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16.4.1917 Erstes Blatt
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feil aiTcrenmtier Bedeutung auffaßk. Wenn das russische Volk noch länger L>Tutct und leidet, statt sich ruhig und ungestört dem inneren Ausbau [einer Freiheit zu widmen, so i st nicht Deutschland daran schuld. Die Schuld liegt dort, wo das Interesse an dem -Fortgang des K ieges besteln. Wo findet der in der Erklärung vom 10. April ausgesprochene Friedenswille des russischen Volkes ent- Ichredensteu Widers pnrch? Bei 'einen eigenen Verbündeten. Eng­land, Frankreich. Italien und die ihnen angeschlvssenen Alliierten haben bn der Ablehnung des Friedensangebots der Mittelmächte es ganz unverhüllt ausgesproch'w. das; sie nur Frieden schließen wür­den unter der Bedingung, daß Deutschland weiter, ihm rechtmäßig sugrhörender Landesstriclx.'bera-'b . Desterreich-l'ngarn zertrümmert und die Türkei aus Europa verdrängt mrd in Neinasicn in weitem Umrang« ausgcteilt würde. Da.' russische Volk wird, niemand wird «s anders erwarten, den Berpslichtungen gegen seine Verbündeten tveu bleDerl. Aber das russische Volk soll wissen, daß seine Söhne noch fernerhin kämpfen und sterben müssen, weil seine Verbün­deten es so wollen, um ihre e i g e n an Eroberungs- und

tt n e x ionspläne dnrchzusetzen. Das ist der Grund, rveshalb Rußland hungern mrd leiden soll, anstatt sich der neu errungenen Fverheit zu freuen und sich im friedlichen Berkeln mit seinen Nach­barm den Werken des Fortschrittes und den Idealen der Menschheit zu widmen.

Eine österreichisch-ungarische Erklärung.

, Wien,14. April. (WTB.) Das k. u. k. Telegraphenkorr-espon- ldenzburemc ist zu folgender Verlaut arung ermächtigt: Die Regie­rung der öslerreichisch ungarischen Monarchie erhielt von der am ! dlpril veröffentlichten Erklärung der provisorischen Regienmg Irußlands Kenntnis. Sie entnahm hieraus, daß Rußland nickst die Llbsickst verfolgt, andere Völker zu beherrschen und ihnen ihr nationales Erbe wegzunehmen und gewaltsam fremdes Gebiet zu besetzen, dal; es vielmeln einen dauerhaften Frieden auf öftund des Rockstes der Böller, il/r Schicksal selbst zu bestimmen, herbeiführen will. Die österreichisch-ungarische Regierung hat hier­aus ersehen, daß die provisorische russische Regierung daS Fiel zu erreichen wünscht, welck-es sich mit jenem deckt, das der Minister des ßcren an dem am 31. Mary gewährten Interview als Krregsziel der österreichisch-ungarischen Mon­archie bezeichnet hätte. Es kann demnach festgestellt werden, daß düe österreic'msch-nng arische Regierung und die provisorisckfe rus- sistl>e Regierung in gleicher Weise einen für beide Teile ehrenvollen Frieden erstreben , eine Frieben, rvelcher, üne es in der Erklärung der Verbündeten vom 12. Dezember 1916 Heröt' bas Da senk, die Ehre und die Entwicklungsfähigkeit dcw kriegführenden Staaten sick>ert. Die damals ausgesprochene Ueber- Keugung der Verbündeten, daß ilire Rechte und begrli^detcn An­sprüche sich mit jenen der anderen 'Nationen .'.'iderspruchslos ver­einigen lassen würden, besteht heute,, ngch der Erklärung der provi­sorischen rnsfischin Regierung in ^ verstärktem Maße fort. Da hiermck der ganzen Welt und imsbesondere den Völk'ri Rußlands klar vor Augen geführt scheint, daß Rußland nicht mehr ge­zwungen ist, für seine Vertciüigrmg und für die Freiheit seiner Völker zu kämpfen, farm cs bei dieser Gleichheit der Ziele der Regierungen der Verbündeten und der provisorischen Regierung Rußlands nicht schwer sein, rirten Weg der Verständigung M finden, dies um so weniger, als der Kaiser von Oesterreich und apostolischer König von Ungarn in Uebereinstimmung mit dem ihm verbündeten Monarch den Wunsch hegt, in Zukunft mit einem in feinen äußeren und inneren Lebensbedingnngen gesicherten und Mfriedenen russischen Volke in Frühen und Freundschaft ze leben.

