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14.3.1917 Erstes Blatt
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yjtüdj t frinn Schlug des Schrsfes und der Besatzung an BoÄ haben Werben" Es steht noch nicht fest, ob die Be- wapnung der Schiffe obligatorisch gemacht werden soll. Das Marine amt wird jedoch alle Schiffe, die dies erbitten, be waffnen. Die Regierung beschloß, daß ausländische Kauft sahrteilchlffe aus amerikanischen Häfen ausklariert werden wenn sie aus dem Vorder- und Hinterdeck des Schiffes bewaffnet sind.

Amerika und Japan.

14. März. iB.T.) Wie das Pariser Journal milteilt, 'l . e j> nij die mehr als korrekten Beziehungen, die sich jüngst zwnchen den Vereinigten Staaten und Japan entwickelt Mitten, Zeichnend, daß sich ein sehr kapitalkräftiges amerikanisch- i spanisches Syndikat gebildet habe, dessen wirtschaftliche und industrielle Tätigkeit dem fernen Ofden gelten solle.

Carranzas Wiederwahl

Genf, 14. Marz. ( sich Carranz as W . ^ .

gestern ohne Zwischenfall vollzogen.

Nach einer iveiteren Herald-Meldurrg ans New Orleans sei Peru infolge Ausbruchs einer Revolution in Mut und Feuer Heftige Kämpfe fanden im ganzen Gebiete der Republik statt.

(B.T.) DemNew Dort Herald" zufolge habe l ieber wähl zum Präsidenten von Mexiko

DieNordd. ?lltg. Ztg." über Englands Ernüchterung.

^ Berlin, 14. März. In derNordd. Allgem. Ztg." heißt es: >>»n England gibt man sich den Hoffnungen auf Aushunge­rung Deutschlands, von denen die Franzosen immer noch leben, lcmgst nicht mehr hin. In England weiß man. daß die öeutiche Volkswirtschaft sich durch Heranziehung aller Kräfte des Landes und seiner mitteleuropäischen Hilfsländcr auf alle Möglich' terten _ vorbereitet hat, selbst für die längste Kriegsdauer. Wo inan »elbst vor LeÜensrnittelschwierigkeiten steht, wie Deutschland Ne inzwischen durch Organisation zu überwinden gelernt hat, sucht mau das deutsche Beispiel uachzuahmen. Es fragt sich nur, ob dies möglich ist, «ob England nicht auch hier wieder zu spät kommt.

Vom englischen Kartoffelmarkt.

Rotterdam, 13. März. (WTB. Nichtamtlich.) In England werden jetzt vielfach Steckrüben anstatt Kartoffeln ge- -zesten. die in London mit 1 bis 2 Pence das Pfund verkauft werden. Auf dem Kartoffelmarkt Londons wurden am Dienstag uur 100 Tonnen Kartoffeln zum Verkauf angeboten gegenüber der burchWMtlichen täglichen Anfuhr von 650 Domren vor dem Kriege. Sm Großhändler sagte, derDaily Mail" zufolge, das; dre Kartoffeln wahrscheinlich im April zu Ende sein würden. Tie .-rjten neuen Kartoffeln kämen Mitte Mai aus Jersey. Tie dortige Ernte betrage gewöhnlich 75 000 Tonnen, die Regierung habe aoer bereits Vs davon beschlagnahmt^

Die wirtschaftliche Lage irr Frankreich.

13. Marz. iWTB.) Tie norwegische Zeitung '' - rdens-Tegu" erfährt ans Paris, daß die wirtschaftliche Lage in Frankreich immer bedrohlicher werde, da ein starker Kohlenmcyngel wegen der Verminderung der Anzahl der Trans- portnmtel herrsche. Gewisse Lebensmittel, vor allem Butter und Kartoffeln, seien fast gar nicht m-ehr aufzntreiben. Hinzu kämen ,Mch andere Schwierigkeiten, unter denen man bereits jetzt leide, ulrd die sich alter Voraussicht nach noch verschlimmern würden.

Bern, 1.3. März. (WTB.)Petit Parisien" berichtet' daß rnwlge der kalten Witterung und des Frostes in ytvrdwest-, Nord- rrnd Nordostfrankreich besonders die Spätsaaten sehr geschä digt sind: auch die Kartoffeln haben sehr gelitten.

