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20.3.1917 Zweites Blatt
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m.67

ZAttker Blatt

ltzl. ZahrKMg

E^chrütt ÄHklch mit «»»nahm« GvmttagS.

Verlagen:Gletzener SamittendlStte^ und KreisMttt für den Kreis Giehen".

-estfcheckfonts: Lrankfnrt am Main Ar. U686. Vmttverkehr: Gewerdebank Sietze».

Senersl-Auzeiger für Gberhejjen

Dienstag, 23. Mir; ,9>r

ZwillingSrunddruck und Derlag: BnühGcheUnioersualH-Buch-r.Sttmdrnckerei.

R. L an q e, Gießen.

rchriftleftung, Geschaftssieüe und DruLerei:

Schulst'.atze 7. v eschäfMelle u.Ber ig: t'-öa?5:,

Schrift'eitung: 112 ,

Anschrift für Draht mchnchtenrAnzelgerGietzeiu

S 8

Die Leidm unseres Landes kn früheren Uriegeri.

11. Arrs der Zeit des Zstjahrigen Krieges.

Ke länger der jetzige Weltkrieg dauert, um so stärker wirL r^i vielen, die nicht unmittelbar mit ihm in BerÄh- ru»g kommen, das Gefühl der Sicherheit, um so lauter auch vst stte Klagen über kleine, durch ihn hervorgerufene Uw- bequenrlichkeiten und Störmngen des täglichen Lebens und um so stmnpftr der Sinn Einzelner gegenüber der Not und den Bedürfnissen der Allgemeinheit. Und doch sollte stets vor jedem die bange Frage stehen:Was würde aus uns, was würde vor allem aus unseren Dörfern und Fluren^ wen» die Feinde ihren grausamen. Vernichtungswillen durch­setzten, wenn sie mit ihren Heeren in unser Land einbrechen Wirkten?" Die klare Antwort auf diese Frage gibt uns ein Blick ans die Geschichte unserer Gegend in vergangenen Ta­gen^ als das ohnmächtige, in kleine, schwache Staaten zer­rissene Deutschland regelmäßig den Kriegsschauplatz für alle großen Kämpfe in Europa abgeben mußte und fremde Heere in unseren Gauen ungestraft hausen und die armen, wehr­losen Einwohner, besonders des platten Landes ausplün­dern und quälen durften. Die Chroniken unserer Heimat sind so voll von diesen.Kriegsgreueln, daß es schwer fällt, in kurzen Ausführungen darüber zu berichten. Wir wollen aber, da es so höchst zeitgemäß ist, sich dessen zu erinnern, versuchen, in deiner Reihenfolge kurzer Erzählungen, die von Zeitgenossen und Augenzeugen dieser Kriegserlebnisse nieder­geschrieben worden sind, wenigstens die hauptsächlichsten Heimsuchungen an uns vorüberziehen zu lassen.

Bekanntlich war wohl das größte Unglück, welches das deutsche Volk in seiner langen Leidensgeschichte betroffen hat, der dreißigjährige Krieg, welcher von 16181648 in säst allen Gauell unseres Vaterlandes gewütet hat. Auch die hessischen und Nassauer Lande haben 'furchtbar in dieser Zeit gelitten. Ganze Dörfer sind damals spurlos vom Erdboden verschwunden, in beit übrig gebliebenen die Ein­wohner teils verschleppt, teils hingemordet, ein großer Teil auch durch die im Gefolge des Krieges austretende Hungers­not und Pest hingerafft worden. Hören wir, wie der gräf- lich-solmsische Amtmann Thomas M a u l i u s im Jahre 1636 in einer voll ihm verfaßten Flugschrift den damali­gen Zustand in Oberhessen beschreibt:

Wer kann doch all den Jauriner so jetziger Krieg in unserem Vaterland teutscher Nation anrichtet genugsam beschreiben? Auf dem Feld ist alles verheeret, die Weinberg und Äccker verwüstet, die Wies Ql zerfahren und zerritten, die Gewächs und Früchte verderbt, das Vieh gemctzget und verzehrt. Was vor dem Krieg ein Lustgarten gckseftn ist fttztund eine Emsve worden! WttÄel schöne BtSbt, 'Dörfer und Flecken s-nrd mit Jener angezidrdet und im Rauch gen Himmel geflogen, verderbt und zerschleiß! Sind nicht *tfie Gewerb, Nahrrsrg imb Handtierrmg auS Dem Land gr-- triebet? Ist nicht alle Freud und Wom« des Landes dahin? Jedermann ist geplündert und alles boxen viel Jahre gesammelt und durch Gottes Segen mit viel Mühe J.atb Arbeit xusammen- gebvacht, genommen worden. Wieviel alte, cisgrmre Leut und junge, unmündige Kindlein in der W-rsgen find von den mckÄrmherzigen Kriegsknechttu erstochen, erschossen und gespießt worden! Wieviel ehrbare Frauen und Jungfrauen mit Geroatt geschändet oder mit den Mannsbildern in das Elend gefangen weggMhrt imb dort erbännlich tvaÄiert Wochen! Ans den Straßen ist nichts als Morden, Suchten, Rauben und Plündern, kurz alle Sjmd. Schsnd und Laster, die Menschensrm: erdenken kann und berat sich selbst die Hechen geschämt hätten, sind verübet worden und werden noch täglich verübt!"

Glaube niemand, datz diese Schilderung ettva übertrie­ben sei. Sie wird leider von nur zu vielen anderen Angern zeugen bestätigt. Glaube aber auch niemand, daß es uns heute sehr viel besser ergehen würde als unseren Vorfahren, wenn es den feindlichen Heeren gelingen sollte, in unser Land einZudringen. Wer die schwarzer: Afrikaner und wil­den Inder gesehen hat, welche unsere Feinde auf uns los­lassen, ganz abgesehen von den russischen Horden, die ja in dem armen Ostpreu^n gezeigt haben, wes Geistes Kinder sie sind, dem graut vor dem Schicksal, das uns dann bevor-- stünde. Es würde sich wenig von den Greueln des 30jährigen Krieges unterscheiden, trotz allereuropäischen Zivilisation", für welche unsere Feillde zu kärnpfen vorgeben. Das muß aber^ auch/ jeden Einzelnen eine Mahnung sein, sein Aeußerstes zu tun, um diese Gefahr abzuwehren. Mit dem einfachen Dank an unsere heldenhaften Krieger ist es nicht getan. Es ist Sache eines jeben Einzelnen, an der Stelle, wo er hingestellt ist, sei es als Arbeiter, als Landwirt oder in lveühem Beruf auch immer, mit seiner ganzen Persön­lichkeit und durch Hingabe von Geld ultd Gut die Wider­standskraft des von einer ungeheuren Uebermacht von Fein­den schwer bedrohten Reiches zu stärken! Das Beispiel der Vergangenheit redet eine beredte Sprache. Der Einzelne, der sich dem Gebote der Stunde entzieht, müßte sich dann sagen: Du hast nichts getan, dieses Unglück abzuwehren."

Dasritterliche" England.

Von einer Dame aus unserem Leserkreis wird mrs ein Brief zugestellt, der ihr von einem Freunde ihres Sohnes jaus der Schweiz zngegangen ist und der das Leben in eng­lischer Gefangenschaft schildert. Wir geben den Brief im Fol­genden wieder.

Bin von Ihrem ©o^rte beauftragt, Ihnen einen offenen und ehrlichen Bericht über die Gefangenschaft in England zuzusenden. Bin seit September 1013 mit Ihren: Sohne znfomttnen rmd hatte rnit ihn: das Glück, gerettet zu werden und leider auch das Schick^ fal_ der Gefangenschaft zu ertragen. Ich toearbe Jchnen unsere Gemngenschaft in Form eines Lebenslaufes schiÄErn. In halb- nacktem Zug find kamen Nur in Harwick) an, blieben da bis 23. Oktober 1014 mtd wurden in demseDen Znstwtd über Lvndon rvach Frith-Hill zu 17 Main: mit 10 Posten wie Verbrecher trans­portiert. Bis znm Lager war ein Weg zurückzulegen vv« 5 Kilo' Metern, den mehrere tm Oktober barfuß zurücklegen mußten. Wi- dew.men i-Llder ztoei Decken und wurden zu 12 Man» in ein Zett von 3 Meter:: Durchmesser gestopft. Wir lagen auf der Erde ahn-r Holzbooer: und Strohsäcke. Nachts liefen wir vor Kälte im Lager 1-ericm. T:e ganze Zeit vom 23. Oktober bis 2. Dezember brachte:, w:r unsere Kleider :richt vom Leibe. Das Essein bestand arts morgslis einer Tasse Tee, mittags einet' Tasse Hmumeßbrühe, abends wieder

