fbOstfiscjsä Itcncri jft<zf}nac/mtn ezfdjetnr die Fort
setzung der englisch^ranzps ifchen Offensive hoffnungslos. Die Stimurung ist detnenffprsckxeud bei der den tschen Druppe und bei den Führern glänzend. Dn im MegerffaH zur Somme-Schlucht die frühere eng! 'che lle verlegen heit an Artillerie Wirkung ooll- Lommen ausgeglichen ist, fühlt sich die deutsche Infanterie der englischen weit überlegen und Ks Herr der Lage. An einzelnen Stellen enrgedruitgene Engländer werden immer wieder im Handgranatenkamps hinausgettwrfen. Der deutsche .Handgranatenwerser ist dem englischen an Geschicklichkeit überlegen und verfügt über eine technisch^ bessere Waffe. Bei Mann wie bei Offtzier herrscht das Gefühl rmb cd ingier Ueberlegenheit über den Gegner und re st lose Siegesgewiß heit.
Zweiter englischer Heeresbericht vom 28. Ap il:
Schwerer Kampf zu unfcBen Gunsten fand überall von der Socrrpe bis Acheville statt. Wir nahmen Llrleux en Echelle und feindliche Stellungen auf einer Front von über zwei Meilen nördlich und südlich deS Dorfes. Wir nachten mich nordöstlich Gavrelle und am Weslhange des GrönlarrdHügels zivischen Gav- rekle und Rveux Fortschritte. Südlich der Scarpe gewannen wir nördlich von Monchy le Preux Gelände. Der Feind mackste viele heftige Gegenangriffe mit starken Kräften und hatte durch unser Artillerie- und Maschinengcwehrfeuer schwere .Verluste. Bei Roeux und Oppy hält der starke Kampf an. Mehrere hundert Gefangene Wurden von uns während des Tages eingebrackst. Gestern wrrrden drei deutsche Flugzeuge in Luftkämpfen abgeschosscn, ein viertes wurde durch Abwehrgesckstitze heruntergeschossen.' Ein feindlicher Beobachtungs- ballvn lmrrde zerstört. Drei unserer Flugzeuge werden vermißt.
Rotterdam, 30. April. (L.-A.) Der Reuter-Korrespondent an der britischen Front drahtet vom Sams- Lrgabend. daß die deutschen Gegenangriffe von unerhörter Heftigkeit geioesen seien. Die britischen Truppen hätten sich mit kräftiger Ciitschlossenheit geschlagen. Die deu1sck>en Gasenanoriffe nötigten Bewunderung ab. Das Hand- gemenge sei imch Erllärmtgen von Generalstabsofftzieren unglaublich Wild gewesen, und cs gehe noch weiter. Man sei jetzt an jene schrecklichen Tage gekommen, Worauf man sich seit drei Jahren vorbereitet habe.
Englands Munitionsverbrauch.
London, 28. April. (WTB.) Meldung des Reuterschen Durscms. Bei der Einbringung des Gesetzes betr. die Ausdehnung des ShstemS der Vermischung von gelernten mit ungelernten oder halb gelernten Arbeitern, das bereits in den MunitiRrsfabriken unter Aufsicht der Regierung in Kraft ist, auf private Betriebe, gab der Sekretär im Muni- tionsminWrium Kellaway überraschende Ziffern über den jüngsten Verbrauch von Granaten an der Front. Er sagte: „Während der ersten Woche der jüngsten britischen Offensive '.vor unser Verbrauch an Granaten von 15 Zentimeter und darüber fast zweimal so groß wie der tn -der ersten Woche der Somme-Offensive, während der Verbrauch in der Ivetten Woche der jüngsten Offensive sechseinhalbmal so groß war wie der in der zweiten Woche der Somme- Offensive."
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Der bulgarische Bericht.
Sofia, 29. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Heeresbericht. An der mazedonischen Front von der ivestlichen Schleife der Ccrrva bis zum Doiran-Svc lebhaftes Artilleriefeuer mit Unterbrechungen. An der übrigen Front schtvache Tätigkeit der Artillerie. In der Ebeite von Serres Patronillengefechte.
