Oachüdrrkwive bargaegt ist. 'SHeidftntig sprechen sie den festen Ent- Achluß ans, die provisorische Regierung in jeder Wpise zn unter--
M!tz«r. Betreffend die Apanagegüter der Großfürsten und Prinzen drückten sic die Ansickck aus, daß diese in Uebereinstimmung mit der IvvOigenanuteii Urkunde jetzt Staatseigentum seien.
Tie konstituierende Versammlung.
" Basel, 27. März, -zf.) Havas berichtet auZ Petersburg: Es ist numnehr endgültig beschlossen worden, die l on ft 1 1 ui e i* enb e B er s a mmlung voraussichtlich auf Ende April rrcrch Ai o s kau einzuberufen.
Die russischen Heerführer.
K o p e n Hage n , 26. März. (WTB. Nichtamtlich.) General Letschi tz k j, der sich b-ei den Kämpfen in Südgalizien vn Vorjahre und in den Waldkarpathen im letzten W.nter ausgezeichnet hat, wurde einer Nachricht aus Petersburg Ufolge zürn Führer einer Heeresgruppe an der rrrssischen Westfront ermrnnt.
Die Revolntronsregiernng und das Heer.
Stockholm, 26. März, (zf.) Der russische Befehlshaber an der Rigaer Front erließ folgenden bezeichnenden .Armeebefehl:
„Soldaten! iJhr werdet von Spionen des Feindes, die sich russische Uniformen verschafften, aufgefordert, den Offizieren den Gehorsam zu verweigern und den Krieg gegen Deutschland ernzu- stellen, daS gegen Rußland rrichts Böses vorhabe. Gerüchte von emer Gefangennahme einer von Petersburg ausgesandten Abordnung sind unwahr. Bon Petersbürg ist überhaupt keine Delegation abge- reist. Der starke Feind wartet nur die Schwächung des russischen Heeres ab, um im. geeigneten Llügenblick über uns herzu,y.llen. Glaubt nicht den Verrätern des Volkes, die in Militäruniform diesen Geist anssäen. 'Ans eurer Klugheit und Standhaftigkeit beruht Rußlands Zukunft. Radko Dim'itriew."
Der Ausschuß der Arbeiter und Soldaten Petersburgs erließ einen „Tagesbefehl Nr. 2"', wonach die Entscheidung Über das Recht der Soldaten, ihre Offiziere zu wählen, einem besonderen Komitee übertragen wird. Die Bataillonsausschüsse erhielten den Auftrag, darüber zu wachen, daß die Trltppen in Petersburg nicht ihrer Waffen beraubt werden. Von den Truppen der Nordfront schloß sich bisher nur ein Teil der Stellungnahme der im Arbeiter aus schuß vertreterien Petersburger Garnison an. Der Arbeiter- und Soldatenausschnß in Petersburg forderte von dein neuen Befehlshaber des Petersburger Militärbezirks General Kornilow Aufklärung über gewisse gegen Käeröburg gerichtete Truppenkonzenrrierungen.
Aus Helsingfors wird gemeldet, daß anher Admiral Nepinin auch der dortige Befehlshaber einer Linienschifss- Prigade, Admiral Tebolsin, infolge eines unglücklichen Zufalls getötet wurde.
