Arr» Stadt «nv Land.
(Öie5ca, 2. April 1917.
Die Kunst für alle.
Bilder malen, Verse schreiben.
Komponieren — macht's Euch Pein Oder anderer — laßt es bleiben!
Line Kirnst nur nrüßt Ihr treiben:
Zeichner muß ein jeder sein!
Kriegsspknde deutscher Frauen.
Bekanntlich f>at der Alicc-Frau«nver^u die Begulachttorg der VMS Hessen eingehenden Gesuche um Bewilligimg der Kriegs- kinderspende übernommen. Eine kurze Uebersicht über dm vom
30. September 1915 (bat Gründungstag der ^ttrtimg) bis
31. Januar 1917 erledigten Eingabe ergibt, daß wahrend dreier Ihr Jahre 2722 &efitd>c eingegangen sind. Bet diesen ergab dte Prüfung und Begutachtung in 200 Fällen, daß cme dringende 9rotlage nicht Vortag und denrnach eine Unberitnßimg nrcht erforderlich sei. In 1822 Fällen wurde die Gewährung einer Unterstützung als wünschenswert bezeichnet und die Genrche befürlvortend nach Berlin n>eiter gegeben. 500 Eingaben kannten, da dte Bor- aussetzrmgen für Bemtlligmtg der spende nicist gegeben waren, nicht befürwortet werden: in diesen Fällen wurde aber, wenn eine dringende Bedürftigkeit nnchgewiesen w>crr, aus Mitteln des Alice-Franc nvexeäus eine Unterstützung gegeben oder eine solch? bei anderen m ständigen 'Stellen befürwortend beantragt. Bon den nach Berlin gesandten 1822 Gesuchen, wurden von der Stiftung „Kricgsimderspcnde" 926 berücksichtigt, wahrend 896 keine Bewilligung finden Lmntat. .Da jede berücksichtigte Brtt- stelle rin eine Unterstützimg von 20 Mark erhielt, ich votr der Stifttcng eine Sunune von.18 520 Mark für bttmrftige heische Kriegerfranen aufewendet wvren.
Für die Bewilligiing der Spende gelten folgende Grundsätze:
Ter Ehemann der Bittstellerin muß zurzeit der Geburt des Kindes im Heeresdienst (Hilfsdienst ausgeschlossen) gestanden I>aoen, kann gefallen oder inr Heeresdiertst gestorben sein.
Tie Gesuch? müssen innerhalb 3 Monaten na c.] der ©cburt eingereicht sein. Tie Bittstellerin muß durch besonder? Ilm st ende m außerordentliche Notlage geraten sein und darf außer Krteasmtter- stütznng und Wochen Hilfe keine anderen Einnahmen oder Vorteile wie a) freie Wol-rtung, b) freie Lebensmittel, c) freie Feuerung, d) freien Garten,- e) freies Ackerland oder sonstige Vorteile von fvencher Hand habeii. . ^ ^ ,
Als außergewöhnlicher Umstand für dre Bewilligung der Spende kann die allgemein? Teuerung nicht angesehen werden.
Wlenn die VerMtmsse der Gesuchstellerin auch nur m einem Punkte den obigm Grundsätze nicht entsprechen, ist eine Beihilfe ausgeschlossen, die Einsendung eines Gesuches atw zwecklos.
Das Gesuch das von der Mutter selbst geschrieben fern muß, braucht nur die Angabe zu cntlxckten, wann der Ehemann in den Heeresdienst eingettcten mrd das Kiiid geboren ist. Geburtsscheine uitd Urkunden sind nicht beizufugen. . . . .
Der Hauptvorstand des Alice-Frauenvereins in Darmstadt, die Vorstände der Zweigvereine und die Vertranensdamcn littb- jeder- $eit gerii bereit, Gesuche entgegenzunehmen uird sie a,i di? maßgebende Stelle weiter zu befördern. Benächrichtigiiiig bei Nicht- belvilligung der Spende findet nicht mehr statt. . - .