Vorschlag Goude angenommen, der üre uu|

fordert, unverzüglich eine Oberleitung $u schaffen, die da- mit bemcftragt ist, einen VerteidigungS- und An­griffs-Unterseebootkrieg ins Leben z-u rufen und nachdrücklich zu führen.

Amsterdam, 14. März. Der britische Schoner Moama ist gesunken.

Haag, 13. März. (WTB.) Das Korrespoirdenzbureau erfährt, daß das FifcherfahrzeugBlaardingen Nr. 100" in Hoek van Holland die Besatzung des norwegischen Danrpfers T h o d e Hogelen d" (4352 Tonnen) gelandet hat, der gestern nachmittag um ungefähr 4 Uhr von einem deutsche U-Boot in 2 Grad 58 Minuten östlicher Länge und 51 Grad 54 Minuten nördlicher Breite mit Bomben zum Sinken gebracht worden ist. Die ganze Besatzung ist gerettet.

Rotterdam, 13. März. (WTB) Am Donnerstag wird eine Anzahl Frachtdampfer von hier nach New York abfahren, um Lebensmittel für die Regierung zu holen.

Aus dein Reiche.

Die neuen Stenern im Keichstagscmsschuh.

Mangel an Eisenblech in Frankreich.

lern

13. März. (WTB. Nichtamtlich.)Petit Journal'

meldet: Jin Frarckreich herrsche eine Eisenblechkrise. Man be- nrrcytet, daß die Konservenfabriken wegen des Mangels an Büchsen ihre Ei^eugung stark eiiffchränken oder vielleicht ihren Betrieb gchi^lich umstellen müssen. Glasersatz komme nicht in Fvaep: da die französische GlcMnidustrre bereits nrrt großen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

* * ' r

Ein Gewaltftreich der Regierung in Rußland.

Petersburg, 13. März. (WT.) Meldung der Pe­tersburger Telegraphen-Agentur. Zwei kaiserliche Erlasse ordnen die Aufhebung der Sitzungen der Reichs- duma und des Reichsrates vom 11. März ab uno ihre Wiederaufnahme im April oder später an, den außerordent­lichen Umständen entsprechend.

Gleichzeitig mit der kurzen Meldung der Petersburger Telegraphenagentur über den Abbruch der Verhandlungen des Reichswates und der Reichsduma treffen, so wird der Frkf. Ztg." aus Stockholm gemeldet, aus Haparanda eine Reihe vorläufig unkontrollierbarer Meldungen, die mit allem Vorbehalt aufzunehmen sind, über die in Peters­burg und Moskau herrschenden Unruhen revolutio­nären Charakters ein. Danach begannen am 8. Marz die Arbeiter der größten Petersburger Fabriken den Streik. Reihenbild nngen vor den Bäckereien führten zu Unruhen, die . gleich zeitig in verschiedenen Stadtgegenden ansbrachen und vom Militär blutig unterdrückt wurden. Angeblich sinh.

... Ä e 5 L l ^ Marz. (WTB. Nichtamtlich) Im Hauptaus-

Ichutz des Reichstages erfolgte die A b st i m m u n g über die grund­legenden Paragraphen der Verkehrs st euer. §1 wurde an- genommen irrte Befreiung des Personen- und Güterverkehrs auf L-eilbahneu, Landioegen und innerhalb geschlossener Ortschaften. ? iL Geltungsgebiet des Gesetzes umschreibt, wurde unver-

nwert, § 3 (Befreiung von der dlbgabe) wurde angenommen unter Einbeziekmng solcher Persvneubesörderungen, bei welchen der Fahr preis 15 Pfy. nicht übersteigt, unter der Ermächtigimg des Bundes­rats, auch du Personenbeförderungen auf den (Ltadt-Sclnellbahnen von der Llbgabe zu befreien, wenn die Herstellungskosten mehr als durchchnrttlrch zwei Millionen Mark für den Kilometer betragen. Ter Crnährungsausschuß des Reichst gs

