flankierendes Feuer niedcrgeiuäht. Dazu kommt, so schreibt die „K. "Vztg.", daß die einheitliche Lei. tung au der Westfront, die gerade im entscheidenden Augenblick des ersten Offcnsivstoßes fehlte, trotz aller gegenteiligen Behauptungen auch heute noch nicht vorhanden ist, und daß alle die staffelweisen Angriffe, deren sich unsere Truppen gegenwärtig zu erwehren haben, es an der notwendigen Straffheit fehlen lassen, die allein den Erfolg verbürgt.


