Kr. 56
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sämtlich in. Gießen.
vantVerkrhr:
SewerbebenkGietzen
MDV.) Großes Hauptauartier. 6. März. (ÄmNich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Mrs wchteu Somme-Ufer uahnr gegen Mend der BELerrrkampf große Heftigkeit an. Nach Trommelfeuer griff der Gr^läuder östlich von Bouchavesnes erneut an. Sein Angriff wurde abarrmefen, ein weiterer durch unser Vernich- iuuHsfemr vereitelt.
In den Griten Abschnitten herrschte bei Schneegestölrer uretst Heringe Meuertätiakeit. Erkunder, die den Verlauf der fnmKsifthm Stellung im Caurierrs-Walde gegenüber den twt uns dort gewonnenen Linien feststellten, brachten noch fünfzehn Gefangene ein.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Mn Nachtangriff der Nüssen gegen unsere Stellung südlich rwn Brzezmry scheiterte.
Front des Generalobersten Erzherzog Josef
An den Ostabhängen des Kelenen-Gebirges, im Südteil der Waldkarpathen. wurden mehrere russische Kompagnien, dir nach lebhaftem Feuer rmsere Stellungen angriffen, zunick- germestn.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen
Die Lage ist unverändert.
Mazedonische Front.
Zwischen Ochrtda- und Prespa-See wurde eine französische Felwvache überrumpelt und gefangen.
Der Erste Generalemartiermeister Ludendorff.
Der Abendbericht.
Berlin, 6. März, abends. (WM. Amtlich.)
Anher Vorfeldgefechten im A n c r e - Gebiet keine beson- deven Ereignisse.
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Me treue Antrittsrede des Pväsidenten Wilson, die wir nachstehend tviedergeben, unterscheidet sich kaum von seinen -früheren Kundgebungen. Es ist nur merkwürdig, daß er auch in einem Augenblick der Entscheidung vor dem Parlament das Phrasenhafte seiner Rhetorik nicht zurückgestellt hat. Me ist eine kriegerische Tat mit einem solcher Aufwand allgemeiner, aber nicht etwa wissenschaftlicher Redensarten gefordert worden. Sein Ton klingt nach Eigensinn und mattherziger Entschuldigung zugleich. Seinem schwammigen Wellbürgerideal fehlt jedes Knochengerüste. Vorne liegen die praktischen Forderungen des Tages, die wahrlich genügen, die amerikanischen Wpfe zu beschäftigen und ausKufüllen; aber Herr Wilson blickt darüber hinaus in unerreichbare und nicht einmal verlockende Fernere. Während er von seiner! Landsleuten sagt, daß sie Weltbürger seien und nicht länger Provinzler sein dürften, fühlt er sich selbst schon als eirr politischer Messias. Aber wie fehlen ihm die realen Grundlagen, im der Theorie sowohl wie in der Praxis! Seine Weltkonferenzpläne sind ja gescheitert; er wollte die Neutraler! im friedlichen Gänsemarsch seinen Zielen zuführen, aber schon nach dem ersten Schritte sind sie abgeschwenkt. Wenn Wilson nun durch Kampf, durch Gewalt, seine Pläne durchsetzen will, wie kann er da davon träumen, die Staatsverfassungen der Kulturvoller nach seiner eigenen Schablone um ge stalten M können? Seine (Gedanken rennen in lauter Sackgassen. Er will nationale Rechte „verteidigen", so'spricht er milde, fügt dann aber rnit stockender Stimme hinzu, daß daraus doch viel- ^cht eine mehr unmittelbare Teilnahme am Kriege werden wanre. „Mer nichts wird unsere Ideen und unseren Zweck andern." Der Unbelehrbare erhofft von der Gewalt seiner ^danken noch mehr als von den Ereignissen selbst. Die Menschheit, auch seine Freunde in England und Frankreich, w«Deu von den polittschen BekehcungsversuüM! nicht viel halten, und tmr Deutsche siird viel zu sehr mtt den Anf- gar^n der Gegenwart beschäftigt, als daß die Stemrgnckerei m Amerika uns ein besonderes Interesse ab nötigen könnte. Wrr glauben an teure Wunderwell und Weisheit im Erdeu- ^ben, aber lorr vertraue!r auf die sichtbaren Kräfte, die anr Wcwke smd. Über alle Schwierigkeiten, auch diejenigen, die uns Herr Wilson bereit legen lvill, uns hinansUrhelfen.,
