Nr. 8? Zweiter Blatt
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag-,
167. Jahrgang
Beilagen: ..Gietzener ZamllkendlStter" und „Kreisblalt für den Kreis Sieben".
Postscheckkonto: Hranlfurl am Main Nr. U686. Vankverkehr: Sewerdedank Sieben.
iietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oderheffen
Lamrtag. u. April 1^17
ZwlllingSrundoruck und Verlag: Brüht'scyeUnweriuätS-Buch-u.Stnudr> ckeret.
R. Lange, Gießen.
Zchristleilvng, Geschäftsstelle nnd Druckerei:
Schulstrabe?. Geschäf sjlelte u. Verlag:
Schriftiellung: 112.
Anschrift für Lr^ht'rachrichtcn:AnzetgerE''ießen.
Ariegsanleihezeichnungen im Heer.
Aus den jetzt in größerer Zahl vorliegenden Teilergebnissen ver- dieiren folgende besondere Her Vorübung:
Feldheer: Einige Infanterie-Divisionen 810 000 Mk.,
1000 000 Mk., 1300 000 Mk., 1958 Mk., im Bereick-e einiger Armee-Oberkommandos und Armeegruppen 5 741 249 Mk. und dar- üd>r; im Gouvernement Metz 3 837 014 Mk.: im Bereich der Militär-Generaldirektion der Eisenbahnen in Brüssel von 14 457 Zeichnern 2 645 670 Mk. In einer Heeresgruppe von 276 Zeichnern 527 100 Mk.; bei einer Landsturm-Kompagnie von 44 Zeichnern 39 400 Mk.: eine Eskadron 45 000 Mk.; 7700 Zeichner in einem Armeeoerbande 856 000 Mk. Auch die Zeichnungen auf Kriegs- sparkarteu haben bereits nennenswerte Ergebnisse erbracht, so Wurst den bei einer Division für 50 000 Mk. Sparmarken abgesetzl, bei einer anderen an 1437 Sparer Margen für 329 133 Mk.
Heimat Heer: Im Bereich des Stellv. Generalkommandos des dritten bayerischen Armeekorps 10 898 000 Mk., des 12. Armeekorps (Dresden) über 3 Millionen Mark, des 9. ArmeekoNrs 5,3 Millionen Mark, des 18. Armeekorps (Frankfurt a. M.) über 15 Milliviren Mark. 11. a. wurden von einer Ersatz-Eskadron eines Ulanen-Regiments 181 400 Mk., von 15 Zeichnern eines Ersatz- Bataillons 58 750 Mk., von 17 Zeichnern eines anderen 62 300 Mark, von 14 Zeichnern einer Ersatz-Eskadron 72 500 Mk. gezeich- net. Die deutschen Arbeiter in Brügge zeichneten bisher 1900 000 Mark. .
Diese Beispiele verständnisvoller Bereitschaft, dem Reiche zur nchglichst raslllen siegreichen Beendigung des .Krieges die erforderlichen Geldmittel zur Verfügung zu stellen, ließen sich vervielfachen und werden hossentlich in den letzten Zeichnungstagen der Zivilbevölkerung noch als Ansporn zur Nacheiferung dienen.
Arr- Stadt rrnd Land.
Gießen, 14. April 1917.
ftiir Brot- und Mehlverteilung in der Stadt Gießen.
Bon zuständiger Seit^wrrd uns geschrieben:
Bekanntlich tritt ans Anordnung der Reichs getreide- > stelle <rm 16. d. M. eine Herabsetzung der auf den Kops der Bevölkerung entfallenden Me hl men ge statt. Während bisher täglich 300 Gramm Mehl mit den üblichen Streckungsrnittelr^ gervährt wurden, werden von dem genannten Zeitpunkt ab nur noch 170 Gramm zu 94 Proz. aus- gemahlenes Mehl überwiesen.
Die Herabsetzung der Mehlmenge führt naturgemäß eine Minderung der ans den Kopf der Bevölkerung zustehenden Bvotnrenge nach sich. Während bisher wöchentlich 2000 Gramm Brot verabfolgt werden konnten, ist jetzt nur die Zuteilung von 1600 Gramm möglich. Diese Menge stellt die Höchstnven.ge dar, die aus einer Mehlmenge von 1190 Gramm gewonnen werden Eann. Man ist dabei von dem ^Standpunkte ausgegangen, der Bevölkerung das gesamte ihr zustehende Mehl zitzn führen, was bei der allgemeinen Knappheit an Lebensmitteln ementlich auch ganz selbstverständlich ist. Andere Städte geben z. D. nur 1500 Gramm Brot, um sich eine kleine Mehlreserve zu scl-affen.
