Eine Partei „Vaterland und nationale Armee".
Petersburg, 10. April. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Jur Verlaufe der durch die Partei „Vaterland uud nationale Armee" berufene:: Versammlung beschlossen die Vertreter der Garnison Petersburg. folgende Entschließung dem ständigen Ausschuß der Arbeiter- un»d Soldaten -Abgeordneten zur Kenntnis zu bringen und sie der provisorischen Regierung zu überreichen: Fortsetzung des Krieges bis zur Sicherstellung der durch Volk und Heer errungenen Freil)eit, Fortsetzung des Krieges bis zu einem siegreichen Ende, rüden: die Armee sich bewußt ist, daß selbst ein Friede, der die alten Grenzen :viederherstcl!t, ein Friedensschluß ufjTte die Zustimmung der Verbündeten ein schimpflicher Friede fein »aürdc. der die neue Freiheit Rußlands bedroht und einen Verratsversuch darstellt, der uns von dem freien England und dem republi- Lanischen Frankreich, von Belgien, Serbien, Montenegro und Rn- '.nänien trennen würde, die Verwüstungen für ihre Freunde erlitten und der uns wortbrüchig machen würde an unserem feierliche:: Eid der Wiederherstellung eines freien Polens, das die polnischen Gebiete Deutschlands und Rußlands umfaßt.
Zur Erreichung dieser Ziele stellt die Versammlung folgende Forderungen ans, gegenüber dem Ausschuß der Arbeiter- und Sol- datenabgeordneten: Er soll die Regierung mit seiner ganzen Macht; unterstützen, so lange sie die Interessen des Volkes wahrt und sich fähig zeigt, im gegenwärtigen Au gertblick die unerläßliche Ordnung wiederherzustellen. Er soll alle Forderungen ausschließlich durch die provisorische Regierrmg verwirklichen in ihrer Eigenschaft als einziges Organ, dem das Larrü und die Armee den Treueid leisteten. Er soll fermer alle Meinungsverschiedenheiten im Schoß der Air- beiterschaft beendigen, sowie diejeniigen mit dem Personal und der technischen Leitung der Fabriken und Werkanlagen, da ja die Desorganisation der Främstrie die Armee mit unbenemibarem Nachteil bedroht. Er soll seine wirtschaftlichen Forderrmgen Ausschüssen von Sachverständigen unterbreiten ohne irgendwie die für die La'.rdes- verteidigung nnerläßlickwn Arbeiten aufzuhalten. Er soll sie vielmehr fördc'rn rnrd zur Erzielung größerer Arbeitsleistungen dis Berwirklichrrng des Achtstundenarbeitstages hinausschieben.
Ferner :vas die Soldaten und -Offiziere anbctrisft: Ansparrmmg aller Kraft und Förderung der Vorbereitungen znm Kanipf. Befreit von niedrigeren Sorgen innssen die Soldaten eine strengere Ma:meszncht aus der Grundlage der neuen demokratischen -Ordnung der Dinge wiederherstellen und niemals vergessen, daß allein eine durch Manneszucht zusammengeschweißte Armee eine Gefahr für den Feind darstellt und nickst ein Hause betvaftneter Menschen. Treues Halten des der provisorischen Regierung geleisteten Eides und strenge Unterordnung unter die Führer stellen eine heilige Pflicht der Soldaten aller Dienstgrade dar. Die Soldaten müssen den Offizieren volles Vertrauen bezeugen.
Die Kriegsziele des ArbeiterratS.
Petersburg, 7. April. Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Der Vollzieyungsausschuß der Arbeiter- und Soldaten-Abgeordneten sprach sich gegen alle Strömungen aus, die das Gefüge der Armee erschüttern könnten. Er nahm nach langen Erörterungen eine Entschließung folgenden Inhalts an: Die provisorische Regierung möge der Welt erklären, daß Rußland nur zu seiner Verteidigung den Krieg so lange fortsetzen rverde, als Deutschland und O e st e r r e i ch nicht erklärten, aus Eroberungen Verzichterl zu wollen, und zu Friedensverhandlungen ohne Fo rderung einer Gebietsabtretung oder einer Kriegsentschädigung bereit seien.
Die Gefahr von Unruhen auf dem Lande.
