5f* AvelreZ Blatt
Erscheint ISZlich mit Ausnahme des Sonntag»
J6I. ZührßLW
Beilagen: „Gietzener Kamilienblütter^' und „Ureisblatt für den Ureis Gießen".
-ofischeittonLo: Zranksntt am Main Nr. 11686. Vattkvtrkedr: Sevoerbebsnr Sietzen.
Giefjenet Anzeiger
/ General-Anzeiger für Gberhejjen
Dis hindendurgspende der hessische^sndwirtschaft
Mttwoch. 7 ^ MLrz W
ZroillmgSrunddruck und Verlag:
B r ü h l'sche Universitätr-Buch-u.St? indruckerei.
R. Lange, Bietzen.
Zchrlstleitung, Geschäftsstelle und Vrvckerei:
Schnlftraße?. Geschäft'!ketteu. Verlag: e^iSöi, Schriftleitung: 112.
Anschrist für Drahtnachrichten: AnzeigerGttßrn.
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a&cit bei der Lebenstmitelvor sorgung unseres ganzen Volkes zm Die ^-xmicn ruft er zum Kampfe für das deutsche Volt mW Vaterland, das unsere Feinde, weil sie es mit Massen nicht be- strAkA können, durch Aushungerung niederMzwingen trachten.!
Der Ausruf ist im ganzen Deutschen Reiche verbreitet worden. SöteY Gemsinde ist er zugegangem Gr fordert auf, die landwirt- schafttreibenden Volksgexwssen aufzuklären über die Not der Schwersrarbeiter und darauf hinzuwirken, das; möglichst viel Leücns- nrrttel freiwillig, auf Verlangen gegen volle Bezahlung, abgeliefert werden
Zwar lebt auch Misere LanÄlevölkerung heute mcht im Neber- flrrß. aber Nahrungsmangel und Not'kennt man auf dem Lande noch nicht. Die meisten Landlente wissen oft gar nichts von der Not und dem Mangel in den Städten. Die Arbeitskraft der Muni- tionS- mrd Geschützarbeiter mutz bei so mangelhafter Ernährung, Wie sie heute allgemein ist, sinken untb ist auch schon gesunken. Jede Verminderung unserer Rüstungsindustrie mutz aber durch vermehrte Blutopfer Wieder ausgewogen werden. Und die müssen nur alle aus uns nehmen, Städter und Landleute. Das aber mag sich jeder vor Augen halten: Wknn wir nicht alle Mitwirken, daß Deutschland durchhalten form, wenn wir heilte Frieden zu schlietzen geSvlungmr werden, dann nutzen keiinenr die aufgespeicherten Vorräte. Wie dann die Friedensbedingungen ausfallen werden, das hat aller Melt Englands Antwort aus unser Friedensangebot ge- zeigt.
Durchhalten m>üssen wir und siegen, sonst ist unsere Zukunft vernichtet, nicht Zwangsmatzregeln, sondern freiwillige Mitarbeit der landwirtschaftlichen Bevölkerung soll und mutz Hilfä bringen. Ter gute Wille ist fast überall vorhanden; os gilt, ihm Gelegenheit zur Betätigung zu gebexr, ihn zu wecken und wach zu erhalten. Die Landleute müssen darüber aufgeklärt werden, datz es nicht genügt, nur die gesetzlichen Ablieserungsverpflichtungen zu erfüllen. sondern daß jeder einzelne sich darüber hinaus Entbehrungen! auferlegen und den eigenen Bedarf eirrschränken muß, wenn Deutsch land nicht untergeben, sondern siegen soll.
Ilm eine planmäßige Sammlung und Verteilung der Spenden durchz-sführen, werden im Großherzogtum Hessen durch Erlaß Großherzoglichen Ministeriums des Innern die Kreisämter in Verbindung mit der Zentralgenoffenschaft der landwirtschaftlichen Kon^ smnvererne mit der Durchsülwung der Sammlung betraut; die Zen- tralgewossenschaft ist Hauptsammelstelle für das Grvßherzogtum Hesft». In den einzelnen Gemeinden sind.örlliche Sammelstellen M errichten!; in der Regel sollen die örtlichen Futtermittelvertei- lmLgsstellen (GerwssenschasLen, Bauernvereine, Bürgermeistereien) diese Ausgabe übernehme».