etzte am Dienstag die Abstimmung über die auf dem Wirt- chaftsplan sür 1917 bezüglichn Anträge bis zur näMen Sitzung ans. und trat in die Beratung der Denkschrift ein, und zwar Zunächst der allgemeinen Maßnahmen zur Sicherung der Ver- jorgung und zur Preisregelung, sowie der organisatorischen Maß- nahmen. In dieser Aussprache erklärte der Präsident des Kriegs- ernahrungsamts v. Batocki , daß die Bestandsaufnahme der mrtomn des Frostes wegen kaum vor Ende des.Monats abge- chlossen werdest können. Vorher wird ein endgültiger Verteilen gs- plan nicht ausgestellt und durchgeführt locrden können. Zur Auf­rechterhaltung der Koirtrolle muß der Schleichhandel unterdrückt werden, mich das Hamstern an Sonntagen. Diesem Unfug müsse entgegengetreten werden. Es seien etwa 15 000 Sammel­stellen für Butter und Eier errichtet. Eine Differenzie­rung zugunsten der Schwer- und Schioerstarbeiter sei nicht zn ent- oeyreu: der Kreis der Besserversorgten dürfe aber nicht allzu groß werden.^

.-j-r '^ u l Anfrage teilte Herr von Batoeki mit, daß die be- ichlagirahmten emgejchmuggelten Waren den Städten zur Ver- wenming in den Lazaretten überwiesen werden. Die Zufühnm- gen der verstärkten Rationen an alle Krankenkassenmitglieder sei undurchführbar. So ickstin der Gedanke der Hindenburg-Spende war w habe die praktische Durchführung doch erhebliche Miß- stande herbergefulnst. Im Laufe der weiteren Aussprache erklärte l^aiwent von Batocki, nur wenn Einvernehmen mit dem preußi- schenStcmtskommchar bestehe, könne etwas Gedeihliches werden, ^.afür bürge die Persönlichkeit des Staatskommissars. Auf die Linken gegen den preußiscl-en Landwirtschafts minister erklärte Herr von Bawcki nicht einzugehen. Anterstaatssekretär von ^alkenhausen erllärte, die sozialdemokratischen Angriffe gegen den Landwirtsck-aftsminister fm' unberechtigt. Dieser habe me gegen che Rationierung Stellung gerwmmen. Gegen die Vieh- hock>stpveile sei der Minister heille iwch. Er sei aber für die Rege- lung des Vwhterkehrs durch Errichtung der Viehhwidelsverbände erngetreten. Die Regelung der Butter Versorgung durch eine Lcmdes- stelle erscheine tveniger glücklich als eine durch die Gemeindeii. W^n mmi keirw Mrtoffechöchstpreise festgesetzt hätte, wären alle und Beschlagnahmen überflüssig gewesen. Die Preiserhöhungen seren die iinerwünschten Folgen der verfehlten Maßregel gewesen. An die Herstellung völlig freien Verkehrs denke an matzgebender Stelle keiner mehr. Zwang allein tue es auch nicht. Der gute Mlle köwre nicht eiitbehrt werden. Wenn oer Lanvwirffchoft nicht einigermaßen ausreichende Preise geboten werden, komme die Renrittenz. Man sollte dem Landwirtschafts- MiNister dankbar sein, daß es ihm gelungen sei, das Vertrauen der ^ndwirtc su CTtoCT&en unb friitm Erina-kmun-xeu au sie Gehör zu verichaffeiu Eme Differenz zwischen dem Landwirtschastsminister und dem Kriegserna'hrrmgsamt bestehe nicht.

Die Zkriegsanleihe.

Wie wir erfahren, haben die Verwaltungsorgane der Landwirtschaftlichen Zentral - Darlehn^- kasse für Deutschland beschlossen, für die Zentralkasse und die ihr angeichwssenen Spar- und Darlehnskassen-Ver- x?ne (Raisfeisen-Orgamsatron) zur 6. Kriegsanleihe vorläu- ig 75 Millionen Mark zu zeichnen. An den früheren Kriegs­anleihen ist dw Raiffeisen-Organisation insgesamt mit 363,5 Millionen Mark beteiligt.

statten geschlossen. Die Bevölkerung werde durch Mauev- anschläge aufgefvrdert, in den Wohnungen zn bleiben, da die Behörden für niemandes Leben die Verantwortung über­nähmen.

