Ausgabe 
6.3.1917 Erstes Blatt
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wurve fnt ^LrruraL auf solche Landwirte, bte Lein Brob« getreue und keine Gerste mehr abzuliefern haben, beschränkt. Diese Einschränkung bleibt mit Zustimmung der Heeresver­waltung auch noch im März bis auf weiteres bestehen Die Landwirte müssen daher noch weiterhin in erster Linie Brotgetreide und Hülsenfrüchte ausdreschen und abliefern, bis die Bestände hiervon die unbedingt erforder­liche Höhe erreichen. Nicht betroffen wird durch die angoord- rrete Einschränkung der Haferabnahme die Lieferung von Hafer für die Hafernährmittel-Fabriken, auf die zur Vermeidung von Stockungen in der Hafernährmittel Herstellung größtes Gewicht gelegt werden muß. Aus die Versendung von Hafer für 'Mhrmittelzwecke bezieht sich auch die gleichzeitig verfügte Einschränkung der Wagenbestellung für Hafersendungen nicht. Aus Beschleunigung der Stellung von Wagen und Lieferung der Säcke für Brotgetreide, Gerste und Hülsenfrüchte ist hingewirkt worden.

Vom unabhängigen Ausschuß für einen deutschen Frieden.

Köln a. Rh., 5. März. (Privattelegramm' J'm Anschluß au die große vaterländische Kundgebung, die der Un­abhängige Ausschuß für einen deuts che n Frieden gestern nachmittag im Gürzenich veranstaltet, fand am Nachmittag rn der Erholung eine geschlossene zahlreich besuchte Vertrauens­männer Versammlung des Unabhängigen Ausschusses in der Rhein- Provinz ebenfalls unter Vorsitz des königlicheir Kammerhcrrn Frei­herr von Loebel-Bergers Hausen statt. Es wurden einstimmig fol­gende Beschlüsse gefaßt:

1. Es werden tunlichst aller Orten im Rheinland Ortsgruppen des Unabhängigen Ausschusses gegründet. 2. Die Ortsgruppen roerben nach Bezirks- bezw. zu einem Provinzialverband zusammen gefaßt. 3 Die Geschäfts leftung des rheinischen Provinzial verband es übernimmt als Geschäftsstelle die ^Ortsgruppe Köln (Hansahans)

N«h weiterer Aussprache der Organisations- ^und Wer de fragen Mb der Zweite Vorsitzende des Unabhängigen Ausschusses. Ab­geordneter Fuhrmann einen Ueberblick über die politische Lage. Zwftspalt in der Stettiner Sozialdemokratie.

Stettin, 6. März. Ter Vorstand des sozialdemo­kratischen Vereins zu Stettin hatte vor kurzem den Anschluß an die sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft beschlossen. T« Hauptversammlnng sprach sich dagegen gestern in einer stürmischen Sitzung mit 140 gegen 110 Stimmen für den An­schluß an die Parteimehrheit aus. Gleichzeitig wirrde für den Ans­schibuß der Opposition aus der Partei gestimmt. Darauf schloß der Vorstand kurzerhand die Versannnlung und verweigerte den Rücktritt von seinen Aemtern. Der Vorsitzende ist der Reichstagsabgeordnet-e Bogtherr, der der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft mrgehört.

Die Beisetzung des Fliegerofsiziers WintgenS.

Minden, 6. März. In feierlicher Weise erfolgte gestern lster die Beisetzung des Flieg ervffiziers Wintgcns, der am 25. Septernber vor. Jahres in Frankreich gefallen' ist. Die Fliegerkompagnie Hannover stellte, die Ehrenwache. Den Weg zum Friedhof säumte Mindens Bürgerschaft. Eine Kompagnie von der Feldsliegertruppe Hannover gab dem gefallenen Helden die letzte Ehre. Unter dem zahlreichen Trauergesvlge befanden sich auch die Mufter und eine Schwester des Toten.

