Lhre«vrumstio»r oe) Grotzherzss».
AnlüUich feincvä fünfunb^mmjiftiäfyrigen 3te^ienmg6- nitnlämvtv hat dis lh^o-loyische FcrkultLt der LandeÄuniversr- rat beschlpsen, den Groszherzog zum Ehrendoktor der Theologie zu ernennen. Der Gvoßherzog Hot der Bitte um Annahme der Ehrung entsprochen. Die Urkunde ist ihm nach der feierlichen Beglückwünschung an: Jubiläums tage durch die Mordnung der Universität von: Dekan Geh. .^rrchenrat Pr.of- Dr. Krüger rn Gemeinschaft mit den: Faktor Prof. Dr. Schi an mit folgender Ansprache überreicht worden:
„Eure Königl. Hoheit wollen huldvoll st gestatten, daß sich die theologische Fakultät denr Glücüvunsch, den Seine Magnifizenz der Rektor Eurer Königl. Hoheit namens der Landesunrversität dcrrgebracht hat, in besonderer Weise anschließt. Mit Miädigster Erlaubnis Eurer Königl. Hoheit möchte die Fakultät' ihren Glückwunsch in die schöne Form kleiden, die den atadenrischen Körperschaften als ihr einzigartiges Borrecht seit alters ansteht. Die Fakultät hat beschlossen, Eurer Königl. Hoheit am heutigen Tage die Würde eines Ehrendoktors^ der Theologie zu verleihen. Indem ich ihren Beschluß vor dieser hoch ansehnlichen Versammlung zrr öffentlicher Kenntnis bringe, bitte ich Eure Königl. Hoheit, den Wortlaut des Diploins verlesen zu dürfen, das den Gefühlen der Fakultät feierlichen Ausdruck zu geben bestinnnt ist."
Die l§hrenurku7lde hat folgenden Wortlaut:
Dankbar zurtickblickend auf ein Vierteljahrhundert ungehemmten Wachstums und kraftvoller Blüte wissenschaftlichen Lebens in Land unö Volk der Hessen, ernennt die theologische Fakultät der Ludwigsuniversität Seine Königliche Hoheit Ernst Ludwig, Gvoßherzog von Hessen und bei Rhein, Rektor magnificmrtissünus der Land es Universität, (Hrendoktor der Philosophie, aus Anlaß der fünfundzwan- zigsten Wiederkehr des Jahrestags seines Regierungsantritts zuin Ehrendoktor der Theologie.
In dem Land es fürsten feiert die Fakultät den huldvollen Schirmherrn, der den Schutz der Wissenschaft und ihrer Lehre nicht nur als! ehrwürdiges Erbe seiner Vorfahren überkommen, sondern auch als'eigen sie Aufgabe erkannt hat, der d-annt ein herrliches Gut der Reformation treulich bewahrt und pflegt und seiner Landeskirche in den geistigen O^öten der Gegenwart einen nnversiealichen Quell edelster Lebenskraft offen hält.
Dessen zum Zeugnis ist diese Urkunde ausgestellt, mit dem großen Siegel der Universität versehen und von Rektor und Dekan unterschrieben worden.
G i e ß c n, am 13. März 1917.
Der Rektor: Der Dekan:
gez. Dr. Sch i an. gez Dr Krüger.
Bein: Jubiläum der Universität 1907 hatte die philosophische Fakultät den Großherzog zu ihrem Ehrendoktor erna^mt ; er i}t nunmehr also Ehrendoktor zweier Fakultäten der Gießener Universität: außerdem ist er Ehrendoktor der juristischen Fakultät z-r Leipzig.
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Die Glückwünsche der Stadt Gießen
Die Stadt Gießen hat anläßlüh des Regierungsjubi- läurns Seiner Königlichen Hoheit des Großherzoqs folgendes Telsgranrm abgesandt:
An Seine Königliche Hoheit den Großherzog
Darmstadt.
