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21.4.1917 Zweites Blatt
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Nr. 93 Zweiter Blatt *67. Jahrgang

Erscheint mit Ausnahme des Sonntags.

Beilagen:Gießener 5anttl!ekhl8tter" und Lrekblatl für den Ureis Sietzen".

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General-Anzeiger für Gberhesien

Samstag, 2^. April ( ;;Z

ZwillingSrundoruck uub Verlag: Brüht'icheUnlvernläls-Buch-u.St.'indr' ckeret.

R. Lange, Gießen.

rchriftleitung, GeschäfttfleSe vud Druckerei:

Schuistragc?. Cefchäf.specke u. Verlag: 61,

Schrift^euung: 112.

Anschrift für Trotzt >achrltttcn:AnzeigerGie :en.

Heber die Geschichte de; Jesuitengesetze;,

baä durch Bundesratsbeschluß nunmehr aufgehoben ist, entnehmen n»rr derKöln. Ztg." folgende Zusammenstellung:

Das Jesuitengesetz gehört der Gescksichte an. Es mar am 4. Juli 1872 in der Form dreier Paragraphen ins L-ebeu getreten. Der 8 1 bestimmte die Ausschließung des Ordens der Gesellscl-aft Jesu nnd der chm verwandten Orden aus dem Gebiet des Deutschen Reiches rmo das Verbot der Errichtung von Niederlassungen. Der 8 2 setzte fest, daß die Ordcnsmitgtieder oder die Mitglieder verwandter Orden, wenn sie Ausländer waren, aus dem Bundesgebiet aus- llkwiesen iverden konnten, und daß ihnen, wenn sie Inländer waren, der Aufenthalt in bestimmten Bezirken oder Orten versagt r^ier angewiesen werden konnte. Der 8 3 bestimmte, daß der Bun- desvat die zur Ausführung des Gesetzes erforderlichen Anordnun­gen erlassen solle. Am nächsten Tage wurden diese Anordnungen veröffentlicht, in denen es hieß:Ta der Orden der Gesellschaft vom Deutschen Reiche ausgeschlossen ist, so ist den Angehörigen ^ses Ordens die Ausübung einer Ordenstätigkeit, insbesondere in Kirche und Schule, sowie die Abhaltung von Missionen nicht zu gestatten." Am 20. Mai 1873 erklärte der Vundesrat als verwandte Orden die Redemptoristen, die Lazaristen, die Priester vom hl. Geist und di-c Gesellschaft vom Herzen Jesu. Der Kampf, den das Zen­trum alsbald gegen das Gesetz begann, hatte am 1. Dezember 1893 den Erfolg, daß eine im wesentlichen aus Zentrum und Sozial- i demokraten bestellende Reichstagsmehrbeit mit 173 gegen 136 Stimmen,einen Antrag Hompesch auf Aufhebung des Gesetzes an- uahm. Ter Bundesrat lehnte diesen Antrag zwar durch Beschluß vom 6. Juli 1894 nahezu einstimmig ab: gleichwohl begann mit diesem Beschluß der Abbau des Jesuitengesetzes, da gleichzeitig die Gültigkeit des Gesetzes für die Orden der Redemptoristen und der Priester vom hl. Geist aufgehoben wurde. Zebu Jahre später er­weichte das Zentrum den ersten großen Erfolg seiner Agitation: Fürst Bülow setzte am 8. März 1904 die Aufhebung des 8 2 des Gesetzes durch, durch den die Jesuiten als Einzelpersonen eine Aus­nahmestellung gegenüber andern Staatsbürgern erhalten hatten'. Gleichzeitig erklärte er allerdings im preußischen Landtag:Die verbündeten Regierungen sind auch beute noch ohne Ausnahme, der Ansicht, daß die Zulassung- von Niederlassungen des Ordens stricht !crn gängig und nicht möglich sei. An keiner maßgebenden Stelle besteht die Absicht, den 8 1 des Jesuitengesetzcs auszuheben." Dabei blieb es einstweilen: die im Zentrumsfahrwasser schwim- inende bayerische Regierung versuchte zwar im Jahre 1912, durch eine Venvaltungsverfügnng die Ordenstätigkeit der einzelnen Jesui­ten möglichst von den Fesseln des 8 1 zu befreien, indes stellte ein Bundesratsbeschluß, der jede priesterliche und religiöse Tätigkeit eines Jesuiten als Ordenstätigkeit bezeichnete, den vollen Sinn des t§ 1 Wieder^ her. Am 19. Februar 1913 nahm der Reichstag einen Antrag auf Aushebung des Restes des Jesuitengesetzes an.