Ein Schreiben Czernins.

Wien, 14. April. (WTB.) Graf Czernin richtete an bcu rgermeister in W ien ein Schreiben, in welchem er zu­nächst her-lichen Dank füu die ihm gewidmeten Worte ausspricht Und sodann fortfährt: sTas Pew'ußpMn. daß die Bevölkerung! Wiens und, lvie ich glaube, der ganzen Monarchie meine Politik billigt, gäbt »mir die Sicher Heft. aus dem Ungeschlagenen Wbge fortzuschreften. Das furchtbare Drama des Weltkrieges nähert sich seinem Ende. Dieses Ende wird ein für die Monarchie e hre.n v o l le r Fri e de sein, weil die Völker Oesterreich-Ungarns in fast dreijährigem Ringen bewiesen, daß. sie niemals "zu besiegen oder zu vernichten sind. Vor ihrer Kraft und Größe verblaßt der Heroismus der Antike. Die heutige Generation wird in der Ge­schichte fortleben. Noch die Geschlechter ferner Jahrhunderte werden mit Ehrftrrcht und Bewunderung von denen sprechen, die in dem furchtbarsten Kriege aller Zeiten das Dasein und die Ehre der Monarchie verteidigt Mrd deren Entwicklung für alle Zukunft gesichert haben.

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Arbeiter- und Sol aten-Nat.

Petersburg, 13. April. (WTB.) Die Petersburger Delegvaphen-Ageutrrr meldet:

Im Laufe der Sitzung des Arbeiter- und Sol- datenrates schlug Tzer stelli, der Abgeordneter in der zweiten Duma war, eine Entschließung vor, die sich aus den crm 27. März von dem permanenten Rat der Arbeiter­und Soldatenvertreter an alle Völker der Welt gerichteten Aufruf bezieht, und die den festen Entschluß der russischen Demokratie bestätigt, auf dem Gebiete der auswärtigen Politik die gleichen Grunosätze der Freiheit und des Rechtes %u verwirklichen, die sie für das Innere ausgestellt hat. Die Entschließung hebt die ungeheure Bed.utnmg der Prokla­mation der provisorischen Regierung vom 6. 'klpril hervor, die von der russisck)en Demokratie als ein wichtiger Schritt zur Verwirklichung der demo-kratischen Grundsätze auf den; Gebiete der auswärtiger' Politik angesehen wird. Sie sagt:

Das revolutionäre rusfrsäre Volk urrrb ferne Bemülmngen für den Frieden auf ber Grundürge der Brüderlichkeit ümd G l e i ch h e i t der freien Völker sortsetzen. Ter amtlich*,' Verzicht aller Regierungen aus ein annexionistisches Programm würde ein mächtiges Mittel zur Beendigrmg des Krieges unter ähnlichen Bedingungen darstellen. Solange diese Bedingungen nickst vevwirllickst sind und solange der Kwiog weiter geht, sieht die russische Demokratie -ein, daß ein Bruch der Front uni das Er­lahmen ihrer Widerstandskraft der ve.hivrgnisvollste Schlag für .die Sache der Freil)eit sein würden. Infolgedessen rietet der Kongreß des Arbeiter- und Soldatenrates einen Aufruf an die russische Demokratie zerr Mobilmachung aller lebenden Kräfte der Nation.ans allen Gebtetm des .Volkslebens, um die Front und das Hinterland zu stärken. Das erfordert der gegecrwärllge Augenblick gebieterisch für den Erfolg der grossen Revolution. Der Kongreß fordert afc Arbeiter in den Fabriken, in den Anlagen, in den Eiserrvalmeu, im Post- und Telegraphen- wesen und in den anderen, für Armee und Hinterland fck-afsenden Unternehmnngen auf, in der Arbeit die größte Betriebsamkeit ^zn entwickeln. Tie Wirtschaft icheu Erw^rlnmgen der Arbeiterklassen uns die Bemühungen -u ne'.l nevch M.rßen dürfen nicht nur

die E - zu Hoch M anspornen, um alles, was für

die Bevölkerung und das Heer unumgänglich nötig ist, sicher Ku stellen.