Rumänische Front: Geplänkel zwischen Feldwachen. Ein russisches Flugzeug warf Bomben auf die Stadt Tulcea. Mehrere Personen der Zivilbevölkerung wurden verwundet.
Line Rede Lloyd Georges.
London, 27. ?lprit. (WTB.) Premierminister Lloyd George hat gestern! in der Guild Hall eine längere Rede gehalten, in der er u. a. sagte:
„Als ich die Aufgabe in die Hand nahm, imsere Hilssauellen zu organisieren, tat ich es, um unseren tapferen Männern die Möglichkeit zu geben, wirklich zu kämpfen. und diese Möglichkeit erhielten sie, Gott sei Dam. Sie erhielten sie dank der Anstrengungen der Industriellen und der Arbeiter und nicht zu vergessen, der Frauen unseres Landes. Hunderttausende von Frauen, die tu die Fabriken kamen, fraglm, wie sie ihren tapferen Volksgenossen im Felde helfen könnten.
Lloyd George gab dann einen Vergleich der militärischen Lage von 1915 und jetzt, und hob hervor daß damals die Engländer große Verluste an Geschützen und Gefang-eneir gehabt hätten, wahrend sie jetzt bei geringsten Verlusten mehr Gefangene machten und mehr Geschütze erbeuteten. Dos Haupterfordernis set eine starke Ausrüstung mit militärischen Kriegs- Mitteln, durch die unzählige Menschenleben erspart würden. Durch diese .Ausrüstung werde nicht nur der Endsieg gesichert, scnrdern er iverdc mich mit geringeren Lasten erkauft. Tie Deutschen wissen das. Das erklärt ihre Verzweiflung, He sie dazu trieb, auf See Seeräuberei zu begehen. Wir kommen nun zu der zweiten Ausgabe, die wir zu erledigen haben und die wir erledigcil ivollen. Die Deutschen wollen die See für jedes Schiff durchaus unpassierbar machen. Es ist für ihren Sieg notwendig, daß sie das tun und für uns ebenso notwendig, daß ihnen das mißlingt. Was ist das mindestens, was wir zu tun. haben? Wir müssen eine Bevölkerung von 45 Millionen Menschen ernähren, die nicht: mit der eigenen Erzcugimg aits- kommt. Wir müssen für die nötigen Rohstoffe und Nahrungsmittel sorgen, um die Armee $u unterhalten. Wrr müssen die Sce für den Transport von Truppeil ffrr mrfere Miierten freihalten. All das müssen 'imt gegen einen Schjwarnr von Seeräubern durchführen, d-ie unsichtbar Unter der weglosen See verborgen sind. Wir wollen die Ausgabe nicht verkleinern. Solange wir nicht voll und ganz ihre Schwere erkennen, werden wir nicht unsere ganze Kraft omwendm. sie zu lösen. Rach einigen Krittlern sollte nran denken, das; die Unters-oebovte zuerst auf der See erschienen, als Edward Carlen erster Lord der Admiralität 'wurde. Ich versichere meinen Attische' Freunden, daß di es Problem uns mindestens s ch o n 2 1 ? I ahre guäl t. Ich glaube nicht, daß die Deutschen stch anfangs darüber klar waren, was für eine Macht das U-Boot «st. Während bp letzten Monate 1916 vereinigten sie ihren Schiffbau htmptiäch'lich. darauf, die Zahl der U-Boote zu erhöhen. Schisse fcniifee* Au einem Satz von hundetttausendcn von Donnen jährlich versE
SeÄ die Deutschen beschlsssen, jedes Fahrzeug ohne Unterschied mb dr*e Wv.rmnvk zu versenken, haben sie ohne Zweifel mehr Schiffe verdenkt, aber sie haben Amerika zum Eint ritt in tz«n Krieg gebracht. Mit diesem Ansgleich bin ich durch- on* rnsriesen. toerilö ist, nachdem es lange Geduld geübt hatte, « fee* sxfe&üj «rtewntwi, daß es keinen Zweck hat, die neuttale Ma«e v»r vem Jtmdrn eines Hai zu schwenken. ES ist endgültig am urchere Seile Getreten, um dieser Pest ein für alle Male ein E»de jm ttMipn.