Im Kriegsfrühjahr 1915 erschien das Gesetz wieder in einem Antrag, der am 18. März in der Budgetkommission des Reichstags zur Beratung gestellt wurde und die Äufh^ung der gegen einzelne Teile des deutschen Volkes gerichteten gesetzlichen Ausnahme-Bestim­mungen verlangte. Die gänzlich veränderte Stellung der Regie- rung ergab sich aus der Erklärung des Staatssekretärs des Innern, fvvnach das Jesuitengesetz als ein aus dem Kulttrrkampf übrig- .wbliebenes ?lnsnahmeaesetz anzusehen sei, das infolgedessen nach dem Kriege auf «'eine Haltbarkeit um so mehr geprüft werden müsse, als große Parteien ihre Anschauungen darüber schon gewandelt: hätten nnd noch zu wandeln schienen. Der Antrag wurde von der Kommission angenommen: ins Plenum ist er nicht gelangt. Wenn er jetzt durch den Beschluß des Bundesrats seine Erfüllung findet, so «ersieht man aus den obigen Angaben, daß die Entwicklung der Dinge auf diesen Abschluß hinwies, wenn der Krieg ihn auch be­schleunigt hat. Auch in liberalen Kreisen verschloß man sich der Erkennttlis nicht mehr, daß, mochte man dem Jesuitenorden auch noch so mißtrauisch und ablehnend gegenüberstehen, der. Weg eines Soudergcsetzes gegen den Orden nicht mebr zeitgemäß sei, vielmehr dem 'Zentrum nur einen willkommenen Agitationsstoff.liefere. Die nrehrfacb erfolgte Ankündigung, daß das Gesetz fallen werde, hat das deutsche Volk nicht sonderlich erregt, und wir glauben, das voll­zogene Ereignis wird keine andere Wirkung haben.

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Deutsche Abgeordnete beim Kaiser Karl.

Wien, 20. April. iWTB. Nichtamtl.) Der Kaiser empfing stm 6 Uhr abends in Laxenburg in Anwesenheit des Minister­präsidenten Clam Marttnic die Reichsratsabgeordneten Tamm, Fink und Tr. Groß, den Landmarschall Alois Prinzen von Li echten - stein, die Neichsrcttsäbg. Pacher und Steinwender, den Bürgermeister von Wien Dr. Weiskirchner nnd den Reichsratsabgeordnetcn Wolf in besonderer Audienz. Weiskirchner richtete an den Kaiser eine

Ansprache, in der er für die den Vcrtreterndes deutschen Volkes genährte A u d i e u z ehrfurchtsvoll dankte, da ihnen 'hierdurch die ersehnte Gelegenheit geboten nwrden sei, der un­bedingten Treue uud opfettvilligen Hingebung des deutschen Volkes neuerlich Ausdruck zu verleihen. Wir haben uns, fuhr der Bürger­meister fort, in dieser schweren Kriegszett, in der sich die unver­gleichliche Kraftentsaltung aller Völker der Monarchie, insbesondere des deutschen Volles erwiesen hat, der Hoffnung l)ingegeben, daß aus ihr jene Grundlagen erivacl-sen werden, auf denen nach unserer Ueberzeugnng ein neues mächtiges Oesterreich aufgebaut werden kann. Wir sind fett jeher mit allen Kräften beniüht, an dieser Neu­ordnung der Dinge m'ttzuarbeiten, und werden alles aufbieten, um dem schleunigst einzuberufenden Parlament die Arbeitsfähigkeit und Arbeitsmöglichkeit zu sichern. Wir können aber unsere tiefe Besorgnis nicht unterdrücken, daß rmabweisbare Staatsnotwendig­ketten, welck)e das Lälvn sintere sse ganz Oestzerreichs betreffen, in­folge zwingender Verhältnisse dermalen in den Hintergruno ge­treten sind. Wir wenden uns daher vertrauensvoll an Euere Majestät mit der Bitte, der Erfüllung dieser Stgatsnottvendigkciten landesväterlich zu gedenken und uns durch huldvollste Entgegen­nahme dieser- Bttte die Möglichkeit zu gewähren, auch unsererseits in der Bevölkerung ausd.ru ch'nde Besorgnisse zerstreuen zu können. Die Völker «Oesterreichs hoffen, daß die schveren Opfer dieses uns anfgedrängten unerhörten Ringens um die Ehre imd den Bestand rniscres Vaterlandes durch einen ehrenvollen Frieden belohnt Iverden, den wir dankbar aus der Hand Eurer Majestät empfangen wollen und daß beä deutsche Volk an der Friedens- arbcit treu und unerttwegt Mitarbeiten wird, zum Ruhme uud zur Größe OeKerreichs.