Ern ausgezeichnetes Pendant zu dem amerikanischen Kongreßbild liefern die neuesten Besprechungen im englischen Unterhaus. Dort sitzt einer, der früher auch einmal den Mund sehr voll genommen hat und heute doch als ein eitttäuscksier Prophet anftritt! Churchill, der ehedem einen unverwüstlichen Optimismus gezeigt und immer den nahen Erfolg englischer Großtaten angekündigt hat, ist bescheidener geworden. Voll Pessiurismus erklärte er, daß er nicht an einen Sieg in diesem! Fahre glaube.. Dieser Ausspruch geht gegen das ganze Programm der Entente. Denn inan hat es ja tausendfältig angekündigt, daß in diesem Jahre der Gegner niedergeschmettert werde, daß alles mobil gemacht sei, um der Lage die entscheidende Wendung zu geben. Enttäuschung über Enttäuschung. Auch, andere Redner im englischen Unterhaus sehen düster in die Zukunft. Besonders das in der Luft hängende, vom U-Bootkrieg stark gefährdete Unternehmen in Saloniki macht ihnen Sorge. Bonar Law selbst scheint diese Bedenken zu teilen, denn er erklärte, nichts dazu sagen zu dürfet!, weil Ernfland Rücksicht auf die mitbeteiligten Mächte nehmen müsse. -Das ist in seiner Art auch eirr Lob der gemeinschaftlichen Politik, der einheitlichen Taktik! Wir werden in der nächsten Zeit vielleicht noch interessantere Dinge ans England zu hören bekommen!
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Der Sfterreichifch.ungarischen Tagesbericht.
Wien, 6. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird oerlanttmrt: 6. März 1917.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Zn der B u k o w i n a schejtrrttn russische Vorstöße. Südlich von Brzeczany wurde ein nächtlicher Uedcrfall der Russen abgeschlagen.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Starke Niederschläge behinderten im allgemeinen die Ge- fechtStatigkeit und rmterbrachen auch den Kampf nördlich des San Pelegrino-Tales. Nachts fetzte wieder Minenseuer gegen unsere Coftabella-Stellmig ein. Angriffsversuche der Italiener kamen in unserem Sperrfeuer zum Stehen. Ein feindlicher Ueverfall auf den Col Bricrm rmrrde mit Handgranaten abgewiesen.
Heute früh führte der Gegner vor dem Monte Sief eine größere Sprengung durch, unsere Stellungen blieben jedoch unversehrt.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts zu melden.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.
Der türkische Bericht
. Konftanktnopel, 5. März. (WTB.) Amtlicher Heeres- beruht ^Persische Front: Oestlich von Ha maban versuchten zwei femdliche Kavallerie --Re gi menter nacheinarcher unsere Stellung anzn greifen, mixtom aber durch Attilleriefeuer zurückgcworfeir. An den übrigen Fwttten ist die Lage unverändert.
Wilson über seine politif.
Washington. 5. März. (WTB.) Meldung de- Reuter- schen Bi.kre.auS: In der Jnangural-Adresse sagte Wilson: Bot! Anfang an drückte der Krieg unvermeidlicherweise unserem Geiste, unserer Jndnsirie, unserem Handel imö unserer Po- ütu fernen Stempel auf. Es ivar unmöglich, ihm gleichgültig oder unabhängig gegenüberzustehen. Trotz vieler Meinungsverschiedenheiten wurden wir einander näher gebracht. Man fügte uns zur See großes Unrecht zu. Wir hatten al>er nicht den Wunsch, mrt Unrecht und Beleidigungen zu antwotten. Obwohl einige uns zugefügte Taten trnerttäglich waren, lvaren wir uns stets belvußt, d^N wir nichts für uns selbst wünschen, was !oir nicht für die ganze Menschheit zu fordern bereit lvaren, nämlich ein rechtschaffenes Handeln (kau d66lmg), Gerechtigkeit und Freiheit zu leben und den Schutz vor dem organisierten Unrecht. In diesem Geiste und mit diesem Gedanken gelangten wir mehr und mehr zu der Ueber- zeugnng, daß es unsere Aufgabe sein muß, für die Erhaltung und Stärkung des Friedens zu arbeiten. Wir mußten uns be- waffneu, um unseren Anspruch ans ein gewisses Mindestmaß von Recht und Freiheit des Handeln' durchzusetzen. Wir