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2.5.1917 Erstes Blatt
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skalier, bi? cute oor der Duma und die aridere vor dem Taurischen Palais. In d.iden wurden gleichlautende Beschlüsse angenom- mm, in denen der Krieg ViS aufs Messer erklärt und der Regierung daS Vertrauen ausgesprochen wurde. Gleichzeitig wurde die Bersünckung aller Gesunden an die Front und ihre Ersctzuna durch Verwundete und Verstümmelte gesordect. Lenin und seine Anhänger 'wurden als Verräter gebrandmarkl. Die Menge zog darauf vor die Botschaft oer Unionstaaten. Der Botschafter trat aus der, DöNer und hielt mehrere Ansprachen, in welchen er hcrvor- hob, daß stn, Volk, das seit 140 Jahren die Freiheit genieße, sich ausserordentlich flcfreitt habe, alS eS von der Befreiung der russischen Völker Kunde erhielt. Er drückt^ dabei die bestimmte Zuversicht aus, daß Rußland niemals einen mit finncr^ationalen 'Ohre unvercinbarrn Frieden schließen werde. Ein Solider- friede würde die Wiederherstellung der unbeschränkten Monarchie und den Verlust aller kostbar-en Errungenscliasten zur Folge baden. Als der Botsclxifter in der Menge den Dumavorsitzenden No ianko erblickte, ließ «r ihn mef de-' Söller kommen, vor« wo aus Rodziankv eine von der Menge begeistert ausgenvmlncne Rede hielt.

Die CH'Jictntitiifl Peta'ns znm GeneralstabSchef.

Genf, 30. 2kpril. (WTV. Nichtamtlich.)Agence Havas" bestätigt die Meldung von der Ernennung des Generals Petn'in zum Generalstabschef beim Kri-egsministerium.

Joffre über die Entsc rdnng einer anicrtkanischen Armee.

Amsterdam. 1. Mai. (WTB.) DieTinws" meldet aus Washington: In einem G,.'sprach mrs dem Kriegsamt erklärte Ge­neral Io sfre, paxn die Entstirdunci einer kleinen amerikanischen Streitmacht sei niclüs einzntvenden. Sie würde eirie gute moralische Wirkimg had.'N. Wer er warne vor der Entsendung einer großen .Armee, ebc sie im lieber fluß über Munition und Reserven verfüge.

Bern, 1. Mai.Times" bericl>ten aus WaslMglon. daß die Amerikaner noch nicht m der n^ahreir Erkenntnis gelangt sind, daß sie sich im Kriege befinden. Die frnmrzielle und moralische Untcrstützimg genüge nicht. Zur Aafrütteluna Aincrikas sei eine offene Schilderung der großen Gefahr nötig, vor allem die Mahchrit über die Verlwerungen des Tauchbootkrieges.

vorangestellt werden. Graf Lytten erwiderte, der Bau von Eutheitsha.ndelsschi.ffen mache befriedigende Fortschritte. Einige würden im Juli fertiggesbellt werden.

Rotterdam, 1. Mai. (WTB. Nichbamtl.) Rach den« ..Nieunie Rvtterd^msckie Courant" stellte im U n t er hau s e D i l - l o n die Anchage, vb der e 7« g l i s che Kanal nicht jetzt ge­fährlicher sei als in irgend einer früheren Zeit >eS Krieges. Garso n antwortete, da die deutschen U-Boole an F^chl zugen-nimen tzabon, müßte man cm mH men. daß die Gefahren jj\ die Schiffahrt gestiegen waren ES stehe jedoch fest, daß die Schiffs Verluste im Kviml in diesem Monat geringer gewesen sjnd als in einem der vorhergehenden drei Monate. Das sei zum Teil die Wirkung davon, daß sich eine größere Amz-ähl nt 91 isckxrPe.trvnillen- blvole Jjn Kanal befand. Dillon fragte Wecker, wes'lialb die engli- Torpedvjäger in dem Gefecht bei Dover in der Min- 'x'vheit waren und warn in keine Verstärlüngen zu Hilfe tarnen. Earsori erwiderte, daß Verstärkungen zur Hand waren, da aber vas E-eiecht nur fünf Minuten dauerte, konnten sie nur noch die Ertrinkenden retten. In Deankwvrlimg einer Frage sagte Lord Robei -1 Eerilc im Unterbulse, er lstelte es für nutzlos, zu versuchen, den Deutschen den Beweis zu liefern., daß die mglisch.il Lazarett- schisse keine Munition <rn Bord sühreu. Die Deutschen würden nach seiner Meinung sortad/rerro La^aretckchisst angreisen.