Ter Kaiser erwiderte: Indem ich Ihnen, meine geehrten Herren, für die Kundgebung loyaler Gefühle, in der ich mit Freuden einen neuen Beweis für die treue Gesinnung des deutschen Volkes in Oesterreich und seine Anhänglichkeit an das Herrscherhaus er­blicke, lierzlich danke, versichere ich Sie, daß ich den Ernst und Eifer Ihrer politischen Bestrebungen dem vollen Werre v«ch an­erkenne. Des bnsvielgebenden Opfermutes, den die Deutschen in Oesterreich bewiesen habe::, ihres auf den Schlachtfeldern erprobte,: Heldenmutes, der Staatstreue, die sie unerschütterlich bewahrt, der Standhaftigkeit, in der sie sich in dem Ertragen der Entbehrungen des Krieges l-ervorgctan haben, gedenke ich dankbar; sie werden meinem Gedächtnis mcht entschwinden, mein Verttaueu ist den Deutschen Oesterreichs sicher. Es ist meine Absicht, den R e i ch s - r a t in naher Zeit einzubernsen. Dem Wiederbeginn des parlamen­tarischen^ Lebens nach jahrelangem Stillstand kommt in diesem Augenblick außerordentliche Bedeutung zu. Ich gewärtige von der Einsicht aller Parteien, daß sic in achtunggebietender Entschlosßm- heit für die höchsten Staatsinteressen nud Staatsnotwendigkeiteni ecntreten werden. Ich zähle dabei aus di«' Deutschen in Oesterreich, denen als sicheren Stützen der Staatseinheit bei der Ordnung der Verhältnisse, die schon während des Krieges angebahnt wurde und nach seiner Beendigung mit Konsequenz durchgeführt werden muß, eine große Aufgabe zukommt, deren Erfüllung ich von ihnen zu­versichtlich erwarte. Meine Regierung wird an den Zielen, die ihr gesetzt sind, unverrückt sesthalten. Ich rechne zuversichtlich darauf, daß im Parlament die Ueberz-eugung von der Notwendigkeit des Zusammenwirkens der Vertreter aller Völker Oesterreichs die Ver- oandlungen beherrschen wird und daß dadurch die Bedingmigen für eine glückliche Zukunft -Oesterreichs geschaffen werden. Daß Sie, ineine Herren, in diesem Sinne Ihre Kääste in den Dienst der gemeinsamen Sache stellen, dessen bin ich sicher. Nach län­gerem Cercle verabschiedete der Monarch die Abordnung huldvollst.

Ans Stadt rrnd Santo.

** Auszeichnung. Ter Flieger Heinrich Worch uv hier, der vor einigen Monaten das Eiserne Kreuz erhielt, wurt zum Unteroffizier befördert.

-** 0 ber hessischer Knustverei n. Tie Ausstellung dc 'Aussteller-Verbandes Münchener Künstler bleibt nur noch« morge ausgestellt. Eine Sammlung Gemälde von Rudolf Schäfer-Rot ei bürg in Hannover, ferner die nur einige Tage ausgestellten Orig Radierungen .Haberl 's-M üncheii wurden noch für morgen Sour tag, der Ausstellung einverleibt. Von Montag an bleibt die Am stellung wegen vollständigen Wechsels der Gemälde 6 Tage g. schlossen.