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Spanien und der N-Boottrieg.

Bern, 13. März. (WTB. Nichtanitlich.) Lyoner Blätter melden aus Mrdrid: Die spanischen DampferIs­la no" undFornenterra" erhielteii den Befehl, die Häfen der Insel Mallorca zu überwachen zwecks Ver­hinderung der Verproviantierung deutscher ^?. er rei chis cher U-Boote. Der spanische Kreuzer Estrendiurv" und niehrere Torpedoboote wurden zur Küstenbewachung nach Mallorca entsandt.

5eekrleg.

L o n d o n, 11. März. (Reuter.)Lloyds Woekly Nows" nielden aus Port Cork: Das belgische Hilfsschiff ' tx ? norwegisches Fahrzeug, ist von einem deutschen Unterseeboot bei hellem Tage ohne Warnung versenkt worden. Der Kapitän erklärte, daß die Deut­schen die Hilfsabzeichen auf den Seiten des Schiffes deutlich hätten sehen können. Er habe den deutschen Befehlshaber ge­beten, die Boote zu schleppen, doch habe dieser keine Ant­wort gegeben, sei weggesahren und habe zu feuern begon­nen. Einige Geschosse seien in gefahrdrohende Nähe d^r Boote gefallen. Zwei Boote mit etwa 30 Mann werden ver mißt. DieStorstad" ist das Schiff, das am 29. Mai 1914 den Dampfer Empreß Pf Ireland bei einem Zusammenstoß in Grund bohrte.

'Aum. d. Schriftltg. Allen! Anscheine nach erfolgte die Versenkung im Sperrgebiet, dann aber war es kein un- gewarntes Versenken, da vor dem Befahren des Sperrgebie­tes grundsätzlich gewarnt ist und Schiffe, die das Sperrgebiet befahren, das auf eigene Gefahr für Schiff und Besatzung tun.)

P ari s, 13. März. (WTB.) Meldung der Agence Havas.

Der ÄLMMnercruZis^chuß! firrllden. Seekrieg, hat am Montag einen

wm Miiiwx ouuiß UTireroruat wurden. Angeblich sind.' Berlin, 14. März. Ter heute im Wahlkreise Vots gegenwärtig in Petersbnrg die meisten Geschäfte uird Werk-s^^"Spandau-O sthavell and stattftndenden $ statten geschloffen. Die Bevölkerung werde durch Mauer- ffiS . eine Betrochtuilg, in der es heißt:

Wahl

K^ldwa.ten bekänftfen einänder^^i^"bis vor^ku^n^^ch^! und derselben Sozmldenwkratie angehören. Von ihnen ist nur noch ernet der Gewerffchaftsbeamte Stahl, Mitglied der Partei. Tie Sozialdemokraten köuneii keinen andern wählen als ihn Jede Stimme, die gegen ihn abgegeben tmrd, bedeutet einen Abfall von der Sozialdeniokvatie und eine Schwächung dec Arbeiterbewegung Em paar tau,end Stimmen ffir Mehring wären ein Schaden htr bie PEcst abeje fm niemanden ein Nutzen. Wer gegen Stahl jtimmt, zerschneidet d as Baud, das ihn mit der Partei'verbindet.

Aus Stadt und Land.

Gießen. 14. März 1917.

3um 25. RegierungLjublläum des Großherzogs.

Dankerlaß des Grobherzogs von Hessen.

An meine Hessen in Heer und Flotte!

... Durch Gottes Gnade ist mir heute vergönnt, die sunfundzwanzigste Wiederkehr meines Regieruilgsrrntritts zu begehen. Dieser Gedenktag fällt in eine ernste Zeit die von wdem an seiner Stelle volle Hingabe an die heilige Sache des Vaterlandes fordert. Jh^r, an oie des Kaisers Rus zn den Fahnen ergangen ist, habt euch der schweren Aufgabe des Krieges geioachfen gezeigt.

