Aebex ore gestrig« Sitzung der französischen Deputier-Z renvLmmer, die zum Rüntritt des Generals Lyautey8 führte, liegen bisher folgende Havasmeldungen vor:
Die Kammer trat am Mittwoch zu einer Geheim-! !.J.fc un 8 zusammen zur Besprechung der Interpellationei' !! über oaS Militärflugwesen. Die Kammer nimmt die
Haag, 15. März. (W^B.) Hier ist das Gerücht ciu- u.' .u. Ausnal.na'gcsetz vorhanden sei. Mil einem solchen Mi-
gelaufen, daß der Dampfer „La camp i n^, der Rotterdam verlassen hat, in der Nordsee versenkt wurde
^tätliche Sitzung um 9.30 Uhr abends wieder aus. Der Präsident verliest die eingebrachten Tagesordnungen. Die Negierung erklärt sich einverstanden mit einer Tagesord nung, die die Erklärungen der Regierung zur Kenntnis nimmt und darauf zählt, daß die Regierung für ein ge fchlossenes Zusammenarbeiten der verschiedenen Dienst- zweiae des Flugwesens besorgt sein und sämtliche Zweige des Luftkrieges intensiver ausgestalten wird.
.Kriegsminister General L Y a u te y erklärt, er finde, daß die Debatte besser nicht stattfinde, und daß es wohl tunlitt wäre, al^zuwarten, bis die getroffenen Maßnahmen ihre Ergebnisse gezeitigt haben. Der Mirnster bemerkt, er werdc den Rednern auch in geheimer Sitzung nicht auf das technische Gebiet folgen, weil dies die Landesverteidigung gefährden konnte. Die Worte des Generals werden mit lebhaften Protest rufen entaegengenommen. Einige Ab- geordnete verlangen, man solle den General zur Ordnung rufen. Andere erblicken in seinen Worten eine Beleidigung des Parlaments. Trotz des Eingreifens des Präsidenten Des- ckianel dauern die Protestrufe fort.
Der Sozialistenführer Renaudel bringt einen Antrag auf Geheimsitzung ein, der genehmigt wird. Um 9.40 abends wird die öffentliche Sitzung unterbrochen und der Sitzurigssaal geräumt. Die Kammer beendigte alsdann die Erörterung der Interpellationen über das Militärflugwesen und genehmigte einstinimig die von der Regierung gebilligte einfache Tagesordnung. Während der Geheimsitzung hatte der Krreasminister das Wort nicht ergriffen. Er war auch auf der Bank der Regierung nicht zugegen.
dern, 14. März. (WTB.) Dein „Gaulois" zufolge cmoiten dis Führer der Opposition in den Wandelgängen der Kammer, sie würden in ihrer Haltung beharren, bis Briand verstanden habe, daß ein Zusammenarbeiten des Parlaments mit ihm nickt mehr möglich sei. Bei der jetzigen Lage sei es unausbleiblich, daß bei der ersten besten Gelegenheit unerwartet ein Zwischenfall eintrete. Ms Nach- solger Driands werde Ribot genannt, dem Barthou und Parnlevs als wichtigste Mitarbeiter beigeaeben werden rollen. Andere nennen Deschanel.
Die „Action francaise" bekämpft sehr heftig den Gedanken ernes Kabinetts sturzes. Dagegen schreibt C l e- menceau, daß die letzten Vorgänge in der Kammer kein Manöver seren Man sei wegen der Kohlen-, Wirtschafts- ooer Transportkrise in der Kammer unzufrieden. Das könne man nicht verbieten.
... te?'^uvre" führt aus, Briand habe eigentlich keine Mehrheit mehr, blerbe aber dennoch. Er werde jedoch dies- schöne nichtssagende Reden nichts mehr erreichen, schließlich werde Briand doch zurücktreten müssen.
Ls§ dem Lerche.
Bundesratsbeschlüsse.
