Ausgabe 
29.3.1917 Erstes Blatt
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wird dafür im ÄSvirnement das LustspielGoldfische"

gegeben.

** % cx zweite Avsnb zur Besprechung religiö- »erfragen, veranstaltet von der evangelischen Gesanrtgemernbe Aetzen und denEerhessischen Verein für Innere Mission fand am Dienstag. 27. Marz, im Saale der Mcrrkusqemeinde statt. Prof, l deliandelte das Thenra:Tie Schuld am Krieqe imd

Wotr. Er bespmch dabei vor allenr zwei Fragen: das Verhältnis der lmzirciselhaft vorhanden«,: menschlichen Sächld am.Kriege zu der Welttegrernng Gottes und die Be.nrttilnng des Krieges als gottlos Gcncht über Tnenschliche Sünde. Bei jeder Untersuchung der schuld am Kriege wollte er die gesckiick^tlich-pvl itische Be­trachtungsweise von der sittlicki^religiösen geschieden missen; Mo von emer schuld im ersteren Simm nicht die Rede sei, könne doch von eurer solchen im tieferen Sinn geredet werden. Ader das Urteil darüber darf nicht irr rasch,fertiger Entscheidung gefällt werden: das Urteil anderer wird überhaupt inrmer fehlgreifen:, drer kommt es schließlich auf ernste Selbstbenrteilung von Gott an. '.re ausführliche Aussprache über die Gedanken des Vortrags wurde von Pfarrer Schwabe geleitet' allster diesem selbst be­teiligten sich an ihr. z. T. wiederholt, L-audgerichtsttt Reuen- vagen .Pfarrer Mahr, Lelirer Habicht, Pfarrer Adolph und der Vorttagende. Tiefe Besprechungsabende. zu denen alle M ärmer der evangelischen Gesamtgemeinde willkommen sind, sotten nach Ostern fortgesetzt werden.

** Vaterländische Feierstunde. Rach geraumer Zeit war es möglich, den Rekonvaleszenten der Giestener Lazarette durch eifrigstes und erfolgreichstes Bemühen der hiesigenHöh. und Ettv. Mädchenschule eine erbauliche Abwechsellmg zu bereiten. Was das reichhaltige Programm aus dem Reiche der Poesie bot, wurde sowohl denr Ernste der Zeit, als auch dem berüchtigten Humor unserer Feldgrauen gerecht. Tie durchweg vorzügliche Vortragslveise legte beredtes Zeugnis von aufopferndem Fleiste ab. Ueberaus ergötzlich wirkten die Gesangs Vorträge, deren Ausführung denr Hörerkreise das günstigste Urteil und lauten Beifall abzugewinnen wußte. Tie Instrumentaltrios waren sehr glücklich ausgewählt, io daß ihre sorgfältige Ausübung zur völligen Zufriedenheit der Anwesenden führte. Ten gütigen Spendern der zahlreichen Zigarren wurde natürlich der aufrichtigste Tank der Beschenkten zuteil. Hoffentlich bleibt der Wunsch des danksprcchenden Feld­grauen, dast die gleiche Feier nach Ostern bei zahlreicherem Er­scheinen der Eingeladenen stattfindet, eine gründliche Bekannt­gabe der für dse Veranstaltung festgesetzten Zeit in den verschiedenen Lazaretten vorausgesetzt, nicht unerfüllt. Tie sichtliche Teilnahme und rvalnstc-Freude am Dar gebotenen bewies, welche frohe und er­bauende stunde man den Verwimdeten bereitet hatte.

** Gewerbeschule. In dieser Woche fand unter dem Vor­sitz des Großh. Banrates Herrn Becker und je einem Vertreter der Grvßh. Zeittralstelle und Handwerkskammer in Tarmstadt die Abgongsprüfung der Bauabteil,mg statt. Es bestanden die Prüfung: Karl Höchst aus Bein-Rechtenbach, Marttn Hvfmann aus Gießen, August Loh ans ^Tu 1 enhofen, Wilhelm Rompfaus Lang-Göns, Otto Schnickmann aus Klein-Linden.

