txcttn aaten, ist den Arbeitern ein weitgehender Einfluß Luf die Verteilung sämtlicher Lebensmittel gesichert.
Diebsgut. Bei einer hier festgenommenen Person wurden ein Paar , schwarze Chevreaux -Dame n h a l b - schuhe mit Lackkappen, Größe 36, und Kanzler-Einlagen, ein Paar schwarze Cherreaux-Damen-Sch nü r ftic f c l. Marke „Thuringia" Größe 36, und ein Paar rot und blau gestickte Herren-.v aus schuhevorgefun.den, die offenbar von einem Diebstahl herrühren: es ist aber noch nicht gelungen. den Eigentümer ausfindig zu machen. Sachoienliä-e Mitteilungen nimmt die hiesige Kenninalpolizei entgegen.
** Die Tages länge. Im Mai nimmt das Tageslicht immer noch! zu und machst sich bis zum Schlüsse des Monats zu einer Dauer von 16 Stunden..ans. Die Sonne beginnt iljre Tätigkeit Qin 1. Mai morgens um 4 1 / 2 Uhr und geht abends um 7 1 / 2 Uhr Kur Ruhe. Die Zeiten ändern sich bis zum 31. des Monats aus 3,47 und 6,9 .Uhr. Der Mai bringt das Himmol sahrts- unt< Pfingstfest und den Juden das Wochenfest am 27. m:d 28. Mal
** Späte Obstblüte und Nachtfröste. Die Nachtfröste, die die drei Eisheiligen oft *im Gefvlcze haben, n>erden in diesem Jalire mit seiner späten Obstblüte teure übergroßen Befürchtungen erwecken. Je später eül Obslbaum int 1 Mai blüht, um so weniger liat seine Blütenknospo mlter einem etwaigen Frost zu leiden, und um so sicherer ist dato die Hoffnung auf eine reiche Ernte gegeben. Nach langiälwigen Erfahrungen reist eine spättlütode Johannisbeere viel früher als eine allzufrühblüheude, was auch bei einigen Kirscktoorteu der Fall ist. Ost kommt es vor, das; früh- und spätblühende Sorten zusammen reis werden. Irr toarnxn geschlitzten Lagen, die nach Südost oder cm Südabhängen belegen sind, kann man rulstg frühblüheni:e Obstsorten anpflanzen. Für raube Lagen müssen spätblühende Sorten gelvählt werden.Auf freier Höl)e erfriert die Obstblüte lange nicht so leicht als im geschützten Talkessel, denn die bewegte Luft. w<nm sie auch kalt ist, läßt die Kraft des Frostes nicht so cinwirreu, als die un- tovegte Frostlust des geschützten Tales. Mittel zum Schutze der Obstblüten sind u. a. Naucl^entnücklang, d. h. man türmt Ml verschiedenen Ecken des Gartens schloerbrennende Stoffe auf, die nur schwelen, nicht hell brennen und daher keine Wärme, sondern viel Rauch enttvickeln.
** Gegen das Abreißen blühender Zweige. Der Oberkommandierende in den Marken gibt bekannt: Ausflügler mlS den Städten sind im vergangenen Jahre zu Tausenden mit großen Büschen blühender Obstballmzweige zurückgetchrt. Hierdurch ist der vorjährigen Obsternte und dadurch der Bolksernälwnng beträchtlicher Schaden zugefügt worden. Es bedarf dal.xn in diesem Jahre schärferer Maßnahmen, um den vollen Ertrag der Obsternte sicherzestellen. Es ist desl-alb verboten: 1. blühende Obstbauur- zlveige abzupflücken, 2. blühende Obsttonuzweige e.ltgelttich oder unentgeltlich abzugeben, 3. blühende Obstbaumzweige zu erwerben oder mit sich zu führen. Zuwiderhandlung^! werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre, bet Vorliegen mildernder Umstände init Haft oder mit Geldstrafe bis zu 15Ö0 Mark bestraft.