Haparanda, 12. April. (WTB0 Auf dem Kongreß der Kadettenpariei erklärte der Moskauer Deputierte Man- delstannn. Rußland Müsse bei der Toppe lregierung zu Grunde gehen, dagegen wäre nrit allen Mitteln anzukämpfen. Andere Redner hoben die Stimmung der russischen Landbevölkerung hervor, die in zwei Strönrungen geteilt sei. Tie bäuerliche JN- MCigcna sei für die Republik, der Rest der Bauernbevölkerung iür den Zaren. Infolgedessen sei die Gefahr von Unruhen auf dem Lande sehr groß. Direktiven seitens der Regierung seien dringend erforderlich. Für die Einberufung der konstituierenden Versammlung sei Eile nicht geboten, namentlich im bäuer- ' ich cm Interesse wegen der Feldbestell: mg sowie wegen der russischen Kriegsgesangeneil in Deutschland.
Ablieferung der Erutebeftände an den Staat.
Petersburg, 12. April. (WTB.'» Meldung der Petersburger Telepravhenagentur. Die provisorische Regierung hat einen Erich; veröffentlicht, wonach die Bestände der Getreide- und Futtermittelernte 1916 sowie die gesamte Ernte 1917 außer den zur Aussaat und zur Versorchmg der Bauernfamilien :wtigen Getreide und Futtermitteln dem Staate zur Verfügung gestellt werden müssen. Aus Turkestcn: und Trcmskaukasien findet die Maßnahme keine Anwendung. Gleichzeitig ordnete die Regierung an, daß in allen Lmrdstrichen örtliche Vervslegnngs- organe aus Vertretern von Städten. Bauern' Arbeitern und offent- lichen Anstalten gebildet werden sollen.
Die .Kriegführung Amerikas.
Washington, 11. April. (WTB.) Der Ausschuß des Re prüfen taute n h a uses für Mittel und Wege hat sich einstimmig für die Annahme des Gesetzes ausgesprochen, -das fünf Milliarden Dollars Bonds und zwei Milliarden Dollars Schatzscheine zu Kriegszwecken vorsieht.
Amsterdam, 12. April. (WTB.) In einem Bericht der „Times" aus Washington vom 11. April heißt es, daß die amerikanische Regierung noch immer zoger< ein förmliches Bündnis mit den Ententemächten zu schließen. Die Amerikaner hätten sich infolge ihrer bisherigen Isolierung noch nicht an den Gedanken eines Bündnisses gewöhnen können. Ein förmlicher Vertrag müßte dem Senat vorgelegt werden und würde den endlosen Vorurteilen doktrinärer Politiker ausgesetzt sein.
Rotterdanl, 12. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der Washingtoner Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet, in dem Kongreß sei eine Strömung vorhanden, es erst mit der freiwilligen Rekrutierung zu versuchen, ehe man zur Einführung der Dienstpflicht übergehe. In: Reprä- sentantenhause seien alle Punkte der Armeevorlage, die sich aus die Dienstpflicht beziehen, ans Widerstand gestoßen. Man lveröe vielleicht einen Kompromiß dahin schließen, daß, wenn die Dienstpflicht eingeführt wird, sie nur für die Dauer des Krieges gelte. — In amerikanischen Finanzkreisen wird der Plan der Regierung, die Anleihe in der Form von Zh 2 prozentigen Obligationen auf den Markt zu bringen, viel betritelt. In Wallstreet herrscht Unwille darüber, daß sich die Mgierung offenbar in erster Linie von dem Federal Reserve Board leiten lassen will und Wallstreet zurücksetzt. Man glaubt vielfach, daß eine Anleihe zu so niedrigem Zinsfuß das Geschäfrsleben behindern und als Vo-lksanleihc ein Fehlschlag sein würde. Diese Ansicht wird durch die vermehrte Nachfrage nach Obligationen ausländischer Regierungen bestärkt.
Argentinien.
London, 12. April. (Privattel.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. Ein Telegrmnm ans Buenos Aires meldet: Obgleich die arge n t i nische Regieruu g gegenwärtig
beabsichtigt, die Neutralität aufrecht zu erhalten, bis dre eigenen Rechte Argentiniens verletzt werden, hat sie eine Erklärung erlassen, in der sie ihre Uebereinstimmung nrit der Politik der Bereinigten Staaten ausdrückt. Die Erklärung sagt: In den ireuen Gründen, welche die Vereinigten Staaten zu der Kriegserklärung an Deutschland veranlaßten. erkennt die argentinische Regierung die Gerechtigkeit dieses Schrittes, da es sich um Verletzungen solcher durch die Bestimmungen des Völkerrechts ° geheiligten Grundsätze der Neutralität handelt, die als endgültiger Gewinn für die Zivilisation angesehen wurden.
daß auH Du Dich auf Deine Pflicht besinnst!
Am Montag, dem 16. April,
Mittags 1 Uhr, wird die Zeichnung auf die 6. Kriegsanleihe geschlossen.