Berlin, 15. März. (WTB. Nichtamtlich.) Der B u n - d e srat nahm eine Vorlage betr. Aenderung der Grund- ätze für die Besetzung der mittleren und Kanzlei- U n t e r b e a m t e n st e l l e n bei den Kommunalbehördcn mir M i l i t ä r a n w ä r t e r n usw., einen Gesetzentwurf betr. die Herabsetzung der Mindeststrafen im M i l i t ä r st r a f gesetzbuche, eine Ergänzung zu der Verordnung betr. die Ausführung des Gesetzes vom 13. Juni 1873 über die Kriegseistungen vom 1. April 1876, einen Gesetzentwurf zur Aenderung der R e i ch s st e m p e l g e s e tz e, den Entwurf einer Bekanntmachung über die Jnvalidenversiche- r u n g bei der freiwilligenKrankenpflege und den Entwurf einer Verordnung betr. Aenderung der Vergütungs- ätze für die Naturalverpflegung während der Kriegsdauer an.
Die Ersatzwahl in Potsdam-Oschnvclland.
Spandau, 15. März. (WTB. Nichtamtlich.) Bei der gestrigen R e i ch s t a g s e r s a tz w a hl Potsdam 7 wurden abgegeben insgesamt 21921 Stimmen. Davon entfielen auf den Gewerk- ichaftsangestellten Stahl- Spandau (soz. Mehrheitspariei) 16 907, den Schriststell. r Mehring- Berlin-Steglitz (soz. Arbeitsgemein- Ichaft) 5010 Stimmen; zersplittert lvaren vier Stimmen. Stahl ist somit gewählt.
*
Berlin, 15. März. (WTB. Nichtamtlich.) Dem Reichstag ist der Entwurf eines Gesetzes zur Berei.usachu.ng der Rechtspflege zugegangen.
Berlin, 15. März. Der Fideikommißgesetz- Ausschuß des Abgeordnetenhauses nahm einen Antrag an, wonach die Neueinrichtung und Erweiteruuq von Fideikommissen in der Zeit vom 1. Juli 1917 bis 1. Juni 1920 verboten werden soll.
Der Kaiser und Hindenburg.
Berlin, IS. März. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser nahm heute ,m Großen Hauptquartier den Vortrag des ent 9 e 8 en*^ ,m ° r ^ 0 ^ Hindenburg über die Lage
Der bulgarische Bericht
Mär, (WTB.) General,'i-bsbericht. M z - d o - £ r ,° 2 * • Zwischen Ochrida- und Prespa-See wiederholte Angriffe des Feindes, die mit blutigen. Verlusten zurückgesckstagen wurden. Noch ziemlich heftiger Artillerievorbereittlng griffen die rosen nneder^lt mehrere Stallungen westlich und uörd- ^ ^ ^kolra rm Abschnitt zwischen Tarnova und Bitolia-Ebene *■”' r?9 J Ij> ^ TTl Rückzüge gezwungen, ber dem ne auß erord eittluh große Verluste erlitten. Auf der übrigen £2? £2* Kvmpftattgkert. Eine französische Kompagnie ver- NWM gegen unsere Stellung südlich von Gewgaeli vorzugelstn aber imrch jmfer Feuer zersprengt Eine andere lirglssche uäherte sich unseren vorgeschobenen Stellungen östlich
das^Wettern' snchm^ ^ m,tt Wtige§ rsiuer gezwungen,
«ui ? u m ft n * 1 ^ c Sjc o n t: Mehrere militärische Anlagen in Galatz wurden von uns mit Geschützfeuer belegt.
2luS China.
15 Marz (PrÜEel.) Das Marine- mhrelt dre MitterlnuA, daß Ehrna die irr Shanghai ZS^L.H""bels schiffe mit Beschlag belegt hat. >M iÄ y te unter Bewacliung an Land geb«ul)t nvrden. gchnter erfahrt, die Zahl der Schiffe beträgt 13 mrt einem Donnengehalt^ von insgesamt 35 000.