Berlin, 28. März. Von einem russischen Stabsoffizier. dem es gelungen ist, vor einigen Tagen aus Petersburg nach Schweden zu flüchte:!, erfährt ein Vertrauensmann der ,„Bvss. Ztg.", daß schon in den ersten Märztagen die Kasernen einer Reihe von Petersburger Regimentern reinen Bolksver- sammlungslokalen glichen. Tag .und Nacht hielte:: sich dort Zivilisten aus, um Reden zu halten, Proklamationen und rote Schleifen zu verteilen. Subalternoffiziere nahmen daran teil, und die wenigen älteren Offiziere sahen ihre Ohnmacht ein. Gegen den 10. März verließen etwa hundert eidstreue Offiziere Petersburg, ürn der bereits beginnenden Revolution zu entgehen. Ter Arbeiterkind Soldaten verband wurde tatsächlich schon Ende Februar gegründet. Tabei lvaren in erster Linie nicht sehr republikanische Tendenzen als Frieben s fordern n gen maßgebend. Bis 1916 hätten sich die russischen Feldoffiziere brav gehalten. Ties alles sei plötzlich anders geworden, als zu Beginn des Jahres 1917 Vas kriegsindustrielle Komitee, von den Kadetten und Oktobristen unterstützt, Ui großer Macht gelangte. Der vom kriegsllidustriellen Komitee völlig abhängig gewordene ruffssche Feldoffizier wurde «volutionär.
Die Arbeit in den meisten Petersburger Fabriken ruht laut Bericht des „L.-A". Fortgesetzt kommen Ausschreitungen gegen die Fabfikleitungen vor. In den rPutilowwerken sind die Zustände gänzlich chaotisch. Die Arbeiter hielten Bersannnlmcgen ab, in denen als Ursache des Streiks die Unnötige Fortsetzung des Krieges bezeichnet wurde. Alle Direktoren der Werke wurden gefangen ab-
führt. In peinlichste Lage geriet die neue Regierung infolge Streiks in der Notendruckerei der Reichsbank.
des
Uccker Bauernunruhen heißt es, in verschiedenen Blättern nach russischen Quellen, anläßlich der von der neuen Regierung angeordneterr Getreidebeschlagnahme hätten in verschiede neu Gouvernements Zusammenstöße stattgefunden. Die Bauern hätten sich geweigert, Getreide zu den neuen Höchstpreisen abzugeben. Die Bauernbevölkerung und die Geiftlick>keit zeigten sich immer mehr .als Zarenfreunde.
werden nicht angenommen. Die Menage wurde reduziert. Manchmal leiden sie auch Hunger. Wenn die Urlauber nach Hause kommen, machen sie ein bischen Revolution. Auch wir veranstalten Kundgebungen, alles, um endlich den Frieden kommen zu sehen, den wir sehnlichst erwünschen. — Aus dem Briefe ist zu ergehen, daß die S ti m m u n g i n d er i t al i e ni s chen B e v ö l kx ru ng eine wesentlich andere ist, als sie von der kriegshetzerifchen Presse dargestellt wird. Die Nachrichten über die zahlreichen Kundgebungen der letzten Zeit'erhalten dadurch ihre Bestätigung, ebenso die )eit langem erwiesene Tatsache, daß die italienische Bevölkerung erst durch die auf Urlaub befindlichen Soldaten die Wahrheit übe^ die wirkliche Situation erfährt. Bezeichnend ist es auch, daß die italienische Zensur Nachrichten über das Wohlbefinden der italienischen Kriegsgefangenen nicht passieren läßt. Sie stehen offenbar zu sehr im Widerspruch mit den Schreckensschilderungen, m:t denen die italienische Heeresleitung die Mannschaften von der freiwilligen Gefangennahme abzuhalten sucht. _ »
Teuerung in Spanien.
Frankfurt a. M., 27. März. Die „Franks. Ztg." meldet aus Madrid: Die ungeheure Teuerung infolge maßloser Ausfuhr droht schlimme Folgen zu haben. Die hungernden erbitterten Arbeiter mit Einschluß der Eisenbahner kündigen den Generalstreik an. Der Zivilgouverneur von Madrid ist zurückgetreten.
Seekrieg.
Kristiania, 27. März. (WTB.) Nach einem Telegramm aus Liverpool ist der Dampfer „Korsnes" am 24. März vor Bcrrdsey Jslano (Wales) von einem deutschen Tauchboot versenkt worden. Der Dampfer war von St. Malo nach Liverpool unterwegs.