Aufrichtig dankbar für die Segnungen, die unter Eurer Königlichen Hoheit Regierung die Pvovinzialhauptstadt Gießen genießen durfte, bittet die Bürgerschaft zunr herv- tiyen Jubiläumstage ehrfurchtsvollste Glück- und Segenswünsche sowie das Gelöbnis unverbrüchlicher Treue entgegennehmen zu ivollen.
Der Oberbürgermeister Keller.
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** Jubiläen der Arbeit. Konnte im Februar des vergangenen Jahres davon berichtet werden, daß im Be- trrebe der Brühlschen Druckerei zwei alte treue Mitarbeiter des Gescyäfts, der Altmaschinenmeister Albin Andreas auf eine 40jährige und der Hilfsarbeiter Melchior O ß w ald auf eine llzahrige Tätigkeit zurückblickten, so ist inzwischen noch ern neuer ^ubilar dazu gekommen. Der Altsaktor des Druckereibetriebes, Hermann Elle, hat inzwischen ebenfalls über 40 Jahre treu zu dem Unteriiehmen gestanden. Die lange Arbeitstätigkeit der drei Jubilare hat nun auch die Anerkennung unseres Lmrdesfürsten gefunden. Sie wurden gelegentlich des 25jährigen Regierungsjubiläums des Groß- herzogs rntt dem allgemeinen Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" ausgezeichnet.
** Amtliche Personalnachrichten. Der Großherzog hat. am 17 Februar dem Bürgermeister Joharm H a r t m a n n zu Langenthal bei Hirschhorn >aus jMilaß seiner Anrtsnieder-j legmrg du Krone pim Silbernen idmuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Auszeichnung. Dem Sigaralisben Fritz Seibel, Soh:: des Kaufmanns Johann Seibel, wurde das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen.
n Der gestern gemeldete Einbruchsdiebstahl bei einem hiesigen Bäckermeister, wobei dem Dieb außer dem Brot und Brötchen auch noch mehrere Flaschen Wern, Bier und etwa 20 Gläser Eingemachtes in die Hände fielen, hat dadurch feme Aufklärung gefunden, als der Täter, ein von auswärts zugereister Buchdrucker, mit dem ganzen Diebesgut sestgeuommen werden konnte. Da die Spur nach Wetzlar führte, so nahm ein Kriminalbeamter, dem sich der bestohlene Bäckermeister anschloß, die Verfolgung uuttelft Fahrrad auf, wobei es gelang, ihn auf der Landstraße vor Atzbach, auf der Reise nach Wetzlar, mit der ganzen Beute me er auf einem zweirädrigen Handkarren, den er auch noch hatte mitgehen heißen, mit sich führte, festzunehnien urrd nach Gießen zurückzubringen.
** Die Auszahlung de r Fami l i e nun terstützun- me Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen für Ib. bisÄl Mäi-z findet vom 15—17. März statt. (Siehe Anzeige) -o. < u s g ab e von Lebensmittelkarten. Die Nach
prüfung der Volkszählung vom 1. Dezember 1916 hat ergeben, daß ore Zahl der mrt Lebeusuritteln versorgten Bevölkerung nicht mit der ermittelten Bevölkerungsziffer übereinstimmt. Es ist deshalb eme nochmalige Aufnahme der dm einzelner: Haushaltungen angc- hongen Personen notwendig geworden. Die vorgeschriebenen Vor- dniae fürftne vftrfnahme Werder: in den Kartenausgabestellen abge- sind bis spätestens Montag, den 19. März, mittags 1-2 Uhr an dre Ausgabestellen zurückzwiefern. Die genaueste Ausfüllung der Vordrucke ist unbedingt erforderlich, da nur noch diejenigen Person«: Karten ftatm Lebensmütelbezug erhalten, die in dem Vordrucke uamenllich >aufgeführt sind, d^äheres siehe Bekannt: nackMig.