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Gokha. 5. März. (WTD.) Dem gemeürschastlichen Land­tag der Herzogtümer Coburg und Gotha wurde ein Gesetz­entwurf vorgelegt, nach denr die Mitglieder des Herzogshaufes, die einem außerdeutschen Staat angelwren, das Recht der Re gierungs Nachfolge für sich und iche Nachkommen ver lieven. wenn ihr Heimatsstaat Krieg gegen das Deutsche Reich führt.

An» Stadt «nd Land.

Gießen, 6. März 1917.

** A miliche Personal Nachrichten. Der Großherzog hat am 5. März den Oberlehrer an der Oberrealschule am Fried­richsplatz zu Osfenbach Professor Tr. Erwin Bol'ckmar aus sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner lmigjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. ?lpril 1017 in den Ru bestand versetzt und ihm aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand den Charakter als Geheimer Schulrat erteilt. Ter Großherzog hat am 5. März den Oberlehrer cm der Oberrealschräe zu Näarnz Professor Karl Goertz zum Direktor der Realschule zu Wimpfen nrft Wirkung vom 1. April 1017 an ernannt

# * Auszeichnung. Dem Wehrmann Franz D e t t - mann ans Gießen wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. - Geüeiter Otto Jung, Leibgarde-Jnf.-Regt. (1. Großherzoql Hessisches) Nr. 115, Großherzogs Leibkompagnie, erhielt am 1. März 1917 das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

** Pers onalnochrichten der O berpo std i rektio n in Tarmstadt. Verliehen wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse dem Hanptmann d. L., Ober-Postpraktikant T h ü m e n aus Darmstadt, dem Feld-Oberpostsekvetär Schmidt mrs Bensheim und dem Feld-Postsekretär Schnell aus Vtaftiz: die Hessische Tapserkettsmedaille und das Hamburgische .Hanseatenkreuz deni Leutnant d. R., Post-Assistent Ditt aus Mainz; das Hessische Krregsehrenzerchen dem Post-Inspektor Mosler in Tarmstadt, den Feld-Postsekretären Bierbach und Hartman« und der« Telegraphengehilfen Jen sch aus Darmstadt. Aus 'Anlaß de- Scheidens ails denr Dienste: das Ritterkreuz zroerter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großnttftigen dem Pvstsekrelär Krell in Bensheim. Angenommen wrrrde als Telegraphen gehilftn Thekla Schnhard in Friedberg 'Hessen' und Paula Rück in Worms, als Postagentin Frau Maria Magdalena Hahn Witwe irr Guntersheim ,Kreis Worrnsü Be st a n d en hat die Post sekrÄärprüfirng der Posta ssistenr G ö tz in M arnz-Kastel. Versetzt wurden der Postsekretär Heinrich Schneider txm Lauterbach (jgeflerr nach Gießen, der Ober-Postassistenl Seiber t von Pfungstadt nach Groß-Gerau und der Post-Assistent Stein von Köln noch Mainz. Freiwillig ausgeschEden sind die Telegraphen- gehrislmren Kath. Kammer in Gießen und Erna Böhm in Worms Ge st o rb en sind die Postsekretäre Bickelhaupt in Anerbach l.Hes,eni, Grenz in Darmstadt und Weller in Wzey und der Postagent Hahn in Gundershemr >.Kr. Worms'

** Der Winter ist zurückgekehrt und hat seinen weißen Flockenmantel wiederum über Stadt und Land aus­gebreitet, als wolle er von sich aus allen kriegerischen Ope- ratronen, die, wie es schien, eben auf sämtlichen Kttiegs^- schauplätzen in Erscheinung treten wollten, nochmals unter­drücken und das Rnrgen um die Entscheidung hinausschieben. Bei uns setzte der eigentliche Schneefall gestern nachmittag gegen 5 Uhr ein und hatte in kaum einer Viertelstunde eine Winterlandschaft hervorgezaubert. Abends gegen 10 Uhr ließ das Flockengeriesel nach, aber da war schon der Boden mit einer so hohen Schicht bedeckt, daß man ihr heute morgen allerwärts auf den Bürgersteigen mit Hacke und Schaufel zuleibe rücken mußte. Der Himmel sieht immer noch irach Schnee aus. Mer was tut es:Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen (Gebärden, und streut er Eis und Schnee umher, es muß doch Frühling tverden." Lange werden wir sicher nicht mehr auf ihn zu warten brauchen. Inzwischen sei, solange das Regiment des Nach­winters dauert, wiederum au das Streuen von Asche auf die Bürgersteige erinnert, denn unter der Schneedecke be­endet sich schon wieder manche gefährliche Schleife. Und nicht zuletzt: (Gedenket der hungernden Vögel.

