Heeresbericht
ist nach 'yrÜLM Kampfe
Englischer
rvm 17. MLrz. Bapaume ist nach 'yvLun Kampfe mit den deutschen NaWttLen gefrömmen. Südlich der Somme besetzten wcr feindliche Stellungen auf einer Front von ungefähr 16 Mörlen. Wir besetzter: die Dörfer Fresnes, Horgny- vi Ilers, Larbon nel, Barloux, Etterpigny, Lc Mai so nette. Nördlich des Flusses besetzten wir Le Tvansloy BiefvWers, Achtet le Petit, Ablainville, Bucguo und Essart. Ba- rxrume wurde^ vom Feinde systematisch geplündert, alle wertvollen Gegenstände svrtgeschleppt oder verbrannt. Unser Vormarsch ging rvahrend des ^ages auf beiden Sommeufern rasch voran. Wir Halten das Gehöft Quasnoy, 1500 Pards nordöstlich von Essart, besetzt und gelvcuttccn die »vei'tlichen und iwrdwestlichen Verteidigung Santa gm von Nconchy au Bars. Wir führten morgens erfolgreiche Vorstöße östlich und nordöstlich von Arras aus. Die UntLrstütztMgsl'inie des Feindes lvurde erreicht, zwei Maschinen^ <rewehvc und eine Anzahl Gefangener ein gebracht. Nordöstlich von Vermelles würbe nachts ein feindlicher Stoßtrupp vertrieben. «'Gestern fand ein Gefecht zwischen einer imserer Flugzeugpatrouillein statt, die aus acht Flugzeugen bestand, und 16 feindlichen Avpa- raten statt. Nach einem Kampf von 20 Minuten wurde die feindliche Formation zur Auflösung gezwungen. Zwar deutsche Flugzeuge sind zerstört, zwei weitere beschädigt, und zum Niedergehen gezwungen. Alle unsere Maschinen sind zurückgekchrt.
Französischer Heeresbericht
vom 17. März, nachmittags.
Nördlich der A v r e unfi zwiWhen A v!r e und Oise fahren unsere Abteilungen fort, auf den Kind einen kräftigen Druck au> grüben, und setzten nachts ihre Vorrückung auf einer Front von über 20 Kilometer und einer Tliefe, die an gewissen Stellen vier .Kilometer übersteigt, fort. Wir machten nachts etwa 100 Gefangene. Nordwestlich von Berry au Bac griffen die Deutschen nach lebhaftm BeAneßunch Me in dem gestrigen Bericht gemeldet wurde, liniere Lrrete» cm. Der Angriff ivurde von unserem Feuer gebrochen Einige feinvnche Abteilungen. deiren es gelang, in einen Gral^en- teil erMUrMgev, wurden sogleich mittels Bajonetts vertrieben- Oeö&dj vvn Reims hielten unsere Handgranatenwerfer feindliche Angrtffsvsr^che gegen unsere kleinen Posten glatt auf. In der (Zegach tzv-Mm v(m Maisou de Champagne machten wir ernstliche Fortschritte ttzltels Handgranate. Nachts eroberten wir mehrere (HraüeuteZ^Mr Artilleriekampf war in diesem Abschnitt und gegen ANberive lebhaft. OestlichderMaas fand gestern und während der NaM m btt Gegerü> des Ll>rmbrette'-Gehöftes ein lebhafter KampfIckkt Mehrere feindliche Angriffsversuche gegen einen unserer Gv36«r werden nach mehrrnaligem Vorrr'icken und Zurchckweichen !tis Die Deutschen erlitten im Laufe der Aktionen
«Kliffe. Oestlich der Maas vor Ehewpy. und im Priesterwalde bei Remenauville, westlich von Pont n Mousson und im Elsas; am SubMipf gelangen uns mehrere Handstreiche. W!ir machten zirka 15 GejiMgene.