die ganze Zeit mrr einmal Hamger 6 Wvck>en lmig. Wrr toeiideit tior Zorn, ärgerten uns, daß wir gerettet murbg: Unser Eßgeschwr bestand ans einer Taffe und emew .Holzlöffel, den wir selbst ansertrgten zu 12 Mann Aus HMniuelfett stellten tvrr mrs Bettuchttmy her. Endlich anr 2 De­zember kam der erlösende Dag, wo wir auö der: Hundchütteu wegkamen aus einen Dampfer in PsrtSmouch. .Hier hatte jeder

Mann ein Bett, man ftor wenigstens nicht. Das Effen ließ viel zu wiütfchon übrig. Dank den Paketen der Angehörigen Haber: wir das Viertelj'ahr so Leidlich aushMn: kSntwiü. Jnc MLrz 1915 hörten wir, daß wir auf die Insel Jessey kommen füllten. Diese Insel wnde uns ff: den sck-Ärsten Farben dargesttllt. Das Essen war die erste Zeit gut, versckstechterLe sich aber immer mebt. Hammel- stwpe mff Erbse:: intb mit Linien war die Abwechselung. Das Lager tvar für 1090 Mann eingerichr.7t, ivurde aber nach einem halben Jahre mff. 1500 Mann belegt. Die Spsiserämne wurden vollgepfropft, sodaß Wohn-, SchLas-, Etz- und Arbeitsvaum alles eins warem Die ganze Zerstreuung war im Sommer das Baden. Es rvurden Spaziergänge gemacht, wo man nichts sich als Wasser und Scmdrm'iste, bis niemand mehr gehen nrochte. Die Eir:- richttmg des Lagers war miserabel. Baderäume waren da, aber kein Wasser. Tie Lazavet^ustände sind derart, daß kein Mensch, so lange er laufen foxm, stingeht. Der Arzt ercklärüe, daß er nur da wäre, nicht die Leute zu heiLer: smüwrn nur am Leben zu erhalten. Schreibt man so eff ras, bekomrut man Postfperre und wird em-gesperrt. Mw: ist grAwungen, seine Angehörigen zu be- Mgen. Mw: nuch schreiben, es geht mir gut utzo. Das Lager hat einen Umfang von 1 .Kilometer rund. Hier laust man den ganzen Tag vor dem Stacheldrä^ herum wie ein Berrückicr. Man sieht kein «rndeves menschliches Wesen, als unsere Bewachung. Bei dem Empfang in der Schweiz traten mir die Tränen in dir Augen vor Freude. Ich zitterte drei Tage, so erwgt war mein Gemüt.

Wer diese kurze, ergreifende Anklage gelesen hat, die auf jede Ausschmückung verzichtet und nur objektive Tat­sachen berichtet, muß hierin einen weiteren Beleg dafür fin­den, daß dasritttrKckze" England mckft hinter seffren Bundes­genossen und zumal nicht hinter Frankreich zurückstehen will, dessen grausame Gefangenenbehandlung der Kriegöminister in einer der letzten Reichstagssitzungen gebrandmarkt hat. Es ist nur zu erhoffen, daß die dort angekündigten Re­pressalien wirksam durchgeführt werden und nicht zuletzt gegen das im Kreise seiner Bundesgenossen tonangebende England.

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Ans ß'iaH Caiife,

Gießen, 20. März 1917.