London. 1. Mai (WTV. Nichtamtlich.) DieTimes" schreibt, daß der P re m i e r m i n i sie r den ganzen Montag aus d-er Admiralität zugebracht hat. Es verlarckct, das; er sich über die U-Bvdtgeiahr an Ort und Stelle gründlich unter­richtete, die gegen die U-Boote getroffenen Maspnigeln studierte und mit den in Betracht koimneicknm Beamten der Admiralität darüber verhandelte.

Der Manresachverständige .Hnrd schreibt imDaily Tele­graph": Aus d'r letzter« Äeröfsentlichung der Admiialität geht stcrvor, daß der Fcind in einer einzigen Woche 5,5 britische Schisse versenkt hat. Daeie Tatsackre lenke die Auflnerksamkeit m der iiacl>- drück!ichstcn Weise auf das Kriegsproblem.

Be rn , 1. Mai E l am cncemi schreibt zum Unterseeboots­krieg, er begreife Lloyd Georges Alarurrui: alle Ente?r 1 clänix'r müßten einen einhecklicl>en Rationicrunpstilan durchführen. In Frankreich bestehe weder ein Wirtsä-aftsplan noch eure Politik gegen die U-Boote.

Die antideutsche Stimmung in Brasi icn.

Amsterdam, 30. April. (WTB. Nichtamtlich) 3!ach einem hiesiger: Blatte meldet dieTimes" aus Rio de Janeiro, daß der deutsche Generalkonsul und die deut­schen Konsuln in Brasilien am Freitag abgermst sind. Sie begeben sich nach Uruguay und werden von dort vielleicht md) Chile §ehen. Die nied>crländisck)e Gesandtsckwft in Rio vertritt die deutschen Interessen. Alle nichtdeutschcn Be­triebe in Brasilien haben fast ohne Ausnahme die deutschen Angestellter! entlassen. Ein großer Teil der brasilianiscyvn Presse fordert den Rücktritt deö Ministers des Auswärtigen «nd die Entlassung der deutschen Bemnten in den Regie- rungsbureaus u«rd verlangt die Benutzung der deutschen Schiffe, die in den brasilianischen Häsen liegen. Die anti­deutsche Stirnmung har viele Firrnen mit deutschen Nanien genötigt, den Färmentitel *u andern. In Curytaba kain es zu einem leichten Ausbruch antiderrtscher Gesinnun.gen, die jetzt in latenten Zustand übergegangen sind.

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Der Besuch Tolaat Paschas.

Berlin, 1. Mai. (WTB. Nichtamtlich) Wie nachträg­lich über die Reise des türkischest Großlvesirs T a l a a t Pascha bekannt wird, ist dieser im Großen Hauptquartier dei dem Kaiser und auch Gast des Generalfeldmarscl-alls v. Hindenbtrrg gelveseu. Vpn dort setzte er seine Reise an die Westfront fort, wo er zunächst den Kroirprinzen in dessen. Hauptqnartier arifsttchte. Dalaat Pascha machte von hier iauS auch eine Fahrt an die Kmirpffcont in der Ehanipague und' trat dann die Rückreise nach München zrun Besuche des Königs von Baycrit an.

Lngland und die A- 6 oote.

