*67. Jahrgang
Hr. 54
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MhWdige Verwaltung für Nandern.
(WTB.) Großes Hauptquartier. 3. März. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Vor Tagesanbruch versilchtm starke Erkuudungsabtei- lungen der Engländer bei Hullnch und Lievin, in den Abendstunden an anderen Stellen der Artois-Front kleine Trupps in unsere Gräben zu dringen. Sie sind überall zurückgeschtagen worden.
Ans beiden An c re - tt fe r n spielten sich wieder heftige JnftmtlKie-Gefechte ab, bei denen der Feind neben blutigen Verlusten sechzig Gefangene und acht Maschinengewehre cin- büßte.
An der Aisne und in der Champagne scheiterten Vorstöße der Franzosen gegen einige unserer Gräben.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Front des GeneralfeldmarschallS Prinzen Leopold von Bayern.
Zwischen Jlluxt uttfc dem Narocz-See, sowie am Sto- chod mar das Artilleriefeuer Lebhafter als in den Vortagen. Bei Woronczyn, westlich von Luck, brachen Sturmtrupps in 2Vs Kilometer Breite etwa 1590 Meter tief in die russische Stellung vor und kehrten nach Zerstörung von Unterständen mit 122 Gefangenen und vier Maschinengewehren zurück.
Bei dem Vorstoß östlich der Najarowka hat sich die Ge- faugenenzahl auf drei Offiziere 276 Mann, die Beute auf sieben Maschrnengewrhre erhöht. .
An der
Front des Generalobersten Erzherzog Josef
und bei der
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen
blieb bei aichaltendem Schneefall die GefechtStätigkeit gering.
MazedonischeFront.
Keine Ereignisse von Bedeutung.
Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 4. März. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Dunstiges Wetter hielt fast durchweg die Gefechtstätigkeit in mäßigen Grenzen. An mehreren Stellen waren eigene Unternehmungen erfolgreich. Bei Chilly (zwischen Sonlme und Ancre) wurden 18 Engländer, an der Straße Etain-Vcr- dun über 100 Franzosen, beiderseits der Doller (Oberelsaß) von ims 37 Franzosen gefangen eingebracht.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Keine Kampfhandlungen von Belang-, noch immer starke Kälte.
Mazedonische Front.
Die Lage ist unverändert.
Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.
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Die Abendberichte.
Berlin, 3. März, abends. (WTB. Amtlich.)
Keine Kampfhandlung von Bedeutung.
Berlin. 4. März, übercks. (WTB. Amtlich.)
In den Morgenstunden rege Gefechtstätigkeit nördlich der Somme und auf dem Ostufer der Maas. Zahlreiche Luftkämpfe.
Im Osten und in Mazedonien nichts Wesentliches.
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Die Tage nähern sich, wo die Schlachtenstürme wieder ftBer das erschütterte Europa brausen und wir mit ängstlicher Spauuung wieder auf die anrtlichen Tagesmeldungen warten. In den Tagen, da der Reichstag und seine Ans-^ schüsse ihre weitläufigen Fäden gesponnen haben, die unsere Notzustände Zusammenhalten müssen, bis wir auf neuen, festen Grundlagen stehen, um den innerpolitischen Aufbau folgerichtig beginnen zu können, da haben wir oft denken muffen, daß hinter den Kulissen des Welttheaters ganz andere Vorbereitungen von einer alles umfassenden Größe getroffen werden mögen. In Shakespeares „Cvriolan" steht das treffende Wort: „Den Krieg macht kein Volkstribun". Wer daß er „gemacht" werden muß, wissen wir alle, und so lenken sich unsere Gedanken und .Hoffnungen unwiderstehlich auf Hindenbnrg. Was wird er beginrnen, und welches sind