** I Ni Lichtspielhaus , Bahnhofftraße, steht auf dem Progvamm von Mtttwvch, 14. bis Freitag, 16. März 1917: „O hnc m ittte rl i ch e Liebe" ein spannendes Sittendrama aus den: Gcsellick-aftsleben in 3 Teilen, sowie ein Serlsationsdrama
aus dem Wilden Westen fc 3 XeiXat „Die Banditen der
P r a r t e"*
Landkreis Gießen.
** Rödgen, 13. März. Die Eheleute Johannes Seipp II. und dessen Ehefrau Margarete geü. Seipp feierten am 12. Böärz rn körperlicher und geistiger Frische ihre diamantene Hochzeit.
** St ein heim, 13. März. Kanonier Otto Streb von hier, der seit Anfang des Krieges im Felde dein: Feld-Art.-Regt. Nr. 25 steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Ssein Bruder Karl, der dreimal verwundet war und jetzt als Kriegsinvalide entlassen ist, erhielt dieselbe Auszeichnung 1915.
[] Watzenborn-Steinberg, 14. März. 2lm Sonntag wurde _ im reichbesuchten festlich«: Gottesdienste die Feier des 25jährigen Regierungsjubiläums des Groß Herzogs begangen. Ter Ortsgoistliche, Pfarrer Sommer lad, hob in seiner Ansprache hervor, ycne. unser liebes Heimatland unter der Führung seines Lmrdesfürsten während dieser Zeit ein«: mächtigen Aufschwung genommen habe. Auch wies er hin auf das glückliche mid reich- gesegnfte Fcunilienleben unseres Landesherrn. Ganz besonders erfreulich ist es für uns Oberhessen, daß die Großherzogin ein Kind^ Oberhessens ist, Tochter einer alten oberhessischen fürstlichen Familie, die Verständnis und Liebe hat für unser Volk und ferne Art.
Kreis Büdingen.
h. Nidda, 12. Marz. Gestern nachmittag fand hier im Gambrinus eüie gutbesuchte vaterländische Versammlung statt. Dekan Brill vm: Obei>Widdersheim hielt einen Vortrag über: „Unser Heimatheer und feine Waffen". An Hand zahlreicher Bilder schilderte er die deutsche Finanz- und Erwerbskrast, wodurch das dewsche Volk unter allen Kulturvölkern der Welt, hinsichtlich seiner volkstvirtschaftlichen Verhältnisse den güusttgsten Stand auf- U>eise. Daher könnte auch jeder unbesorgt bei der neuen Kriegsanleihe scm verfügbares Kapital zeickmer:. Er lege es dann auf die denkbar sicherste Weise an. Mit einem Hock auf Feldmarschall Hindenburg schloß Redner seinen, mtt großem Beifall aufgenommenen Vortrag. Hierauf ergriff unser Landtagsabgeordneter Dorsch mis Wölfersheim das Wort. Mit echt deutschen, kernigen Worten erläuterte er die Uffachen des Weltkrieges, dann die Lehren, die wir daraus ziehen müsse::, und die Pffichterl, die uns das Völkerring eu auferlegit. Hierbei l-vies Redner eingehend die absolute Sicherheit der Kriegsanleihen nach und trat all«: gegenteiligen Gerüchten scharf entgegen. Oberst Weimar stattete den Rednern herzlichen Dank ab und nchtete noch gut gemeinte Ratschläge mm Durch halten, bis zum erwünschten Frieden an die VersammlmH^ Mit ein«n Hoch aus das geliebte Vaterland schloß die echt patriotffche Versammlung.
