Ei« «emeittsames Parlament o^r Gegner in Paris.
Varis, 4. Mai. Die Eröffnungssitzung des gemein- s am enParlamentsderAlliierten fand heute vormittag statt. Den Vorsitz führte Clemenceau. Stellvertretender Vorsitzender war Lord Stuet of Wortley.
Der König von England als Landwirtschaftsarbeiter.
Bern, 4. Mai. „Daily Mail" zrffr-lge arbeitet der König *xm England allmÄhmttich zwei oder drei Doge bei gutem Weiter auf d:m KattoffÄfelde iin Schiloßgatten zu Windsor, ebenso die Prinzessin Mary und Prinz Henry.
Ein Flngpostdienst in Italien.
Lugano, 5. Mai. Auf Veranlassung der italienischen Negierung wird infolge der durch den U-Boots krieg bervorgerüfenen Unsicherheit auf dem Meere ein Flug-- Postdienst zwischen dem italienischen Festlande und der Insel Sardinien eingerichtet.
Und mngeLommen. Im M4rz sind 66 Schisse v e rse nk t worden. Wenn der deutsche Unterseebootkrieg in der gleichen Weise wie bisher fortgesetzt wird, ist die norwegische Handelsflotte für Auslandsfährten im Laufe von anderthalb Jahren vernichtet.
Madrid, 4. Mai. (WTB.) Funkspruch vom Vertreter des Wiener Korvespondenzbuwearcs. Wie das Blatt ,Zrn- partial" meldet, ist bei der Einfahrt in den St. Georg- Kanal der Dampfer „Tempus" mit 4800 Donlven Mineral- ladung von einem Unterseeboot versenkt worden.
Das Blatt „ME" gibt die Donnenzahl der kürzlich beim Kap Spartet versenkter englischen Dgmpfer folgendermaßen an: „Newtmoor" (3535 Tonnen), „Lowdele" (2600 Tonnen), „SoeweU" (3780 Donnen), „Fermvott' (3098 Tonnen).
Aus dem verfaffungsausschutz des Reichstags.
Chinas Kriegserklärung an Deutschland.
Peking, 4. Mai. (Privattel.) Meldung des Reuter- schen Burcaris. Das Kabinett faßte einstimmig den Beschluß zugunsten eitrer sofortigen Kriegserklärung an Deutschland.
Aus Griechenland.
Athen, 3. Mai. (WTB. Mchtamtlich.) Meldung der „Agence Havas". Zaimis übernimmt das Mirristerium des Aeußern. Er leistet am Freitag den Eid. George Rhallys übernimmt wieder das Finanzministerium. Die übrigen Minister werden heute abend ernannt.
Das Ministerium: Zaimis ist, wie wir eurer Zwamsmmsasffmg der „F. Z." entnelnnen, das dritte, das dieser Staatsmann inr Lärche des Krieges bildet. Zirm erstenmoi seit dem Ausbruch des Krieges erschien Zaimis an der Spitze der Mgrerung, als Beni- stlos im Oktober 19l 5 zurückgetreten war. Doch machte das von Benrselos zußrmmengebrachtc Md noch durchaus mrter seinem Einfluß stehende Parlament der neuen Regierung das £cfrnt so schwer, daß sie sich, obwohl aus den namhaftesten Politikern des Landes zusammengesetzt, schon im folgenden Monat zum Rücktritt gezwungen sah, irm einem Ministerium Skuludis Platz zu masten, in dem jene führenden Staatsmänner, wie Rhallis, Gunarts. Doagrnnis und der inzwischen verstorbene Thevtokis verblieben imo das alsbald zur Auflösung der Kammer schritt. Den beständigen Anfeindungen von Seiten der Entente aufgesetzt, die endlich in die Berbängung der Blockade über die griechische Küste mündeten, entschloß sich das Kabinett Miludis im Jimi 1916 zum Rücktritt und Zaimis trat von neuem an die Spitze der Negierimg, die dann nach den hauptsächlich auf die Auflösung der Reservisten- verbandc lautenden Fordormrgen der Entente im September des gleichen Jahves zurücktrat.
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Die deutsch-schweizerischen Verhandlungen.