Fustizminister Kerenski s ergriff dann das Wort und sagte: Die Größe der ausgeführten R'wolution besteht darin, daß mit ihr die russische Demokratie in die Arena trat, nnd daß ihre Anwesenheit das Ziel des Krieges ändert. Demo­kratie bedeutet freie und freundschaftliche Gemeinschaft der Völker im Namen der Brüderlichkeit und Freiheit. Immer­hin gibt es Augenblicke, in denen es gilt, die eigenen Inter­essen zu schützen, und dieser Augenblick ist gegenwärtig da. Die ruffische Denrokratie verwarf alle Stichworte der Annexionisten. So lange aber an unserer Grenze nicht ein Verzicht auf Eroberirngen gehört wird, müssen wir auf unseren Posten bleiben und dce Freiheit des Vaterlands verteidige?. Um des im Lause des gegenwärtigen Krieges an irnserer Front vergossenen Blutes unserer .Helden willen müssen wir ihnen crm den von ihnen vorgezeichneten Wegen d uns bemühen, eine freie und unabhängige euro­päische und mächtige Demokratie zu bleiben.

Die Debatten über die Eutschließurrg Tzerstelli wurde auf den 12. April vertagt.

Basel, 15: April, (zf.) Die Petersburger Delegraphen- Agentur berichtet: Die Debatten über die beiden ersten Pro­grammpunkte des Kongresses der bokalen Arbeiter- r^äte haben klar ..geben, daß in diesem Kongreß zwei Strömungen vorherrschen. Die überwiegende Mehrheit unterstützt die Resolutionen des Exekutivaus'schujses der Ar-' beiter- und Soldaten delegierten bezüglich des Krieges. Die Minderheit dagegen, hauptsächlich dargestellt durch die So­zialisten und die extremen Demokraten, betrachtet nicht nur den Verzicht auf Gebietserwecternng und Kriegsentschädi gung, sondern auch einen baldigen Friedensschluß als durchaus unerläßlich. Es ist nun bezeichnend, daß zahlreicht' Amendeinents, die die Sozialisten und extremen Demokraten zu den Kriegsresolutioneu vorgeschlagen hatten, von der erdrückenden Mehrheit abgelehnt wurden, während diese Mehrheit die von den Soldaten vorgeschlageneu Amende­ments, in denen die Nvtlvendigkeit energisck>er Operationen an der Front hervargehoben wird, gebilligt hat. Bei den Debatten über die Kriegs fragen äußerten sich zahlreiche cköedner sür die Fortsetzung des Krieges, damit Rußlaicü mit Ehren aus diesem Kainpse hervorgehe. Der Koirgreß er­klärte sich dahin, daß Rußland den Krieg fortsetzen müsse, da es mit bcu bürgerlick)-en Klassen Englaiws und Frank­reichs eng verbunden sei.

Neue Verhaftungen.

Wien, 16. April. (L. A.) Laut Nimbichru teilt diedcvwvjc Wrenu«" mit. daß Karenskt den Geireral R e re ne n k a m p f, den eyenaligen Ehef des Pol.tischen Deparleweirts Wassiljewi die ftiil-er cm Teerest Protapepu,ljys tätigen Oborlen Tiufleiv und G v r l e m k e sowie den Genevalgvuverneur S e y n mrd den frühereir Ministerpräsideicten Galizyn verhaften ließ.

P e t e r s b u r g , 15. April. :WTB. Nich:anrtliiä),.) Meldung der Petecsbi r er Te :>gr: pH n.r entuc. Die Regie rung wider­ruft die Bestcmmuug der früheren Negierung, die es Privatleuten und Institutionen verbot, Drucksachen und periodische V e r ö f fe n t l i ch u n g e n ins Ausland zu schicken. Tre alte Ltboecnrn entsorduung für Zeitungen und Zeit­schriften wird auf diese Weise wiederhergestelllt.

FraN'chfische Sozialisten in Petersburg.

Berlin, 16. April. Wie derLokal-Anzeiger" berickftet, t-asen in Petersburg drei französische Kaminer- s-vzia listen ecu. um mi der prov.sor s-hvl Regierung und dem von T sche i d z e geführte As Am st zu verhandeln. Die Tscheidze- Gnrppe 1-abe. einen treuen Erfolg erzielt durch die Schasftcug der s o g e u a np te n roten Garde, die die Gemeircdepoliz-ei im Stadtbezirk vom Petersburg r-evehe.