**StempelerlaßausAnlaßderMobilmachung. Das Großh. Ministerium der Justiz hat unterm 28. August 1916 folgendes Ausschreiben an die Großh. Amtsgerichte und Rotare erlassen: Der Landesstempel fstr Urkunden, Zeugnisse und Ein­tragungen in das Grinchbuch, die a u s s ck<l i c st hi ch zu dein Zwecke aufgenommen, erteilt oder beanttagt werden, um Geld zur Beteiligung an einer Kriegsanleihe zu beschaffen, insbesondere des Stempel für die Errichtung von Hypotheken undGrundschulden zu dem gedacksten Zwecke, wiird auf drei Monate, vom Tage des Ein­trittes der Sten,pttpslicht an gerechnet, mit der Mastgabe gestundet, daß Ausfertigungen, Mscbriften und Auszüge erteilt, Bescheinigun­gen über deren Inhalt ausgestellt und überhaupt alle Rechtshand­lungen vorgenommen werden dürfen, die zur Erreichung des Zweckes 'rsorderlich sind. Wird innerhalb des vorgenannten Zeitraums dem Gericht oder Rowr die Beteiligung an der Kriegsanleihe in dem angegebenen Umfange nachgelttiesen, so wird ans Vorlage der nrstandcnen Verhandlungen von uns der gestuirdete Stempel er­lassen werden. >

** I m Lichtspielhaus, Bahnhosstraße, tritt beute zum letzten Male allen drei Vorstellungen des großen Filmwcrkes ..E s w e r d e L i ch 1 " der Hauptdarsteller, Bernd A l d o r , per­sönlich aus und faßt in kurzem Vortrage Sinn und Absicht der Filmvorführung wirkungsvoll zusammen. Der Besuch der Vor­führungen kam: jedermann zur Aufklärung nur empfohlen werden.

Landkreis Gießen.

Np. Vom Lande, 29. März. Durch die Vorträge, die über­all in den Ortschaften über unsere Wirtschaftslage und unseren volksivirlschastlichen Reichtum gehalten und durch Licht- und gra­phische Bilder zur Anschauung gebracht werden, kommt eine wün­schenswerte, segensreiche Klarheit über die sechste Kriegsanleihe an den Tag. Tie gefährliche Meinung, wenn man keine Kriegsanleihe <eich.net helfe man den Frieden fördern, weicht dem Lichte, das Auf­klärung bringt und aneisert, nach Kräften in den Dienst des Vater­landes zu treten. Auch die sechste Kriegsanleihe läßt einen vollen Erfolg erhoffen.

** Bellers ha?.n, 28. März. Von den hiesigen Volks­schülern wurden bis jetzt zur sechsten Kriegsanleihe 2000 Mark gezeichnet. !

-s- Bersrod, 28. März. Gestern abend hielt Lehrer Wals im Schulsaale, der dicht besetzt war, einen Vorttag überLebens­mittelversorgung und Landwirtschaft." Rach dem Gesang des alten LutherliedesEin' feste Burg ist unser Gatt" behandelte Redner in 5 / 4 stündigem Vortrage die Schwierigkeiten der heutigen Versor­gung unserer Bevölkerung mit den wichtigsten und lwrwendigsten Lebensmitteln, wie Fett, Brot, Kartoffeln und Fleisch. Anch auf die Genußmittel kam er zu sprechen. Immer wieder betonte der Redner, wie notwendig es sei. unseren schwer arbeitenden Industtte- arbeitern, besonders den bei der Munitionsherstellung beschäftigten, das Unentbehrlichste durch, eigne Einschränk,mg zu kiefern und nun bei den kommenden landwirtschaftlichen Arbeiten jeden Nerv anzu- ipannen, damit es nicht heiße: Die deutsche Landwittschaft hat die Schlacht verloren. Mit dem LiedeDeutschland über alles" schloß der Abend.