Wie das Ministerium des Aeuhern mitteilt, ist am 22. März die norwegische Bark „Sirius", mit einer Ladung Korn von Buenos Aires nach Nyborg unterwegs, von einem deutschen Tauchboot in die Luft gesprengt worden. Zwei an Bord befindliche dänische Lehrlinge wurden gerettet.
Einem Telegramm an das Ministerium des Aeußern zufolge wurde der in Kristiania beheimatete Dampfer „Gr e u ma r" am Samstag durch Geschützfeuer Vers e n k t
Nach einem Telegramm aus Cherbourg wurde der Dampfer „Hugin" von einem deutschen Tauchboot versenkt. *
Aus dsm Reiche.
Aus Amerika.
Washington, 26. März. (WTB. Nichtamtlich.) Mel- skmng des Reuterschen Bureaus. Außer den gestern crufgeru^ i fernen Truppen find noch 20 weitere Regimenter und fünf !Bataillone Nationalgarde zum Bundesdienst einbe- rusen worden, umfürdenF allin ne rer Wirren das Eigentum zu schützen. Diese Truppen wurden aus achtzehn Staaten des Westens, insbesondere des mittleren Westens, hwangezogen.
Aus dem NeichStagsauSschutz für ErnährrmgSfragerr.
Berlin, 27. März. (WTB. Nichtamtlich.) Nachdem im Ausschuß des Reichstages für Ern ährungs fragen vorliegenden Mitteilungen, wollen die Ausschüsse zur Nachprüfung des Ernteergebnisses, m jedem Kommunal- verbcmd einer, aus Unterkommiss io naren der Reichs getreidestelle, der Reichsgerstengefellschaft, der Reichshülsen fruchtstelle und aus Sachverständigen aus anderen Gemelliden bestehen, mit Mililär- personen in jedem landwirtschaftlichen Betrieb die Erntebestände aufnehmen, die für- den eigenen Verbrauch! des Empfängers bestimmten Mengen sofort jaus sondern und re7viAbtte:erungspflichtigen lieber schuß gegen Aushändigung des Anerkenn uugsscheines in ein, von der Gemeinde lzu stellendes Lager bringen lassen und den Ueber- nahmepreis vereinbaren. Liefert der Vetriebsinhaber nicht, so geht der Ueberfchuß imrt der Aussonderung an den Komimmal- verband über. Der Uebernahmepreis wird durch die zuständige Behörde festgesetzt. Verheimlichte und versteckte Vorräte verfallen dem Kommunal verband ohne Entschädigung; außerdem erfolgt rücksichtslose Bestrafung. „. „
Irr der Aussprache erklärte Präsident Balocik:: Die Verhandlungen mit der Heeresverwaltung über den Umfang ihres Verzichtes fmb noch nicht abgeschlossen. Die Ergebnisse der Volkszählung müßten hier mH da berichtigt werden, aber mir bei dem Nachweise, daß zu wenig Menschen gezählt worderr sind. Ter Ausgleich für die Herabsetzung der Brotmenge ist natürlich, unvollkommen, aber ein anderer sei nicht möglich. Men bisherigen kriegswirtschaftlichen Erfahrungen zuttiider sei die Ernte rum ersten Male überschätzt worden, und die Ueberschätzung erst reichlich spat bekannt geivorden. Der Ernst der Lage rechtfertige weder eine scharfe Kritik 'noch utopische Vorschläge. Die Schweinebestände reichten für die notwendigen Schlachtungen nicht, daher müßten die Ruldvrehbestände scharf angegriffen werden. Wohlhabendere Gemeinden wurden 75 Pfennige, ärmere bis m 90 Pfennigen pro Kopf und Woche als Zusatzfleischmengen erhalten. Die Vermehrung der landwirt- sckmfllichen Erzerranisse sei schon ans Mangel an menschlichen und tierischen Arbeitskräften unmöglich, ganz abgesehen von den Trans- portsckrwierigkeiten. Unmöglich und aussichtslos sei die vorg es ch lagen e Aufhaltung der Beschlagnahme und Wegnahme von Lebensmitteln in der Landwirtschaft. Es sei unmöglich, ohne Brot und Kartoffeln zu leben, das müsse die Landwirtschaft sich klar machen.