In! (etzster Zeit liatte der Alice-Frauen verein mehrfach die Freude, ans Hessen eingehende Speichen der Stiftung überlveifen 7.» köiinen. Das Belmißtsein, daß sie beigetrageii haben, eine größere Anzahl hcsiischex Äriegerftauen zu unterstützen, wird sie an- spornen, auch weiterhin zu wirken, daß der Stiftung aus denr Großherzog tu ui reichliche Gaben zur Verwendung fiir ihren guten Zweck zufließen.
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** Ein Bericht des landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen, über die Ergebnisse der Kultur imd Düngmigsversiiche mit Oel- und Gespinstpflanzen, sowie mit Hülsenfrilchttn im Kriegsjahr 1916 liegt der Landauflage unseres lmitigen Blattes best Wir weisen unsere ländlichen Le,er ,iui diesen Bericht besonders hin, in der berechtigten Annahme daß die Ergebnisse der vom landwirtschaftli ckien Verein ausge führten Bersuckst gewiß Interesse finden werden.
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** 6. Kriegsanleihe. Die Provinz Oberhesfen wird sich ml der sechsten. Kriegsanleihe mit 1350000 Mk. beteiligen. (Vorherige Zeichnungen insgesamt 3 337 000 Ml.)
** Amtliche Perso n'alnachrichten. Der Gro ßher- zog hat ani 31. Januar den Direktor des .Königlich Preußischen Instituts für Hygiene und Infektionskrankheiten in Saarbrücken, Professor Tr. Emil G ot schlich, zum ordentlichen Professor in
Groß her z o g hat am 31. März den Kreisdirektor des Kreises Dieburg, Geheimen Regierungsrat Dr. Eugen Wagner, zum Ministerialrat in dem Ministerium des Innern, dar Vortragenden Rat in diesen! Ministerium, Oberregierungsrat Heinrich Leonhard Gr äs zum Kreisdirektor des Kreises Dieburg, und den ständigen Hilfsarbeiter in demselben Ministerium, Regierunczsrat Dr. jur. et vhll. Paul Wöruer zum Vortragenden Rat in diesem Ministerium unter Verleihung des Amtstitels „Oberregicrungsrat sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1917 an —- ernannt. — Groß her zo g hat am 31. März den Obiwlehrer an der Ernst- Ludwig-Sckml? zu Bad-Nauheim, Prof. Tr. Reinhard Strecker, zum Oberlehrer m der Oberreastchule zu Gießen mit Wirkung' vom 1. April 1917 an ernannt. - Entlassen wurde am 24. März 1917 die Lehrerin an der Volksschule zu Osfenbach, Kunigunde Ziöller geb. Thart, auf ihr dtadstuchen nrit Wirkung vom .1. April 1917 an aus dem Schuldienst. — Ter Groß Herzog? bat am 31. März den Finanzaspiranteu Hermann Roch aus Mainz znm Biireauvorsteher bei der General re zcvtur des Mainzer Universitätssonds mit Wirkung vom 1. 2lprck 1917_ au ernannt. — ßlm 27. März d. Js. ivurde der Tanmuvärter Joseph S el z er zu .Ginsheim in gleich rc Tiensteigensch-aft mit Wirkung vom 1. Mai d. Js. ab auf die Dcrmrwvärterstell? zu Guntersblumer Fahrt versetzt. — Am 27. März d. Js. wurde der Dammwärter zu Guntersblumer Falstt, Karl Hör st, in gleicher Dienste:gensäMt lit Wirkung vom 1. Mai d. Js. ab auf die Tmumwärterstelle ' stockstadt versetzt.