i. Ettingsha usen, 28. Marz. Gefreiter Carl Görnert, Sohn des Heinrich Görnert I., erhielt die Hessische Tapfeckeits- medaille.

a. Göbelnrod, 29.jMärz. Für die sechste Kriegsanleihe imirden von den Schulen der Gemeinden Beltershain und Göbeln­rod im ganzeir 1969 Mk. gezeichnet: hiervon kommen auf Belters­hain 971 Mk., ans Göbelnrod 998 Mk. Gewiß ein sck^ner Beweis echt vaterländischer (>>esinmmg. Auch unter den Erwachsenen beider <Umwinden sind bereits scholl recht ansehnliche Beträge als Kriegs­anleihe gezeichnet worden.

BG. G r o ß e n - B u se ck, 27. März. Heinrich Volk, Sohn des Weichenstellers Chttstoph Volk, welcher bei einem Infanterie- Regimeiit im. Osten stecht, wurde mit der Hessischen Tapferkeits­medaille ausgezeichnet.

2 Stein heim V. Hurigen, 28. März. Mit der Hessisck^u Tapferkeitsmedaille ausgezeickmet wurde der Fal-rer Otto L a n g, in einem Feld-Art.-Ragt. Dieselbe Auszeichnung erhielt der Land- stlirnrnrann W. Hofmann. Beide stehen schon seit 1915 iw Felde.

Kreis Büdingen.

# Büdingen, 29. März. Der Fuß-Attillettst Gefreiter Hüter erhielt das Eiserne Kreuz.

, rba ch, 29. März. Hier starb im 84. Lebensjahre der

Pächter des Hosgrttes, Amtmann Heinttch Kling.

Kreis Alsfeld.

ff Rainrod, 29. März. Rach schwerer Verwundung starb in einem Feldlazarett im Musketier Heinrich Schnablel.

Kreis Schotten.

O Schotten, 28. Rtär^ Im hiesigen Rathaussaal sarü) gelten: unter dem Vorntz von Oberregierungsrat Muhl eine aus allen Teilen des Kreises stark besuchte Versammlung der Ver­trauens,nänner lind Vottragsredner für die sechste Kftegsanleiho statt; viele Pfarrer, Lehrer u,ü> Bürgermeister waren ersclüenen- auch Landtagsabgevrducter Forstmeister Dr. Weber hatte sich ein­gestellt. Rach Austausch der bisher bc: der Auftlärnngs- uud Werbe­arbeit gemachte,: Erfahrlmgen gab Gerichtsassessor H a r t n<a n ü.

von Tarmstadt in längeren Ausführungen wertvolle praktische Winke für die Werbetätigkeit. Eine lebhafte Aussprache schloß sich an. Tie Versammlung wurde geschlossen in der festen Ueberzen- gung, daß auch diesmal das gesamte deutsche Volk seine Pflicht tun und sich mit seinem Geld in eiserner Entschlossenheit hinter das kämpfende Heer stellen werde.

4j-Bobenhauscn,29. März. Im dichtbesetzten Schulsaalc sprach Lehrer Karl Lin ck-Rudingshain über Deutschlands witt- schastlrche und ftnanzielle Größe. Mit gespanntester Aufmerksam- knt lauschte man den von begeisterter Vaterlandsliebe getragenen Worten.

