Ausgabe 
3.3.1917 Zweites Blatt
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«dx. tc«icn Die Mrlschaftkfriedlich« ttn LvmSftÜ»«

Kreise btdtta früher einen Posaune uchor, irm unsere Versa mir.» kmgen j)u stören. Hoff dar uichi. so fielen sie mit Knüppeln über unsers Leute der. DaS toat>*n di« wirtschaftSfried- wichen Arbeiter des Dr. Arendt. (Heiterkeit.) ,

Wbtf. Sebiekc (Kons.): Die acht Millionen Nichtorganisierter Arbeiter fmd in den HilfsdienstmlSschüffcn reicht vertreten. Die Gewerkschaften sind monopolisiert.

Ahg. IÄer (ul.,: Die von mir vertretene geschloffene stärkste Hffrndarnarbrfterorgamsaiion ist nicht herangezogen worden. Zn der Zrosammenkunft der Grwerksck^asten hat man uns nicht ein­geladen. Auch die katholischen Facharbcrlcr sind auHgc schloffen.

Vi^prüsident Dswe bittet, d.e Ausciuandersehung zwischen den einzelnen Organisattanen auf die grundsätzlichen GefichtSpunItr zu beschrünbm.

ES sprechen hierzu noch die Abgeordneten Bauer (So-.). v e h r e n S (Dtsch Fr.) und Schiffer- Borken (Ztr..

Damit schließt die Anssprache.

ES folgen persönliche Bemerkungen.

Abg. v. Gracfe (kauf.): Der Abgeordnete Haußmarm hat mit ipcfftovalem Nachdrrn! versucht, mich auf den rechten Weg zurück- zufuhren. Ich anerkenne den guten Willen, aber ich must leider «wlehmon, Herrn Hausima nn als meinen HauSledrer cm- zuerkennen. (Ruse links: Au, au!) Ich bedarf besten nicht und er würde auch n>enig Erfolg damit baden. Herr Hausimann ist dann auf einen Zwischenruf von mir eingegangen, der in der Sitzung vom 12. Dezember gefallen ist. Er Ixft daraus auf meine mangelnde Selbstbeherrschung geschlossen. Ich kann ihm nicht den GefcrV.en tun, das zuzugeben. Ich l>alte diesen Zuruf auch heute noch in aller Ruhe und mit aller Bestimmtheit a u s r e<b t, weil ich mich zu der Höhe der Begeisterung des be­schränkten Untertanenverstandes an jenem Tage nicht aufzu- schwingcn vermocht habe. (Sehr gut! rechts. Lachen link«.)

Herr Hausimann hat wohl geglaubt, dasi er in seiner neuen Eigenschaft als rücksichtsloser U-Boots-Kommaudant mit der Fest­stellung, dasi ich mich an Bord eines Piratenschiffes befunden habe, mir eine Verlegenheit bereitet hätte. Aachen links.). Er irrt sich. Ich habe es nicht nötig, unter Wasser mit meinem politischen Rachen zu fahren, wie vielleicht außerhalb dieses !(xnrseZ manche Herren sich für berechtigt halten. bcn_ ver­traut iche n Besprechungen ihrer Mitbürger n a ch z n s ch n ü f f e l n. (Sehr gut! rechts. Lachen links.) Ich liabe vsrr vornherein jedem, der es wissen wollte, ge­sagt, daß ich zu der Versammlung hin gehen wollte, und ich habe es auch jedem gesagt, daß ich auf der Versammlung war. (Hört, hört! iinLkll Ich habe nichts zu scheuen, weil ich mir so viel Selbst- ber«rsitsein bewahrt habe, dasi ich, auch wenn ich zu einer Ber. sammluvg Andersgesinnter gehe, für mein Seelenheil nichts zu fürchten brauche. Ich würde mich auch keinen Augenblick scheuen, u-enn e4 über den Nahmen einer persönlichen Bemerkung nicht hinarLögrnge, die Männer in Schutz zu nehmen, die in dieser Weise hier angegriffen worden sind. Sie haben dasselbe Recht, sich über die Regierung kritisch zu äusieru, wie eS unzählige Male früher gerade die Parteifreunde des Abgeordneten Hausimann für richtig gehalten haben. (Sehr richtig! rechts.)