Bern, 4. Mai. (WTB.) Amtlich wird mitaeteilt: Die Verhandlungen zwischen den deutschen und schweizerischen Un terhän d lern sind zum Abschluß gelangt. Die getroffene Vereinbarung, welche der Ratifikation beider Regierrmgen unterbreitet wird, sieht die Verlängerung des am 2. September 1916 ab geschlosserten und «m 30. April 1917 abgelaufenen Abkvrnmens bis znnt 31. Juli 1917 vor. Damit ist u. a. die Belieferung der Schweiz mit Kohle und Eisen für die nächsten drei Monate im bisherigen Umfang und auf der bisherigen Grundlage .AN erwarten. Außerdem ist für die durch das deutsche Einfuhrverbot besonders betroffenen schweizerischen Haupt- rudustrien die Möglichkeit befriedigender Ausfuhr nach Deutschland geschaffen.
Serkrkeg.
Die neuesten U-Booterfolge.
Berlin, 4. Vkn. Nach einer amtlichen Veröffentlichung sind an neuen U-B-ootserfo lgen 18 versenkte Handelsschiffe mit insgesamt 56 000 Bruttoregistertonrven zu melden. Davon ivurden acht Schiffe mit 24 500 Bruttoregistertonnen im englischen Kanal versenkt.
Gin weiterer TrupventranSportdampfer versenkt.
Haag, 4. Mar (zf.) Reuter meldet aus London offiziell: Die Admiralität teilt mit: Das britische Transportschiff „Arcadiaw^ (8939 Tonnen), das Truppen transportierte, wurde am 15. April im ösÜichem Teil des Mittelnreervs versenkt. Das Schiff sank innerhalb fünf Minuten. W werden 2 9 Mann verm7itzt, die, wie man entnimmt, ertrunken sind.
Amerikanische Märchen.
Berlin, 5. Mai. Laut ,^L. A." arbeiten Edison und 75 andere der gelehrtesten Techniker der Vereinigten Staaten ununterbrochen Tag und Nacht, uni Mittel gegen die U-Boote zu finden. Sie wollen an Bord der angegriffenen schiffe derartige elektrische Wellen erzeugen können, daß entweder die Torpedos aus ihrer Richtung gebracht oder ihre Explosion bewirkt wird, bevor sie das Ziel erreichen. Der ,^>kalanz " sagt hierzu: Die Furcht Vrfindet Märchen, die Hoffnung schmückt sie noch aus. Der neue Edisonavparat gehört in ein Museum für krankhafte Kriegsphantasie.
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London, 4. Wal (TO». Nichtamtlich.) Rrutermel- cimg. Zwei U-Boote griffen den Dampfer „Rockingnam" an. Nach geschicktem Manövrieren vermochte der Kapitän einige Zeit au^uweichen, schließlich aber wurde der Dampfer von einem der beiden U-Boote eingeholt. Das Torpedo traf ihn an Steuerbord in der Nähe des Rtaschinenrcnuns. Ein Hilfsmaschrnist wurde getötet, ein Heizer verwundet, ein Rettungsboot zertrümmeret. Die Besatzung verließ das Schiff rn drei anderen Booten. Der Dampfer san kbinnen 25 Minuten.
Kopenhagen, 4. Mai. (MTB.) Der dänische Dre Mastschoner „D ian a", vvn Amerika nach England mit eine Holzladung unterwegs, ist in der Nords« in Brand g< ftait worden. Die dänische Bark „Areola", von Englau nach Dänemark mit einer Kohlenladung unterwegs, ist i der Nordsee aus eine Mine gestoßen und ges'.mkeir 12 Man der Besatzung werden vermißt.
