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fl&er bte hohen Oelprris.'. Es sei unzwgckmiLßig, beschlagnahmte Oele frei zu lassen. Bei der kommenden Ernte sollte der RapSpreis vrm 60 ML« 100 Marl erhöh: werben, das .(ei gerechtfertigt, denn der Raps verlange besonders guten Bpden. W sollte überhaupt alte* getan werben, um den Rapsandlm nach Miögltthkett zuj fördern.
Minister v. H o mb er g l sagt dem Vorredner die möglichste Beniclsichtigunq seiner Wünsche zu.
Mg. U l r rch bringt ebenfalls verschiedene Beschwerden
und Wünsche über die Reichssettstellie vor. Man sollte doch in Berlin endlich begreif«:, daß die schablonenmäßige Behandlung so wichtiger Fragen der Bolksernahrung nicht angängig sei.
Tie Vorlage wird darauf angenommen.
Nach längerer Pause kommt der Antrag der Abgg. Calman. Schott unb Stöpler, betreffend Zuschüsse zur Invaliden- und Angehörigenrente in Verbindung mtt dem Antrag Eißnert und Genossen, betreffend staatlichen Zuschuß an Gemeinden und Liefe» rungsverbände, zur Beratung.
Abg. Stöpler lnatt.) gibt als Ausschußberichterstatter eine Darleihung über die beiden Anträge und formuliert endlich eine inzwischen getroffene Ab Minderung des Antrags Calman, die auf der Tribüne unverständlich bleibt.
Aba. Eißnert (soz.) begründet seinen Antrag und betont, dessen Zweck sei, die llnterstützungs lasten von den Gemeinden auf die. breiten leistungsfähigeven Schultern des Staates zu übertragen.
Ter Antrag Calman hatte inzwischen folgende Fassung erhalten:
..Tie hessischen Lieserungs verbände und Gemeinden, die den Familien der im Heere stehenden Mannschaften auf Grund der Rriä>sgesetze vom 26. Februar 1888 unb 4. August 1914 nebst Abänderunasbesttmmungen eine Mehrleistung über die derzeitige gesetzliche Mindestmtterstützung gewähren, haben Anspruch aus staatlichen Zuschuß.
Ter fbaatlicbe Zufchuß ist so zu bemessen, daß den Liese- rungs verbänden und Gemeinden aus Staatsmitteln * 1 * die Hälfte der seit dem 1. Januar 1916 entstandenen, aus Reichsmitteln nicht gedeckten Aufwendungen ersetzt wird."
Die Fvrderiurg des Antrags Adelung und Genossen, der Staat solle vier Fünftel der von den Kreisen und Gemeinden aufgebrachten Zusatzunterssützungen übernehmen, hält der Ausschuß für zu weitgehend, mtb er beantragt daher: mit all«: gegen drei Stimmen, den Antrag Adelung und Genossen abzulehnen, mit all«: Stimmen: Annahme des vorstehend ab ge änderten Antrags Calman.
Fümnzminister Tr. Becker begründet zuerst die ablehnende Stellungnahme dem Ausschußantrage gegenüber. Er geht dann auf die Geschichte der beiden Anträge Ealmcm intb Adelung näher ein urrd wendet sich aus finanziellen Gründen gegten diese Anträge, die auch i eben falls bei ,der Erben. Kammer keine Zustimmung' finden würden. Auch^nur .der Ersatz der Hälfte der her verlangten Kosten würde vom Staat eine Summe von 4 3 / 4 Millionen Mark erfordern, für die Jahve 1916 und 1917 rund etwa 10 Millionen' Mark. Er müsse deshalb namens der Regierung die Anträge entschieden ablehnen.
Abg. Stöpler fantl.) wendet sich als Ausschußberichterstatter gegen die Ausführungen des Vrinisvers und verteidigt die lüsse des Ausschusses.
Adelung (sozd.) sucht die Bevechttgimg seines An- tvages nachzuweisen.
Ubg. Calman (nakl.) begründet die neue Fassung seines Antrages, welche lautet:
„Dir Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen: 1. Mittel bereit zu sielleit, zu einer der Leistung und Bedürftigkeit entsprechenden Entlastung derjenigen Gemeinden, welche aus eigenen Mitveln oder infolge Aussch-lags der entsprechenden! Koeisnmlagen besonders erhebliche Aufwendtingen für Zwecke der Volksernährunq oder AnaeWrigen-Unterstützimg betätigt haben."