L>aparanda, 15. Avril. Der Birshcwija Wjedomostr Ldiii 12. ?lpril zufolge fpmd) auch der Moskauer Kongreß der russischen Genossenschaften für Ablehnung jeg­licher Erobernngsziele aus >ärud fordert das russische Volk auf, alle Kräfte anzuspannen, um die Integrität des Vater­landes rmd die neuerkämpfte Frei lieft zir schirmen.

P e t e r s b u r g , 15. April. Vit dem aers derVerbannung heimgekehnteic sozialistisä)cu Parteiführer Georg P l e k h e n i f f siird drei sv'.ialistische Abgeoodecete aus Frankreich und drei aus England in Petersburg eingetwffen.

Der Krieg Amerika».

Washington, 14 April (WTB.) Meldu.ng des Reu- terschrn Bnweaus. Das Repräsentantenhaus hat das Gesetz, betr.ffered die Regierungsauswendungen

für den Krieg, angerwmmen.

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Konstantinopel, 15. April. (WTB. Nichtamtlich.) Sabah" meldet: Das amerikanische Stations­schiffS c o r p i o n" wurde gestern interniert. Dem Schiff war eine Frist von 24 stunden znm Verlassen des 5^afens gegeben worden.Seorpion" konnte jedoch die Ab­reise nicht bewerkstelligen. Deshalb wurde geniäß den Be­stimmungen der 5^>aager Konvention vorgegangen.

Foffre als Reorgarnifator der amerikanischen Truppen?

Genf, 16. April. (WTB.) Pariser Meldungen besagen, Mar­schall Joffre werde sich unverzüglich nach Amerika begeben, um die Truppen der Vereinigteir Staaten zu reorganisieren. Vi- viani sei namens der französischen Regierung eftegeladen worden, Joffre zu begleit'eir, habe aber noch keine Entsckixcdung getroffen. * . *

Die Aushungerung Englands.

Amsterdam. 15. Aprft.Daily News" vom 11. April zufolge führte auf der Konferenz der unabhängigen Arbeiter­partei in der Vertreter von Manchester, W a l lhead,

aus, nach! feinere Informationen werde sich Eng'a d in längstens sechs bis acht Wochen im Zustande vollständiger Aus­hungerung befinden.

Fliegererfolge.

Berlin, 14. April ÄTB. Amtlich.) An der Angrifssftvnt d?r Engländer (cold au der Front u»esLich Minrs war d^eFlieger- tätigkeit sehr rege. Der Gegner verlor im Luftkamps vier- CLndzwanzig (24) Flugzeuge, davon gingen dreizel-n (13) diessefts unserer Linien nieder. Außerdem wurden jenseits der feindlick)en Linien vier Fesselballons durch uuseve Flieger breunerrd zum Ab­sturz gebracht. »

Em seiudliches Geschwader von sechs Flugzeugen, das wesllich Douai einen Angriff versuchte, wurde restlos verrrichtet. Die von Rittmeister von Richthofen geführte Jagdstaffel hat allein vierzehn (14) Flugzeuge vernichtet, dabei schoß Rittmeister Freiherr von Richtlwflnr seinen 41., 42. med 43. Gegirer ab. Leutnant Wolfs sckZoß vier feindkiche Flugzeuge ab' und erl-öhte da- mft die Zahl seiner Siege auf 14. Leutnant ^ckriaeser besiegte drei, Leutnant Freil?err von Nickfthysen, Leutnant Klein und Vizeseld- webel Festner je zwei Gegner. Leutnant Dossenbach errang seinen 12. Luftsieg.

Unsere Flieger lytibm nicht einen einzigen Verlust zu beklagen med außerdem zahlreiche Erdziele mrd Truppenansammlungen er­folgreich mit Maschücengnvelrseuer angegriffen.

Ferner wurden viele Jufanterieflüge aicsgeführt und das Schießen unserer Artillerie erfolgreich durch Flieger geleitet.

Fliegerangriff ans Freiburg.

Frei bürg i. Br., 14. Apwil. (WTB.) Am 14. April warfen feindliche Fliegerin mehreren Anftügen Brandbomben auf die»offene Stadt Freiburg i. Br., fern vmc jeglichen militäri­schen Anlagen. Leider sfted außer SckKden an Gebäuden auch Opfer unter der bürgerlick-en Bevölkerung zu beklagen, deren Zahl noch nick)t feststeht.

Leekrieg.