_ ^ hlreiche Nachkommenschaft. Den Ernst

der Fleisch- und Speckknappheit hat ein Mutterschwein des MetzgermersterS T r i n k a u s (Vogelsberger Hof) am Sel­tersweg begriffen. Das Tier brachte vorgestern 15 Ferkel zur Welt, nachdem es. schon im Herbst v. I. deren 19 das Licht der Welt erblicken ließ, also innerhalb 6 Monaten 34 Stück. So müßte alle Schboosäu sei", sang seinerzeit der Frank surter Lokaldichter Stolze.

** Unter dein Namen GelatinePulver, Gelee- Pulver icnd Gelatin e l ei mpul v er werden in letzter Zeit Waren in den Verkehr gebracht, die gute Speisegel atme ersetzen sollen. Die Farbe und der Geruch derartiger Mittel lassen schon erkennen^ daß sie nicht einwandftei zu menschlichem Genuß ge­eignete Speisegelatine darstellen, sondern ans Leimpapier bestek-en, die insbesondere bei nt Auflösen in der Hitze einen ekelerregender, Geruch nach .Knochenleim verbreiten. Es ist zu befürchten, daß durch ^derartige ekelerregende Produkte wesentliche Mengen wichtiger menschlicher Nahrungsmittel verloren gehen. .Außerdem werden für derartige Produkte noch unverhältnismäßig l-ohe Preise gefordert. Vor dem 'Ankauf und der Bettvendnng derartiger Gelatinepräparatc: wird daher ausdrücklich gewarnt.

O e f s e n t l i ch e Bücherhalle. Im Februar wurden 2678 Bände aus geliehen. Davon kommen aus: Erzählende Literatur 1592, Zeitschriften 364, Jugendschrfften 222, Literatur­geschichte 8, Gedichte und Dramen öl, Länder- und Völkerkunde 2, Kulturgeschichte 28, Geschichte und Biographien 117, Kunstgeschichte 16 Naturwissenschast und Technologie 111, Heer- und Seewesen 20 Haus- und Landwirtschaft 9. Gesundheitslehre 15, Religion und Philosophie 37, Staatswissenschast 6, Sprachwissenschaft 9, Fremd­sprachliches 21 Bände. Nach auswärts kamen 26 Bände.

** Das Schwarz-Weiß'-Theater bringt im Pro grannn vom Dienstag, 6. März, bis einschließlich Freitag, 9. März das mimische GesellschaftsdramaDie Suffragette", in fünf Akten, von Urban G a d und mit Asta N i l s e n in der Hauptrolle nebenbei ein Wildwest-DramaIn letzter Minute!" in zwe» Akten, sowie ein gutes Beiprogramm.

** E i n e Brennholz-Bersteigerullg der Stadt Gießen findet Montag, den 12. März 1917, vormittags 9% Uhr in den Waldungen der Stadt Gießen statt. Näheres sieh Bekanntmachung.

** Das heutige Kreisblatt Nr. 39 enthält Bekannt machungen über Beschlagnahme, Bestandserhebung und Enteignung sowie freiwillige Abgabe von Glocken aus Bronze und von fertigen gebrauchten und ungebrauchten Gegenständen auS Aluminium, so dann über den Verkehr mit den in die öffentliche Bewirtschastung übernommenen Nährmitteln.

Landkreis Gießen.

i. Ettingshausen, 6 März. Zum Fahnenschmied wurde der Gefreite Heinrich S ch o m b e r in, Feld-Art.-Rgt. Nr. 25, Sohn des Schmiedemetsters Schomber von hier, befördert. Der an, 5. September 1916 verwundet in russische Gefangenschaft geratene Theodor Keil, Sohn des Müllers Heinrich Keil IV., wurde aus getauscht und liegt jetzt in einem Hamburger Lazarett. Keil erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. Die Sammlung der Jubiläums spende ergab in der hiesigen Gemeinde 267,50 Mark.