** Schul nach richten. Dr. Albe.rt Chambre wurde zur Rektor der höheren Bürgerschule in Vilbel ernannt.

** G «ewerb c s chul e. Um in der Käieg.szcit dem Nachwuck im Handwerk eine fachgemäße Ausbildung und Mei^erblldung z gewahren, beginnt die gewerbliche Fortbildungsschule Dienstag, dc 1. M ai um 2 Uhr. Der Unterricht erstreckt sich auf Freihand-, Prr

Jfmjfi tmto

Karl Lrauvtmann-Uraufführung in Berlin. Ans Berlin wird uns geschrieben: Da in letzter Zeit den Ber­liner Theaterdirektoren im allgemeinen und an ihrer Spitze Max Re in h ä rd t iin besoirderen mehrfach der Vorwurf gemacht wurde, daß man in der Reichshauptftadt nicht den Mut zur Uraufführung neuer oder nickst genügend gewürdigter Bühnendichter fände, ist die Uraufführung des neuen Stückes von Karl Hauptmalnn an sich als eine dankenswerte Tat zu betrachten. Es wurde dadurch gezeigt, daß man auch in Berlin den Willen hat. Neues zu bringen, dieses Neue selbst aber bereitete trotz mancher anerkennenswerten Einzelheit keine ganz ungetcülte Freude. Die burleske Tragödie in vier Akten und einem ZwischenspielTobias Buntschuh", die man am Montag im Deutlichen Theater kennen lernte, rückt zwar bd dichterisch-ehrlichen Vorzüge Karl Hauptmanns von N-euem in helles Licht, läßt aber wieder einen für die Bühnen­forderungen und den szenischen Aufbau zu großen Wortreichtum und «einen gewissen Hang zur stellenweise nur äußerlichen Ver­brämung alter und nicht immer origineller Motive erkennen. Tolnas Bnntschuh, der König der Erfinder und Mlllionäre, das mit Reickstum und Ordensauszeichnungen überhäufte Erfindergenie, Mathematiker, Physiker, Ingenieur ustv. in einer Person und ideal­ster Vollendung, führt das Schicksal des genialen und reichen Man­nes vor, der wegen dieser einen Auszeichnung, die Natur uud Menschheit ihm verliehen, auf die übrigen Freuden des Lebens ver­zichten mußte. Sein Gegenspieler ist der ideale Freund Philipp Wendelborn, ein Mensch unter Menschen, dem alles zufliegt, woraus der berühmte Tobias Buntschuh verzichten muß. Denn der große Erfinder hat von der Schöpfung nicht umsonst seine unerhörte Be­gabung erhalten, er ist mit Häßlichkeit, Engbrüstigkeit und einem Höcker gezeichnet. Er kann sich nur Scheinliebe und erheuchelte Zärt­lichkeit kaufen, die wirkliche Liebe muß ihm ftemd bleiben. Einen burlesken Ton sucht Karl Hauptmann in diese Linie der Tragödie zu bringen, indem er das Stück auch ins Zirkusmilieu hinüber spielen laßt. Tobias Buntschuh wirbt mit Gold und Diamanten um die schöne gefeierte Kuustteiterin Luffa, tritt aber dann, selbst ange­ekelt, zurück, als er in ihr nur Geldgier erkennt, und wird völlig in seine Einsamkeit gebannt, da ein ehrliches und unverdorbeueä Geschöpf, das Scblangenniädchen Radiana, all seiner Macht uner- veichbar bleibt. Die geschickt vollzogene Ausarbeitung ins Groteske kann nickst verdecken, daß es sich bei dem Wesen dieses Stückes um ein«- teil,veile schon banal geivordene alte Wahrhett handelt: unr Pas Schicksal des Genies, das für seine Macht auf der einen Seite mit Schwäche auf der anderen Seite büßen muß, um die wirkliche Armut des :uit Gold Gesegneten. Eüczelne Augenblicke uno Stunmungen

