Ausgabe 
17.4.1917 Erstes Blatt
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möchte ich das Mott»: kleine Gewinne mtb rasche Bedienung cm* empfehlen. Den Sclnffbauern möchte ich es ans Her^ legen, daß das Leben und der Krieg von ihnen abhängen. Lebensmittel und Krregsmaterial müssen über die See gebracht werden, o h n e R ü ck - ficht, wieviele Schiffe versenkt werden. Schiffe, die verloren gehen, müssen ersetzt, sofort ersetzt Verden Dem Berg- mann rufe ich -u, daß die Armee und die Staatsmänner hilflos find, JhfcTtn er nachlässig ist oder versagt. Den Munitionssabrikanten rufe ich zu. daß die Nation von ihnen erwartet, daß sie alle Zwerge der Fabrikation beschleunigen und vervollkommnen, den Angestell­ten. daß jeder Mensch, der fein Land und dessen Freiheit liebt, aus ihre Dienste rechnet. Zum Schlüsse fordert Wilson auf, sparsam zu sein und sich einzuschränken.

Brasiliens Abbruch der Beziehungen zu Deutschland.

Berlin, 16. April. (WTB.) Ter hiesige brasilianische Gesandte überreichte dem Staatssekretär des Auswärtigen Am­tes, Zimmer mann!, eine Note, der zufolge die Beziehungen zu Deutschland abgebrochen und die Pässe für die Gesandtschaft und die Konsulate erbeten werden. Als Begründung hierfür wird die Zerstörung des brasilianischen DampfersP a r a n a" durch deutsche Seestreitkräfte angegeben. Die Note nimmt Bezug auf die früheren Erklärungen Brasiliens, worin die Verantwortung für die im Wider­spruch zum Völkerrecht erfolgenden Verletzungen von brasilianischen Staatsangehörigen, Waren und Schiffen Deutschlaird überlassen worden sei und der kaiserliche gesandte bereits auf die Folgen aufmerksam gemacht wurde, die jeöer Angriff auf brasilianische Schiffe haben würde und zwar betrachte die brasilianische Regierung es als gutes Recht, daß kein brasilianisches Schiff auf irgendwelchem Meere unter irgendeinem Vorwände angegriffen werden dürfe, selbst wenn es Konterbande führe, da die kriegführenden Mächte alle Arten von Waren unter diesen Begriff gestellt hätten. Die brasilia­nische Regierung sei bereit, pflichtgemäß die Freiheit der Schiff­fahrt und die Lebensinterenen Brasiliens zu verteidigen. Der DampferParana" sei unter folgenden Umständen versenkt worden. Er sei mit verminderter Geschwindigkeit unter vorschriftsmäßiger Beleuchtung gefahren, habe den NamenBrasilien" getragen, sei nicht zur Unterbrechung der Fahrt aufgefordert und ohne vorherige Warirung, ohne daß Widerstand geleistet wurde, torpediert und be­schossen worden. Das deutsche U-Boot habe ihm keinen Beistand ge­leistet. Ties alles stelle gegenüber den freundschaftlichen Beziehun- gen zynischen Brasilien und Deutschland einen feindlichen Akt dar. Cs fei hierdurch großer Sachschaden sowie namentlich Tod und Ver­wundung brasiliamscher Staatsangehöriger im Widerspruch zu den Grundsätzen des Völkerrechts und zu den von Deutschland selbst an­genommenen Konventionen verursacht. Ta diese Handlungsweise gegen die früheren von der brasilianischen Regierung abgegebenen) Erklärungen verstoße, halte der Präsident weitere diplomatische Er­klärungen und Verhandlungen nicht mehr für möglich. Für den deutschen Gesandten in Brasilien, dem die Pässe zuge stell lt seien, und das Personal der Gesandtschaft und Konsulate werde ein Dampfer von Rio de Janeiro nach Amsterdam zur Verfügung ge­stellt 'werden. Den Schutz der brasilianischen Interessen in Deutsch­land übernehme die Schweiz.

(Annrerknng der Redaktion: Wie wir erfahren, ist der Dampfer Parana" am 4. April nördlich Barsleux im englischen Kanal, also im Sperrgebiet, versenkt worden. Da vor dessen Befahren durch die allgemeine Ankündigung des uneingeschränkten U-Boot- krieges rechtzeitig ausdrücklich gewarnt wurde, bedurfte es einer besonderen Warnung rricht.)

