SitT ^eriitjigwrg ser VolksNWssen ertie& darauf die provisorische Regierung ein erneutes Manifest. Die Sozialisten fordenl jedoch die sofortige Vornahme der allgemeinen Abstimmung und per- langen die «Ausweisung des Zaren, was die Regierung ftUr Vermeidung der Aufbringung der Bauernschaft zu verhindern rucht.
Haag, 23 März. Wie ein Amsterdamer Blatt ans Petersburg meldet, habe der Bund der revolutionären Arbei- rerabtg eo rdlu eten und Soldaten mit 1170 gegen 30 Stimmen beschlossen, das; die Arbeiter ihre Tätigkeit in früherer geregelter Weise sofort in den Fabriken wieder aufnehmen sollen
Petersburg, 21. März. Rach Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur hat der M in i ste r r a t beschlossen, den durch die Amnestie befreiten politischen Gefangenen freie Eisenjba hn fa hrt zu gewähren, und den Minister des Aeustern ermächtigt, den Auswanderern, die ans der Fremde nach Rußland zurüclkehren wollen, Geldluihilsen zu bewilligen. Gleichzeitig hat! der Ministerrat die Grenzbehörden angewiesen, wegen der Ausweis- Papiere keine Schwierigkeiten zu machen» 1
Die letzten Stunden der Negierung des Zaren.
Haag, 22. März. Der „Dailp Telegraph" meldet aus Petersburg: Ueber die letzten Stunden der Regierung des Zaren berichtet ein Korrespondent der ,siltrv Rossii", der den Hofzug bei Stcrraja Russa, einer Station zwischen Nowgorod und Pskow, sah:
Im ersten Zug säst die Leibwache, im -zweiten der Zar mit dem Baron Froderns. dein Mmiral Ni low und dem Generail Woieikow, dem Kommandanten der Leibwache. Ter Zug des Zaren hielt bei Malaja Wische'ra auf der Linie Moskau—Petersburg. 155 Kilometer vvn Petersburg. Nilow und Wöjeilbw halten verhindert, dast der Zar über die Geschehnisse informiert wurde. Der Befehlshaber des vordersten Zuges, Tsabel, be- ftWld jedoch darauf, dast der Zar in Wischern aufgeklärt werde, da der Kommandant des Nikolei-Bahnhoses in Petersburg telegraphiert hatte, der kaiserliche Zug müsse aufgehatteu und nach der Hauptstadt^ geleitet werden. Tsabel teilte ihn: Einzelheiten über den Aufstand und das Vorgehen des Komitees der Duma mit. Nach einigen Augenblicken der Sttlle sagte der Zar: „Gott seit Tank, tan das Volk dies wünscht, uwrde ich abdanken und auf mein Lmidgut nach Lioadia gehen." Auf Befehl Wojeilows lehrte der kaiserliche Zug nach dem KreuzungsPunkt Bologojc zurück, um dann auf einer anderen Linie nach Zarskoje Selo zu fahren. Eisenbahnschienen wurden mitgenommen, um im Falle einer Unterbrechung der Linie benützt zu werden. Bei Bologoje fuhr der Zug hin und her, ohne das richtige Geleise zu finden. Inzwischen trafen nähere Berichte über die lverterc Ausdehnung der Revolution und den Mfäll der Garnison von Zarskoje Selo ein, so dast die Lage hoffnungslos und die Abdankung notwendig wurde. Ter russische Korrespondent erinnert daran, dast der Zar schon vor einem Monat Protopopow erklärte, er sei schon lange trank und alles ermüde ihn.
Briand und Ribot.
Bern, 22. März. (WTB. Nichtamtlich.) Französischen Blättern zufolge erklärte Briand einem linksliberalen Abgeordneten gegeirüber, er werde iin gegebenen Augenblick versuchen, das Ansehen Ribots zn untergraben. Er werde hierin von der ihm nahestehenden Presse „Figaro", „Matin", „Petit Parisicn", „Liberto" und „Jntransigeant" unterstützt werden, und alles tun, um wieder zur Macht zu gelangen.
Paris, 21. März. (WTB. Nichtanrtlich.) Agence Havas. Rach der Anssvrackfe über die Interpellationen betreffend die allgemeine Politik der Regierung nahm die Kammer bei Anwesenheit von 440 Abgeordneten die Tagesordnung, die der Regierung das Vertrauen ausdrückt^ einstimmig an
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Eine Offensive gegen Italien?