** Freienseen, 28. März. Oberanüsrichter Z immer- N: o n n aus Laubach hielt an der Hand von Bildern dahier euren eingehenden Vorttag i'iber de,: Hochstand der deutschen Jndusttie im Vergleich zu dem .Handel unserer Feinde. Mil lebhaftem Tank antwortete ilM die Vcrsanrmlung; voraussichtlich wird sie ihn auch itun^bei den Zeichnungen der Reickzscrnleih'e durch die Tat beweisen. Für die I u b i l äu m s s pen d e gingen 78 dRark ein; dazu kommen die nicht nnbeträckstlichen Gaben, welche vorher von auswätts bei einer Reihe wohlhabeirder Familien gesammelt wor­den waren. Ter Hindenburgspendc gingen unentaeltlich zu; 31 Pfund Törrobsh 2 1 /- Pfund Butter, 216 Eier, 1 Pfund Wurst. Ebenso gingen in eme Tarnistädter Kriegsküche kürzlich 136 Pfund Dörrobst. lieber Ostern sind für Gießener Fettenkinder 15 Fa­milien angemeldet. Job. Rohn erhielt zur Hessischen Tapfer­keils medaille das Eisen:e Kreuz.

8 Herchenhain, 29. März. Ten: Ücüchsturmmann August Oechler wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen.

ö. Lau buch, 27. März. Tas Sckiuljahr l916/17 des Ghm- nasiums Fttdettcianim: geht nun zu Ende. Die Leitung stand unter Herrn Direktor Henk. Rach dem Jahresbettcht wurde das Gymnasium von 92 Schülern besucht. Tie Schlußzaht bettug 72. 11 Lehrer erteilten den Unterricht. Außer der Kriegsreifepttifuug am 24. Juni waren anläßlich der Siege an: 31. Mai und 7. De­zember nur 3 Sttrnden frei. Tie Wc^hnachtsfetten wurden <ru ; Anordnung Großh. Ministeriums des Innern bis zum 16. Ja­nuar verlängert. Das Turnen fand im Saale des Solmser 5)oses statt, da die Turnhalle auch in diesem Jahre ivreder mit Getreide für den Kommimalverband belegt ist. Tie Spaziergänge waren meist mit den: Sammeln von Bucheckern vcrb::nden. Nn größerer Ausflug fand mit 14 Schülern in den Vogelsberg statt. Weitere derartige Unternehmungen mußten mit Riicksicht aus die jetzige Zeit unterbleibe,:. Die Schüler beteiligten sich auch an der llnter- stützung vaterlärwischer Zivecke, wie bei der Volkszählung usw. Tas neue Schuljahr beginnt am 16. April.

up. Aus dem unteren Vogelsberg, 29. März. Der März geht zu Ende, und der Wirtter rvill nicht weichen. Die alten Schncercste waren ,wch nickst an Rainen und in Hohlwegen ver- schwimdcn, da setzte vorgestern der Winter noch einmal von neuem mit Macht ein. ^ Eine fast sußhol)e Schneedecke ,'iberzog den Boden. Aber dieser hoffentlich letzte Schneefall im Frühling hat für die Saaten großen Nutzen. Diese hatten bisher unter zwar mäßigem, aber freiem Frost gelegen. Durch den Schnee vermochten sie ttichtiu auszuziehcn; sie stehen jetzt viel crfrisckstcr da wie v'orher.

Kreis Friedberg.

O. Bad-Ra n heim, 29. März. In der gesttigen Stadt- Verordnetckn-Versamnilung wurden für die 6. Kriegs^ anleihe einstimmig 10 000 Mk. zu zeichnen beschlossen. Einem Gesuch des La:ü)wirtschaftlichen Lokal Vereins Folge gebend, wird die Fottführung der städtischen Schäferei die im nächsten Jahre ausgelöst werden sollte bis 1925 einstimmig beschlossen. Die Lieferung der Gaskohle für das kommende. Vierteljahr wird deck Firma S t ö ck L F i s ch e r in Bingerbrück übertragen; die Kohlen­preise sind gegen fttcher bedeutend ft: die Höhe gegangen. Der Ortsgruppe des Roten Kreuzes wird für Untersttitzungszwecke für die Zeit von April bis einschließlich September des lausenden Jahres ein Zuschuß von 12 000 Mk. bewilligt. Jwder Haupt­versammlung des Obst- unjd Gartenbau Vereins, der 210 Mitglieder zählt, hielt Herr Crortherger vom Verband für Kleingartenland, einen sehr lehrrcick-en, aus kleine Verhältnisse Rüch- ftcht nehmenden Vorttag iiber die Streckung des Saatgutes der 5lartossel. Von allen empfohlenen Mechoden hielt Redner das Zer- tnlen der Kattoffel sin der Mitte durchschneiden» für den Klein­gärtner am votteilhaftestei: :md am leichtesten ausznführen.