Gründest, dte m der Person des Betroffenen liegen, erfolgten nicht lediglich vorübergehenden Ausweisungen,
ebenso die Versagungen der Rückkehr nach Elsaß-Lothringen in solchen Fällen unter die Aufenthaltsbeschränkungen, für welche der in dem Reichsgesetz vom 4. Dez-eniber 1916 geregelte Rechtsschutz gilt.
Berlin, 27. März. (WTB.) Bei Beratung des Antrages des Grafen H oe n s b r o e ch in Verbindung mit dem Antrag von Oldenburg über den uneingeschränk- ten U-Bootkrieg und den Friedens f ch luß im Herrenhaus gab der Vizepräsident des Staatsminifte- riums v. Breitenbach die Erklärung ab, daß die königliche Staatsregierung im Hinblick auf die oberste Kommandogewalt in eine Erörterung über diese Anträge nicht eintreten könne, daß sie aber, falls, wie es den Anschein habe, mit der Erörterung des Antrages eine Besprechung innerpolitischer Fragen verknüpft werden solle, anheimstelle, diese Besprechung an einen Ausschuß zu verweisen. Die Anträge wurden ohne weitere Erörterung an einen Ausschuß von 21 Mitgliedern verwiesen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 28. März 1917.
Eine neue Blockadepotitik Englands.
Amsterdam, 26. März. (WTB. Nichtamtlich.) Dem '^.Mgemeen Handelsblad" zufolge wird dein englischen Unterhaus morgen eine neue Blockadepolitik vorgeschlagen werden, die auf den Handel Hollands und der anderen neutralen Länder eine sehr starke Rückwirkung haben kann. Der Unionist Bolairs brachte einen Antrag ein, 'worin gesagt wird, daß Deutschland sich selbst in die Stellung des Outlaw unter den Völkern versetzte, und daß jetzt die Zeit gekommen sei, um eine neue europäische Lehre cruf- zusbellen und durchzuführen, nämlich die, daß keine überseeischen Vorräte das Gebiet Deutschlands und seiner Bundesgenossen verlassen oder dorthin gelangen dürfen. Fn 'bau Anträge wird verlangt, daß die Vorräte für die neutralen Länder in Europa so rationiert werden, daß der Handel mit Deutschland und seinen Verbündeten in allen in den königlichen Verordnungen genannten Artikeln voll- Aändig urrmöglich wird. Derselbe Gegenstand werde morgen ^isch im Oberhause zur Sprache kommen. Dort tverde beantragt werden, daß eine Untersuchungskommission für den dänischen und den niederlarrdischen Handel eingesetzt werde.
ie Aushebung der JahreSklaffe 1918 in Frankreich.
Paris, 27. März. Die Kammer nahm mit 432 tgcu 39 Stimmen die Forderung des Kriegsministers an, vischen dem 12. und 15. April d. I. die Iah res k l a s se 91 8 aus zuheben.
Die Stimmung in Ftalien.
Wien, 27. März WTB. Nichtamtlich.) Dö Blätter ver- Sffentlichen ans einem Briefe, der an einen itallenischen Iriegs- aefangenen einzuschmuggeln versucht tvlurde, folgende Stellen: Mein Giuseppe, der noch immer im Schützengraben ist, ichcerbt
-aarjbLubttrde Brie^. Er beklagt sich sehr über das Essen. Pakete
Berlin, 27. März. (WTB.) Der Hauptausschuß des Reichstags nahm bei der Fortsetzung der Beratung über die Schmtzhaftfragen folgende Eutschlreßung ern- stimmig an: Der Reichstag wolle folgende Erklärung beschließen: Nach der Auffassung des Reichstags, welche mit der von dem Kriegsminister im Hauvtausfchuß abgegebenen Erklärimg überernstimmt, falten die in Elsaß-Lothrrn- gen gegen deittsche Staatsangehörige angeordneten, aus
Deutschlands Wirtschaftskräfte.