Bern, 30. April. (WTB. Nichtamtlich.) Im Ober Hause sprach Lord Devon Port am 25. 2lprik übe Verpflegungssragen, wobei er ansführte, die bi- herigen Betnühungen, das Volk zu sreiwittiger Einschrär 'kung des Brotverbrauck)eS zu veranlassen, hätten infolg des harten Winters und der Erschöpfung der Kartoffel Vorräte nur teilweise Erfolg gehabt. Ei'.gland vermöge dnrck Kubalten, wenn man mit einer gewissen Sicherheit auf Zv fuhren rechnen könne, aber die Schiffahrt gewähre dies Sicherheit keineswegs, vielmehr schwinde infolge der Vcr senrungen von Schiffen durch die Tauchboote und der Beau spruchung bedeiltenden Schiffsraunres für militärische Zweck diese Bürgschaft dahin. Trotzdem körrne man der Lage Her werden, aber nur auf ^nem Wege, ilänilich der Ein schränkuna des Brotverbrauchs. Tevonport fuh fort: Wrr müssen weniger essen. Wir überwinden, weim loi .«ausrerchende Entsagung bezüglich des Brotverbrauche^ Üben, die vor uns liegende gefahrvolle Zeit. Andernfalls halten wir bis zur ;rächsten Ernte nur mit schweren Er«t dehrurmen durch Dieser Punkt ist so dringlich, eine solch Lebensfrage, daß ich nicht anstehe, ihn immer tvieder z; 'betonen, damit ihn jedermann verstehe. Wenn ihr nid letnschränkt, sind wir sicher, aber wenn ihr ol)ne Eirischrän ^trig werterlebt, wird es eine bittere Zeit vor der nächster Ernte geben. Ich hoffe, mit diesen Feststellungen keine Urr Aughert zu beaehen, aber dies ist die volle Wahrheit über di LLage. Ich wrll damit keine Panik erregen. Dafür besteh ^fern sich das Land der Lage geroachsen er Werst. Es ist die ab,slirte Pflicht des ganzen Volkes, fein, ©neratf auf drc Erhaltung von Brot und Lebensmittel, vereinigen. Ms Sicherheitshöchstmaß de- M-otverbranches bezeichnet« Devvnport -vier S un! Wochenratro n. Er teilte gleichzeitig mit, daß bfi

r r10 5,0(1 ^ au f V* Pfund für die Woclze herab gesetzt werden muffe. Auf eine Aiifragc. ob ZwangSregelunc peplant fn, sagte Deoonport. er verabscheue den Gedanken das Volk durch Zwang zur Etnschranlung auzuhalten. Ein, Z vang^rcgelung sei unenglisch und erfordere bedeutend, ?uK^en. Drotzdem halte er die Zeit für gekommen, all. vorberertenden Maßiiahinen zu zwangsweiser Zuteilung vor Ö "öderer Lebensmittel, ji

treffen und insbesondere dre örtliche Behörden mit der ihnen dann zufallenden ObliSgenheiten vertrant zu inachen damit drc Einführung kurzerhand möglich sei, sobald dic ÄÄ?* fliege Die Entscheidung hänge davon ab ob das Volk rn den nächsten sechs bis acht Wochen den Brot- verbrauch frerwitlig vermindere oder nicht.

* \ (WTB. Nichtamtlich.) Lord Be res.

^ird richtete im Oberhause an die Admiralität mehrere über die T a u chb oo t ge f a h r. Er er- Nartc die letzte Wockienlisbe der iÄhrfsSversenkungcn sei ^schreckend, urch doch betreffe die Statistik nur britische -"bw-ohl "^W^rklichkert jebt neutrale Schiffe unser ^nd ernähren" Selbst wen,, eS gekänge. den Oxeau morgei, von den Tamhbooten zu säubern, wurde der Sckiifssraum- mmwel nrcht bcserttat werden. Er sähe nicht, wie Amerika England in denachsten Mvnalen zu l-elfen vernlöchte Lb«cher muffe der Schiffbau allen anderen Maßnahinen

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Die Verluste der norwegrichen HundelöfloLte.