Zur ^wirksamen Durchführung sind alle fcfeiewigen: zur Mitarbeit berufen, die zufolge ihres persönlichen Mrrfluffes und des Ansehens, das sie bei «ihren Mitbürgern genießen, zur Erleichterung de» Zieles etwas beitragen Ehmen. Es sind dies in erster Linie ueben de« Staats- und Gvneindebeamten und den Mitgliedern der DrLSvvvstände die GeWichsr und Lehrer; sie sind durch den Präsi- baalen des Kriegsernährungsamtes selbst unmittelbar zur Mitarbeit «uZgeKordert ivorde». 'Außer ihnen sirü> es aber auch die Frauen, devM Mitwirkung «»entbehrlich ist Mt Recht hat der Herr
Oktober v.
Minister des In»«» i» seinem Erlaß vom 28.
Z.
betont, daß auch Fronen, die das Fühlen «nd Denke» der Land- bevSKecnng verstehen, wertvolle Hilfe leisten könnem
/Auf Ersuchen des.Herrn Ministers hat der Hauptvorstrmd des /Alrce-Frauenvereins es übernommen. dÄe ßriwillige sHilfsarbeit der Frauen bei der Durchführung der Hindenburgspende üm Großherzogtum zu organisieren. Zu diesem Zweck wurde bei der ckxftetzSrvirtschaftlichen Abteilung des Hauptvorstandes ein Arbeitsausschuß für Lebensmittelversorgrmg gebÄdet, bestehend aus der 'Vorsitzenden der kriegswirtschaftlicherr Abteilung, Frau Staats- nrinister Ewald, dem Hauptgeschästsfühver des Alice-FmuenVereins, Sivatsral Tr. Kratz, zwei Vorstandsmitgliedern des Darmstädter Haussrarrenvereins, Fr<vr Professor Keller, Vorsitzende des Arbeitsausschusses, und Fräulein de Weerth, dem ^Ersitzenden der Landwirtschastskammer für das Großherzogtum Hessen, Oefonomio- rat Walter, und zwei Vertretern der Zenträlgervoffenschaft bn hessischen landwirtschaftlichen Konsumvereine, Direktor Berg Und Referendar Kratz, letzterer als Schriftführer. Die Geschäftsstelle des Aussthusses ist mit der Geschäftsstelle der Zentralg-enDffmschaft im Hause Landstraße 36 zu Darmstadt vereinigt. — Aufgabe dieses „Lebensmittelversorgungsausschusses" ist es, in steter Zusammenarbeit mit der Zentralgenossenschaft und den Eftvft- herzoglichen Kreisämtern die freiwillige Abgabe von Lebensmitteln für die Hindenburgspende in unserem Laxrde durch eine planmäßige Werbetätigkeit zu fördern und bei der Verteilung der Spende
mitzuwirken. Die letztere erfolgt durch die bei Gvoßherzogllchexn Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel «undGewerbe, eigens hierfür gebildete,Landesverteilungs- stelle für die H indenbnrgspende", die aus dem zu- ftartbtgen Ministerialreferenten (Großher^oglicher Oberflnanzrat Emmerling) als Vorsitzenden und je einem Vertreter der Zentrvl- genossenschast, des Alice-Frauen Vereins und der „Einkaufsgesell- schaft für das Grotzherzogttrm Hessen" besteht.- die letztere ist als Geschäftsstelle der Landesverteilungsstelle bestimmt und hat nach deren Weisung die Verteilung der eingegangenen Spenden vor- zunehmen.
Zur Durchführung der Sammlungen Men in allen Gemeinden des Landes Ortsausschüsse in BerbindiMg mit den örtlichen Sammelstellcn gebildet werden. Hierbei wird auf die tatkräftige Mitwrrknng der Mitglieder des Alice-Frauenveveins, insbesondere seiner Bertrauensdamen, und der Vorstandsmitglieder der Kreisverbände und Zweigvereine gerechnet, denen hier eine ebenso wichtige als dankbare vaterländische Aufgabe obliegt. — Tie Sammlnng hat sich int einzelnen uirter Beackj,tr«ng der den Verkehr mit Lebensmitteln regelnden gesetzlichen Vorschriften imd im eugep Axrschlutz arr die bestehenden behördlichen Vorschriften zu vollziehen. Hiernach besjimnrt sich vor allem, ob und welche Lebensmittel gesammelt werden dürftn mrd ob inib wieviel befiir gezahlt werden darf.