** Auszeichnung. Karwnier .Heiirrich Klinket beim Feldart.-Rgt. 205, welcher vor krrrzen: zum Gefreiten befördert wurde, erhielt die Hessische Tapserkertsmedaitte. Der Nr. 54 derHochschnlkorrespondenz" entnehmen wir, daß der Kcn:rmerherr Dr. Barthels (früher in Gießen), seit Kriegsbeginn l. Mitglied des k. k. österreichischen Roten Kreuzes und des k. türkischen RDtcn: .Halbmonds, schon mehr­fach durch Kriegsorden effiSgezerchnet, das k. k. österreichische Krivgshilfs'kreuz (Moricruerkreuz) und das k. bulgarische Kriegshilsskrenz mtt der J-cchreszahl 1015 erhielt. Dr. Bar­thels übernahm eine Me aM Ko-mmcM)anL in enter Qst- armee.

** Die Zins scheine allo-r Reijchsanleihen, also anch der Kriegsanleihen, werden vv-m 21^ des dem FLürgkeitstage vorhergehQck,en Monats ab nicht nur bei csXat Pv st an st alten «nschl- der Postagenturv:, soudern auch ^sff..h^sstsch^u ^Staatskassen in Zahlung genommen.

Die EinkSfung der Zinsscheff« ist damit den Besitzern der Kri an leihe auhermdeEch Lcick-t gemacht. Dies wird hosftntüch recht vielen und vor allem auch der Landbevölkerung dar (3pnt* schloß rrnn Zeichtzum der Kriegsanleihe erleichtern.

Es gldr nlcht?Sichereres als die öeutiche ttriegsan!;!he.

Landkreis Gießen.

z Grvßen-Lindeu, 19. Mürz. Otto Weber, Sohn der Händlerin Georg Weber Ww., Dragoner in einem hessischen Regiment, zog 7«rch zweijähriger aftioer Dienstzett m den Krieg, kämpfte in Belgien und Frankreich, erwarb in Rußlarck) die Heff:sck)e Tavftrkettsmedaille und wurde neuerdings in Rumänien mtt dem Eisernen Kreuz ansgezeickmet. Dieselbe Auszeichming er- hiett sein Bruder Hei;rrick> Weber, der als Duroniec nach drei­jähriger aktiver Dienstzeit ausrückte, in den Kämpfen an der Somme.

z Großen-Lindedr, 19.Marz. Installateur Hein­rich Weincmdt wurde mit der .Hesfffchen Ttchferkeitsmedaille aus­gezeichnet. Bei LVusbrnch s)es Krieges als Gefvetter eingezogen, nvlrde er zum Vizefeldwebel befördert und erwarb sich bereits ims Eiserne Kmuz. Gv steht bei einer 9Ninenw«rfer-Kompsg«:e an der Westfront. Metzger Heinrich L e u n HI. erhielt ffn Osten das Eiserne Kreuz. Much er steht schon seit KriegsElfang unter den Waffen.

g. Nieder-Bessingen, 18. März. sehr energischer Weise wirkte Freitag abend Lehrer Jako b für die neue Kriegs­anleihe, nachdem er cm Hand von Lichchildern nachgewieftn, daß die Vermögenslage im deutschou Nleiche so skehe, daß mit de:: bereits gezeichneten 47 Milliarden eine Ueberlastung nicht vorhatchen, und deshalb eff: jeder getrost zeichnen könne. Würde der denffche Bauer, der sonst immer treu tzn Kaiser und Reich lstelt, ss unterlassen, seinen reichen Gewinn d^r letzten Jahre dem Reiche zur Verfügung zu stellen, dann wäre er ein Berräler an seinem Vaterland tmfc uffjßte vor der deutschen Sozialdernokratte, die voll unio ganz für effw glückliche Beendigung des Krieges eintrete, tief beschämt dastehcrr Darauf ergriff Lehrer G r e u l i ch das Mort und forderte ebenfalls zu recket zahlreicher Beteiligung an der Zeichnung zur nennt Kriegs­anleihe auf, damit die vom Vorredner ausgesprochene Hoffnung firr Erlangung eines baldigen Feiednrs sich auch wirklich erfülle.

g. Ruttershausen 17. Marz. Gestern abearb hielt ffr dnn besetzten Saale der neuen Schule Lehrer Taab - Lollar einen Lichtbikdervortvas über die wirtschaftliche Kraft des Dau^cher, Reiches, irud wie diese durch die solide Arbeit der Reichsbank garantiert wird. Zum Schluffe richtete Dekm: Guß mann einen warmen Appell an die Erschienenen, bei der sechsten Kriegsanleihe wie bisher mttznhelfen, im eigenen Jitteresse :rnd zum Wvble des Vaterlandes. Die Vorzeigung eurer Reihe von schmtni Lichtbilder:: aus der nähern: Heinurt schloß den Abend.

Kreis Schotten.

** Schotten, 19. März. Dem hiesigen Lehrerheim, indein fett längerer Zeck «ne Anzahl hennattoser Uttauber mit vollständig freier Verpftegnng mttergebvacht wurden, stehen für diesen wohltätigen Zweck aus freiwilligen Zuwendtzmge» noch über 6000 Mark zur Berfngung. Zurzett weilen fünf Urlauber im Lehrerheim, darunter eff: Obermaschrnist von U 38.

-it Schotten, 17. März. Ir: hiesigem Kreise wurden 9741 Mark für die ,^Jtlbiläumsspnche" gesammelt. An Weiß dornftüchten wnrden in den jjdjuten des Kreises gesammelt: im Bezirk Gedern 302 Kiloaramm, im Bezirk Schotten 480 Kg., im Dezttk Ulrichstein 722 Kg., im Bezirk Üaubach 853 Kg., zu- 'ainmen 1761 Kg. Ans den Weißdornfrüchten lvird ein Kaffee^ 5r>atzrntt1el hergesdellt.

Eschenrod, 17. März. Hier hielt Pßrrrer H e gtz aus Burkhards einen vctterlärchischeu Vortrag mit Lichtbildern über ..Deutschands Wirtschaftskräfte". Denfell«: Vortrsg hielt Lehrer llarl Linck-Nttdffrgshain ff: Feldkrücken.

# Götzen, 17. März. Im 25. Lebensjahre stsab fürs Vater­land Rudolf Schütz, Inhaber des Eiserinm ^M-es.

HI! Laubach, 18. März. Dent Gardejäger Wilhelm Sitz, d er als Kriegs freiwilliger im Aug. 1914 in Heeresdienste trat und» bereits nftt dem Eisernen Kreuz 2. Klafft ans gedichtet wurde, hat die Hessische Tapftc7ecksmedaille erhalten. Mit dem 18. März ist die Verordnung iiber Milch und Bntterabgabe in unserer Stadt ff: Wirkmrg getreten. Die Genreffrde hat die Lieferung, an die Stadt Offenbach überrrommnl. Ebenso ging die erste Sendirag Speck von 316 Pfmtd, der Betrag der Abgabe von den Hausschlach^acng-en bis

15. Dezember v. Js., dorthin ab, wo sie wöchentlich an Schwer­arbeiter zur Attsteftiing kommen soll. Tie ersten Boten des nabenden Frühlfftgs, ein großer Zug Kraniche, sind vorgestern über unsere Gemarkung in nördlicher Richtung gezogen.. Jubelnde Kin­derstimmen verkündeten den Flug eines Storchs über die Stadt.

# La ubach, 17. März. Das Eiserne Kreuz crlstelt der Gre- nadier Otto Siegfried, Soft.: des Metzgers Christian Siegfried,

4. Gavdregt. zu Fuß, jetzt Res.-Jaff.-Regt. 304.

Kreis Frieoderg.

Friedberg, 19. März. An Stelle des nach Gießen ver- wtzten Oberlehrers Paul Helmke ^vurde Prof. Dr. Blacher aus Bingen an die hiesige Augustmerschle bereuten. Prof. Dr) Blecher übernimmt hier zugleich die Stelle eines Direktors des städtisch,: Altertrrmstintftums.

^ ^ TT' Butzbach, 17. März. In der Gemeinderatssitzung au: j

16. März hat sich aus Anregung des Großh. K^eisamts Friedberg bec Stadtvorstand bereit erklärt, für den AnttsgerichtLbezirk Butzbach eine Beklcidungsstelle effrzurichten und die Durchführung des Er­werbs, der Bearbeitung und der Veräußerung getragener Klei- dungs-, Wäschestücke und Schuhwaten in eigene Bcrivaltung zu übernehmen. Als geeignete Persönlickckvtt für die Leitung dieses ganzen Unternehmens rmrrde Kaufmann Brmnm dahier bestimmt. G-rmcinderat Heil stellte für diesen Zweck einen Raum seiner Hof- rerte in der Stadt zur Berfügnug. Vorerst wurde ftir jede Z^ch eu: An- und Verkauststag festgesetzt und zwar Mittwochs, nach­mittags von 3 bis 4 Uhr. Für die s e ch ste 5fr!t egsanleihe schien seitens der Stadt 20000 Mk. gezeichnet werden. Dev ^^^.^^skchllig der Stadt Butzbach für 1917 wurde verlesen und am Antrag des Finanzausschusses genehmigt. Alsdann berichtete Gemeinderat Metzger über die Finanzlage und über die Tätig- Int der Stadtverwalttmg. Bürgermeister Flach dankte im Namen des Stadtvorstandes für die Berichterstattung. Alsdann wttrde be­schlossen, daß der bisherige Berteilungsmaßstab 6245 auch für 1917 bewehalten iv-erden soll und die Gemeindesteuer in sechs Zielen u^i Avar rn den Monaten ALai, Juli, Septeinber, November 1917 und Januar und März 1918 zu erheben sei. Eilt Gchrch nm H o l z - avgabc ans dem Stadtwald wurde abgelehnt, ebenso ein solches wegen Ersatz emes einem Steigerer im Stadrwald geswhlnu;n Hsi- Ms. -- Auf Anregung der Direktion der Großb. SleMschrtte soll eine Lnz»hl älterer Schüler und Schülerinnen mit landmirtschaftlicker'. Arbetten beschäftigt werden. Der städtische Wirff-chaft. a«ssch: soll beauftragt werden, die erforderlichen Anordnungen zu treffen. Gemernderat A^etzger berickftet weiterhin über die

tqrge. Der Gemeurdewt beschließt eine wettere Bürmchast Kr 8b- pttal aufnah men usw. für Bauzrveckc zu bewilligen bözw. zu über­nehmen. Metzger beantragt eine öftere Milchrevffion Dem An- ttage ward zugestimmt.

StarkeKdurs und RheinhesftL.

ha. Dürmstadt, 17. März. (Großh. HoftheLLer.

Äe ? vvn F. v. Rvww.) Dos Gastsptel von Mttgltedern erster auswärtiger Opern, diesmal der Wtener 5>oftper, fand wiederum vor vollbefttzttm Häuft kffttt F. v. Flvtow hat ffr Darmstndt seffre letzten Irchne gelobt, da tmx es besonders pietätvoll von der Direktion, die populärste Oper des Komponisten vonso hervorragenden .Kräften zur Auffü^ung gelangen zu lassen. Albert Pi c c a vor, der den Lyonel ftng, hat ten Rust, der :ym Viovanging, der gegeTrwärttg b^e tz)risthe Tenor Nu lern, vollauf bestätigt. Bei mühelosen: Tvnanfatz ent- fattet fern Organ großen 'Schwelg und edW Timbre, das Pia- nffsuno rst weich und die hohen Töne voll und k-Sftig, die Arie nn dritten AktAch so fwnrm" haben wir Wer lange nicht so schön gehört me gestern. Ms Väarcha lernten wtt Berta Kin- v:na kennen, eine gMZi'öse Erschftnnng, die ein weiches Organ tem entzückendem Wohllaut und gtoßer TvnMigkeit besitzt. Die Kvloratuoen urrd Fivrittrren behei'rschte die Künstlerin mit ffn elen­der Letchtigkett. Die Nancy gab Hermine Kittel, die Schwester imjereS früheren Kapellmeisters, bat uns Bayreuth entführte, ^-lfte Altsttnime hat erwm tiefei:, säst nrätmlichm Klmig. dabe: verchgt die Künstlerin über ein? sckchne Hähenla-ge. Richatd Mayer als Plumkett hat effien Bariton von großer B^ichheit und Klang­schönheit, und Mexmll>er Ha^lgen gyb den Lord Tristan mtt gutem Geschmack. Der Musikalische Letter Bernhard Tittel brachte alle Schönheiten der farbenprächtiger: Instrumentation zittn besten Ausdruck. D^ Groß herz o gspaar und Prinz wcd Prinzessin Heinrich von Preußen wohnten der Voc- INllung bei. Der Beifall war herzlich und anhaltend.