** Opfere, wer opfern kann! Die Verbilligung der Zusatzst-eischration steht allen Verbrauchern ohne Rücksicht auf ihr Einkommen zu. obwohl sie für jedes Ijalbe Pfund Fleisch einen Zuschuß von 70 Pfg. bedeutet, den Reich und Bundesstaaten leisten müssen. Manch einer dürfte gern avs diese Verbilligung verzier,ten, wenn er reicht dadurch der Zusatzsleischmenge überhaupt verlustig ginge. Im Kommunal verband Karlsruhe hat inan, wie der Kriegs- ausscbuß für Konfumenccnmteressen mitteilt, den Verzicht auf den geringeren Preis dadurch ermöglicht, daß man die Zusatzkarten gegen gewöhulickie Reickssleisckstarten umtauschte. Gleich in den ersten Tagen wurden 1200 Karten umgetauscht. Es dürfte firf; im allgemeinen Interesse empfehlen, daß auch andere Gemeindeverwaltungen diesen Weg beschreiten.
** Gießener H a u's frau enverein. Wir verweisen nochmals auf^den Lichtbildervortrag über „Vergessene Nahrungsmittel", den Stadtschulinspektor Heuze aus Frankfurt heute abend rn der ireuen Aula der Universität hält. Der Vortrag beginnt pünktlich, da der Redner gezmiungen ist, sofort nach der Rede abxureifen.
** Die hessische Lazarettzeitung, Nr. 43, enthält m ihrem allgemeinen Teile eine Feldgraue Laienpredigt, von Gefreiter A. Schmitt: Der Heiner und der Brassenheimer Müller, von Johann Peter Hebel: Lesen mit verteilten Rollen im Lazarett: Das deutsche Volkstum Siebenbürgens; Die „Fürst Leopold-Akademie" für Vcrwattungswissenschaften in Detmold: Wicknige juristische Fragen; Mitteilungen: Lazarettberatung. Die Gießener Beilage bringt: In den Endkampf; Was wir an unsere Krieger ins Feld schreiben sollen: Nachzahlung von Invalidenrenten; Stellen für Kriegsbeschädigte; Verwundetenunterricht.
Landkreis Gießen.
—m— Gro ßen- Linden, 2. Mai. Unsere Schüler zeichneten bei der vierten Kricgsanlei'lie 2300 Mk., bei der fünften Anleihe 1500 Mk. und jetzt zur sechsten Anleihe 4500 Mk.
-e- Gro ßen-Linden, 2. Vdai. Zur Hindenburg- spende der deutschen Landlvirte, die für die Schloerarbeiter in ben Stadt- und Jndustrieorten bcstimntt ist, kamen ln Großen - Linde,: zusammen: 14 Kla. Dörrobst, 21 Psd. Dauerivnrst und Räucherloacen, 436 Eier, 88 Psd. Vkchl, 4 Psd. Blrtter, 26 Psd. Graupen, 2 Psd. Meerrettich.
** Muschenheim, 1. Mai. Unteroffizier Häuser bei einem Korpsbrückentrain im Osten wurde zunr Sergeanten befördert.
. b. Steinbach. 1. Mai. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde am 24. v. Mts. Reservist Hermann Krämer, Sohn des Handelsmannes Abraham Krämer. Reservist Krämer steht seit Frühjahr 1915 im Felde, kämpfte auf allen deutschen. _Knegsschauplatzen und nimmt gogewnärttg wieder an schwerem Ringen teil.
Kreis Büdingen.
4 Bergheim, 2. Mai. Für die vom Ztoeigvereru Ortenberg vom Roten Kreuz in diesen Tagen in allen ihm allgeschlossenen Gemeinden durchgesührte H in den bu r gspc n d e gingen in unserer kleinen nicht ganz 400 Seelen zählenden Gemeinde folgende Sachen ein: 166 Eier, 29 Pfund Dörrobst, 15,5 Pfund Hafer, 10 Pfund Gerste, 9,5 Pftmd geschälte Gerste, 8,5 Pfund Meerrettich, 8 Pfund Bohnen, 8 Pfund Mehl, 5 Pfund Dauerware, 4 Pfund Zwiebeln, 1 Pfund Bntter, 1 Pfund Erbsen, 1,50 Mk. au Geld. Ein Ergebnis, das der guten Vorbereitung durch die Vertrauensmänner und Vertraliensdamen, den eifrigen Tätigkeit der Sammlerinnen und der erneuten Opferwilligkeit der Gemeinde das schönste Zeugnis^ ausstellt llnd den anderen Gemeinden, die ebenfalls' in diesen Tagen die Sammlung durchftlhven, zur Nachahmung empfohlen werden kann. In der Gemeinde Selters wurde ebenfalls mit der: Sammlung bereits begonnen, es tvurden schon fast 200 Eier abgeliefert. Vielleicht finden sich auch in den Gemeinden noch solche, die etwas Bucheckcrnöl abgeben könnten, viel Viertelschoppen machen auch mehrere Liter.
