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5.4.1917 Erstes Blatt
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Nr. 81

Der Stehener Anzeiger

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voimerrtag, 5 . April

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General-Anzeiger für Oberhessen

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v. Beck,

Anzetgentell: s ä irr t l l ch

MTB.) Großes Hauptquartier, 4. April. Mmtllch.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Von Lens bis Arras war auch gestern der Feuer- kmnpi lebhaft.

Westlich von S t. Q u e n t i n und zmifthen Somme und Dise setzten die Franzosen ihre heftigen Erkuudungsangriffe fort. Mit blutigen Opfern erkauften sie Boden, der von uns schrrttweise preisgegeben wurde.

__ Bei Laffa u r, von der auf Soissons nach Nordosten führenden Straße, scheiterten nach starkem Feuer einsetzende französische Vorstöße.

Die von uns bei Reims erkannten Batterien, Befesti­gungsarbeiten urid Verkehr wurden von uns unter Feuer

genommen.

*

Neun feindliche Flugzeuge und zwei Fesselballons sind von unseren Fliegern abgeschossen worden.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des G'enernlfeldntarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Zwischen Meer und Pripjet blieb die Artillerietätigkeit in mehreren Abschnitten rege.

Am mittleren Stochod wurde der von den Russen timf dem Westufer gehaltene BrückenkopfvonToboly *«n Miseren Truppen, denen beträchtliche Beute in Hand stieb, genommen.

Beiderseits der Bahn Zloczow^-Tarnopol steigerte sich zeitweilig der Geschützkamvf.

An der

Front des Generalobersten

, . ^ % Erzherzog Josef

srÄ bei der

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vou Mackensen ist die Lage unverändert.

Mazedonische Front.

Geringe Gefechtstäligkeit.

. Unsere Fliegergeschwader bewarfen den Bahnhof Vctte- rop (südöstlrch tton Vodena) ausgiebig mit Bomben. Dadurch entstandene Brände wurden durch Lichtbild festgclegt.

Der Erste Generalauartiermeistcr L u d e n d o r f f.

Der Abendbericht.

B e r l i n. 4. April. (WTB. Amtlich.)

Im W c ft e n bei Regenwetter nur in wenigen Abschnit­ten lebhafte Artillerietätigkeit.

Im O ste n und in M a z e d o n ie n nichts Wesentliches.

von Coöoly am 5tochod

In beinahe drei Kriegsjahren haben die Deutschen PW) eine G-emütslage aneignen können, die kaum noch durch Spannungen auf große Schlachtenentscheidnngen an der: Fronten erschüttert werden kann. Die Kämpfer draußen sind zu Stahl geworden, und wir Harrenden in der Heimat sind mit ruhigem Vertrauen gefestigt. Es gab bei uns' keine Acmgstlichkeiten, der Feind könne unsere Reihen durchbrechen und deutsches Land besetzen. Wir hegten immer nur gegenteilige Erwartungen. Und wenn ein Miesmacher sich einmal in trüben Stimmungen pessimistisch äußerte, so bezog sich das immer nur auf die karg und schwieriger gewordene Lebenslage im Innern. Was aber im deutschen Volke oft mit brennender Ungeduld erwöge:: und be­sprochen wurde, das waren neu entstehende politische Kriegsprobleme. Die Zahl unserer Feinde vermehrte sich, und vor jedem Abfall eines uns ungünstig oder feindlich gesonneneil Volles hatten wir unsere eigentlichen Kriegs­erregungen; da bäumte sich unser Stolz, unser Rechts- gefühl auf, und da emp ja irden wir die schmerzlichen Ent­täuschungen, wie wenig geliebt und wie sehr gefürchtet und schlecht ungeschrieben wir draußen waren. Die englische Verhetzung hatte ihren Hanptanteil daran.