ch. G a u - A l g c s h e i m, 19. Mär« Eine scharfe Patrone hatte der 13jährige Sohn des Bahnwärters Häuslein hier ge­funden. Der Junge beschäftigte sich mit diesem gefährlichen In­strument mfofetit, als et die Patrone auf ihre Festigkeit zu prüstm versuchte. Mtt ettrnn Stein bemchettete er das Geschoß auf das gründlichste ^md brachte es so auch fertig, daß es erptodfttte Der Junge trug am Kopfe und beide-: Händen b-se Verletzungen davon Tre: Finger der rechten Hand wurden zrmi T«l abgeriflen, und das rechte Au^e so erheblich verletzt, daß man mit seinem Verlust rechnen muß. An den übrigen Körperteilen erlitt er schwere ^varch- tvAnden.

* Maintz, 19. März. Mn 17. März fmb hier die W«n- verfteu;erung der PvenariuSscheu Gutsverwaltung bei ganz «ußer- gewöhnlich starkem Besuch statt. Das große Qwmtmrt von 100 ddummern fand unter großem Animo der Steigliebhaber raschen Absatz. Be: sämtlichen Fässern mirbrn die Taxen ganz bedeutend überschritten und erreichkQ: in ihrer Gesantthöhe 74 970 Mark Für die Weißweine wurden folgende Preise erzielt: 1913er aus 'scn Lagen von Ockenheim, Aspisheim und Gau-Mgeshein: 3330 bis 3960, im Durchschnitt das Stück 3675: 1914er aus den Lagen von Horrlveiler, Msheim, Ocketchein: u!ud Gau-Algesbeiin 3330 bis 3940, tm Durchschnttt das Stück 3660, 1915er au? den Lagen von Ockenhetm und Gau-MgeshLtm 41605860, ffn Durchschnitt das Stück 4700. Erlös für 19 Stück und 31 5)«1bsti1ck 141180 Mk. Für die Rvttoeme wurden für das Halbstück befahlt: 1914er aus >en Lagen 'von: und Jngelhettu 29103500,

2 Viertelstück Jngelheinrer Spätvot-Ährslese i960 3tnb 2100, rm Durchschnitt da§ Stück 6320: 1911er Jugelheinier nnd Gau- Agesl-eiurer das Halbstück 30203470, tm Drn:chschinitt dae Stück 6330; die 1915er buchte:: das L^albstück 27903980, Ga«- Mgesheimer 2860B980, 4 Viertelftück Jngarhemrer Spöttvt- Lh^lese 1930, 2050, 2170 und 2560^ im Durchsckmitt das Stück 0850. Erlös für 44 Hakbftück und 6 Viertelftück 1*5 080 Mk. Gesamterlös 300 000 Mk.

Kreis Wetzlar

d. Dorn Holz Hausen, 15. März. Das Eiftrne Kreuz erhielt der Landsttcrunnann Jolmnnes Jakobi von hier bei einem Reserve-Jnstmterie-Regiment im Westen.

d. Dutcnhvfen, 15. März. Kriegsbeschädigter Fritz Luh von hier wnrde mit den: Eiseriten Kreuz M^gezeichnet.

Hesftu-Nassau.

ra. Biedenkopf, 16. März. Das Stwmnetz der lieber- l«tt^eutnake Olberschelder GiftMverke ist tvirder vollständig unter