Fl u g v e s e n: Morgens gegen 51/2 Ubr wurde der Z e p p e - lin 39", der soeben die Gegend von Paris überflogen hätte, über Cvmpiögne in einer Höhe von 3500 Metern von dem Feuer unserer Fliegerabwehrgeschütze getroffen. Er ging in Flammen in der Gegend der Gärten von Compiögne nieder. Weder der Niedergang des Luftschiffes noch die Explosion der Bomben ver- . ursachttn S.chaden Die ganze Besatzung kam um. Gestern zeigten sich unsere Jagdflugzeuge besonders tätig Zahlreich^ Kämpfe wurden von unseren Fliegern geliefert Im Laufe der Nacht wurden acht feindliche Flugzeuge «»geschossen. Drei dieser wurden von dem Hauptmann Guynemer heruntergeholt und gingen brennend in unseren Linien nieder Die Zahl der deutschen Flugzeuge, die damit von Guy nein er bisher zerstört worden sind, beträgt 34 Leutnant Deullin schoß (Ebenfalls sein neunzehntes Flugzeug ab. Am selben Tage wurde durch das Feuer unserer Spezialgeschütze ein neunter Apparat abgeschossen, der auf dem Erdboden in der Gegend bon Corberv zertrü nrmerte.
Die Revolution in Rußland.
Das Abdankungsmaniscft des Zaren.
Petes bürg, 16. März. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Das kaiserliche Manifest lcmtet:
Wir, von Gottes Gnaden, Nikolaus II., Kaiser aller Reußen, Zar von Polen, Großfürst von Finland usw., tun unseren getreuen Untertanen hierdurch folgendes lünd:
In den Tagen des großen Kampfes gegen den äußeren Feind, der sich feit drei Jahren bemüht, unser Vaterland zu unterjochen, hat Gott gewollt, Rußland eine neue Prüfung zu schicken. In ne- re Schwierigkeiten drohen eine verhängnisvolle Rückwirkung auf den endgültigen Ansgang des hartnäckigen Krieges auszuüben. Die Zukunft Rußlands, die Ehre unserer Armee, das Glück des Volkes und die ganze Zukunft unseres teuren Vaterlandes verlangen, daß der Krieg umjeden Preis bis zum siegreichen Ende geführt wird. Der grausame Feind macht seine letzten Anstrengungen, und der Augenblick ist nahe, wo unser tapferes Heer in UebereinstiMmUng mit unseren glorreichen Verbündeten den - Feind endgültig tzu Boden strecken wird. In diesen, für das Leben Rüßlands entscheidenden Tagen, hielten wir es für eine Ge-> wffsenspslicht, unserem Volk die enge Vereinigung und Organisation aller seiner Kräfte, um den schnellen Sieg zu verwirklichen, erleichtern zu müssen. # Deshalb haben wir in Übereinstimmung mit der Tünra des Reiches es für gut erkannt, der Krone des russischen Staats zu entsagen und die oberste Gewalt mederzulegen. Ta wir uns nicht von »unserem geliebten Sohne trennen wollen, übertragen wir unsere Erbfolge auf unseren Bruder, den Großfürsten Michael Alexandrowitsch, den wir bei seiner Besteigung des Thrones des russischen Staates segnen. Wir beauftragen unseren Bruder, in voller ljeberemstim- iwmg mit den nationalen Vertretern zu regieren, die gesetzmäßigen Einrichtungen ausrecht Zu erhalten und aus sie im Namen des vielgeliebten Vaterlandes den unverletzlichen Eid zu leisten. Wir fordern alle treuen Söhne des Vaterlandes auf, ihre heilige Baterlandspslicht zu erfüllen, dem Zaren in dem schweren Augenblick der nationalen Prüfungen zu gehorchen und ihm mit den Vertretern ttb Volkes behilflich zu sein, den russischen Staat den Weg des Glücks und des Ruhmes zu führen.
Gott schütze Rußland!
Amsterdam, 17. Wxci. (WTB.) Entgegen der Mitteilung Bomrr Lckws im Unterhause verbreitet das Reutersche Bureau ein Petersburger Telegramm vom 16. März, nach welchem der Zar zugunsten des Großfürsten Michael abgedankt und feinen Thvonrschten entsagt habe. Ter Zar hibe das Oberkommando über die Armeen im Felde dem Großfürsten Nikolaus übertragen.