$ Ortenberg, 13. März. Ter heutige Gregorimarkt brachte eine große Menge Menschen in unser Städtchen, doch nur eine gm:z kleine Anzahl der so begehrten.kleinen Schveine, sodaß die wenigen Tiere sofort abgesetzt werden konnten. — Der Gefreite Heinrich Hornung, welcher in den Kämpfen Runläniens durch Halsrückenschuß verwundet worden war, erhielt jetzt für sein iap- feres Verhalten das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. — Dieselbe Auszeichnung erhielt der von hier stammende Christtan M e u e r, welcher seit Beginn des Krieges im Felde steht, zunächst bei der Kavallerie, dann bei der Arttllerie und dann nach Genesung von einer Verwundung als Sergeant bei einer Maschincngewehr- abteilung im Osten steht. — Am vorigen Sonntag feierte unsere Gemeinde durch einen einfachen schwächten Festgvttesdienst das 25- jährige Regierungsjubilümn. unseres Großherzogs. Ter Orts- geistliche, hielt die Festpvediot. Nachmittags fand zur Feier des Tages ein,Konzert statt. Heute erhielten zur Erinnerung an diesen Tag tvie in -ganz .Hesse:', auch die Schüler der hiesigen Schulen ein vom Großherzog „der Schuljugend Hessens zum 13. März 1917" gestiftetes Gedenkblatt.
D Stockl) eim , 14. März. Am Sonntag abend hielt im Waltherschen Saal Oberamtsrich er Dr. Pnsch-Ortenberg bei einer vaterländischen Veranstaltung einen Vortrag über das Thema „Können wir durchhalten.". Ter Redner beantwortete diese Frage unter großer /Ausürerksamänt der ^zahlreich erschienen Zuhörer nach der militärischen,' finanziellen und der wirtschaftlichen Seite mit einem sicheren Ja. Lehrer Spitznagcl, der auch mit seiner Lckule einige Lieder wirkungsvoll zu Gehör brachte, hatte die Leitung des sehr anregend verlaufenden Abends übernommen. Kreis Lartterbach.
rr. Schlitz, 13. März. Vorgestern abend fand im Gun- ft'unpchen Saalbau bei starker Betnligung ein vaterländischer Lrchtbilderabend statt. Pfarrer Knott hielt eine:: Vortrag über: „Gliederverlust und -ersatz bei unseren Kriegsbeschädigten". Wohl- gelungene Lichtbillder — nach Ausnahmen von Medizinalrat Reben- tisch in Offenbach — zeigten iomrderbare Ersindungen, wodurch es auch den ganz Schwerverletzter: ermöglicht wird, die Ärbeitssähig- lett wiederzuerlangen. Es folgte ein Vortrag von Pfarrer Bo eck- n e r, der ebenfalls an der Hand von trefflichen Lichtbildern emen interessanten Vergleich bot zwischen Deutschlands Wirt- schaftskräfr und der seürer Feinde. Mrt dem Gesang: „Deutschland, Deutschland über alles" schloß die Veranstalmng.
Krcis Schotten.
„ O Eschenrod, 13. März. Auch! hier wurde, wie zrrrzeit in alle:r Gemeinden des Kreises Schotten, ein v a t e r l ä n d i s ch e r Vortrag mit Lichtbildern gehalten. Psarrverwalter H ö g y aus Burkhards sprach gestern abend imi Apj>el'schen Saale über „Feutschlands W i rt schaf ts kr ä ft e" und gab ein lebensvolles Bild der geradezu riesigen Kräfte, die unserer Volkswirt- sctiaft inneirohnen und die unserem Baterlande jerren stolzen Auf- schwmrg verliehen haben, den unsere Feinde rms neiden.
O W i ng er s Hausen, 14. März. Im' hiesigen Konfir- mandensaal fand am Somttag ein sehr gut besuchter vaterländischer Abend statt. Nach Gesang und einer Eröffnmrgs- ansprache des Pfarrers Rühl hielt Hofprediger Widmannl aus Gedern einen Vortrag über „Deutschlands Kraft und Größe". Ter Redner behandelte, aus ein reiches urrd anschauliches Lichtbildernmterial gestützt, das Tl)ema rrach der wirtschaftlichen Sette. Als das letzte Lichtbild: Hindenburg erschien, forderte der Redner die Anweserrdni zu einer vaterländischen Kund- gebung auf: nach einem Hoch! aus Kaiser und Groß Herzog sttmmte me Versammlung begeistert an „Deutschlmrd, Deuttchland über alles". Pfarrer Rü hl schloß mit emer rvarml-erzigen Ansprache, die ch der Malmung gipfelte, durchzuhalten und zusammenzuhalten, den erhebend verlaufenen Abend.