Einen tiefen Eindruck auf die Zuhörer hinterließ der von 'warmer Begeisterung getragene und von einem interessanten Lichtbildermater ial begleitete Vortrag, den Herr Valentin Müller gestern in der Turnhalle der höheren Mädchenschule über obiges Thema hielt. Ter Vortrag war zahlreich, auch von Damen, besucht. .
Der Lügenfeldzug unserer Feinde richtet sich bekanntlich nicht nur geg>en Deutschlands militärische Stärke, er hat auch den Zweck, den Glauben zu erschüttern an Deutschlands Fähigkeit, im gigantischsten der Kriege, den die Weltgeschichte je gesehen hat, wirtschaftlich und finanziell durchzuhalten. Deswegen war es eine dankenswerte Aufgabe, die sich der Redner gestellt hatte, vor seinen Zuhörern ein von beweiskräftigen Ziffern gestütztes tebelwiges Bild der riesigen Kräfte zu entrollen, die.Deutschlands Volkswirtschaft mnewohnen, ihr reuen stolzen Aussckmmng verliehen haben, den unsere Feinde uns neiden. 2lus dem Vortrag gewam: man die Ueberzeugung, daß das von Lloyd George m maßloser Ueberhebnng geprägte Schlagwort von den „silbeinien Kugeln, die den Krieg entscheiden sollen" uns nicht schrecken kann. Englands Geld sollte Deutschland auf die Knie zwingen. Und heute steht trotz des zweieinhalbjährigen Krieges Deutschlands wirtschaftliche Kraft unerschüllert da. In 5 Kriegsanleihen hat das deutsche Volk freudig und aus eigener Kraft über 47 Milliarden Mark dem Vaterlande dargebracht. Wenn der Ruf ertönt, wird es zur Hergabe neuer Mittel wieder willig bereit fein, lind wie sieht es bei unseren Feinden aus? Das auf seine Machtmittel so stolze England sieht sich bereits genötigt, Zwangsniaßnahmen zur Ftzianzierung des Krieges in Erwägung zu ziehen, ein Gedanke, deii — das sei zur Zerstreuung der unsinnigen Gerüchte, die hier und da im Umlauf sind, nachdrücklich betont — Deutschland im Bewußtsein der Opfer- freudigkeft seines Volkes weit von sich weisen frmm
Der Redner wies ferner darauf hin, daß die in Kriegsanleihe gezeichneten 47 Milliarden Mark nur einen kleinen Teil des nack> zuverlässiger Schätzung 375 Milliarden Mark betragenden deutschen Nationalvermögens darstellen, daß die Vermehrung der Schulden des Reichs nicht als Verlust an Nationalvermögen zu verbuchen sind, da ein großer Teil der dem Reich geliehenen Gelder an die Bevölkerung als Gewinn und Arbeitslohn zurückftießt und neues Kapital bildet. An Hand der drei Betriebsfaktoren der Volkswirtschaft: Nalln, Arbeit und Kapital, zeigte er, daß dank der hohen K ulturstufe, der Arbeitsamkeit und der überlegenen Organisationskraft unseres Volkes und dank den: Vorsprung, den wir infolge unserer lebendigen. * Volks kraft, unserem Geburtenüberschuß unseren Gegnern gegenüber chaben, unsere Produktionskraft die ihrige erheblich überragt.
Der Geburtenüberschuß betrug in Deutschland 840 000, in England 465 000, in Frankreich 58 000 Seelen; die Zahl der
des Lesens und Schreibens Unkundigen aus st 10000 Rekruten in Deutschland 2, in England 100, in Frankreich 320: die der erwerbstätigen Personen in Deutschland 28,1, in Frankreich 20,7, in Großbritannien 20.2 Millionen Menschen.