Der Zar in Pskow.
Amsterdam, 17. März. lWTB.') Nach dem „Mgemsen Handels blad" meldet der Petersburger Korrespondent des „Daily Chronic-e" seinem Blatte, daß der Zar, als er in Bologoje angehaltcn wurde, sich nach Pskow begab, wo er sich mit einev kleinen Garde noch befindet. Er wurde vor die Alternative gestellt, entweder auf den Thron zu verzichten oder entthront zu werden. Tie Zarin befindet sich in Zarskoje Sselo. Der Kommandant .des Palastes gab den Duma Vertretern sein Ehrenwort, daß die Zarin keinen Fluchtversuch unternehme.
Thr-»verzrcht des Großfürsten Michael.
New Ysrk, 16 . März. (WTB. Nichtamtlich.) „Associated Preß" erfährt aus Petersburg: Großfürst Michael hat trrt Freitag nachmittag um 2V2 Uhr ebenfalls auf der, Hhr»n Verzichtet.
Hie PrsttOmatisn des neuen Regenten.
.*»*»*$«$ en, 17. M«cz. (WTD. Nichtamtlich.' Ritzaus Petersburg: Kvoßfürst Michael
Beseelt von den glttchän Gedanknr, der das ganze Volt erfüll:, daß das Wohl des Vaterlandes allem vorgehe, faßte ich den festen Entschluß, die höchste Macht nur imter der Bedingung anzunchmen, daß dies der Wille des Volkes ist, indenr das Volk durch seine Reprefentauten in einer ^Konstituierenden Versammlung,, dre Regierungsform und die neue Verfassung deS russischen Staates festfetzen muß. Indem ich den Segen des hoch den herab fleh?, stelle ich also allen russischen Mitbürgern anheim, sich der Regierung unterzuvrdnen, die auf Initiative der Duma gebildet und mit aller Macht Und Autorität aus-gerüstet ist, bis die durch eine allgenreine, direkte, gleiche imi> geheime Abstimmung gewählte konstituierende Versammlung durch ihren Beschluß über die Regierungssvrm den VolkswÜlen ausgedrückt hat.
Die Proklamation der provisorischen Regierung.
Petersburg, 16. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.
Tie provisorische Regierung veröffentlicht folgende Proklamation:
Mitbürger!
Ter provisorische Vollzugsausschuß der Reichsduma hat, unterstützt von der Hilfe der Garnison und den Einwohnern der Hauptstadt, jetzt vollständig den schädlichen Einfluß der alten Regierung gebrochen, so daß er jetzt zur festett Organisation der ausführenden Macht schreiten kann. In diesem Augenblick ernennt der Ausschuß folgende M inist er des ersten nationalen Kabinetts, deren frühere öffentliche und politische Tätigkeit ihnen das Vertrauen des' Landes sichert .... (Hier folgen die vorgestern gemeldeten Namen.) Tie neue Regierung will ihre Politik auf folgenden Grundsätzen aufbauen:
1. Allgemeine unmittelbare A m n e sti e für alle Personen, die Verbrechen politischer oder religiöser Natur begangen haben, darunter auch terroristische Handlungen, Militärrevolten und Ver- brech^en gegen die Landwirtschaftsgefetze.
2. Meinungsfrei he it, Pressefreiheit, Vereins- und Ver- sammlungsfreis?eit, sowie Streikrecht mit Ausdehmmg dieser Rechte ans die Militärpersonen innerhalb der Grenzen, die die militärischen und technischen Verhältnisse gestatten. ^
3. Abschaffung aller ans sozialen, religiösen und nationalen Gründen bedingten Einschränknngen.
4. Unmittelbarc Vornahme von Vorbereitungen zur Einberufung einer konstitutionellen Versammlung, die ans dem allgemeinen Stimnrrecht berul)en, eine Regierung einrichten und die Verfassung annehmen soll.