lieb er mäßige Boden pa cht P re i s e. rne sir. fahrs-Feld- und Gartenbestellung wird in kurzem überall in rlu- , griff genommen werden. Weitgehendste Bodenbenutzung ist dringend gendstes Gebot. Der Wille der ganzen Bevölkerung, nidst allein in der Landwirtschaft, ist von dieser Pflicht durchdrungen. Insbesondere die Stadtbevölkernng drängt, vielfach durch die Aussicht au: Erleichterung ihrer Versorgung geleitet, tmch einem kleinen, selbst zu bebauenden Stück Land. Soweit zur Förderung des Anbaues durch behördliche Maßnahmen ettoas geseinheu konnte, ist dies erfolgt. Für die Bereitslellimg ausreichender Mengen Scicit- gilt ist bei der Bewirtschaftung der Ernte Vorsorge getroffen worden, die BesdMinng den Erzeugern dnrd) die teilweise Regelung der Saalgutpreise siästrgesteltt: für mensdstich? und tierisch? Arbeitskräfte ist Sorge getragen worden, indem in dm Grenzen unserer NalTrungsnstrtschaft Sonderzulagen gelvährt worden sind. Durchaus in Widersprud) zu diesen Bestrebungen der Förderung des Landbaues bewegen sich ftrdessen in nranchert Gegenden die Boden preise uub insbesondere die Padstpreise. Die starke Nadstrage der städtischen Bevölkerung nach Gartenland hat nurnchcn Verpächter zu einer übermäßige Stei<wrung der vorjährigen Pachtprcise verleitet, so daß diese an inandien Stellen das Fünffach? der früheren Preise betragen sollen. Nadt der Bundesratsverordnung' vom 4. April. 1916 über die Festsetzung von Pachtprciscn ftir Kleingarten vom 4. April 1916 (RGBl. S. 234) können aber die unteren DerwättunlTsbehörden in Genreinden von über 10 000 Einwohnern diese Pachtpreise nach Anhörung von Sachverständigen Ilmter Berticksichtigimg der durchschnittliche,i Pachtpreise in den Jabren 1911, 1912 und 1913 festsetzen. Es wirb daher Aufgabe dieser Behörden sein, da, wo solche Preistreibereien beobackstet tverden, von dieser Befugnis Gebrauch zu nrackstn. Ettvähnt sei, daß die Preisprüfungsstelle Bernburg, soweit' uns bisher bekannt ist, als erste dazu geschritten ist, Höchstpreise für gepachtetes Acker-
taub festzusetzen. Der HöchstpachLpreis für einen Morgen frrsch- gedüngten Kartoffelacker beträgt 120 Mark, für irngedüngtes Land 104 Mark.
** Theater au ff ührungen für kriegs- beschäftigte Arbeiter. Aus Anregung des Kriegsamts hat der Deutsche Bühnenverein in dankenswerter Weise beschlossen, daß die ihm augehörigen Theater mindestens zwei Ausführungen monatlich für die kriegsbeschaf- tigte Arbeiterschaft veranstalten sollen. In erster Linie soll dadurch den minder bemittelten Kreisen die Möglichkeit geboten werden, durch Besuch des Theaters Erholung und Mlenkuug von den Mühen des Tages zu finden. Höchstpreis für die Vorstellung 30 Psg. Das Gießener Stadttheater wird eine derartige Aufführung kurz vor Schluß seiner Spielzeit am 16. April, abends V/o Uhr, veranstalten. Zur Anfsührnng gelangt der Schwank „Der Raub der Sabinerinne n".
** Zentralkasse der Hessischen Landwirtschaftlichen Genossenschaften. Wie wir hören, konnte der Staa ts k omm issar bei der Zentralkasse wiederum einen sehr güirstigen Bericht über die Entwicklung der Kasse deni Ministerium des Jnneru vorlegen. Der Uinsatz der Kasse hat sich gegenüber dem das Vorjahres verdoppelt. Er beträgt nahezu 660 Millionen Mark. Die 'reirtden Gelder, also die Einlagen bei der Kasse, sino zurzeit auf 25 Millionen Mark gestiegen. Der Kontenstand ist außerordentlich hoch, namentlich dadurch, daß das Institut die Kassengeschäfte eitrer ganzen Anzahl von Koinmnnalver- bänden besorgt.