Willst Du wirklich unter den Wenigen sein, die ihr Vaterland in so ernster Stunde im Stich gelassen haben? Was sollte wohl aus uns allen, aus Dir selbst werden, wenn andre ebenso kleinmütig dächten wie Du?
Willst Du zögern, bis es zu spät ist?
Willst Du Dich der Gefahr aussehen, vor Deinen Angehörigen Deinen Freunden uud Lekauuten erröten zu müssen?
Hole sofort das Versäumte nach und zeichne mit allem, was Du hast und was Du ausireiben kannst, Kriegsanleihe!
Französische Aengste.
Berlin, 12. April. Herve schreibt in seiner Zeitung „Victoire": Aus Rußland fonrmt die unfaßbare Nachricht, an die zu glauben der Verstand sich sträubt: Der Ausschuß der Arbeiter uud Soldaten soll beschlossen haben, daß die provisorische Regierung allen Völkern erklären solle, Rußland führe nur einen Verteidigrurgskri-eg, solange die Mittelmächte nicht über Zeinen Frieden ohne Annexionen und ohne .Kriegsentschädigung verhandeln sollen. Genau so würde sich Stürmer ausgeorückt haben, wenn er hätte wagen dürfen, einen Sonderfrieden mit Deutschland abzuschließen, wie er es gerne getan hätte. Welcher Dor oder welcher deutsche Agent mag jetzt gerade nach dem Eintritt Amerikas in den Kri^g auf die Idee verfallen sein, den Mittelmächten einen Frieden ohne Annexionen anzubieten? Zum Glück sind noch Frankreich, England, Italien und Amerika da, die Deutschland zwingen werden, Polen, Elsaß-Lothringen, Siebenbürgen, Trieft, das Tren- tino, Serbien und Armenien abzutreten und für die verübten Greuel eine gehörige Entschädigung zu zahlen. Auch in Rußland herrscht, Gott lob, noch die provisorische Regierung — möge sie achtgcben, daß die pazifistische Strömung nicht atlch die gesunden Schichten der russischen Arbeiterschaft ergreift.
Fleischlose Tage in Frankreich.
Paris, 12. April. (WTB. Nichtamtlich.) „Petit Pa- risien" meldet: Das Berprovi antierungsministerium ziehe die Einführung Zweier fleischloser Tage, den Donnerstag und Freitag, für Anfang Fuui in Ertvägung. Girre frühere Einführung erscheine wenig zweckmäßig wegen der geringer: Gemüsevorräte.
Giefzencr Stadttheater.
Nationullag der Deutschen Bühnen zum Besten der 6. Kriegsanleihe.
Gezeichnet.
Ein Akt von Max Friedrich.
Pcopaga:ü>a im Theater, auch eine eigenartige Begleiterscheinung des Krieges, die unter anderen Umständen, auch trenn sie so geschickt wäre wie diese, eine scharfe Kritik herausfordern müßte. So rechtfertigt die gute Msicht vollständig die Idee, zumal sie eine großzügige Ausgestaltung erfahren hat und einen Nationaltag der Teulsckreu Bühnen zum Besten der 6. .Kriegsanleihe in: Gefolge hatte. Es ist nickst genug anzuerkemren, daß alle deutschen Bulinen an diesern Tage ihre Einnahme und dre Scl-auspieler ihre Gagen zur Anleil-ezeichnung zur Verfügung stellen. Schon in der ersten Pcmse konnte die Direktion des Stadttheaters die erfreuliche Tatsache bekannt geben, daß auf diese Weise 1540 Mk. zur Kriegsanleihe gewonnen worden sind. Wahrlich ein schönes Ergebnis, das bei der Gesamtheit der Bühnen eine stattlickie Summe auS- machen muß. Und nicht geirug mit diesem direkten Erfolge wird auch aus indirektem Wege manch schönes Sümmchen der Kriegsanleihe zugeführt werden, beim die Frage-, die am Schluß, wenn der hartnäckige Leder fab rikant zu einer Zeichnung von 100 000 Mk. gewonnen ist, den Zu hören: entgegengehalten wird: „Und Ihr'? Und Ihr?" wird :u>ch manchen ans Gewissen greifen.
Seekrieg.
Kristiania, 12. April. (WTB.) Wie „Tidens Dogn^ meldet, verkauften die norwegischen Reedereien allein im März und Llpril von den: aus amerikanischen Werften für norwegische Rechnung bestellten: Schiffsraum 200 000 Tonnen im Wert von über 200 Millionen Kronen, wobei sie an der Tonne 400 bis 500 Kronen verdienten.