5. Tie Polizeiinstitution wird durch eine Nationalmiliz
Leittrng der Selbstverwaltung unter finden auf Grund des ^allgemeinen
Bureau mtfori «itz
Alerandrowitsch hat nachstehende Pvollamatisn erlan'en:
^ Durch meines Bruders Willen wurde mir die schwere Aufgabe Q uKt k flt, üt& cm mir während eines Krieges ohne Settenstück und
unter vW«reu Unruhen der kaiserliche Thron läxxtxagai wurde.
mit gewählten Chefs, die der stellt sind, ersetzt.
6 . Tie Kvmmunalwahken Stimmrechts statt.
7. Tie Truppen, die an der revolutionären Bewegimg beteiligt waren, sollen nicht entwaffnet, sondern in Petersburg kon- signKrt iverdeit.
8 . Mschaffnng aller Einschränkungen für die Soldaten hinsichtlich! der sozialen Rechte, die andere Mitbürger besitzen^ doch nur unter der Beding^ung einer strengen nrii£tärifditcrt Disziplin im aktiven Dienst.
Tie provisorische Regierung legt Gewicht daranf, hinzuzufügen, daß sie nicht beabsichtige, den Kriegszustand zu benutzen, um die )urchfül 7 rung der obengenannten Reformen aufzuschieben.
Mikjukow über die Gründe der Revolution.
Petersburg, 17. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Delegraphcnagentur. Der Minister >es Aeußern Miljnkow enlpftng am Donnerstag die Vertreter der Agenturen Havas, Reuter, Associated^ Preß und )e§ „Temps", denen er erklärte: Das von uns zu lösende Probleni besteht in der Wiederu.nfrich.tnng der Macht Rußlands derart, daß es imstanoe ist, dem Bolle den endgültigen Sieg über den Feind zu verschnffen. Das große Verbrechen der alren Regierung besteht darin, daß ie das Land in eine vollständige Desorganisa- t io n stürzte, die ihm schwere Prüfungen auferlegte. Diese Verhältnisse hätten sogar einen gefährlichen Einfluß auf den Ausgang des Krieges haben können. Die zunehmende Unzufriedenheit der Bevölkerung verursachte die Wendung der Ereignisse. Der Zorn des Volkes war derartig angeschwollen, daß die russische Revolution unter allen Revolutionen beinahe die kürzeste Zeit beanspruchte uns die am wenägsten blutige war. Die alte Regierung sah sich vollständig isoliert. Tatsächlich hatte niemand Vertrauen zu ihr. Die letzten großen Ereignisse ermöglichen denr Volke, das Vertrauen in die eigene Macht wiederzuaewinnen. Sie sollen den Enthusiasmus des VolkiÄ erhöhen, die nationalen Kräfte vervielfältigen, mrd es' endlirl; ermöglichen, den Krieg M gewinnen. In den letzten Tagen fesselten die Vorgänge in der Duma die gesamte Oefsentlrch- t'eit. Die Duma war der Mittelpunkt der ungeheuren moralischen Kraft. Nun verfügt die.Dnntcv auch über die materielle Kraft, da das Heer sich an ihre Seite stellte. Stündlich treffen Nachrichten über die fortwährende Zunahme der Machterweiterung der nationalen Vertretung ein. Die neue Regierung erachtet als absolute Bedingung dre offizielle Abdankung des Zaren und die einstweilige Uebernahme der Regierung durch den Groß für sten Mich ael Alexandrowitsch. Das ist ein Beschluß, der uns nnabänvcrlich erscl)eint. Den letzten Nachrichten zufolge hält sich der Zar in Pekow aus. Im Gegensatz zu den ausgesprengten Gerüchten ist er nicht gefangen genommen. Die Zarin hält sich in ZarsVoje Selo in vollkonrnrcner Sicherheit auf.
Die Zustände in Petersburg.