Neue Tauchbootersolge im Mittelmcer. Berlin, 14. April. (WTB. Amtlich.) Im Mittel­meer sind nach neu cingetroffenen Meldungen weitere 12 Dampfer und 14 Segler mit 50 000 Bruttoregister­tonnen versenkt worden, darunter:

am 25. März von Alexmrdrien der bewaffnete englische DampferVellore" (4925 Tonnen) mit 7000 Tonnen Kohlen von Glasgow nach Alexandrien;

am 31. März ein unbekannter bewaffneter Dampfer von etwa 5000 Bruttoregistertonnen, der sich mit Kohlen aus dem Wege nacl) Neapel befand;

am 1. April der bewaffnete engli.che DampferWar reu" (3209 Bruttoregisterlounen) mit 5000 Tonnen Gerste und Mais auf dem Wege nach Spezia ftrtb ein unbeiuun- ter vollbeladener Dampftr von 5000 Bruttoregistertonnen, der durch 4 Fischdampfer gesichert war;

am 3. April ein unbekannter bewaffneter Material- Transportdampfer von etwa 5000 Tonnen, ein unbekann­ter bewaffneter englischer Tankdampfer von etwa 4000 Bruttoregistertonnen nni)' drei italienische Segler mit etwa 1000 Tonnen Phosphate von Tunis nach Livorno:

am 4. April ein unbekannter, vollbeladeuer, bewaff­neter Dampfer von etwa 4000 Bruttoregistertonnen, beglei­tet von 2 Fischdampsern;

am 5. April der nonvegifche DampferSokstad" (4300 Bruttoregistcrtonnen) mit 6495 Tontien Weizen von Austra­lien nach Livorno.

Der Chef des Adniiralstabs der Marine

Holländische Klagen über deutsche tt-Boote.

Berlin, 15. Aprft. Die holl ä n d i f ch e Presse be­klagt sich heftig über zahlreiche angeblich unberechtigte Ver­senkungen hol.ändischer Dampfer und von Dampfern der belgischen Unterstutzungskonnnission durch deutsche ll-Boote in den letzten Wochen Hierzu wird sestgestellt: Der Dampfer Saeleu der belgischen Unterstützungskom- nrifsion ist Mn 17. Mürz d. I. in der freien Fahrrinne nach Prisenrecht angehalten worden. Er versctchte sich der prisen­rechtlichen Untersuchung durch die Fmcht zu entziehen, bis er durch Beschießurig zum Stoppen gezwungen wurde. Dieser Fall liegt also nach internationalem Recht dnrchrus ern- wandfrei Der TaukdampferLa Campina" ist imcerhalb des Sperrgebietes versenkt worden. Das Gleiche gilt vom Damp­fer der Belgischen Unterstützungskommiss'ionTrevier", eincnn unbekannten kleinen hvllänoisck>en Tankdampfer, der nach England fuhr, nm Benzin zu holen, dem holländischen FischdampferTres Fratres", dem DampferAmstelstrvom^ und dem Dampfer5)estia", der am 31. März ans eiirem englischen Konvoi heraus auf der Fahrt nach England ab- aeschossen wurde. Der DampferHealten" ist nach einer Zeitnngsmeldnng bei der Doggerbank untergegangen. Okach den bisher eingegangenen Meldungen kommt ein dernsches U-Baot kür den Angriff nicht in Frage, aber selbst wenn dies der Falk wäre, so wäre die Versenkung im Sperrgebiet er- svtgt. Was endlich den DampferFeisten" der belgischen Unterstützungskvmmission anbelangt, so ist er am 31. März auf eine Mine gelaufen und zwar allem Anschein nach in dem englischen Minenfeld, das nordöstlich von TerfftMing liegt Hiernach sind alle uns Vvrgeworfenen Fälle daraus zurückznftihren, daß die Schisfssührer alle Warirungecc vor­dem Befahren der Sperrgebiete unberücksichtigt gelassen haben oder, wie im Fall Healcn, versucht haben, sich der Ausübung des Prisenrechts zu entziehen. Die holländische Presse würde sich ein Verdienst ertverben, lvenn sie dieser sachlichen Darstellung Rechnung tragen würde.

Aus dem KeichL.

Eine Tanueuberg-Gedächtnishalle.