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Zu dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen Brasiliens zu Deutschland schreibt dieNordd. Allg. Ztg.".

Es ist kaum anzunehmen, daß der wirkliche Grund für den Abbruch der Beziehungen dir Torpedierung derParana" ist, vielmehr wird auch hier wie bei China der Druck der Ber­einigten Staaten und der Entente ausschlaggebend ge­wesen sein. Brasilien stand vor dem Kriege mehr als die übrigen beiden großen südamerikanischen Länder, die sich anscheinend uns gegenüber einstweilen neutral verhalten wollen, unter dem Ein­fluß der Union, namentlich weil es für seinen Kafsevabsatz größten­teils auf den nordamerikanischen Markt angewiesen war und dafür günstige Bedingungen braucht. Infolgedessen mußte es schon früher als Gegenleistung erhebliche Konzessionen auf wirtschaft­lichen Gründen und Gebieten machen. Während des Krieges ver­schlechterten sich die lange Zeit im argen liegenden Finanzen Bra­siliens. Doch es kann eine Errettung aus dieser Lage nur von den mit dem^ (pelde der Entente gesätttgten Vereinigten Staaten er­hoffen. Sollte sch Brasilien auf Betreiben der Entente an den in seinen Häfen liegenden deutschen Schiffen oder cm Personen, Hab und Gut der deutschen Kaufleute vergreisen, so möge es sich bewußt sein, daß Deutschland eine solche Handlungsweise nicht vergessen und früher oder später Mittel und Wege finden würde, das Land hierfür verantwortlich zu machen.

Chile.

Wien, 16 .April. (WTB.) Meldung des Wiener Kor­respondenz-Bureaus. Der chilenische Gesandte teilte im Aus­wärtigen Amte namens seiner Negierung mit, daß die Re- pitblik Chile gegen die Monarchie und das Deutsche Reich auch weiterhin Neutralität beobachten werde.

Eine Neutralitätserkrärnng Mexikos.

Mexiko, 16. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldimg des Reuterschen Vurecals. C a r r a n z a erklärte im neuen Kongreß, daß Mexiko in dem Weltkriege strikte Neutralität einhal- ren wird.

Die Revolution in Rußland.

Neue Beschlüsse des Arbeiter- und Soldatenrates.

Petersburg, 16. April. (WTB.) Meldung der Pe­tersburger Telegraphenagentur. Der allgemeine Kongreß des Arbeiter- und Soldatenrats aus ganz Rußland bemckete gestern übend feine Beratung über die Haltung gegenüber der provisorischen Regierung und nahm folgende Entschließung an:

1. Die provisorische Regierung, die wahrend der RevoliNivn iit Uebereinstimnnmg mit dem Arbeiter- und Soldatenrat von Petersburg gebildet wurde, veröffentlicht eine Erklärung, die ihr Programm angibt. Der Kongreß stellt fest, daß dieses im Prinzip die Anspruch? der russischen Demokratie enthält, und daß die provisorische Regierung die bisher ein gegangenen Ver­glicht ungen treulicher füllte.

2. Der Kongreß fordert die gesamte russische revolutionäre Demokratie auf, sich um den Arbeitern und Soldaten- r a t zu scharen, der der Mittelpunkt der organisierten denro- kratischen Kräfte ist, die zusammen mit den anderen fortschrittlichen Kräften in der Lage sind, jeglichen Versuch einer Gegenrevolution abzuweisen und die (Nrungeirsckiaften der Revolution zu befestigen.

3. Der Kongreß ist überzeugt von der Notwendigkeit einer dauernden politischen Kontrolle und von der Not­wendigkeit seines Einflusses auf die provisorische Regierung, um diese zum 'tatkräftigsten Kampf gegen die. antirevolntionären Kräfte anzutreiben: ferner von der Notivendigkeit der Einflußna'hüie, um ite zu verpflichten, das gesamte Leben Rußlands zu demokratisieren und einen gemeinsame:: Frieden vorzubereiten ohne An­nexionen und Kriegsentschädigungen, aber auf Grimdlage der freien nationalen (Entwicklung aller Völker.