Mit Dank lind Anerkennmig gedenke ich daher beute memer unter den Waffen stehenden Landeskinder, die vor dem Feiich und tn der Heimat unsere Ehre und unser Dasein schuhen. Dankbarkeit erfüllt mich zugleich für die Tapferen, dw ihr Leben für das Vaterlarch gelassen haben. Das Los 'Vlnterbüebenen, sowie der durch Verwundung und Krankheit Geschädigten zu lindern, betrachte ich, aestützt Lehmste Mitarbeit meines Volkes, als meine

Als erneutes äußeres Zeichen meiner Anerkennung für- ruhmvolle,r Kriegs taten meiner .Hessen habe s'ch heute ^."^'".Zbrehrenzeichen in Eisew' gestiftet. Ich ^^^ NN'ckien Staatsangehörigen, die sich bei andauern- der Betätigung rn vorderster Kampftillie durch Tapferkeit ausgezeichnet uird ihr Blut vergossen haben, auf Vorschlag

\i,Ld Vorgtyetzien und aus cpiruiw vesonderv ergehender Be- stimmungen verleihen.

Mit meinem Volk weiß ich mich eins in dev festen Zu­versicht, daß die Söhne des Hessenlairdes, wie sie des alten Ehrennamens derblinden Hessen" bisher sich würdig gezeigt haben, so auch fernerhin in Pflichttreue und Tapfer- keir dazu beilragen werden, den deutschen Waffen den Sieg, unserem gelieb ten deutschen Baterlaiid einen ehre iw ollen Frieden zu erringen. >

Darmstadt, den 13. März 1917.

Ernst Ludwig.

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Die Glückwünsche der Provinz Oberhesseu.

Anläßlich des Regierungsjubiläums des Großherzogs Mw Seiner Königlichen Hoheit die Glückwünsche der Ober­hessen durch Großh. Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Usinger unter Ueberreichung einer Adresse dargebracht worden, die folgenden Wortlaut hat:

Allerdurchlauchtigster Großherzog.'

Allergnadigster Großherzog und Herr!

^,.^stEre Königliche Hoheit bitte ich, die untertänigsten Glückwünsche der Oberhessen zu dem Tag huldvollst ent- Menzunehmen, an dem Euere Königliche Hoheit auf eine 20jährige Regierung zurückblicken. Die Wünsche kommen von einem Stamm, dessen Vorfahren schon zu Beginn der Arlstlichen Zeitrechnung auf der gleichen Scholle saßen, ^zhr Träger ist eine Bevölkerung, die als Erbteil längst vergangener Zeiten ihre guten alten Sitten und Gebräuche bewahrt, die Freude an harter, ehrlicher Arbeit gehegt und dw.^ikbe und Treue zum angestammten Herrscherhaus« gleich einem kostbaren Kleinod von Geschlecht zu Geschlecht überliefert hat. Im Geist dieser Bevölkerung ist die Pro­vinz freudig dem Ruf gefolgt, den Euerer Königlichen Ho­heit geschuldeten Dank auch sinnfällig zum Ausdruck zu bringen. Sie hat in treuer Erinnerung an das ihr von Euerer Königlichen Hoheit während 25 Jahren stets be­kundete Wohlwolleii und in dem Bewußtsein, daß werk­tätige Mithilfe bei Heilung der Kriegsleiden Euerer Künig- l\dyen Hoheit Herzensbedürfnis ist, neben ihrer Beteiä- gung an der Jubüäumsstiftung mit dem 13. März 1917 unter dem NamenOberhessischer Jubilännisfonds 1917" aus eigenen Mitteln emen Provinzialfonds erstehen lassen, der dazu, dienen soll, in Oberhessen da helfend einzugrei- ftn, wo die Linderung der mit dem Krieg im Zusammen­hang jbehenden Notlagen und Schäden eine besondere Für­sorge erheischen.

Daß Euerer Könidlichen Hoheit iwch eine lange und gesegnete Regierung beichieden sein möge, ist am heutigen Gedenktag aller getreuen Hessen innigster Wunsch. Euere Königliche Hoheit dürfen Allerhöchst sich versichert halten, fdaß auch die Oberhessen wie seither so in Zukunft in urv- entwegter Anhänglichkeit zu Euerer Königlichen Hoheit und dem Großherzoglichen Hause stehen werden, getreu den Überlieferungen des alten Chattenstammes.

Gießen, den 13. März 1917.

Namens der Provinz Oberhessen in tiefster Ehrfurcht Dr. Usinger Provinzialdirektor.

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Oberhessifcher Fubilänmsfond.