Starkenburg und Rheinhessen.
ha. Darmstadt, 12. März. Die Könige, Schauspiel von Dr Haus Müller. Das in der Oesfentlichkeit vielgenannte Schau- 'prel. das durch das besondere Interesse, welches der Kaiser für dre,es Werk hegt und dem Dichter persönlich Ausdruck gab, gelangte gestern als Fe st vo r st e l l u n g am Hoftheater zur Aufführung Las Schauspiel behandelt als 5ointergr:md die geschichtliche Tatsache Ludwigs von Bayern, der von der Treue Friedrichs des Schönen bestimmt wird, die Feindschaft zu begraben und wn als Mitregenten einzusetzen. Das weniger das Historische, denn dre Treue und den Edelmut eines deutschen Königs verherrlichende Lcharispiel fand bei dem zahlreich erschien-enau Publikum, an der Spitze das Großherzogspaar, einen großen Erfolg. Tie drei Hauptpersonen, Friedrich der Schöne (Herr Ehrleh Ludwig vou Bayern (Herr Baumeister), die blistde Königin (Frl. Pils)' wurden den Intentionen des Dichters entsprechend rviedergegcben.
Hessen-Nassau.
,mr. Frankfurt a. M., 13. März. Heute abend 9,36 Uch traren mit einem Sonderzuge ettva 50 Schweizer Herren auf dem hiesigen Hauptbahn Hofe, ein, um an der Eröffnung der Deutschen Jnternierteirausstelttmg im Palmaugarten teil'-urrehmen.
mr. Frankfurt a. M., 13. März. Ter Magistrat ließ dem Gvoßherzog Ernst Ludwig vou Hessen zu seinem Regrerungs- fnbrläum eine in Kunstdruck ausgeführte Glück w u n schab re s se überreichen. Jr
L f 131 c Ha di 1* 8 di t c 11
Die Ereignisse in Petersburg.
Stockholm, 14. März. In Schweden ans Rußland eintreffende Reise.ude schildern die Steigerung der Erregung der
Massen m Petersburg, welche fast wie offene Revolution mrzusehe:! gewesen wäoem In der ganzen vergangenen Woche
herrschte in der MehrzM der Fabriken Dtveik. Die Arbeiter bo* gaben sich in die Fabrikeir, nahmen jedoch nicht die Arbett aut,. Uebercul sanden geheime Arbeiterversarrrmlungen während der ganzen Woche statt. Außerdem trmrdeu allenthalbeu in der Stadt die Lebensnttttelgeschäfte geplündert, was die Polftei stillschweigend duldete. Nur in den Vierteln am Zerskoje Soeloer iMjtilpi, in der Gegend des ObwodnijLmals schritt die Polizei ein, wobei die Masse sich auf die Schutzleute stürzte rmd sie mißhandelte. Am Donnerstag verließeir jedoch die streitender: Arbetter die Fabrikat, und strsebten in dichten Massen unter den Rufen: Nieder mit dem Zaren, gebt :ms Frieden!, denr Stadtzerrtrum zu. Am Bolschaj- Prospekt, dem Sarnsmriewskipnospett rrick» dem Sabelkarskiprvst^rßt rmd anderen Hauptstraßen. Jedockj wurden sie vou sclsteßenderr Polizisten in großen Massen empfange:!. .Zahlreiche 'Arbeiter manbar getötet. Ties war das Signal des allgemeine:: Auwrchrs.