Bei der bisher täglich zusteherrden Mehlmenge von 200 Gramm war dies auch hier möglich; aus den Erspar- rrissen konnten den Gasthofbesitzern und Konditoren kleine Mehlmengen überwiesen werden, was indirekt der konsumierenden Bevölkerung wieder zu gut kam. Diese Zuweisungen mußten z. T. schon eingestellt werden. Auch die Brotzulage au jugendliche Personen im Alter von 12 bis 17 Jahren ist in Wegfall gekommen, dagegen ist die Zirlage an schwangere und stillende Frauen geblieben.
Wie bedauerlich auch oie Herabsetzung der Brotmenge gerade in dein jetzigen Zeitpunkt auch sein mag, so muß doch von der Einsicht der Bevölkerung erwartet werden, daß die Maßnahme als eine im Interesse unseres Durch- baltens gebotene Anordnung crnsieht rrnd auch im Verbrauch des Brotes die äußerste Sparsamkeit anwendet. Da, wie schon ausgeführt, Rücklagen nicht mehr möglich sind, verbietet sich die weitere Zuweisung von Brotkarten an solche Personen, die die zuftehenben Brotmengen vor der bestimmten Zeit verbraucht haben, ganz von selbst. Gesuche um Zu- rveisung weiterer Brotmarken auf dem Lebensmittelcunt sind deshalb von vornhereirr als gänzlich aussichtslos zu betrachten.
Die Herabsetzung der Drotmenge hat eine Neueinteilung der Brotmarken und eine Neuregelung der B a ckor d n nng zur Folge gehabt. Es dürfen nur noch .Brote im Gewicht von drei und einem Pfund hergestellt werden, alle Backwaren, insbesondere Zwieback, dürfen nur noch nach denr Gewicht verkauft werden. Die Brotkarten lauten deshalb nicht mehr a^f eine bestimmte Anzahl van Brötchen usw., sondern allgemein auf Backware.
Wiederholt sind Klagen darüber geführt worden, daß bei denr Brote Mindergewicht vorhanden sei. Es kann dein kaufenden Publikum nur empfohlen werden, die Backwaren nachzuwiegen und gegebenenfalls dem Bäcker die Brotkarten zrr kürzen.
Die Abgabe von Weizenmehl 0 ist nur noch an Kranke auf besondere Bescheinigung zulässig. Bei der 94pro- zerltigen Ausmahlung des Weizennrehls, das auch zum Bereiten der Brötck-en verrvandt werderr mich, wird die Güte und danrit der Verbrauch derselben voraussichtlich sinken.
Was derr Brotpreis betrifft, so ist er für den 3-Pfd- Laib auf 50 Psg., für deu I^Pfd.-Laib auf 17 Pfg. festgesetzt worden. Der Preis für Brötck)eu mit 4 Pfg. ist geblieben. Bei der Preisfestsetzung ist zum Teil deu schon lange geäußerten Wünschen der Bäcker um eine Erhöhung des Brot- preises Rechnung getragen; dabei ist der Brotpreis immer noch niedriger wie in vielen anderen Städten.
*
** Fleischsonderzulage. Wir verweisen auf die heutige Bekanntmachung des Oberbürgermeisters, wonach es bis auf weiteres an Stelle der in Wegfall kommenden 400 Gramm Brot für die Woche eine Zulage an Fleisch von 250 Gramm yuf den Kopf und die Woche gibt. Kinder erhalten 125 Gramm. Für die Fleischzulage werden besondere Karten ausgegeben. Auch für diese Karten gilt das Bestellverfahren, wie es für die Reichsfleischkarte eingeführt ist. Die Zusatzkarten sind jeden Montag bei dem Mchgergeschäft, von dem man sein Fleisch beziehen Null, gegen Aushändigung eines Bestell-Ausweises abzugeben. Es ist darauf zu achten, daß aus dem Bestell-Ausweis die Farbe der Karte von denr Metzger eingetragen ist. Auf Grund der Vorbestel
lung erfolgt die Zuteilung des Fleisches an die Metzger. Die Ausgabe des Fleisches wird nock) besonders bekanntgegeben; sie erfolgt voraussichtlich am nächsten Samstag. Es kommen zur Ausgabe 200 g Fleisch und 100 g Wurst. Für die Minderbemittelten wird eine Verbilligung der Preise um 70 Psg. für jedes 1/2 Pfund Fleisch oder Flerjchwaren eintreten. Die Preise werden durch Anschlag an den Metzgergeschäften noch besonders bekannt- gegeben. .Hervorgehoder t sei noch folgendes: 1. Jeder Selbstversorger, der noch Anspruch auf Fleischkarten hat, erhält bei Entnahme von Fleischkarten auch Fleischzus atz karten; die Ausgabe erfolgt bis auf rveiteres auf dein Lebensmittelamt gegen entsprechende Nachweisungen. 2. Auf die Fleischzusatztarten darf in Gastwirtschaften, Pensionen und dergl. Fleisch nicht abgegeben werden.