Auch heute, !vo die einsetzende:: großen Frühjahrsenä- fcheidungeu in erste r Linie unsere 5oerzen erzittern machen sollten, ist unsere Spannung vorwiegend wieder auf die äußere politische Lage gerichtet. In Akußland und Ame­rika sind die. neuesten großen Fragezeichen vor uns auf- gestanden. Ein neuer Feind über dem Ozean! Aber da Vas Unabänderliche geschehen ist, fügen lvir uns in die be­währte Oiuhe und Geduld. Nur ein häßlicher neuer Ge­danke sitzt uns dabei quälend aus der Seele: unser Friedens­angebot vom Dezember und die deutsche Antwort an die Dermittlungstheorie Wilsons hatte so lerfreulich entschieden unterstricheil die Absicht, mit unseren Gegner:: selbst zu unterhandeln, die internationale, auch vouNeutralen" beschickte Konferenz beim Abschluß des Friedens abznlehnen. Nun ist aber Amerika zu unseren offenen Feinden übergegan- geu uuo ijüo't- oa.. u zu r: -tu. c*. vc. yieiu ft i.igem Friedensschluß aller am Kriege Beteiligten ebenfalls mit zu Tische sitzen wird. Das ist uns ein lästiger, ein quälender Gedanke, und darum mischt sich in unser Urteil über die ktzlen Aeußerungen Czernins, des Leiters der auswärtigen Politik Oesterreich-Ungarns, ein ausquellender Drang der

Mlehnung. Wir knüpfen alt die neue Stimmung in Ruß­land, an dre den neuen russischen Gewalthabern vorgeschrie- bene neue Methode gewisse Erwartungen. Rußland soll un­teren Konferenzvorlchlag vom Ende des vorigen Jahres noch einmal prüfen. Sieht es ein, daß der Zar Nikolaus schlecht beraten gewesen ist, so weichet säh Miljukow vielleicht noch einmal an die übrigen Staaten der Entente, um eine bessere Würdigung des deutschen Angebotes zu erzielen. Dann wäre am Eiche die Möglichkeit gegeben, daß England und Frankreich aufs neue widerstreben und der Sonder- lriedensgedanke im Zarenreiche festere Wurzeln schlagen mußte Nur von dieser Seite aus besehen, läßt sich Czernins ^?a^llung an Rußland billigen. Gerade im jetzigen Augen- olia, wo Amerika als neuer Kriegsteilnehmer auftaucht, ist es keinesfalls angenehm und klug, wenn bei uns von neuer Neigung zu allgemeinen Friedenskonferenzen gesprochen wurde. Denn es liegt auf der Hand, daß noch wüster als je zu­vor unsere Friedensneigung uns als wachsende Ähwäche aus­gelegt würde. DerVorwärts" schreibt in seiner Mittwoch- Nummer folgeiide Sätze:Wilsons Rede wird noch Anlaß zu mancherlei Erläuterungen geben. Besviiders bemerkens- wert dünkt uns aber seine Auffassung, daß die russische Re­volution zur Wiederherstellung des Weltfriedens beitragen könne. Daiiach scheint der Präsident der Meinung zu sein, der deutsch-amerikünische Krieg könne zum Abbruch ge­langen, noch che er sich vollstälidig entwickelt hat. Für diese Möglichkeit spricht auch der n eue Kon fere n z v o r- schlag Oesterreich-Ungarns, die Anwesenheit des österreichischen Kaisers im deutschen .Hauptquartier und die Reise des amerika n sichen Botsa-nfters in Wien nady Wck< sh:ngton." Gegen diese Auffassung der Lage muß denn doch' Anspruch erhoben werden. Es ist Oesterreich-Ungarn nicht eingefallen, einen neuen Konfer-enzvorschlag zu machen. Darum freut es uns, in derKöln. Ztg." heute folgende aus Berlin datierte halbamtliche Feststellung zu lesen:

Es ist aus der Lage heraus verständlich, daß au alle' diese Aeußerungen, wie auch an die NachriclZt von der Fahrt des verbündeten. Kasierpaars und der leitenden Staats:nänner ins Große Hauptquartier zahlreiche. Kommentare geknüpft wurden. Es nt bedauerlich, daß einige wävw. den r^lKigen Weg verfehlen und dazu beitragen, den Eindruck zu erwecken, als ständen wir rm Begriff, mit einem neuen Friedensangebot an unsere Feinde hevanzutreten. Diese Bedeutung dessen, was sich m den letzten Tagen abgespielt hat, ist unrichtig Daß nur grundsätzlich bereit sind, in Verhandlungen lur einen ehrenvollen Frieden einzutreten, ist von der deutschen Regierung ^ederhplt offiziell erklärt worden. Ueber die Vorbedingungen dazu kann niemand im unklaren sein Daran kann auch die Gestaltung der Dinge in Amerika nichts ändern. Diese klare Sachlage darf nicht durch eine falsche Aus­legung der Kundgebungen und Vorgänge der letzte Zeit verdunkelt werden Wir sind in der Lage, in Ruhe abwarten zu kön­nen, wie sich die Dinge im Lager unserer Feinde entwickeln. Bei der Möglickcheit, daß die Gerüchte und Deutungsversuche iwch weiterhin den falschen Weg gelten, erscheint es nötig, noch einmal ausdrücklich festzustellen, was auf Grund der maßgebenden Erklä rungen des Reichskanzlers sich von selbst versteheii sollte."