4. Ter Kongreß lelptt zwar die Beranttvortung für die gesamte Tätigkeit der provisorischen Regierung ab, fordert aber die Demokratie auf, sie zu unterstützen, msotveit sie die Errungen''chatten der Revolution zu befestigen sucht und ihre aus- wattige Politik sich nicht auf Bestrebungen nach Gebietsausdehnung gründet.

o. Der Kongreß fordert die revolutionäre Demokratie Rußlands auf, sich um den Arbeiter- und Svldatenrat zu scharen und sich bereit zu 'halten, kräftig jeden Versuchs der Regierung zurückzuweisen, sich mit der Demokratie in Widerspruch zu setzen oder auf die Aus­führung der' eingegangenen Verpflichtungen zu verzichten.

Tie Entschließung wurde unter allgemeinem Beifall einstimmig cntgenommrn.

Die FriedeuSanssichtert.

A m ste r d a m , 16. April. (WTB.) DasAllgemeen Handelsblad" führt unter dem 15. April aus, während der ganzen Kriegsdauer sei niemals ein günstigerer Mo­ment für Friedensunterhanblungen auf einer für alle Kriegführendem: befriedigenden Grundlage gewesen, als im gegenwärtigen Augenblick, nmal da die enormen Schiffsverluste und die M i ß e r n t'e a n s s i ch t e n auch Eng­land zu Friedensunlerhandlungen geneigter machen dürften. Auch derNieuwe Notlerdamsche Courant" hebt unter dem 15. April hervor, dge Mißernte'fast aller Weltteile werde voraussichtlich zur Abkürzung der Kriegsdaner erheblich bei­tragen.

Kopenhagen,16. April. (WTB.) In einer sozialisti­schen F r a u e n v e r s a m m l u n g hielt der der sozialistischen Partei angehörende Minister S t a u n i n g eine Rede, in der­er ausführte, daß man den Anschein erweckt habe, als ob die deutsche Sozialdemokratie mit Kopenhagen als Zwischen­glied sich bemühe, um einen Sonderfrieden zivisch^n Rußland und Deutschland herbeizuführen. Solche Bestrebun­gen beständen aber nicht und würden auch wenig verständig sein.Wir wünschen", sagte der Minister weiter,nicht zu einem Sonderfrieden zwischen Rußland und Deutschland bei­zutragen, nach lvelchem der Krieg noch furchtbarer an an­deren Stellen auflodern würde, aber wir wünschen zu einem allgemeinenWeltfrieden beizutragen. Wir behalten uns das Rttht vor, jegliche Tätigkeit zu entfalten, die nach unserer Ansicht uns diesem Ziele näher bringen kann. Ich tveiß, daß die deutsche Sozialdemokratie die Wünsche bezüg­lich des allgemeinen Friedens teilt. Sie ist sich klar darüber, daß ein Sonderfrieden von geringem Wert ist. Man wünscht deshalb eine Verständigung zwischen den Völkern herzn- stellen, die den Weg zum Frieden anbahnen kann, so wie alle Völker ihn wünschen."

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Ein Kongreß der italienischen Reformsozialisten.

Rom, 16. Llpril. (WTB.) Meldmrg derAgenzia Ste- fani". Der Kongreß der Partei der R e f o r m s o z i a l i st e n wurde in Gegenwart des Ministers Bissolati, des Unter­staatssekretärs Canepa, sowie der Abgeordneten der Partei eröffnet. Bissolat: schlug folgende Tagesordnung vor, die durch Zuruf angenommen wurde:

1. Der Kongreß wünscht, daß das demokratische sozialistische Rußland sich immer enger an die westlichen Demokratien anschließe/ um gründlich den Kampf gegen den aggressiven ger­manischen Militarismus fortMsetzen, dessen Niederlage notwendig ist, um ein Völkerrecht zu sckiaffen, das eine freie Ent­wicklung aller Völker gewährleistet, und den Frieden sichett. 2. Der Kongreß freut sich, daß die russischen Sozialisten :rnd Proletarier zeige::, daß sie die hinterlistigen Versuche des mit dem Imperialismus Msammengehenien deutschen Sozialismus zurückzuweisen verstehen. 3. Der Kongreß vertraut vollkommen darauf, daß die russische Revolution sich vollkommen frei entwickeln und dem Ideal entsprechen 'wird, das ihren Triumph gesichert hat; ferner, daß sie auf der Höhe der großen Aufgabe stehen wird, die ihr nn gegenwärtigen, für das Leben der Wett entscheidenden! Augenblick obliegt, indem sie entschlossen den Krieg an der -Seite der westlichen Denvokratien zum Siege fottsetzt.