Die gespendeten Lebensxmttrk sind KMrächst von der örtlichen Lrammelstelle in Vorwalft zu nehmen und der .Hauprsanrmelsbelle anzunrelden. Tieft gibt dre Anmeldungarr an die Landesver- teinnrgsstelle weiter, die sodann über bk Lebensmittel verficht.
JÖterber ^oerden Wüxxsche der Spender aus Z»fühMng der von ihnen-t T jTqpeuoete!rNahe«rngsUftt^l and^-Schiwerfharbeiter edres bestinunten pEtzen '^Erks Ber illtschtigung suchen, soweit dies mit dem l^nnrdsatz einer ft ?\
. . ^srterllmrg! nach Maßgabe des Bedürfnisses vereiirbar ist. y^l E)ie Möglichkeit, ja Wahrscheinlichkeit einer
^vefteren Berüharfmrg der Lage im Verlag der reichsten Monate i\mb ber der Versterlnng der Spende carch ans Schaffung einer Rück-. läge für dre ^ext größter Krrappheit an Lchensmittekn Vorsorge zu tzrefftn fern. ^ J
^ mi und vpMÄemit'en Sinn uußwcs
x Volkes darf eüoar1.et, werderr, daß die arrgesichtß des ^ der )ckrge nunmehr orixgehefteie Sammeltätigkeit einen vollen Erfolg haben wrrd.
Aus Strrdt r»nd Land.
Gießen, 7. März 1917.
** Ausstellung der Seminare für technische Lehrerinnen. Ain 8. März vmr ll—6 Uhr findet in den Räumen der Alice-Schule, Steinstruße 10, eine Ausstellung der Arbeiten des Handarbeits-Seminars und eines Teiles der Handarbeiten und Zeichnung.-en, sowie der selbstgefertigten Anschauungsnrittel des Hauswirtschafts-Semirrars statt. Die Arbeiten stehen im Zeichen des Krieges, Materialmangel zwingt zur Verwendung jedes Garn- uub Stoffrestchens bei der Herstellung der Gegenstände und zeigt, daß mit Zuhilfenahme von Stich- und Häkelverzierurrgen auch kleine Stvsf- teile noch zu Gegenständen, besonders der Kinderkleidung, zusammengesetzt werden können. Stehen die so entstandenen Dinge gelegentlich wohl auch hixrter dem müheroser aus Garn uxrd Stoffüue Geschaffenen reicherer Zeiten zurück, so ist doch auch die Freude doppelt groß an einer Bluse, zu der der Stoff erst hat gefärbt lverderr müssen, tun wiedch: ansehnlich zu werden, einem Kinderklerd, das erst durch Hakelzwischensätze die nötige Weite und Sänge bekommen hat. Einzelne Gegenstände der Ausstellung, besonders Kinderlväsche und Kleidung^ sind verkäuflich. Die Ausstellung ist von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends geöffnet. Da der Niaum recht beschränkt ist, empftehll sich der Besuch der Ausstellung am frühen Vormittag uxrd in den ersten Stunden des Nachmittags.