Die intensive Ansnutzimg der deutschen Bodenflache beweist die Tatsache, daß die Getreide-und Kartoffelernte im Jahre 1913 bei uns 84 Mllionen Tonneii ergaben^ wahrend der Ernteertrag in England sch auf nur 12 und in >^rankreich 32 Millionen Tonnen stellte. Auch im S chv ße der deutschen Erde ruhen unermeßlick-e Schätze. In pascher ^olge smd die Industrien, die sch auf diesen Bodenschätzen aufbcrnen, gewachsen.
Tie Stein-und Braunkohlenläger Deutschlands werden auf 423,4 Millionen Donnen geschätzt und machen die Hälfte der europäischen Läger aus. Tie Kal il äger, ein Naturnionopvl TeaticklandS. Srntgat schon jetzt Äwo 2MMrNrm,en Mark iakMA An Roheisen erzeuge:: wir jährlich Werte von rund 1 Milliarde. Mark und überrage:: Englands Produktion damit nahezu um das doppelte. Unsere Stahlerzeugung von 17 bis 19 Millionen Tonne:: macht etiva % der Weltpvoduktivn aus und überragt letzt die Englands um das zweieinhalbfache. Unsere El ektr: z: t ats- indnstrie bringt alljährlich 1200 Million«: Mark em, die Englands nur etwa 450 Millionen Mark. Deutschlands che im s che Industrie ist mit 1 3 ,4 Milliarden Mark als Aktivposten m
seine:- Bilanz zu buch«:. _ .. , r « P
Weitere intewchlte Ziffern gab der Redner über Deutschlands
Handel und Verkehr, über den gewaltigen Umfang fernes Eisenbahn-, Wasserstraßen-, Post- und Femspirchnetzes sowie seiner Handelsflotte. Auf fast allen Gebieten der, Volkswirtschaft zeigt fick Deutschlands Borsprmig vor seinen Feind«:. Die Deutschen
Gietzenev Stadtthecrter.
Die Kreuzclschreiber.
Bauern!oiiiödie von Ludwig Anzengruber.
1872 ist dieses Stück geschrieben, dess«: heitre Philosophie der Stein llopser Hans in die Worte faßt: „Tu, 1 hörst zu dem all n und dös all's g'hört zu dir! Gs foun dir mx t
lustige Welt!" Mit anderen Worten, inan muß es nur Erstehen, die Tragödie in eine Ko:nöd:e umzuwandeln, ^rcchfio wn. es d:e oberbayerischen Baue«: tun, dw :m 1 ^fchlbcnk«tsstre:te ihre Kreuzeln unter «n Schriftsllkck gesetzt haben 'und nun vou ihc«: Weibern gezwungen ivevden, entweder aufm -^ibod n zu schlafen, oder ihre Unterschrift znrückzuziehen und nach Ronr, zu wallfahren. Aus des Stein klopf er ha nsls Nat Nnrd mm «ne lustige Romsährt niit Bußschwester:: inszenier mck> fevi Mutterwitz twum- phiert durch die Eifersucht der Weiber, die alles daran sttzen, die eheliche Eintracht wieder herzu stellen, -er Schllltz Äwa^ stark ins Vossenl-afte aus, während d:e an und ftrr sich prächtige Epiode des alte:: Brenninger, der sich nach sünfziMahrrgem ehelichen Frieden den erst«: Zwist w zu Herzen nimmt datz er ms Wasser geht, in ihrer Tragik über den Rahmen der Komödie h:n-
ansgreis Schluß hatte bi e Auffasfung des ganzen
Stückes beeinflußt, die demgemäß das Biirleske zu kräftig unterstrich. Trotzdem hätte manches b-^ber aufgefaßt dmftn.