Es n&t **ei Wege, um die U-Boste unschädlich zu machen. Die Mber. thftrl* hier, in Amerika und in geringerem Maße auch bl %ver>H*vk setzen ihre Kraft für dieses Problem ein. Es wäre nicht kk^'g, jetzt mehr zu sagen. Wenn wir absolut sicher gehen tvsllcn, müst-m wir unsere Pläne so einrichtcn, als könnten wir pichte di« Unterseeboote miSsinbig mac^n.
Soktc tomat das PubULun an die Reche. Wie gesagt, ist unsere
Haupt; cywcerig kcit die Ernährung, denn wenn wir Hungers sterben, ist der Krieg zu Ende. Seft I<rhren wurden wir unglückticherwei se immer weniger Selbstversorger, gras die Ernährung anbelcnrgt. Was hat die Regierung gegen diesen Mangel getan? Ich fühle mich verpflichtet. Tat- Schon anzuftkhren. Als wir im letzten Dezember die Regierung übernahmen, hatte man zugelassen, daß die WeizcnbestelLung unseres Landes sich um 15 Prozeut verringert hatte. Wir begannen so mit einem Fehlbetrag. Selbstverständlich gab es im Januar den gleichen Mangel an Arbeitskräften wie im November und bedeutend schlecksteres Wetter. Wir haben, das Landwirtschafts- amt und alle landwirtschaftlichen Kriegsausschüsse im Königreich reorganisiert und ihnen neue Kontroll Vollmachten gegeben. Wir ordneten in Irland, wo Arbeitskräfte vorhanden uxrren. an, daß die Landwirte mindestens 10 v. H. mehr Land bebauen müßten. Sie haben es getan. Wir lxrben im Auslände Pstüge gekauft und jeden Dampspftug in Benutzung genommen, den wir erreick)en konntem Wir haben der Armee 40 000 gelernte Mbeiter entzogen. Auch httwin ^vird Lord Derby dem Lord French zu Dank verpflickftct Wir feuerten die Landwirte an, nicht nur durch Reden, ,sotrdern auch dadurch, daß wir ihnen die Sick)erl)eit geben, daß sie keim Verluste haben, wenn sie das Weideland umbrechen. Wir gaben auch den Landarbeitern Sicherheiten. Wclckjen Erfolg batten wir? Wir brachten in drei bis vier Monaten sieberhafter Ansttengung eine Million AercS neues Land zur Bestellung : das bebcutet weitere zwei Millionen Tonnen Nahrungsmittel. Wir tun noch mehr als das. Ich will nicht sagen, dich der Krieg -hierdurch aufhören wird, aber wir dürfen nicht wieder ein Risiko auf uns nehmen. Wenn der Deutsche weiß, daß er gewinnen kann, wenn er bis zum Ende 1918 aus hält, und indem er uns aus hungert, wird er aus halte n. Wenn er aber weiß, daß, je länger er aushält, um so schlechter der Friede für ihn sein wird, wird er viel dyer zum Frieden kommen. Darum imternehmen wir jetzt Sckwrtte für die Ernte 1918. Es ist nicht eine Minute zu früh dafür. Nach unseren Plärren iverderr drei Millionen Acre? mehr bebaut sein. Ich kann garantieren, daß niemand mis. selbst wenn wir keine Joimc Nahrungsmittel von auswärts bekommen,, aushungerrr kann. Jnzwisck>en rnüssen wir sorgfälttg jede Verschwendung vermeiden. Hilf, hilf uns dazu, du altes Land, helft rlns, ihr in den Gräben, ihr in der Fabrik, in der Küche und ihr hei der Mahlzeit: helft uns überall im Lande, und wir werderr den vollen Trücmpl) erleben. Jetzt will ich nicht sagen, daß wir veichlich Weizen l>aben. Aber wenn wir alle Getreidoarlen zusammennehmen, haben wir reichlich gute Nahrungsmittel.