Bern, 22. März. (WTB. Nichtmutlich.) In einem Leitartikel betitelt: „Möglicher Plan gegen Italien und das deutsche Zurückgehen in Frankreich" kommt der „Corriere dekla Sera" zu folgenden Schluß- folgerunaen: Wir wissen nicht, ob die Vorbereitungen zu einer solchen Offensive schon sichtbar sind. Da jedoch die Möglichkeit eines solchen Vorgehens besteht, urüsseu wir uns daraus vorbereiten, als ob es unvermeidlich wäre. Unser Oberkommando traf Maßnahmen, die immer verbessert werden. Wenn aber alle feindlichen Reserven sich nicht nach Italien ergießen sollen, so ist es nur gerecht, daß auch die Entente mithilft nicht nur durch den Widerstand aus einem ihrer Frontabschnitte, sondern rftit der Gesamtheit der verfügbaren Reserven. Dies liegt im allgemeinen Interesse und könnte einen entscheidenden Sieg herbeiführen.
Ter bulgarische Bericht.
Sofia, 22. März. (WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Bericht vom 21. März.
Mazedonische Front: Zwiscken Ochrida- und Prespa- See Ruhe. Auf der Tschervena Stena östlich des Prespa-Sees und in der Gegend von Tarnova, Uststlich von Bitolm, wurden zwei feindliche Angriffe, die nach heftiger Artillerievorbereitung unternommen wurden, mit blutigen Verlusten für den Feind abgewiesen. Nördlich von Bitolia versuchte der Feind nach langer Vorbereitung' durch Trommelfeuer zum Angriff überzugästu. Er wurde gleich anfangs durch unser Vernichtungsfeuer au glatten. In diesem Mfchnitt^ gelang es mn Nachmittag den bulgarischen und deutschen Truppen durch einen durch heftiges Artilleriefeuer unterstützten Gegenangriff, die Frmrzosen aus früher verlorenen Gräben zu verjagen. Alle (8egenangrisfe der Franzosen wurden abgeschlagen. Zwei frcmzösiiche Maschinengewehre, zehn Schnellladegewehre und 28 französische Gefangene wurden cingebracht. Im Ccrnabogen unterlwelt der Feilst) mehrmals heftiges Trom>- nulseuer. Oesllich der Cerna in der Umgegend von Budinirtzi versuchten zwei feindliche Kompagnien vorzugehen, wurden aber durch unier Feuer verjagt. Aus der übrigen Front nur von Zeit zu> Zeit das gewöhnliche Artilleriefeuer. Längs des Bahnhofes und der Bahnlinie Tolni—Perej—Budkevo für uns günsttge Patroilil- lensckjvrmühcl. Wir rieben eine englische Patrouille von acht kväann -und eurem Offizier auf. Auf der ganzen Front lebhafte Flicgertärigkeit.
Rumänische Front: Ruhe.
Der türkische Berich,.
K o n st a n t i n o p c l, 21. März. lWTB. Nichtamtlich.) Ger aalstabsbericht. Russisch: Kavallerie, die auf persischem G bi et angrifs, wurde mit beträckstlichen Verlusten zurüchfedrän Eii, russischer Karallerieangriff m der Gegend von Bane wui gleichfalls in derselbe Weise zurückgeivorsen. Ein Offizier ai 11 Mann wurden gefangen c.euommen.
Tigris front: Bisher näherte sich nur Kavallerie d neuen Stellungen, die nur seit dem 11. März besetzt halten.
Kaukasusfront: Auf dem linken Flügel winden , verschiedenen Stellen russische Patrouillen und Aufklärung abteilnngen verjagt. Bei dieser Operation erbeuteten wir Waff und einiges Ausrüstungsgerät.
Sinai front: In der Gegend von Haname schassen n ein feindliches Flugzeug ab, das verbrannte. In der Nacht ;vc ein-s unserer Luftschiffe Bomben im Geivicht von 3 400 Kil ginmm auf den Hafen M u d r o S auf der Insel L e m n o s son au, nnndliche, jn dem genannten Hafen ankernde Sckstsse. Tr T" gerichtetem Feuer, ist unser Lnftschifs unbeschädj griffe der ?bnfständigen südwestlich von Mcoi muroen abgcichlagen.