Tie Regieiomg versuche zimrächst eine Beschvichtigung durch' die Reichsdimra. Präsident Rodzjersko verlas auf Wunsch Gokitzpus eine Erklärrmg über Eröffnung der Sitzung, worin der Zusammar- trrtt zu einer besonderen Beratung angekündigt wurde. THe Unruhen, heißt es in der Erklärung, welch ewegen der Lebensurittck-« not in Petersbrrrg und andere:: großen Städten ausgebrochas sind, nahmen einen solchen Umfang an, daß sie sich besonders ernst zu gestalten drohten. Dies fi:ck> traurige unschackdbare Versündigungen in schicksalsschverer Kriegs zeit. Weil eiligste Maßnahmen notwendig sind, tritt unter dem Vorsitz des Ministerpräsident^ eine außerorderttliche Kvnsererrz zusammen, woran die bereits an der Landesverteidigung arbeitende:: Minister der Reichs rate, PrL- sidenten der Duma, teilnehmen. Bereits in der Nacht von: Freitag mm Samstag flogen trotz dieser Beschwichtigung große Speicher der Pattonenfabrik auf der Gelovicsst-- ste in die Lrcft. Am nächsten Morgen war in der Hauptstadt allgemeiner Aufrichr. Petersburg gleicht nach übereiusttmmeirL-m Schilderungen seitdem einem Kriegsschauplatz. Das Volk stürntte die Läden rock) öffcnrtlicherr Gebäude, die Polizei schießt, irr den Hauptstraßen sind Maschinengewehre aufgesteltt. Tie Arbeit ist überall eingestellt. Vor Betreten der Sttaßen wird gewarnt, große Arffchläge ermahnen die Bevölkerung, zu Hause zu bleiben.
Budapest, 13. März. „Ertesttö" berichtet aus Petersburg: Aar Nikolaus 'bat telegraphisch ungeordnet, daß wegen der muha- medanischen Unruhe:: in Mittelasien über die Bezirke Turgaj und Kustanay der Kriegszustand verhängt werde. Im Gebiete von Turgaj yaben sich schon bei Beginn des türkischen Krieges unter der mrchamedanisck>en Bevölkerung Zeichen vvn revolutümarev Stimmung gezeigt, die jetzt zum Ausbruch gekommen sei.
- Die U-Boote.
Genf, 14. März. Eine von der Marinekonmnssion der französischen Kammer angenommene Tagesordnung fordert die Regierung auf, unverzüglich eine Generalleitung für den Unterseebovt- rrieg zu schaffen. Jedem Seearfenal seien besondere Weisungen zu geben, die sick> aus den Bau von Patrouillenbooten :md, sei es mtt Geschützen, sei es mit Torpedos auSzurüstende Unterseeboots- jäger, beziehen. Ferner soll diese Generallejttmg dafür sorgen, daß der Ersatz für die versenkten Handelsschiffe schnellstens 'hergestellt werde. Als Väaterial für diese Neubauten sollen arißer Dienst gestellte Fahrzeuge dienen.
Lugano, 14. März. Ueber den vom italienischen Marine- Ministerium rm Parlament erwähnten Kampf des italienische: Dampfers „Alberto Treves" mit einem U-Boot erzählt der erste Offizier des Dampfers: Auf der Fahrt von Neapel nach Buenos Aires sichtete der Dampfer an: 15. 12. im Mittellmrdis-chen Meer unweit der Marokkoküste ein als Segelschiff maskiertes 70 Meter langes U-Boot, das sofort das Feuer eröffnete. Der Dampfer erwiderte, urrd der Kamps donerte, ohne daß eines der Schiffe getroffen wurde, vou morgens bis nachmittags 3,20 Uhr.
Schlimme Vorzeichen für EnglarÄ.
Berlin, 14. März. In einem Bericht über die eng-» lische Nahrungskrise erklärte ein Kriegskorrespondent in einem englischen Blatt, daß er das Unglück hatte, die Lebensmittelnot in Rumänien und in Rußland entstehen zu sehen. In England seien gegenwärtig dieselben Anzeichen vorhanden, die in Rußland und Rumänien zur fürchterlichen Hungersnot führten.