Kopenhagen 3. Mai. (MDB. Nickstarntlich.) Da Mntt,terium des Acußern teilt mit: Das dänische Segelschi „Hawt Hora bank", auf der Reise von Buenos Aire ^«^Emark über Enrgland, mit Maisladung, ist ar 24. Aprrl nordlrch Schottland versenkt worden.'Ein Bor rnit dem Kapitän und acht Mann wird vermißt
Der dänische Dampfer „Carbo 2", auf der Rer von Norwegen nach England, wurde in der Nordsee versenk Die „dtattonal Tidende" meldet aus Kristiania- Di Zazl.der im April versenkten norwegische Sch-is je betragt über 70. Gegen 100 norwegische Seeleui
Berlin, 4. Mai. (WTB.) Der Berfa ssungsaus- scbnß des Reichstages ttat heute zu seiner ersten ersten Sitzung zusammen. Emgvganmm war ein Antrag des Zentrums, der Fortschrittlichen BvlWpattei und der Nationallibevalen aruf Aenderung der Reichsverfassiung. In dem Anttäge wird verlangt: Die Verarrttvvttlühkeit des Reichskanzlers oder seiner Stellvertreter gegenüber dem Reichstage, die Erneu rumg von Offizieren :nrd Beamten der Marine unter Gegenzeichmmg des Staatssekretärs ^ des Reicksrnarrnemnts, die Beranttoottlcchikeit desselben für die Bevwalttmg der Kriegsmarine dem Reichstag gegenüber, die Ernemnmg von Offizieren und Militärboamten eines KoMingents unter Gegenzeichnung des Kriegsministers des Kontingents, welcher mit Ausnahme des bayerischen Kriegs- Ministers, dem Reichstzag-e für die Verwalttmg des Kontingents verantwortlich ist. Ferner wird verlangt, daß die Bewilligung der Besoldung und Gebühruisst für das .oeer und die Marine im Krieg »rw Frieden aus Gnmd der veichsgesetzlichell Vorschriften erwlgt. Des ^weiteren wird die Vorlegung eines Gesetzmtwurss gesordett. 'welchsrr die Berantwottlichkttt des Reichskanzlers ivegeri der Verletzung ^ seiner Amtspflichten durch den Staatsgerichtshof regelt, ^ie Sozialdemvlraten brachten außerdein Anttäge betreffend das Wahlrecht, die Aufhebung des Paragraphen des Bereins- gesetzes betreffend die JugendlulstM usw. ein. — Tie Ausspraä>e drehte ftch zunächst danim, ob der Ausschuß zuständig ist, diese Anträge zu verhandeln, oder ob er nur die vvn dem Plernün über- wcejenen dluträge zu behandeln habe. Der Ausschuß erklärte sich rur zuständig und trat in die Berckttmg der Anträge ein. Zunächst wird über die Frage der Verantwortlichkeit des Reichskanzlers verhandelt.
Berlin, 4. Mai. (MTV. Nickstamtlich.) Im Verfassungsausschuß des Reichstags führte Staatssekretär Dr. Helfserich aus, er könne nur an den Sitzurrgen teilnchmeu, um sich zu unterrichten oder Ausklärnngerl zu geben. Dagegen möge man eine sack- liche^Stellungnahme vvn ihm nicht erwarten. Sie sei überhaupt erst möglich nach vorauf gegangener Stellungnahme dos Bundesrats, umsomehr hier, wo cs sich lim die Prüfung und Revision der Fundamente der Verfassung handele. Der Artikel 16 der Befassung von heute sei aus der früheren Bundesverfassung bervorgegangeu und zum Eckstein der Reichsversäffung geworden. Jede genauere Auslegung schränke ihn ein. Das möge der Reichstag ebenso erwägen, wie es der BnndeSrat tun werde.
Abgelehnt tvurdc der vorerwährrte, im Reichstag bereits ein- gebrachte Antrag Bernstein. Abgelehnt wurde ferner ein Zusatz- arrttag der Konservativen, die Verantwortlichkeit des Reichstags auch gegenüber denr Knisor und dem Burrdesrat festznlegen. Ange- nonunien wurde gegen vier konservative Stimmen die Aenderung des Artikels 17 nach denr Antrag Gröber und Genossen, ebenso deren Entschließungen, durch einen Gesetzentwurf die Verantwvrtj- lichkeit des Reichskanzlers wegen der Verletzung seiner Amtspflicht und deren.Feststellung durch den Staatsgerichtshof zu regeln.
Berlin, 4. Mai. (WTB.) In dem denr Verfassungsau s s ch u ß des R ei chs t a g e s vorliegenden Arttrage wird u. a. die Neueinfügung eines Artikäs 26A in die Reichsverfassung verlangt, welcher lautet:
Während der Dauer eines Krieges gilt der Reichstag als ununterbrochen versammelt.
Der sozialdenrokratische Antrag betreffend daS Wahlrecht verlangt, der. ReickMag solle aus allgemeinen, gleichen, direkten und nach dem Verhältniswahlsystem vorzunehmenden Wählen mit geheimer Llbstimmung her Vorgehen, an der alle über 20 Jahre alten Reichsangehörigen ohne Unterschied dos Geschlechts teilnehmen. Die gleiche Bestimmung soll auch ff'tr die in jedem Bundesstaat und in Elsaß-Lothringen zu wählende Volksverttetung gelten.