T<er stellvertretende osmonische Oberbefehlshaber
Die amerikanischen Schiffsbauten.
Genf, 23. März. (L. A.) Wie „Mcttin" aus Washington meldet, werde die Zahl der bestellten U-Bootjäger auf 26 0 erhöht. Die Zahl der Kriegsmatrosen soll um 30 000 erhöht werden. Die Patrouilleufahrten im Atlantischen Ozean sollen ehestens beginnen.
R o t t e r d a m, 23. März. (B. T.) Wie der „Times" aus Washington gemeldet wiro, würde der Präsident in der amerikanischen Presse jetzt heftiger angegriffen als jemals seit Beginn seiner Regierung. Demokratische Blätter fragen, wie lange die Union sich noch erniedrigen werde, indem sie der Politik der hohlen Phrasen uird des Zögerns folge.
Haag, 23. März. (B.T.) Das „Atlgemeen Handelsblad" berichtet aus London, Amerika wolle nicht nur durch Schiffsbau, sondern auch durch große Lebensmittel- und M u n i t i o n s t r a n s p o r te nach Europa den Alliierten helfen. Man nehme auch an, daß Wilson den Alliierten finanziell helfen wolle. Der Kongreß solle den Miierten einen Kredit unter einfacher Bürgschaft Englands und Frankreichs geben.
§eekr!eg.
Der Kaiser an den -ldmiralftab.
Berlin, 22. März. (WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser richtete an den Chef des Admiralstabes, Admiral v. H o l tz e n d v r f s, nachstehendes Telegramm: Inden, ich Ihnen an dem heutigen Gedächtnistag den Orden Pour le merite verleihe, will ich meine warme Anerkennung für die wertvollen Dienste aussprechen, welche Sie mir alZ mein Berater in der See kr leg sich rung geleistet haben. Ich wünsche damit auch dem ganzen Admiralstabe meine Würdigung seiner ernsten und zielbelvnßten Arbeit zum Ausdruck zu bringen. Wilhelm I. R.
Die außerordentlichen Verluste der englischen Handelsflotte.
London, 21. März. (WTB.) In der Sitzung des Unterhauses vom 15. März sagte, wie englische Blätter berichten, der Parlamentssekretär des Schiffskontrollamts N o n c y s:
Die Schisst, die von der Regierung gebaut oder gekauft werden, sind Eigentum der Regierung. Der Ertrag ihrer Arbeit wird ganz der Nation zugeuxnrdt werden Die Regierung braucht andere Dampfer, als die gewöhnlichen Schlisse, die bisher für die allgenreinen _ Frachtzwecke benutzt wurden. Tie Dampfer müssen vor allen, eine größere Gesch,Müdigkeit haben, als die Tauchboote, die unter Wasser salnc,,. Die Regierung tict alles, ivas sie kann, um einerseits Staridardschiftc zu bauen und andererseits die meisten neuen Scknfse, die aus den Weltumrkt kommen, zu erwerben, um die außerordentlich ernsten Verluste der englischen Hände Iß mari n e zu ersetzen. Wenn man die ganza Flotte von Schissen über sechsltrmdert Tonnen in Betracht zielst, kann man sagen, daß rmg-esähr die Hälfte für die Armee, die Flotte, die alliierten Länder und die Kolonien verwandt wird. Der Sästfsskonttollenr bemüht sich von 'edem Schiff, das ihm zur Verfügung steht, den bestmöglichsten Gebrauch- zu nmchen und diese führt rasch zur Regulierung der ganzen britischen Handelsflotte.
Tie Lage^ die zur Einschränkung der Ernfutw geführt hat, ist an st. T,e einschränkenden Bestimmungen werden vielleicht in der nächsten Zeit verschärft. Man muß immier vn Auge be> halten, daß die englische Handelsflotte kleiner geworden ist und immer kleiner wird und daß uran deshalb jede Tomre Schiffsraum, die erspart werden kann, ersparen muß. Die ftrr die Sckstsfsraum- frage verantwortlichen Pmsonen werden für die Zukunft Vorkehrungen treffen, um jedem, auch denn ernstesten Verlust von, Schiffen, der ihrer Ansickst nach iroch Vorkommen kann, zu begegnen. Sie lassen soviel Schisse als mögliä? bauen und suchen soviel als wo gl ich anzukaufen. Auf diese Weise toerden sie in der Zukunft in der Lage sein, Monat für Mvn-at abzuschützen, was ei,rgeführt werden kam,.