Finanzminister Tr. Becker betont, die Regierung könne sich nur damit einverstanden erklären, daß den weniger leistungsfähigen Gemeinden nach dem Kriege weitere Zuschüsse zugestanden werden. Der Antrag Adelung enthalte zugleich anm eine Ungerechtigkeit. Die von dem Minister angegebenen Zahlen beruhten auf den amtlichen Angaben der Lieserungsverbände unb Kommunen. Durch die Annahme des Antrages würden dem Staat im Jahve 1917 allein über 5 Millionen Mark Kosten erwachsen.
Abg. Adelung gibt die Richtigkeit der Zah.enangaben des Ministers Ui, meint aber, die Gemeinden bildeten doch auch Glieder des Staates: mit ihrer Belastung werde doch schließlich auch der Staat belastet. Der Redner begründet für den Fall der Ablehnung seines Antrages einen Eventualantvag.
Abg. Calman kommt ebenfalls aus die Ausführungen des Ministers zurück und bringt für den Fall der Mlehmmg seines jetzigen Llritrgs die früher von ihm gestellte Fassung wrä>er als Eventualantrag ein.
Ber der alsdann getrennt erfolgenden Abstimmung über die beiden Ausschuhanträge wird der Antrag Adelung gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt, die neue Fassung des Antrags Calman dagegen angenommen.
Ter dringliche Antrag der Abgg. Dr. Schmitt u. Gen., bete. bte Ausfuhr von Milch, der dahin geht, die Regierung du ersuchen, sofort die nötigen Schritte zu tun. damit seitens des Kommunal Verbandes Hessen die Ausfuhr von Milch insoweit eingeschränkt wird, als diese Milch zjur Beseitigung der schweren Milchnot in den Städten und einzrinen Orten Hessens notwendig ist, wird dem Ausschußantraq entsprechend angenommen, rrachdcm der Antragsteller seiner Befriedigung über die inzwischen von der Regierung getroffenen Maßnahmen im Sinne seines Antrags Ausdruck gegeben hat.
Ter Antrag Leun, Fenchel und Dorsch, betr. die Freigabe einer Höchstmenge von zur Derfütterung freigegebenen H i n - terkorns, wird nach dein Arrsschußantrog für erledigt erklärt, desgleichen der Antrag Leun und Fenchel, betr. die Abgabe der kupfern eit Kessel. Tie Vorstellung des Kaninchenzucht- verrins „Einigkeit" in Raunhrim bei Groß-Gerau um Gewährung eurer Unterstützung, wird abgeleh-nt, die Vorstellung des 9lmtS- caswaltschaftsrats Liedtke in Magdeburg, betr. die Krieqspri- m a n e r , wird der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen.
Für erledigt erklärt werden ferner der Antrag Damm. betr. Richtlinien für die Zuteilung von Fleisch- und Butter- Zusatzratioiren, der Mtrag W v t f - Stadecken, betr. die Abänderung des R eich s Vereins ge setzes vom 4. April 1900, und die ^Vorstellung des Revisors beim Katasteramt, Rechnungsrat! Schömer. betr. Zuweisung einer gehobenen Stellung.
Zu der Vorstellung der Bürgermeisterei Mühlheim a. M., betr. die Besteuerung der Kriegsgewtnne, hier die Veranlagung der Offenbacher Schrauben-Jndusttie G. m. b. H. und der Vorstellmrg dieser Firma, wegen Erlaß eines Notgesetzes über die Einkommensteuer erläutert ein Regierungsvertreter den Standpunkt der Re- gtenrng, wogegen
Mg. E:ß nert ssozd.) für die von der Stadt Mühlheim vor- gebrachten Wünsch? eintrat und verlangte, daß die Mü Theimer ta für die durch ihre Manipulationen der Stadt entzogenen! , . n Kriegsgewinnstcuer nachträgliche hevangezogen werde. Tie Kammer nahnr darauf den Ausschußantrag air, die beiden Vorstellungen für erledigt zu erklären, die Derhrndlungen über die- '^ben aber der Regierung als Material zu der demnächstigen Re- ^fflon der hessischen Steuergesetzgebung zu übcrweisen.
die Tagesordnung erledigt und der Präsident fchlreßt die Sitzung um 1V 4 Uhr.