** Großen-Linden, 6. März. Dem Fahrer Wilhelm Keßler beim Feld-Art.-Rgt. 9tr. 102. Sohn des Landwirts Ludw Keßler VII.. wurde im Dezember 1916 die Hessische Tapserkeits medaille verliehen.

44 H u n g e u , 5. März. Im Warteraum des Bahnhofes hielt der Eisenbahn verein Nidda eine Versammlung ab, in der der Magazin-Verwalter Knieling aus Fraukiurt a. M. einen Vortrag über die von Regierungsbaumetsler S ch ü tz-Eberswald erfundene Holzqelenkiohle hielt.

: : Queckborn, 5. März. Einen fielen Eindruck auf die Zuhörer hinterließ der von warmer Begeisterung getragene und von einem reichen interessanten Lichtbildermaterial begleitete Bor­trag, den Herr Lehrer Jakob aus Ober-Bessingen heute über das Thema D e u t s ch l a n d s W i r t s ch a f t s k r ä f t e hielt.

Kreis Büdingen.

K Borsdorf b. Nidda, 6. März. Gefreiter Lehrer R Henrich von hier, Sohn unseres Lehrers, wurde zum Unter­offizier und Offiziers-Aspiranten befördert. Henrich, bis zu seiner Einberufung Lehrer zu Höchst a. d. Nidder, kämpft gegenwärtig in Rumänien und ist mit dem Eisernen Kreuz und der Hesfischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.

44 Echzell, 6. März. Für die I u b i l ä u m s s p e n d e wurden hier durch die Schulkinder 450 Mk. gesammelt. Tie »Rote Kreuz-Kaffe" leistete einen Zuschuß von 150 Mk., die Gemeinde spendete 100 Mk. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Chriskau bei einer schweren Minenwerser-Kompaqnie.

4- Ortenberg, 5. März. Vorgestern tagte lster eine Ver samniinng der Vertrauens nramter des Zweigvereins Ortenberg vom Roten Kreuz. Auch eine große Zahl besonders M dieser Versammlung ein geladener Personen hatte sich eingeftmden. Der Bericht des Vorsitzenden, Pfarrer K a tzn - Ortenberg, über die Tätigkeit des hessischen Lan-desvereins vom Roten .KvÖtz als auch über die Arbeit des Zweigveveins lwt ein erfreuliches Bild hiir-t gebungsvoller und erfolgreicher Tätigkeit im großeir als auch im kleinen. Zur Belebung des vaterländischen Geistes wurde ferner einstimmig beschlossen, in smntlichen Gemeinden des Bezirks-Licht- bildervorträge zu veranstsalten, welche sotgerche Themata behaiddeln sollen: das deutsche HeiinatlMr und seine Waffen, die Quellen deutscher Kraft und die Bürgschaften deutschen Sieges, Deutschlands Schwert und Geld und andere. Es rverden sprechen: am 7. d. Mts. Pfarrer K a hn - Ortenderg in Ortenberg, am 8. derselbe in Selters, am 9. derselbe in Effolderbach, am 11. Ober amtsrichtier Tr. Pnsch-Ortenberg in Stockheim, am 12. Pfarrer Liz. Her pel-Lißberg in Meichenbach, am 13. Pfarrer Kahn in Bergheim, am 14. Lehrer Hensel und Pfarrer Schrimps Hirzenhain in Usenborn, am. 15. Oberamtsrichter Tr. Pusch in Gelnhaar, am 18. Pfarrer Schrimps, Lehrer Hensel in Hirzenhain, am 17. Lehrer Hensel in Merkenfritz. am 18 Marrer Liz. Herpel in LiV^rg, am 20. Pfarrer Kahn in Eckartsbvrn, am 21. Oberamtsrichtcr Tr. Pusch in Bobenhausen Tie Borträge finden in eine,« Saale, im Schulhaus oder tn der Kirche statt, sie werden sämtlich umrahmt sein von vaterländischen Gesängen und Liedern, vorzügliche Lichtbilder mit guten Appa­raten werden das gesprochene Wort wirkungsvoll erläutern.