loien starrere W^kuugeu aus, lange Strecken aber werden mit Worten überbrückt. Für diese Uraufführung waren die besten Kräfte der Reinhardt-Bühnen aufgeboten^ Die ga-.rze Aufführung steht und lallt mit Max- Pallelnberg, der in der Rolle des Buntschnh zum ersten Male eine rein tragische Figur verkörperte und durch em außerordentliches Können zum Erlebnis des Abends ivurde. Auch dre Kunstreiterin der Maria F-ein, das Schlangenmädchen Radiana der ,tark begabten, erfteulich natrcrlichen Gertrud W el- cker der warmherzige Wendelborn Eduard vonWintersteins und die Clowns von Emll Jannings und Arthur Bergen waren starke Leistungen. Ein gesomdertes Lob verdient noch Max ^ V o r f s, der ^als Vater Bnntschuh eine rührend menschliche Gestalt lchnf.. Die L-pielleitimg Dr. Heines hielt alle diese .Kräfte geschickt in einem lein gezimmerten Rahmen zusamurem Die Be­geisterung der Karl Hauptmann-Vcrehrer rief den Dichter mehr als zwanzigmal an die Rampe und bewirkte einen großen äußeren «ft- folg, dessen Dauerhaftigkeit jedoch abzuwartcn bleibt.

n. Darmstadt, 19. Rpvll. Jvr SostSeajirr nlÄte gest-eru Eugen d'Lllberts neue OperDie toten Augen" ihre Erstemfführimg und erzielte, dank der präckstigen Jnszeui-erung der vorzüglichen Wiedergabe der Musik durch das Lwforchestrr und der vollendeten poesieerklärten Darstellung der Haupwar- stellerin, der blinden Mysdocles, durch Frl. Geyersbach, einen großen Erfolg. Die Kk)mvoiiti«mr erinnert in ihrer ganzen Art der. Instrumentation, in ihrer motivischeii Entwicklung uud die Arioso und rezrtativartige Behandllmg der Sfimsfimmen sehr an Tiefland. Tvih steht trotz aller owlestraleu Farben Pracht die gleiche Fülle musikalischer Gedanken, nicht mehr die gleiche Schöpferkraft m Hinsicht ans die Thenutta zu Gebote. Erst der Heilmrg Mystveles nrmmt die Haiidlung dramatischen- Aiiffchimmg, was Marsch m der musikalischen Komposition vorteilhaft äußert. Das Werk weist im dmciim: viele Schönheiten ans, wie mmi.che mcli'd sch kl.ngendm Lieder der Mysto«. lös. die ergrei «nd dangcste Ittn Momente der Heilung und .Wi-edererblindnug, das Zwiegespräch des Gatten n. a Die .HaupLmrsteller, FA. Geyers buch, F-rl. Meyer, Herr Gaber, Gtoberger nnd Mann boten vor­zügliche Leistungen. Das vollbesetzte Haus, an der Spitze das Gwß- herzogspaar, war sehr begoisiort.

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^ eJTr ® tTte Lösung- des Roland-Rätsels. Die Geschichte und ursprüngliche Bedeuttrng der besonders m Nieder­deutschland verbreiteten Rvlandsäul-en und Rolandstatuen hat in den letzten Jahr«! den Anlaß zu einem immer wieder ausgenomrmmen gelehrten Stteit gegeben. Die einen bezeichneten die RslEdsäulen I als Marktzeichen Md Bcachsolger der alten MarLttnm^, dte anderen,

jektions- und Fachzeichnen, sowie Deutsch, Rechnen, Raumlehre, Buchführung und Gesetzcskunde. Die Lehrlinge im ersten Lehr­jahr ^oder neue Schüler haben sich auf einen Anmeldesch«.ü-i, oer bei der Schuldienerin täglich erhältlich ist, zu melden. Sic werden von der Schulleitung benachrichtigt, wjelcher Klasse sie zuge.eckt ine und an welck-em Tage sie zu erscheinen haben. Alle Handwe-ksmeifter und Eltern werden ausgesordert, von dieser günstigen Gelegenheit 0-x-brauch zu machen, um ilwen Lel>rliugen bezw. Söhnen eine gute Ausbildung im Berufe zuteil werden zu lassen.

** Schwär z-W e i ß-T he a t e r. Se!tcrsnu:g 81. Im Pro­gramm vom Samstag, 21. bis einschließlich Montag, 23. April, gastiert der bekannte Filmsck-mispiettr Ludwig Trautmann in seiner neuesten Filmschöpfung ^Harakiri", ein russisckx-japauisck)cs dramatisches Schauspiel in 3 Akten. Spieldauer über eine Stunde. Außerdem ist ein zweiaktiges DramaZwischen z>vei Fcuett' und ein reichhalttges Beiprogramm mit künstlerischer Musikbegleitung vorgesehen.