Kopenhagen, 1. Mai. (WTB.) DieNational Ti- dende" meldet aus Kristiania: Die norwegische Han­delsflotte hatte in der letzten Woche einen größeren Verlust zu verzeichnen als in den früheren. 23 Schiffe mit, %000 BrnttoRegisiert 0 nnen wurden versenkt oder durch­schnittlich täglich drei Schisse mit zusammen 5000 Drutto- Registertonnen.

Versenkt.

London, 30. April. (WTBtz DaS Reutersche Bureau meldet, daß der amerikanische Oelda in pf er Jücuum" von von einem deikstchen Tauchbsvt versenkt worden. Der erste- Osfi-Liec und sie'zehn Mmm, darunter auch amerikaniscl>? Marine- artillensten, wnnW'n gelandet. Ein Boot, mit dem KapirÄi und dep übrigen Marmschast, sowie einem Marineoffizier und neun Marine- artillensten, wird verimßt.

Bern, 1. MaiDepr-che de Lyon" meldet auS Paris: Der amerikanische Bie-rmasterPercy Birdsalc^' w-urde am 22. April mrs einem Frachtzug von 11 Segost'chisfen horaus nahe der Girondcmündung trotz zweier Wachtboote von einem deutschen Unterseeboot versenkt. Ein anderer Segler wurde durch Kan 0 trenschuß schw-er b-eschädigt. Die Wncht- b-oote 5cfeuerten das Unterseeboot, das die Schüsse er- widerte, daun ab-er entkam.

Amsterdam, 1. Mai. (WTlö. Mchtamtlich.) Ein hie­siges Blatt meldet aus Vmuideu: Die norwegische Park T e l e f 0 0 n" ist von einem deutschen Unterseeboot ver­senkt worden.

D r 0 n t h e i m, 1. Mai.DagsPosten" erfährt aus Berlehaag: Der nissische DanipserO l ga Avri da" (2400 Tonnen), von New Eastle nach Kola mit Kohlen untcrrvcgs. >vurde 80 Seenreileii vor beut Nvrdkap versenkt. Das U-Bo-ot war ein solches der allerneuesteu Art. Der Kapitän erklärte, es befänden sich 16 U-Boote zwischen dem Nordt'ap und der Murinanküste.

Au; bviTj Reiche.

Sitzung des HauptnuSfchusscs des Reichstags.

- d/ r l in, 1. ®oi Der dauptauss rf>.u fj des Rcichstaac Kfetc heute die Verhandlung über die auswärtige Lage fort Angenommen umrden En Schließungen ans möglichste Belchleuni guug ocr Stellung von Gesmrgenen und Gespannen für die Land wirtpchast, aus möglichst schümnige Reform des militärischen Be lchwl.:rderechts, auf Beseitigung der SErase des Anbindens in Heer und in der Marine, aus Ginschränkuug der Briefzensur b? Den Truppenteilen auf das unbedingt nötige Maß, mif Gey-ährniNl v-m .Heimaturlaub an aeneferw Mannscl>asten vor der Rückkehr zu Front oder zum Ersatzlrnppenteit, auf Beseitiauug der Worteau dem Kriegsschauplatz vertvendete" im Absatz 1 des § 44 des Mann ichastewerjorgungsgesetzes, '.veiwr auf Nichteiul'erusung von An gehörigen der Landtviryä>aft bis mindestens zum 15. Mai, au Beurlaubung der Leiter landtoirtschafll!ck-er Betriebe in der nach sten Zeck und auf Entlassung der nur arbeitsvernvridungssähigei und dauernd garuisondieiistfälrigeii Bauern oder landnnrtschäst luven Beamten irnb Facharbeiter^:. Annahme fanden weiter Ent daß nicht mir Soldaten mit der Befähigung znu Emrährig-Frerwilligen-Dienst zu Offizieren beförderi lverden sol len mif angemessene Erhöhung der Manuscl-astslühnnng, auf Ge Wahrung ernes zivnten Pntzgeldes ml die mindestens zwei Jahr dienenden Mmrnschäften und Unteroffiziere, auf Besserstellung de Altpen>ionäre, aus Anpasstmg der 5iautinenpreise an die Einkaufs pveiie und an die Höclchpreise im Reichsgebiet, auf gleichmäßig Auszahlung der Kantineuüberschüfse.

