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Der Sietzener Unzeitzer
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Erstes Blatt
16 Z. Zahrgang
Donnerstag, 10 . Mai 1917
postscheckkonlo: Zranksntt a.M. 11686
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sämtlich in Gießen.
Ein schwerer Mißerfolg der Armee Sarrails.
(WTB.) Grobes Hauptquartier, 9. Mai.
(Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Ruppr eck,t.
Bei ungünstigen Witterungsverhältnlssen war das Artilleriefeuer nur an wenigen Stellen lebhafter.
Bayrisch fränkische Regimenter, die gestern morgen 9t r e s n o n mit großem Schneid gestürnlt hatten, hielten den Ort gegen nerrc feindliche Angriffe und brachten weitere hundert Gefangene ein. Teilvorstoße der Engländer bei Roeur und Bullecourt wurden abgeschlagen.
H e c r e s g r n p p e D e u t s ch e r K r o n p r i n z.
Zwischen dein Winterberg und der Straße Eor- beny—Berry-au-Bac schritten abends frisch eingesetzte französische Kräfte nach Trommelfeuer zum Angriff. In heißem Ringen wurde der Feind teils durch Rastkumpf. teils durch <$egetlstotz zurückgnvorfen.
Im übrigen war auch an der Aisne- und tzhampagne- front die AefechtStatigke.it, beeinflußt durch das schlechte Wetter, geringer als an den Vortagen.
O e st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.
Nördlich von Kirli-Baba und südlich der Valcputna- Straße wurden Vorstöße russischer Konipagmen leicht ab- gewiescn.
Die
Mazedonische Front
war gestern der Schauplatz erbitterter K ü m p f c. Nach starker Artillerievorbereitung führte General Sarrail seine verbündeten Truppen zwischen Vrespa- und Doiran-See an zahlreichen Stellen zum Angriff. Besonders erbittert wurde mn Eernabogen gekämpft, wo Tag n nd Nach t w iederhol t e se i n d l i ch c A n l ä u f e u n t e r s ch w e r st e n Verlust c n f ü r d e n G Fy n e r v o r u rr se r e n S t e l l n n g e n vollkommenzusammenbrachen. Das gleiche Schicksal hatten Angriffe des Feindes bei Gradesnica. am War- dar und westlich des Doi ran-Sees. Deutsche und bulgarische Divisionen haben d c m Feind eine schwercN iederlagcbereitet.
Der Erste Generalquartiermeistcr Ludcndorff.
*
Ter Abendbericht.
Berlin. 9. Mai. abends. (WTB. Amtlich.) Bei Fresnoy und Bulleconrt scheiterten englische Angriffe. Das Feuer war bei Arras und an der Aisne nur stellenweise lebhafter.
Der Reichskanzler soll int Bundesra ts a us schnß für auswärtige Angelegenheiten die erfreuliche Erklärung abgegeben haben, wir seien einem glücklichen Ende des Krieges nahe. Wir verzeichnet! heute neben den neuen Siegesbotschaften unserer U-Boote auch eine schi^üolze und optimistische Rede des Staatssekretärs v. Eapelle xm Reichstag, der uns über die Stimmung in der Marine sagt, baß ein Jeder, vom höchsten Offizier bis zum Heizer herab, sich rnit der Zuversicht trage, den Entscheidungskanrpf gegen England siegreich durchznfühven. Zu Lande kommt der im gestrigen amtlichen Tagesbericht gefeierte Sieg deutscher und bulgarischer Waffen über das Heer Sarrails hinzu. Da darf man nicht über Voreiligkeit schelten, wenn sich in der Oeffentlichkeit wieder der Wunsch nach größerer Klarheit in unseren Zielen und unserer äußeren Politik regt. ©i:t amtliches Organ, die „Bayerische Staatszeitung",hatte dieser Tage offenbar auch die Ansicht gehabt, daß von der Richtung unserer Ziele schon etwas angedeutet werden könnte, als sie nämlich die Frage auswarf, ob Deutschland beim Friedensschluß auf einer Kriegsentschädigung iu bar bestehen müsse. Das Blatt verneinte diese Frage und erklärte, das deutsche Wirtschaftsleben werde eine solche Kostenentschädigung nicht unbedingt nötig haben. Das rief die scharfen Gegner Bethmann Hollwegs wieder auf den Plan. Die „Deutsche Tageszeitung" schreibt unter der Ueber- schrist,/Offiziöse Verzichtpropaganda" n. a. folgende Sätze: _ „Tie Reise des Grasen Hertling mit ihren von der „Bayerischen Staatsz-eitnng", verkündeten Ergebnissen, der sich wohl noch andere mehr oder minder verschleierte Vecössentlickrnngen an schließen werden, .sollen der ^Becinslnssnng der öffentlichen Meinung in Deutschland di-eivcn. Sie sollen betonen, daß niche nur der dcutsckw Reichskanzler und Graf Czernin, sondern auch Graf Hertling sich völlig über die Kriegsziele in dieser Richtung einig seien, mit anderen Worten: Referent und Gegenreferent seien sich einig,
und deshalb iverde die Sache scheut richtig sein, außerdem unabänderlich."
