Ru» Stadt und Land.
Gießen. 17. Aprtl 1917.
** gliche Personalnachrichten. Der Großharzog
***** 14 Uprrl dre tnm der Stadtvewrdnetenversammlnng zu Alzey getroffene Wahl des Kaufmanns Enril Kord-Ruwisch Mm Beigeordneten der Stadt Alzey ans die Dauer von sechs Jahren bestätigt.
** Die Musterung der in 1899 geborenen ^ a ndsturmpflichtigen ist durch das Krie-gsnriniste- worden; sie findet in der Zeit vom 18. bis 77 v^J}l , ' in Gießen in der Turnhalle der Stadtmädchen-
8) statt. Näheres siehe Bekannttnachnng.
Der Sommerfahrplan beginnt in diesem Jahre nicht, wie bisher üblich, am 1. Mai, sondern erst am ..^5 um .Der Fahrplanentwurf wird gegen Ende dieses Monats erscheinen.
**. fall. Von den frühen Morgenstunden an
hatte em dichtflockiger, langsamer Schneefall eingesetzt, wie inan chn sonst nur im tiefsten Winter gewohnt ist. Da Lust und Erde sich vorher nicht abgekühlt hatten, blieb in der ^istdt der Schnee nicht einmal auf den Dächern liegen. Von Z l 2 uhr ab ließ der Flockenfall wieder langsam nach, ohne datz sich jedoch der Himmel ausklürte.
** Verteilung von Kunsthonig. Die Ausgabe von Kunsthonig oder Sirup erfolgt von Donnerstag, den 19. April 1917 ab gegen Barzahlung und Rückgabe der Aus- lveisnummern. Es eiitfalleu auf die Person entweder 250 Grainm Kunsthonig oder 250 Gramm Sirup. Der Kleinver- kauss-Höchstpreis für das Pfund Kunsthonig beträgt 55 Pfg. mrd für das Pfund Sirup. 35 Psg. Näheres siehe Bekanntmachung.
Eraebnifse der 6. Kriegs-Anleihe.
** ?6ct unserem Gteßener Bataillon sind zur sechsten Kriegsmrleihe zusanrmen 156 964 Mart gezeichnet worden. Eine stattliche Summe, wenn man bermksichtigt, daß das Bataillon zurzeit nicht besmiders stark ist, und daß es größtenteils aus jungen Leuten besteht, die nicht über besondere Gelder verfügen, so daß sich die Summe hauptsächlich aus einer großen Anzahl von Keinen Beträgen zusanrnrensetzt.
Lich, 17. April. Bei der hiesigen Spar- und Tarlehnskasse
c. G. m. b. H. sind zur sech st en Kriegsanleihe von 80 Zeich- nern die Summe von 154 500 Mk. gezeichnet worden.
4- O r tenberg, 17. April. Bei der hiesigen Bezirks spar kasse wurden zur 6. Kriegsanleihe gezeichnet: von Privatzeichnern 250 500 Mk., von der Kasse selbst 210 000 Mk., zusammen also 460 500 Mk. Bei den bisherigen 5 Anleihen 1 317 000 Mk.,
d. h. 40 Prozent des Einlagebestandes, zusammen also jetzt I 777 500 Mk. Bei der Vorschuß- und Kreditkasse wurden zur 6. Kriegsanleihe gezeichnet: von Privatzeichnern 106 400 Mk., von der Kasse selbst wieder 30000 Mk., zusammen also 136 400 Mk. Außerdem wurden bei den: Postamt Ottenburg 40 000 Mk. gezeichnet, so daß das gesamte Ergebnis bei den diesigen Zeichnungs- steilen 636 900 Mk. beträgt. Noch keine Anleihe wies ein so hervorragendes Ergebnis auf.
Butzbach, 17. April. Auf die sechste Kriegsanleihe sind hier 5,270 Millionen Mark gezeichnet worden. Das Ergebnis der fünften betrug 3,82 Millionen, der vierten 3,97 Millionen.
