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3.4.1917 Erstes Blatt
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virrrLtag. 5. April m

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psflschrSkont«: Zrankfürt «.A. U636

General-Altzeiger für OberQefjen

Ariegrzuftand zwischen Amerika und Deutschland?

(letzte Nachricht.)

W a fh k n s t o n, 2. April. (WTD. Nichtamtlich. Draht- Weldung des Reutersch-en Burenus.) Wilson forderte heute ebend den Kongreß auf, zu erklären, daß zwischen den Ver­einigten Staaten und Deutschland der Kriegszustand bestehe.

Anmerkung der Redaktion: Wir geben diese Reuter-Meldmfa Mnächst mit allein Vorbehalt wieder. Eine Bestätigung von an­derer Seite liegt noch incht vor.

(WTB.) Grotzes Hauptquartier, 2. April.

(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Zw-ischen Ar ras und Ais ne haben sich gestern und erneut heute morgen Gefechte entspannen, vornehmlich zwi­schen den von Baparrnre auf Eroisüles und auf Cambrai sichrenden Straßen, sowie auf beiden Sommeusern westlich von St. Quentin.

Engländer wie Franzosen setzten starke Kräfte an, die infolge unserer Artille riewirkung mehrfach zurückfluteten und nur unter erheblicher Einbuße, auch von 50 Gefangenen und einigen Maschinengewehren, unseren öes'chlSgemüß aus­weichenden Truppen Boden gewannen.

Auch zu beiden Seiten des O i s e - A i § n e - K a n a l S und auf der Hochfläche von Vregny kamen französische An­griffe in der vollen Wirkung unserer mit dem Gelände bis in§ Einzelne vertrauten Batterien nur verlustreiche und wenig vorwärts.

- In der Eham 9 a g n e hielt das Dernichtungssjper r:n- serer Artillerie gegen die BereitsteLlungsgräben einen An­griff Ser Franzosen gegen die Höhen südlich von Nipont

nieder.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls PrinzenÄeopold von Bayern.

An der D ün a wurde rin russischer Vorstoß durch Feuer vereitelt.

Westlich von L u ck haltert bei Crmnjukhp unsere Sturm­trupps mehrere Gefangene aus den feindlichen Grüben.

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

An der Ludowa, in den Waldkarpathen, zerstörten unsere Erkunder bei einer ihrer zahlreichen Streifen ein vom Feinde engelegt-es Trctminenftw durch Sprengung.

Gegen die Gvenzhöhen zu beiden Seiten des Uz-Tales setzten die Russen nach starker Artillerieunrkuug zu einem Angriff in sieben Kilometer Breite an. Ihre Stunnwcllen brachen in unserem Ferrer, an einer Stelle im Nahkampf, zu­sammen. Kleinere Vorstöße seitlich des Hauptangriffs schei­terten gleichfalls.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Nichts Neues.

Mazedonische Front.

In der Seenenge blieb ein feindlicher Erkundungsvor- ftoß ergebnislos.

Südlich des Do r ran -Sees drang ein Sturmtrupp in die englische Stellung, machte einen Teil der Besatzung nieder unb kehrte mit mehreren Gefangenen zurück.

Der Erste Gencralauartiermeister ^ Ludendorff.

Der Abendbericht.

Berlin. 2. April, abends. (WTB. Amtlich.)

Außer Len gemeldeten Gefechten im Somme- und Oise-Gebiet keine besonderen Ereignisse.