** Kriegerkamerad schafk Ha ssia, Bezirk Gießen. Somrtag, den 4. d. Mts., von 3 Uhr ab, fand im Hotel Vikwria hier der erste Bezirkstag 1917 statt. Bezirksvorsteher Lehrer Da ab-Lollar begrüßte die Veveinsvortztzenden und erstattete Bericht über die Mftgliederversammln:rg in Darmstadt am 18. Februar, ans der außer Alsfeld, Wenstadt urtd Büdingen alle Be- ziicke vertteten waren. Er sagte, es sei eine imposante Versammlung geweserr, bei der außerdem zahlreiche Ehrengäste anwesend warm. Herr Damaschke, Vorsitzender^ des .Hauptausschusses für Kriegerheimstätten in Berlin, hielt einen Vortrag über Zweck, Wesen uxrd Notwendigkeit von Kriegexcheinrstättcn für unsere heim- kchrenden Krieger. Bezirks Vorsteher Daab beleuchtete die schlimmen Verhältnisft nach 1870/71, deren Wiederholuxrg diesmal durch Gründung von Kriegerbeimstätten vorgebeugt werden nrüsse. Er forderte auf, der in Hessen gegründeten Vereinigrmg beizu- tx^ten, und teilte weiter mit, daß am Vertretertag 20 000 Mark zur Jubiläxmrsstiftung für KrLegererlwlnxxgsheime einstimmig bewilligt Xvoxden seien, wozu er für sich die Xxachträgliche Genehmigung des Bezirks cixrzxcholen habe. Diese wurde einstimmig erteilt. Es wurde weiter beiWossexr, Pvstftl-eckkoxrto für den Bezirks Vorsteher einzurrchtcrr Nachdem noch die 6. Kriegsanleihe, die eine Siegesanleihe werdexx müsse, empfohlen Xvvrden war, gedachte der Vorsitzende noch mit begeisterten Worten unserer hessisä^n Fürsten und des treuen Heffenvolfos, das ganz gewiß am 13. ds. Ms. als beste Jrtbiläixmsgabe dem geliebten Landesfürsten seine Treue zu, Füßen lege. Das könne es am besten, wenn es sich in den letzigen vevaxrttwrtungsvollen Zeit bereit finde, draußen und drbrne». ein jeder seine Pflicht resllos zxr erfüllen.
Landkreis Gießen.
Großen-Buseck, 4. März. Heute fmxd bet Boron- tritt zaDlieicher Vereine und der Spielleute und bei überaus reger Beteillguarg der Einwohner die Beisetzung de- »erstorbenen Beigeordneten, Weißbiudermeifters Wilhelm Größer, statt. Der Verstorbene hat seit 15 Jahren dem Gemeindevorstand als Beigeordneter angehört und sich durch feine Tätigkeit das Vertrauen der Gemernde erworben.
da. Hattenrod, 6. März. Zur JubiläumSsprnde gingen in unserer Gemeinde 157,35 Mk. ein, dabei sind 9,15 Mk. als Gabe der Schüler.
ft- Lollar, 6. MLrH. Die Saxmnlxorg für die JüÄlLnxns- spende unseres Großl>erzogs ergab Ger den schönen Betrag von; 6528 Mk., wovon die Bxiderusschen lAsexuvexcke 6000 Mk. ftiftelerr
± Lollar, 5. März. Für die bei hiesiger Berrrkssammcl- stelle eingsgangenLU ZxoetfchenVerne und Nesselfteugel wurden 233,80 Mk. gelöst. In Friedextszeiten wmcden oiese Dürge nicht beachtet. — 'Heute wurde in hiesiger Schute befoxrnt gegeben, daß für xmterernährte Gießen er Schüler zur Starmng ihrer Gesundlieit Familien gesucht werden, die ein solches Kind auf drei Wochen arcfzunehnxen bereit wären. Sechs Familien, die das Gebot der Stuxxde verstehen, sicher Kunl
Gefreiter 4914 ins Feld rückte, ist zum Uxxteroffizier befördert und mit dem Eisernen Kreuz uxrd der Hessischen Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet worden. Kriegsfreiwilliger Snninarist Hch. Nor- wig wurde zum Unteroffizier befördert und zxrm Offiziers- aspiranten ernannt.
Kreis Büdingen.
nt. L e t d h e ck e n, 6. März. Dem Reservisten H. Etchenauer von hier wurde im Westen die Hessische TapserkeitSmedatlle verliehen._ _
lSiebener Straflam mer.
Gießen, 2. März 1917.