Llohd George sprach dann über die Beschränkung der Einfuhr, die noch weiter verringert tverden müsse. Die Einfuhr von Holz und Erzen miiffc ganz eingestellt irrerbeit. Die Erze müsse England selbst liefern. Es müsse solange Schiffsraum gespart werden, bis die Mittel ausfiudtg gemacht seien, den U - bootbazillus zu vernichten.
Ucber die S ch i f f s n e u b a u t e n sagte Llohd George, daß dieses Jahr dreimal soviel neue Schiffe gebaut werden würden, als im vergangenen Jahre, vielleicht viermal soviel. Zum ersten Male sei jetzt auch die ganze Schiffahrt unter Kontrolle gesteNt, so daß sie, jetzt einzig die Transporte besorgen könnte, die für das Land wesentlich seien. Dadurch, ftchr Lloyd George fort, wird täglich, obgleich wir schwere Schiffsverluste haben, und selbst bet der Annahme. daß diese Verluste in demselben Verhältnis andaucru, im Juli doch ntelw Ladungstvnnage in. unsere Haien zu bringen sein, als wir im März einbrachten. Die Deutschen dachten, sie hätten tms unter gekriegt, aber sie kannten die Rasse nicht, mit der sie zu tun hatten. Wenn unser altes Land in Schivieri gleiten, gerät, überwindet es sie auf irgend eine Art und Weise irnd wird sie auch diesntal besiegen. Ich stehe nicht an, zu sagen, daß, wcitn unser Programm ausgeführt wird, das in sich schließt, daß jedertnann in ttnserm Land seine Pflicht tut, der deutsche llbootkrieg abgeschlagen wird, aber das Publikum muß seine Rationeit einhalten. Die Landwirte und Arbeiter müsseit das Land bebauen. Dte Arbeiter in den Werften urü» Fabrikcit nrüssen ihr bestes tun, um die Herstellung von Schissen zu verntehreit. Wenn wir all das ge>.eulich erfüllen, können wir dem Schlimmsten stand ha l te n. Soviel ivollte ich über die Uboote sagen, denn die Frage hat zweifellos eine große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Wir waren über die Zahlen sehr beimruhigt, aber mt veröffentlichen sie alle, denn wir wollen, daß das Publikum sie kennen lernt.
Lloyd George sagte weiter: Die Finanzkrise hat die F-inanzleute manches neue gelehrt. föd> denke, sie werden zugeben, daß sich finanzielle Dinge ereigitet l-aben, die sie nicht vorausgesehen und nicht für möglich gehalten haben. Dasselbe gilt von der Industrie, dm Soldaten und Seeleuten. Die große Urmvalzuug der Welt hat ihre Gedanken über ihren Bertis gänzlich gcäitdert. Die Zukunft tmsereS Landes hängt zum größteit Teil davoit ab, waS die Pvli- tifcr gelernt haben. Ich habe von Psäütiöern gehört, dte detttzm, wenn der Krieg zu ©ltbe sei, würden sich die alten Begriffe wieder einstellen. Vor dem Kriege gab- es fünf von einartder unabhängige Parteien, und daS Volk l-at entdeckt, daß keine derselben ein Monopol der Weisheit besitzt, und daß soaar die fünf Parteien zu- sammeit iticht das Gefäß polittsck>en Scharssimts sind und daß es mehr Dinge zwischen Hinnnel und Erde gibt, als irgend eine der fünf Parteien sich ttäurneu laßt. Das ist eine der Revolutionen, die wir in dem düsteren Feuer des Krieges sich l)äbeu ereignen! sehen. Ich hoffe und glaube nicht, daß wir die staubbedeckten! Programme irgend einer Partei wieder hervorziehen, sondern das; wir die besten Metlwden uns selbst ausdenken lverden. Die Erfahrungen von Generationen häuften sich in dieseit wenigen Winlerit an. Wir wären in der Tat tmserer großen Be- sttmnnmg tmwütdig, wenn wir alles beiseite werfen würden, um Formen nullen, die vor dem Kriege festgesetzt wordett sind. Lloyd George wandte sich dann den Reformen zu, die in der Regierungsform des gesamten britischen Reiches ein treten müßten. Die eine Million Mamt, die die Dominions und Indien gestellt hätten, müßten den Eharatter der BezielmnAen der einzelnen Teile des Reiches umformen. Die großen Opfer, die die Dominions und Indien gebracht hätten, bedingten den Anspruch ans wirkliche Parttterschaft. In Zukunft inüssc eine wirkscnne Beratung die einzige Bafis der Zusammenarbeit bilden. Die Dominions müßten in der Zuttmft befragt rverdeit, bevor gehandelt werde. Die Kricgszeit fet vielleicht nicht die beste Zeit, netke Verfassungen ans-udenkcit, aber die Reichsräte müßten wenigstens ein wirkliches Kriegskabinett bilden. Das erste, das je ab- gehatten worden sei, habe um Wert eines solchen. Rates gezeigt.