Frankreichs Zeppelin-Nachruft.
Berlin, 14. März. Wie verschiedene Blätter berichten. bringen die neuesten Pariser Blätter die Nachricht vom Tode des Grafen Zeppelin unter der Ueberschrist: Das Ende eines Piraten. Ein Blatt jedoch schreibt: Als lenkbare Luftschiffe sind die des Grafen Zeppelin zweifellos die besten auf^ diesem Gebiete. Wir wollen nicht so kleinlich sein, di-eS wissenschaftliche und praktische Ergebnis zu leugnen.
Ein amerikanisches Weißbuch über Meriko.
Genf, 14. März. Laut l,Temps" loitt» das amerikaurfche Weißbuch, dessen Veröifeutlichung bevorsteht, eine Darstellung der derttsch-mexikanischen Angelegerrheit und Dokumente über die angeb lick.' Verschwörung gegen dmr Panamakcmal und die 'Versuche zur Bestechung der peruanisch'-en Marine eitthalten. Tie leigegebene anrttichff Erläuterung lenkt die Repoblikeu des laternischLN Amerika warnend auf das deutsche Vorgehen.
Revolution in Peru?
Berlin, 14. Mäpz. Mit Vorbehalt bringen die Blätter Mrtteilrmgen über eine Revolution in Peru. Es iverden Kämpfe gemeldet. In Ostafrika sei ein Staatsstreich erfolgt.
Amtlicher Teil.
Betr.: Beurlaubung von Mannschaften zu landlwirtfchsftkichatz' Arbeiten.
An den Oberbürgermeister zu Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Unter Bezugnahme auf die Verfügung vom 1. März d. Js. wird hiernnt nochmals darauf hingewiesen, daß Urlaubsanträge zu landwirtschaftlichen Arbeiter: nur ans den vom stellv. Generalkommando vorgeschriebenen Formularen ( A , B und C) einzureichen! sind. Tie Beiftigung weiterer Gesuche hat zu unterbleiben, das» Vorbringen der Antragsteller ist in dem Formbar der Ar:träge auf- zunehmen.
Genaue Beachtung der obigen Verfügung lvird daher empfohlen,
Gießen, den 12. März 1917.
Großherzogliches Kreisamt Gießen I. V.: H e m m e r d e
XVIII. Armeekorps.
Stellvertretendes Generalkommando.
Mt. 1. lila Nr. 1. 44110/3575.
Frankfurt a, M., den 25. November 1914,
Verordnung.
Auf Grund der §§ 1 und 9 des Gesetzes ober den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 ordne ich hiermit au:
Das Zu stecken von Eßwarcn oder arideren Sach en an Kriegsgefangene, das unbefugte Verkaufen, Vertausche:: oder Verschenken von Sachen an Kriegsgefangene und das unbefugte Einbringen von Sachen in ein Kriegsgefangenenlager ist verboten. Zuwider Hand-, lungen gegen diese Vcrordming werden nach $ 9 des vorgenannten^ Gesetzes mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft.
Ter V e r* s u ch i ft straf d a r.
Der Kommandierende General:
Freiherr von Gall, General der Infanterie.
Tie vorstehende Verordnung des ftellmtretenben ddmeratz» kommpndos XVIII. Armeekorps voird erneut veröffentlicht nril dem Hinweise, daß sich die Inhaber der hiesigen tz^eschäfte, die ohny ausdrückliche Genehmigung der Inspektion der Kriegsgefangenen- lager XVIII. A.-K. in Frankfurt a. M. Wirren irgendN'etckwr Art an Kriegsgefangerrc verkanfen oder sonst abgebe::, gerichllicher Bestrafung aussetzcn. , 20980.
Gießen, den 7. März 1917.
Tie KonvnmtdMttiu: des 5lrrwö^angenenlagers.