Wilhelm Hellmuth hatte als roprelleiter sichtliche ..stnhe verwendet, verdiente sich aber als Sbentklopftrhans, bea er tn biederen Schalkhaftigkeit treffend ^Mrakterrfierte, besonderes Lob. Auch Oskar Feigel stellte :m Blnrern vom ,,Gelb«: Hof cm Figur auf die Bretter, die sich sehen lassen konnte. Wan muß es ihn: ilberHaupt zuerkennen, daß feine Leistunge:: mletzter Zeit sich erheblich vervollkommnet habeil. ?lda Mahr hatte d:e,Bau Josepha übernommen, die sie, abgesehen davoit, daff fte etwas bäftiger hätte sein können, gut durch führte. Msondere ErwaEng verdient Karl S t e i n me y e r,, der an Stelle von lowski den alten Brenninger spuckte und das Tragische der Gestalt überraschend feinfühlig zur Geltung brachte. Rudolf Goll
spielte mit dem Altlechnerbauern, der froh ^stdurchi die Romfahrt von seinem Weibe befreit zu werden serm stärksten Pofs«rtrilmpft aus. Hermme W o s s i d l o gab die schmucke Kellnerm Eurt L e r ch den breitsMrig«: Großbauern. Außerdem tvar twd} eme gwste Anzahl von Mbenrollen teils gut, teils wamger gut besetzt. Bon einem Urteil über die gesanglichen Leistung«: wollen wrr rm öll'
gemellten und im besmideren absehen. __. <. ,
Zu verwundern ist, daß die alte treffliche Komödie nicht so besucht war, wie man erivcrrten sollte. 22 .
T arm sta dt, 26. Marz. Gesamtgastspiel des Züricher Stadt- tdeaterS. Das Shakespeare'sche Lustspiel „Wiehes Eu ch gefall t" imrrbc gestern durch Mllglieder des Ltadttheaters m Zürich zun: erst«: Male Rer aufgeführt. .Dieses von Poesie u:ä> ^>chalkl)eit umwobene Lustspiel, welches sich bis jetzt trotz aller Versuche als ftlr die Bühne ungeeignet erwies, hat nun durch Direktor Dr. Reucker eine Neulliszenieruiig erfahren, d:e rm all- gemeinen befriedig«: ka::::. Er lxfi durch B-rivendung der Rellel- bllihne den Anschein einer einheitlichen Handlung erreickst. Er bemitzt, wie er selber sagt, die bei der Münchener Shakespearebuhns gemachten Erfahrungen und schuf durch emen doppelten Rund-
it 11 Vit jr . r 7 -,— , r -- .
bogen einen Vvrdcrraurn, der durch eme Zuggardine und emen Vorhang abzuschließen ist und sckialtete alles derart mem-
Faltenvorhang ^ , 1 -/—— r - -----
,anbei, daß alle Benomidlangen bei verdrmKelter Buhne blitzschnell und lautlos vor sich gel-en. und nur eine Pause nach dern < 3. Akt erforderlich wird. Die Verwandlungen grug«: schnell vor sich und die Bilder im Argormerwald, iij ivelchem fich Mfc die ganze Handlung abspielt, boten einen reizvollen Anblick. Die .Hairdlung ist märchenhaft, einige Personen, die undramatifch fmo mW sich oft in lange philosophisä-e Reden verbreitern, erhöhen die BirhnenilMvirksa: 1 :keit. Aber diese Nacksteile werden aufgelwben durch den poetisck>en Reiz und die schöne Sprache, d:e das Stuck beseelt Tie Schweizer Gäste haben mit die,er Ausfulirung einen vollen Erfolg e^ielt. Alle Parti«:, auch die llemsten, laufen von guteii Mäften gespiell, die über eine vorzügliche ^Prachteamn verfügten. Das Publikum nahm das Stück sehr betfällig aus und spendete lebhaft«: Beifall. Das Großherzogspaar :var ammnend»