** Der Kurs über Elektro-Diagnostik und Elektro-Thierapi? in der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten hat unter zahlreicher Beteiligung auch auswärtiger. Aerzte heute begonnen. ' . . ,
** Im Lichtspielhaus Bahnhofstr-aße wird heute das Errde des Homwiculusfilms lgegeben, in dem Honumculus im Katnpf mit einem zweiten kmrsüid-en Menschen unterliegt. Neben diesem 'Film wird ein großes Geseltschaftdrama „Und wer nicht kem Käarz und Leiden hat' mit Egede 9ttße!ir nt der Hauptrolle gegeben.
Landkreis Gießen.
-l- Großen-Linden, 2. Llpril. Aus unserer Schüle kanten 18 Knaben und 16 Mädchen zur Entlassung. Bet der Schulfeier, bei der Eltern, Sdmlvorstand und Lehrer anwesend waren, behandelte Hauptlehrer B a d: unsere wirtschaftlid-e Kriegslage, das diesjährige Resormationsjubiläum und das Regterimgsiubi- läum tmseres Großherzogs imd ermahnte die Schüler, im Hinblick auf diese drei geschichtlicheu Ereigilisse gute Christen, gitte Deut? che und gute Hessen zu werden. Tie Schüler haben das vom Landes- fürsteit der Schuljugend Hessens.gestiftete Selbstbildnis rahnien lassen und der Schute zum Geschenk gemacht. •
:: Niede r-Bess ingen, 31. März. Gestern hielt Lehrer Jakob aus Ober-Bessmgen einen Portrag über „Die Lebensmittel beschaffung für die Städte". Die vorhandenen Lebensmittel wurden einer entgehenden Würdigung unterz-ogen und darauf über die Organisation der Lebensmtttelbeschaffung die nötige Aufklärung gegeben. Der gleiche Vortrag, fand an den beiden Abenden vorher in Nonnenroth imd Röthges statt.
** Staufenberg, 2. April. Der Offtziersaspirant Unteroffizier Hernrick> Stephan von hier, ivurde zum Vizefeldwebel befördert.
Kreis Büdingen.
cht Gettenau, 2. April. Die .Hessische TapferkeitsMedaille erhielt der Gefreiter Albus. ,
# Nidda, 1.April. In Wiesbaden starb nach ernem kurzar,
schweren Leiden der Mitbegründer und eifrige Förderer des Kaufmanns-Erholungsheims Ernst - Ludwig - Heim) Kommerztenrat Baum. ^ ,
# Wal lern hausen, 2. April. Das Eiserne Kreuz erhielt der seit Kriegsbeginn im Felde stehende Kanonier Robert Bach.
Kreis Alsfeld.
c. Leusel, 2. April. Landsturmmann Lehrer Heidt wurde zum Gefteiten befördert.
Kreis Schotten.
cht Etchelsachsen, 2. April. Für besondere Tapferkeit vor dem Feinde erhielt der Musketier Otto Pfeffer das Eiserne Kreuz. Ich Januar erhielt er die Hessische TapferkettsMedaille.
O Gedern, 31. März. Die erste Samurlung ftir die H i n - denburg-Spende hatte ein sehr erfteuliches Ergebnis., Es gingen folgende Gaben ein: 469 Eier, 5V» Pfund Butter, 74 Pfund Mehl, 72 'Pfund Graupen, 24 Pfund Marmelaoe, 2 Glas Gelee, 1V 3 Pfund Speck, IV 2 Pfund Dörrfleisch, 1 Wurst, Pfund Fett, *28 Pfund Dörrobst, 1 Pfund Haferflocken, 1 Pfund Grieß, 4 Pfund Malzkaffee, 7 Brote und 5 Puddingpulver. Außerdem wurden von solchen, die nicht in der Lage waren, sidf an ver Spende mit Naturalien zu beteiligen, in bar 76,70 Mk. geg>eben. — In der gestrigen Sitzung des Ortsausschusses ftir Kriegsfürsorge wurde die Werbearbeit für die sechste Kriegsanleihe organisiert Wie bei den früheren Kriegsanleihen, so wurden auch, diesmal wieder fünf Werbebezirke gebildet, in denen oie Werbetättgkeit von dett Mitgliedern des Ortsausschusses durch Hausbesuche, mit denen Auf- kläruitg und Belehrung verbunden ist, ausgclM Mrd.
cht Ulfa, 31.März. Die Führung hiesiger Bürgermetsterer hat der Betgeordtrete Ludwig wieder übenromMien.