Sitzung: Mittwoch früh 9 Uhr. Tagesotdmmg: Beratung des Hanptvora nschlags für 1917.
Au» Stadt «ud Lauv.
Giesz-n. 7. Mürz 1917. Die Aushebung der militärischen UrlaubSbeschrünkung.
Die Aufhebung der Einschränkung des militärischen Urlaubsverkehrs steht in kurzer Zeit zu erwarten. Ueber die Gründe, welche zu dieser Maßregel geführt haben, fiitb
unter der Bevölkerung vielfach irrtümliche Auffassungen
vervreuet. -src tcotatrcy zur Entlastung der Eifene
bahn wegen der großen Verlehrsschwierigkeiteu, die aus getreten waren. Die Verfügung zur Einschränkung der Ur aubserteilung ist von seiten des Kriegs Ministeriums gleichmäßig für Offiziere und Mannschaften des ge
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amten Feld- und BesatzungsHeeres erlassen worden.
Es ist allgemein bekmrrtt, daß der Personenverkehr im Interesse der Güterbeförderung eine wesentliche Einschrän- kurrg erfahren mußte. Dies machte es auch für die Hech:es- Verwaltung zur Notwendigkeit, Urlaub nur noch in einzelnen Ausnahmefällen zu erteilen, wenn ganz besonders dringende Geschäfts- oder Familienrücksichten dies begründeten. Nachdem die Verkehrsschwierigkeiten sich inzwischen dank der getroffenen Maßnahnren größterrteils hoben über winden lofseir, kann mit der Aufhebung der Urlaubsbeschränkung etwa von Mitte dieses Monats an gerechnet werden. Unsere braven Feldgrauen können demnach bald eitweise zu Hause wieder nach dem Rechtem sehen und im eise ihrer Angehörigen am tz>eimatsort einige frohe Tage verbringeii. Besonders zu begrüßen ist die Aufhebung der Sperre ün Interesse von Leuten, die vor ihrem Ausrücken ins Feld gerne noch einmal mit ihren Angehörigen zusammen fern möchten.
** Amtliche Personal Nachrichten. Am 2. März d. I. wurde der Großh. Psandmetster ü^eorg Kalbfleisch in Lanipert henn vorn Tage des DnnstantrütS seines Nachfolgers an in gleicher Dicnsteigenfchaft in den Beitreibl»ngSbezirk Darmstadt II versetzt.
** Auszeichnung. Der Gefreite Adolf Kahn im Land- wehr-Ins.-Rgt. 387 erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klaffe.
** Junawehr. Mittwoch, 7. März: Antreten 81/4 Uhr. Komv.620: Gymnasium, Komp. 621: Oberrealschule.
** ,,Aufruh r" aufder Sonne und Kälte. Tie nördliche .Flgckenzone der Wnne besindet sich, wie sich ber „Franks. Generalanz." berichten läßt, gegenwärtig in lebhafter Tätigkeit. Schon am 3. und 4. Januar pchsierte ein bedeutender Fleck den zur Erde gerichteten Zentralmeridran. was der Zeit nach mit dem Uebergang von warmer unruhiger Witterung zu Frostwetter zu sanimenfiel. Noch eigenartiger war der Einschnitt in den Witte- ruiigsverlauf, den eine noch gewaltigere Fleckengrichpe im Gefolge hatte, die am 8. und 9. Fewmar zentral starrd. Wie mm Beobach- tuilgen anr Sonntag mittag ergaben, besindet sich die gesamtes nördliche sogenannte „Königszone" auf der Sonne in Aufruhr lAm westlichen Rande ist eine kleine Gruppe im Verschwinden, die wohl mit dem Störungsgebiet vom 3. und 4. Januar zusamwen- fällt. Dann folgen zwei weitere große Grrwpen in der Nähe der Mitte der Sonne, weiter eine Gruppe mit zwei recht kräftigeTt Fleckeir und schließlich uale denr östlichen Rande zwei große Flecke, die erst vor kurzem auf der sichtbaren Sonnenhälfte eingetreten sind. Nach einer ungefäl)ren Vorausbercämunc; ihrer Bedeckung dürfte diese Gnrppe am 10. März etwa den Mrttelmeribian über- schrttten und um diese Zeit wieder Nordlichter selbst in unseren Breiter., ferner nicht unerhebliche Störungen in der telegraphischen NachricktenVermittlung, wie in dem Betrieb automatisch aufgezogener llhren Hervorbringen nnd eine Fortdauer des sogenannten „Sttahlungstypus" der Witterung mit kalten Nächten bewirken.