Q. Bad-Nauheim, 17. Aprü. Zur sechsten Kriegs- anleihe wurden gezeichnet beim Spar- und Vorschuß verein rund
600000 Mk., bei der Landesvank 420000 Mk., Kaiserliches Post>- amt 20 000 Mk. Tie Angehörigen des Reservelazaretts zeichneten besonders 205 750 Mk. Zwei Kompagnien des Landsturmbataillons Friedberg zeichneten 57 700 Mk. Tie Volksschule setzte für 2898 Mk. Kriegssparkarten ab, die Ernst-Ludwig-Schule für 2385 Mk.
T a r m st a d t, 17. April. Die Sonnlagszeichnung auf die sechste Kriegsanleihe bei der Städtischen Sparkasse in Tarmstadt brackste ein über alles Erwarten günstiges Ergebnis. In rund 260 Posten wurden rund 150 000 Mk. gezeichnet. — Tie Sparkasse selbst hat ihre Gesamtzeichnuug um 1 Million auf 7 Millionen erhöht.
Worms, 17. April. Hier wurden aus die s e ch st e Kriegsanleihe 23 078 Millionen Mark gezeichnet gegenüber 21,423 bei der vorherigen Anleil-e.
st Marburg, 17. April. Die Sparkasse der Stadt Marburg zeichnete auf die sechste Kriegsanleihe weitere 500 000 Mk., so daß die Gesamtzeichnung zwei Millionen beträgt.
Kassel, 17. Aprü. Die Zeiäpmngen auf die sechste Kriegsanleihe haben hier ein außerordentlich gutes Ergebnis erzielt. Siet betragen 138,7 Millionen Mark gegen 94,9; 97.2; 102; 67,6; 41 bei den früheren Anleihen.
Ul. Limburg, 16. April. Zn wrserer Stadt wurde folgendes Zeichnnngsergebnis festgestellt: Kreissparkasse 2,1 Million (stinfte Kriegsanleihe 1,5 Million), Vorschußverein 1 Mülion (fünfte Kriegsanleihe 0,6 Million», Lamdesba:<u 1 Million gegen die gleiche Summe bei der fünften Kriegsanleihe. Die Zeichnungsergebniss« bei den hiesigen ^Privatbanken übertveffen ebenfalls die vorige Anleihe. Unsere Srodt brachte demnach rund eine Million Mark mehr auf, als bei der fünften Kriegsanleihe.
= Frankfurt a. M., 16. April. Den bisher vorliegenden Vieldungen zufolge sind bei den verschiedenen hiesigen Zeichnungsstellen wesentlich höhere Beträge gezeichnet worden, als bei der fünften Anleihe. Es melden u. a. an : Frankfurter Bank 33 Mill. (bei der fünftein 25 Mill.), Mitteldeutsche Kreditbank lsämlliche Ziveigstellen) 124 Mill. (fünfte 98,5 Mill'.), Deutsche Vereins^ bank'20 589 400 Mark (16 643 230 Mark) Buß L.Herz 9 343 000 Döark (4004000Mart). Ein hiesiger Trirppenteil zeichnete vier Millionen. Die Truppen im Bereich des 18. Armeekorps zeick?- neten 30 Millionen, ein Reserv-elazarett 720 000 Mark, ein anderes 300 000 Mark.
Mainz, 17. Aprü. Tie sechste Kriegsanleihe brachte das Ergebnis von 40 412 Millionen, die fünfte Kriegsanleihe von 35166 Mark. '
Köln, 17. Aprü. Das Ergebnis der sechsten Kriegsanleihe erhöhte sich gegenüber 208 Millionen Mark bei der fünften Kriegsanleihe aus 245 Millionen Mark.
Berlin, 17. April. Tie Zeichmnrgen für die sechste Kriegsanleihe haben bei den vierzehn Großberliner Gemeinden und Kreissparkassen zusammen 147,7 Mülionen Mark ergeben.
Dresden, 17. April. Hier wurden 203 Millionen Mark auf die sechste Kriegsanleihe gezeichnet, gegenüber 176 bei der fünften .und 167 bei der vierten Anleihe.
*
Landkreis Gießen.
, z. Geilshausen, 17. Aprü. Fahnenschmied Unteroffizier Heinrich Niebergall, bei einem bayrischen Fußattilleric-Regi- ment, wurde zum Obersahnenschmied und Sergeünten befördert.