Die Brotkarte in Dänemark.
den »SÄ? f !ZTB., Saut ,.P°lw«en" wer-
ab m Tauemark Brotkarten einaesübi-t ZFstellunA über die Getreidebestände hctt sich, h^sg^ellt daß dvefe,rmgesahr ebenso groß sind wie im
Da jedoch rn dresem Jahre bl,e Aussichten der Ge- toill die Regierung vorsichtshalber Brotka^^ernsichven. Pve Karten wer-deir auf 315 Grainm täglich
hLt^ ZnW-r^ Körperlich sch»°« arbe>tE Pey'oneu er^
Seekrieg.
15, Erz. (WDB. Nichtmntlich.) Der eng- NdMÄLLL ^utt°lia- (229 Tannerr) Mnrde
SSerHtt, 15. Mrz. (WDB.) Nach einem Telearamm ^ %( niaT meldet „Agenzia Stefani"
Schmier „Wal 25" Schiff- Dampfers „loormina", der am r' <S ,u<tr ' a ^‘° b ° T ^ er deutschen Sperrgebietserkläruna Ö rrf, enCt tDDrbcn Ee, gelandet hätte. Das Tauchboot hatte srch gewergert, die Boote der Sckuffbriichi-
ntnjlf ^ die somit den Wellen preis-
gegeben gewesen waren, bis „Wal" vorbeikam P
°er wegen der großen Entfernung erst jetzt vorliegenden Meldung des Taiichbootes wurde die „Taorinina" durch eln^i Warnungsschuß ,pinachst Min Stopper- oeüvuu- -gen. Die Behauptung von einer war?ri:ngslose'n Ver- > er.kung -st also falsch Etwa nach 15 Min^n und nach finetn dritten Warnunqsschuß setzte die Besatzuna in zwei Booten von dem Dampftr ab. Das an Bord geschickte ^re-^kmnmando !var daun selbst behilflich, ein drittes Boot zu Wasser ui bringen. Die sonnt geborgene Besatzuna wurde dann m^etwa den Weller- Preisgegeben/so-idl^ chr werteres Schrchal bei den, herrschenden ruhigen Wetter mehreren in der Stahe besinvlichen Fahrzeuge-, überlassen befand sich „Wal", der nicht, wie das SÄ, ^fällig vorbeikam, sondern
^ aI f. b F että m Nähe befindlich fest-
te te 1Dte anzunehmen war, wr Bord genommen hat.
Äesft-cber' Cctzndtcvg.
Zweite Kammer.
^ T a r in st a d t, den 15. MärZ.
Am Regierungstische: die drei Minister und mehrere Staats- Minrsterialräte.
Präsident Köhler eröffnet die Sitzung um 91/4 Uhr. Das Haus rst sehr sch)vuch besetzt. Es erfolgt sofort die
Weiterberatung des S ta a t s h a u s h a l t s e t a t s bn über ten Etat des Ministeriums des Innern.
Munster v. Hvmbergk erividert zunächst auf die frühere Anfrage des Wg. Dr. Schmitt, wie sich die Regierung zu einer Abänderung der Emführung der fakultativen Verhältniswahlen Mr die Gemeinden stellen werde. Ter Minister stellt fest, daß sich die Negierung durchaus nicht grimdsützlich gegen die Berhältnis- wahlen ausgesprochen habe, aber der Ausschutz habe sich dagegen ‘te aut - 4 le , ^gierung habe jedoch gegen die praktische Durch- fW Bedenken, da man ja mit diesen Verhältnissen noch keine Erfahrungen habe machen können. Die Regierung glaube zurzeit eine abwarteiide Stellung zu der Frage einnehmen zu sollen; sw werde aber zu gegebener Zeit näher darauf zurückkommen.