In der Aussprache über die Behandlung der Anttäge sprachen sich zwei konservative Redner dahin aus, daß der ?lusschuß nur diejenigen Materien bcratert dürfe, die ihm vom Plenum des Reichstages überwies«: seien. Ein Redner des Zentrums äußerte sich dahin, daß die in dem Antrag auf Aenderung der Reick)sVerfassung enthaltenen Materi«: ausdrücklich dein Ausschuß überwiesen seien. Den gleichen Standpunkt, ja noch weitergehend, vertrat der Fortschrittler. Ter nationalliberale Redner ersuchte, den Rahmen der Zuständigkeit nicht zu enge zu ziehen. Der sozüffdemokratische Redner sprach sich für die Bercttnng des Anttagr-s aus.
Der Ausschuß beschloß, dm ersten Antrag in Verbindung mit dem seinerzeit im Reichstag eingebrochten Antrag Bernstein die Einholung der Zustimmung des Reichstages bei der Einleitung und dem Abschluß von Bündnissen, bei Kriegserklärungen und Friedens Verträge sicherzustellen und die verfassungsmäßige Verantwortlichkeit des Reichskanzlers durch die Bestimmung zu präzisieren, daß der Reichskanzler zu entlassen ist. wenn der ReichZtag es wollte, zu beraten.
Der Versassungsausschuß des Reichstages beschloß gegen die Mer Stimmen der Konservativen nach einem gemeinschaftlichen Anträge des Zentrums, der Ilattonalliberalen und der Fottschritt- ler. den Artikel 17 der Reichs Verfassung, Satz 2, wie folgt zu chrdern: Die Anordnungen irnd Berffigungetl des Kaisers werden im Namen des Reiches erlassen U7td bedürfen zu ihrer Gültigkeit der Gegeitzeichnung des Reichskanzlers oder seines Stellvertreters, lvelche daditrch die Veranttvottlichkeit gegenüber dem Reichstage übernahmen. Außerdem hat der Versassungsausschuß eine Entschließung derselben Anttagsteller angenommen, wonach ein Gesetzentwurf trngele'tt werden soll, durch welchen die Verantwortlichkeit des Reichskanzlers wegen Verletzung seiner Amtspflicht und deren Feststellimg durch den Staatsgerichtshof geregelt wird..
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Dir: Anfragen NN Reichstag über die Kriegsziele.
B c r l i n, 5. Mai. Wie das „V. T." berichtet, sei gestern abend in Kreisen der Parteiführer im Reichstage allgemein angenommen worden, daß die Beantwortung der Anfragen, die von den Konservativen und beit Sozialdemokraten eingcbracht sind, durch den Reichskanzler Ende der kommenden oder Anfang der übernächsten Woche erfolgen werde.
Die Versorgung mit Kartoffeln.
Be rlin, 4. Mai. (WTB. Nichtamtl.) Im Reichstagsmis- sch-tch für Ernährungsfragen crKfirte der Präsident des KÄegs- ernä'yrungsamts zur Saatkartoffelwage: Jedem Kommunalver- Ulde leien acht ^Zentner Saatgut für den Morgen seiner Anümv- llach' belassen worden. Eine größere Zuteilung sei nicht möglich gewcicni. Jcdeni Landwitt bleibe es überlassen, die Fläche zu bc- stmlmen, me er mit Kartoffeln bestelle:: wolle. Der Kommnnal- verband wack-e darüber, daß Saatgut nicht zu anderen Zwecken als zur Aussaat venvendet ii^erde. Die Versorgung mit Eßiärwffclns ist LUttledenstellend. Gewisse Stockungen seien durch das Drängen nach Saatkattvffeln s-ervorgorusen nwrdeu, aber b^ild überroundeu worden. Täglich N-erden etwa 2500 Eisendahnwagen befördett Fttt me Ernährung nötig seien 1500 Eisvnbalmw«k»en.
Sa* unt> €anb.
Gießen, 5. Mai 1-17.
Lebensmittelmarke«.
Für die Zeit vom 7. bis 13. Mai 1917 habe» nachstehende Lebensmittelmarken Gültigkeit:
Brotmarken der IS. Woche, gültig vom 7. bi« 18. Mat 1S17 Buttermarken ,19. „ , , 7. „ 13. , .
Fleischmarken , 19. „ 0 7. _ 18. M „
Kartosfelmarken, 19. 0 , 7. , 13. w ,
Seisenmarken für den Monat Mai Zuckermarken Nr. 12 bis 23, gültig bis 31. Mai 1917.
Ein Umtausch verfalleuer Marke» findet «icht mehr statt; ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewahrt.