Ter am 26. MLvz 1899 in Räotze» geborene, z. Zt. in Lollar »vvhnhafte FabrÄarberter Otto Sch. ist anaellagt imfc geständig, im No-venrber 1916 auf hem Hosglnt FrvedelHemsen, woselbst er daxnals als Schweizer bedienstet war, seinen Mickmchlden 41 Mk. in barem Geld, 8 Eier 'und eixne»r X vetteren Güdbetvag von 1,60 Mk. entwendet zxr habexr. Une die 41 Mk. zu erhalten, hatte er ein Behältnis erbrvchem Das Gericht verurteilte den Angeklagtexr zu einer GesawtgchängurSswaft von 3 Wochen.,
Ter anx 1. Oktober 1896 zu Darmstadt geborrmen Wruv L. wird zur Last gelegt, in: Monat November 1916 zu Lauterbach im dortigen KimckruchLnS, wo sie bedieirstet war, erneu Schrank mittels 9LachMüsftls geöfftvü und daraus an drei verschiedenen Tagen 50,3 rmd 10 ML, welche dem AErtärftskirs gehörtarr, entwendet Ku haben. Die Ungesagte, die bei LrNdoLmg des Dieb- stäUs geständig war. hat fo&rr chr Geständnis mfewuteiL Auch freute bestreitet fie, den Dredlttchl beami^eu Ar haben. Mf Grund der Beweisauftrahn« erachtet das Gericht die AngeTLsgtv des ihr zur Last geLegAcm DiebsdihlZ, ürsbesondsre be^kgiich der beiden letzSöN Geldbeträge für überführt und v««rrt-eSeefle §n einer Gefängnisstrafe von 5. SÄtmafcai
Die Shefmu des Rechners ÄVHvxn«S A. in Lanqvn-aLn hat
ebnrsch'reL'duna der HAchstpv^ise für Zwetfchen Strafbefehl in Höhe vwr 25 MU sel^ltzen,
m fte sich
10 ü»n Wk bat
% zum Dell faule ll«d mneife ZweckÄM ientner hat bezahlen lassen. Gegen den ^wfbeschl erhob sie Eixr- und wurde tchrrmrs vom -ÄW-ffeugericU Bad-Rmchelln ftprocken. Gqgeu dieses Urteil verfolgte die DtaatSanwalt- Bernftmy, xim eine BerurttLung herbeiMfahrrn. Aull, die Strafkaunner konnte sich von der Schuld der Angeüachen nicht Wer- zcugsn und )vit$ deÄ-alb die Bernftnrg der Staatsanwnttscha.fi zurück. (
Der GasttvLt^ZPftf L ist dorch UrteS deÄ
H ö ch ftpr eiZüibe r s ch i c i t uxr g für Schweinefleisch und Wurst mit einer Geldstrafe von 8 M?. belegt worden. Er bezahlte für Bluttvurst 2 Mr. für das Pfund und für Schweinefleisch 1,80 Mk., während die Höchstpreise für Alsfeld nxrr 1,80 beztw. 1,60 Mk. betrugen. Gegen dieses Urteil verfolgte die Staatsaxxwaltschaft Berufung, um eine höhere Strafe zu erzielen. Die Beruftmg hatte auch insoweit Erfolg, als die Strafkammer bv Geldstrafe aus 20 Mk. erhöhte.
Keinen Erfolg hatte die Berufung der Angekfogten Jafob K. Ehefrau voxr Lich, die dxrrch Urteil des Schöffengerichts Bad-Nau- l?eim vom 4. Janxmr 1917 wegen Diebstahls xnit 3 Tagen Gefängnis bestraft worden ist. Tie ''Angeklagte, die im vorigen Sommer in Bad-Nauheim als Kächi'.r in Stellung war, hat dem in demselben Hause bedienswtexr Hausurädcherr eine Uxtterhose im Werte von 3,50 Mk. und 2 Taschentücher entwendet. Tie An- gellagte bestreitet auch heute dexr Diebstahl, obgleich die gestohlenen Sachen auf idrexn Zimmer in einer Pavplck-achtel verwahrt aus- gesunden wurden. TaS Gericht koxxxtte sichl ans 6Dirnd der Beweisaufnahme von der Schuldlosigkeit der Angeklagten nicht überzeugen und verwarf daher die Beruftmg.
5penL
Gießen, 5. März. Am Sonntag traien sich auf dem Sportplätze an der Hardt die beiden Kriegs-Fußballmannschaften des Sportvereins ,M e r k ur* und des „Vereins für Rasen- s v i e l e v o n 1 90 0". Das Spiel hatte einen schönen Verlaus. Trotzdem die beiden Beck von „Merkur" sehr gut spielten, konnten sie doch nicht dem Ansturnx der Rasenspieler standhalien. So endete das Spiel mit dem Siege des V. s. R. mit 4:1 Toren. (Halbzeit 2:1.)