^ ?bg- Osann (natl.) banrertt, daß er sich mit dem Titel „Kreisdirektote der an Stelle des ,,Kreisrats" eingeführt werden lotle, Nicht befreunden könne. Das sei eine unnötige Heranziehung nX uK ÜT ^ n ^ r D ,3 rte ^- weiteren regt der Redner an, zunächst
mtt der VerhaltmÄoahl in Mainz und Offenbach einen Versuch zu machen.
Abg Tr. Schmitt (Ztr.) erklärt, man hätte sehr wohl schon Gelegenheit gehabt, mit der Verhältniswahl Ersahrimgen zu machen, so z. B. bei den Gelneindewahlen ui Batzern und bei dan Ortskrankenkassen Tie Regierung sott doch zunächst einmal in einzelnen fällen die Genehinigung zur Einführung dieser Wahlen Socken. Daß ein lebhastes Bedürfnis dafür vorhanden sei, beweise z. B. die Stadt Offenbach, wo die Sozialdemokraten als Ausweg, um die bürgerlicl>en Parteien aii der Mitarbeit in der Gemeinde zu beteiligen, die Einführung der Bezirkswahl durchsetzten v.. 0 rell - Ingelheim (fvrtschr. Vpt.) spricht sich für
me Verhältniswahl aus und wünscht deren Einführung auch in ileinereü Gemeuiden. Bezüglich der Kreisdirektoren stimme er durchaus dem Abg. Tr. Osarin bei.
, Minister v Hvmbergk bemerkt den Borredirern. die Ein- fuhrnng des Verhälttiiswahlrechts in einzelnen Gemeinden, wie sie hier vorgeschlagen werde, würde immerhin doch eine (Äsetzes- anderung nötig rnachen. Tie Einführung des Titels Kreisdirektor entspreck>e einem langjährigen Wunsche der Kreisräte. Er sei anch dnn Vitel Promnzialdireklor angemessen. Eine Gesetzesänderung sei nicht nötig, da ja die Amtsbezeichnung „Kreisrat" auch in Zulllntt weiter geführt werde.
Abg Brauer (Bbü.) findet es merkwürdig, daß man in der ledigen scmoeren Zeit zu solchen kleinlichen Dingen Zeit finde. Man habe wohl im Ministerium des Innern zu viel Mußestunden'
. Abg. Tr. Schmitt (Ztr.) fragt: Was macht es in der Be- volkeriing für einen Eindruck, wenn sick das Ministerium in dieser schiveren Zeit mtt solcheii Lavalim beschäftigt? Weshalb wartet die Regierung nicht wenigstens bis nach den? Kriege damit? Tie Regierung scheint nach der nmgekehrteii Richtung „umgelemt" zu l-abe'i. (Heiterkeit.) Das Proportionalwahlreckst hält Redner qe> rade bei den erstien Wahlen nach dem Kriege für dringend notwendig.
Tie Kapitel 24—-34 des Ministeriums des Innern werden darnach vorgelesen mrd genehmigt.
ar Äusgabe 487 721 Mark, beantragt der
Ausschuß zu beschließen: Die Regierung zu erfucheu, die in Aus- slckst gestellte Vorlage über die endgültige finanzielle Auseinandersetzung des Staates mit den Kirchen nach FriedensscAuß einzubringen.