* * *

Wir haben vor einigen Tagen einige Aeußerungen des Pfarrers und Politikers Tranb wiederg-egeben, der sich .gegen das jetzige System unserer Volksernährung gewendet und aus den individuellen Handel, das freie Spiel der Kon­kurrenz, ein Loblied gefangen hatte. Wir hatten dazu be­merkt, daß der Krieg mit feinem völligen Ausschluß des Außenhandels andere Grurchlagen schaffe als im Frieden rrud daheckäuch einen Wechsel des Systems der Versor­gung bedinge. Daß das System der staatlichen Vorschriften, das leider so unvorbereitet zur Geltung kanr, Schwierig­keiten und Märrgel öfter!bare, beweise noch nicht, daß es an sich falsch oder überflüssig tvckve. Wir werden der Frage von neuem gegen über ge steilt, werm wir überlegen, ob wir denrr nach dem Friedens schluß wieder eine freie oder eine sozialistische" Volkswirtschaft haben werden. Zu diesem Problem nimmt Professor Gustav^ Schmoller im neuesten Heft seines Jahrbuchs Stellung. Seine Ausführungen zeigen, daß er dem Kriegssystem unseres Ernährungsweseus größere Gerechtigkeit zollt als Draub. Ztveifellos wird der Krieg eine ausgezeichnete Schule in der Volkswirtschafts­lehre gewesen sein. Aus der jetzigen Notdurft auf so vielerlei Gebieten tverden für die reicheren Märkte der Zuknnft viele nützliche Erkemftnisse und Anleitungen hernlsfamugeu. Schmoller meint, es könne gar keine Rede davon sein, daß man den Rieseüapparat unserer Kriegsorganisation einfach auslöse. Es wäre töricht, sofort die Devftenorganisalion un­serer leitenden Banken zu beseitigen und so den Schutz un­serer Valuta auszuheben. Es wäre falsch, die staatliche Lei­tung und Verteilung unserer Metallbestände in unsere Haupt- inDustricbranchen fallen zu lassen, ehe wir wieder unseren Auslandshandel so organisiert haben, daß unsere Kupfer-, Zink-, Antimon- usw. Versorgung von neuem ganz im Gange ist) Es wäre der Gipfel der Kurzfick)tigkeit, wenn wir, um nicht den Schein des Sozialismus zu erregen, die Zentrali­sierung unseres Arbeitsnachweises, die einen großen sozialen Fortschritt darsvellt, wieder rückgängig machten. Ebenso, wenn wir die Fortschritte in unserer Ausbildung und Zus<rnl«;en- tmm der Großindustrie sonne der Karte!lürgaMalchu rück­

gängig machen wollten oder wem: wir gar unsere großen

Staatsbahnkörper wieder in kleine Privataktienhände über­geben, wenn wir die seit Jahrzehnten mit so viel Mühe und Geschick erreichte Zentralisation unseres Kreditwesens wieder auflösten.

Tkber anderseits werden wir natürlich mrf) und nach gewisse Ausfuhrverbote und Monopole wieder auflieben, wie wir die Nationenverteilung von Mehl, Kartoffeln, Fleisch und Fett wieder satten lassen werden, wem: die freie Verteilung drrrch Groß- und Kleinhandel sich ivieber gleichmäßig vollzieht.

Wir dürfen nie vergessen^ daß mit steigender Kultur, mit größeren Staaten, mit komplizierteren Gesellschaftsverhältnissan einerseits immer gervisse zentralistische Staats- und Gesellschasts- gebilde notwendig werden, daß sie aber andererseits nur segens­reich wirken, ivcnn daneben die Sphäre:: der gesunden individuellen Freiheit und Sekbstverantwortlich^il gewahrt, ja vermehrt wer­den, tvenn die zentralistischen Tendenzen nicht die lebendige und üchividuclle Spannkraft und Schaffensinft, die Hoffnungssreudig- keit^ läh:nen oder verringern. Das freie Spiel der mdividuellmr Kräfte ist von Segen, soweit die Konkurrenz nicht korrumpiert ist, soweit nicht der Schatz der Schtvachen, ihre Mißhandlung die staatlichen Eingriffe nötig machen.. . .

Das Wesentliche in derc gesamten neuen volkswirtschaftlichen OrganisationsttnMIdungen ist das immer kompliziertere Zusammen­wirken mit ftcier individueller Initiative und von Genossenschaften, Verbäirden, das Zusammenwirken von Staats und Gemeindeorga­nen nnt den privaten Verbänden, von Unternehmern und Arbeitern, von einzelnen Unternehmern und ihren Verbänden, von einzelnen» Arbeitern und ilnen Vereinen und Genossenschasteir. Wie damit vielfach und in steigender Weist den Individuen und allen gesell­schaftlichen Schichten eure Untervrdrmng unter die Majoritäten der Geiwfstn, wie unter' Autsrftäten aller Art zugemutet wird, die private Initiative wird damit nicht notwendig' beseitigt, sie wird nicht sowohl gelähmt, als vielmehr zu ihrem Heile in die rechte Bahn geführt. Die ErdAickung des In­dividuums durch den Staat, durch FiskalisnruS, Beamtentum ist damit nur gegeben, wenn die Ausführung eine falsche, unvok- kornnene ist. Einem kommmristisä-en und sozialistischen Staate gehen wir hmnit nicht entgegen, wenn wir die bestell und tüchtigsten, die energischsten und wecteyblickenL^m Männer an die Seiten der Ge­schäfte, wie an die vo-n Zierat und Gemeinde bringen. Das Streben nach höherem Einkommen und nach Besitz ist für die Mehrzahl aller Menschen ein Ansporn, der seine DefachftlTung hat, wenn es sich mir paart mit den Schranken von Sitte, Moral irrib Itccht, mit dem Patriotismus und dem sozialen Sinne, dem Gerechtig­keitsgefühl, das vor allem die führenden Kreist haben müssen, rvrmr das Gemernwes-sn gesund bleiben soll.