Das Blakt meint, die Eröffnung des bayerischen Re- gierungsorgans laufe zuletzt doch nur ans eine Förderung Scheidemannscher Gedanken hinaus. Dem entgegnet die „Post" mit einigen beachtenswerten Vorhaltungen. Sie will nicht fordern, daß Deutschland auf einer Kostenentschädi- gung in bar bestehen müsse, und schreibt u. a.:
^ _ „Man studiere einmal das Gold- und Währungswesen nnicrcr Femde, mtd überlege, was es im Reiche .der finanziellen Wirklich- Pnt nrit einer baren Begleichung von Beträgen, die auch nur ins zweite Milliardeir-Dntzend gehen, ans sich hätte! Papiergeld werden doch auch die Freunde des Bargeldes nicht mit vergnügtem Gesicht einstreichen wollen. Aber weiter: meint inan wirklich, daß ein plötzlicher Milliarden ström barer Mittel um seiner selbst nullen und in jedem Falle ein Segen der heimischen Wirtschaft mürbe? Das Ergebnis der „Barzahlung" bliebe also immer: Einführung gewaltiger Mittel in die nationale Wirtschaft und Umlauf in ich. Jim selben Augenblick aber tan'cht mahnend der Begriff der „Inflation" vor uns auf! Wir alle lvissen, wie cs aus unsernr
inneren Markte aussieht. Von der Waren feite her haben wir, unter Druck des allgelneinen ^Materialmangels, wahrhaftig genug Anreiz zur Preissteigerung -erfahren, — hinreichende Ver- anlassmrg, um wenigslens ans der Geld feite ängstlich acht zu geben, daß jdort nicht gleiche Neigung entsteht. Tie Entwertung des Geldes, die mit seinem übermäßigen Angebot Hand in Hand ginge, könnte uns leicht um alle:: Vorteil der „Eittschädigung" bringen."
Wonach, sto meint die „Post" weiter, unsere Volkswirtschaft am lautesteit rufe, das seien Waren. Nichts werde uns im Anfang der Friedenszeit so bitter fehlen, als Rohmaterial, um unsere Industrie wieder in Gang zu bringen. „Fährt unsere Wirtschaft nicht besser, wenn sie für jede Milliarde, die ihr zufließen soll, Waren zu einem billigen Friedenspreis hereinbekommt, als wenn sie die Milliarde in bar einstreicht, um damit teure Kriegspreise zu zahlen?"