^ ^.rtenberg, 2.'Mai. Pfarrer Lenz, der seit etwa Jahvesfnit als freiwilliger Feldpredige'.- auszog und etwa vor einem halben Jahr $um etatsmüßigen Felddivisionspfa^rcr ernannt wurde, erhielt das Eiserne Käeuz^ zweiter Klasse.
. 28 a II e r n fyav. f en , 1. Mai. Hier sind bet den Land-
wrrten 21 Kinder ans Herne i. W. untergebracht worden. Sie sollen 'ich während des Summers erholen und den E^astaebern bei landn> )Ti )chaftlichen Arbeiten lrlftn. — Unsere Pfarrstelle, bit Veit ccm Wegzug des Pfarrers Weiß über ein hrübes Jahr un- beietzt war, ijt dem Pfarrassistenten Strack in Gustavsburg bet übertragen worden. Bisher war Pfarrer Scriba von EraxlMorf Spejialvikar unserer Pfarrei. Tie Nachbargemeinde Ürchiick verw^^ Pfarrer Naumann in SchnnckartShausen
Kreis Alsfeld.
k. Nied g r -O hmen, 1. Mai. Dem Wehrinann Karl H o f - »lentt der seit Kriegsbeginn ununterbrochen als Fahrer
^i «nem Pionin-Dall. im Felde steht, wrirde wegen wackeren Verhaltens das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliel»en. — 16 Kinder aus dem ^udusttiegebiet werden während des Sommers bei den verschiedensten Familien hin Luhmhme finden. Während der
Osterferien waren 15 Kinder aus Gießen hier mttergcbracht. — Sind. matb. Moritz Stern von hier, Gefteiter bei einem Ar- titlerie^Vdeßtrupp, wurde mit dem Eisernen .Meuz 2. Kl. ausge- Dftckmet — Beim Gruppen eines Ackers verunglückte der Förster Birken stock vom naben Ober-Grubenbach vor kurzem dadurch, daß der Grupper an der Wurzel eines Bmnnes hängen blieb. Eine Sckxrr des Gruppers zersplitterte in 5 Stt'icke, und ein scharfer Splitter schlitzte dem Bedauernswerten das rechte Auge auf, so daß es sofort auslief. Im der Klinik zu Gießen itturdü durch Operation der schwer verletzte Augapfel entfernt.
Kreis Frlevbcrg.
--m. Ausder Wetlerau, 2. Mai. Dank der nunmehr ein- getrctenen guten Witterung kam: der Landmanu jetzt die Bestellung seiner Felder zu Ende führen, mit der er schon vor Wochen begonnen hatte. Immer wieder trat durch die rauhe Witterung eine Unterbrechung in der Feldarbeit ein. Hoffentlich hält nun das Einsetzen des warmen Wetters stand, um ein Aufgchen des Samens zu ermöglichen, der zum Teil schon drei Wachen in der Erde liegt, ohne zu keimen. Hierzu sväre letzt ein guter Regen sehr erwünscht. Die Obstbäume, die in vielen Jahren um diese Zeit sckwn in voller Blüte standen, entfalten jetzt erst ihre Kiwspen und bis sie in Blüte kommen, sind gefährliche Nachtftöste nicht me^hr zu beftirchten, so daß auf eine gute Obsternte zu hoffen ist. Auch sonst macht sich in der Nattir ein mächttges Treiben bemerkbar. Die Wiesen rveroen grün, in den GäNen haben sich die Stachel- und Jol-annisbeer- sträucher in frisches Grün geklTdet und im Walde hebt das würzig duftende Maikraut, der „Waldmeister", schon kühn sein Haupt empor.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, $0. Aprils Zur Sicherung der Ernte vor Diebstählen richtet die (Stadt einen besonderen Wachdienst ein, der von hiesigen Bürgern freiwillig ausgeübt w-ird.