Lloyd George fuhr fort: Unsere Kollegen von den Dominions und dem großen indisckfen Reiche itahmen nicht nur an einer nur formellen skonserenz, sondern sie hatten wirklich Teil an unseren Be- rattrngen und Eittscheidungen. Sie haben neue Gedanken zu uns gebracht. Und wir brauchen neue Gedankeit, um den Karren aus den ausgefahrenen Gleisen zu bringen Eine Hauptpflicht znft'tnf- ttger Staatsbuitst wird es sein, die allen nöttgen Maßregeln zu tteffeit, um die witndervvllen Hilfsquelleit Mt erschließen, die wir besitzen. Hätten wir vor 50 Jahren unsere Bemühungen in dieser Richtung betätigt, so hätteit wir heute in unseren Dominions die doppelte Bevölkerung und die britisck>e AusNwnderung nackt ihnen gelenkt, anstatt sic in fremde Länder gehen zu lassen. Für die Zukunft haben wir beschlossen, daß das britische Reich durch engere Bande der Interessen des Handels und der allgemeinen Gescbäfts- beziehungcn verbunden werden muß. Um unsere riesigen Gebiete zu entivickeln, muß der Produktion jedes Teiles des Reiches eine besondere Förderung zuteil werden. Wir glauben, daß das System von Vorzugszöllen eingerichtet werden könnte, ohne die Nahrungsmittel zu belasten. Zurzeit, wo die Nahrungsmittel besonders kitapp sind, kann davon ntcht die Rede sein. Aber für die Zwecke der Vorzugszölle ist es nicht wesentlich. Diese Zwecke können durch andere Mittel gesichert lverden, besonders durch Verbesserungen der Verkehrsmittel zwisckfen den einzelnen Teilen des Reiches. Unser Reich hat unbegrenzte Reichtümer an Mineralien, Nahrungsmitteln, Holz und allem Nötigen. Es ist offensichtlich zum Vorteil nicht nur eines Teiles, sondern des ganzen Reiches, daß di's' Hilfsmittel aufs beste ausgenntzt werden. Ich habe nur zwei Punkte zu erwähnen. Zunächst Irland. Zur Erreichung eines gut zu'ammen- gefügten mächtigen Reiches ist es unerläßlich,- Irland aus einem mißttauischen und gesährlick>en Nachbarn in eiiteit freudigen und loyalen Kameraden zu verwandeln. Irland ist der einzige drohende Vunkt am ganzen Hon-ant. Me Parteistreitigkckteit müssen für
das allgcmemc Wohl hiurangestellt werden. Mitten in diesem großen Kriege muß alles gewöhnliche Parteigerede unterbleiben. Wenn ich für die Regelung der irischen Frage eintrete, so geschieht es, itocil ich wckiß. daß in allen Teilett Anierikas und Australiens dies für die Hauptbedingung für einen schnellen Sieg gehalten wird. Dann die indische Frage. Deutschlands größte Ent- tätlschung in diesem Kncge war Indien. Anstatt des erwartetery Abfalls fand Deutschland in Indien Loyalität und Hilssbereirsckiaft für das britische Reich. Ich meine, daß die loyalen Millionen Indiens ein Recht darauf haben zu fühlen, daß sie nicht eine unter- jochte Rasse im Reiche, sondern ein Teil der Nation sind. Alle diese Frageit erfordern staatsmännische Kühnbett. Tlengstlichkeit und Sckwachhcrzigkeit sind im Frieden verabscyeuungswett, im Kriege sind sie verhängnisvoll.