Kristiania, 12. Llpril. (WTB.) Nach einem in Grim- stad eingetroffenen Telegramm ist der Dampfer „Thelma" mn Freitag morgen von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden. Das Schiff war mit einer Kohlen lad ung von England nach Frankreich unterwegs.
Kopenhagen, 12. April. (WTB.) Der dänische Doep- rnasb-Stahl-Schooner „B. B. Linnemann" von Marstal, von Goeteborg nach Casablanca unterwegs, ist im Lltlanti- schen Ozean torpediert worden. Der Kapitän, der zweite Steuermann und zwei Mann wurden getötet, drei schwer verletzt. Zwei sind verwundet.
Ans Stadt und Land.
Gießen, 73. April 1917.
Wenn große Worte und tönende Phrasen Schlachten im Felde oder in der Heimat gewinnen könnten,, dann wäre dieser Weltkrieg längst zugunsten unserer Feinde entschieden. Auch bei Auflegung ihrer Kriegsanleihen haben sie mit Worten nicht gespart: sie haben schon mehrfach „Siegesanleihen" ausgeschrieben, alle mir denr gleichen Mißerfolg, und auch dit von Rußland jetzt angeblich geplante „Frejheitsanleihe" wird karrm ein günstigeres Ergebnis haben. Wir Deutschen verstehen weniger zu reden, aber mehr zu handeln. Unsre Kriegsanleihen haben wir nicht unter klingenden Namen angeprie- sen. aber sie snrd selbst ausnahmslos Volksanleihen im wahrster Sinne geworden, zu denen Reich und Arm. Hoch und ^Niedrig, jeder nach seinem Vermögen beigetragen hat.
U nd so mußundwirdesauchmitder 6. Kriegsanleihe werden: das ganze Volk wird für sie seine ganzen verfügbaren Mittel bereitstellen und danrit dem staunenden Ausland wieder um zeigen, daßwirheute noch so einig und s o st a r k s i n d w i e a m e r st e n T a g e d e s K r i e g e s.
Darmstadt, Ostern 1917.
Dr. B e ck e r, Finanzminister.
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Lebensmittel.
** Die als Höchstverbrauch zulässige Tages- kopfmenge an Mehl für die versorgungsberechtigte Bevölkerung ist aus 170 Gramm festgesetzt. Die bnr Unternehmern laiü>- wirtsckwftlicher Betriebe aus ihren Vorräten zur Ernährung der Selbstversorger aus den Kopf und Monat zu belasserwc Getreide- inenge wird ans '6*/» Kilogramm festgesetzt; dabei cntspreck>en einem .Kilogramm Brotgetreide 940 Gramm Mehl. ^Die an die jugeno- lichen Persorcen im Alter von 12 bis einschließlich 17 Jahren gewährte sogenannte I u g e n. d l i ch cjn z u l a g e von 50 Gramm Mehl auf den Kopf und Tag fällt weg. Die oen Kommunal verbänden znrzeit zu Zwiecken der Gewlährung von Schwerarbeiter- und Schwerstarbeiterzulagen besonders zugeteüten Mehlmengen werden) um je 25 vom Hundert gekürzt. Siehe Bekanntmachung.
** Einheitsgebäck und Brothöchstpreis. In der Stadt Gießen dürfen mir gebacken werden: 1. Einheitsbrote mit einem Verkanssgewicht von 3 mü> 1 Pftmd. Das Gewicht muß 24 Stunderc nach dem Backen vorhanden sein. 2. Brötchen mit einem Verkanssgewicht von 50 Gramm. 3. Zwieback. Backwaren! aus Weizenmehl 0 dürfen nur nach auf ärztliche Verordnung gegen eure von dem Lebensmittelamt ausgestellte Bescheinigung herge- tellt werden. Alle Ba-ckwaren dürfen nur nach dem 6>eivrcht vertust wcrdeir. Ms Höchstpreis werden festgesetzt für den 3-Eilnd-Laib Brot 50 Pfg-, ftrr den 1-Pfnnd-Laib Brot 17 Psg., für Brot aus Weizenmehl 0 das Pfund 30 Psg., Brötchen mit einem Verkaufsgewicht von 50 Gramm 4 Psg., Mehl im Kkein- verkauf. Rvggenmehl das Pfund '19 Pfg„ W^eizenbrotmehl das Pfund 23 Pfg., Weizenmehl 0 das Pfurw 26 Pfg.