** Lützellinden (Sh:. Wetzlar), 1. Adai. Der Eftenadier Heinrich Engel, toelcher an den schweren Somme-Kämpsen teilgenommen bat und dem fttr seine Tapferkeit das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen wurde, ist jetzt zum Gefreiten befördert worden. — Eiavdefüsilier Karl Lenz starb am 2. Llpril in Frankreich den Heldentod fürs Vaterland.
ra. Aus dem K r e i s e W e tz l a r, 30. April. Da die Krähen den jungen Saaten sehr schaden, wird ihnen jetzt kräfttg zu Leibe gegangen. Für jede ,erlegte Krähe w-erden 25 Pfennig Prämie gezahlt. ?huch die Schulj ugend wird an gehalten, die Krähennester mit Jungen >zu vernichten. Noch besser war es gewesen, diese Prämien bereits im Winter auszusetzen, da während der strengen Kälte die Jäger imit den Krähen leichtes Spiel gehabt hätten!
Hessen-Nassau.
mr. F r a n k f u r t a. M., 2. Mai. Die Leiter und Leiterinnen der Frankfurter Schulen haben sich entschlossen, eine Sammln n g der Schulkinder zu veranstalten, deren Ertrag nach Friedensschluß den in Notlage befindlichen heimkehrenden Kriegern zugute kommen soll. Die Sammlung wird in der Weise durchgeührt, daß jedem Schulkind eine Sparbüchse mit nach .Hause gegeben wird. An einem bestimmten Stichtage toerden die Büchsen in die Schule mitaebracht, klassenweise entleert und die ersparten Beträge der Zentralsammelstelle abgeliefert. So wird die Sammlung fortgesetzt, bis der Friede kommt. Man glaubt durch die werktätige Hilfe der Frankfurter Schuljugend einen an ä hnlichen Betrag für unsere heimkehrenden Krieger ersparen zu können.
mr. Frankfurt a. M., 1. Mgi. Auf dem Sacbsenhäuser Berg wurden heute die ersten S p a r g e l^gestochen. Wenn Die warme Witterung anhält, rechnet man am Ende dieser Woche mit oem Beginne der Haupternte.
Gießener Straskamnrer.
Gießen, den 27. April 1917.
Der beretts vielfach wegen V.tnrgs vorbestrafte Maschinen- schlosier August K. von Darmstadt hatte sich heute wiederum wegen Betrugs zu verantworten. Er war am 4. November
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erwlgen könne. Am 24. Dezember 1916 bat er seinen Dienstherrn. ihm den Lohn bis . Ende Dezember einstweilen tvraus Zu bezahlen, da er zu Weihnachten besonders große Ausgaben habe. Nachdem er von Bechtel, der annahm, daß der Angeklagte nacb den Feiertagen seinen Dienst wieder auftiehmen würde, den erbetenen Vorschuß von 20 Mark erhalten hatte, ging er weg und kam auch nicht wieder. Bereits am gleichen Voimiittag chatte er sich von einem Arbeiter seine Invaliden karte und sein Gepäck an die Bahn besorgen lassen. Der Angeklagte behauptet zwar, er sei zu seinem Verhalten b'rechtigt gewesen, da er von feinem Tienstherrn der angeblich minderwertigen Verköstigung wegen und als Ersatz für eine Reise nach Darmstadt noch erhebliche Be- ttäge zu sonder:: lialw; das Gericht war aber anderer Ansicht und verurteilte den Angeklagten, indem es ihm mildernde Umstände zubilligte, zu 3 Monaten Gefängnis.
Reinhard M. Wittve in Nidda war ein Stnafliefehl über 40 Mk. zugegangen, weil sie versucht hat, am 16. Dezember 1916 1V^ Pst. Fleisch, 5—6 Psd. geräucherte Wurste 2y* Psd. Fett, 1"Laib Brot, Genn'tse^ und Kartoffeln aus Nidda nach Frankfurt a. M. auszuführen. Sie wurde mit diese:: Sachen auf dem Balmhof Nidda vom Gendarmen angehalten und gab als Entschuldigung an, sie wolle acht bis vierzehn Tage nach Frankfurt verreisen, um bei einem dorttgen Schneider Kleider machen zu lassen, und sie wolle während ihres dorttgen Aufenthalts die Eßwaren selbst brauchen. Der von ihr gegen den Strafbefehl erlivbene Einftnnch liatte Erfolg, sie wurde vom Schöffengericht Nidda frei gesprochen. Gegen dieses Urteil verfolgte die Staatsanwaltschaft Berufung, um eine Bestrafung der Angeklagten herbeizufnbren. Ans Gnrnd der heutigen Beweisaufnahme wurde die Angeklagte widerlegt, das Gericht 1>ob das Urteil des Schöffengerichts aus und verurtellte die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 15 Mk.