Die amerikanische Wchrpflrchtvorlage.
Washington, 29. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Renterschen Burvaus. Der Senat und das Repräsentantenhaus haben die Wehrpflicht vorla ge angelt o m m e n.
RooseveltS Armee der Freiwilligen.
Washington, 27. April. (WTB.) Das Repräsentantenhaus hat mit 170 gegen 106 Stimmen den Zufatz- antrag zum Militärgesetz adgelehnt, der Roofe Veit ermächtigen sollte, eine Armee vo n Freiwilligen für den Dienst in Frankreich auszustellen.
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Guatemala gegen Deutschland.
London, 28. April. Meldung des Reuterschen Bureaus. AuS Paris wird gemeldet, daß in einein Telegramnt atts Guatemala amtlich der Wbruch der diplomattschen Beziehungen zu Deutschland mitgctellt werde.
Kaiser Karl und seine ungarische Regierung.
B u d a p e ft, 28. April. (WTB.) Das Ungarische Telegraphen- Kvrrespondenz-Bureau meldet: Die morgige Nummer des Amtsblattes veröffentlicht folgendes an den Miitisterpräsidenten Grasen Stefan T i sza gerichtetes allerhöchste Handschreiben:
Lieber Graf Tisza! Nach meiner Thronbesteigtmg habe ich mich veranlaßt gefühlt, im Wege der unmittelbaren Berichrung die verschiedenen Richtungen deS ungarischen öffentlichen Lebens und die Auffassung der Führer der Parteien in bezug auf die Lage imd die uns vorliegenden Ausgaben näher kennen zu lernen. Ich k)abe daher Ihrem Vorschläge stattgegeben, führende Mitglieder der ungarischen Parteien ohne Unterschied der Partei zur Aitdienz zu berufen, und auf deren Bitte habe ich die Führer der Mutorität wiederholt empfangen. Nach Abschluß dieser Audienzen sehe ich keine Ursache, daß ich mich von jener Regierung trenne, welche im Abgeordnetenl)anse über eine feste Majorität verfügt und welche in schweren Zeitett nahezu vier Jahre eine in seltener Atlf- opferung und ttefcm Patriotismus geleitete zielbewußte Tätigkeit int Interesse der Verteidigung des Vaterlandes und der möglichsten Erleichterung der schweren £a<je der Bewohnerschaft des Landes ent- fallet hat, für die ich ihr mente besondere Anerkennung und meinen D ank ausspreche. Indem ich Sie und die übrigen Mitglieder der Regiertmg meines zu Ihnen auch bisher gehegten vollkommenen Vertrauens versichere, fordere ich die Regierung aus, daß sie mit der erprobten Treue auch weiterhin die Angelcgen- heiten deS Landes führe und mir entsprechende Vorschläge unterbreite, die der Nation für ihre in den entscheidenden Tagen des jetzigen Weltringcns bewiesene bewundernswerte Kraftentfaltung und für ihre patriottsck)e Haltung meine dankbare Anerkennung in einer Reihe von Volkswohlfahrtsmaßnahmeir und einer solchen Aus- delmung des Wahlrechts zum Ausdruck bringen, welche mit Berück-- s'ichtigung der Existenzberechtigung deS ungarischen Staates den gegenwärtigen großen Zetten und den durch das Volk gebrachten Opfern entspricht.
Laxenburg, den 28. April 1917.