HIHIHI,nm».
Wenn am 15. April
die Gonniagsglocken lä'nieA
von ollen Kirchen, von ollen Türmen, in Stobt und Dorf, ollüberoll in deutschen Landen, dann wollen sie Dich zum letztenmal, in letzter Stunde mit eherner Stimme an Deine Pflicht erinnern:
Warst Du dabei? Denkst Du daran? Wo bleibst Du?
Der 15 . April ist der Naiioaaltag fflr die Kriegsanleihe!
Als Shrentag des deutschen Volkes soll er ln der Geschichte forileben, als der unvergeßliche Tag, an dem auch der letzte Mann sein Scherflein auf den Allar seines Vaterlandes gelegt hat.
Alle Zeichnungsstellen werden nach der Kirchzeit geöffnet fein.
Man wartet dort nur noch auf Dich!
Mn gill's zu handeln!
Geh' hin und tu' Deine Schuldigkeit!
Zeichne Kriegsanleihe!
—.«i,iurnimnilllllllllfli!|
** Bücher- und Lesehalle. Man schreibt uns: Tie Deutschen lesen fetzt vielleicht mehr als in Friedenszeiten. Die Önrulrr vvn Lesestoff gehört zur regelmäßigen Versorgung des Heeres; auch vorige Weihnachten ist unfern Hundertsechzehnern eure Sendung des Lesehallevererns sehr willkommen gewesen. Wre rm oelde, so iftf in 6er Heimat das Bedürfnis gewachsen. Wurden doch im Jiälire 1916 aus unserer Bücher Halle 30 874 Bände ausgeliehen, gegen 28117 im Jahre 1915 und 25 043 rm ^ahre 1914, urrd das, trotzdem der Bücherbestand nicht weientlrch zugenommen hat. In der Spannung und AnsMnung des Krieges ergibt sich für viele doch wehr Muße, das heißt nickst tättg ausgefüllte und von mißen her abgesteckte Zeit, als in der Stetigkeit und unter der angepaßten Arbeitsteilung des Friedens Ihnen vergönnt war. Eine Muße oft im Angesicht der Gefahr oder der nagender Sorge, aber doch kostbar als ein Halt des Besinnens und als ein Gesäß der Enttvicklung. In Widersprüchen rrngt srch etwas Neues empor. Bei aller Gemeinschaft der Not des Vertrau ms und des Stolzes und bei aller geforderten Hingebung ift dock) der einzelne mehr als je auf sich gestellt und muß unmer wieder Kräfte sammeln für seine Stimmung. Ta soll das Buch Helsen, wenn es auch nur die Erregungen des Augenblicks dämpft und für die Gegenwart rüstet, indem es von der Gegenwart ablenkt. Aber das Buch wird mehr leisten als dieser, Dienst- wenn das Feld-Heer l?eim kehrt, wird das neue Leben Gestalt suchen auf dem Boden vevanttvortllcher Frerl-eit, und die Bücherlrallen als dre freieste Forn, des öffentlichen Unterrichts übernehmen dann eine bedeutende Ausgabe. Daß sich mancher in dieser Zeit das sftlle Lesen angewöhnt hat, ist sickzer ein Germnn für die Zickuuft. — In der Lesehalle bedarf der Bestand an ytachschlageiverken dringend der Erneuerung; wir müssen uns gedulden, weil ja mit dem Friedensschluß alle Auflagen veraltet sind. Einige Boit- sckwiften sind eingegaugen. Sie wurden nach Möglichkeit durch ähnlich gerichtete ersetzt. — Tie S chu cha r d s ch e Sammlung konnte nutzbar gemacht werden; Kimstblätter wurden im vorigen Sommer vorgelegt -,nd erläutert, gebundene Bücher auch iw Winter xur Einsicht im Lesesaal dargeboten oder nach Hrrust verlickhsr. —
Mit dem Kvhlenmangel liaben wir uns leidlich abgefundcn. Wiederum danken loir den Behörden sowie allen Spenhern und Sttftern ftir die Förderung unserer Anstalten. Auch unsere Mitglieder sind uns treu geblieben; ihre Zahl hat sich kau,n ,md nur durch natürlichen Abgang vermindert. Der Vorstand beklagt das Hinscheiden des edlen Menschenfteundes August Schmecke n - becher. Er hat auch dieses Amt in hllfteicher Gesinnung mit schlichter Sorgfalt verloaltet.