Amsterdam, 17. März. (WTB.) Der „Times" wird aus Petersburg vom 15. März morgens gemeldet: Die Stadt ist vvtt- stäudig ruhig. Tie Lebensmittel frage bildet die HauR- sorge der neuen Regierung. Es kommen regeluiäßig Züge mit Mehl an. Die Bevölkerung wird trotz aller Schwierigkeiten ernährt. Tie Städte und Dörfer im garrzen Lande wurden telegraphisch ersucht, die Bauern zur Anfuhr von Getreide und Mehl anzuspornen, damit die Armee iacb die .Hauptstadt feinen Mangel leiden.
Don den Truppen, die Protvpopow in Petersburg konsignierte, um jeden Aufruhr im Keime zu ersticken, >wnrden viertausend Mann gefangen. Die übrigeir halten sich verborgen.
Petersburg, 16. März. (WTB.) Meldung des Reuter- schen Bureaus. Fürst Golitzhn Goremykin und der frühere Kommandant der Truppen von Petersburg, sowie die früheren: Minister und Generale S u ch 0 m l i n 0 w , B j e l a j e w . P r 0 t 0 - popow, Schtscheglowitow, Marklakew, Markow und K u r l 0 w sind in der Peter Pauls-Festung interniert worden. Tie anderen Personen, die liohe Stellungen bekleidet haben und. gefangen genommen worden "sind, bleiben vorläufig im Gebäude der Tuma.
Ter Justizminister Kerenskij sagte^in einer Ansprache an die Delegierten der Arbeiter, er sei zwar m die provisorische Regierung eingetteten, aber er bleibe doch das, wtas er ftüher ge-j wesen ;ei, Republikaner.
Petersburg, 17. März. (WTB.) Reuter. Unter den zuletzt Verhafteten befindet sich General Renenkampf.
Ter Verkehrsminister teilte mit, daß der Verkehr auf allen Bahnen m-t einer kleinen Ausnahme normal sei. Aus den 'Provinzen wird gemeldet, daß mir einige verhaftete Beamte, darunter der reaktionäre Gouverneur von Twer getötet wurden und das; es sonst zu keinem Blutvergießen kam, T-er Chef der Moskauer Polizei wurde verhaftet; das Hauptquartter der Geheimpolizei wurde niedergeb«mnt.
Petersburg, 17. März. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphew-Agentur. In Petersburg weilend» Offiziere gingen Arm in Arm mit Leuten aus dem Volke.
Ans Aufforderung des Exekutiv-AUsschusscs HEn erkannte die
Ti.u'.u au. : a... u:n den .^drieg zu einem siegreich:!: Ende zu führen» es unerläßlich ,ei, die Ordnung wieder herzustellen und die gemeinsame Arbeit hinttr der Front wieder auszunehmen. Es wurde einstimmig beschlossen, die Gewalt des Exekutiv-Aus» schusses der Tuma anzuerkennen für alle Angelegenheiten, die mit der Verwaltung des russischen Staates zusammenhängen bis zur Einberufung einer gesetzgebenden Versammlung.
Petersburg, 17. März. (WTB.) Reuter. Morgen ioerden Idie M i n i st e r eine große Parade über die Truppen des Tistrikts Petersburg abhalten.
Ter Jnstizminister ordnete an, das; zukünftig keine Prozesse wegen politischer Vergehen stattsinden sollen. Tie neue Regierung gestattete den Juden, als Rechtsanwälte vor Gericht aufzutreten.
Stockholm, 16. März. (WTB. Mchdamtlich.) „Aston-- bladet" berichtet: Ueberall in den Straßen Petersburg liegen die Leichen von e r) ch 0 s s e n e n Gendarmen. Me Gen.oarmen, die sich auf der L>ttaße zeigten, wurden ohne Gnade niedergeschossen.
Petersburg, 17. März. (WTB.) Reuter. Am 16. März nachnlittags begannen Mäamer mit Leitern die kaiserlichen Wavpen von den üfsenttichen Gebäuden und von den Läden zu entfernen. Gleich darauf wur^e von den Blättern gemeldet, daß der Zar auf den Thron verzichtet habe. Tie Wappen wurden, aus den Straßen verbrannt oder in die zugeworencu Kanäle geworfen. Tie Nackuriä,:, daß der Zar abgodanft hrbe. traf in Petersburg im Laufe der Nacht ein und verursache infolgedessen wenig Austegung. Im Laufe des Tages sah Reuters Korresvonvent Soldaten und Bürger unter der Absingung der Marseillaise durch die Straßen ziehen. Großer Jubel brü h mis, als berittene Truppen mit einer Fahne mit der Inschrift: Es lebe die s 0 z i a l i st i s ch e R e p u b l i k in allen Ländern! vor der Tuma hielten.