Karl m. p. Graf Stefan Tisza m. p.
Im Anschluß an dieses königliche Handschreiben wird von zuständiger Seite ntttgeteilt, daß oft Regierung eine Reihe von Vorlagen vorbereite, die Maßnähmen der hygienischen und kultu- vcllen Fürsorge betreffen; eS sollen ferner Maßnahmen für die Versorgung der Kricgsinvaliden und Kriegswaisen getroffen werden. Ein foeii?axr Gesetzentwurf bezieht sich auf die Schaffung von Bauernstellert duvck) Erleichterung des Erwerbs von Grundbesitz ftrr die breiten Volksschichten, auch soll die Arbetter- Versicherung reformiert und ergänzt sowie ein Gesetzentwurf über die Anerkennung imd -Ordnung der Rechtsstellung der Berufsorganisationen eiugebracht werden. Weiter sollen die Bezüge der Beamten und ihre Beförderimg eine Regelung erfahren. Was das Wahlrecht betreffe, so handle es sich darum, die demokratische Wahl- vetzorm vom Jahre 1913 zu ergänzen. Es sollen u. a. außer den gedienten Unterosfizieveit, denen das Wahlrecht durch die frühere Wahlvefvrm verliehen worden ist, auch die Inhaber der Tapferkettsmedaille Stimmrecht erhalten. Die Negierung verschließt sich nicht der Erwägung werterer Vorschläge, die die demokratische Wahlreform vom Jähre 1913 eitttprechend ergänzen, ohne daß jedoch die Grundprinzipieit dieses Gesetzes erschüttert werden oder die führende politi,che Stellung der Intelligenz gefährdet wird.
§eektteg.
Ein neuer Angriff gegen die englische Küste.
Berlin, 28. April. (WTB. Amtlich.) Am 26. April nachmittags griffen englische Grotzkampfflug- zeuge einige vor der flandrischen Küste kreuzende Torpedoboote und dm Hafen von Zeebrügge erfolglos mit Bomben an. In dem anschließenden Luftgefecht wurde ein englisches Grotzkanrpsflugzeug durch einen unserer Sceürmpf-Cinsiher abgeschossen. Ein hinzukommendes französisches Flugboot wurde gleich daraus durch unsere Mstm- batterien anher Gefecht gesetzt. Drei Insassen und das Flugboot konnten geborgen werden.
Deutsche Seestreitkräfte führten in der Nacht vom 26. zum 27. April eine llnteruehmung gegen die Themse- Mündung aus. Als sich auf dem Wasser kein Gegner zeigte, wurde der Hafen Margate mit dm dazu gehörigen Befestigungsanlagen nachdrücklich beschossen. Die feindlichen Landbattcrim crwiderlen das Feuer lebhaft, aber erfolglos. Unsere Seestreitkräfte sind ohne Beschädigungen und Verluste zurückgekehrt.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Die bisherige Beute der tt-Boote.
Berlin, 29.April. (WTB. Amtlich.) Im Ntonat März sind nach endgültiger Feststellung insgesamt 45 0 Handelsschiffe nnt 886 600 Bruttoregistertonnen durch kriegerische Mahnahinen der Mittelmächte vernichtet morden; davon 345 feindliche Schiffe mit 689 000 Tonnen, von denen 536 000 Tonnen englisch sind. Ferner wurden 6 Schisse, darunter drei feindliche mit insgesamt 39 500 Tonnen, schwer beschädigt, deren Schiffsraum auf längere Zeit für den Handelsverkehr ausfällt.
Seit Kriegsbeginn bis zum 31.März 1917 sind damit und unter Hinzurechnung der im Laufe des letzten Vierteljahres nachträglich bekannt gewolHenen Kriegsverluste 5 711 000 Bruttoregistertonnen feindlichen Handelsschifss- ramns verloren gegangen. Davon sind 4 37 0 000 Tonnen englisch; dies sind 23 Prozent der englischen Gesamttonnage der Heimathandelsflotte zu Anfang des Krieges.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.