UnivsrsitKts-NacÄriehten.
Frankfurt a. M., 2. März. Für das Sommerhalbjahr 1917 kündigt das heute erschienene Vorlesungsverzeichnis 368 Vorlesungen und Hebungen an, und zwar in der Juristischen Fakultät 91, der Philosophischen 96, der Naturwissenschaftlichen 66, der Wirtschafts- rmd Sozialwissenschaitlichen 45 und in der Medizinischen Fakultät 90. Der Lehrkörper besteht zurzeit aus 54 ordentlichen Professoren, 8 ordentlichen Honorarprofessoren, 2 außerordentlichen Honorarprofessoren, 46 Privatdozenten, 18 bean'tragen. Lehrkräften, 5 Lektoren und 3 Lehrern der 5lünste und Fertigkcitten Ein Extraordinarius, 13 Prioatdozenten und 2 Lektoren haben wegen des Krieges vorläufig keine Vorlesungen angekündigt. Das Sommerhalbjahr beginnt am. 16. April und schließt mit dem 15. Llngust. Die Meldungen zur Einschreibung haben vom 16. April bis znm 5. Mai zil erfolgen
Marburg a. L., 4. Aiärz. Fünfzig Jahre ordenrlicher- Universitäts-Professor wird der frühere innere Ktiiriker der Universität Marburg ^Geheime Medizinal-Rat Professor Dr. M a n r. - kopff am 9. März dieses Jahres sein. In voller geistiger und körperlicher Frische darf der Jubilar das außerordentlich seltene Fest begehen. Mannkovff als 2lrzt, klinischer Hochschullehrer und Mensch hat im Juni 1916 gelegentlich seines achtzigsten Geburtstages in reichem Maße Dank für seine Verdienste um die leidende Menschheit und um seine zahlreichen Schüler erfahren dürfen, rmd auch sein Wirken für die Hochschule Marburg überhaupt ist damals voll gewürdigt worden. Unermüdlich wirkt Mannkovff noch heute.
Da- kl irrste deutsche Papiergeld.
— Frankfurt a. M., 5. März. Die Inspektion der Kriegsgefangenenlager im Bereiche des 18. Armeekorps hat für den geschäftlichen Verkehr mit den Knegsgefangenen Papiergeld herausgegeben: der geringste Wert-, bezw. Geldschein lautet über 1 Pfennig.
Briefkasten der Redaktisn.
M«s»tzMe Aufragcu bleiben nuberücksichttOt^
v. W. in S. 1. Die Aufwandentschädignng ist doppelt zu zahlen, wenn der vierte und fünste Sohn gleichzeitig ihrer aktiven Dienstpflicht genügen. Die Aufwandentschädigung wird nicht gewährt, wenn es sich um Mannschaften, die — der Reserve, Ersatz- reseroe, der Landwehr oder dem Landsturm angehörig — erst infolge des Krieges zum^ Heeresdienst einberusen wurden, handelt — 2. Wenn eine Erhöhung der Famrlienunterstützung vom Kreisamt, bezw. von der Kommission abgelehnt worden ist, besteht die Mög- l-tchkeit. die Angelegenheit dem Attnisterinm de? Innern zur Ent- scheidrmg vorzulegen. Sonstige Ansprüche bestehen nicht.
h. M. in Gießen. Durch Allerhöchste Verordnung vom 5. Aug. 1914 fand eine Erneuerung des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klasse statt, jedoch wurde die Regelung der Ehrenzulage für die Inhaber dieser Auszeichnungen Vorbehalten. Bei Gewährung einer derartigen Zulage tritt nur Steuerfreiheit für diesen Betrag ein.
K. ®., vettenhausen. Die Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse kann nur einmal erfolgen; die zuletzt übersandte Auszeichnung ist deshalb unter Darlegung der Verhältnisse zurück, zugeben. Die Entscheidung, ob im vorliegenden Falle eine weitere Auszeichnung, bezio. Beförderung in Frage kommen kann, liegt einzig und allein im Ermessen der maßgebenden Militärbehörde.
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