Abgelehnt wurden unter andrem Cutschließungen der Sozial denwkvatr,cl>eii Arbeitsgemeinschaft auf Aeudwung t>er Disziplinär ftrasordrumg entsprechend den Airsckwrimgen der Zeit mW deii in neren ir.ib äu|>ren Wandlungen des MmmschastSbichmides, an Erhöhimg der Maunsclmflslölnnmg um mindestens ein Drittel an 1 Einsetzung cineS U e b e r w a ch u n g s a u s s ch u s s e s für bi Kriegfülwung und die Veri'xiltung der besetzten (Gebiete, sowie cim sozialdemokratischc Eiitichließung auf AmIiebung der mit den HrlsSdienstgesetz in Widersprach stehenden Verordnimgen der Gene ralkommanoos über Arbeitshilie in der Land- und Forstwirtsck-ait Der Ausschuß vertagt sich auf Dmuierstag.

. rli, 1. Mai (WTB.> Das Ob crkomm ando in den Markeii erläßt folgende Bekann.tnirach.ung:

3 00 0 Mark Belohnung . Unsere Feinde sind am Werk, im deutschen Volke ,U n z u . srre den heit und Zwietracht zu erregen. Deutschland soll um die Früchte seiiier mit großen Opfern tm Blut und Gut errungeiien Erfolge gebracht werden. SelbstDerstärrdsicbe Pflicht eines jeden D-eutschcn ist es, zur Entlarvung solcher Agenten im seindlichen Dienste beizutragen. Sic- treiben un Gewände bürgerlicher Biedermänner und politischer Agi­tatoren, ja auch in feldgrauer Maske ihr hochverräterisches 5pandwerk. Wer einen solchen Verbrecher zur Straswerfol- gmlg bringt, erhält die obige 'Belohnung.

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v. ^eu-Strelitz, 1. Mai. (WTB. Niclckancklich.) Bei d gestrigen Ersatzwahl zum Reichstage im Wahlkreise Mccklenbu- Stvclitz wurde der Rektor Slibmann (Natl.) mit 9400 Stimuu gcwät)lt. Ungültig waren 452 Stimmen.

Aris £>***$£ rrnd Lc^rL».

(i ie e:i, 2. Mai 1VI7.

HiLfsarbeit der Schuljugend. ,

Seit einiger Zeit 'haben sich LandesaaSschüsse gebildet, dis die Unterbringung von Stadtkindern aus dem Lande vermitteln^ wobei Kriegerkinder und kränkliche .Kinder besonders bevorzugt werden. Ortsausschüsse sorgen weiter für diese Kinder, die in den Gemeinden, in beTtei; sie Ausnahme fanden, eingeschult werderl und bei Landlnit und Landtost sowie bei der Mitarbeit in Feld und Garten sich überraschend schnell dwholen. Fast alte l^emeinden OberhessenS haben sich dun dieses Liebeswcrk verdient gemacht und Sdabtkiicder zu sich genommen. Erleicht'wt ivurde cs ihnen da­durch, daß die Ferientinder in Mr Lebensmirtelziuovisung nach den für Selbstversorger geltenden Grundsätzen zu behandeln sind.

Unabhängig von dieser Bewegung, die ein reines Liebeswcrk tex Landbevölkerung darst-cttt, hat man in der Stadt eine andere Organisation eingelcitct, die dmn Lardwirt Hilfskräfte beim Bestellen und Abernten der Felder venncktcln will. Wi^chernm ist

unsere Schuljugend, die sich hier in einm: Art vateclandischien HilssdicnsteS betätigen soll. Eine Umfrage in den Säiulen, ivcr "nn den Schülern zu ernster Arbeit.'!cistung aufs Land lstnaus- gehen will, l)at im Februar dieses Jahres ergeben, daß mehr wie avei Drittel der Schüler und Schülerinnen int 12. bis 17^Lebens- jahrc bereit sind, ihre Kräfte in den Dienst der miten Sache zu stellen. Es sind in den meisten Schulen schon Arbeitskolonnon von verschiedener Stärke gebiloet worden, die der Aufsicht eines Lehrers unterstehen and ans Abruf warten. Ein WirtsckMts- aa5schuß beim Grofch. Kreisamt lmt es übernonimen, mit deu cin- eelnen Landgemeiuderl wegen Zuweisung bestimmter Arbcils- kolvunen zu verhandeln.