Die sychenrcrtische Gestaltung unserer Volkswirtschaft wird, so darf man wohl hiirzufügen, auch einig-ernraßen don dem Anhalt des Friedens abhängen, den wir uns ver­schaffen können. Wenn der englische Gedanke, uns auch nach dem Kriege von der Mehrzahl der Völker boykottieren zu lassen, auch nur teilweise Erfolg haben sollte was wir schwerlich zu erwarten haben, loenn wir tapfer durchhalten und die neue Kriegsanleihe zeichnen< so werden wir den staatlichen Zwang zu einem großen Teile auch künftig in unserer Volks Wirtschaft nicht entbehren köniren.

* * *

Der öfterrcichftch.ungarische Tagesbericht.

Wien, 2. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbarti 2. April 1917.

O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Bei der

Hreresfront des Generalobersten . , Erzherzog Josef

vielsach erhöhte Kmnpftätigkeit. Im S l a n i c - T a l e nnrrde ein schwächerer, siidlich des U z - L a l e s ein starker russischer Vorstoß unter erheblichnr Feindversusten abgeschlagen. In den Waldkarpathen arbritelen unsere Abteilungen mit Erfolg.

In Ostgalizien und Wolhynien keine beson­deren Ereigrrisst.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö s e r, Feldmarschalleutnant.

* * *

Die letzten Gefechtste-ge im Westen.

Berlin, 2. April. (WTB. Nichtamtlich.) Bei wechselnder Sicht und Regenschauer nehmen die Kämpfe zwischen A r r a s und Aisne in der gewohnten Weist ihren Fortgang. Zu größeren Zusammenstößen kam es bei Cwicelles an der Straße Fine Gouzoaucourt, bei Sav, beiderseits der Svnrme fatrie nördlich Vau Soissvns. An allen diesen Prrnkteu tmcrdeu englische und ftan- zösische Vorstöße blutig abgewiesen. Besonders groß warn: die gegnerischen Verluste bei einem Arigriff arff den Holnmt-Wald. Die anßerordetttlich sächnerige, ja ^fäl-rliche Lage, in welche die Eng­länder und Franzosen durch, die deutsche Froirtverlegnng ge­kommen sind, 'beweisen die forüvälp'enden Klagen, über die deutschen Zerstörungen nnd die ängstlichen Stiarmen der Militärftitiker, die ständig zur Vorsicht und Behutsamkeit, mahnen. Trotz dieser nrr- geblich durch die Entente erzwungenen Operation nahmen die Deutschen im vergangenen Monat an der West­front 2900 Mann gefangen und erbeuteten 59 Maschinengewehre. Deingegenüber vermögen die englisä^en und französischen Berichte für die gleiche Zeit noch nicht einmal die Hälfte an Gefangenen zu melden, nämlich 1400 Gefangene rmd eine Beute von 39 M-asch-urmgowehrni. An aller» Fronten machten die Deutschen rmd ihre Verbün.deten 6900 Gefangene sowie eine Beute von 164 Mas chineng ewehren ,ohne die Schnelladegewehre) nnd 60 Minemverfern. In der Cham­pagne wird südlich von stlipont weitergekämpft. Tie Franzosen be­reiteten hier einen neuen großen Gegenang nss vor. Die Angriffs- Vorbereitungen wurdm jedoch deutscherseits er taut icnb die rrr den Gräben beocitneflellten Strrrmtnrpperr unter Vernichtungs­feuer genommen. Ter Angriff wrterblieb, bis auf eure Stelle, wo die Framosen vvrbracl-en, aber mit Handgranaten zurückgewoftan wnrdem Die in die eigenen Gräben zurückflutenden erlagen gr'ösften- teils dem deutschen Verfolgslgssauer. Französische Patronillcnr- Vorstöße scherterterr südlich von Chavoime sowie am Barroy-Walde.