** Vaterländischer Hilfsdien st. Zur Förderung der Seeschiffahrt toerden alle männlichen Tentschen zwi-^ schien dem 17. und 60. Lebensjahre, soweit sie nicht kriegsoerwen dun^sfähig oder garnison- oder arbeitsverwendungsfähig sind 'und die m irgend einer Eigenschaft zur See gefahren haben, ausgefor dert,^ ihre Dienste zur Verfügung zu stellen. Es ist dringend erwünscht, daß alle diejenigen Personen, die zur See gefahren haben, und die nach ihren körperlichen Fähigkeiten geeignet sind wieder zur See zu geheir, sich umgehend freiwillig bei der Zentralstelle für Schisismannschasien Hamburg, Möntedamm. 14 I. melden. Näheres siehe Bekanntmackmng in unievem heutigen Blatte.
** Eine Aeuderuug in der Herstellung des Brotes wird in der nächsten Zeit dadurch herbrigeführt, daß nach den gesetzlichen Vorschriften Roggen und Weizen im ganzen Reich.
auch für di^ SelbstversvrE, bis zu 94 vom Hundert auszumahlen sind. Unerwartet hohe Anwrderirngen für mißerdalb des Wirt- schartsplanes der Reichsgetreidestelle liegende Zwecke, wie die Her-
gabe von Weizenfchrvt als Brolstreckungsmittel, die Mchllieferung als Kartoffelersatz usw. hoben zu dieser Maßnahme gesiihrt. Durch
die neue Art der Ausmahlung wird eirre weit des Getreides zur menschlichen ffLahrung erzielt.
Ausnützung
erzrett. >rs wird sich mtt dem sv gewonnenen Mehl ein kräftiges, dem Kommißbrot ähnliches Brot Herstellen lassen, wie es bisher sck?on vereinzelt zum Verkauf gelangte und von vielen Verbrauchern bevorzugt wird. Tie Brötchen allerdings, wenn sie überhaicpt weitergebacken werden, dürften die bisher immer noch zumeist hellgelbe Farbe verlieren. Das ferner leichten Verdaulichkeit wegen beliebte Schrotbrot aber kann wie bisher Wetter gebacken werden, mrd auch für die Herstellung von Krankenbrot wird Vorsorge getroffen.
"* D i e Knappheit an kleinen Zahlungsmitteln ist trotz fortgesetzter starker Prägungen immer noch nicht beseitigt. Es ist daher dringend jede nur mögliche Beschleunigung des M ü n z u m l a u f 5 , insbesondere häufige Entleerung von Sanrmel- buchsen und Automaten, durch welche noch immer beträchtliche Mengen kleiner Akünzeu auf längere Zeit dem Umlauf entzogen werden, zu empfehlen.
** Abgabe arbeitsverwendungsfähiger Pferde. Tie militärische Ankaufs- und AuSliebungskommisstou laßt durch Vermittelung der Laudwirtschaftskammer arbeitsverwendungsfähige Pferde abgeben. Näheres siehe Bekanntmachung.
** Ueber Verkehr mit Zucker zur Bienen- f ü t t e r u n g findet sich eine Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte.
*• DaS heutige KreiSblatt Nr. 40 enthält Bekanntmachungen über die Prägung von Fünfpfenmgstücken auS Alu- miniu>n, Verwendung von Obstwein. Druckvapierpreise, Feld- beretnigung Lang-Göns, Akutter- nnd Kindersürforge, Sperrzeit für Tauben, Verbreitung von Druckschriften.
Landkreis Gießen.
*• ü 0 11 g r f 7. März. Dem früheren Formmeister Fritz Frank, zuletzt in Blansko (Mähren), der bei den Kämpfen um Verdl'n am 3. Atärz 191.', zuu, Gefreiten befördert und mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde, ist jetzt noch das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen worden.
Kreis Fricdberg.