GeschäftSstuudeu de» Städt. LedenSmittelamle» von 9—12 Uhr vorm., 2—4 Uhr nachm. Markena»»Sgabe iür Urlauber:
_ Sonntags von 19—12 Uhr vormittag».
Ueber die Regelung de» Verkehr» mit Gemüse
hat das Hessische Ministerium des Innern unter dem 28. April 1917 ecne neue Vero-rdmm.g erlassen, durch wttche die bisherigen Ar Hessen geltende,: Bestimmungen der Verordnung von, dN ärz 1917 eine Aenderung erfahren. Das Wesentliche Neuregelung besteht darin, daß von nun cm der gewerbs- maßrge Ern Es non Gemüse im Grvßherzogtum Hessen nur t : üld)«n Personen gestattet ist, die durch eine Ausweiskatte der DeIsuchen Landesqemüsestelle in Mainz zugelassen sind. Diese Ausweis^tte tmrd für die im Grvßherzogtum Hessen wohnende,? Gewerbettetüenden durch das Kreisamt ihres Wohnottes ausge stellt In anderen Fällen stellt die Landesgemüsestellc die Answers katte aus. Da man prinzipiell den Handel frei sich betätigen taffen wul, wrw auch jeder aus feilten Anttag hm eine solche Auswerskatte erhalten, sofern er bereits vor dem 1. August 19 14 Handel mit Gemüse bettieben hat und sofern besortdere Bedenken gegen seme Zuverlässigkeit, insbesondere hinsichtlich der Etnhaltting der vvrgelchriebenen Preise, nicht vorliegcn.
, Dre weitere wesentliche Bestimmung der neuen hessischen Be- kairntmachmtg lregt darin, daß zur Ueberwachung des Handels mit Gemüse intö Lur Herbeiführung einer gleichnläßigOt Verteilung die Beförderung von Gemüse von ciriem Ott zum anderen gestattet i>t, Wenn für die betteffende Beförderung vorher em Versand,chern durch die 5)essische Landesgemüsestelle in Mainz ausgestellt ist. Da auf diese Weise verhindert werden soll, daß an emzelnen Orten eine Ucberdeckung mit E>eniüse ernttttt, währerw an anderen Orten vielleicht ein Mangel vr.rhanden ist, ist die Landes-Gemü se stelle zur Steuerung von Ern äh rungsschwierig" .erten berechtigt, .in solchen bewnders gelagerten Fällen, also ergentltch nur ausnahmsweise, Anordtmngen zu treffen, um örl ltchen Ernährungsschwiettgkeiten durch Zuweisung vvn Gemüse zu begegnen.
Die Formulare für die Versandscheine sind auf den Bürgermeistereien erhältlich, und für jede Sendung gettennt auszufülle,: und an die Landesgeinüsestelle zur Genehmigung einzuschicken, die dann ihrerseits dem Antragsteller umgehend den genehmigten Versaitdschcin wieder zuschickt.
. . Da» Verfahren wird' sich in der Pvrttio dadurch vereinfachen, ovp die Lanchmrte sich znsamlnentun und die Berscrdnngeii zweckmäßig möglichst in größeren Quantitäten und direkt an die Kommunen vornehmen. .Dabei ist das Bedenken, das hie mib da aus- getaucht, zu sein scheint. Nicht berechtigt, als ob die Landwirte SckNvlerigkeit hätten, das durch Lief-erungsvettr^e nicht gebundene Gemüse späterhin abzusetzen. Bei dem großen Bedarf <m Gemüse und bei der Tatsache, daß der Handel sick) frei bewegen kann, wird c^r Absatz auch für das durch Lieferungsvetträge nicht gebundene Gcrnüse jederzeit leicht möglich sein, zunval auch die Landesgemüse,teile bereit sein wird, in jeder Hinsicht den Absatz im Wege ihrer Preisfestsetzungen zu erleichtern und zu verniitteln.
Die Landwitte sind also keineswegs zum Abschluß von Ge müse-Vetträgen gLMurrgen. i Dem Bersandschearzwang unter liegen übrigens nicht Sendungen unter 10 Kilo- g r a in m sowie die Sercdungen auf hessische Wochenmärkte. Die Regelung des Obswerkchrs, für die die Landesobftstelle nach wie vor zuständig ist, fvird durch die Bevamrtmachung vom 28. April 1917 nicht bermfit.
i vergessene Nahrungsmittel.