** Oppershofen, 27. März. Am Sonntag nachmittaa hielt Rechtsanwalt Schröder aus FriedberF einen Vorttag über die jAufgaben der Heimkrieger in BeMg ans die neue Kriegsan­leihe, worin der sehr bekannte Rvdner die Notwendigkeit des Zeich­nens der Kriegsanleihie sund die ^Verwendung der bewilligten Mittel einer sehr zahlreichen Vmammlung darlegte. Daran an- schließenh gab Bankvorstand Lavve aus Butzbach einige interes­sante Zählen über die deutsck^ Wirtschaftslage sowie über die aufliegende Kriegsanleihe bekannt. Bürgermeister Schmidt dank­te den beiden Rednern in warmen Worten und ttchtete an alle Zuhörer die Auftorderung, auch in Oppershofen alles zum Ge­linge,: der Zeichmmg beizutragen.

** Rvckenberg, 27. März. In der am Sonntag abend in derGerste" einberufeirsn Versamwlung sprach Rechtsanwalt Schroeder aus Friedberg und Bankvvrstand Lappe aus Butz­bach über die 6.. Kriegsanleihe, was von zahlreich Erschienenen! mit großem Beifgll aufgencnnmen ivurde. Daran anschließmd cntspain: sich eine lebhafte Diskussion, in der Dekan W a l d m a n n zum Schluß das Wort nahm, um auch für Rockenberg werbend für die Kriegsanleihe einzutreten.

Kreis Wetzlar.

Fc. Wetzlar, 27.März. An vier Tagen der vergangenen Woche wurden bei der hiesigen Reichsbank 1390 Mark m Gold­stücken abgeliefert mrd gegen Papiergeld umgetausckst.

^ ra. Oberwetz (Kr. Wetzlar), 29. März. Die Schulkinder der hiesigen einllassigen Volksschule zeichneten auf die sechste Kriegs­anleihe insgesamt 4125 M'h, gegen 1800 Mk. bei der fünften Kriegsanleihe. Dieses wackere Eintreten für das Vaterland verdient allseitige Anerkennung und kann allen Schulen zum Vorbild gelten.

ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 28. März. Viele Otte des Kreises Wetzlar erhalten demnächst Arbeitsttupps von Semi­naristen und ältere,: Gymnasiasten. Die jungen Leute stammen meist vom Lande und sollen den Landwitte,: Itei der Frühjahrs­bestellung Hilfe leisten.

Hessen-Nassau.

0 Marb u r g 4 , 28. März. Auf dem Bahnhos ft: dttederwalgern wollte gestern abend ein Itttervfftzier, der mit einem Güterzug fuhr und diesen einen Augenblick verlasse,: hatte, den Zug wieder besteigen, als dieser sich bereits in Bewegung gesetzt hatte. Er rittschte dabei vom Trittbrett ab und geriet unter die Räder, die ihn total zernralmte,:.

]\ Aus dem Kreise Marburg, 28. März. Der Vor­anschlag der Einnahnren und ^lusgalun des Kreishanshaltes für das Rechmmgsjalw 1917 schließt ab mit 2 941 370 Mk. An Kreis­steuern sollen anstatt 20 Prozent jetzt 24 Prozent erhoben werde,:, während die Bezirksabgabc wie früher mit 10 Prozent der Real- und Einkommensterier betragen soll.