Königsberg, 14. Apnl. (WTB. Nichtamtlich.) Der vor einiger Zeit gegründete VereinTanccenberg-Gedächtinshalle au; der Neidenburg", der es sich zur Aufgabe mackft, in der ostpreußi- sck-cu Stadt Neidenburg auf der gleichnamigen Ordensburg eine Gedächtnishalle zur Aufnal-me voft Trophäen und Erinnerungen an die in nächster Nähe geschlagene Schlacht bei Tanneuberg zu schaffen, ist an den Generalfeldmarschall von Hin den bürg mit der Bitte heran ge treteic, den Ehren Vorsitz über den Verein zu Wer- nehmen. Ter Generalfeldmarschatl hat dieser Bftte mit nachstehen­dem Schreiben an den VMsttzerrden des Vereins', Oberpräsideut obn Berg in Königsberg, entsprochen.

Großes Hauptauartier, den 2. Avril 1917.

Eurer Exzellenz erwidere ich auf das Schreiben vom 25. März, für das ich bestens danke, daß ich den mir freuerdlichst angetrageiren Ehvenvo!rsitz über den VereinTanneerberg-Gedächtens^rlle auf der Neidenburg" zu übernehmen bereit bin. Möchte der Tamrenberg- Verein in Verbindung mit meinem Namen mit dazu beitragen, in der NackMelt die Erinnerung an öie große ernste Zeit, insbesondere an die erfolgreiche Schlacht bei Tannenberg, wachzuhalten. ^ Meine besten Wünsck-e begleiten den Verein bei seiner weiteren Tätigkeit. Mit dem Ausdruck vorzüglichster .hockmchtung bin ich Eurer Exzel­lenz ganz ergebener von Hindenburg, Generalfeldmarschall.

Die Fleischzusatzkarte.

Berlin, 15 .April. Mit besonderer Bekanntmachstng hat der Präsident des Kriegsernährungsamts die Einfüh­rung der kommunalen Fleischzusatzkarte vom 16. April 1917 ab formell angeordnet, nachdem in seinem Aufträge bereits seit Wochen von den Kommunalverbänden die hierzu nötigen Vorarbeiten im Gange waren und jetzt abgeschlossen sind. Die Zusatzkärte lautet über dieselbe Höchst­menge wie die Reichsfleischkarte, wobei bekanntlich durch be­sondere Maßnahmen des Kriegsernährungsamts die Ver­billigung des Zusatzsleisches in gewissem Umfange und die Sicherstellung der Zusatzfleischmenge .selbst bewirkt wor­den ist.

Hiernach gelangen die Nichtselbstversorger zu derselben Wochenhöchstmenge von 500 Gramm wie die Selbstversorger. Für Personene, die sich nur teilweise aus der Hausschlach- tung versehen, teilweise aber Fleischkarten beziehen, ist durch eine besondere Bestimmung Vorsorge getroffen, daß auch chicen durch teilweise Bewilligung der Zusatzkarten jene L)öchstmenge erreichbar wird.

was bedeutet Goldjchmuck angesichts öeffcit, was für das vat.rland auf dem Spiel fleht!

Die GolWkauWr

in &enKöimten der VeMsspartche Gießen ist morgen von 2 bis 4 Uhr geöffnet.

Au» Stadt und Land.

Gießen. 16. April 1917.

** Infolge der notwendigen Veröffentlichung dringlicher behördlicher Anzeigen erscheint heute an Stelle der Gießeicer Fmullienblütter ein Kreisblatt.

* I

** Aus Zeichnungen. Der Schütze Otto Euler, SolM des Rentiers Herm. Euler erhielt das Eiserne Kreuz 2. Kl. Kanonier Fritz Neuling, Sohn des Weißlündernceister Karl Neuling, erhielt die 5)esfische Tapferbeftsmeäaille.

** Zur Brot- und Mehlverteilung in der Stadt Gießen. In dem unter dieser Ueberschrift von uns am SmuStag veröffentlichten Aufsätze ist ein Druckse vier unterlaufen. ES muß dort im ersten Matz heißen: Während bisher täglich 2 0 0Yftamm Mehl mit den übllchen Streckimgsmitteln gewährt tvurden, lver- den von dem gebrannten Zeitpunkt ab nur noch 170 Gramm zu 94 Prozent ausgemahlenes Mehl übenuiefen. Daß die bisherige Mehlzmveisung nicht täglich 300 Granrnc bettag.ue hat, dürste ivolK niemand fremd gewesen sein.