Donnerstag abend sprach in der Neuen 9lula Herr Stadtschulinspektor Hen ze aus Frankfurt a. M. über dieses Thema, und es ist eigentlich bÄmnerlich, daß in diesen Zeiten der Not au: dem Gebiete der Nahrungsmittel sich nicht mehr Zuhörer einenden. um srch über ein Gebiet zu orientieren, wo vor alleni Aufklärung nottut, da ja der gute Wille reichlich vorhmiden ist. Und gerade jene Kreise und jene .Hausfrauen tvaren nickst zu scheu, die vielleicht das grüßte Interesse daran gehabt hätten.
Der Redner wies mit ernsten Worten darauf hin, was der Aushungerungskrieg ftir rms bedeutet. Schon vor dem Krieg führten wir für 3000 Millionen Mk. Nahrungs- und Genußntittel ein, wozu nock) für 1090 Millionen Mk. Kraftfuttermittel kommen. Demgegenüber steht eure Ausfuhr an dchhruugsmittelu vvn nur 1000 Millionen. Was ist nun zu tun, um dein Mangel an Einfuhr zu begegnen? Zunächst einmal gilt cs, jedes Stück Land zu bebauen, alles Land auszunützen. Dann aber ist eine Einschränkung im Essen sehr ratsam, zumal wir vor dem Krieg entschieden zu viel aßen. Die Einschränttnig im Fleischverbrauch ist lurchaus iein 'Inglück, lind dem Miawltt an Fett, das der menschliche Körper in unseren Zoneil reichlich braucht, ist dadurch zu begegnen daß mm: Oelfrucht pflanzt urrd ihre Ausbeute konsumiert. Dadurch ist «es auch Ntöglich. an Vieh zu sparen, wodurch wiederum eine Menge Gktcei&e, das zu Futtermitteln verwandt wurde, frei wird.
Vor allen: aber müssen seither rmbcmützte Nahrungsmttttl ausgenützt werden. Dazu gehör«: eine Reihe von Pflanzen, die in Vergessenheit geraten sind, uni» die in Bezug auf ihren' Nährwett sich als ebenso wertvoll ettveisen ttne unsere Gatterd- gewachst. Der giedner läßt sie im Lichtbild vvrftihren :md erläutert ihre Verwendung zu Salaten Genlüserl, Gewürzerl urrd als Ersatz für Kaffee und Tee. Es sind: Brennesseln, Geißfuß, Scliasgarbe, Sauerampfer, Löwenzahn, die Blätter von Brombeeren, Erdbeercy, Himbeeren, Weißdorn usw. Vielfach noch bekannt als Haus- mrd Arzneimitteln aus deni Lande. Wenn sie zur reckstcn Zeit gesammelt und richtig zubereitet werden, h'uin sic uns aushalten in diesen: Wittschaftökaurpst. Wir müffen uns immer klar darüber sein, daß alle militärischen Vorteile wertlos sind, warm wir mit imfevm Lebensmitteln eirren oder z:vei Monate z:r kilrz kommen ehe die neue Ernte da ist. Hier aber gilt es, rechtzeitig ein zu greifen.
Dem Redner wurde reicher Beifall. Znm Schluß sei noch auf dic zur Betteilung gelangte Broschüre über „Vergessene Nahrungsmittel" hingewiesen, die durch die Geschäftsstelle des Rhein Viainisehen. Verbandes zur Volksbiüomg, Frmtkfutt a. M , verbreitet wird, hin gewiesen.
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** Die Ernährung der Stadtkinder auf dem Lande. Nach einer Anordnung des .Kri-egsernäh- rungsaTntes sind den Landwirte::, die sich zur Aüffrahnw von' Studtkirkdern verpflichte::, die zu d-ermr Erruihruug erforderliche:: Mvnyen von Nlrhruugsnritteln in gleicher Höhe zu belassen wie für Angehörige ilwer Wirtschaft. Da die Verhandlungen über die Unterbringung von Stadt- kindern uns dem Lande sich verzögert haben, lverden die Landwirte vielfach bei Durchführung der Nachschau nicht in der Lage gewesen sein, an zugebe::, ob und ivelche Zahl von Stadtkindern sie aufzuueymen sich verpflichten. Da in solchen Fällen bei der Abnahme der Vorräte den Landwirte:: die der Zahl der dein nächst aufzuneh menden Stadtkinder entsprechenden Mengen nicht belassen worden sind, hat Großh. Ministerium des Innern die Krersämter angewiesn:


