n Drittes Blatt J 67 . Jahrgang
Erscheint tSßUch mit Ausnahme deS Sonntags.
veilagen: „«letzenrr 5amittendlStter" und ..«reirdlatt für den Kreis Stehen".
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jener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Samstag, 24. Marz M?
ZwrllingSrunddruck und Verlag: Brühl'icheUnrokrsitäts-Birch-u.Sterndrnckerer.
R. Lange, Gießen.
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HesN'cher Landtag.
Zumte Kammer.
rb. Darmstadt, 22. März 1917. Nach'mittagssitznng vom Donnerstag.
Präsident Köhler eröfhtct die Sitzung um 31/4 Uhr. Als erster^Rckner führt Müristerialrat Schl iephake aus: Sowohl der Gwy- als auch der Kleinhand-<'l werde zur Verteilung der LtvensMMl henuigez-vgen. Tie Zulassung der Kleinhändler zur Mainzer Euikaufsgesellschaft sei vor: dern Auffichtsrat abgelelmt iwrden. Werl dadurch der ganze Aufbau der Gesellschaft über den kaufen geioorfen worden wäre. Indes soll die Frage nockMals. geprüft werden. Tie Einführung des Bestellsystems bei der Lebens- mittelverterlung sei bereits beschlossen gewesen, als Abg. Eißnert seinen Antrag auf bewegliche Knndenlisten eingebracht habe. Tie Aussicht, daß durch das vorgesehene System wieder eine ungleiche Verteilung tan die lKteinhänd^er eintreten könwe> sei irrig. TicsiKreis- ämter <mi1 Ausnahme >von Werms^ lxrben bereits im> vorig n .Herbst beschlossen, den Arckauf von .Heu für den Verein für bergbauliche Interessen und ein<m dazu bestellten Aufkäufer zuzulassen. -Ob die Firma Grünebaum in Frankfurt raxf)i weiter zu gelassen werden soll, darüber schweberr n»ch Verhandlungen. Tic Verbringung des Viehs an einem Sammelplatz sei inr Interesse der gleichmäßigen Verteilung bereclitügt. Tie Anregung zur stlnrc-chnrrng von Ziegenmilch bei der Milchrationierung sei t>each:lich Eine bessere Ausnützung der Flußfische stehe betwr. Das Orgmrisatronsstatut für die Landesgemüsestelle liegt im Entwurf vor. Es stehe aber eine veich-srechtliche Regelung bevor. Daß die Gemüsemärkte nicht mehr statt finden sollten, sie ihm imbekannt, desgleichen auch eine Beschlagnahme der Weine. Jedenfalls sei die Regierung dagegen. Sie Sammlung der Verordnungen biete unüberwindliche TckNsierigkeiten, solange die Materie im Fluß sei. Tie starke Güterverschiebung sei zu bedauern. Dem Wucher iverde mit all«: Mitteln gesteuert, das Publikum müsse aber nrithelfen. Tie Hiwbstkartoffelprers-e sollen an: 15. Sept. in Kraft treten und dann bis zun: Frühjahr in Geltung bleiben. Tie Klage über die schlechte Belieferung der Büttelborner Sauer- krmttfabrik würde:: an maßgebender Stelle mitgeteilt werden. Tie TruchsPrämie müsse^einheitlich behandelt werden. Landwirte würden deshalb nicht wie Schwerarbeiter bedacht, weil sie als Selbstversorger bereits höbere Rationen hätten, Tie Zwangsabgabe von Speck