Der öfterreichifch-nngarische Tagesbericht.

Wien, 4. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 4. April 1917.

O e ft l i ch e r Kriegsschauplatz.^ Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Nichts mitzuteilen.

Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Jofef.

Ein österreichifch-nngarischer Flieger schoß im Raume von Okna ein russisches Niruport-Flugzeug im Lustkampf ab.

Heeresfront des Ge n e r a l fc ld m a rsch a l ls

Prinzen Leopold von Bayern.

Am mittleren Stochod nahmen wir, erf-ebliche Beute ettrbringend. den russischen Brückenkopf Tobol in Besitz. Sonst vielfach Aufletzen des Geschützkampfcs.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

* * *

Der türkische Sieg bei Ghaza.

Berlin, 4. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der eng­lische Angriff auf Gaza war in größtein Stil vorbereitet. Nachdem die Engländer die vom Suezkamrl in östlicher Richtung dem Meere leirtlang gebaute Eisenbahn bis Chan Junis, 20 Kilometer südwestlich von Gaza fertiggestellt hatten, versuchten sie am 26. März sich in den Besitz dieses Platzes zu setzen. Nach zweitägigem Gefecht wurden sie unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. An dem Ge­fecht waren auf englischer Seite etwa 4 Divisionen, meist berittene Truppen beteiligt. Die türkischeir Truppen hatten sich glänzend geschlagen. Auf dem Schlachtfelde wurden 3000 tote Engländer gezählt. iDer Feind zog sich in südwestlicher Richtung zu.rück.

Kvnstantinopel, 4. April. (WTB.) Anläßlich deZ glanzenden Sieges, den die türkischen Truppen, unterstützt durch die tapferen österreichisä>-ungarischen Batterien, über den sehr starken Feind bei Ghaza davongetragen'haben, fand ein Depeschenwechsel zwischen dem Sultan und Kaiser Karl statt. Beide Herrscher drückten die Ueber- zeugung aus, daß die Verbündeten Heere in einer nahen Zukunft Erfolge erringen würden, die den endgültigen Triumph ihrer gerechten Sache sichern würden.

Die Haltung Amerikas.

Washington, 4. April. (WTB.) Die Regierung hat beiden Häusern eine Ensichließung zugchen lassen, in der erklärt wird, daß der Är ie gs z u st aiu d mit Deutschland besteht. Die ^Beratungen der Entschließung wurden auf den nächsten Tag ver­schoben.

erdam, 4. April. (WTB.) Nach einer Reiltermeldimg wurde Wilsons Rede im Kongreß mit begeistertem BeifaL ausgenommen. Ter Kongreß soll heute (4. April) die Resolution über den Kriegszustand tu Behandlung nehmen. Man nimmt cm, dav der Kongreß sie in eiriem oder zwei Tagen annehmen wird.

^as Re-ckeriche Bureau meldet weiter, daß R o o s e oel t, der gestern in Washington nxir, den Wunsch äußerte, eine Division aniecckansicher Truppen zusammenzubringen und sich cm ihre Spitze an die Front in Frankreich zu geben.

Washington, 3. April. (WTB.) Meldung des New- terschen Bureaus. Das Marinedepartement gibt bekanrrt, daß Maßnahmen getroffwr inerden zwecks Zusammen­wirkens zwischen der amerikanischen Flotte und den Flotten der Ententemächte.

Die Fübrer der demokratischen Partei haben beschlossen, dauernd Sitzungen im Senat abzuhalten, bis die Kriegsresolution mrgenonrmen ist.