** Großen-Buseck, 17. April. Der Cöesreitc Heinrich Merz II, der seit Kriegsbeginn im Felde steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse und mit der Hessischen Tapserkeits-- medaüle ausgezeichnet. Er war voriges Jahr vernmudet.— Kanonier Wilhelm Merz, der seit Kriegobeginn im Felde steht, wurde mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.. — Musketier Phüipp Merz, der seit einem Jahr im Felde steht, ronrde mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. Alle drei sind Söhne von Heinrich Merz I.
Kreis Büdlügen.
d. Nidda, 17.'Aprü. Bei der hiesigen Bezirkssparkasse wurden zur 6. Kriegsanleihe 1414M0 Mk. gezeichnet, 300 000 Mk. mehr als zur 5. Kriegsanleihe.
Kreis Schotten.
e. Schotten, 17. Aprü. Zugunsten der Unterkunft und kostenlosen Verpflegung heimatloser Urlauber im Lehrerheim hat Lehrer Phil. G r 0 eb e in Worms den Betrag! von Mk. 1250 aufgebracht. Ueber die Osterfeiertage iveilten wieder 4 Heimatlose im Lehrerheim. 20 weitere Soldaten sind gemeldet.
l iocri •• lobten*
Die FriedenSfrage.
Stockholm, 16. April. Die Revolution des Arbeiter-- und Soldatenrates ist, was die Friedensfrage angeht, ein. Kompromiß. Die Regierung hatte sich verschanzt hinter die Erklärung des Selbstbestimmungsrechts. Die Radikalen sahen hierin eine imperialistische Erklärung, die gemäßigten Kreis eglaubten, die Regierungsäußerung sei mit der von der Partei erhobenen Forderung eines annexionslosen Friedens nicht vereinbar. Die Regierung werde eine Erklärung wegen ihrer Stellung zur Friedensfrage geben müssen. Der Friedenswillen des Arbeiterrats ist zweifellos.
Bern, 16. April. Ueber die Erklärungen der Mittel^ machte in der Friedenssrage schreibt der „Bund". Diese beiden offiziösen Erklärungen sind in der Entwicklung der Friedensfrage von größter Wichtigkeit. Es wird darin festgestellt, daß die Kriegszielc, welche sich die Russen ausgestellt haben, mit denen der Zentralmächte nicht unvereinbar sind.
Mangel in England.
Amsterdam, 17. April. Nach hier vorkiegenden Meld-ungerr aus London ermahnen die Blätter nachdrücklich zur Sparsamkeit beim Brotoerbrauch. „Daily Mail" schreibt, der Mängel an Weizen sei eine nicht weg zu leugnende und schreckliche Tatsache, die zun§ Teil eine Folge der schlechten Ernte und znm Teü darauf zurück- zuführen sei, daß der Schiffsraum infolge der Requirierung dort Schissen für Armee nnd Flotte und infolge des U-Bootkricges ab- genommen habe. Nur wenn man sich streng an die vor geschriebene Rationierung halte, könne man hoffen, den Feind zu besiegen.
Reims.
Paris, 17. April. Petit Journal meldet, daß Lenoir, der Abgeordnete von Reims, berichte, die Deutschen beschossen die Stadt, respektierten jedoch die Kathedrale. Seit der neuen Beschießung hätte nur ein einziges Geschoß die Abtei Saint Remy getroffen.
Getötete Deutsche in Brasilien.
Haag, 16. April. !Aus Paris kommt die Nackuricht von Buenos Aires: Bei den ersten Unruhen und Demonstrationen wurden fünf Personen getötet. Später ist die Zahl der Toter: noch gestiegen. Bei dem Angriff des Pöbels auf das Gebäude der deutschen Gesellschaft feuerten die Deutschen von den Dächern aus zu ihrer Verteidigung mit Revolvern und Gewehren durch die Fernster auf die Massen.
Haag, 17. Aprü. (L. A. und B. T.) Laut Meldung de§ Hob« landsch Nieuwesbüro aus Buenos Aires seien die deutsche Gesandt schuft und das deutsche Konsulat von dem Straßenpübel geformt und in Brand gesteckt worden, der aber bald gelöscht worden sei. Unter dem Ruse: „Tötet die D-eutschen!" sei der Pöbel durch die Straßen gezogen. Es sei zu heftigen Kämpfen mit der Polizei gekommen, wobei eine große Anzahl Personell verwundet wurde. — Die United Preß meldet aus Buenos Aires: Beim Angriff des Pöbels aus die deutsche Gesandtsäiaft hätten die Deutschen auf den Dächern gestanden und zur Verteidigung mit Revolvern und
Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen.