sei Mich in Bayern und Württemberg und werde demnächst von Reichs wegen eingeführt. Ter zu hohen Preisen verkaufte Speck stamme aus geschnrnggelter Ware. Tie .Hauptmenge des Specks wird erst später verteilt werden. Tie Beweidung der Wälder^solle gefördert werden. Tie Maßnahmen zur Versorgung mit Saatkartoffeln seien inr Einverständnis mit der berufener: Vertretung der Landwirtschaft getroffen uwrden. Ber Irranspruch iah me der Speisekartoffeln für die Bedarfsverbände werden die anerkannten Saatkartoffeln gesckwnt werden. Tie Landunrtschastskarrrmer glaubt versichern zu können, daß der ganze angemeldete Bedarf von Saatkartoffeln gedeckt werden kann. Bei der Verteilung werden alle Züchter gleichmäßig versorgt werden. Der Antrag auf Reick>s- rersefartoffelmarken ltmt> der Landes kartvffelstelle überwiesen werden. Bei der Verteilung der Futternrittckl sollen in erster Linie diejenigen landwirtschaftlichen Betriebe berücksichtigt werden, die ihre Erzeugung in besonderern Maße der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Die Aeußernngen des stlbg. Hartnrann über das Offizierskorps weise er zurück. (Bravo!). Unser Volk muß sich vor allem klar werden über die große Knappheit an allen Lebensmitteln and daß wir mir bei ihrer richtigen Einteilung durchkommen Vnnen rrnd daß deshalb die zürn Zlveck der richtigen Verteilung der Lebensmittel getrofferren Vorschriften imbedingt befolgt werderr müssen. Zu dieser Anfklärrmg beizntragen möchte ich Sie als die gewählten Vertreter des Volkes hiermit gebeten haben.
Abg. Sensfelder (B.-B.) stellt das Ersuchen, der Sauerkrauts« brik in Biittelborn eine Aus!oerskarte für den Abschluß von Lieferungsverträgen von der Kriegsgesellschaft für Sauerkraut auszustellen. Private Händler' seien bereits im Besitz solcher Karten. Ter Redner »veist die Beschuldigungen des Abg. Uebel, daß nur Mitglieder von Genossenschaften an den Verteilungen von Futterstoffen und Düngemitteln beteiligt würden, zurück. Ber der Impfung von Schweinen genüge es nicht, daß die Tiere nur mit Lerum erngespritzt würden, es müsse Kultur dazu.benutzt werden. Fleischbeschauer mit diesen Impftmgen zu betrauen, sei nicht wünschenswert. Die Bezugsscheine für den Bezug von Stalldünger werden von den Militärbehörden nicht anerkannt, wenn der betreffende Bezieher denselben auch für die Düngung von Kartoffeln benötige. Der Zwang zur Bestellirng der Aecker fei undurchführbar.
Abg. Uebel lZtr.) erklärt, er sei von der Möglichkeit des Prodnktionszn»anges für die Landwirtschaft nickt überzeugt worden. Me Vertreter der Landwirtschaft hätten sich stets bemüht, die Bauern zur Betätigung im vaterländischen Sinne anznhalten. Sie habe sich auch während der schweren Zeit glänzend bewährt. Wenn m den Arbeiterkreisen Not herrsche, so rühre sie zum Teil
«„„st Htifc Wissenschaft.
— D ie Uraufführung von Ludwig Gang H ofers Zwischenspiel „Der Scheidewe g". Aus Weimar wird uns geschrieben: Ein selten feiner Mang tönte uns aus Ludwig Ganghosers oberbayerischem Humor und tiefem Ernst entgegen, den unsere Hofbühne (nach einer längeren „Kohlennotpanse") in der Uraufführung des Zwischenspiels „Der Scheideweg" uns jetzt bescherte. Me beiden Bauernkonrodien „D i e letzten Ding e" wurden zum erstenmal durch das Zwischenspiel (eine Art Epilog im Himmel im Sinne von Goethes Prolog) verbunden. Einer armen Seele wird, nach ihrem schmerzlichen Erdenwallen, die Wahl frei gestellt, sich für den Himmel oder die Hölle zu entscheiden, deren Türen ihr zu beiden Seiten offen stehen. Nach einigen Zandern wählt sie weder Himmel noch Hölle, sondern den dritten Wieg — nämlich: zurück zur Erde, wo es jedem Menschen gegeben ist, jedem, wo er auch stehe, sich zu entwickeln und zu bewahren. Diese Lebens bejahung durchzieht das Ganze mit einer frischen, urgesunden Luft deutscher Mannhaftigkeit. Für die innerliche Kraft der Gestaltung zeugt die folgende Szene: Im Sterbezimmer des oberbayerischen) Bauern Wurnegger versammelt sich ein Gehudel von täppischlauernden „Erbschlei cheo-Wanzen", wodurch die lächerlichsten Auftritte entstehen, übermeistert vom Witz des Sterbenden, dem es mit trotzigem Willen gelingt, heiter zu scheinen. Demi Lachen von innen heraus ist eine Gottvsgabe, eine Kunst, die gelernt und geübt sein will . . . Vor die Wahl gestellt, ob Himmel oder Hölle, bittet der Bauer: „Laß mich z'rück auf d' Wfelt! Als Mensch auf der Welt Hab' ich alles in der Handi . . Hab Lachen und Weinen, a Glück
und a Plag, Hagel und Sunrrschein, Hab' die Nacht und den Tag! Kann säen und ernten, tarnt dreschen rrnd pflügen. Kinderle Krn- derle, Kinderle kriegen!" Gespielt wurde unterschiedlich: die Szenerie im Zwischenspiel ließ zu lvünsck>en übrig.
- Die Uraufführung eines neuen Schauspiels Aus M ü n ck e n wird uns geschrieben: Inr M ü n ch e n e r Schauspielhause gelangte das vieraktige Schauspiel „Inr BabnwärterhänScheii" von Frau A. S t e r n - L a n d e s nr a 11 n »ur Uraufführung. Die Verfasserin schildert den Zusammenbruch einer Ehe zweier einfacher Menschen, Bnhnwärtersleutci'., denen eS gut ging, bis ihnen eines Winterabends ein wilder Vogel ins Nest fliegt, ein Ztrkusmädel. DaS verdreht dem braven Manne
daher, daß viele Arbeiter auf dem Lande ihre selbst bearbeiteten) Felder aufgegeben hätterr und jetzt als NichtverbrauckZer gelten. Me Sozialdemokraten würden durch ihre jetzige Haltung beweisen, daß sie die bewährte Wirtschaftspolitik anerkennen. Der Redner polemisiert dann gegen den Mg. Bähr und dessen Verteidigung der Larrdwirtschaftkammer, gegen (bäe er (Redner) noch manche andere Belege Vorbringen körrnte. Miau halte sie für eine Inte- ressenvertvetnng der größeren Landwirte, und sie habe durch die Behandlung der Saatkartoffelangelegenheit ihre Position nicht gefördert. # »
9lbg. Calman (natl.) hält sein Ersuchen, eine Sammlung der kriegswirtschaftlichen Verordnungen anzufertigen, aufrecht und erörtert damr die Schrvierigkeiten in der Handhabung des Wuchergesetzes. In seiner frühere:: Rede habe er nur die nicht sachgernäße Kritik von unberufener Seite bekämpft. Durch diese werde unser Volksleben vergiftet. Es sei verkehrt, der Regierung oder einzelnen Personen immer wieder für die ganze Entwicklmrg der Dinge Vorwürfe zu machen, dic^gar nicht vorausgesehen rverden konnte. Welches System falsch oder richtig war, könne jetzt noch nicht beurteilt werden. Vor allen Dingen sollten die Nichtsachverständigen mit ihrer Krftik vorsichtiger sein.
Nach roeiteren Berner tagen der Mg. Bähr, Uebel, K 0 rell-Ingelhein^uud Ministerialrat Schliephake schließt die allgemeine Debatte und die erörterten Kapitel 69, 71, 73, 75 und 75a werden nach den Ausschußanträgen genehmigt. Weiter wird lder Antrag Henrich u. Gen. auf Einführung einer Reichs- reise karto fiel karte, sowie auf Ueberweisung von Kraftfutterstofsen beim Abschluß von Milch^Lieferungsverträgen angenommen.
Bei Art. 102 macht Mg. Dr. Osann noch einige Ausführungen.
Damit ist die Beratung des Staatsvoranschlags beendet: er wir im ganzen arrgenommen, desgleichen das Finanzgesetz, in welchem die Genehmigung zur Auftmhme einer stluleihe von 6176 357 Mark erteilt wird. Auch der Voranschlag für die Aus- gaberr der Zweiten Kammer wird ohne Debatte genehmigt.
Me Sitzung schließt darauf inn 5 Uhr. — Nächste Sitzung Freitag früh 9 Uhr.
rius St«dt und Land.
Di-ßen, 24. Mqrz 1917.
** Amtliche Personalnachrichten. In Ruhestand versetzt wurde am 21. Mrrz der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Gießen Johann Karl Müller auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 26. März 1917, unter Verleihung des Silbernen Kreuzes des Verdienstordens Philipps des GroßmüLigen. — Ernannt wurde am 17. ?Rärz 1917 die Ge- fangeiNv-ärterin anr Pnovinzi-alirrresthaus in Darmstadt Margarete Kleinsorge zur Gefangenanfseherin an dieser Anstalt nrit Wirkung vorn 15. April 0 . I.
** D a s H e r ste l l u n g s ve r b 0 t für Seifen. In der letzten Zeit mehren sich die Klagen darüber, daß große Kreise des Publikums, insbesondere der Landbevölkerung, die Herstellung von Seifen selbst übernehnren. Dabei werden mi- geblich vielfach Butter, Rohsette aus Hausschlachtungen sowie andere für die Ernährung geeignete Fette verarbeitet und so den Ernährungszwecken entzogen. Es bedarf keines besonderen Hinweises, daß dieser Verschwendung von wertvollen Fetten in schärfster Weise entgegengetreten werden muß. Die Herstellung von Seifen aus pflanzlichen und tierischen Oelen und Fetten ist durch die Bekanntmachung über das Verbot der Verwendung von pflanzlichen und tierischen Oelen und Fetten zu techniscl)en Zwecken vom 6. Januar 1916 (Neichs-Gesetzbl. S. 3) in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. Juli 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 765) verboten. Dieses Verbot bezieht sich nicht nur auf die gewerbliche Herstellung, sondern auf jede Herstellung überhaupt. Offenbar ist in weiten Kreisen der Bevölkerung dieses Verbot, dessen Uebertretung mit schwerer Strafe belegt ist, gar nicht bekannt. Es darf jedoch erwartet werden, daß bei Bekanntgabe diese Uebertretungen für die Folge unterbleiben.
** Die Gewerbebank Gießen, E. G. m. b. H., hielt am Donnerstag abend ifae 58. ordentl. Generalversammlung ab. Ter Vorsitzende des Anffickstsrates, Gewerberat Petri, berührte in seiner Eröfftnmgsansprache auch die gegenntzirtigen Verhältnisse unseres Vaterlandes und brachte auf das tapfere Heer, die mutige Marine, die rührigen Flieger und mrs Hindenburq ein von der Versammlung fterrdig ausgenommenes Hoch aus. Derr Jahresabschluß der Bank bezeichnet der Vorsitzende in Anbettacht.der Zeit-. Verhältnisse als über Erwarteir günstig, dank der beioäyrten Geschäfts führrurg des Vorstandes und der fleißigen Mitarbeit der
Gehilfen. Die Interessen der Genossenschaft wurveir rn umsichtiger Weise von den Mitgliedern des Auffichtsrates wahrgenomm«, so daß er die Wiederwahl der satzmrgsgemäß ))lusickx5denden empfehle. Bei den loicderholt obgehaltenen unvermuteten Revisr^» neu sei alles in bester Ordnung befunden worden: er wunscl>e, daß die Bank auch in Zukunft segncsreich für die gewerbtatrge Be>- völlerrmg und damit auch für die Stadt Gießen tprr^n mo^. ^as Andenken des verstorbenen Anisickstsratsmitgli^»s Wilh. Herbert ehrt die Versammlung in üblicher Weise. — Direktor vlrnolb erläutert darauf eingehend den den Mitgliedern zugegangenen Geschäftsbericht für 1916. Tie Bank könne tat dem Ergebnisse des verflossenen Jahres zufrieden sein. Ter^ Gesckäftsumsatz erfuhr eine Steigerung irm l 1 /» Millionen Mark gegenüber dem Borrahre: es ivar möglich>, den Ausfall, den das Tarniederliegen des Handwerks, besonders des BauhandwerkS mit sich brachte, durch erhöhten Verkehr, mit den an Kriegslieferimgen beteiligten Erwerbsständen auszugleichen. Tie Reserven der Bank stiegen von 537 000 Mark ans 603 000 Mark. Tie Ergebnisse der aus-führlich erläuterter» Konten waren, soweit einzelne nicht durch die Kriegsumstände naturgemäß beeinflußt wurden, erfreulich Herr Direktor Arnold gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Genossenschaft durch rege Werbetätigkeit der Mitglieder neue Mitglieder zu- geführt werden möchten. Tie Gewerbebank werde bestrebt sein, den ernberufenen Inhabern der durch den Krieg
stillgelegten oder sonst geschädigten Betriebe nach Mög
lichkeit zu helfen, wozu die in einer früheren Generalversammlung genehmigte Kriegsrücklage dienen wird, der auf Vorschlag des Aufsichtsrats weitere 9000 Mark zugeftrhrt werden sollen. Weiter bebarrdelte Tirektor Arnold die Nützlichkeit des bargeldlosen Verkehrs, die dtottvendigkeit reichlicher Goldznftllirung an die Rcichsbank, die Verwendung von Sparmarken und besonders die neueste Kriegsanleihe, der er einen vollen Erfolg wünscht. Nach dem Geschäftsberickste betrugen die eigenen Mittel der Bank' am 31. Dezember 1916 an GesclMtsgutlxrben *1 107 652,13 Mk., die Reserven 566 096 Mk. Weiter wird in dem Bericht der 25jährigen Tätigkeit der Herren Karl Berg, Karl Faber und Daniel Heil als Auffichtsratsmitgljeder gedacht. — Der Reingewinn soll wie folgt verteilt werden: 5V 2 Prozent Dividende; an die Mitglieder mit 58 717,89 Mk., mr den Hauptreserveforr^ 9904 Mk., zur Krie,isrücklagc 9000 Mk., zur Kriegsfürsorgck 1500 Mk., auf neue Rechnung vorzutragen 617,15 Mk. — Me satzungsgemäß ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder H. Eicherrauer, L. Kattrein. Ad. Noll, Ehr. Schmidt wurden wieder-, an Stelle des verstorbenen Herrn Wilh. Herbert Gymnasiallehrer ^ Haggenmüller neu gewählt. — Der vom Direktor Arnold verlesene Bericht der Revision der Bank durch den Verbands- revisor bestätigt, daß die Einrichtungen und die Geschäftsführung der Bank keinen Anlaß zn Beanstandungen ergeben haben.
Die 6. Kriegsanleihe ist der Nrastbeweis
des deutsches Voltes.
Landkreis Gießen.
** Großen-Buseck, Kanonier Wilh. Tort, der voriges Jahr schwer verwundet wurde, ist jetzt mit der Hessischen Tapftr- keitsmedaille ausgezeichnet irarben.
Hessen-Nassau.
= Frankfurt a.M., 22. März. Die städtischen Schuldend betrugm «m 1. ')bpril 1916 Mt. 335 057 117, das städtische Sa* wägen Mk. 579 586 283, st daß sich Mk. 244 529 165 schvldenfrärS Vermögen ergeben. — Fünf Jahve vorher — 1911 — hatte die ©ta& Mk. 312 429 677 Scknrlden und Mk. 523 779 815 Vermögen.
I F r a n k e n b e r g , 23. Marz. Der Haushaltsvoranschlag für * die Stadt Frankenberg schließt ab mit 222 500 Mark. Der Steuersatz bleibt wie bisher, nämlich 170 Prozient Staatssteuer und 100 Prozent Betriebssteuer.
ö. Mainz, 23. März. In der gestrigen Stadtverord-, neterrsitznng bemerkte der Oberbittgernreister, daß er sich wegen der allgemeinen Sonntagsruhe mit der Bürgermeisterei in Wiesbaden ins Einivrnetmierr gesetzt l>abc. Es sei jetzt eine Magistrats vorlage erschienen, die einige Ausnahmen mit Rücksicht auf die Kurverbältnisse enthalte, die aber nicht zn bean- stiandcn seien. Er werde alsbald eine Vorlage an die Stadtverordneten zur Ernftchrung der absoluten Sonntagsruhe machen. Für die gemeinnützige G.' rn. b. H. zur Förderrurg des Kleirrwolprungs- baues wurde eine Betellignngssnmme von 279 000 Mk. bewilligt, fünf Stadt verordnet in den Aufsichtsrat geiväUt. — Das S tadt- Lheater wird anr Sonntag wieder eröffnet._
Jlst uerfj äts-Nachreichten.
]f Marburg, 23. März. Der Ebarakter Geheimer Medizinalrat wurde den Professoren der medizinischen Fakultät Dr.H o f f- mann, Dr. I! 0 r e s und Kreisarzt Dr. H il d e b r ä n d, sowie der Charakter Geheim« Regierungsrat dem Professor der phlloso- phischen Fakultät, Dr. Elfter, verliehen.
den Kovf und zerrüttet den Frieden der Ehe. Als Frau Marte endlich erfährt, daß die Frernde, der sie die Tür werfen will, ein Kind erwartet, da macht sie, die vergeblich Mutterglück ersehnte, der glücklicherin Rivalin Platz und — geht. Die Verfasserin verfügt riber manches gute Geschick zrrr dramatischen Form Sie rveiß mit kurze», Strichen Situatioueir zu zeichnen, zeigt Sicherheit in der Umreißung der Eharakrere und versteht sich aus die Entwick- lung und Steigerung bh* Dialoge. Das wirkungsvolle Stück fand denn auch bei grrter Aufführung, bei der die Darstellerin des Zirkusmädels, Frl. D i e l m a n n, eine großzügige Leistung bot, einen recht guten Erfolg.
—l Zwei Dresdener Erstaufführungen. Aus T res den wird uns geschrieben: In der Kgl. O per zu Dresden wurde zum erster:mal Paul Graeners Oper „Ton Juans letztest Alben teuer" ausgeftihrt. Trotz der großartigen Leistung Robert Burg s in der Titelrolle und des prachtvollen Orchesters unter Kutfchbach errvärrnte sich das Publikum erst allmählich für das Werk. Am Schsluß -gab es starken Beifall, der den Komponisten mehrmals vor die Rampe, rief. Der tvertvol'lere Teil des Werkes ist sein Text, der bekanntlich von Otto Anthes stammt. Ostre die ?Musik hat die Bühnendichtung, die ganz selbständig das Ton Juan-Motiv tveiterdichtet, schon große Erfolge gehabt. Graeners musikalische Begabliirg ist dein Dichtertum von Otto Anthes nicht- gewachsen. Zwar hat seine Orck^estersprache sinnfällige Reize, aber ttvtz guter Ansätze zu Eigenem wenig ttefer Erlebtes. — Dias A l be rt theuter hatte als erste Tresdnrer Bühne den Mut, W e d e k i n d s „Frühlings Erwache n" aufzuführen. Mit nicht rmwesentlichrnr Stricken, denen da rrnd dort auch Unentbehrliches zum Opfer gefallen war, fand die Dichtung in- seiner fefrr bemühten Aufführung starken Erfolg. Unter den Darstellern zeichnete sich Käthe Paschen als Wendla. Ernst Deutsch als Moritz und Clemens Schubert als Melchior ans. Tie Regie spannte die 15 Bilder in einen ziernlich kleinen Rahmen, der die Szene nur sttlisiert andentete. A. G.