. Minister v. Hvmbergk verliest hierzu eine Erklärung, 'N der, es heißt: Wie auf polittschem, so hat der .Krieg auch auf konfessiviiell^m Gebiet in erfreulicher Weise die Gegmisätze ge- ^ IC Behan dlungen über die Ordens Vorlage im Frühjahr 1914 konnten, wie sich die Herren noch alle erinnern, nur urtter den /roßten Schrmerigkeiten zu Ende geführt iverden. Tic neuen, der katholischen Kirche eiitgegenkommenden Bestimmungen des Ge- setzes von.1914^— sind ivvhl infolge des .Krieges — bis heute von kirchlicher Seite noch nicht in Anspruch genommen worden Tie Erfahrungen aus/enen Tagen zeigen aber, mit welchen Schrvie- Meiteu derartige Verhandlungen, zu deren befriedigendem Ab- schlutz \a Ueberemstimmung aller gesetzgebenden Faktoren nötig ch, ,^mmer verbunden fiitb, und daß ein Aufrollen der in Betracht kommenden Fragen zur Unzeü und ohne vorl-erige Verstän- digung weder dem ilmeren Frieden dient noch auch letzten Eudes den Wünschen der katholischen Bevölkeruiig selbst förderlich ist. Wenn man sie deshalb während des Krieges unter allen Um- standen beruhen lassen sollte, so darf crhofck werden, daß uns die Erfahrungen des Krieges für die Zell des Friedmis einen gemeinsamen Boden der Betrachtung dafür werdeir finden lassen, was an der bestehenden Ordensgesetzgebung etwa als ungerechtfertigte Ausnahmeinatznahme empfunden werden kann und zu andern ist
Abg. >vr. Schmitt (Zentrum) wendet sich in lebhafter Erregung gegen diese Erklärung, die ihn sehr enttäuscht habe Gr frage, warum denn erst in der Friedenszeit noch besondere Er- sahrungen genmcht werden sollen. Auch ein Minister des Innern in Hessen sollte doch rvissen, daß in der jetzigen Zeit Ausnahmegesetze ausgehoben werden niüssen. Tie Regierung sch-eirre in der raul-en Schule des Weltkrieges absolut nichts gelernt zu haben Unsere Männer opfern Gut und Blltt und elli Minister stellt sich hier hin und erllürt, daß sie nicht als rechtsgleick>e Deutsche behandelt werden sollen. Tie Erklänina, erst noch weitere Erfahrungen sammeln zu müssen, sei absurd. Das liabe nur der nötig «r noch i^t immer auf dem Standpunkt des Kulturkmnpses stel^ Der Minister habe nicht die Kurage, cmzuerkerrnen, daß hier wirklich
nijter rönne er, Redner und seine Freunde nicksts Gemeinsanies mehr habeii. Das Tischtuch z w i s ch e u d e m M i n i ft e r i u m lud der Zentrumspartei sei zerschnitten. Es sei doch unerhört, daß die katholischen.Ordeiisschwesteni nach Bestimmungen behandelt werden, unter denen nur noch die feiferrt Dirnen stehen; nach der Erklärung des Ministers iverden die Ordcns- chnestern m.it den letzteren auf eine Sttlse gestellt. Wenn die Erklärung des Ministers an der Front bekanu.t werde, dann werde sie iid^er die Freude an der Heinvat sehr schmälern. Und das schönste sei, daß man zu einem solck-cu Geistesprodukt achi Tage Zeit gebraucht lxrbe. Ter Redner crtlärt zum Sückuß, er behalte sich vor. auf die Erklärung des Ministers näl)er zurückzukommen, sobald sie im Truck vorliege.
Auf Antrag des Mg. K 0 r e l l - Ingelheim beschließt das .Haus die Vertagung der heutigen Debatte bis zur Drucklegung der Erklärung des Ministers.
Kap. 36, Landesuniversität Einnahme 868 309 Mk„ Ausgabe 1961021 Mk. und Kap. 37, Technische Hoch- ichule Einnahme 55 887 Mk., Ausgabe 630118 Mk. werden ohne Debatte genehnngt.
Auf Antrag des Abg. Bach beschließt das Haus, sämtliche nun folgende Kapitel über die Schulen zusammen zu beraten, dazu den Antrag Adelung und Genossen, betr. die Schülervenetzungen, oei denen mit möglichster Milde verfahren werden soll.