Dbg. Dr. Strcsewrrnn (-Traft.): Oberst von Wriesberg hat ge- glaub:. meine Angriffe gegen General v. Lvwenfeld zurückweisen ga Müssen. Ich vabe als Anmaßung nur bezeichne:, dasi General v. Lkwer^etd ein aklgonreines Urteil über das gesonnte Aus° lan-dsd-eutsichtunl gefällt hat, ohne die Erfahrungen irrtb Hinter* lagen zu besitzen, die man zu einam solchen Urteil h<Ä>en mutz. -Oberst d. WrieLberg Hai nur gesagt, er weise düste Angriffe zuLÄa. Sonst war er hier Sitte, daß iwtn auch sachlich eine Kritik -u entkräften suchte. (Sebr richtig? linikL.) Ich stelle fest. d«ch Oberst d. WrreSberg den Tatbestand »icht einmal in Zweifel gezaigen »rnd mcht ein nur! vechucht hat. meine Kritik z« widerlegen. (Z«sti«-nzrng kirrü».)

Wg. HasHmLN» fK*pJz Herr v. Grcrefo Jfrt sich mit seinem Auftr^en selüA charakterfstert. (Sehr richtig l links. Lachen.) Die Debatte war übrige-« nicht geschlossen. sondern er hatte sehr wohl zur Sache das Wort nehmen anü-ffen. (Sehr richtig! links.) Dr. Sire fern ann sin -gefast, dasi ich keinem natronvll ideralen 1« geordneten tntru Borwurf «wS dem Gesuch der Versammlung gemacht habe. Ich habe i» Gegenieil anerkannt, daß kein naücuvalMeraler Abgeordneter der Einladung Folge geleistet hat. rächt'uz! links.) Wenn man ein« solche Einlädlrng be-

?omrrrt mit einem solchen Inhalt, bann war die erteilte Antwort doch recht schwächlich. Dem Abgeordneten Dr. Stresemann will ich noch nriltcilen, daß Graf HoenSln'oech im Jahre 1903 in Chem- uch für die Nattonälliberalen kandidiert hat. fGrosie Heiterkeit,)

Die Krie^steuern und der HarrsbftlLpLan werden darauf dem

HaubtauLschusi überwiesen,

NLhste Sitzung: Dien St atz, 80. Marz. Der Präsident erHM die Ermächtigeng, gegebenenfalls auch fiÄher eure Sitzung anKnbereruMen.

Schüch gsge» 7 Mhr.

Leistungen der Heimat für das Zeldheer.

Boi der Eroberung über die Ermährurlgsschlwieriaveitzen im Lande rmd der geübcen Kritik wird vielfach übersetzen, dasi wir nicht nur unsere ZiwlbevÄkermrg und etwa li/s Mftliouen Gefcmgenc zn ernähren, sondern daneben für ausreichende Beköstigung unseres Mllioneuheeres M sorgen haben. Iin .Kriege gilt der Grundsatz: Erst das Heer, dann die Zivilbevölkerung. Welche Mengen MchrungsmiVel aber unser Hser bedarf, und welche Erfordernisse die Zufuhr dieser Berpfl'egungs'nrittcl an unser Vsrkelirswesen stellt, davon haben die breiteslan Kreise keine rechte Vorstellung. Einige Zahlen aebeu uns darüber ein Bild. Diese Zahlen baveisen uns aber auch gbeichtzeitig, dasi der Bedarf für das Heer mit der Dauer de? Krieges fortgesetzt getvachsen ist: und noch wachst.