Wenn man also von unseren Kriegs- und Friedenszielen spricht und wenn sich das Bedürfnis im Volke regt,, in der Erkenntnis mancher Notwendigkeiten fortzuschreiten und Aufklärung zu erhalten, jo !vird damit noch nicht begehrt, daß der Reichskanzler Jo roh gehauene und vermessene Programme herausgeben soll, wie sie unsere Feinde gegen uns enthüllt haben. Auf Grund der jeweiligen Lage ergeben sich häufig in der Bekanntgabe von Zielen politische Mittel, in diesen: oder jenem Sinne kriegsverkürzend einzuwirken. So deutet die „Köln. Volksztg." in einem Leitartikel auf einen Weg, der zu einer zunehmenden Isolierung Englands fuhren könnte:
„Man sollte glauben, wir Deutsche müßten alle wenigstens in diesen Kriegszielen einig sein: England muß restlos F r a n k r e i ch r ä u in e n n jt d England nt u ß Frankreich für die ungeheuren, das französische Volk und Staats wesen ans Jahrzehnte schwer drückenden Verluste an Gut und Blut entschädigen, denn England ist zum größten Teile schuld an den furchtbaren Verwüstungen der französischen Städte und weiter französischer Gebiete. England hat Frankreich 'in den Krieg getrieben und von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr mit diabolisck>em Geschick die Leiden deS Kriegs fick Land und Volk in Frankreich zu verlängern gewußt. England soll darum Frankreich die unermeßlickienOpfer an Gut und Blut ersetzen, die das französische Volk im Interesse Englands drei Jahre, gebracht IM. Während des Kruges hat England Aegypten annektiert. Schon um unserer Verbündeten^ willen müßten alle Deutschen einig sein in dem Verlangen, daß Englaich dieses wähvcnd dos Krieges annektierte Aegypten an die Türken zurückgeben muß. Unsere Svzialdemv- kraten fordern das Recht der Freiheit der Mationen uirr für Deutschland und seine Verbündete!:, bestenfalls noch für Ruß- laitd. Aber was den ^Slawen in Oesterreich-Ungarn, den Armeniern in der Türkei^ den Finnländern, Polen und Ukrainern in Rußland recht sein soll, das muß auch den Irländern, den Indern, den Arabern recht sein. W>enn der deutsche Reichskanzler nur diese Kriegsziele verkünden würde, in denen doch alle Deutschen einig sein müßten, dann würde er großen Beifall finden, lieber die deutschen Kriegsziele könnte er dabei rulstg schweigen."
Vorsichtig Fühlung zu nehmen, schrittweise in der Verfolgung von Zielen vorzugehen, das entspricht unseres Erachtens der besten Methode, den Krieg abzukürzen. Sitzen alle Staatsmänner der kriegführenden Länder erst gemeinsam an einem großen Tisch, um das große Reinemachen zu vollziehen, dann wird der öde Wiener Kongreß ein Kinderspiel gegen die Konferenz der Zukunft. Viele Gemüter werden bedenklich gestimmt, weil sie nichts davon merken, daß unsere Reichsregierung alle Anstrengungen macht, in einer selbsttätigen, praktischen Weise die Friedensfrage zu lösen. Allgemeine Angebote an die Gesamtheit unserer Feinde werden nach unserer Ueberzeugung uns nicht weiter führen und eher schädlich als nützlich wirken.
* * *
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 9. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbarl:
Oestl i cher Kriegsschaup! atz.
In der südlichen Bukowina wiesen mir russische Erkundungstruppen ab. Sonst nichts zu melden.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Keine besonderen Ereignisse.
S ü d o stlicher K riegsschaupla tz.
In der Landenge zwischen Ock-rida- und Prespa-See vereitelten Österreich ich-ungarische und osmanische Abteilungen vorgestern einen feind ichen Vorstoß.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.
* » . *
Die Sd?lacf)teH i;n westen.
Berlin, 9. Mai. (WTB.) An der Aisne-Front verstärkte sich das vormittags schwache feindliche Artilleriefeuer am Nachmittag des 8. Mai i.t der Gegend von Laffaux und Braye sowie von 4 Uhr nachmittags an gegen unsere Stellungen bis zum Winterberg— Ehapreux. Hier schwoll es 6 Uhr abends zum Trommelfeuer an, dem um 6 Uhr 15 Min. ein heftiger französischer Angriff 'folgte. Er dehnte sich bis zur Straße Corbeny—Berry-an-Bae ans. Anscheinend griffen bei diesem Angriffe zwei frische französische Divisionen an. Am Winterberg und bei Chevreux wurden die Franzosen blutig abgewiesen. Oestlich Ehevreux, wo der Gegner in Teile des vordersten Grabens einzudringen vermochte, mürbe er im Gegenstoß wieder geworfen. Nur in einer kleinen Kiesgrube vermochten sich die Franzosen einzunisten. Hier wird iwch gekämpft. Südöstlich von Aill-es drückten wir den Gegner am Atv-gen des 8. Mai in Handgranatenlämpsen etwas zurück. Feindlich? Handgranatenan- griffe an dieser Stelle wurden vormittags und nachts abgewiesen.