Betr.: Die Musterung der in 1899 geborenen Land- ftnrmpftichtigen.
Die Musterung der in 1899 geborenen Landsturrnpflich- vgen ist durch das Kriegsmrnisterium angeordnet worden, sie findet in der Zeit vom 18. bis 24. Avril 1917 in Gießen, in der Turnhalle der Stadtmädchenschule tSchillerstraße 8i statt.
Die'"Ladung der in der Stadt Gießen wohnenden Landsturmvflichtigen erfolgt durch besondere Gestellungs^ befehle, die Pflichtigen in den Landgemeinden werden durch die Bürgermeistereien geladen.
Wer durch Krankbeit am Erscheinen im Musterungslokale verhindert ist. hat beglaubigtes ärztliches Zeugnis, aus dem Geburtsdatum und Wohnort erstchilich ist, bei der Großherzoglichen Bürgermeisterei seines Aufenthaltsorts abzugeben.
Die Pflichtigen haben in ordentlichem Anzuge und reinlich am Körper zu erscheinen.
Wer Brille trägt, hat diese mitzubringen.
Nichtgestellung wird nach den Militärgesetzen bestraft.
Wer die Anmeldung zur Stammrolle versäumt hat, hat dies sofort nachzubolen.
Gießen, den 12. April 1917. 30768
DerZtvtlvorsitzende der Ersatzkommiston des Kreises Gießen
I. 33.: Hemmerde.
Vorstehende Bekanntmachung wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
Gießen, den 16. April 1617.
_ Der Oberbürgermeister: Keller. _
Verteilung von Kunsthonig.
1. Die Ausgabe von Kunsthonig oder Sirup erfolgt von D,onnerstaa, den 19. Aprit 1917 ab gegen Barzahlung und Rückgabe der Ausweisnummern.
Mit Rücksicht auf die.geringe Menge des zur Verfügung stehenden Sirups und die Sckpvierig- keiten der Verteilung in kleinen Mengen gelangt bei folgenden Geschäften ausschließlich Sirup zur Ausgabe:
1 Ehr. Biecker^ Neustadt,
2. Konsumverein, Schanzenstraße,
3. Konsumverein, Aftermeg,
4. Konsumverein, Bleichsträße,
5. Konsumverein, Neuen Baue,
6. Emil Fischbach, Seltersweg,
7. Adolf Geisse, Seltersweg,
8. Kalkhoß Nachfolger, Westanlage,
9. H. Kalbfleisch, Liebiastraße,
10. Kaisers Kasfee-Geschaft, Kirchenplatz,
11. Jakob Maternus, Klinikstraße,
12. Adolf Plack, Neuen Bäue,
13. Ludwig Slchmitt, Kaiser-Allee.
Bei her nächsten Verteilung von Sirup werden nach Möglichkeit andere Geschäfte berücksichttgt.
2. Es entfallen auf die Person
entweder 250Sramm Kunsthonig oder 250 Gramm 5lrup.
3. Der Kleinvcrkaufs-Höchstpreis für das P!sund Kunsthonig betrügt 55 Pfennig und für das Pfund Sirup 35 Pfennig.
Kleinhandelsgeschäfte, die die festgesetzten Höchstpreise überschreiten, Haber: außer strafrechtlicher Verfolgung den Ausschluß von weiteren Zuteilungen zu gewärtigen.
4. Beschwerden gegen Geschäfte, be: denen Un
regelmäßigkeiten bei 'der Abgabe Vorkommen, sind dem Lebensmittelamt mitzuteilen. 30816
Gießen, den 16. April 1917.
T er O l'crbürgermeister: Kell e r.
Bekantttmachttng^
Das im Abdruck nachstehende Programn: der neu- gegründeten Gartenbaukolome Gießen ivird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht. 30496
Gießern, den 13. April 1917.
Der Oberbürg ermei ster: Keller^
Programm.