Iw ersten Kriegsjahve, also vom 1. August 1914 bis Ende Juli 1915 wurden ins Feld gesandt: 388 539 Tonnen Mickuehl. ün zweiten Kriegsjahr, von Anfang August 1915 bis Ende Juli 1918 dagegen 795006 Tonnen. Das Speisemohl ist dabei nicht einbegriffen. DaFu Lommsen noch in den beiden ersten Kriegs« jahren 40875 Tom kan Zwieback, die aus der Heimat nachgeführt wurden. Fleisch und Fleischikouserven ausschliesiLich lebendem Bieb und FisclOonserven wurden nochgeführt tm ersten Krisgsjahr 94 965 Donnen (im ^Brüten DriegsjaHvck 159 170Domreni, Salzheringe 107 Tonnen (18 686 Donnen). Dazu kommen noch große Mengen frische Salp,- und Rcttvck-erfische. Reis 17168 Tonnen (28 881 Tonnen. Graupen 8 116 (16 598 Tonnen), Grütze 3 892 Tonnen (11177 Dmmen), Griesi 3 872 Donnen (10 620 Donnen), Erbsen und Bohnen 33 028 Tonnen (49107 Tonnen), Nudeln 8153 Tonnen (21 839 Donnen), Backobst 8 139 Donnen (16 627 Tonnen), Sauerkohl 15 555 Donnen (20146 Tonnen), Gemüse (frisches, Kmlserven, Schnittbohnen) 31 803 Donnen (45 865 Tonnen), .Kar­toffeln, aussthl'ieM'ich 5t'artoffelflocken und Türrkarloff'eln 39 657 Tonnen (246 120 Donnen), Käse 22 239 Tonnen (35 664 Donnen), Butter und Schmalz 26 658 Tonnen (31906 Donnen), Marmelade 5 731 Tomren (66 410 Tonnen), Kaffee, Tee und Kakao 28 742 Tonnen (54 431 Donnen), Zucke? 19 586 Tonnen (51117 Tonnen), (Salz, Pfeffer, KÜuvmtel, Senf usw.) 28 022 Tonnen '60 687 Donnen). Daneben wurden noch grvsie Näengen Linsen, 5>aser--^und Gersteflocken, Grünkern, Sago, Hirse Wurstkonserven usiv. für das FelÄjeer bei Egt. IM ersten Jahre gingen allein an Zigarren 1 461 578 000 (im zweiten Kriegsjahve 2 767 850 000) und an Zigaretten 1418 386 000 (2 740 778 000- also insgesamt in den beiden ersten Jahren beinahe 8i/o Milliarden Zigarren und ^)igar«ich«n an die Front. Dazu kommen in den beiden ersten Jahren rund 9000 Donnen Rauch-, Kau- und Schnupftabak. Daneben bekam unser Feldheer mi Ertränken (Wein, Frucht safte, Mineral umsser, Ruin .Korgrak) 668 472 H>rcktoliier im gleichen Zeitraum! aus der Heimat. Das Bier ist in dieser ZnU nicht einqersck),n!et. Anstn-dl-m wurden 930984 Rinder, 573 321 Hammel und 1 035 159 Schweine dem Fekdheer aus der Heimat «nr Verfügung gestellt.

Au Rand- und -^chweim-flkisch bsnötigt H«er und Marine im erster Vierteljahr 1917 y 6 der Gesarutnveugie, die insgesamt der versorguu-Bberechttg^en Bevölkerung zrur BerMpmg g-esEt UE-rdei, konnten. Wetter bezieht Pas Hiser etwa 30 Prozant des Brat-

geikvoLdeß, dtzS «Ag^amr dar txxfa^mtfSbattdtisfiOL Dr E ke rmtg veradsvlgt werden kann.

Rechnen wtt hirpM mich in den beöden ersten Jahvar einen

Nachschub von über 3 Millionen Tonneil Hafer und beinal)c 2 Millionen Tonnen Ersatzsuttermittel und Stroh, dann kürmeu wir cttoa ermessen, was für Transportmittel dafür erforderlich sind.

Es wird rms noclil klarer zum Bewusstsein kommen, wenn tott fcststcllen, dasi znm Transport der gesamten Mengen (ochre dos lel«che Vieh icnd die 8V2 Milliarden Zigarren und Zsim'vetdeni allein 800 000 Eisen da lmwaggous notwendig waren.

Neben den Berpflegungsmitteln bedarf aber das .Heer nach mrgehk-irerer- Mengen Gesästitze, Geschosse. Ersen, Holz. Stachel- draht, AusrüstimgSgegenstünde mv> dergleichen. Das ÄuSwechseln von Truppen., das ^transportieren der Kranken und Verwundeten, der Nachscliftch neuer Tru).rpeu nimmt unsere Derkelusmittel eben falls in einem fortgesetzt steigenden Masse in Ansprrrch, so dasi es zlil verstehen ist, loenn Stixkungen im.Inlande und damtt Schwierige leiten m der Lebensnntbel Versorgung ein treten. Im ersten Kriegs lahre Ixitten wir ein EKbiet von nur 540000 Quadratkilo Mieter zu befahren, dagegen jetzt mtt dem besetzten Gebiet etwa 1 Million Q uadratckilometer.