^ V 0 l ka r t s b a i n, 2. April. Ueber „Dentschilmws Kraft und Stärke" hielt Pfarrer R e p p-Ober-Seiuen einen Vortrag, der von der ortsansässigen Bevölkerung sehr gut besucht war. Mit gespmrnter Aufmerksamkeit laufck>te nian dar von begeisterter Vaterlandsliebe getragenen Worten, die durch 35 Lichtbilder ergänzt
^^"'Wingershausen, 2. April, die Hessffche Tapferkeits medaille erhielt der Musketier Adolf Becker.
Kreis Friedderg.
e. Friedberg, 2/April. Das hiesige Lehrerseminar tvar zu Beginn des abgelaufenen Schuljahres von 79 Schülern — 64 evangelischen und 15 katholischen — besucht, von denen im /Laufe des Jahres 28 in dm Heeresdienst eintraten, 4 nack) Alzey überwiesen wurden und 9 im Schuldienst Verwendung fanden. Bereits 92 chenmlige Zöglinge des Seminars sind für das Vaterland gefallen. Am 2. Noventber 1917 sind 100JahreseitGrün- d u n g des Seminars verflossen. Ter Tag sollte ein Festtag werden. In Anbetracht des Ernstes der Zettverhälwisse soll von einer öffentlichen läutert Feier abgesehen werden, auch wenn bis dahin Friede ist. Nur in stiller, ernster Feier soll des tW'mdrmgstages gedacht lverden.
e. Nieder-Florstadt, 2. April. Unter glerchtzeitiger Be förderung zum Vizewachttneister rmd Osfiziers-Aspirauten, erhielt Sck'iklVerwalter W. Lang das Eiserrte .Kreuz 2. Kl. Lehrer W. Bär wurde zum Leutnant der Reserve ernannt.
Kreis Wetzlar.
ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 1. April. Trotzdem der Kreis Wetzlar über eine ÄÄaldfläche von 41,6 Prozent seitles Gesanttgebiets verfügt, sind auck> hier die Brennholzpreis? gewaltig gestiegen. Das von auswärts eingesührte Buchenscheitholz wird turdMnittlid) mit 23 Waxt pro Raummeter bezahlt, kann aber auch nicht in der gewünschteii Menge geliefert werden.
Hessen-Nassau.
st Marburg, 31. März. Ter den Stadtverordneten vorgelegte .H a usha l tuwgs v 0 ra n s ck>la g sür 1917 sckstießt in Einnahme und Ausgabe mit 1 769 200 Mk. ab. Tie Zusdstäge zur Einkommensteuer Werden von 185 Prozent auf 200 Prozent erhöht — In der heutigen Meistagssitzung widinete vor Eintritt in die Tagesordnung der Borsitzenve, Landrat v. Locwenstein, dem heute früh verstorbenen Ehrenbürger Marburgs, Wirkt. Geh. Medizinalrat Exzellenz Prof. Dr. Emil v. B ech r i n g einerr warmen Nachruf. Aus den Verhandlungen ist zu erwähnen, daß der Kreistag der Aufnahme eines lveiteren Vorschußdarlehens von 1 Million Mark zur Deckung der Unkosten ftir Unterstützung der Kriegerfamilien zu- stimnite. Bis jetzt wurden znsammnt zu diesem Zwecke 3 200 000
Mark ausgenommen. Der Kveishaushalttmgsvvransthlag wurde mit 2 941370 Mk. genehnrigt. .