Der Vertreter des Sultans beim Kaiser.

Berlin, 16. April. (WTB. Amtlich.) Seine Königs. Hvy. der Prinz Zia Eddin traf mft Den türkischen Herren ferner Be­gleitern g und den Herren des ihm zugeteilten deutschen Ehren­dienstes gestern in: Großen .Hauptquartier ein. Aus dem Bahnhof wirvde er von dem Pratzen Waldemar von Preußen empfangen. Mittags nahm Seine Majestät der Kaiser aus der Hand des Prin- zen den ihm von Sr. Mas. dem Siulttrn übersandten Ehren- säbel entgegen. Prinz Zia Eddin erhielt den Schivarzen Adler- orden. Den Abend verbrachte er bei dem Generalseldmarschall von Hindenburg. Heute vormittag begab sich der Prinz von dem Großen Hauptquartier an die Westfront.

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Kämpfe in Afrika.

P a ris , 16. ?lpttl. MTB. Nichtamtliche Meldung der Agenre Havas. Ajus Luarenzo Marques wird amtlich gemeldet: Eine kleine 4 >orlugifische Truppemrbteilung schlug im Bezirke Chomba an der Mazambigua-Küste einen Angriff von Eingeborenen ab, die 'das Kampfgeläude räuntten und mehrere Tote und Verwundete znrückließen.

Fliegerangriff auf Freiburg.

Berlin, 16. April. (WTB. Amtlich.) Am Samstag, 14. April, mittags 12 Uhr, griff ein feindliches Flugzeng- geschwader von zwölfFlug zeugen die offeneStadt 'Fr ei bürg im Bveisgau an. Der' Angriff wurde um fünf Uhr nachmittags von zwei weiteren Geschwadern mit zu­sammen dreiundzwanzig Flugzeugen wiederholt. Dem ruchlosen Ueb-erfall fielen leider mehrere Menschenleben zum Opfer. Sieben Frauen, drei Männer und ein Soldat wurden getötet und siebzehn Frauen, acht Männer und zwei Kinder verletzt. Die feindlichen Flieger wählten sich ein An- briffsziel neben dem neuen Stadttheater, vor allem die In­stitute und Kliniken der Universität. Die Ana­tomie wurde beträchtlich beschädigt.

Durch unsere wirksamen Gegenmaßnahmen kam der Angriff nicht Volt zur Durchführung. Im Verlauf der mit unseren zur Abwehr aufgestiegenen Fliegern sich eutspinneu- den Luftkämpfe wurden zwei feindliche Flugzeuge bei Schlettstadt und Martirch abgeschossen, ein drittes im Luftkarnpf, vereint mit Beschuß von der Erde a:vs, zum Ab - stürz gebracht. Bezeichnenderweise sind sämtliche drei Flugzeuge englische Typen mit englischer Be­satzung. Der Führer des Angriffs, ein englischer Oberstleutnant, ist dabei in unsere Hand ge­fallen. Nach seinen Angaben und nach dem Inhalt eines abgeworfenen Flugblattes war der Angriff eine Vergel­tung s m a ß r e g e l für die Torpedierung derGloucester Castle". Die Berechtigung zu einer solchen Begründung wird auss entschiedenste bestritten. Unsere Regierung gab England zeitig genug zu verstehen, daß sie den Verkehr von sogenann­ten Lazarettschiffen innerhalb einer genau bezeichueten Zone nicht länger dtriden könne. Wenn die Engländer trotzden: unter Mißachtung unserer Warnung und unter Mißbrauch des Roten Kreuzes Transporte im Sperrgebiete unterneh­me'::, so muffen sie die Folgen ihrer tzrandlungsweise tragen.

Aus Rachsucht aber offene Städte anzugreifen, ist ei:: billiger Ruhm. Militärisch wichtige Objekte, die den An­griff rechtfertigen lviuren, gibt es :n Freiburg nicht. So reiht sich dieser Uebersall würdig den anderen, durch nichts begründeten Ueberfallen auf wehrlose süddeutsche Ortschaften an, ein trauriges Seitenstück zu dem Karlsruher Kindermord vom 22. Juni 1916.

Der Fliegertcutnant Balda:nus abgestürzt.

Berlin, 16. April. (WTB.) Wieder ist einer der Besten unserer Flieger gefallen: Leutnant der Reserve Balda- mus ist in: Luftlampf nnt einen: feindlichen Flugzeug zu- sammengestoßen und abgestürzt, uachden: er bisher achtzehn feindliche Flugzertge abgeschossen hatte.