— Eine Frankfurter Erstaufführung. Aus Frankfurt anr Main schreibt man uns: Inr Neuen
Theater wurde in sorgfältiger wivkungsrwller Einstudierung, die vor allein auch auf die Schaffung eines zeitechten Bühnenralmrens Wert gelegt hatte. Hans Kysers Schauspiel aus den dreißiger Jahren „Charlotte Stieglitz" gegeben. Fräulein S a g a n zeigte sich der schpveixn Aufgabe, die ihr in der Titelrolle^ über-.
Frau rrberzengende Zuge. Herr Klopfer war als ihr EKittc ganz das Bild, das der Dichter in dem flackerirden unsteten Bibliothekar entworfen hat. Die Aufführung wurde von Herrn Groß mann mit beachtenswertern feinen Geschick geleitet. Ein vollbesetzes Hans brachte dein Wert des jungen Autors Teilnahme entgegen, ohne baß indessen der Beifall über die Schwelle hinansgewachsen wäre nach der man von einem vollen Erfolg sprechen kann.' —i—
«n i? r - tT rt c * in Holland.
Weibliche unrversitatspwfessoven sind mal, jetzt lwch in den errrv- parschon Staaten überaus selten. Bekannt ist, daß Frau Curie nmn: Lehrstuhl an der Pariser Sorbonne innebat, und m Cb'islmnm nt Fräulein Christine Born»eine Professor ber Zoologie ^rese berden Forscherinnen haben mm in .Holland eine Kollegin erhalten. Mre nämlich der holländische Staatsanzerger meldet, § »K ^ bann a We sterdyk zum mrßeordentlichen Profesta für Mathematik rmd Naturwissenschaft an der Universität Utrecht ernannt worden. Ueber der: Lebens und Bildungsgang der nerr- ermmnten Tozenttn teilt die „Nene Zürcher Zeitung" das Folgende mit. Kraulern Westerdyk wurde 1883 als Tochter eines Wärmten .lnrsterdanrer Arztes geboren, studierte vier Jahre an der dortigen lllnversttät, wo sie besonders Schülerirr der Professoren Vn-- lclmffest rnrd Hugo de Vries war. st (ach trcffltdi bestandener Prüsimg und Erlangung des Nnterrrchtsdiploms für Zo-Kogre und Botanik studierte fte em Jahr bei Professor Goebel in Münchm und rrack- ber acht Monate bei Professor Tr. Schinz in Zürich, wo sie zum Doktor pronvovrerte. 1906 nach Amsterdam znrückgekehrt. trat sie rn das Privatlaboratorium „Wfllie Commelrn Sckwlten" ein. )vn> fte hauptsächlich über Pflanzenkranklreiten arbeitete und dessen Lettung sie schließlich ftilwte. Das Gebiet der Pflanzenkrunkbert rmrrde nunmehr ihr besond,wes Forschmrgsveich Im September 1913 ging Tr. Iolnrnra Westerdyk nach Niederländisch-Indieir um für der: Buiterrzorgfonds eine botanische Mustersamnrlung tvrr Pflanzenft?ankirnten \u machen, die sie dann nrnl, mährend eine^ seckrswöchrgen AnßnrtlrrlteS in Japan ivrvollstärrdigte. In Br. alntung einiger Forsckrrngsgenossen unternahm sie' kneranf ei»w Reise durch die Vereinigten Staate::, mähveird deren sie an oeri ^yenen dortigen Hochstlmlen Vortrag über ihr diebiet hielt Errd,- 911 kehrte sie nach Amsterdam ,Ir ihrem Laboratorium zurück Von ihren unsserrschrftlichen Studien such mehrere, rvie z. B über