stelwn fest in bewaffneter Neutralität, weil es scheint, daß nur auf kerne mrdere Werse ansdrücken können, woraus wir bestehen und !vaS lvir nicht missen können. ES kann sogar sein, daß mir durch Umstände zu eitler aktiven Berteidiguug unserer Rechte nrrd zu einer mehr unmittelbare n Teilnahme an dem großen jbanrpfe veranlaßt Iwrbeu. Llber nichts wird unsere Ideen rmd unseren Zweck ändern. Wir wünschen weder zu erobern noch Vorteile zu erringen. Wir wünschen nichts, was nur mis Kosten «nes anderen Volkes erreicht toerdeit kann. Wir sind nicht länger Provinzler. Die tragischen Ereignisse dieser Monate des Kampfes auf Leben 'und Tod inachtetr und haben uns zn Weltbürger u gemacht. Wir können nicht zurück. Unser eigenes Geschick als Natwn steht auf dem Spiel. Das Folgende ist es, für das wir emstchen werden: Daß alle Nationen glevb viel Jntevsie am
Weltftieden und au der politischen Stabilität brr freien Vkller haben und dafür in gleichem Maße verantwottlich sind, daß das wichitgste Prinzip des Friedens die vnrkliche Gleichheit der Völker in allen Rechtsfragen m. daß der Friede sich nicht sicher und §e- rechterweise ans ein ich. 'bares Rechtsgleichgewicht stützen kann, daß die Regierung alle § Zechte Macht (wöttlich: just powe*r) von der Zustimmung Der Regierung ableitLN, daß die Meere gleich frei und sicher für alle Völker sein sollten, nach Gesetzen, die durch ein gemeinsames Abkominsn festgesetzt werden, daß die Rüstungen der Völker auf die innere Ordnung eines Volkes und auf seine häusliche Sicherheit besckiränkt werden sollten, und daß es Pflicht eines jeden Volkes ist, darauf zu achten, daß jeder Ver- luch, in anderen Lätrdern einer Revolution beiznstehen, sttenge rmd wirksam unterdrückt und verhindert werde. Zn diesen Grundsätzen sollten wir uns einttächtlich bekennen.
Zu dieser neuen Einigkeit werden wir in Flammen znsammew geschmiedet, durch deren Glut wir von Parteiungen und Uneinigkeit befreit sind, sowohl in der Erfassung unserer Pflicht als in dem erhabenen Entschluß, sie zu erfüllen, vereinigt werden. Wir wollen uns im Angesicht aller Menschen der großen Äliusgabe, welche wir jetzt zur Hand nehmen müssen, weihen.
Wa sh in g ton, 5. März. (WTB.) Meldung des Renterschen Bureaus. In der bereits kurz veröffentlichten Botschaft des Prä side n t ein Wilson an das Land heißt es:
^ _ Die letzte, 64., SAsion des Kongresses zeigt bei ihrer verfassungsmäßigen Schließung eine Lage, die wohl ohnegleichen in der Geschichte unseres Landes dafteht, ja wohl ohnegleichen rn der Geschichte irgendeiner modernen Regierung. Die Lage zeigt sich uns u n m i t t e l b ar vor einer Krisis, die mehr tÄgerische und weitteichende Möglichkeiten einer nationalen Gefahr in sich trägt, als irgendeine andere Regierung in der ganzen Geschichte der internationalen Beziehungen sich gegenübersah. Der Kongreß tuar nicht in der Lage das Land zu schützen oder die grundlegendsten Reihte seiner Bürger zu wahren. Mehr r ls 500 von den 531 Mb- rliebem der beiden Häuser sind bereit/rpnlög zu handeln. uVJ Repttisentunrenhans handelte mix einer üb^rwälrigenoen Mehrheit aber der Senat war dazu nicht in der Lage, weil eine kl eine Gruppe von elf Senatoren beschlossen hatte, daß er rächt handeln- solle. Der Senat hat keine Regeln, durch die die Debatte beschrankt oder beendet werden kann oder wodurch irgendwelche verschleppenden Manöver verhindert werdet! können. Ein einzelnes Mitglied kann sich jeder Handlung in den Wieg stellen, wenn es nur körperlich die Ausdauer besitzt. Im jetzigen Falle ist das Ergebnis die völlige Lähmung sowohl des gesetzgebenden wie des ausführenden: Ztveiges der Regierung. Die Unfähigkeit deS Senats zn handeln, rnachte einen der notwendigsten gesetzgeberischen Me ver Session zn einer Zeit unmöglich, da seine Nvttvendigkeit am allerdringetü»- sten war.