— Wiesbaden, 1. April. Die Königliche Regierung, Ab- teilung für Kirchen- und Sdmlioesen, erließ cm die Lehrer Uwes Bezirks folgende beachtenswerte Verfügung: „Mit Rücklicht aur die hohe Bedeutung der Werbearbeit für die neue Kriegs au- leihc durch die Schule müssen wir vertan gm, daß die Lehrev und Lehrerinnen unseres Bezirks während der Osterferien nm Ausnahme der Feiertage an ihrem Dienstort verbleiben, .wn- sen währeiid der Ferien sind nur auf gut begründet? schriftliche Urlaubsgesuche zu gestatten."
Untversitäts-Nachrielrten.
Geheimrat v. Brhrina f.
st Marburg, 3t. März. Heute früh entschlief nach langer schwerer Krankheit infolge einer hinzngetretenen Lungenentzündung der Wirkl. Geh. Reg.-Rat Exzellenz Prof.,Dr. EmU v. B e hrtn g. Seine Verdieitste um die medizinische Wissenschaft,, besonders um die Erftndilng des HeilseriimS urw seine Arbeiten auf dem Gebiete der Behandlung des Wundstarrkrampfs usw. sind hinreichend bekannt. Er gehörte auch lange Jahre dem Magistrate der Stadt Marburg an und wurde von der Stadt Miläßlich seines 60. Geburtstages vor drei Jahren zum Ehrenbürger ernanitt.
st Marburg, 2. April. In Auwesenhett zahlreicher hiesiger mrd auswärtiger Interessenten fand am 31. März in der Aula der hiesigen Universität anläßlich der Eröffnung der Hochschul- bück>erci und Studienanstalt für blinde Akademiker ein feierlicher Akt statt. Im Philippshaits schloß sich später die aiißerordentliche Hauptversammlung des „Vereins der blinden Akademiker Deutsch- lcriid" an. Dem verdienten Vorsitzenden des Vereins, Direktor oe« Universitäts-Llugenklinik, Prof. Dr. Bielschowsky, wurde bei dieser Gelegenheit das Verdienstkreuz für Kriegshilfe ilberreicht. Die: städttschen Behörden beschloffen, dem Blindenheim einen jährlicheU Zuschiiß von 1000 Mk. zu gewähren und diesen für die nädstten drei Jahre auf 1500 Mk. zu erhöhen.
Letzte
Buchanan abberuftn?
Wien, 1. April Die „Rrmdschau" meldet aus Kopenhagen, in Dänemark verdichteten sich die Nachrichten russischer Herkunft, daß die Mberusung B-uchanans aus Petersburg bevorstehe. Sobald Sasonow in London eintresse, werde Asquith zum Nachfolger Buchanans in Petersburg ernannt werden.
Die Lüge in SWrutzlirnd.
Wien, 2,April. Nach dem „Fremdenblatt" sei die Lage in Odessa sehr ernst. Tausende von Hafenarbeitern streikten. In ganz, Südrußlaiid seien schwere Störungen des Eisenbahnverkehrs ern- getretcn. Im Hafengebi-et von Odessa seien zwei große Getreide-^ speicher der Armee von der Menge ausgeplündert Dir Lebensmittelnot in Rußland.
Stockholm, 1. April. „Birsewsia Wjedomostt", erklären, die Einstellimg des Lebmsmittelhandels stehe bevor, falls keine Lebensmittel Vorräte mehr auf den ?Rarkt kommen. Zwei Fakwren beeinträck-tigen die Lebensmitteleinfuhr, die Schneeschmelze und das Herannahen des Frühlings, der die Bauern durch die Feld- beßellimg in Anspruch nehme. Gewöhnlich seien Vorräte in dieser Zeit überall vorhanden genvesen, wofür die alte Regierung nicht gesorgt ijabt. Die neue Regierung nrüsse der Tatsache Rechnung tragen, daß nur sehr cingeschrmckt-e Vorräte an unentbehrlichsten Vorräten in den Hauptstädten vorhanden seien. Es sei nötig, das Volk auf alles voxzubereiten und nicht mit Lügeit nach dem Vorbild der alten Regierung zu täuschen. Wir müssen öffentlich erklären, daß eine fürchterliche Lebensmittelnot nicht nur für die nächste Zeit, sondern auch für die zweite Jahreshälfte heraunaht.