Der Senatsausschuß für auswärtige Angelegen-' heiten hat der Resolution der Idegierung zugestimmt, die erklärt, daß der Kriegszustand mit Deutschland tatsächlich bestehe. - ^

A msterdam, 4. April. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem hrestgen Blatte meldet dieTimes^' aus Wksistngwn: Jedermann» spricht hier über denKrieg. Die Rekrutierung ist in vollem Gange. Ueberall sieht man militärisches Leben. Man darf zunächst von den Vereinigten Staaten keine zu großen Dienste erwarten, denn ste smd nicht besser gerüstet als England zu Kriegsbegrnn. Dre militärischen Maßnahmen, die bisher ergriffen worden sind, dienen ausschließlich der Verteidigung. Der AufrufvonFrei-' wa l lügen durch den Präsidenten nürd aber ben Anlaß zu einer Ltgttation geben, um eine Expeditionsarmee zu entsenden. Viele wiirden es gerne sehen, daß einige Divisionen der regulären Armee sofort über See geschickt wiirden. Aber mit Mckstcht auf Mexiko und eventtrelle Unruhen im Innern wäre es unverständig, die kleine stehende Armee y\x verzetteln. Vielleicht wird es später möglich sein, ettoas in dieser Richtung zu unternehmen. Im Augerdlick ist es wahrscheinlich, daß stch Washington dainit zustieden geben wird, seine guten Absichten dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß es das amerikanische F l i e g e r g e stch w a d e r im Westen in eins amerckairilche Truppe umwandalt und durch Freiwillige verstärkt.

Die Revolution in RuhIanS.

Der Kriegsminister fordert Heeresverstärkung.

Petersburg, 4. April. (WTB. Nichtamtl.) Kriegs- minifter Cu tsch kow erließ einen Tagesbefehl, in Welchem hervorgehoben wird, daßdieaktiveArmeeneu^rBe- stände an Offizieren und bedeutender Ber- stärkungenbedarf. Deshalb erklärt der Kriegsminister, daß kein Offizier oder Soldat, der nicht im Rücken der Be­völkerung eine nützliche Beschäftigung hat, dort bleiben darf, sondern sofort zur Front zu gehen hat. Der Minister weist gleichzeitig alle Armeebefehlshaber und alle Vorstände der militärischen Verwaltungsbezirke an, die Listen der dort be­schäftigten Offiziere und Soldaten zu prüfen und nur die zu behalten, die wirklich unentbehrlich sind. Die übrigen sollen in die Reserveregimenter versetzt werden, um schnell aus- gebildet und unverzüglich zur aktiven Armee geschickt zu werden.

Neue Kundgebungen in Petersburg.

Petersburg, 4. April. (WTB. Nichtmntlich.) Nach einer Meldung der Petersburger Delegraphen-Agentur fanden am 2. April neue Kundgebungen verschie­dener Teile der Pktersburger Garnismt vor' dem Tanrö- scheu Palais statt. Die Truppe:: führte:: rote Fahnen mit Aufschriften, wie-beispielsweise: Wir wollen uns an die Front begeben! Unter anderem hielt der Dnmapräsident Rodslanko eine Rede, in der er sagte, ein freies Rußland^ würde ohne den Sieg über die Deutschen nicht be­stehe:: können.

Weiter nwldet die Acrentur, die Offiziere, die die Ar- titlerieschule Michailowsk: besuchen, hätten der provisori­schen Regierung das Verttauen ans ged rückt, daß sie Ruß­land zun: entsckMdenden Siege über den äußeren Feind ühren. Anfglerufen, für eine ausgedehnte ^Erstellung von Munition für die Armee und Flotte zu arbeitei:, seien alle Artilleristen fest entschlossen, alle Kennttüffe und

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Pttervburg. mm n» at u u i c i» u n o

Soldaten au sickust m lebbmen AnseinanderseMngen, als Bagdad erklätte, der Ausschuß sei so zahl:e:ch Er bestehe zurzeit aus 3000 Mitgliedern. Bagdanow verlangte eine Einschränkrcng der Mitgliederzahl. Tie Arbeitervertteter loiderseNten sich heftie der Forderung und erklärten, daß sie keine Aenderuna in txn Zusanunensetzimg des Ausschusses z-ulassen würdeir Wie Radio ferner nrcldet, wurden alle Mitglieder der Dyrmstie ausgesori>'rl