Fc. A u s Küchelse n, ^ 26. März. Ter konustaichül ende General des 18. Armeeiörps in Cassel erläßt eine,: Aufruf an die Eltern der Ostern zur Entlassung kommenden Schüler, in dem er her vorhebt, daß die Ostern die Sckchle verlasseirden Schüler restlos den für die jetzige Zcüt wichtigsten Bettieben, der Landwitt- 'chaft ünd der Rüsftmgsindustrie, zuaefühtt werde,: müssen. Die gründliche Fachansbildimg, die in ihrer Wickstigkeit nickst unter­schätzt meffc,ruß der Zeit nach denr Knege Vorbehalten bleiben. Tie Beschäftigung in einen: der ge,u,nnten wichtigen Betriebe ist für den jungen Mann in der jetzigen Kriegszeil eine Pflicht gegen das Baterlmrd.

Letzte Hiicfinchtcm

Aus Rußland.

Petersburg, 27. März. Das^ Wölynskb-Regiment, dessen Eingreifen zugunsten des Bolkc's das Sckncksal der Revolutim: cnt- 'chied, veranstaltete eine eindrucksvolle Klmdgebamg Air den Krieg- Bon der Nordfront znrückgekebrte Regienmgsvertteter teilten mit. die Soldaten seien fest entschlossen, keinen Fußbreit des nationales Bodens aufzngeben. Aus Reval und Sebästopol ivird bettchtet, die Einigkeit unter den Gliedern der Flotte sei fester als je. Zei-?

tmrgtzmeldnngen zufolge seien die Gerüchte über gewisse Reibstugest bei der Ostseeflotte übertriebe,:. Man habe nur 32 Opfer gezählt Alle Schiffe der Flotte feien völlig bereit, gegen den Femd zu kämpfen.

Rotterdam, 28. März.Daily Telegraph" meldet ans Petersburg, in de,: Großstädte,: sei d,e Rationierung emges.chrt worden. Wviter meldet das Blatt aus Petersburg, der heilrgc Synob sei in seiner Gesamtl-eit zurückgrtrete,:. Die erste Aüfgabe oes als bald zu wählenden neuen werde eine,: Kircknnrat zu.ammenberufe^ der über die dttngenden Probleme einer Reform der Kljrche berat schlagen soll.

Großfürst Nikolai für sofortigen Frieden.

Amsterdam, 28. März. Wie mm: «16 London der,ästet, hat im russische,: Hauptguartier laut Petit Parasien" Großfürst Rikola: Rikolajcwitsch sich gegenüber iranzösischen Om zieren sehr ungünstig ,'ibcr den Verlauf her .Revolittivn Leäns^rt. Rikola: vettrat die 'Ansicht, daß dre Verbündeten Einigkeit, .zwischen de»: sich bekämvs',chen Parteie,: erzielt l)ätten, werm jie Rußland tat­kräftige Hilfe gewähtt hätten. Weder England noch Frankreich, hätten inbes ihre Decpflichtimgen erfüllt. Das zeige sich bereits h dem großen Einfluß, den Japan und Amerika ft: Rußland be» säßen m:d der sich i,mner mehr steigere. Seit M-mmtei: hätte die gesamte Zufuhr cu:s Englmü) und Frankreich gestockt, wogegcr: England nichts nnternourmen haben soll, obwohl es wußte, daß Rußlands Zuküuft davon äbhängt. In der jetzigen ^Lage sehe mok lein Heil mehr für Rußland, was siän auch, in den nächsten Wochen schon bestätigen werde,: würde. Er hatte alle Opfer für vergebens gebracht, da Rußland Ftteden schließen nrüsse, wenn es sich rite Großmacht behaupten »volle. Werde der Kamps fottgesetzt, dann sehe er kein Ziel darin für Rußland, dessen Kraft nun so sehr zcstöre und zerstückelt ist, daß das Volk sich auch wegen des Krieges aus- lehnen werde, wodurch der Friede ftir Itußland noch ungilustiger »virrde.