Daö versenkte französische Großkampsfchiff.
Berlin, 22. März. (WTB. Amtlich.) Au der Untergangs stelle des am 19. März in, Mittelmeer versenkten französischen Großkampfschiffes ist von einem Unterseeboot eine Kiste auf-gefischt worden, die einen Brief enthielt, woraus festgestellt werden konnte, daß das versenkte Schiff das französische Linienschiff „Danton" war.
Ein amerikanischer Dampfer torpediert.
Terschelling, 22. März. Ter amerikanische Dampfer „H e a l d t o n" wurde gestern um 8 Uhr 20 Minuten abends auf der Doggerbank torpediert. Es wurden drek Boote zu Wasser gelassen, von denen eines mit acht Mann, darunter ein Schwerverwundeter, von einem Tor podoboot eingebracht wurde. Ein Mitglied der Besatzung ist unterwegs gestorben. Bon den anderen Booten weiß man nichts. Es sind vermutliche 14 Mann kleiner Explosion des Kessels gestorben.
Bmuiden, 22. März. (Niederländ. Telegr.-Ag.) Der Dampftrawler „Java" aus Blaarüingen hat 13 Schiffbrüchige von dem amerikanischen Dampfer„.He- aldton" gelandet, der von Philadelphia nach Rotterdam mit 6000 Tonnen Petroleum unterwegs war. Der Dampfer wurde durch ein deutsches Unterseeboot in Grund geschossen. lBon der 31 Mann starken Besatzung sind 21 Mann wahrscheinlich ertrunken, 19, weil das Boot, in dem sie das Schiff verließen, konterte, zwei, weil sie über Bord sprangen.
Aus dem Reiche.
But'deSratsbeschlüsse.
Berlin, 22. März. (WTB. Amtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme:
Der Entwurf einer Bekanntnrachnng betr. die Prägung von Zeh »Pfennig stück-en aus Zink, der Entwurf einer Bekanntmachung über die Befugnisse der Reichsbekleidungs stelle, der Entwurf einer Be- lannttnachnng betreffend' den Handel mit O p i u n, und anderen Betäubungsnntteln, der Entwurf einer Bekmrnt- machung über den Handel mit Arzneimitteln, eine Vorlage betreffend Beschlüsse und Entwürfe von Vorschriften zur Ausführung des Jnrpfgesetzes, der Entwurf einer Verordnung über ausländische Wertpapiere, der DuLlvurs einer! Bekanntmachung betreffend, einige Kriegs- Verordnungen ergänzende Vorschriften über die Einziehung und über die Veräußerung beschlagnahmter Gegenstände, der Entwurf einer Bekanntmachung über die Pfändung des Ruhegeldes der in Privntdienst' augestellten Personen und der Entwurf einer Bekanntmachung über Aenderung des Gesetzes betreffend die Höchstpreise.
Das Kohlensteuergesetz.
B e r l i n , 22. März. (WTB. Nichtamtl.) Der Haupt- ausschußdes Reichstags setzte als Zeitpunkt für das Jnkvafttreten des K o h l e n st e u e r g e s e tz e s den 1. August 1917 fest und für das Außerkrafttreten den 31. Juli 1920 und beendigte damit die erste Lesung des Gesetzentwurfes.
Hessischer Landtag.
Zweite Kammer.
Tarmstadt, 22. März.
Die allgemeine Aussprache über bas
M in i steri u m des Inn e rn wird fortgesetzt. Ter Präsident ersucht die Redner dringend, sich kurz zu fassen, damit eine Na-chmittagssitzung vermieden werden! kann.