Abg. B^a ch inatl.h mackst hierzu nähere AuSfühenngen und ersucht rm Hinblick auf ^ die kommende Sommerzeit, den Schulbeginn für die kleinen Kinder um eine Stunde zurückznl^gen. orv ^ r st a d t (fr. Vp.): Ich stimme dem in dem Antrag Adelung ausgesmochenen Wunsche, bei der Versetzung niilde zu versalzen, zu halt aber den Antrag gar nickst für nötig, da schon im Sinne des Antrags verfahren werde. Dia Einrichtung von Nachstckfekursen in den Ferien vernnrft er. Sekbstverstäirdlich körrne und müsse im Schulwefen noch^ vieles verbessert werden, aber es sei nicht so, daß der Weltkrieg eine befördere Refornrbedürftigkeit erwiesen habe. Es habe sich gezeigt, daß in der Jugend der richtige Geist herrsckst. Die Eingabe des _ Germanisten ver bandes gehe zu weit. Tie wichtigste und dringendste Berbesserimg sei die Verminderung der Stundenzahl besonders um Zeit zu gerviuneu für die körperliche ^Ausbildung und für das Familienleben. Tie Volksschule könne in gleicher Weise auf ihre Zöglinge swlz sein. Tie Hccupt- urwche unserer Erfolge sei die Höhe der Volksbildung. Zur Ver- an schaulicknmg, wie es damit bei unseren russischen Feindsi stelst, verliest Redner Stellen aus russischen Geheimprotokvllen. die die außerordmtliche Geringschätzung der Volksbildung in hohen russi- sckien Kreisen zeigen. Wertschätzung und Bildung dürfe aber nicht ansarten in Ueberschätzung der Berechtigungsscheine. Wegen der Militäranwärter solle man für die Besetzung von Stellen nicht Sckstllzcugnisse verlangen, sondern durch sttenge Prüfungen feststellen, ob sie die nottvendige allgemeine und Fachbildung besitzen ohne zu fragen, wo und wie sie sich, dieselbe angeeignet l-aben. Daß die Schulabteilung kürzlich den Uebergang von der Volksschule auf die höheren Schulen erleichtert habe, iei zu begrüßen, aber das sei nicht ausreichend. Gründlickst Mhilfe werde nur durch die nationale Einheitsschule geschaffen. Geh. Oberschulrat Block lyabc mit Recht Oberlehrer und VolkSschullehrer zu gemeinsamer Durcharbeitung dieser Idee aufgefordert.
Abg. Sv Herr (Zentr.) stimmt im Allgemeinen dem Antrag
Adelung zu.
1 Abg. Kvrell-Jngelhchm (fr. Vpt.) bemerkt, es sei das doch wohl keine. wesentliche Anerkennung der Leistungen der Lehrerschaft, da st! ihre Wünsckst bei der Ordensverteilung Becücksichtigrmg' gefunden hätten. Die Ordensliste habe er gestern abend vor dem Schlafengehen durchgesehen, aber trotz der lmigen Reihe doch manchen verdienten Lehrer nicht darin gefmcken. Sie hatten aber vorher nicht dre genügende Reklame für sich gemacht. (.Heiterkeit). Diesen würben aber die Früchte ihrer Arbeit genug ?lnerkennung sein. Zu einpfehlen für die Schulbibliothek sei die "Schrift von Fnd. Avenarius „Der Krieg im Bilde". Redner ecllärt rveiter, da^ er für den von ihm mitunterschriebenen Antrag Adelung stimme« werde.
Abg. Henrich (fr. Vpt.) führt Beschwerde über die verschiedenartige Behandlung bezüglich der Kriegsprirnaner.
Abg. Bach (natl.) spricht seine Genugttumg darüber aus, daß auch die Oberlehrer sich immer mehr mit der Forderung d«r EiiiheitssckMle befreuudeteu. Die ErnährungSschwierigkciten der ländlickstn Lehrer lägen hauptsächlich .daran, baß viele Lehrer-« tvohnungen keine Oekonomieräume hätten. Die Zuteilung von Orden spiele bei chkm Ansehen der Lehrer ^doch eine große Rolle.