-i-. Butzbach, 6. März. Die am 19. Februar abgehaltene Jagdverpachtuug wurde vorn Gemeinderat nicht gelwhmigt, da der Pachterlös im Verhältnis zu deinjenigen der Nachbargemeinden zu niedrig ivar. Bei der heutigen nochmaligen Verpachtung wurden 8300 Mk. Jahrespacht erlöst. Die jetzigen Jagdpächter sind die Herren Dr. Karl Rumps, Georg Julius Müller, Dr. Vogt upd W. I. Küchel dahier.
nt. Petterweil, 6. März. Lehrer O h l e m 11 tz wurde für seine Teilualmle an den schweren Känrpsen im Westen zll Beginn des Feldzuges das Eiserne Kreuz verliehen. Er wurde damals schwer verwundet lind ist nun wieder im Schuldienst tätig.
Starkenburg und Rheinhessen.
---- D a r in st a d t, 5. März. Beim Spielen mtt einem Sprengzünder explodierte das Geschoß uild zerschmetterte einem Unteröfsizier die littfe Hand vollständig. Ferner fügten die Spreng- stücke dem Manne erhebllche Verletzuiigen im Gesicht und an der Brust zll.
Hessen-Nassau.
[[ Marburg, 6. März. Seit einigen Tagen herrscht hier und in dem ganzell kurhessischen Oberheffeil Schileefall und Kälte.
Letzte nrtd>rid)tc «4
Amerikas U-Bootsjäger.
Woshington, 6 März. In den amerikanischen Ma- rrnekreisen rst mmt erregt über die Citthüllunaeu, lvelcho S t 0 n e im Senat gemacht bat. öe amteriün-
np che yJbarxnt öte AusrujMttg ber ^Mtoetsqchtsie irtu beuchten ll°Bvotjägern. Diese kleinen ll-Bmtte svlleir in der Sperrzone izn Wasser «gelassen werden, ,die ^Handelsschiffe) umkreisen, nach feindlichen Fahrzeugen Umschau halten und sie an- greifen, wenn sie sie erblicken.
Amerikas Hochfinanz als Kriegstreiber.
Bern, 7. März. Die Pariser Blätter veröffentlichen eine Depesche aus New Bork, wonach die amerikanische Hochfinanz bereit ist, der amerikanischen Regierung und der Entente jede finanzielle Unterstützung angedeihen zu lassen. Die. Einführung der militärischen Dienstpflicht werde von der Hochfinanz ebenfalls für die Politik Amerikas als notwendig betrachtet. Es soll eine Bill eingebracht werden, welche alle Ausgaben von Obligationen der alliierten Regierungen für eine gewisse Zeit nach dem Kriege von den Steuern befreit.
Der Fehlschlag der Petersburger Konferenz.
Stockholm, 7. März. Ms feststehend ist anznneh-men, daß die erzielten Erfolge der Petersburger Konferenz weit hinter den Hoffnungen zurückstehen, die man in Lcmdom und Paris gehegt hat. Schon daß ihr mißlungen ist, daA .Kabinett Golitzyn-Protopopow zu stürzen, bedeutet einen Mißerfolg. Ein wetterer Passivposten ist, daß der Außenminister Prvkowski drei Doge vor der Dumaervsfmi.ua seinen Abschied eiugereicht hat. Diese Demission wurde allerdings neun Doge darauf vom Zaren abgelehnt. Daß der Ententeagent Prokowski mutÄnüde geworden war. spricht nicht für Erfolg.
Die Lage in Schweden.
Berlin,?. März. Der Stockholmer Vertreter der .Mossischen Zeitung" meldet: Von sehr ermäßigt konservativer Seite wurde mtt soeben erllärt.^em liberal-sozialistisches Kabinett würde d« völlige Auslieferung Schwedens an England bedeuten. Es unterliege wohl keinem Zweifel, daß die Krone dafür nicht zu haben sein wird^ Tie Auffassung der Kammer aber könne bei den Neuwahlen zu dem Ergebnis führen, die gerade für die Opposition am überraschendsten sich eriveisen dürfte. Es ist vorauszusehen, dgß .die morgige oppositionelle Presse Siegesfansaren ob des — vom König übrigens mcht angenommenen — .Kabinettsrücktritte blasen wird, aber schon sei vor Ueberschätzung dieser Jubelsymphonie ernstlich gewarm. Tie 187 Kammermitglieber, die vorgestern gegen die Neutrali- tätskredite gestimmt haben, bedeuten jetzt wenigen denn je. Die stimmfähige Bevölkerung Schwedens, die gerade in allereürrgstm Zeit unaufhörlick) erfolgte Absplitterung innerhalb der Brantingschen Gefolgschaft und die Tatsache, daß bei der jüngsten Abstimmung auch innerhalb der Liberalen Ueberläufer zu bemerken waren, sollte der Opposition zu denken geben.