Landkreis Gießen.
** Abend stern, 14. Llpril. Musketier Walter Wä che n- schwan, früher Inf.-Regt. 116, hat für Patroulllengänge, bei denen er zum zweiten Maie verwwrdct wurde, das Eiserne Kreuz erhalten.
** Londorf, 14. April. Der Einjährig-Gefreite Rudvkf Rüspeler, Sohn des Lokomotivsühvers Karl Rüspeler, bei einem Feld-Art.-Regt., wurde zum Urrterofftzier mrd Offiziers-' aspioaut ernannt.
** Londorf, 12. April. Ter Sohn unseres Piüizeidieners, Müsketier Adam P f e i f s, welcher seit vorigen August sich im Westen ^befindet, erhielt anläßlich eines wichtigen Zutrouillen- ganges bei Verdun am 1. Osterseiertage das Eiserne Kreuz 2. Kl. soioie das Scharsschützen-Abzeicheu.
** N 0 n u e n r 0 t h, 14. April. PioTner W. Metzger, welcher von Anfang den Krieg mitgcmacht hat, erhielt die Hessische Tapserkeitsmcdaille. Musketier Christoph Hetterich erhielt das Eiserne Kteuz. Geft. Wllh. Fritz wurde mit dea^ Kriegsehrenzeichen ausgezeickjneL.
KrciS Friedderg.
Q. Bad-Nauheim, 14. April. Tie Vorbereitungen der Großh. Bado- und Kurverw^rltmrg für den Boginn dar Sommer- Kurzeit sind beendet. Am Montag, den 16., übernimmt HofraL Prof. Minderst ein die Leittrng der Sommer-Kurkapelle. Vom 1. Mai ab si.rd große Künstler- und Sinfonie-Konzerte init verstärkten, Orckiester in Aussickit genommen. Tie im Kurl-aus besind- lichen Räume — Lese- und Gesellsck-aftssaal — die im Winter als Konzertsäle diwen — werden schon am Sonntag ihrer sommerlichen Bestimmung übergeben. GleickMÜig mit der Er- ösftrung des Sommerbetriebes im Kurhaus, aus der Terasse und im Konzerthaus, wird der volle Betrieb in den Badehäusern mksgenommen. Twtz der Kriegszeit ist es durch die Verwendung zahlreicher Hilfskräfte gelungen, unsere Bade- und Knranlage-n in tadell-osen Zustand zu versetzen und es zeigt sich, begünstigt durck) die geschützte Lage Bad-Nauheims, schon viel frisches junges Grün in der Natur. öckZon jetzt treffen täglich erfreulich viel Kurgäste ein. Was die Verpftegung ,mse,ar Gäste betrifft, so arbeitet die Städte Verwaltung mit der Badeverwalttmg Hand in Ha,ü>, um allen Ansprüchen gerecht iverden zu können. Schon im Winter hatte die Bürgermeisterei die Einwohnerschaft darauf hingewiesen, mit den von der Stadt gelieferten Lebensniittcln möglichst sparsam lmr-zu-« gelten Und so chtt sich manche Reserve gebildet, bia den Bad-Rauheirn besiuheichen Gästen zugute komntt. Wie im vorigen Jahre, sieht auch in diesem Jahr unsere Einwohnerschaft der kommend«^ Sommerkur hoffnungsvoll entgegen.
haAptvsrsammIung der Vereins „Lehrertzerm vogelrberg" (L. V-).