Hcrrtmukh Baldemus wurde am 1V. August 1891 als Sohn eines (Äwßkaufmanns rn Dresden geboren und besuchte dott das Gymnasium bis zum Abituttum. Sein großes Interesse für die Maschinentechnik verarüaßte ihn, sich diesem Studium zuzuwenden. Von Jugend an -hatten die vielen ungelösten Aufgaben des Maschinenfluges ihn in ihren Bcrmr gezogen. Er begann sich mLt den Grundprinzipien des Fluges zu beschäftigen und entschloß sich schließlich, selbst das Fliegen zu terntn. Im Sommer 1914 ließ er sich von der Technischen Hochschule in Dresden beurlauben und ging nach Jölxunnstl>al. Kurz vor der Megung der Piloten- Prüfung brach der Krieg aus. Baldamus meldete sich sofort bei einer Fliegertruppe und ttickte als Fliegersoldat mit einer Feldflieger­abteilung nach dem Westen,'wurde aber bald zur lveiteren Aus­bildung nach JvhanniStl^il zurückgeschickt, und ging im Februar 1915 als Flugzeug sichrer :vieder nach dem Westen. Im September 1915 Ivurde er zum Leutnant befördett mw war die ganze Zeft über einer der Hervorragendsten unter denen, die die Lustwacht an der Westfront halten.

Seekrieg.

Neue SchiffSverscnkttttgen im Mittelmeer.

Berlin, 16. April. (WTB. Amtlich.) Fm Mittel- me er sind u-crch neu eingegangene:: Meldungen versenkt worden sechs Dampfer und vier Segler mit 4 0 782 Ton­nen, darmnter am 6. Llpril der bewaffnete englische Damp­ferSpithead" (4697 Tonn.), von Alexandria nach Colombo bestt:nmt, und der französische SeglerCybollo" (154 Ton­ne::), von Malaga nach Lissabon mit Eise,::: am 10. April ein englischer bewaffneter Transportdanrpfe:- von etwa 8000 Tonne::, tiefbelade:: auf der Fahrt nach Port Said, :md am 11. April der bewaffnete englische Dampfer Imperial Transport" (4648 Tonnen), von Port Said nach Malta: ansa::gs April nach Aussagen von englische:: Kriegsgefan­genen zwei Dampfer von je etwa 5000 Donnen durch Minen.

DieTimes" über die Schiffsverluste und die Lebensmittelknappheit.

Berlin, 15. ^lpril. TieTimes" erklätt, die Behörden wllten über die Le bcnsmittelknapphei t vollkommen ofsttt sein, viel ossärer, als sie das bis jetzt sind. Es ist eine Tatsache, }<igt das Blatt, daß wir knapp au Weizenmehl sind, viel knapper, als in irgend erneut anderen Artikel. Auch die Mmiralftat solltö mehr läls bisher dastir tun, damit die Bevöllerung die Bedeutung! der SchiffSvlnluste durch die B-Boote einsehe. Die Adm-iratität sei zwar l-insichtlich! der Schiffsverluste offen, aber nur in einer ge­wissen Weise, bei der sich das Tnrchschnfttspnblik:nn nichts denken könne. Wenn wir Woche für Woche erfahren würden, wieviele Sichtsfahttstonnen versenkt worden seien, sotvie, wieviele Lebens­mittel dabei untergegangen seien, dann würde das Voll in ganz anderer Att begreifen, was die Schiffsverluste wirklich zu be­deuten hättm.

M a d v i b, (16. April. (MDB.) Fcmksprnchides Veptre-ters des Wiener Korrespondenz-Bureaus. In Alicante landete die Besatzung des englischen DampfersGellndiffe" (6000 Donnen), der mit 2000 Tonnen Kohle und Gemüse in der Nähe von Alicante torpediert wurde. Fi: Valencia kamen von Barcelona die Schiffbrüchige:: eines von einem Unter­seeboot torpedierten griechischen Dampfers an. Jmparcial" meldet aus Barcelona die Landung von Schiff­brüchigen dos därnschen SegelschiffesO s g-o r'o e", das am 11. April in der Nähe der spanischen .Miste von einem Unter­seeboot torpediert wurde.