Obige Zain an bewei^feu aber nicht mrr, welche Anforde­rungen an die Transportmittel gestalt werden, sondern anch welche Riesenmengen von Mahr ungs Mitteln dem Heere aus dem Lande zUgefül/rt werden. Dabei sind die grosien Mengen Marketeriderwaren und was in Form mt Liebesgaben Paketen dem Heere zugeht, nickst einmal eingerechmü. (Ä»enso das nicht, was die Trichpen aus dem eigenen besetzte?!: Gebiet beziehen. Im dritten Kriicgsja.hr ssitd die Ziffern noch gelvachsen. Und dasi das Heer Mich für die ZuÄmft Vorsorgen und Vorräte als Reserven aufsp^ichern raufe, tauchtet sicherlich jedermann ein. Diese Gesamizusammenhänge nrüssen beachtet und bei der Bettachtimg der Verhältnisse in der Heimat mtt in Rechnung q-v- stellt locrden. Tann wird man nicht nur vieles besser begreifen und verstehen, sondern es wird auch den brettesten Schicksten klar, )vas die .Heimat für das Fe ll>heer leistet. _

Arrs Stadt «nd Land. \

Dießen. S.^Mrz ^917.

Lebensmittelmarken. \

Für die Zeit vom 5. bis 11. Biärz 1917 haben nach­folgende Lebensmittelmatten Gültigkeit:

Brotmarkerr der 10. Woche, gültig vom 5.11. März 1917 Buttermarken 10. a 5.-II. , »

Fleischwarken , 10. 5.11. , *

Kartoffelnrarken 9 10. 5.11. r

Zuckermarkeir Nr. 8 und 9, gültig bis 31. März 1917. Seifenmarken für den Monat März.

Ein Uurtansch verfallener Marken findet nicht mehr statt; ebcufo wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt.

Geschäftsstnnden des Stadt. Lcbensmittelamtes von 912 Uhr vorm., 24 Uhr nachm.

Sonntags 1012 Uhr vorm. Markenausgabe für Urlauber.

** A m t l i ch e P e r s o n a l n a ch r i ch t e n. Der G roßh erzo g hat am 28. Febr. d. Js. die Fiunnzaspiranten Leonb. R e i b l i n g aus Nieder-Wöllstadt, Gg. S e \ p aus Neinheim und Joachim Kronenberger aus Ebersheim zu Hauptsteueramtsassistenten, sowie den Finanzaspiranteir Franz Peter Keim aus HechtSheim zum Steuereinnehmer des Steueramts Pfungstadt ernannt. Der Groß Herzog hat durch Ensichließang vom 21. Februar dem Kanzlisten bei derOberrechnungSkainmer Friedrich H aus Anlaß seines 50jährigen DienstjubilärrmS die Krone zmn Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

" Auszeichnungen. Jager Emil L ö f f e r t der 4. Kom­pagnie des Großh. Mecllenb. Res -Iäger-Batls. Nr. 14, Sohn des Matrosen Gotthilf Hob aus Giesien, erhielt die Hessische Tapier- keitSlnedaille. Der Landsturmmaun Karl K u tz e r aus Gießen, im akt. Ins.-Rgt. Nr. 87, wurde mit dem Eisernen Kreuz aus­gezeichnet, nachdem ihm schon im Herbst 1916 die Hessische Tapfer­keitsmedaille verliehen wurde.

**Grvßherz-og-Ernst-Ludwig-Jubiläums- Stiftung. Eine vorlliufige .Feststelluarq ergibt, dasi in der Sbadt Gießen 103 900.48 Mk. eingecprnge'n sind. Dcunotter befindet sich der Beitrcvg der Stadt Gießen. Trtrt 4500 Mk. Das vorläufige Ergebnis der Scmunlrmg ru der JubMuinsstiftftNtz stellt sich im Kreise Gießen demn«ch wie folgt: Spende des Kreises Gießen 4000 Mk., Spende der Stadt Gießen 4500 Mt., ErnZel^eichnungen crus der St-adt Gießen zuftrmmen 99 400.48 Mk., EiTt^elz-eich- uungen Mls den Ümr dg e mein den des Kreises zusammen 94 515.73 Mk. Hiernach) Gesamtergebnis 202 416.21 Mk.