Nach dreijähriger Unterbrechung fand heute wegen der fchlechrs« Zugverbriäiung ausruihnisweise in Frankfurt«. M., HoLrß ,Zkaiserhof", die Hauptversammlung des Vereins ,Lehrer!-ei« Vogelsberg" statt. Da der crite Vorsitzende, Lehrer Ludwig Tern-Offenbacha. M., üniner noch an einem Halsleiden krankt, das er im Felde sich zugez-ogen, so wurde die Versammlung durck) den Obmann des Hess. Lai,des-Le \yt cvereins, Hauvt- lc hrer I. Ba ch-M a i n z, Lcleitet. In ehrender Weise wurde zunächst der Braven gedacht, die draußen auf dem Felde der Ehre ihr blühend junges Leben gelassen für die Heimat, das Vaterland — waren bod) von den 3 22 gefallenen hessischen Lehrer» ein grof^n: Teil auch Mitglieder des Lehrervereius. Nach dem dilrch * den Vorsitzenden erstatteten Jalwesbericht, fanden im April 1916 15 Kriegsbeschädigte auf die Tauer von 2 0 Tagen gastfreie Ausnahme mid Ver'pflegimg, wofür rund 1200 Mk. ansgebracht wiirden. Ta das Sauilätsamt in Frankfurt a. M. ein weiteres Tlngebot aus nicht bekannten Gründen ablelmte, so tnarde das Lel/rerheim armen heimatlosen Soldaten als cvr- übergehende Heimstätte zur Verbringirng ihres Urlaubs losten- l 0 s zur VerfügiN,g gestellt. 25 heimatlose Krieger verbrachten bis jetzt ihren Urlaub im Lehrerheiin. Nach einer ganzen Reihe von Dankschreiben der Kompagniesührar kehrten alle Soldaten dankerfüllt für die gute Versiegung und liebevolle ^bifnalime zu ihrekn Truppenteil zurück. 20 weitere heinratlose Urlauber für die kommeiche Zeit sftch gemeldet. Dank der Opserroilligkeit treuer Freunde und ganz besarchers hilfsbereiter Firmen aus allen T«n!en Deutschlands, stehen für den Zrveck noch über 7000 Mark zur Ver- silguug. — Auch von anderen Gästen war das Heim im abgs- laufenen Jahr bis in den spätm Herbst und sogar im Winter b-Zser besucht denn -jemals. Die Mitglieder za hl stieg trotz Kriegszeit um 28. Nach dem Bericht des Kassenwarts standen 7345,65 Mk. an Einnahnum, 7319,31 Mk. an Llusgaben gegenüber,
7 Altteilscheine mit 350 Mk. konnten getllgt werden. 5600 Mk. wnrtM, für Kriegsanleil?e gez-eicheret. Gegen 40 626,09 Mk. Ver- mögen betragen die noch vorl-andencn Schulden 28 805,51 Mk., was eine erl-ebliche Berrnindenmg gegen die Vorjahre bedeutet. Der Vovauschlag wurde nrit 3085 Mk. in Einnahme mch Mlsgche gltt- geleisten. Bei der Vorstandswahl tvurde der bisherige Vorstand wieder und Lebrer Karl Lin ck-Rudingshain für die Provinz Oberhessen neugewählt. Bei Beratung der Äuträge tvurde vor allein gewünscht, daß für die Zukimst Zusammengel-en zwisckwn de,u Hessischen Landeslehrervereirl mrd denr Verein „Lehr er beim Vogels berg" anzustrel>en sei. Um auch für die Zeit von Ostern bis .Herbst, da das Lehrerheim an und für sich schon von ErheilungSsuäwnden in Llnsprmck) genommen loicd, den heimatlosen Urlaubern nicfjst verstl>sieszen zu müssen, wurde die s v f 0 r t i g e E r r i ch t u n g eines Blockhauses, in unmittelbarer Nähe des Lehrerheims, beschlossen. Ties soll auch nach dem Kriege unbemittelten Kriegsbeschädigten jederzeit Aufnahme geivähren, rvandernden Jring- mannschoften als Unterkimftsort dienen, sowie als Schüler- urrd Studenlenherberge Verwendung ftuden. Der Hessische Landesverein vom Roten Kreuz hat sich in dankensNTerter Weise berett erklärt, eitte?! großen Teil der Jnnennnrichtting zur Versügrrng zu stellen. Ten erforderlick^en Platz im Walde^ gibt die Stadt Schotten. Der später geplante Erweiterungsbau nnrd drrrck die ErrickZttrng dieses Blockharckes nickst l'eeinträchtigt. Lehrer PH. Groebe-Worms entwickelte der Vinsamnching einen Rentabilitätsplan ftir eirren ettva nach dein Kriege zu errichtenden Neubari und überbrachte von Worrus recht an- sehnliche Zuweisrmgen, darunter 100 0 Mk. als Ertragnis einer Sammlung für heimatlose Urlauber — Tie Anteilscheine 211, 260, 370 und 427 wurden zivecks Rück- zalstung mrsgelost. — Es wurde die Anregirng aeqebc'N. nach dein Kiäege gemein^mn mit dein Hessisck-en Landes-Lebrervwein der im Kampfe gefallenen Lehrer im Heime oder dessen Näl>- in irgend einer geeigrretrn Form ebrend zu gedenken. — Mit dem wärmsten Danke <m die Geschäftsleitnng des Vereins schloß Obmann Back) nach melwstündigcr Verhandlimg die sehr anregend verlaufene .Versammlung.