Mg. Lang (natl.) führt ans, die Armeeleitung verlange imch seinen Informationen für das Heer die Lieferung von ein eg Million Donnen Heu, davon habe der Kreis Erbach 17 000 Zentner zu liefern. Es seien aber auch die Futterrüben fast ziü Ende gegangen und Kleie sür Fntterzwecke sei infolge der' stärkeren AnsmaUung auch nicht mehr zn erhalten. Auf der mrderen Seite werde man infolge des strengen Winters noch längere Zeit ans die Gewinnung von Grünfutter warten müssen und das von Rumänien erwartete Kraftfutter sei ausgebliebem Alle diese Umstände, wirkten zusammen, um die Viehhaltung zurzeit recht schwierig zu machen, die vielfach! geradezu unmöglich werde. Diese -Schwierigkeiten wirkten natürlich auch recht ungünstig auf die Milchproduktion ein, und deshalb bitte er die Negierung, dahin zu wirken, daß die Heuabgabe im Kreise Erbach verringert und daÄ Heu nur dort genommen werde, wo es lvirklich entbehrlich, soft ,Abg. Hauck (Bbd.) betont die Notwendigkeit, den Frieden zwischen Stadt und Land zu erhalten. Namentlich sollten sich die Mitglieder der Kammer jeder Herausforderung enthalten uird deshalb verzichte er Mich darauf, dem Abg. Eißnert auf seine gestri- geir Heraussorderungen die gebührende Antwort zu geben. Der Redner bringt dann eine Anzahl Wünsche und Beschwerden aus dem Kreise Dieburg vor, die sich besonders gegen den Kommunalverband Darmstadt richten.
Mg. Mer.gell (natl.) verteidigt seine früheren Ausführungen über das Stadtleben dem Mg. Korell-Jngelheim gegenüber. Seine Krittk habe sich nur auf eine Minderl)ei1 in den Städten bezogen.
Mg. Herdt (frs. Vpt.) führt Klage darüber, in tvelch schwieriger Lage sich der Haridel befinde hinsichtlich der 9iahrungsmittel- oersorgung der Bevölkerung.
Abg. v. H e l m v l t (Bbd.) wendet sich -zunächst gegen die Behauptung des Abg. Korell-Jngelheim, in der er sagte, die Dcttglioder des Bundes der Landlvirte würden besondere Zu- weildungen von Amnwniakdünger erhalten. Die neue Preis- vrdmrng für Schlachtvieh sei unbefriedigend, besonders wegen der herab gern inbetten Preise für Rindvieh und Schweine. Dadurch würden die Lmrdtvirte nicht zur stärkeren Schweiriemast veranlaßt werden. Der Redner glaubt, daß sich auch der Rindviehs bestand lxrld vermindern werde. Ein Fehler sei es gclutfen, daß man sich hinsichtlich der Beschaffung von Futtermitteln nicht rechtzerttg vom Aus lande fteigemacht habe; der mangelhafte Zvll- tari.s räche sich heule sehr. Für die Folgen der Preishcrabsetzuns lehne die Landwirtschaft jede Verantwortung ab.
Aba. Raab (Soz.) führt aus, seiner Partei aebühre das Ver- drenst schon früher eindringlich eine bessere Regelung von Konsum uiw Produktion gefordert zu haben. So gut man die Produktion nr der Industrie regele, um allen Anforderungen des Krieges gereckst zn werden, so könne man doch auch die Produktion in der Landwirtlchast regeln. Ter jetzige Mangel in der Produktion habe :-azu gefül)rt ,daß.«Menschen sich vielfach mit .Viehfutter be- .rügen .Müssen. .Nach seiner Meinung hätte der Vorstand einer . den Gewerklft-aft die Produkttonsfta-w besser erledigt, als es jetzt geschahen sei.
Dorsch (Bbd.) polemisiert gegen den Mg. Raab und erklärt den Vorschlag, die Landwirtschaft besser zu überwachen, für undurchführbar. Er hoffe, daß durch möglichst reiche Aussaat ein gutes Allgemernerttügnis erreicht wird. De Hauptsache sei aber, datz das zu bebauende Land auch wirklich dazu geeignet sei, sonst ,er es schade um die Aussaat. Der großen Zahl bdi uns befindlicher Kriegsgefangener gegenüber, )ei keinerlei Sentimentalität am Pla!4?. Dre ftogenannte Profitgier bei vielen Landwirteir sei etwas ganz Aaturluyes, es lei eben alles bei uns ettvas amerikanisiert worden ßev ganze Staatssozialismus habe sich als unfähig erwiesen Es leren so viel Kartoffeln in den Städten verdorben, w'ul sie falsch! aufbewahrt wrrrden. (Mg. Ulrich rrrft: Die Bauern haben uns b«. mogelt.,
- k • r ■ .... wtUiMVU , uk wu/iutuiv iu/uj mu>c
ut Die Eichenwälder getrieben wurden. Daran seien zum Teil die Gemeinden mit Waldbesitz schuld. Das gewonnene Wallnuf^- und Bucheckernol sollte in erster Linie denen überlassen werden^ welche die Früchte abgeliefert hätten. Weiter trägt der Redner eine Anzahl Einzelwürrsche aus Oberl)chsen vor. Die Hirzenhainev Eisenbahliarbeiter fvllten die Zusatzlebcnsmittel mrs den benachbarten Orten geliefert bekommen imb nicht von weit entferntecen, Zentralen von denen tzju höheren Preisen geliestrt iverde Der Redner bespricht dann nock) den vor Jahren ausgearbeiteten G c n e- ral kulturplan für den oberen Vogelsberg und wünscht die baldige weitere Durchführung. Das vorgesehene Ge- metjirmf-afie ein Zehntel der land- und forstwirtschaftlich benutztest Mackst des Landes und sei daher gewiß der vollen Beachtung wert.