Kreis Alsfeld.

ä. Berns feld, 6. März. Die hiesige Gemeindefagd gmg für die Pachtsilmme von 455 Alk. neuerdings in den Besitz von Dr. Wagner in Homberg a. d. O. über. Der bisherige PachtpreiS betrug 380 Mk. Bisheriger Pächter ivar Rechnungsrat Gutileifch von Homberg a. d. Ohm.

i6. Nieder-Ohmen, 6. März. Die von Schülern in der hiesigen Gemeinde vorgenommene Sammlung zum 25jährigen Regierungsjubilänm des Großherzogs Ernst Ludwig von Heffen'er- gab den ansehnlichen Betrag von rund 300 Mk. - Dem Semi­naristen Karl Reitz, Unteroffizier in einem Masch.-Gew.-Ber- fügungstrupp, wurde die Hess. Tacherkeitsmedaille verliehen, noch- dem er vor einiger Zeit schon mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden war. Unteroffizier Reitz ist der Sohn des Schloffermeisters Adam Reitz II., des Besitzers der früher Walter- scheu Maschinenschlofferei. Hier wurde vor einigen Tagen die frühere Hebamme Elisabethe H o f m a n n im hohen Alter von 86 Jahren unter großer Beteiligung der Bevölkerung namentlich der Frauen zu Grabe getragen. Nicht viel weniger als 6» Jahre war die Verstorbene, die in ihrem verantwortungsvollen Bernke stets sehr gewissenhaft war. in der hiesigen Gemeinde Hebamme.

Kreis Lauterbach.

M. Engelrod, 5. März. An der Kreisstraße nach Hörgenm» wurden im Laufe des Winters etwa 50 große Eschenbäume mit 60-80 Zentimeter Durchmesser gefällt. Eine Fuldaer Holzhandlung zahlte für den Kubikmeter dieses Holzes den Durchschnittspreis von 100 Mark, wodurch der Kreiskaffe eine schöne Einnahme zugesübrt wird.

vl. L a n t e r b a ch , 6. März. Die Ehefrau des im Felde stehenden Müllers Krümmel dein in der Steinmühle an der Alsfelder Straße kam vorgestern beim Aufschütten von Frucht der Transmission zu nahe, wobei sich der Haarzopf in das Getriebe verwickelte. Tie Frau, der dabei fast d ie ganze Kopfhaut samt den Haaren abgerissen wurde, mußte ins hiesige Krankenhaus aus­genommen werden.

Kreis Wehlar.

r&. Wetzlar, 6. März. Ter KretS-Kaninchen-Zncht- verein des Kreises Wetzlar hielt am Sonntag seine zweite Aus­stellung, verbunden mit Kaninchemnarkt und Prämiierung, für dieses Winterhalbjahr ab. ES waren 150 Tiere aller bekannten Abarten airsaestellti Kauflust und Tausch waren sehr reg». Die Kleintier­

zucht gewinnt erfreulicherweise in Stadt und Land immer mehr Anhänger.

ra. Mudersbach, 6. März. Unter großer Beteiligung wurde am gestrigen Sonntag Förster a. D. Konrad A r m b r e ch t zur letzten Ruhe gebettet. Der Verstorbene, Veteran von 1866 und 1870/71, war ein weit über den Kreis seines amtlichen Wirkens bekannter und angesehener Mann.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. M., 5. Atärz. In den Akademischen Senat der Universität sind für das am 16. April beginnende Studienjahr gervählt worden aus der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Prof. Dr. Lewa! d, der Medizinischen Fakultät Pro-. Dr. Watthard, der Phllosophischen Fakultät Geheimerat Pros. Dr. Panzer, der Naturwissenschaftlichen Fakultät Geheimerat Prof. Dr. W a ch S m u t h , aus der Wirtschafts- und Sozial- wissenschaftlichen Fakultät Prof. Dr. Vogt und der außerordent­liche Profeffor Dr. D e l a q u i s.