Die Eheftau Johannes W. von Reibertenrod hatte am 16 No- ^mber v. Js. ihren Vorrat an Korn, Weizen und Hafer um etwa 117 Zentner zu wenig angegeben :md es war ihr deshalb ein Strasbefehl über 600 Mk. zugegangen. Auf den von ihr hiergegen erhobenen Einspruch lwlrde sie vom Sckwffengericht Alsfeld' freigesprochen. Die von der Staatsmnvaltschast gegen dieses Urteil eingelegte Benchmg tote Erfolg, denn die Strafkammer hob das verurteilte die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 100 Mk. L.:e Angeklagte hat, ohne das Getreide, wie tx>rgeschrieben war abzwoiegen die Drnschliste zur Unterlage genommen, o-l-ne ,:ch darum zu kümnwrn, ob diese r.chtig ;var. In diese Liste mußte das Durch Wiegen ermittelte Gewicht eines jeden Sackes sofort beim Äbhängen von der Dreschmaschine von dem Besitzer oder semcm Beauftragten gewissenha.t eingetragen werden. Wie nun nach den beeidigten Absagen eines Zeugen feststeht, wurde auf Devanlassung eines Knechts der Angeklagten, der sagte, sie sollten nicht wden Sack abwregen und aufschreiben, dementspreck-end ver- säliren und eme ganze Anzahl von Säcken qarnicht gebucht So erklären sich o-hne weiteres die Differenzen zwischen dem Revinoiivbefund und den geringen Gewichtssummen der Drusch- ttste. Daß die Angeklagte ihren Knecht angelmesen hat, obige De^una zu geben ist uiclst enviesen, Jedenfalls hat, wie das Geruist feststelltv, die Angeklagte fahrlässig gelmndelt, wenn sie sich necht, w<e vorge)ehrwben, wenigchms ab und zu davon über- rengte, iraß beim Drescheii und Abwiegen der Frucht richtig verfahren wurde. Die Angeklagte wurde deslxrlb verurteilt
Weiter waren sechs auS verschiedenen Orten Öberchessens stanimende Angeklagte Nwgen Eutzietog der Wehrpflicht an- geklagt: ftmf davon erhielten Geldstrafen von je 300 Mk einer wur»e freigefprockxn.
Ein ExplosisnSunglück in Troisdorf.
>. § öl n^ 1. Mv i. MTB) Gestern nacktottag l)at sich durch dre Unvoilichtigielt >6mer ^cbolterin in der Sprengkapselfabrik Tvmsdorf eine schwere Explosion ereignet. Dreißig Ar beiterinnen surd tödlich verunglückt. Der Betrieb ci leidet ferne Gtövmrg.
Letzte 21 ; diricl'ten.
. Der erste Mai.
Berlin, 1. Mai. Der erste Mai hat in diesenk Jahre den vollen Charakter ein^s Mhttnalarbeitstages. Der gesmuw tov, der ' Gwß->Berliner Munitionsarbeiter hat, wie selbstverständlick) zu erwarten war, es nicht xugelassen, daß Störungen der Arbeit vortämen. Der Mmeftisanie Mniruf der C-eneralkomnn.!sion deü GewertschastlNi Deutschlands und des Vorstands der sozialdem'S- kratischen Partei Deutsck-lmids, „daß die deutsck>m Arbeiter auch in diesem Jähire, ipfie int den beiden vorl>ergckhenden ans die Arbeitsrnhc am 1. Mai verz-ichten werden, ebenso wie die englische« und französisckxm Arltoer", ist überall befolgt worden und so sind Störungen dar Arbeit,nicht vorgekommen. Auch von Umzügen ist nicht das Geringste begannt geworden.