Staatsrat Hölzinger Mitwvrtet auf eine Anfrage des Abg. Dorsch bezüglich der Schutzimpfungen gegen Rotlauf, daß seine Wünsche möglichst berücksichtigt werden würden.
Abg. Fenchel (Bbd.) erörtert ebenfalls die Frage der Feld- Vereinigung im oberen Vogelsberg und spricht die Envartungs aus, daß die Gemeinden die Kosten dafür übernehmen werden qu der Landwirtschaft lasse sich ein Produktionszwaug nicht durchs führen. Auch er sei der Meirrnn-g. daß die Herabsetzung der Viehprcise Nstite Kreise der LmidwEtschaft in Hessen schädigen werde, bc- londers da, wo der Getreidebau nicht rentabel sei. Bei der Zu- teitung von .Scküveinen durch die Reichsfleiisckchelle i-ei Hessest benachteiligt worden, indem Mefe Stelle die den preußischen Provinzen gemachten Auftagen nicht erzwingen konnte. Die vom Abg ue.-ei erhobenen Vorwürse gegen die Landwirtschaft^kannner und die Negierung seien nicht durchweg berechttgt. Im nächsten Jahre müßten auf jeden Fall Höchstpreise für Saatlärtosfelu festgesetzt werden.
Mg. Bähr (Bbd.) wendet sich in langen Ausführungen gegen die der Landwirtschaftskammer gemachten Vorwürfe. Man habe die Vorwürfe wohl zumeist nur auf Grund vom Hörensagen erhoben. Tie Behauptung, die Landwirtsckstftskammer lstbe an jedem Zentner 70 Pfg. verdient, sei unwahr und auch die übrigen Vorwürfe entspräästn nicht den Tatsachen. Weder die Landwirlschafts- Cammer uch die Regierung trügen an der Preissteigerung irgend eine Schuld. '
.Geh. Obermedizinalrat Dr. Lorenz erklärt noch, daß eine größere Anzahl der von der ReichsfteisckLtelle in Aussicht gestellten Schweine von dieser nicht geliefert worden seien.
Darnach wird die Verhandlung um 1 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung heute nachmittag 3 Uhr.
10. Sitzung der neunten ordentlichen evangelrschet Landessynode.
Darmstadt, den 22. März 1917.
Ter Vorsitzende, Kirchenrat Dingeldeh, eröfftiet t Sitzung 9,30 Ilfyt.
Am Tische des Kirckstnregiments: Oberkonnstornalpräside Wir kl. Geh. Rat v. Nebel, Exz., Geheimrat v. Dr. Flöriu Gcheimcr Oberkonsisiorialrat v. Petersen. Oberkonsiftorialr Merck. Dr. B e r n b e ck.
Das einleitende Oledet sprach Syuod. Göbel.
Die Versammlung fährt in der gestern abgebrochenen B ratung des Berichts über die Verhältnisse und Zustän! der evangelijchen Landeskirche in der Svnoda Periode 1910 bis 1914 fort.
Spnod Kaßlick sprickst kurz über den Religionsunterricht höheren, Mittel- und Volksschulen.
Synod März warnt vor einer Verringerung der Religion stunden in den Bvlkssck-ulen und verlangt mehr Memvriersloff a Grund der Kriegserfahrungen.
Shnod. Wagner vertveist auf die vier wöcheittlichen Rel <ionsslundan der Volksschule. Bei den zwei Stünden der höhen Schulen werde nicht das Gleiche geleistet nne in den Volt'ssckmle