Die Gartenbau- Kolo nie Gießen ist an der Akademischen Bersuchswirtsckiaft des Landwirtschaftlichen Universüätsinstituts Gießen errichtet und an die Aliccschule (Haushaltungs- und H a n d a r b e i t s s ch u t e) in Gießen angeschlossen.
Die Gartenbaukolonie Gießen ist Mutteranstalt für Gartenbau kolonien im Großherzogtum H essen.
Die Anstalt untersteht einem Kuratorium, dessen geschäftsfühvender Ausschuß die Verwaltung führt. Zurzeit gehören dem geschäftsführenden Ausschuß Frau Gsheimrat Gaü-Gießen, Neustadt Nr. 32, Frau Major Dr. Kran:er-Gießen, Ludwigsplay 10, Herr ßle- ^heimrat Prof. Dr. Fromme-Gießen, Bleich'tr. Nr. 20, und Herr Professor Dr. Gisevübs-Gießen, Moltkestraße Nr. 4 <m.
Lehrziele:
1. Die Ausbildung von Lehrerinnen für Gartenbaukolvnien erfordert zwei Sommer und zwei Winter.
2. Die Unterweisung künftiger Hausfrauen in Stadt und Land erfordert einen Sommer, an den ein Winter an geschlossen werden kann.
Die praktische Unterweisung erfolgt in der 150 Morgen großen akademischen Bersuckrswirtschaft. Sie uni saßt
1. Feldgärtnerei^ (Feldgemüsebau, Genmsedün- gungsversucl^c, Gemüsemustergarten, Genmsesortenzüch- tung, Gemüsesamenbau, Gernüsetveiberei, Gemüsekonservierung, Gemüsedarren aus einer Zimmer-
' mannschen Darre mit Krastbetrieb, Spargel-, Rhabarber-, Erdbeerkulturen),
2. O b ft b a u (Obstbauinpstege in dem städtischen Obft- muttergarten, Veredelung, Pflanzen, Obstbaumschnitt),
3. P ra ktische n P flan zen schutz (Bekämpfung von SchMingen aller Art),
4. Geflübcl- und Kleintierhaltung (Brut, Mast, Eiergewinnung),
5. G f l a n z e n z ü ch t u n g (Getreide-, Klee-, Gräser-, Kartoffelzüchttmg),
6. Samenkontrvlle in der Samenkontrollstelle des Landwirtsck>astlichen Instituts,
7. Feldarbeiten in der akademischen Versuchs,virt- schcrft nach Maßgabe verfügbarer Zeit.
Der theoretische Unterricht gliedert sich in folgende Fächer:
1. Ländliche Naturkunde (Boden und Boden- behandlung,^ Dünger, Pflanzenkunde, Tierkunde),
2. Theoretischen Unterricht im Gartenbau (Pflauzen-Aubainnethoden, Gerätekunde),
3. Handarbeitsunterricht (Stticken, Nähen, Flicken. Stopfen),
4. H a u s w i r t s ch a f t l i ch e Buchführung.
. An der Alice schule (Haushaltsschule) können folgende Kurse genommen loerdeu:
1. Schneiderkursus,
2. Kochkursus.
3. Weißnähe, und Hcmdarbeitskursus,
4. Bügelkursus, oder
5. ein vollständiger Kursus der Haushaftungsschnle.
Die Ausbildung zur Lehrerin erfordert die Teilnahme an weiteren Kursen in der, Miceschule (Pädagogik mit Lehrprobe, Deutsch und Bürgerkunde, Gesimdheits- lehrc, Chemie und Nahrungsmittellehre, Buchführung).
Auf nahmcbe di n g un gen.
Alter. Die SchiÜerinnen können im Alter von 14 Jahren ausgenommen werden, falls sie kräftig genug sind. Ein reiferes Alter ist erwünscht.
Für die Ausbildung zur Lehrerin an einer Garten-- baukolonie ist bei der Aufnahnie ein Lebensalter von wenigstens 16 Jahren erforderlich.
Unterbringung. Soioeit die Schülerinnen nicht in .Gießen wohnen oder selbst für Uitterkunft sorgen.
können ihnen Pensionen Kugewies-en werden.*) Die Wahl der Unterbringung ist von der Genehmigung des ge- schäftsführenden Ausschusses abhängig.