Tue es nun ,'chei.ck, sind vorläufig wenig Gemeinden geneigt, die Hilfe der städtisckien Jugend in Anspruch zu nehmen. Arbcits- willige sind also d^r, es fehlt il/acu einstweilen nur noch das Feld der Betätigung. V^ittlerweile ist der FrübUng mi: überraschender Schnelligkeit gekommen: es sproßt und grünt allerorten, und die Gartenarbeit, die durch die Unbill der Witterung zurückgelwlten wurde, findet nicht Hände genug, die sie leisten können. Warum sollte da die Arbeitswilligleit unserer Schuljugend nicht f ü r Gießen nutzbar gemacht rverden! Gießen ist eine Gartenstadt und die Zahl der Kleingärten hat sich im Kriege erheblich vermehrt. Da gibt es jetzt zu graben, zu pflanzen und schon zu gießen. Fraucry die im Haushalt oder in Berustm beschäftigt sind, töunen der dringlichen Tlrbeit nicht allein Herr werden. Aber unswe Schnljugcmd kann sich hier bei gesundem Llüseirthalt ln Licht, Luft und Sonne große Verdienste um die Volksernächung erwerben.

Die Beschäftigung der Schüler in den Gärten der Stadt bat noch den erheblichen Dortcil, daß der regelmäßige Schulunterricht dadurch nicht unterbrochen zu lverden braucht, demr die SäLiler können ihre TätigVeit auf bie Nachmittags- und AbenHtmrden: erlegen und die Schule wird ihre Ansmüche an häuslich Schul- arbeitcn gerne^ danach bemessen. Die Jugend, die diese gesunde Beschästigung findet, nnrd auch von mancherlei unnützem Treiben fern gehalten, das sich oft in ärgerniserregender Weise bemerkbar '.nachts Sie kann, während sie draußen arbeitet, auch eine Art von Felchwlizei ausüben und somit dem Ueberhandnehmen von Gartendiebstählen steuern. Ja. lver drMlßen mit Fleiß gepflanzt

.. !lD i lf) die Frucht des Bodens schätzen lernen nnd nicht, wie G häufiger geschieht, Zäune zcrbrechn und Beete zerstampferr, um Futter für seine Kaninchen zu stehleu.

Man kann sich deinriach, abgesäl-cu von der Hilfe, gute Ruck- irnrknngen auf die Jugend versprechen, aber auch die Hilfe wird nicht gerilig sein. Mancher, der den Spaten zum ersten Male xit die Hand nimmt, wird sich nicht gerade geschickt erweisen. Jugend ist gelehrig, und { m guter Wille ist. da findet sich auch ein Weg, fich nüf»lich zu maä-en, und von diesem Ärange ist unsere Schul­jugend beseelt.

Wer alxw der Hilssarbeit der Schuljugend bedarf, werrdc siä) an den Leiter eurer der hiesigen schulen, der gerne alles Weitere veranlassen wird. Im allgemeinen soll die freiwillige Hilssarbeit der Schuljugend keinerlei Entgelt finden. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß ein Gartenbesitzer sich seiner kleinen Hilfskraft nach emsiger Arbeit nicht durch einen kleinen Imbiß oder durch einige 01artenfruchte, die er ihr mitgibt nicht erkenntlich zeigen Dürfte. Einen rruerlfeblichen Geldbetrag, es handelt sich um wenige Pfennige, muß allerdings der Arbeitgeber zu eirrer 11 nfall versiehe ^ nntg Ivähreud der Gartenarbeit an die Schule ab führen. Das wird er gerne tun, um den Eljdern der beschäftigten Mnder eine- gewisse Borulngung zu geben.