Hinderrburgs Dank an die CisenbKhn.

Berlin, 2. 2tz?rik. Fm Afack>luß an de« jüngst vor- üffentlichtcx Erfatz des Kuifers mi FEruagkichE p. Hin-

denbury anläßlich dar großen Heeresbervegrrngen Westen wrrd jetzt ein Schreiben Hindenburgs be­kannt, das, an den Chef des Feldeisenbahnwesens gerichtet, den Eisenbahrrtruppen und -beHörden Dank zollt, denen ein großer Teil an dem ungestörten Erlaus der Truppenbewegung xuzuschreibeir sei.

* * * *

Englischer Heeresbericht

vom 1. April.

Nach einem starken Kampf ^rahman wir das Dvff Solch, 4 Meilen von St. Quentür 61 Gesrngene und vier Maschtmnure- wehre wurden ein gebracht. Die Verluste des Feindes sind schoer. 70 deutsche Leick^n. faurchen vor der Front eines einzigen BataillonA gezählt. Wir nahmen auch den Wild von Savy, 1 Meile nord^ östlich des Dorfes, außerdem die Dörstr Vendckles, Ep.ph und Pozieres. Nordwestlich von Cvoissilles rückten wir weiter vor. Teile unserer Truppen drangen. während der Nacht und heute; morgen in feindliche Gräben nördlich Dort Rocsmcourt und nord­westlich von NeuvilleSt. Baust. SiÄtzoestlich vorr Givenchy wur^ den noch eitrige Gefangene erngebrack-t und dem Feinde viele Veo- l'uste zugefügt.

Geslern wurden in einer Anzahl, von Lirftkäinpfen $xtci deutsch» Flugzeuge vernichtet und drei weitere zum Niedergehen gezroungeu Eine unserer Maschimn tvird vermißt.

Im .März nahnren wir bei Vorstößen, örtlich begrenzten Unternehmer gen und im Verlaust des stindlichen Rückzuges 12 3 9 Den t sche' g e fa n gen , darunter 16 Offtzstre, und erbeuteten außerdem drei Feldge-schtltze >und eine Mairge anderes Kriegs-' material. Die Gesamtzahl her von uns in dm ersten drei Monaten des. Jahres ein gebrachten deurschear. Gefangenen beträgt 4800. darunter 78 Offtziere.

Englischer Heeresbericht aus Mesopotamien vom 31. März: Seit dem 19. März operieren unsere Truppen von Bagdad ans nordwärts und rwrdosftvärts, wchten scharf dem Feinde, chreiben ihn zurück und richten ihre Stellungen ein. Unsere und die russischen Truppen begegneten bei ihrem Borm«u.sch ans verschiedenen Richtungen aus llchanikin erheblichen Schlvierigkeiteu,- die imsrigen infolge Auslaufens einer Anzahl von Booten ans den Flüssen, die Russen durch den Schnee, die von den zurückgelrendeul Türken an.gerichtete Verwüstung und die starke Stellung des Padok- Passes. Unsere Truppen stießen in dieser Richtung aus erhebliche feindliche Streitkräfte und umfangreichen Widerstand, brachten aber; dem Feinde erneute Verluste bei^ machten Gefangene und erbautetrA Lebensmittel. Wir besetzten nach einem lebl)aften Gefecht <xa( 23. März Sharvbin und versetzten dem Feinde am Tiala-Fluß in der Gfaend von>el Hamrisi und Kizel Robar sclLvere Schläge. Am 25. März besttzp-n wir Bollnwah mtd Sindft)ak mrd ergrii'es* von den reickstn fruchtbaren Gegenden 35 Meilen irordlich Bagdad Besitz. Falliya, 36 Dteilen westlich Bagdad, ist von urrs am. 19. März besetzt worden. Tie Türken leisteten, als sie auf dies«- Ort znrückgingen, geringen Widerstand.

Bericht vom 1. April.

Der Feind versuchte eine konzentrische Bewegung am Schatk el Adheim und von Deli Abbas aus auf unsere Truppen, die mißglückte. Die Bervegung des Feindes von Deli 2lbbaS aus! wurde znm Stehen gebracht. Seine Truppen befinden sich in vollem Rückzüge. Wir griffen am Donnerstag die Truppen.macht von Schaft el Adheim an und besetzten rtach hefftgem Kampfe die ganze Stellung. Mehrere feindliche Gegenangriffe mißglückten. Ter FeirÄ ließ 124 imverwundete und viele Verlvundcte Gefangene in unserer Hand. Er hat sich w'iederum auf das rechte User des Schaft el An­heim zurückgezogen.