HookvanHolland, 16. April. (WTB. Nichtamtlich.)! Meldung der Neederlandsche Tälegvaafcniageittnr. Der eng­lische DmupferPeregrin>ck^ wurde drrrch zwei hollän­dische Schlepper in den nienwen Waterweg geschleppt und oberhalb Maaslnis^ auf Stvarrd gesetzt.Peregrino , die zu einen: englischen Convoy gehörte, locrr mit einem anderer»' Schiff zusammengestoßen.

Am dem Reiche.

Bersammtungen und Kundgebungen in Berlin.

Berlin, 16. April. (WTB.) In einen: Teil der Metall-, Holz- und Transportbetriebe Grvßderlins wurde heute die Arbeit eingestellt, in den anderen Betrieben dieser Art, insbesmrdere in den großen Mr:nitionsfabrike::, wird ohne Stockung vollzählig weitergearb-eitet. Der geschäftliche Verkehr Großberlins wird durch diese vereinzelten Arbeits- -einstellungen in keiner Weise berührt. ?tuch die Hocksbahn und die Straßegchahn verkehre:: völlig fahrplanmäßig, so daß das Berliner Straßenbild keinerlei Aendernng anfweist.

Berlin, 16. April. (WTB. Nichtmntlich.) Die von den Berliner Metallarbeitern beschlossene Arbeits­niederlegung in Großberlin kam nur zum Teil zur Durchführung und blieb wohl erheblich hinter der: Erwar­tungen der Veranstalter zurück. Es nahmen daran rau: Un­gefähr 125 000 Arbeiter, viele von ihnen sogar erst nach Ableistn:u^ der Frühschicht, teil. Die im Laufe des' Bor- nrittags abgehalte::e:: W^kstättenversammlnngei: zeigten inr Verhältnis zu der- Zahl der Ansständigen eine recht geringe Beteiligung. Dasselbe gilt im allgemeinen auch von den Straßenumzügen, die sich im Anschluß daran bil­deten und durchweg bald in Auflösung kamen, so daß das' Straßenbild namentlich der inneren Stadt fast gar keine Veränderung erlitt. Die bei solchen Anlässen sich immer radikal" >gebärderchen jugendlichen Arbeiter und Ar^ beite rinnen versuchten vergeblich, durch, m: sich unbe­deutende Llnsschreitnngen die öffentliche Ordnung zu ge­fährden. Trotz dieses harmlosen Verlaufes der Kundgebung bleibt es immer rw-cks. zu bedaucr::, daß sie überha:ipt stattfand, schon mit Rücksicht ans die zu erivarten- den üb-ertreibenden Darstellungen der ausländischen Presse. Die Taffache, daß zurzeit jede verlorene Arbeitsstunde nur unsere:: Gegner:: zugute kommt, hätte die Berctt:stalter be­stimmen sollen, von ihrem Vorhaben znrückzrttreten, z::mal ja über die mit dein Arbeitsverhältnis selbst nicht in Ver­bindung stehenden Beschwerdegrtinde, die Verkürzung der Brotmenge, von den zustäi:digen Behörde:: unter der Be­tonung der unbedingten Notwendigkeit dieser Verkürzung rechtzeitig öffentlich in erschöpfender Weise Auskunft ge- geben worde:: war.

Berlin, 16. dlpril. (Privattel.) Die Berliner Abend­blätter melden: Heute vorniittag haben mehrfach Ar­beiterversammlungen stattgesimden, in dencn: die Lebensmittelfrage nick) die Politik besprochen lvirrden. Unter dm: Teilnehmern warm: überall die Frauen sehr zahlreich. Nach Schluß der VmTsanunlungml bildeten sich Züge hauptsächlich ans jungen Burschen und Mädchm:, die sich nach der innerm: Stadt bewegten, ::. a. zog ein Zug an: Schloß vorbei und durch die Straße Unter den Lilttren. ^lnf den: Sck)loßplatz wurde mittags die aufziehende Wache n:it Hurrarufen begrüßt. Die Dmnonstrantm: zeigten überall eine sehr ruhige .Haltung, so daß die Polizei nicht cinzu­schreiten brauchte. Die bei weitmn überrviege:U)e Mehrheit der Berlinm- Arbeiterschaft lehnte die Beteiligung überhaupt ab, da sie sich überzeugt hatte, daß dafür gesorgt ist, daß a:: Stelle dm- anssallenden Brotmenge eine verstärkte Fleisch und Kartofselliesern:^ erfolgt.