Rußki Generalissimus.

Genf, 26. März. General Rußki wird nach Metdunge," desEcho de Paris" als Bewerber um den Posten oes Generalissimus vorgezogen.

Stockholm, 28. März. Die Besetzung des Postens des Generalissimus durch Lllexejew ist nur vorübergehend. Bereits vor Ausbruch der Revolntton verhandelte die Duma mit dem General Rußki. Rach den Petersburger Vorgänge,:' ist Rußkis Stellung in der Armee stark gefährdet, weil akk- gemein befürchtet wird, Rußki habe den Zaren verraten. Man erwartet in de,: nächste,: Tagen die Verhaftung Ni- 1 kolai Nikolajewitschs sowie verschiedener Großfürsten.

Buchanan venvundet?

Stockholm, 28. März. Wie amtlich aus Rußland berichtet wird, ist der englische Botschafter seit den Unruhen ft: Petersburg erkrankt, angeblich an einem katarrhalischen Fieber. Jedoch wird von Angestellte,: der englischen Bot­schaft selbst behauptet, er sei bei den Unruhen schwer verletzt worden.

Kämpfe Mischen Finnen und Russen.

Kopenhagen, ,28. März.Politiken" meldet aus Stock-« Holm: Die Frage der sinnischen Flüchtlinge steht nun dicht vor ihrer Lösung. Heute ttafen in Tornea die Vertteter des General gonvernenrs mit Jnstruttionen für die Bewachung der Grenze ein. In der Nähe von Pasa im sinnischen Schärenhof ereignet^ sich rin Zrrsammcnstoß zwischen sechs finnischen Flüchtlingen, bit sich während des Krieges in Schweden aufgehalten hatten, russischen /Soldaten. Die Finnen wollten nicht den Erlaß des Ministeriums abwarten und wollten sich über das Eis nack^ Finn­land begeben. Im ftnnische,: Schärenhos begegneten sie russischen Soldaten, die die Fr,men verhaften wollten. Es entstand hierbei' ein Kampf, in dem ein Finne getötet wurde.

Militär gegen amerikanische Friedensfteunde.

Amsterdam. 28. März. Telegramme ans Amerika besagen nach Londoner Berichten, daß in den nächsten Tagen eine Mvinli- sationsvrdre ergehen solle, die alle Truppen nach' den verschiedenen Teilen des Landes verteilen werde. Da man starke Kundgebunger« gegen alle militärischen Pläne Wilsons sowie Arbeiterunruhen in den Industtiegegenden befürchtet lvegen der heftigen Propaganda für oder gegen den Krieg mit Teutschland, solle das Mlitär dio Ordnung aufrecht erhalten. In diesen Landesteilen wird die An­kündigung des Belagerungszustandes erwartet, weil die Industriel­len drohen, ihre Fabttken zu schließen.

Uttiversrtäts-Nachrichten.

= Frankfurts. M., 29. März. Der Privatdozent für niederländische Sprache und Literatur und germanische Sprack>- wissenschast an der Univettität Frankfurt, Dr M. van der Meer, hat den an ihn ergangenen Ruf als Ordinarius an bi? Universität Gent abgelehnt.

KolzverßcigerMg kt AM Netzen.

Montag, den 2. Avril 1917, vormittags 9 1 /» Ubr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen im Bezirk des ForitwartS Arft versteigert:

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Die Zusammenkunft ist auf der Licher Straße an der 10. Schneise.

volzhändler sind vom Mitbieten ausgeschloffen. Jeder Steigerer darf nur seinen Eigen-Bedarf steigern.

Gießen, den 28. Mär/) 1917. 25256

Der Oberbürgermeister. I. B. Grün ewald.

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