** Reich sreisebrotmarken. Die ReichsgctreidestelVe l?at mit Rücksicht auf die Gefahr der Fälschung von Reichs reisen brotmarken die Marken mit einem Wertpapiermrterdruck versehen, Tie Neick>sreisebrotmarken werden in dieser neuen O^estalt schon von jetzt an zur Versendung gelangen, doch ist zum Ansbranchen der bisher ausgegebenen Reichsreiscbrotmarken eine Frist bis 15. April gewährt worderc. Bon Beginn des 16. April t. Js. ab besitzen nur noch die neuen Reichsreisebvotmarken mit Unterdrück Gültigkeit. Unr einen Mißbrmrch von Reichsreisebrotmarken unmöglich zu ncachen, ist eine Enüvertnng vorgeschrieben worden. Näl-eres hierüber, sowie über das Nachsenden vvn Reisebrotmarken. ist aus Bekanntmachungen in unserem heutigen Blatte zu ersehen.
** Fettverteilung. Von Montag, den 16. d. MtS. ab, wird gleichlzeitig mit der Butter in der: Verkaufsstellen der Molkerei .Gebr. Grieb Vs Pfund Fett oder Margarine oder Rindertalg verausgabt. Tie Bezugsmarke^ Nr. 6 der Lebensmittelkarte ist bei Entnahnce des Fettes abzuliefcrn.
** S chl ü sse l war e n v e r teil u n g. Wer Grieß und Teigwaren beziehen will, hat der: Bezugsabschnitt 4 der Lebensnrittel- karte von Montag, den 16. bis Mittwoch, den 17. April, in einem! Kleinhandelsgeschäft abzugeben. Tie eingereichten Abschnitte^ dienen als Grundlage für die Zuteilung an die KleinlMrdelsgeschäfte; sie erlxllten Bezugsscheine zum Bezug der erforderlichen Waren von Großhändlern der Stadt Gießen. Die Menge an' Grieß und Teigwaren. die aus jeden Abschnitt entfällt, sowie der Beginn der Ausgabe wird noch bekanntgegeben. Näheres sie Bekanrttmaa.ung.
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** Aus zeichnung. Der Stenr mit Schwertern zum Roter: Adl-erorden 2. Klasse mit Schwertern: wurde 0>eueral- leutnant v. 5) a h n verliehen Generalleutnant v. Hahn stand vor: 1660 bis 1894 beim Regiment Kaiser Wilhelm, zuletzt als Regimertts-Wjntmtt. — Musketier Hermmnn Bausch aus Grünberg, Jnf.-Regt. 116, welck)er über 10 Fahre bei dem Metzgernreister .Hofn:ann in der Walllorstraße als Geselle
Tie Handlung ist schon kurz angedeutot. es bandelt sich darum, einen Säurnigen, der sich lstnter längst widerlegte Vorurteile verschanzt, moralisch zur Zeich>nm:g zu zwingen. Dazu werden sein S>ohn, der Reserveleutnant, dessen Braut, -seir: Freurw, ein Vor- arbnter, ein Arzt, ja selbst die alte Haushälterin ausgebotcn, und trotzdeni nur von der Kriegsanleihe gesprochen ivird, ist doch alles so geschickt aufgebarrt, daß das Interesse an der Handlung nienmEä erlahmt. Das kleine Propagaichastückchcn erfüllt seine:: Zweck voll- komrnen und darf nachher mit dieser Besiiedigung in der Bersen- knng verschuniwen.
Gespielt wurde unter der Spielleitung Wilhelm Hellmuths recht ftott. Ter Spielleiter selbst gab den hartgesottenen Lederfebri- kanter:, der mit seinem Kriegsgewinn nickch herausrücken will, ?Ldols Falken eine:: schneidigen Leutnant der Reserve, Emil Walden bieder dar Mühlenbesitzer, Hans Wer 1hmann mit guter Cliarakteristik den Vorarbeiter und Oskar Feigel einen janroseck Stabsarzt. Von den Damen hatte Ma Mahr die Rollö der Braut übernommen und Louise D e l v s e a die brave Haushälterin.
Ten Rest des Abends füllte eine WiederIZolmrg der Operette „Ter Soldat der Marie". Rtorger: lvird nochnrals „Gezeichnet' gegeben, und :venn dann wiederum die Frage ertönt „llni> Ihr Ah möge dann, wie es sich-er fjeutc geschehe:: ist, noch) manch em Säumiger — es gibt deren ffmner noch — sich die Frage vorlegen: „Ist es nicht die liüchiste Zeit, daß ich jetzt auch mente Schuldig kett tue?" und dann lffngehen und
die sechste Kriogsanleihe zeichnen,