* * *

Aus der türkischen Kammer.

K on stau t in v pel, 1. April. (L9TB.) Der Groß w e- s i r verlas in der Kammer ein Dekret, das die S ch 8 i e ß u n g! der 3. Tagung der 3. Gesetzgebrmgsperwde anordnet und den Be­ginn dar näckfflen Tagung auf den 1. November anberaumt. Das Dekret sprichst den Mitgliedern des Parlaments die kaiserliche Be­friedigung ftir die Tätigkeit ans, die sie in der Verabschiedtuig der die Lebetisinteressen des Lcmdes berührenden Gesetze bewiesen haben. Vor der Verlesung des Dekrets l?ob der Kamunerpräsidetft Hadji A d ie Betz in einer MschredSrede die geleisteten gesetzgeberischen Arbefteu farvor und wies nmmuftlich auf die Reiwrdnung airf dem Gebiete des Rechtswestns und auf die türkischZ-detttsch-en Kon- ventiouen hin. Vielleicht, sagte der Präsident, werden !vir unsj noch einmal im Laust des Weltkrieges versammeln aber bis dahin n er den wir mit Goftes Hilst Zeugen noch vieler Heldentaten und' Erfolge unserer Nation sein. Unsere Nation ist Gefahren ge- nohift; sie hat maita Ungllicksfülle erfahren, aber an was sie sich nie getröhnen wird, das ist Ertriedrigntcg. Wir können es er­tragen, in Arnmt und Unglück zu leben, aber wir formen es nicht ertragen, unser Leben mit Niedrigkeit verknüpft zu sehen. (Hände- klatschen, .Bravorrcst.) Wohl sind einige Punkte imseres Bater- larrdes l-eute von den Füs^n des Febrdes zertreten, aber wir wür­digen die für das gemeirtsame Ziel mit Unterstützung infam? Truppen in Galizien, in der Doln-udscl-a, in Rtimänien und in Mazedonien erzielten Erfolge. Mr ertragen die Verluste, die! wir erlitten, mit Ruhe und Räut. Voll Zuversicht erfüllen wir unsere militärische Pflicht gegen das Vaterland. Wir zweifeln nicht, daß dieser geheiligte Boden bald mit Gottes .Hilfe vom Feind« befreit sein wird. Der Präsident würdigte schließlich nickst nur das Verhalten der Armee, sondern mich das der übrigen Bevölkerung, die nrit'Opsti-rmft trotz aller Schwierigkeiten ihren Arbeiten obliegt.

Die Ueoolution in Nutzianö.

Das Aarcnvaar.

Bern, 2. April. (WTB. Ni-chpnntlich.) Die Agentttr Radio meldet ans Petersburg: Tie ganze Umgebung des

Zaren vaa res ist von Zarskoje Selo nach der Peter- Paulsfestung gebracht n*>rbcn_. Dreimal täglich ustrd fest- gestellt, ob sie sich nvck? im Palast befinden.

Berlin, 3, Llpril. Wie das B. T. berickstet'. wurde in Petersburg die ganze Familie R a s p u t i n s verhaftet. Ter ,L)oss. Ztg." zufolge ivirkt der A r beite r vo r b a n d in Petersbirrg sel/r sclicrrf als Zensor wrd verbietet die weitere H-rrrrus- gäbe von konservatimn ZeMnv'en.

Genf, 3. April. 9tach der gefhigeu Eidesleistimg der russi­schen Truppenatadrumg zur Westfanft in der Pariser russisckxn Kirckre, die lediglich dem russisckien Staate geschvvrr-n roitrde, wurde bekannt, daß in Petersburg der Großfürst Boris negcn Mit- Unssersclaft zu einer BevschwÄguig zwecks Dhrv.iErhebung fas Großfürsten s-ttkolai Nikvlajervidsch verhaftet wvroeu ist.

Der Arbeiter- ur^d Eoldaten-AuS?chutz.

Petersburg, 2. April. (WTB. Mckftamtlich) Mek^ düng der Petersburger Tebegic«pt)<ur-Ag«mftir. Dwr Aus«,