^ Aus Anlaß des Regierungsjubiläums unseres Großher- hat der Lberbess. Provinzialtag in seiner letzten Sitzmro einstimmig beschlossen, zum Jubiläums tag einen Kapitalbetrag von 100 00 0 Mark aus ftei verfüg baren Mitteln der Provinz Oberhessen bereitzustellen, der unter dem NamenOberhessischer Jubiläumsfonds 1917" nach folgenden Richtlinien verwaltet werden soll: Der Zweck der Bereitstellung der Mittel ist, in der Provinz Oberhessen da helfend einzugreifen, wo mit dem Krieg im Zusammen­hang stehende Schäden und Notlagen durch Fürsorge des Reichs, des Staats, der Gerneinden oder durch sonstige Zuwendungen nicht oder nicht ansreicherrd berücksichtigt wer­den können. Das Kapital verbleibt im Eigentum der Provinz, unterliegt aber getrennter Verwaltung. Ueber feine etw«dge Heranziehung zu dem geplanten Zweck über die Einkünfte hinaus, soivie über seine anderweite Verwendung nach Erledigung des Zweckes beschließt der Provinzialtag. lieber die Verwendung der Einknnfte für den geplanten Zweck beschließt der Provinzialausschuß. Er hat dem Prv- vilizialtag alljährlich Recheirschaftsbericht zu erstatten. Diese Rrchtlinren sollen, soweit nichts anderes bestimmt wird, auch für dre dein Fonds weiter zufließendeir Kapitalbeträge maß­gebend sein.

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Die Glückwünsche der Universität Gießen.

Die Landesuniversitat Gießen hat ihre Glückwünsche öum , fünfmidzwanzigjährigen Regierungsjubiläuni deS Evoßherzogs durch eine Abordnung ausgesprochen, die heute Vormittag 11 Vs Uhr im Residenzschloß zn Darnistadt in Audienz empfangen wurde. Die Abordnung bestand^ aus! dein Rektor der Universität, Professor Dr. theol. et phil. Schian und den Dekanen der fünf Fakultäten: Geh. Krrchenrat Prof. Dr. theoll et phil. Krüger (theol. Fakul­tät), Prof. Dr. Gmelin (jurist. Fakultät), Prof. Dr. Opitz (med. Fakultät), Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Pfeiffer (veterinärmed. Fakultät), Prof. Dr. Engel (philos. Fakul­tät). Die Glückwunfchansprache des Rektors hatte folaen- den Wortlaut:

Merdurchlauchtigster Großherzog!

Mergnädigster Fürst und Herr!

Die Ludwigs Universität zu Gießen bringt Eurer Königl. Hoheit zum heutigen Tage ehrfurchtsvollen Glückwunsch.

Als deutsche Universität freut sie sich der gesegneten Regierung eines Bundesfürsten, der zur inneren Festigung des Reichs' sein Voltes Teil beitrug. Als hessische Uni­versität ist sie dankbar ftkr fünfundzwanzig Jahre unermüd­licher Fürsorge für das Gedeihen des Landes, dem ihre Arbeit gilt. Als Universität sieht sie auf Jahrzehnte zurück, in denen sie unter ihres Landesherrrr Obhut in freier, ungehemmter Entwicklung ein ftohes Wachstunr erleben und neberr größeren Universitäten ebenbürtig sich behaupten konnte. Eure Königl. .Hoheit haöen der Universität einst selbst als Student angehört and gehören ihr dauernd als ihr Rektor magnificentissimus cm: Eure Köirigl. Hoheit haben rn persönlichster Fürsorge für die Universität, wie wir wohl spürten, stets das eigene Herz mitsprechen lassen: Eure Könrgl. .Hoheit haben der Universität an ihrem Ehrentage dauernden Schutz freier Wissenschaft zuaesagt und diese Zusage in mancherlei Schwierigkeiten unbeirrt gehalten.

So dankt denn die Lndwigsnniverfität für alle .Huld und Griade mit dem 05elöbnis unwandelbarer Treue für alle Zukunft und mit dem heißen Wunsch: Gott segne, Gott schütze Eure Königl. Hoheit arrch fernerhin durch lange, wir hoffeir, glückliche Jahre!