----Frankfurt a. M.. 5. März. Auf dem Hauptbahnhof wurde Samstag abend eine eingehende Gepäck Untersuchung .bei den aus Bayern kommenden Reffenden vorgenommen.

X. Hcr nau, 4. März. Auf dem Unterverbands tage oer Raiffeisen vereine des Kreises Hanau keilte Gencff'sen- schaftsdirektor Schüler-Kassel mit/daß sich der Umsatz in der Geldabteilnng außerordentlich gehoben habe, dntz ferner die Vereine des Kreises Hanau ebenfalls eine außer­ordentlich günstige Bewegung auf ihren Konten zu ver­zeichnen hätten. Ihre Schuld sei van 105 000 Mk. aus 75 000 Mart znrückgvgangen, ihr Guthaben von 205 000 Mk. auf 475 000 Mk. gestiegen. Ein ähnliches Verhältnis könne bei fast allen hessischen Raiffeisenvereinen sestgestellt werben.

Letzte Nachrichten«

An der Ancre.

Berlin, 5. März. (WTB. Nichtamtlich. An der Ancre nahmen die Vorfeldkämpse anr 3. März ihren Fortgang. Trotz starken Kräfteeinsatzes ist es den Engländern noch nicht gelungen, an die neuen deutschen Stellungen heranMLxmmen. Bei diesen Kämpfen nahmen die deutschen Sicherungen den Engländern in der Gegend von Gommewurt zwei weitere Maschinengewehre ab. Einem nach ausgiebiger Artillerievorbereitung mit starken Kräften gegen den Biez-Wald östlich von Gonnneconrt angesetzten Angriff wichen sie elastisch nach Osten aus. Außer in fteiwillig geräumtem Gelände konnte sich der Engländer irirgends sestsetzcn. Wie am 28. Februar bei Sailly, scheiterten anr 4. März auch seine mit starken Kräften unternommenen Angriffe bei Bonchavesnes. Die in 2 Kilometer Breite vorgestoßenien englischen Stürmt rappen wurden in beider! Flanken durch sofort einsetzenden Gegenangriff icmfvßt und großenteils wieder zurnckgeworfen. Nur in der Mitte vermochten sie ein kleines Graben strick zu halt«r; Versuche, es durch einen Nachtangriff zu erweitern, scheiterten jedoch An der ganzen übrigen Front entsafteten die Deickschen lebhafte Tätigkeit. Bei Ch-illy, südlich der Somme, wurden außer den gemeldeten Ge­fangenen 2 Maschinengewehre eingebracht. Die feindliche Stellung wurde planmäßig zerstört mW schwere englische Verluste fest- gestellt. Der^ Vorstoß an der Straße Etam-Verdun trug rwch drei Maschinengewehre ein. Ein werteres Maschinengeweh« imd ein Minenwerfer wurden in der Gegend von Nieder-Aspach mrd bei Ammerzweiler erbeutet. Ferner wurden hier weitere Ge­fangene gemacht. Der größte deutsche Vorstoß auf dem östlichen Maasuier, der, wie gemeldet, Gelände in 1500 Meter Brette und an 600 Gefangene eiutrug, zeichnete sich durch besondere geringe deutsche Verluste ans. Bereits -nach kurzer Artillerievorbereitung war die französische Grabenbesatzung soweit niedergekampft, daß die Sturmtrupps an drei Stellen in die ftanzöftsc^n Linien einbrecher. konnten. Durch rasch hinein geworfene Handgranaten wurden di, UnterMnde ausgerauchert und die französische Besatzung trnpp gefangen genommen.

Die mexikanische Angelegenheit.