Wie in Berlin, ist auch in flceukölln, Eharlotteuburg, Spandau usw. mit voller Kraft gearbeitet worden. Selbstverständlich hat auch das Stvaßenüild ,Berlins nicht die geringste Berändemng erfahren.
Die englischen Fli-ecerbomben auf Holland.
Aus dem Haag, I.Mai. Der englische Bombenangriff auf das holländische Städtchen Zieriksoe hat nach -vorläufiger Schätzung mindestens hunderttausend Gulden Schaden verursacht. Etwa hundert Häuser sind beschädigt worden.
Rotterdam, 1. Mai. „Menwe Rotterdamsche Courant" meldet: Nach weiteren Berichten von dem Flieger- bornbardement des Städtchens Zieriksee verbrachte ein Teil der Bevölkerimb die deucht auf der Straße, und auch am Abend hatten sich dichte Massen angesanrmelt, die unausgesetzt den Himmel beobachteten, wo' in weiter Entfernung eine Anzahl Flugzeuge au der flandrischen Küste in eilt schweres Gefecht verwickelt waren.
Wilsons Erpresftrpolitik.
B e r l i n , 2. Mai. Wie der Kreuzzeitung aus dem Haag geschrieben wird, kann es keinem Zweifel unterliegen, daß Wilson, dem Drängen Englands nackigebend, den Neutralen gegenüber eine regelrecl)te Erpresserpolitik zu üben sich anschickt. Wenn Holland nicht Amerikas Verbündeter im Kriege gegen Deutschland werde, so lause cs Gefahr, von Amerika kein Getreide zu erhalten. Ebenso wie 5)olland wolle Wilson Skandinavien und Spanien durch die Aushungerung in den Weltkrieg hineintreiben.
Amerikanische Kriegsarbkit.
Amsterdam, I.Mai. Dem „Nieuwe Rotterdamfck^ Courant" zufolge meldet Daith Telegimph auS Netv Port vom 1. Mai Man erlvarte, daß idas Tienstpstichtgesetz bereits am Sonnabend in Kraft sein >nerde, so daß mit der Ausbildung und ßlushebungj von einer Mcillion Mann sofort begmruen werden kann. Dep General)tab der sArmee hat die Vorbereitungen fast vollendet. Obwohl das Repräsentantenhaus Roosevelts Plan der einstweiligen Entsendung von vier Divisionen nach Frankreich verwarf, sollen Mittel gefunden :verde::, um in Uebereinstimmung mit dem Mnnsche des Senats RooseveltS 9lbsicht durchzuführen.
Rußlands Arbeiter und Deutschland.
^Lugano, 1. Mai Der Pariser Korrespondent des L„Seeolo" teilt nach guter Quelle mit. daß die große Mehrheit des Arbeiter- und Soldcttenrates, der die Lage in Rußland tatsächlich beherrsche, weder zu Lenin noch zu Blechanoff neige. Diese große Mehrheit ivill weder einen Frieden irock) einen Krieg um jeden Preis. Sie will aber Besprechungen mit den deutschen Sozialisten in Stockholm. Vom Kongreß der rnssischlkn Annee.
Petersburg, 1. Mai. (WTB. Nichtanttlich.) Ateldung der Petersburger Telegrvpbeu-Ageirtur. General Guttko fand sich vn einer geschlossenen Sitzung des Kongresses der Armeen der Westfront ein und hielt eine lange Rede, in tveleto er die Mgeordwettu zu ihren fruchtbringenden Arlxnten beglückwünschte und sie bat, die Entt'chlicßungen des Kongresses den Soldaten getreulich zu erläutern. Er mack*t^Mcißrrahmen namhaft, icnt die militärische Acacht der russisckM Arim-en aufteckst zu erhalten und gab Einzelheiten über die große Schlacht, die an der englisch-ftanzösischen Front sich enttvickelt Hut, und wo die geschlageiven Deittschen eich- gülttg die .Handlungsfrei ftüt verwren hätten. Girrko er malmte die Soldaten und Offiziere, alles zu tun, :vas in ihren Kräften stände, damit Rußland nicht imter das feindliche Joch gerate. Der Krmcrreß brachte Gurko eine lange begeisterte Hüldimmg dar und beschloß unter anderem, den Soldaten die volle Freiheit in den Kasernen zu verbürgen, serrrec ilmeu das Reckst zu bennlligen, außer Dienst Zivil kleidun g zu tragen, den nrilitärifckxm Gruß und die Einrichtung der Aufpasser und Ordonanzen ebenso wie die Bevvrrechtuug von Soldaten, den sogenmmten freien und angettwrbenen, a^u- schaffen.