Kreis Schotten.

** Steinberg b. Gedern, 20. April. Ter Musketier Kaiser von hier erhielt wegen tapferen Verhaltens vor dem! Feiride das Eiserne Kreuz.

Starkeitöurg und RhLjnkressen.

M. Opfenbach a.M., 21. April. Die vorgestrige Stadtver- ordnetenvcr'ammlung ermächtigte d-u Oberbürgermeister Dr. Düllo, das auch hier mangelnde Kleingeld aus Metall in ausreichender M-enge ansertigen zu lasscm. Außerdem wurde beschlossen, den nicht vollbeschäftigten Arbeitern rückwirkend vom 1. Januar 1917 eine Teuerungszulage zu bewilligen, die sich zwischen 'i und 3 U der Teuerungszulage bewegt, die vollbeschäftigte Arbeiter beretts ev- halten. ^ Auch werden die Arbeitslosen beim Maldhos wie ^ishe- durch die Stadt wciterbescbästtgt. Um dem sich während der .Kriegs­jahre naturgemäß ergebenden Betriebserträgnisse-De-izit zu steuern^ beschloß das Kollegium eine nicht unwesentliche Erhöhung der Schlacht- und FleischbrschMgebLbren, die vorbehaltlich der Geneh­migung durch das MiniltEim rückwirkend vom 1. April an erhoben werden sollen. Durch Genehmigung eines Milchlieferungsvertrageg mit «einem Großproduzenten ivird die Milchversorgung der Stadt verbessert.^ Zum Sckstuß ergab- sich noch eine lebhafte AuS'vrache \ über den immer noch herrschenden Kvhlenmangel. Tie Aus^ührnn- g<m der Redner gipfelten in der Erwartung, d« die Stadt alles tun müsse, um ausreichende Kohlenmengen für Industrie nnd lllün- gemerbe _ sowie auch für den privaten Gebrauch herbeizuschaffew, Tie lästige Abhängigkeit von den Groß- und Kleinhändlern müßte nach Möglichkeit beseitigt werden. Eine Umfrage zur Feststellung des Gesamtwinterbedarfs an Kohlen in Ofsenbach, wurde nach An­trag der Verwaltung auszuführen beschlossen.

Evangerische Gemeinde.

S«onntag, 22. April. Mifcrik. Domini. Gottes dienst. In der Stndtkirche. Vormittags 8 Uhr, verbunden mit Christenlehre f. die Neukonfirm. aus d. MarkuSgem. Pfavres: Schliva.be. jVorm. 9h2 Uhr: Ordination d. Pfarrassistenten Itc. thevl. Reuning durch Dekan Gußmann. Predigt: Pfarrassistent Reim mg. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche i. d. Matthäusgem. Mittwoch, 25. April, abds. 8 Uhr: K'riegsbetstnnde. Psr. Mahr. I n bet Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr: Zugleich Christenlehre f. die Neillvnfirm. d. Johannes gemeinde. Pft. ÄuSseld. Vorm. 9 L /2 Uhr: Pft. Bechtolsheimer. Vorm. 11 Uhr: Kindetkirche f. d. Lukasgem. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 8 Uhr: Bibelbespveckmng im Johannessaal. Wartburg, evangelischer Jüng­lings-und Männer-Berein, Tiezstr. 15. Smmtag, d«r 22. ?lpnil, abds. 8 Uhr: Vortrag. Gäste stets will kommen.> Bibelkränzchen für Schüler höh. Lehranstalten. Jeden Mittwock) von 67 Uhr für die jung. Abteil. Je-xm Lamstag vou 67 Uhr für die ätt. Abteil, im Jvbannessaal Bibel! räuzchen f. Mädchen aus derJoyannes- gemeinde. Jeden Dienstag von 67 Uhr im Johaunessaal.

Kirchberg: Sonntag, 22. Avril, vorin. 10. Heil. Abendmabl f. Daubringen und Ruttershausen. Psr. Mahr-Gi-eße'.i. Lollar: Mittwoch-, 25. April, abds. 9: Kriegsbetstmlde. Dekan Gußmann

ttalyoufche Gemernoe.