** Ev. Gottes d ien st. Da die Witterung milder geworden, finden vom nächsten Sonntag, 4. März, ab wieder (Gottesdienste in den beiden evangelisthen Kirchen (der Stadt- irnd Johanneskirche) statt; auch beginnen die Pafficms»2lndachten (Kriegsbetstunden) wieder und zwar Mittwoch, den 7. März, abends 8 Uhr in der JohMmes- krrche.

** D kke HarvS'hialtr§ngsschule des Aliceschul- Vereins schloß am 24. Februar den Winter kur sus mit eurer praktischen mib theorettsckwn Prüfung der Schülerinnen ab, der außer den Vorstandsntttgliederl: auch Angehörige der Schüler ümen beiwohnten. Ter Som^nerkursns beginnt am 12. März, ottn 1 gleichen Tag nehmen auch die Kock^-, Weisi^eug^, Handarbeits-, Schneider­und Bügelkurse ihren Anfang.

** Die Surnmlung von Alt-Material rmrsite wegen Mangel an Fnhrtverk und Arbeitskräften leider längere Zeit eingestellt werden. Jetzt ist es uns endlich gelungen, die SckstvrerigVeiten zu beseitigen. Von nächstem Montag ab soll mit dem Einfahren wieder begonnen wer­den, wobei die drrrch die Schulen mrgemeldeten Vorräte gleichzeitig abgeholt werdeil sollen. Das Rote Krenz ist dankbar für Alt-Material jeder Art. wie Papier, Pappe, Lunchen, Flaschen, Krüge, Blechbüchsen, Körte, .Knochen, Blei, Messing, Zink usw. Es »vird wohl nmncher Hausfrau lieb sein, geirrde jetzt vor Begirm des Frühjahrsputzes, die entbehrlichen Gegenstände aus dem Hause geben zu kännen. Für die nächsten 14 Tage ist in Aussicht genchn" men, in dem Viertel: Marburger Straße, Ost-Anlage, Moltkestvafie, Kaiser-Mee einzusammeln. Alle 2 Wochen sollen die Straßen, in denen die Sammlung erfolgt, drlrch die Zeitung bekMmtgegeben werd-cm.

** Schutz den Haseln u ßblü ten! Hält die mil­dere Witterung einige Zeit cnr, so sprosterl die ersten Früh- lingsblüten, wie Schneeglöckcksttl, Bellchen, hervor. Die Weiden l>edecken sich init oear silbergrünenKätzchen" und an den Hasebrrußstrittlcher>i hängen dieRaupen". Gerade diese beiden letzteren Frühliirgssprosseri werden in jedem Iachre birschelweise abgebrochen. Man bedenke doch, daß durch da§ 91bbrechen der .Haselnußblüten viele tausend (Zentner der kostbEir Haselnüsse verloren gehcnr Jeder,- falls fällt das Abbrechen der HaseLnußblüten docl) anch unter das Verbot des^Mreißens blühender oder nnt Frück)- ten behängener Obstbanmzweige", das die Behörde im ver g>angenen Jahre erließ.

Schwarz -Weiß-Theater, S e l t er L w e g 81. Im Programn» vom Samstag, 3. März bis einschl. Montag. 5. Marz wird aufgeführt ein tzwstsptel der beliebten Künstlerin Asta Nielsen in dom patriotisch-'nimischen Schauspiel ,8 1" llnter Mitwirkung eines Zeppelin-LuftfckriffeS. 9l»rsierdenr ein pikante« Lustspiel ,E n d l i ch a l l e i ii* in 3 Akten, sowie ein gntes Beiprogramm.

Landkreis Wietze«.

** L e t h g e st e r n., 2. März. Die HauSsammlung für die I u b i l ä u m s st i f t u n g in hiesiger Gemeinde bat den ansehn­lichen Betrag von über 600 Mk. ergeben.

tt. T r e i S a. d. Lda., 3. Marz. Bei der Sammlung für die Großherzog Ernst-Ludwig - IubiläumSfvende gingen dahier 2o4,2b Mk. ein, dieselbe Sunrme wie für die Ostpreußenhilfe. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 10. Februar der von hier gebürtige Erjatz'Rescrvist beim Jnt.-Rgt. 9lr. 57 Leopold Weh­ste i n, wohnhaft zu Dttinster i. Wests., nachdem er kurz vorher mit dem Hessischen Chrenzeichen für Kriegsverdienste ausgezeichnet ivorden war. Außer ihm sind drei Mann, die hier geboren, aber nach auswärts verheiratet waren: Peter Preis zu Daubringen, Heinrich Oppen zu Barmen, Johs. M n h l zu Staufenberg. Zum Unteroffizier besürdert wurde der Gefreite Wilh. Kehr vom Res.-Ins.-3tgt. Nr. 88, zuin Gefreiten der Scharfschütze Ludw. Lein­weber. Die Hessische TapferkeitSmedaille erhielt der Wehrmann Ludw. H o f m a n n beiin Pion -Rgt. Nr. 25.