Andauernde Anarchie in Kronstadt
Berlin, I.Mai. Der „Voss. Ztg." wird aus Kopenhagen gemeldet: ,^Berlingske Tidende" berichtet aus Haparanda: Trvk Kereuskys Besuch sckfeinen andauernd völlig anarchische Zustände m Kronstadt zu herrsck-eu. Die Petersburger Untersuchungskcm:- mission bat die verhafteten Marineoffiziere für unschuldig erklärt und sie unter Billigung des Arbeiter- und Soldatenrats cnrf fteieu Fuß gesetzt. Nach Bekanntiverden dieses Urteils versanimelte fick, eine große Volksmenge auf dem Ankermarkt, protestierte gewaltsam dagegen und forderte die Llbsetzrmg des Prokurators Derewesew, der unmittelbar darmif von mehrere:: Personen mit Bajonetten überfallen wurde. Nur dadurch, daß der Arbüterrvt ihn als Arrestanten erklärte und absührte, wurde sein Leben gerettet. Später stieß die Volksmensw auf zwei der losgelasjenen Offiziere, die au: den Markt geschleppt tvurden, um hingerichtet zu tverden. Auch hier gelang es dem Arbeiterrat m:r mit größter Blühe, sie durch Verhaftung zu retten. Der U:ttersuch:ingsrichter kelnte nach Petersburg zurück, um Kerenskh Bericht, zu erstatten. Die .Kommission fueigert sich, die Untersuchungen fortzusetzen. Die Presse ärgert die Vermutung, daß Provokateure die Ustruhen heiworgerufen l^wcn.
Stockholm, 30. April. (MTV Nickstamtl.) „Utro Rossij" stellt die innner größer werdende russische Abtvandernng nach dem Ausland fest. Es reisen — sagt das Blatt — toiptsächlich Gute befttzer ab, die ihre Länixreien zu niedrigsten Preisen zu verpachten oder zu verkaufen suckln. Die nach dem Ausland OZebendeu versuchen. ihr Barvermögen nach dem Ausland, namentlich >mch amerikanischen Dcmkeu, zu überweisen. Die Regierung gäbe zwar keine Erlaubnis, russische Valuta nach dem Ausland zu überiveiscn, aber die Fliehende:: umgingen dies, indem sie bedeutende Summen in Bar und Wertpapieren mititelymcti. Das Blatt weist cm, diese ?lbwanderung nach dem 9luslm:d als ein gesährlich>e<- Shmptom hin.
Berlin, I.Mm. Dem .^Berliner T^reblatt" wird a Kopenhagen ^meldet: Unter dem Titel „Rumänien und ! russ:sck>e Revvlutton" verüffenttickü ..Derlmgske Tidende" eir Artikel von Dr. Beldiiuau, dem früheren rumänischen (.R-sandi m Berlin. Dr. Beldimm: weist auf die Uugeiviß^it des nimÄ eben Schicksals angeftüsts der russisto Umwälzungen hin. agt: D:e Voraussetzung, ftir das Eingreifen Runlänien- in d Krieg nxir tue von Rutzland und den Westmächten garantte Vergrößerung des Landes durch 1>edeutende Teile Oesterre» Ungarns. 9ttlu l-at aber Rußland in seiner offiziellen Regienim erklarung voni 10. April ausdrücklich allen Ewlwrung^plim entsagt — ei» Pvocrramm, das die aus dem allgemeine,! Wablre tovorgehe,ide endgültige Regierung sickwr icnterfchreiben wird. W lmt unter diejen Umständca: Rumänien zu erlwssen? Was wird d Ergebnis seiner ungeheuren Opfer a:: Gut und Blut fein? Br. » diman macht kein Hehl aus seiner Beutteilung der runmnstch Knegspolittk, wenn er im Anschluß an diese Frage darauf binwe daß mchr als zwei Drittel des Landen von den Zeutralmächt erobert und besttzt leien, uiid daß die tttoeguenzeu für Rumänl keineswegs etwas Angenei)mes decken kikrntcn.