Internat. Eine kleine Zahl von Schülerinnen kann in dem Internat der Zllieeschule (in der Vorstadt Gießens an der Nordanlage belegen) imtergebracht werden. .Die Vergütung für volle freie Station beträgt 100 Mk. monatlich.
Kursusdauer. Der Sommerkursus beginitt Mftt- woch nach Ostern und endigt am 31. Oktober: der Winter- kursns beginnt am 1. November und endet in der zweiten Hälfte des März. Ferien sind zu Pfingsten und zu Weihnachten vorgesehen.
Vorbildung. Die Volksschule muß mindestens ganz, eine höhere Mädchenschule mindestens bis zur zweithöchsten Klasse einschließlich besucht sein. Ueber die Zulassung zum zweiten Jahreskursns (Ausbildung zur Lehrerin) entscheidet der geschäftsführende Ausschuß.
Lehrrräfte. Die Anordnung, Leitung und Beaufsichtigung der praktischen Unterweisung übernimmt die akademische 33crsuchswirtschaft des Landwirtschaftlichen Jnstitttts, den theoretischen Unterricht geben die Lehrkräfte der Aliceschule und die Jnstitutsassistenten.
Schulgeld. Für die praktische Unterweisung tvird ein Schulgeld nicht erhoben, doch sind die Schülerinnen durch ihre Anmeldinig zur Absolvierung >des ganzen Sommerkursus verpflichtet. Für den theoretischen Unterricht iverden für einen Sommerkursus je 30 Mark im voraus zu entrichten sein. Für die Kurse in der Aliceschule werden im Winter erhoben
1. Schneiderkursus (3—6 Vconate) 24—60 Mark, mit Pension 100 Mark monatlich mehr,
2. Kochkursus (3 Monate) 110 Mark einschließlich des Mittagessens' an den 3—4 Kochtagen wöchentlich, mit Pension 260 Mark mehr,
3. Wcißnäh- und Dandarbeitskursus (3—6 Monate) 22 bis 50 Mark, mit Pension 100 Mart monatlich mehr, oder
4. Bügelkursus (3—6 Monate) 20 Mart, ober
5. ein vollständiger Kursus der HmiÄ)altimgsschule (5 bis 6 Monate) 350 Mark einschließlich Mittagessen und Nachmittagskaffee, mit voller Pension 350 Mark mehr.
Es können mehrere Kurse gleichzeittg genommen werden.
Ausnahmen. In einzelnen Fällen kann Befreiung vom Schulgeld durck? den geschäftsfi'chren- den Ausschuß gewährt werden.
Nur in vereinzelten Fällen kann ausnahlnswcise ein späterer Eintritt durch den geschäftssührenden Ausschuß geslattet werden.
Zeugnisse. Ueber die Teilnahme an den Sommer- wie Winterkursen werden durch den geschäftsführenden Ausschuß Bescheinigungen erteilt. Ein misführliches Zeugnis erhalten nur diejenigen Teilnehmerinnen, dix sich einer Prüfung unterziehen.
Geschäftsführung. ?llle Anmeldungen, Anfragen. Zahlungen, Sendungen aller Art sind an die Adresse „Landwirtschaftliches Institut Gießen, S e n ck e n b e r g st r a ß e 1 5 A" zu richten. In dem Institut, zweiter Eingang, befindet sich das Geschäftszinimer eine Treppe hoch (Zimmer 14).
Den Schülerinnen stetst es jederzeit frei, sich mit Wünschen nnd Anliegen jeder Art an ein jedes Mitglied des geschäftssührenden Ausschusses schriftlich' wie mündlich zu wenden. _
1917 kann der Sommerkursus erst am 46. April beginnen der Eintritt von Schülerinnen durch den schäftsführer auch noch bis am 23. April gestattet werden.
*) Zum Preise von etwa 75 Mark.
Montag, den 23. Avril lfd. nachmittags 2 Nbr, werden im städtischen Hospital. SelterSweg 11. die im Jahre 1915 gefundenen Gegenstände, sowie verschiedenes Mobiliar, sonstige HauSbaltnngsgegenstände und verschiedene Kleidungsstücke versteigert. 13V741
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Durch den Besuch der Unterstufe genügen j Kinder unt. 14 Jahren dergesetz’ichenSchiü- j pflicht (Minist. Verfügung vom 13. V. 14).
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