Gtarkenburg und Rhlinhesseu.

ch. Aus R hein Hessen, 3. März. Der erste Teil des Fe> vruar n«r den Arbeiten in den Weinbergen mcht besonders güifftig, dock, lresi scch dafür der letzte Teil recht günsttg an. Hinsichtlich der Tnngung der Weinberge, wobei vor allem künstttä^er Dünger zur BenvenAMg gelangte, da Stalldünger sehr teuer ist, wurde und wird nock viel geban, und auck> der Resifchnitt tmrrde in der letzten Zert wesentlich gefördert. Das Holz der Neben erweist sich im all- als gilt im Stande, gesund und vom Froste nicht ge^ schädigt, abgesehen von Kleinigkeiten, die nicht in die Wagschale .Geschäftlich ist imnoer Leben. Fortgesetzt komntt es zu Vertan sen. Br^ahlt wurden in der letzten Zeit für das Stück 1916er Wersiweul in der Alzetzer Gegend, dem Sprendlinqer Bezirk, rm Salzvale, überhaupt der inneren Provinz 24002600 Mk., in d« Gegend von Oppenheim iuü> Nierswin 27003000 Mk., für das Stück 1916er Itovnein in der inneren Provinz 2850-3000 Mk., 1915er Weißwein 30003400 Mk.

Görsen-Wochenbericht.

= Fran kfurt a. M., 2. März.

Große Zurückhaltung gab auch in dieser Woche wieder r tL rkehr der Bürst das Gepräge. In der Haupt-

!ache fmdet sie ihre Erklärmig darin, dasi wir uns vor der letzter! entscheidenden Phase des Endkanrpses befinden, dxn besttmmt ist,- unseren Sieg zu einem vollständigen ?u mack/en und die Gnmd'- lagen für den den sichen Frieden zu schaffen. F-ern,er veranlaßt aller- dmgs mich der deittsch^amerikanische Konflikt noch immer die Spe kulation, eine abwartende Haltting einMnelymeu. Tie Verband- < langen des Reichstages, insbesondere die mir Genugtuung arifge nommene Rede des Reichskanzlers blieben ohne bestnderrrr Ein^ sluß, wenn auch die allgenreine Sttmmung arrgesicksts der Zuver ^ srcht, dasi unsere Kttegsla^ nichts zu wünscl/en übrig läßt, als vor- wregend fest bezeichnet werden kann. Bezüglich der neuen Steuer--' re form, inÄesondere der Kohlen- rmd Verkehrs heuern, ver^ kennt die Börse nickst, dasi die MgemeirrlMt vorr ihnen recht enrp- findlich getroffen werden tvird, ziimal die Erfahrung lelyrt, daß die Folgen solcher auf den Konsumenten Nbgcwälz-ten Steuern regelmäßig eine Berteu-errrng der Produktion bringen. Trotzdenr^ ivurden auck^ diese Steuern sckstresilrch ohne Widerspruch hmge-- > nommen, weil es eben gilt, über die Schwierigkeiten hiwvegzukom men, die dem Reiche durcki den Weltkrieg erwachsen. Dazu gekört vor allem, daß die Verzinsung der ziriegscmleil)en von vornherein Mif eine^ gesicherte Basis gestellt wird. Anregimgen für das Vörsengesckäst konnten natürlich ühi' den neuen Steuerproiekten nütrt ersließen, weil es niäjt sehten kann, daß die Effektsenbcsitzer BetrackTtrmgen darüber anstellen, welche Wirkungen alle diese Neu belastuugen^au^ die Rentabilität' der Mic^e soll schäften haben ;verden. Alle Dividendensbeigerungen von Jndustriegesellschaften ginger: ebenso spurlos am Markte vorüber, wie die Bauk- a b s ch l ü s s e , obwohl diese duvckKveg erkennen ließen, daß di« Jnstttute fast in dem gleichen Umsange., wie die In-duftriegesell schäften aus der Kriegskonjunktnr Vorteile gezogen haben. Bank­aktien lagen fiernlich fest, aber ohne besondere Anregung. Das Geschäft bes<bräirkte sich überhaupt mrr aus einzelne Spezialitättnr des In du strieakticnmarktes, wo besorrders Rüstungs- werte, trcke Rheinmetall, Deutsche Waffen, Loewe, Dynamit, Mun°- scheid, Stahliverk Oekirig urrd Weyersberg bevorzugt tvaren. Auch» Augsburg-Nürnberger-Maschmen, Paüksch, Eßlingen, Mainzer- ^ Gasappaixrl, Mer und Oppenheimer Leder und Gebr. Fahr wrndeit! lebhaft umgesctzt. Montanpapicrc lagen ruhiger, nur Georgs Marienhütte tvaren begünstigt. Schiffahrtsaktien waren gedrückt. Deutsche An leiben blieben behauptet. Die Einz>Ä heften für die Ausgaben der sechsten Kriegsanleihe stehen noä, nicht fest, doch verlautet, daß neben dem bewährten bisherigen Lyvus eine 5°/oige amortisable s?lnleihe, die mit einem Aufgatd zur Rückz-aUung komnwn ivürdc-, fest in Erwägung gezoaen sei. Von fremden Staatsanleihen waven Russen imd Japaner schwächer, türkische 28erte gefiagt ,md sicher. Geld war sehr flüffig. Prir«t- diskont 4 o/o.