Nördlich von Reims und in der Champagne außer lebhaften! Feuer auf einzelnen eng begrenzten Stellen keine Artillerie- nnd Jnfanterietäligkeit. Durch zahlreiche Patrouillenvorstöße wurden bei den Franzosen Ablösungen festgesteM. Auch aus Gesänge- nenanssagen an den verschiedenen Frontabsclstlisten ergibt sich das schnelle Zermürben der an der Aisne und in der Champagne ein
gesetzten Angriffsdivisionen, was bei den ungeheuren Verlusten der Franzosen nicht zu verwundern ist.
Berlin, 9. Mai. (WTB.) Im Raume von Arr as kam am 8. Mai, um 6 Uhr abends bereit gestellte stärkere englische Jnfan-- terie westlich von Gavoelle in unserem Vernichtungsfeuer nicht zur Entrvicklung. Ein glsiMeitig gegen den Bahnhof Roeux in ein Kilometer Breite an gesetzter Angriff brach blutig in unserem Infanterie- und Maschinengewehrfeuer zusammen. 'Stoßckupps, dis an gleicher Stelle der: Angriff nachts wiederholten, wurden ebenfalls abgewiesen. Um 41 Uhr ab^ends wurde ein nach schlachtarti-gem Feuerüberfall gegen BullScoutt vorgetragener Angriff gleichsallÄ glatt abgewiesei:.
Die Wiedererobjerung von Fresnoy durch bayerische Truppen am 8. Mai vormittags war eine in vollstem Umfang geglückte Unternehmung. Trotz zähestem feindlichen Widerstand wurde der Westrand des Dorfes mm den Bayern mit größter Tapferkeit wiedergeiwmmen, die über 300 Gefangene und s e ch s Maschinengewehre einbrachten und dem Feinde, wie auch bei seinem zweimaligen vergeblichen Gegenangriff, schwere Verluste zufügten. Ein nach starker trommelfeuerartiger Feuervvrberei- tung am 8. Mai nachmittags offenbar geplanter dritter Gegenangriff kam in unsere!n Feuer nicht zur Entwicklung. Starke feindliche Stoßtrupps, die am 9. Mai, 4 Uhr vormittags, gegen Fresnoy zum Angriff,vorgingen, wurden ebenfalls verlusckeich abgewiesen.
Tie in ihren Berichten recht bescheiden getvordenen Engländer melden heute 2 Uhr 40 Min. vormittags, daß der dritte feindliche Gegenangriff gegen die britischen Stellungen südlich des Souchez- Flusses blutig und völlig gescheitert sei. Die Sachlage ist indessen folgende: Die Engländer versuchen ihre Linien gegen unsere Stellungen vorzuschieben. Von Zeit zu Zeit stoßen wir ans unseren Linien heraus und werfen die Engländer in die Ausgangsstellungen zurück und holen uns Gefangene, alles Unternehmungen, die uns so gut wie keine Verluste kosten. Das sind die hefttgen deutschen Gegenangriffe.
Französischer Bericht
vom 8. Mm, nachmittags.