Die englische Presse.
Lond on, 17. März. (WTB.) Renter. Die Abendblätter bringen lange Kommentare zu der russischen Krise. Im allgemeinen drücken sie ihre Befriedigung aus, daß die Kräfte der Reaktioir endgültig vernichtet worden sind.
„West min ist er Gazette" sagt: Es wird stark zu Rußlands Gunsten zahlen und ungeheuer viel zuni Wohler.vchcu der Alliierten Rußlmids beitragen, wenn in Rußland die schwierige und gefährliche Operation, seine Regierung matten cm Kriege einer Reimgung zu unterziehen, erfolgreich d-uvchgesührt wird. Tie Regierung, die jetzt bei Seite gesckzvben worden ist, war in ihrem! geschichtlichen Ursprung imb in ihren hauptsächlichsten Eigenscliasten deutsch. Sie hatte alle Fehler und keine Tugenden der preußischen Bureaukratie. Sie hielt hartnäckig an den diktatorischen Eigenschrsten, fest, ohne die Ehrlichkeit und Tüchtigkeit des deutschen Musters zu erreichen.
„E oen in g Standard" bemerkt: Tie Tat mußte getan werden, tvenn Rußland der Sache der Llllri-erten treu bleiben sollte und seine große Bestimncung erchlleu wollte. Wir freuen uns über die offenbare Vollständigkeit des Triumphes der patriotffchen Parteien.
Rücktritt des Kabinetts Briand.
Paris, 18. März. (WTB.) Meldung der Agence Havas: ±ie Minister traten gestern abend zusammen. Briand erstattete Bericht über die Beratungen, die er tiber die Bednrgungen abge- ^halten l-abe, unter dscen das Kabinett vervollständigt werden könnte. Ter Ministerrat war der Ansicht, daß es die Uinstände er- loschen, dem Präsidenten Poincare jede Freiheit zu lassen, so über die Lage zu entscheiden, wie er es fiix die Intern effen der nationalen Verteidigung für am besten 'halte. Infolgedessen überreickfte Brimid Poincare den R ü ck t r i t t des Kabinetts.
P a r i s , 18. März. (WTB.) Wie der „Pettt Parffien" meldet, entschloß sich B r i a n d tzur Demission, da ruerst P a i u te t> 4 und dann Noulens ablehrtten das Kriegsimnisteriiml 91 übev- nehmen.
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Aus der italienischen Kammer.