Haag, 5. März. DieTimes" meldet, daß die Enthüllun- gnr über Mexiko das amerikamfche Publikum mehr aufregen als irgend etwas anderes seit Ktiegsbeginn. Mit Lansings Erklärung, daß « die Echtheitd les Briefes verbürge, habe man im Kongreß alle Opposition gebrochen. Er hat Ln einier begeisterten Sitzung mit übergroßer Mehrheft Wilson zur Bewaffnung der amerikanischen Schiffe ermächtigt, obschon das nicht dasselbe ist, wie der Beschluß des Senats, der ihm Vollmacht zu allen Schritten gab, die er zur Beschirmung der Rechte von Amerikanern zur Sec für notweridig hafte. Ist doch die Sttmnrung unter den .Kongreßmftglick>ern so, daß der Präsident^ sie ohne Schwierigkeit davon überzeugen kann, daß sie auch den SenatÄbeschluß airnehmen muffen. Man unterhält ffch viel über den Weg, den der Brief des Staatssekretärs Zimmermann genonrnren hat, ohne entdeckt zu werden. Deutschland kann keim Kabel benutzen und Bernstorff habe häufig über die Aufficht geklagt, die die amerikanische Regiermrg über die Funksvrnchstationer aiksübe.

Die bellmfftreten amerikanischen Handelsschiffe.

Bern, 6. März. Ein Fmrkspruch aus Washington meldet: Trotz aller Bemühungen der demokrattschen Führer hatten d« Republikaner die Annahme der Bill der bewaffneten Neutralftcü nicht durchsetzen können, da eine lleftre ftftuppe der Opposition dft Erörterimgen blockiere.

Französische Transportkrift.

Bern, 6. März. Der Radikale Barennes erklärte voll Ironie imEvenenrent", die Unterdrückung einer großen Zahl von Eisenbahnzügen sei eine geniale Lösung der Trans­portkrise. Sie habe leider ungünstige Folgen, so z. B. die völlige Lähmung des Handelsverkehrs. Ferner wurde be­züglich der wirtschaftlichen Widerstandskraft und der Moral )em Lande eine schwere Prüfung auserlegt. Hätte inan weni­ger geschrieben und mehr gehandelt, dann wäre man heute nickit gezwungen, Maßnahmen zu ergi-eifen, die das ganze Leben des Landes auf den Kopf stellen und die Transport­krise dadurch zu lösen, daß man einfach nicht mehr trans­portiere.

Russischer Munitionszug erpiodiert.

Berlin, 5. März. Die Kriegszeitung des ..Berliner Loüif Anzeigers" weidet über Mttlmoe. daß nach der .^Örlowski Ejest- nik" leit vierzehn Tagen in mübieberte« Teilen Sibiriens furcht bare Schneestürmc herrschen, die alle Warentrmrsporte vvllstcmdig unterbrochen. Infolge starker' Schnooverwebui>ifen entgleiste der T schite abgelassem Munitionszug 212 in voller- Fahrt. Die Lokomotive wurde vollstärwig zertrümTnern. Tie ersten Wag« fingen Feuer, woraus der ganze Zug unter furchtbarem GkWst explodierte. Die Begleitmannschaften des Zuges sind bis aus der; letzten Räann umgekomrnen. D«r Bahnkörper ist auf einer Streckr von sechs Werft aufgerffseu.

Die Seesperve gegen Italien.

Lugano, 6. Mürz. 100 Mgeordnete der Küstenstädre brachten eine Tagesordnung ein. die Regierung möge die Handelsschiffe gegen die U-Boote bewasftien.

Einer halbamtlichen Mitteilung zufolge wird die Regie rung den Präfekten binnen kurzem die Vorschriften für die Einführung der Lebensmittelkarten in ganz Italien zugehei affen. Es sei niemals die Absicht der Regierung gewesen ne Rationierung der Lebensmittel aus die oberitalrenischen Städte zu beschränken. Sie habe es jedoch für empsehlenswer, gehalten, die Initiative einzelner Orte zu begünstigen, uni durch deren Beispiel die Bekämpfung anderer Landesteile zu bekämpfen.

Die Lag»' in Grftchenland

L u g a n o, 6. März.Corriere Hella Serra" meldet aus Athen, die Blockade mache sich auch unter der italienischen Kolonie sehr fühlbar. Die Lage versch!imme'-e sich zusehends Der grüßte Teil der Bevölkerung trägt die Entbehrungen ohne Murren und sei dem .König nach wie vor unpänglick» und ergeben.