Einschränkungen in Frankreich und Italien.
Bern, 1. April. „Journal des DetatA" meldet: In Frankreich ist ein Dekret in Vorbereitung, das bestinnnl, daß die Zettuttgen nur noch viermal wöchentlich und zweiseitig erscheinen dürfen. Die öffentliche Gasbeleuchtung werde durch Petroleum zu ersetzen sein, da die Kohlen-- ankünfte immer ungünft^er wuchen.
Bern, 1. 2lpril. Wie „Petit Parsten" meldet, sei Cha- lons seit gestern ohne Gas'.
Bern, 1. April. Laut „Corriere della Sera" werden auf wichtigen italienischen Eisenbahnlrrrien abemnals mehrere Züge täglich ausgeschaltet.
Hungerrevolten in Italien.
Bern, 1. April. Me aus Italien gemeldeten Unruhen haben sich mcht allein mif Mailand besdwänkt. Wie das „Berner Tageblatt" auf Grund von brieflichst Mitteilmtgen aus Lugano meldet, haben auch in anderen .Städten Ober- und Mittelitaliens sowie in anderen kleinen Gebieten ernstliche Ruhestörungen stattgefunden. Die BervegUng beganit fast überall mit Hungerrevolten, doch kanr es im Zuscuuiueuhaug damit aud> zu kriegsfeindlid-en Kundge- bimgen und Mmenstrationen für den Frieden. In zahlreichen Fällen Müßten Truppen zur Herstellung der Ordnung her an gezogen n-erden. Die italienische Zensur nTtterdrückt alle Mitteilungen, dir von der Presse über die Bervegung gemacht werden.
Amerikas KTiegsvorbereitungen.
Genf, 2. April. Laut einer Radiomeldirng bestellte das Wa- shiugwner Marinedepartement 100 Stacheldrahttretze gegen Unter-' seebvote nrit sehr kurzer Lieferungsftist.
Familienunterstützung.
Berlin, 1. April. Durch Erlaß des Reichskanzlers vom 9. Januar 1917 werden den Angehörigen der zur 2lr- beitsleistuug aus dem Heeresdienst entlassenen Personen, so- rveit sie bisher Familienunterstützung erhalten haben, im Weg der Kriegsnwhlsahrtspflege Unterstützungen gewährt und zwar in einer Höhe, die dem Unterschied zwischen den militärischen Bezügen und der bisher gewährten Familien-' Unterstützung einerseits und dem Arbeitsverdienst anderer-' seits entsprechen. Zwecks Feststellung dieses Betrages haben in Ergänzung des Erlasses vom 27. Februar 1917 alle Formationen deti Ersatztruppenteilen auck) die Höhe des zuletzt bezahlten monatlichen Löhnungsbetrages mitzuteilen.
Ällg. Deulseb. Fraueovereia
Ortsgruppe Gießen.
Auskunftstelle sür Stauenberufe.
Frauen u. Mädchen er- halten unentgeltlich Rat und Auskunft für alle Berufe im alten Rathaus. Marktvlatz 14» Dienstag abends von 7 bis 8 Uhr.
Rechtsschutzstelle.
Frauen u. Mädchen
erhalten unentgeltlich
Rat und -luskunft
in NechtSangelegenheiten im alten Rathaus Marktplatz l 4 Mtttwoä, abends von 7—9 Uhr. (4D
nimmt zu Ostern einen Gttmnasial- schüler von auswärts im Alter von 11 Jahren in Kost und Wohnung? Schrinl. Angebote mit Preis unt. 2621 an den Gießen. Anzeig, erber.
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Dte gegen Frau Stumpf aus- gesproch. Beleidigung ttehme sch hiermit zurück. [01973
DaS BorlefungS-Derzeich- nis der 15881
für das Sommer - Semester 1917 ist kostenfrei durch daS Sekretariat der Universität zu beziehen.