Anarchie in Portusal.
^Amsterdam, 7. März. Wie man aus London meldet, haben in Portugal in den letzten Wochen wieder an nrehvereitz Orten des Landes Unruhen stattgesunden, die von Meutereien beim Militär^ begleitet waren. Tie Kommandos in den partum giesischen Hafen sind jetzt englischjen Offizieren aus Gibraltar übertragen, zumal die portugiesischen Matrosen die .Kriegsschiffe fast unbrauchbar gemacht haben. Tie Teuerung in Portugal ist entsetzlich. Tie Bevölkerung in den Städten hält täglich öffentliche Protestversammlungen gegen die Regierung ab. Es kommt sehr oft zu Kämpfen mtt der Polizei, wett das Militär uicktt mehr eingreifen will. Die Auswairdmung nach Spanien ist groß. ° Dampfer mit Auswanderern nach Amerika werden nicht mehr ab- gelassen, da die Auswanderer durchweg milttärpslichtig sind, sich aber weigern in Dienst zu treten. In Portugal bemrden sich viele französische Offiziere, die dortbin zur Ausbttdmrg von Reftuten tarnen. Da das portugiesische Eisenbahn material nach Frankreich tvcmsportiert wurde, stockt jetzt der Verkehr im ganzen Lande.
Im indischen Ozean.
Rotterdam, Mär^. Der „Nieuwc Rotterdamsche Courant" berichtet, daß der als versenkt gemeldete englische Dampfer „Wvrcestershire" ebenso wie der Dampfer „Perieus" in der Äähe von Colombo in den Grurid gebohrt imrtben. Dadurch stieg die Versicherungsprämie für die Fahrten noch Indien erheblich. Das Matt fragt, ob „Möwe II" wohl dort tättg sei?
Einstellung der Bierbrauerei in Norddeulschlan-.
Berlin, 7. März. Wie das „Berliner Tagblatri^ von unterrichteter Seite erfahren haben will, wird die Biererzerp- gung in Norddeutschland demnächst ganz eingestellt werden, da die Gerste zu anderen Nahrungszwecken gebraucht wird. Anfangs Mai dürste es voraussichtlicb in Norddeutschland kein Bier mehr geben.
Amtlicher Teil.
Vaterländischer Hilfsdienst.
AustorHerung des Kriegsamtes zur freiwilligen Meldung gemäß 8 7 Abs. 2 des Gesetzes über den Vaterländi-chen HilfÄienst.
Hierzu gibt die Krieg Samts stelle Frankfurt a. M. folgendes beftmnl:
Zwecks ßörderung der Zeeschiffahtt
werden,alle mäintlicben Deutschen zwischen dem 17. u.nd 60. Lebens» fahre, soweit sie nicht kriegsverwendungssähig oder garnison- oder- arbeitsverwendungsfähig sind ^und die in irgend eiiteri Eigenschaft zur See gefahren haben, ausgefor^ dert, ihre Dienste znr Verfügung zu stellen. Es ist dringend erwünscht, daß alle dieienigen Personen, die zur See gefahren haben, und die nach ihren körperlichen Fähigkeiten geeignet sind, wieder zur See zu gehen sich umgehend freiwillig melden. Personen, die bereits in der Seeschiffahrt oder sonst im Vaterländischen Hilfsdienst tätig sind, dürfen sich auf diesen Aufruf nicht melden.
Meldungen sind schristlich unter Angabe von Namen, Wohnort und Wohmnrg zu richten au die
Zentralstelle für Schiffsmannschaften Hamburg, Mönkedamm 14, I.
Die sich Meldenden erhalten von dort aus einen Fragebogen gesandt, nach desseir Ausfüllung und Rücksendung sie me W e item Mtttettungen der Zentralstelle ruhig abzuwarten bcchen. Die bisherige Berufstätigkeit dürfen sie nickt mrsgeben. bevor nicht ihre Einberufung erfolgt ist. Außer deir zur See besalwenerr Hilssdienft- pflichttgeu küimen sich auf lx-m vorstehend gescktzldertel Wege auch Unbefahrene zum Dienste als Kohlenzieher oder Jungen für die Seeschiffahrt melbeit. 1880
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