Ausgabe 
15.3.1917 Zweites Blatt
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Ur. 65 Ssjelits Blatt 161. Zahrg-nig

Erscheint täglich mit Ausnahme des SsnntagS.

veilügen:Gleßener FanriliekiblStter" und Nreisblatt für den Kreis Gießen".

yostscheLkonto: Frankstitt am Main Nr. N68-. Vankvettehr: Gev»erdebanr Gießen.

Gietzener Weiß«

General-Anzeiger für Sberhefjen

vonnerrtag. § 5 . Mrz

Zwillingsrunddruck und Verlag:

B r ü ht'jche Universftäts-Buch-u.Sttindruckerei

R. Lange, Gicßcw

Schriftleltung. Geschäftsstelle und Druckerei:

Schulstraße?. Geschäftsstelle u.Verlag:e^i61, Schriftleuung: 112.

Anschrift für Draht>:achrichten:An-eigerGt«öew

25 jährige; HegterungsfiiMIaum der Grsßherzogs.

ßeftsitzung in der Zweiten Kammer.

Tarmstadt,. März,.

Dck heutige Sitzung der Zweiten Kammer war ausschließlich etnec Festseier anläßlich des 25jcihrig>en Regierungsjubftäuu:s «s Großyerzogs.genndmet. Aus diesem Anlaß war auch die Kopfhäute des Saales mit ei nein Walde von Lorbeer- und anbereii Blatt- pflanzen geschnrückt, während der Platz vor dem Präsidium mit frischen Blninen geziert war. Tie RegierungsvertreLer erschienen -unter Vorantritt der drei Minister in ihren goldbetreßten Gala­uniformen und nahmen am Regierungstische Platz. Das Hans war von den Abgeordeieten stark besetzt, von den acht sozialdemokra­tischen Mitgliedern jedoch keines anlvesend. Auf der reservierten) Tribüne war eine größere Zahl von Mitgliedern der Ersten Kammer

Der erste President Köhler eröffnete die Sitzmlg um 10 t / 2 Uhr Und hielt eine längere Festrede, in der er zunächst an die ernste Zeit erinnerte, in der nach dem plötzlichen Ableben Groß- her^og Ludwigs IV. der junge Erhgroßh-erzog Ernst Ludwig die Zügel d-er Regierung übernehme:: mußte. Seit den: nun verflosse­nen Vierteljahrhundert seien unserem Laude auch schwere Schick­salsschlage nicht erspart geblieben, aber nm so enger habe sich Fürst nick) Volk in Freud und Leid zusammengeschlvssen. Der Präsident gab nach dieser Einleitung einen längeren Ueberblick über die ge­schichtliche Entwicklung des Großherzvgttrms. Schon Ende des' vorigen Jahrhunderts wurde von der Regierung eine Wahlrechts- Revision angekündigt mit dem Ziel der Einführung des direkten Wahlrechts und die Vorbereitung für die Llbänderung der veralteten landstärckischen Geschästsordnung, die aus dem! Jahre 1874 stanrmte. Eine große Aufgabe uxtr weiter die Revision der hessischen Ver­waltungsgesetzgebung, sowie die Schaffung eines Verwaltungs'- gerichtshofs. Dann folgte die Anregung zur Vereinfachung der Staatsverwaltung; drcrch eine Abänderiutg des Ordensgesetzes umrde eine Befestigung des religiösen Friedens im Lande in die Wege geleitet. Eine gründliche Neuordnung der Finanzen er- sdlgte durch die Abänderung der Staats- wird Gemeirckegesetz- gebung, die Schaffung des Restesoicks und die Einführung der ver­stärkten Schuldentilgung. Im Anschluß air die Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs wurden auch in Hessen zahlreiche Aus- führungs- und Uebergangsbestimmungen getroffen. Große Fort­schritte hat in der verflossenen Zeit auch das Schulwesen erfahren. Beim Regierungsantritt des Großherzogs wurden dafür 1,4 Mil­lionen Mart verausgabt, während im Jahre 1916 annähernd 6 Millionen dafür belvilligt wurden, für die allein

dcnnals 950 000 Mark, jetzt 4,7 Millionen. Es wurde auch die Fa-chmrfsicht eingeführt und Oberrealschulen geschaffen. Besondere Förderung erfuhr die Landwirtschaft; es erfolgte die Gründung der Qandwirlschaftskamwer und der landwirtschaftlichen Schulen, kdie Hagel- und Schlachtviehversicherung, die Neuordnung der Feld- und Forststrafgesetzgebung, die Bildung einer Handwerks­

kammer u. a. m.

Ganz besonders groß :md dankenswert sind die persönlichen Verdienste des Großherzvgs auf dem Gebiet der Kunst und Wissen­schaft. Unter seiner Regierung nmtbe das prächtige Landesmuseum errichtet und das Gesetz über den Denkmalsschutz geschaffen. Die Bildung der Darmstädter Künstlerkolonie ist ein schöner Beweis für das Me Mäzentum des Landesherrn. Er bewirkte, daß das Darmstädter Kunskhandwerk emporblühle und dasselbe im Deut­schen Drnstgewerbe eine hervorragende Stelle einnahm. Auf dem GÄnete des Verkehrs säuff die Regierungszeil des Landesherrnl die Verstaatlichung des Eisenba'hnwesens und die preußisch-hessische Eisenbahngememschastt. zahlreiche Straßen wurden gebaut, der Rhein und Main durch prächtige Brücke:: überspannt. Was der Grotzherzog für die Entwicklung des Hoftheaters getan, bedarf keiner weiteren Darlegung, ebenso wenig die glänzenden Fort­schritte auf allen Gebieten des staatlichen und öffentlichen Lebens im letzten Vierteljahrhundert. Die Landesuniversität Gießen hat eine große Entwicklung erfahren und glanzvoll ihr oOOjähriges Jubiläum gefeiert, die Technische Hochschule ist durch große Neu­bauten und maschinelle Einrichtungen neuester Art zu einem In­stitut ersten Ranges geworden.

Das, meine Herren, ist ein ungefähres Bild von den großen Taten, die in den verflossenen 25 Jahren in unserem Lande sich vollzogen. Nicht vergessen möchte ich dabei, zu. bemerken: Unser GroU-iwzvg war stets ein deutscher Bundessürst, der immer in Treue fest zum Reich gehalten und auch seine Landeskinder zu dieser Treue angehalten hat. Er hat es vermocht, daß sein Volk in der Treue zum Reich durch kein anderes deutsches Bundesvolk über- tvoffen werden kann. Und doch wollen wir dabei auch jederzeit gute Hessen sein. Betrachten wir diese 25 Jahre, wie ich sie hier in kurzen Schritten durchmessen 'habe, so können wir sagen: Es war eine sglänzende Zeit, eine Zeit des kraftvollsten Blühens und Ge­deihens! Und alledem hat -nun dieser blutige Weltkrieg Einhalt geboten! Jetzt gelte es, unsere Kräfte in anderer Richtung zu ent­halten. Wenn unsere hessischen Brüdex siegreich aus dem Kriege zurückkehren, dann wollen wir mit dem Großherzog geloben, daß wir unsere ganzen Kräfte einsetzen sollen, um das Zerstörte toieber erstehen zu lassen, um die Wunden zu heilen, die der Krieg geschlagen. In diesem Sinne bitte ich, meine Herren, am heutigen Tage unseres Großherzogs zu gedenken und ihm ein dreifaches Hoch jauszubringen. Se. Kgl. .Hoheit der Großherzog hoch, hoch, hoch!

Nachdem alle Anwesenden in freudiger Begeisterung in das Hoch eingestimmt, war die stimmungsvolle Feier beendet und Präsident Kühler schloß die Sitzung gegen 11 1/2 Uhr.

Die Jubiläumsfeier im Nesiöenzschlotz.

Gleich nach Beendigung der Feier in der Kammer begaben sich sämtliche Regierungsvertreter und Abgeordnete nach dem alten Residenz schloß, wo beim Grotzherzog offizieller Empfang statt­fand. Anwesend waren hier die bckim Grofth. Hofe akkreditierten! Gesandten, die obersten Hofchargen, die Minister, die Generalität und die Spitzen der Behörden, auch die Präsidenten der Eisenbahn- direltionen Mainz und Frankfurt. Aus die Beglückwünschungs- ansprache des preußischen Gesaicktschaftsvertreters dankte der Groß­er zog nrit warmen. Worten. Gleich danach erfolgte der Empfang der Provinzialdirektoren, der Vertreter der Landesuniversität und der Technischen Hochschule, der kirchlichen. Vertreter und der Be- russslände, des Hairdelskannnertages, der Landwirtschaftskammer imb der Handwerkskammer. Im Anschluß daran erfolgte die Ueberreichu'ng der JnLtlläumsspende durch die Präsidenten dev beiden Ständekammern und eine Abordnung des Landesausschusses. Auch hierbei hielt der Großherzog eine kurze Ansprache, in der er seiner hohen Freude über die reiche Beteiligung aller Kreise des Landes an der Jubiläumsspende Ausdruck gab.

Der Dank dss Grotzherzogs.

Tie Rede Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs auf die Glück­wunschansprache im Gvvßherzvglichen Residenz schloß lautete wie folgt:

Geehrte Herren?

In ernster Stimde sind Sie gekommen, Mir Glück zu Meinein Regierungsjnbiläum zu wünschen. Ihre warm empfundenen Worte und treuen Wünsche haben Mich tief bewegt und in dieser schicksals­schweren Zeit Mediem Herzen besonders wohlgetcm. Dankerfüllt

erhebe Ich Meinen Mick xu dem allmächtigen Gott, dessen ggnckige Hand Mich bis hierher geleitet und der die 25 Jahre Meiner Negierung zu einer segensreichen für Mein tcrwes Hessenland hat werden lassen.

Das stolze Bist), das Sie von der Ewwicktmrgl Hessens in den Friedens fahren und von Meinem Anteil daran entworfen haben, wäre unvollständig. .gedächte Ich nickst der verständnisvollen treuen Mithilfe, die Sie, die berufenen Vertreter Meines Volkes, die Stände des Großherzogtums, Mir geleistet haben, gedächte Ich nicht der hervorragenden Mitarbeit von Kirchen und Hochschulen in der Pflege der sittlichen Und geistigen Kräfte im Lande, der erfolgreichen Unterstütz:mg der berufsständigen Körperschaften in der Förderung von Handel und Industrie, Landwirtsck-aft und Handwerk. Tie gemeinsame Arbeft für die Wohlfahrt Hessens nick» unseres großen deutschen Vaterlands hat sich, getragen von herzlichem gegenseitigen Vertrauen, nie glänzender bewährt, als in den Tagen der Kriegsnot.

Heute

beginnt für uns Oaheimgebliebenen von neuem

die Möglichkeit, unfern Brüdern und Söhnen im Felde zu Helsen und das siegreiche Ende des Krieges zu beschleunigen!

Verwandelt Euer Geld in v> Boote,

io Stocheldraht, in Geschütze und Granaten, in Maschinengewehre un? Patronen, und Shr erholtet dadurch das Leben unsrer Helden an der Front!

Es gflf, unfern Feinden durch das Anlrihe.Srgebnts zu beweise«, baß Deutschlands wirtschaftliche Kraft uageschwächt tfl, damit sie den Mat und di« Hoffnung verlieren, onS jemals niederzwingen zu könne»!

£<$« jeder, soviel er kann, dem Daierlanbe, jeder nach seinen Kräften: der Reiche viel, der Aermer» weniger^ fehlen darf keiner!

Auf zur Zeichnung der 6. Kriegsanleihe!

Herzlichen Dank der AlNia mater für ihre Ehrengabe znm heutigen Tag, die Ernennung zum Ehrendoktor der Theologie, eine Auszeichnung, die Ich voll zu würdigen weiß.

Mft inniger Freude habe Ick aus Ihrem Munde vernommen, daß Mein treues' Hessenvolt den heutigen Gedenktag zum Anlaß genommen 'hat, Mir seine Liebe und ^ Verehrung durch eine Jubi­läumsgabe zum Ausdruck zu bringen, deren Zweck die Schaffung von Einrichtungen sein soll, die der Erholung und Kräftigung un­serer hessischen Krieger in einem Erhollmgsheim dienen. Kein sinnigeres Geschenk hätten Sie mir bieten können, trägt es doch einen Teil der unermeßlichen Dankesschuld ab, zu der wir unserer: wund und siech aus dem Felde 'heimkehrenden Helden, die draußen Leben u:ck Gesundheit fürs Vaterland in die Schanze geschlagen haben, verpflichtet sind. Gerne nehme Ich die Mir angeboteno Spende an, deren über alle Ettvartung 'hoher Betrag ein glän- zendes Zeugnis der Bereitwilligkeit Meiner Hessen ist, zu helfen wo nur immer es not tut. Sie ist Mir um so toertvoller, lveil sie von allen Kräften Meines Volkes in großen, kleinen und kleinsten Beträgen aufgebracht worden ist. 'DieGwßherzog-Ernst-Ludwig- Jubiläumsstiftung" Imrd für alle Zeiten ein Denkmal echter Hessen­treue, ein Band zwischen Fürst u.u» Volk, Mir aber und Meinen! Nachkomnlen ein 'heiliges Vermächtnis sein.

Mit dankbarer Genugtuung begrüße Ich es auch, daß Meine Anregung, den heim kehrenden Kriegern die Beschaffung von Wohn- und Wirtschaftsftätten zu erleichtert:, auf so ftrrchtbareu Boden ge- fallcR ist und daß reiche Mittel für diese Zwecke von den Hessi­schen Handelskammern zur Verfügung gestellt iverdeu. Ten in diesen Tagen gegründeten Hessischen Landesver?in für Krieger- Heimftätten nehme Ich gern unter Meinen besonderen Schutz m:d will ihm stets ein wohlgesinnter Schutzherr sein. Ich hoffe, daß es den vereinten Bestrebungen gelingen wird, den» schönen Gedanken der Schaffung vo:: Krieger-Heimstätten überall in Stadt und Land neue Freunde und tatkräftige Förderer zu werben und so reckst vielen von den Tapferen eft: Stück heimischen Bodens zu sichern, den sie nrit ihrem Blute gegen eine Welt von Feinden geschützt 'haben.

Der eiserne Witte zum Sieg, der :mch der schnöden Zurück­weisung des Friedensangebots uns von neuem entflammt hat, die nie versiegeirde Opferwilligkeft, die uns alle, im Felde und in Heimat, beseelt, und die auch heute wieder in der Jubiläumsgabe und den:Obethessischen Jubiläumsfonds 1917" Kren Ausdruck gefunden hat. bürgen Mir für einen ehrenvollen Ausgang des gewaltigen Völkerringcns und für die glückliche Zukunft Meines

Landes und Vvlkes. Nach errungenem Sieg werden sie uns auch die Kraft verleihen, daö Zerstörte wieder aufzubaum und Mein schönes Hesfenland in glücklicheren Friedenszoiten zu neuer Blüte xu bringen.

Wie die Förderung der Wohlfahrt und des Besten des Landes in dem verflofseius: Vierteljahrlstmdert das Ziel aller Mcinrll Regierungshcmdlimgen gewesen ist, so soll auch das Glück Mtftner Untertanen in den Tagen, die Mir Gott noch schenken wird,^ Mein unverrückbarer Leitstern: bleiben:. Dies sei Mein Gelöbnis tm heutigen Tage!__

Aus und Land.

Gießen, 15. März 1917.

Weibliche Arbeitskräfte aufs Land! s

Der deutsche Boden muß Deutschlands Heer und PÄk ernähren! Eine restlose Bestellung der Felder ist dacher für unser wirtschaftliches Durchhatten erste Voranssetzurrg? Haupt erfordern is ist rechtzeitige und gründlichste Bearbei­tung ? Sie vermag den vielfach mangelnden Dünger wenig­stens teilweise zu ersetzen!

Ausreichende Arbeitskräfte bedeuten ausreichendes Brot! Sie zu beschaffen, ist ernstes Gebot der Stunde.

Mannschaften aus dem Feldheer, den besetzte« Gebieten und den Besetznngstruppen können nur in beschränktem Um­fange fteigegeben werden, da der ausgedehnte Kriegsschau­platz und der Kampf nach der: verschiedenen Fronten- eine Schwächung der Wehrkraft verbietet.

Die Frauen und Mädchen der Stadt tverden aufgernfen und nach Möglichkeit landwirtschaftlicher Arbeit zugeführt werden. So mancher kräftige Arm, der früher auf dem Lande erstarkt ist, kann ihm wieder nutzbar gemacht werden. Wo sich geeignete weibliche Arbeitskräfte zur Mitarbeit auf dem Lande bereit firüien, ist es Pflicht der Landwirtschast, sie willig aufzunehmen und ihre fleißigen Hände sich rühren zu lassen in Haus und Hof, auf Acker und Wiese. Nur wenn alle zusammen stehen, Stadt und Land sich die Hände reichen zu gemeinsanrer Arbeit, ist neben den militärischen Erfolgen auch der wirtschaftliche Erfolg gesichert!

Das Miegswirtschaftsamt Frankfurt a. M.

*

** Be schlagnahmevon Treibriemen. Am 15. März ist eine Bekanntmachung in Kraft getreten, durch diealleTreib- riemey beschlagnahmt werden, die unter Verwendung von Leder, Gummi, Gummiregeneratt Balata, Guttapercha, Baum­wolle, Kunstbaumwolle: Wolle, Kunstwolle, Kamelhaar, Väohair, Alpaka, Kaschmir und sonstigen Haaren, .Hanf, Flachs, Jute und anderen Pflanzenfasern hergestellt sind. Als Treibriemen werden auch Fallhämmerriemen, Transportbänder, Ele­vatorgurte sowie lederne Pund- und Kordel­schnüre angesehen. Nicht betroffen werden lMglich Papier­riemen, die nicht mehr als 10 vom Himdert der vorgenannten Faserstoffe enthalten, sowie die Treibriemen, deren Gesamtmenge bei ein und demselbei: Besitzer nicht mehr als 5 Kilogranw: be­trägt. Trotz der Beschlagnahme bleckt die weitere Verwen­dung der Treibriemen, die sich bei Inkrafttreten der Bekarnrt- machung in Gebrauch befinden, zu ihrem bestimmungsgemäßm Zweck im bisherigen Bettiebe erlaubt. Die Veräußerung und Lieferung der beschlagnahmten Treibriemen ist jedoch, soweit sie sich bei Inkrafttreten der Bekanntmachung im Besitz eines Händlers oder Verbrauchers beffnden, irur an die Kriegsleder Attiengesellschast in Berlin, im übrigen mix dann zulässig, wenn der Erwerber von der Riemen-Freigabe-.Stelle in Berlin W. 35, Potsdamer Straße 122u/b, einen auf ihn ausgestellten Bezugs­schein erhalten hat. Die Veräußerung von Treibriemen, die sich im Besitze eines Herstellers befinden, darf nur nach den näheren Bestimmungen der Riemen-Freigabe-Stelle erfolgen. Auch bie Abfälle der beschlagnahmten Treckriemen fallen irnter die Beschlagnahme. Sie dürfen zur Wiederherstellung und Aus­besserung von Treckriemen in eigenen Betrieben verwendet wer­den. Ihre Veräußerung ist jedoch nur an bestimmte in der Be-> kanntmachung bezeichnete Stellen zulässig. Gleichzeitig mit der Be­schlagnahme ist eine Beftandserhebung aller Treib­riemen angeordnet worden. Tie Meldungen über den am 15. März 1917 vorhandenen Bestand sind bis zum 15. April und, soweit Betriebe mehr als 300 Treibriemen in .Benutzung haben, bis zAm 30. April an die Riemen-Freigabe-Stelle aus den amtlichen Meldescheinen zu richten. Ebenso muß jeder Melde­pflichtige ein Lagerbuch über.ftine Vorratsmengen an Treib­riemen führen^

Landkreis Gießen.

** Bellersheim, 14. März. Vergangenen Sonntag pre­digte Herr Prof. Ehr in g hausen aus Bochum in den: Nach­mittagsgottesdienst. In ergreifmderr Worten schilderte er die Ver­hältnisse der dortigen Bergleute und Fabrikarbeiter und forderte die hiesigen Larcknürte auf, einige Kinder über Sommer in ihren Familien aufzunehmen. 52 Kinder sind bis jetzt untergebracht wor­den. Die erstmalige Sammlung der HindQckurgspende brachte einen schönen Erfolg. Ueber 300 Eier, 25 Pfund Fleisch- und Wurftwaren, etwa 8 Pfund Butter, eine größere Menge Dörr­obst ^usw. wurden d:rrch Schulkinder gesanimelt.

:: Langd, 15. März. Auch in unserer Gemeinde fand am 12? März ein Lichckildervorttag über die Wirtschaftslage des Deutschen Reiches statt. Nachdem der vom Gr. Kreisamte gesandte Redner geendet, ergriff der miterschienene Gr. Bürgermeister, Herr Fendt von Hungen, das Wort und ermahnte in warmherziger Weise die Bevölkerung, ja mit ganzer Kraft einzutreten und bei der neuen Kriegscknleihe zu zeichnen, was in ihrem Vermögen stehe. Herr Pfarrer Koch schloß die Versammlung mft den Worten, daß den decken Vorrednern von der Gemeinde der schönste und beste Dank abgestattet würde, ivenn die Beteiligring an der neuen Kriegsanleihe eine recht zahlreiche würde.

Kreis Büdingen.

D Bleichenbach, 15. Mäi-z. Hier hcklt am Samstag abend Pfarrer Lic. Herpel aus Lißberg einen 2ständigen Vortrag überDas deutsche Heinmtheer und seine Waffen". Mft eirrem von tiefen: Ernst durchivehteu Appell an die Anlvesenden sckstoß der Redner seine bis zuletzt von der zahlreichen Zuhörerschaft unter größter Aufmerksamkeit verfolgteu Ausführungen. Der Ortsgeist­lickte und Lehrer hattet: in dankenswerter Weise die Vorbereitung und Durchführmrg des dlbeicks übernommen.

Kreis Schotten.

n. Schotten, 13. März. Unter den zurzeit im hessischen Lehrerheim untergMachteu heimatlosen Urlaubern besticket sich auch ein Obenuaschinist von unserem berühmten U 3 8. Ter wackere Seemann ttägt das Eiserne Zdreuz erster und zivcfter Klasse sowie der: türkisckien Eiseviren Halbinond.

Uivchliche Nachrichten

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft.

S a b b a t f e i c r, d e n 1 7. M ä r 3 19 17. Freitag abd. 6.06 Uhr. Samstag vorn:. 8.30 Uhr. Njachr.^ 3.30 Uhr. Sabbatausgang 7.20 Uhr. ' Wochmgottesdienst: nwrg. 7.00 Uhr abds. 6.00 Uhr.