Rom ^16. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefani: Die Kammer erörterte die Interpellationen über dir Wirtschaftspolitik der Regierung. Der Minister S 0 n - nino gab folgende Erklärung ab: Um sogleich der Erwartung der Kammer zu entsprechen, deren Aufmerksamkeit in diesem Augenblick besonders aus die großen Ereignisse in Rußland gerichtet sein muß, beeile ich mich, zu erklären, daß nach den mis allen Quellen bisher eingelaufenen Nachrichten die ganze Bewegung, die sich in den letzten Tagen in Petersburg und Moskau entwickelte, im Hinblick auf den Krieg nicht auf em Nachtasfen, sondern aus immer stärkere Fortsetzung der militäri-^ scheu Operat io neu gerichtet ist. Die Regierung hat gestern durch die Presse die bisher genceldeten Einzelhecten mitgeteilt. Ich kann denr heute nichts hinzufügen, noch könnte ich aus irgend eine Frage über diesen Gegenstand anttvorten. Wir können und dürfen uns nicht unter irgend einer Form in Fragen einmischen, die sich auf die innere Verfassung des verbündeten Reiches beziehen, n»ch in Streitigkeiten seiner nationalen Parteien. Ich bitte die Kammer, gerade im Interesse der großen Ziele, die ihr besonders am Herzen liegen, sich jeder mittelbaren und unmittelbaren Kundgebung 'or g faltig zu enthalten, die sich nicht in dem ein-* achen heißen Wunsche zusammenfassen läßt, daß das große verbündete Reich, dem heute eine so große Mission für den Tttumph der Gevechtigkeit und Zivilisation der Welt zufällt, bald seine» imieren Frieden wiederstnde, in der einmütigen Absicht, mit allen nationalen Kräften den gemeinsamen Feind an den Grenzen zu schlagen. Die Ereignisse folgen sich schnell in diesen Kriegszeiten, Der hinterlistige, von Deutschland u. seinen Verbündeten im vergangenen Dezember gemachte Friedensvvrschlag war der Gegenstand der Prüfung der Kammer während ihrer letzten Sitzungsperiode. Tann kam die Note Wilsons vom 18. Dezember, die. sicherlich erfüllt, von dem hohen Gefühl der Menscheiclieby, jede der beiden kriegführercden Gruppen aufforderte, ihre Bsdingungen zu formulieren, unter denen sie Friederc geschlossen hätte. Tie Mitttkmächte antworteten sofort auf die amerikanische Mitteilung, ohne indessen Bedingungen zu nennen, indem sie nur auf ihrem ersten Vorschläge der Zusammenkunft der Kriegführenden bestanden, auf der man darliber beraten hätte. Tie Alliierteir brachten am 30. Dezember durch Vermittelung der interessierten neutralen Regierrmgen ihre gemeinsame Antwort auf den Vorschlag der MittÄ- mächte vom 12. Dezember zur Keuntnis, der allein darauf abzielte, in der öffentlichen Meinung unserer im Kriege befindlichen Länder Zwietvacht hervorzurufen und die Neutralen M verwirren und zu erregen, während er versuchte, den öffentlichen Geist in Deutschland und bei seinen Verbündeten zu stärken. So anftvortetew Deutschland und Oesterreich-Ungarn durch die Vermittlüng der neu- ttalen Regierungen auf unsere gemeinsame Mitteilung durch eins Note, deren springender Punkt immer das Fehlen jeder genaueren Angabe der Friedensbedingungen war. Tenn von den Behauptungen braucht man gar nickst zu sprechen, welche die geschichtlich gewordene Tatsache des von den Mittelmächten 1914 willkürlich unterrcommenen Angriffes entstellen wollen. Tann kanc die wichtige Botschaft Wilsons vom 22. Januar an den amerikanischen Senat, in welcher der Präsident seine (Gedanken über die zukünftigen internationalen Regelungen zum Sckmtze der Menschheit gegen ein neues Kriegsunglück ausemandersetzte. Der Präsident erkannte an, daß man dies alles nicht einmal teilweise erreichen kann, werm die Friedensbodingungen, die dem gegenwärtige Kampfe ein Ende mack-en sollen, nicht den edler: Forderungen der Billigkeit, Zivilisation und Achtung der Nationalitäten und der kleinen Staaten Genüge leisten,' den Forderungen, die übrigens schon in ider Antwort der Alliierten auf die erste Note skizziert! waren. Aber Wilson erklärte nicht, wie man all das erreichen kann. Was seine HAvthese eines Friedens ohne Sieg anbetrjfft, so wäre sie gleichbedeutend Mit 'der Verleugnung der Ursprünge dieses Krieges und mit der Verkennung der von Italien und seinen Alliierten verkündeter! Ziele. Hier ist es am Platze, wieder einmal zn bekräftigen, daß Italien kern Ziel der Vorherrschaft oder Unter* drückmrg verfolgt, sondern daß es durch die Tapferkeit seiner Kinder für die Befreiung seiner «einem ftemden Joche unterworfenen Landsleute kämpft, sowie für die Eroberung seiner von der Natur gezeichneten Grenzen, für die rechtmäßige Sicherheit seiner Küsten im odriatischen Meer und für die Wahrung der