Staatsrat S ü f f e r t geht auf die Aeußerungen der Vorredner näher ein. Bei der Volksschule dürfe nach dem Kriege am wenigslien gespart iverden. Für ihn bilde die Befürchtung, daß nach» dem Krieg« der Lehrerersatz sehr schvierig sein wrrde, eine große Rolle. Ter Besuch der höheren SckMl eil habe während des Krieges namentlich aus dem Land stark zugenommen. Tie KreisschilkomMission sei ermächtigt, während der dringenden ländlichen Arbeiten ganze Sckml- klassen zu sckstießen. Tie Frage der nationalen EinbntSschule widme die Schulabteilung ihre volle Ausmersiamkeit und sie ,verde eifrig auf ihre Lösung bedacht sein. Es seien auch schon weitere Schritte in Vorbereitung. Während des Krieges dürfe man natürlich nicht mehr von, den Kindern verlangen, als von ihnen geboten »verden könne. Tie in .Betracht kommenden Behörden seien auch sckZon wiederholt daraus hingewiesen worden. Tie Frage der Erteilung der Berechtigungsscheine sei nicht ausschließlich Sache der Einzel- slaaten; sie seien nichts allein darin zuständig.
Abg. Adelung (Soz.) erörtert noch die Frage der Zwangserziehung, für welche neue Wege gefunden werdet- müßten. Tie mehr oder minder wohltätigen Anstalten, deren Zweckmäßigkeit man schurr prüfen könne, zu überwa^chen genüge nickst. Er freue sich über die allgemeine Zustimmung, die sein Antrag im .Hause gefunden habe.
Abg. T 0 r s ch (Bbdö bemerkt, daß man auf dem Lande nicht viel von den Orden und höfischen Anszeichmrngen halte.
Staatsrat Süffert erklärt noch, daß das neue Volks- schulgejetz, meint es die obligatorische Mädchenfortbilduugssck«cke bringe, eurem Wunsch der Ständekammer eittsprechen würde. Ten Haß ge^en die Feinde unseres Reiches noch mehr auszupeitschen, sei ebcnw töricht, 'wie ihm da entgegen zutreten, wo er einen natüv- lrchen Beweggrund habe.
^ Tie Kammer stimmte danach dem Arttrag Adelung, dem Aüs- schnstantrag entsprechend zu und genehmigt darauf die Kapitel' Höhere schulen Volksschulen usw. bis zum Kapttel 68. Das Kapitel Jugendpflege, 30000 Mark, wird mtt allein gegen di« Lrtrmmen der Sozurldeinokraten angenommen.
_ .Das Haus vertagt sich darnack> am iy 3 Uhr. Nächste Sitzung: ryrertag früh 9 Uhr.
3um Lampf auf§ Qtzle sind wir ijerausgeforöert! Eisern ist die Zeit! Tauscht Gold in E.sen!
Die Goköellkausstelle
in den Raumen der Bezirkssparkasse Gießen ist morgen von *0 bis \ 2 % Uhr geöffnet!
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Ans Sta-t rrnd Land.
. Gießen. 16. März 19,7.
<xn ■ u r • U o 5 iW? u n 9- Land sturm mann Berthvld
Mrchel rm Landst.-Jnf.-Bat. Gießen wurde mit der hessi- chen Tapferkettsmedaille ausgezeichnet. u ■ * Äderung Unteroffizier Richard Müller
bei einem <lrt.-Rgt. wurde zum Sergeanten befördert. Das
^rhiett^^ und die .hessische Tapferkeitsmedaille
IS,;A* Schuldoerschrei bangen der Stadt
fLk b I 2^ planmäßiger Verlosung zur Rückzahlung bl> stvnmt smd, werden m unserem heutigen Blatte bekannt gegeben.