Den Arbeitsimlligen ist somit ein neues Feld der Betätigung g'iviesen, und die^ Eiartenbesitzer werden khre Hilfe dankbar an­erkennen. Wohlauf denn zu fröhlick>cr Arbeit!

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Die Hessische Goldwoche

findet mit heute, 2. Rtai, ihren Mschluß. Wer sein Gold und Geschmeide no-ck) nicht fürs Vaterland geopfert hat, der tue es heute noch, damit die Stadt Gießen auch hier nicht ^urückstehe und das hessische Beispiel zur Nachahnrung führe rm ganzen Reiche.

Wir brauchen Gold für Aus ta n d s za hlu n- gen, namentlich für die Bezahlung wichtiger Einfuhrwaren jetzt und später! Die Zahlirng in Gold ist die billigste Zählweise gegenüber dein Ausland.

Wir brauch erl Gold für die Unterlage von Banknoten, jetzt und auch später, wenn Industrie, Han­del und Verkehr weitere Zahlmittet nötig haben; deren. Ausgabe ist abhängig von der Verstärkung der goldenen Unterlage.

Wirbrauchen GoldumderWirkung aufdas Ausland willen. Der Zbüeg ist auch ein Messen der wirtschaftlichen Kräfte. Die Widerstandsfähigkeit unseres Geldwesens steigt .mit dem Goldbestand!

Die Goldanläufsstellen vergüten den vollen Goldwert.

Auch hochivertige Juweleu werden angekaust irnd. zwar werteutsprechend. Durch deren Berivertung im Aus- land entstehen deutsche Guthaben gerade so, als 'iv<ire Gold dahingegeben worden. Mit diesen Guthaben kbuncn wir ausländische Waren bezahlen.

Sonach steht sest: Wer Gold und Edelsteine der- Gold- anlaufsstelle bringt, stärkt das Vaterland im schweren Daseinsläinpf mrd hilft zu seiner unerschütterlichen Ueber- te g en h eit!

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** Amtliche Pers onalnach ri ch t e n. Der Groß Herzog hat am 23. April d. Js. den vom Fürsten zu Erbach-Schönberg und dem Fürsten zu Lölvmftein-Wertheim-Rosenberg auf die evan- gelische Pfarrstelle zu Reinborn präsentierten Pfarrverwaltar Friedrich Weik für diese Stelle bcstätigt. Der- Großhcrr>g l>at znm 1. Mai dm Oberlehrern: Jobannes Adler am Gymna­sium zu Bens'heim, Jol-annes Hütbwohl am Realghnmasiunr zu Darmsladt und Dr. Karl Kübel am Neuen Gymnasium' zu 'Mainz den Charakter als Professor erteilt.

' Silber n e Hochzeit feiern morgen (Donnerstag.

3. Mai) Oberpostschaffner H über und Frau.

' ' Jung wehr. Mitttvoch, 2. Mai, Antreten: 8*/* Uhr. Komp. 620 1. Abt. (1, 2. und 3. Komp ) Gymnasium, 2. Abt.

4 , 5., 6. und 7. Koinp.) Oberrealschule. Nenanmeldlrnaen lverden in der Oberrealschu e entg 'gengen>mmen.

** Das G r 0 ß h. M i n i st e r i u m des Innern hat Vvr kurzem den sämtlichen hessisck>en Laudesverteilungs- stellen Personen, Die dein Arbeiterstande an ge hören, zngeteilt. Gleichzeitig ist anaoordnet worden, daß die Groß, herzoglichen Kreisämter und Oberbürgernieister der Städte solche Personen zu Mitgliederir des von ihnen eingesetzten Ernährungsbeirats oder ähnlicher Einrichtungen ernennen Da die Konsumenten bisher schon in allen diesen Stellen di^rch dem Arbeitersband mrhestehende Persönlichkeiten ver-