Nachdem der Präsident die Maßregeln beschrieben Iktf, Sie nicht erledigt werden konnten, fährt er^fort: Ich würde die SchnLerigkeit nicht beseitigen, wenn ich den 65. Kongreß zu einer außerordentlichen Tagung einberufen würde. Die Zähmung des Senats wurde weiter bestehen. ^Der Wille und der Geist zum 5)andeln fehlen nicht. I'ch kann wohl sagen, daß der Kongreß augenblicklich fester in seinen Gedanken und seinem Millen geeint ist, als er es zu Gedenkzeiten! irgendeines jetzt lebenden Mitgliedes war. Es besteht mir ein völlig geeintes, vattiotisches Wollen. Die Ziele, die die Mitglieder vor Augen haben, sind völlig klar und bestimmt, aber der Senat kann nicht handeln, wenn seine Führer nicht die einstimmige Einwilligung Aalten. Seine Mehrheit ist machtlos und hilflos; inmitten einer Knse voll außerordentlicher Gefahren, wo nur ein bestimmtes und entschiedenes Handeln die Natjion sichern oder sie vor einem Krieg durch einen Angriff anderer schirmen kann, ist ihr Vas Handeln zur Unmöglichkeit gemacht. Obgleich tatsächlich die Nation und ihre. Vertreter mit noch nicht dagewesener Einmütigkeit hinter der ansführenden Regierung stehen, wird natürlich der im Ausland^ hervorgerufene Eindruck der sein, daß dem nicht so ist, rmd daß andere Regierungen tun können, was sie wollen, ohrre befürchten zn müssen, daß unsere Regierung irgend etwas tun kann. Wir können das nicht erklären, die Erllärimg ist unglaubwürdig. Der Senat der Vereinigten Staaten ist weiter nichts als eine gesetzgebende Körperschaft, die nicht harcheln kann, wenn ihre Mehrheit Mm Handeln bereit ist. Eine kleine Gruppe rmt lens starker Männer, die einig die eigene Meinung vertreten, ntacht die große Regrsruna der Bereinigten Staaten hilflos und verächtlich. Das Mittel hiergegen — es Mt bloß ein Mittel —' das einzige Mittel ist,' den Senat so zn ändern, daß er handeln sann. Man kann sich darauf verlassen, daß das Land die Folgerung daraus ziehen wird. Ich glaube, daß man sich darauf verlassen kann, daß der Senat die Mittel zum Handeln finden wird und das Land vor einer Katastrophe bewahren wird.
Der, Präsident gab außerdem die Ernrutta-cng, eine Ecklärung zu verosrerttttchen, welche sagt, daß die Lage dadurch noch ernster genwrden ist, als man annalmr. daß man entdeckte, daß der Präsident zwar auf Grund der allgemeinen verfassungsmäßigen Vollmachten viel..von dem tun kamr. .nvsür er vom Kongreß die Vollmacht verlmrgte, daß aber gewisse alte, nnwiderrnfenc Be- stinnmmgen bestehen, die praktisch unüberwindliche Hindernisse bilden und die Vollmacht zunichte machen können.
Das erwähnte alte Gesetz wurde 1810 <utgenommen, um den Widerstand amerikanischer H<rndelsschiffe gegen Kitperschiffe von Privatpersonen ztl regeln. Es schloß aber Schiffe ans, die ton einem „staatlichen bewaffneten Schiff" einer Nation, die mit den Vereinigten Staaten in Frenndschast ist, angegriffen würden. Im technischen Sinne ist aber Deutschland nicht im Kriege mir den Vereinigten Staaten und die Tauchboote sind „bewaffnete staatliche Schiffe" Deutschlands.
Die Einberufung des ameritanifcheu Senats.
Washington, 5. März. (Priv-Tel.,. zf.) Mttdtmg des Reuter schon Bnremls. ^er Senat ist für morgen 1^11 Mn ein- berufen worden. Einer der ans der Tagesordnung stelnmden Punkn- Nnrd die Einführung einer neuen Bestimmwrg in die G e s ch ü st ' - o rdnun g sein, durch den die Sästießung der Debatten ernröglicht wird.