Zwischen Somme und Oise ziemlich starke Artillerietättgkeit, Ein feindlicher Handstreich auf die Gegend von Jtancvurt sckwiterte. Während der Nacht machte der Feind östlich von Vauxaillon und auf den Chcmin des Dames in der Richtung auf das Pantheon unö bei Cerny einen Gegenangriff. Alle Angriffsverfuche der Deutschen brachen in unserem Feuer zusammen. Weiter östlich war der An- tilleriekam.ps aus der Hochfläche von Bauclerc und in der Gegend von Craonne heftig. Nördlich oer Hochfläche von Vauclerc konnten wir durch einen Handstreich einen Mittelpunkt des feindlichen WDer- standes nehmen und neunzig Gefangene einbringen. Mndtvestkich von Reims kam es bei unfruchtbaren Versuchen der Deutschen, dt den von uns gestern eroberten Gräben südlich von Berry^u-Bac wieder Fuß zu fassen, zu einem lebhaften Kampfe, der zu irnsereni Gunsten endete. Die Zahl der von uns gestern gemachten Gefan- genen beträgt 120. Nordwestlich von Prosnes eroberten wir ein feindliches Werk und wiesen nordöstlich des Hochberges einen heftigen deutschen Angriff auf den Kämm von Teton ab, wobei dev Feind Verluste erlitt und Gefangene in unserer Hand ließ. Hand- granatenkämpfe beim Gehölz von Avoeourt und in der Richtung av* Chambrettes.
362 Flugzeuge und 29 BaltonS in einem Monat ab* geschossen.
Berlin, 9. D4ai. (WTB. Amtlich.) Im Monat April haben unsere G-egner auf allen Fronten im ganzen 362 Flugzeuge ::nd 29 Ballone verloren. Dem gegenüber steht ein eigener Verlust von insgesamt 74 Flugzeugen und 10 Ballonen. An den 362 außer Gefecht gesetzten feindlichen Flugzeugen ist die Westfront allein mit 350 Flugzeugen beteiligt. Die Summe setzt sich im einzelnen folgendermaßen zusammen: 299 Flugzeuge wurden im Luft- kampf, 52 durch Fliegerabwehrkanonen ab geschossen, 11 mußten aus andere!: Gründe:: hinter unseren Linien landen. Von diesen Flugzeugen sind 171 in unserem Besitz, 187 sind jenseits unserer Linien erkennbar abgestürzt, 10 jenseits der Linien zur Landung gezwungen worden.
Welchen Umfang die Luftkämpfe angenommen haben und mit welcher Erbitterung um die Luftherrschaft gerungen wird, erhellt aus der Tatsache, daß die deutschen Lnftstteitkräste in dem einen Monat April fast halb so viel feindliche Flugzeuge v e r:: i ch t e t haben wie im ganzen vergangenen Jahre, 362 in:April 1917 gegen 784 im Jahre 1916 und fast dreimal so viel wie in dem erfolgreichsten Monat des Vorjahres, 362 gegen 133 im September 1916.
Berlin, 9. Mai. (WTB.) Der Erfolg der Kampftätigkeit unserer Lnftstreitkräfte im Monat April erfüllt uns mit stolzer Freude. Er übertrifft alle früheren Leistmuien, die eigenen wie die feindlichen, um ein vielfaches. Besonders hervorgehoben sei die hohe Zahl der durch unsere Flie- g e r - Ä b w e h r l a :t o n e n ab geschossenen Flugzeuge. Die Kanonen sind durch den Eifer unserer Artilleristen und die Erfindungsgabe unserer Technik zu einen: wirkungsvollen Vernichtungswerkzeug geworden.
Seit Wochen herrscht in E n g l a n d große E r re- g u u g über die hohen Verluste an Flugzeugen und Flieger- offiziereu. Nach einer unwidersprochene!: Angabe eines Abgeordneten im Unterhause sind vom 1. bis' 25. Llpril 319 Fliegerossiziere gefallen, verwundet und vermißt. Der Leitung des Flugwesens !v:rd dauernd in de:: schärffteir Angriffen vorgetvorfen, daß sie Flugzeuge an die Front schicke und dort belasse, die den deutschen Flugzeugen nicht ge- wachsen seien. Anzeichen ähnlicher Mißstimmuirg sind trotz der strenge:: Zensur auch in Frankreich erkennbar. Die Erfolge Unserer Lnftstreitkräfte im Monat April berechtigen