Samstag, 21. April. Nackwi. 5 Uhr u. abds 8 Uhr? Gekegenh. z. hl. Beicbt. Sonntag, 2 2. April. Vorm. 6 V 2 Uhr: Gelegenst-, z. hl. Veick-t- Dorm,. 7 Uhr: Hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeil. d. hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Christen-. lehre: daraus Aiwcuht. Dienstag uud Freitag abds 8 Uhr ist Kriegsbittandacht. Diaspora-Gottesdienst am 22 Llpril In Grünberg 9V2, in Hungen 9y 2 und in Lichj 8 Uhr.

erblickten rn ähnsn, wie .Kl. Aösfter in einer Besprechung des Rolandrätsels inNiedersachsen" ansführt, W-ahrzeick^n für die stvbe iyxwrchtsbarckeit, noch- andere bozeick-neten sie als Königs bilder oder als die Nachfolger älter, heidnischer Donarblldev. Eure der jüngeren Theorien lautet dahin, daß die Rolande m* spruuglich ir.iur hölzerne, drehbare Svielfigaren lgewesan seien;

^ Aeit bcs Bw-mer Bürgermeisters Hemeling um das ^ahr 1400 ,die symbolische Bedeutung der Stadtsrccheit bei all egt wurde. Einen ganz neuen und nach der Mermrng Löfflers besonders beachtenswerten Lösungsversuch des Rolandsrätsels unter? ahm letzt der Leipziger Prumtdozent Eugen Rosen stock in einer Arbeit w** urrd Roland im deutschen Stadtrecht zwischen 1166

mrd 1280 Nach der Llnsicht dieses Rechtshistorikers find bei den anigwhrzerck>e.'i drei Entwicklungswege zu verfolgen. Vor allem ist der Roland der Beschirmer des Rcttharrses, das die von den Vürgem ernrngene Freiheit verkörpert. Im Jahi'e 1180 ivurde ?Errch I. unter Illl^rgehnng ihres Stadlhewen, des Eczbffcyofs, der erzbffchoflick>en Sladt Bremen ein Privileg erteilt das ow Freiheit des einzelnen Bürgers garantierte. In der \y> tressenden Urhnibe wurde erklärt, datz hierniit nur die beretts von!

dem Groigai gewährten Vorrechte bestätig würden. Die Rolandsäule in Bremen ist also eru Standbild des 'belcmulen Pala­dins Karls des Großen, tms m steifer Haltting gezückte Sck>wert wäre denrnach da-. SchwertDirrendart". Ties deckt sich mit dem Saa-n- b ^. l % und 13. Jcchrhunderts, nach welchen die Tätttfiett Kar.s dev Graten durch Rolwrd verkörpert wurde. Di-» Vorstufe vieles .Rolandbildes erblickt der .Forscher in den Pi-ivilegieni,^ schrrften, die rm 11. und 12. Jahrhundert an den Außeumaueriq von Hmsern und den Brvnzetüreu von Kirchen üblich wrren. Sie wurden ^spater durch die wirksamere mensMiche 'Figur erse'st dre uns auch^tte noch als .Roland bekannt ist und die Freiheit'per- korr-ert.^ rzalls diese Löfimg stimntt, wäre der Bremer Roland nicht wie bisper auf das 14 oder 15. Jahrhundert, sondern bis m die Zeit um 1200 zurückzuführen. Tie Freiheilsrolande nach dem Mucker Bremens sind un Longen besonders in dem Gebiet um Magdeburg verbreitet. Ter andere Entwicklungsu-eg führt vom symbolischen Roland zum frei darstellenden Denkmal, denn Magdeburg gelbst feierte die eerwrbene Freiheit bereit? hirrrh ein Wnterftn^WIb Kaiser Ottos II. Der dritte Entwickln;.-.snva fuhrt Miemrch zur Lpieac-lng'.rr, unter derum das Mag^b^ro« Rolandssplel um 1280 besonders bekamt ist. Bei diesen Fiquvar sei der Nmne Roland so zu klären, das; er von vvtulare, rullarä rollen, nmlmlscn ttwuttt ja das Wesen des Spieles charakterismrL war abgelettet wurde.