Mechttche N«»«hrichte«.

Evangelische Gemeind«.

Sonntag, d e w 4. März, Reminiszere. Gottes- d i e n st. 3n der Ltadtlirche. Vorm. 9'/, Uhr : Profesior 0. Sch i a n Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Abende 6 Uhr: Pfarrer Mahr. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. Anmeldungen iverden vorher bei dem Pfarrer jeder Gerneinde erbeten. In der Johannerkkrche. Vorm. 9X Uhr: Pfarrer ?! u s f e l d. Vorm. 11 Uhr: Zttudcr- kirche für die JohanneSgenreinde. Abends 6 Uhr: Pfarrer V e ch° tolsheimer. 2lbdö. 8 Uhr: Bibelbesprechung. - Mittwoch,, den 7. März, abds. tt Uhr: PafsionSandacht (Kriegsbetltunde). ^ Pfarrer Be ch tolsheimer. Am komineuden Sonntag wird! in allen Gottesdiensten eine Kollekte für die evangelische Geineinde Gros^-Steinbenn erhoben.

Kirchberg: Sonntag, den 4. März. vorm. 10 Uhr.

Mainzlar : Sonntag, den 4.März, nachm. 1 1 / 9 Uhr Daubringen: Aitttwoch, den 7. März, abds. 8 Uhr: Kriegsbetstnnde. Dekan G u ß m a n n.

Uatholische Gemeinde.

Gottesdienst. S a n» s t a g , den 3. M ä r z - Nachm. 5 Uhr und abds. 8 UhrGelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, den 4. M ä r z, 2. Fasten- So nnta o. Beginn der österlichen Zeit. Vorm. 6*/, Uhr Ge­legenheit zur heil. Beichte. 7 Uhr: Hl. Messe. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. 2tachuu 4*/, Uhr: Jungsraueukougregation. Nachm. 6 Uhr: Christenlehre: daraus Passions-Andacht.

Dienstag und Freitag abends 8 Uhr ist Kriegsbitlandacht.

Diaspora-Gottesdienst am 4. Mürz: In Lanbach 7V 3 Uhr. In Ltch 9*/ a Uhr.

~- J - ' -. --

Beurlaubung von Mannschaften zu landwirtschaftlichen Ardeitey.

Die neuerdings vorgeschriebcnen Vordrucke sind fertigqestellt und zu beziehen durch

vriihl'sche Universitäts-Druckerei vertag des Giehener Anzeigers.

Vordruck A: ««KLLÄ LKLL^»"'-

Vordruck v: im Ei»zklvkrla«f 18 Pfg.

Vordruck L:

M. 1 . 1 «, tm Etlr»otverkauf 5 Psg^

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