seine Pläne? Wir wissen es nicht, und es wäre vermessen, aus unseren Stnbenwinkeln heraus etwa auf Grund vager Klatschgerüchte zu sagen, daß sich die Dinge so oder so entwickeln würden. Mer zwei Tatsachen sind uns in den letzten Tagen dock> ausgefallen, die sicherlich in den Zusammenhang der sich vorbereitenden großen Kriegs- aeschehnisse gehören. Es sind die Frontverändernngen an ^der Ancre und der Wechsel in der österreichisch-ungarischen Heeresleitrrng. Den: bisherigen Generalstabschef unserer nächften Berbüirdeten ist ganz das gleiche geschehen, lvie im letzten Sommer dem General v. Falftrnhayn. Dieser wurde seines Postens in der Obersten .Heeresleitung enthoben mit der kaiserlichen Ankündigu.ng, er werde bald auf einen neuen, seinen ausgezeichneten Fähigkeiten entsprechenden Posteir gestellt werde» »Und dann leitete er von Westen her den Ginmarsch in Rumänien. Kaiser Karl hat dein erprobter: .Hötzendorss wohl eine ähnliche Rolle zngedacht. Das enge Znsammenarb orten der deutschen mid österreichisck>-nngari- schen Heere läßt es wohl zu, die Frontverkürzung iin Westen und den Kommandowechsel in Wien in einen imieren Zn- samnreirhang zu bringen. Während wir selbst uns über lveit- gehende Verrnntnngen in solchen nnberechenbarml Dingen abr liebsten in Schweigen hiillen, lesen wir doch mit höchsten: Interesse, lvas die nächsten ilänltralen wohl davoll halten. tÄe uMcn M mit iljmi ansMen,
uild es gereicht ulls zur Genugtuung, wenn sie das alte Zutrauen in die deutsche Kraft rroch bewahrt haben. Der „Berner Bund" erschöpft sich in seiner Sonntagsnum- mer in ausgedehnten Kriegsbetrachtungen, die freilich fast alle wie Zukunftsmusik klingen. Er stellt den gehobenen Satz an die Spitze: „Die allgemeine Kriegslage wird von der strategischen .Handlung vorbereitenden Charakters beherrscht, die aus den Plänen des Generalfeldmarschalls v. H i n d e n - bürg erwachsen ist und eine noch nicht erkennbare, aber zweifellos früher oder später sichtbar werdende Wirkung auf die Gegenpläne der Ententefeldherren ansüben wird." Dann heißt e§ an einer anderen Stelle weiter:
„Ob die Tatsache, daß die oberste deutsche AesresteiLuplg die Benennung der deutschen Armeegruppen der Westfront unterdrückt hat, die französische Militärkritik nun: veranlaßt, die Räumung der Bapamirer Borstzellimgen voll Gommecourt bis Transloy in anderem Lichte zu feiern und den Blick vom taktischen Bor-, gang ans den strategischen Zusammenhang zu lenken, wissen wir nicht. Doch mich ausdrmklich festgestellt werden, daß die englische FeMrerichwrstattung und die englische Fachkritik sich von Anfang an vorsichtiger verhalten und die Zurücknahme der Belowarmce nicht im Lichte britischer Siege, sondern als das Ergebnis strategischer Erwägunge»: bezeichnet hat. Aber auch das ist zweifellos noch nicht weit genug gesehen, denn man nmß immer wieder daran erinnern, daß die deutsche Heeresleitung sich das Axiom, daß sämtli che Fronte neinegroße st rategische Einheit bilden, vollständig zu eigen gemallst hat und nmß danach ihre Maßnahmen beurtei^n. Tut man dies, so findet man auch die. Zurücknahme der Ancresront auf die Hohe von Ba- paume nicht als eine für sich abgeschlossene Maßnahme, sonrder»t erblickt darin: nur einen einzelnen Zug im allgemeinen Spiel, dessen Figuren von den Rigaer Düne»: bis Tnlcea, Mmnastir mtb Valonm, von Cvstanjevica und dem Monte Pasubio bis zum Stilfserjoch und vom Largzipsel und St. Mihiel, Treslineourt bis Nvyon, Chaulnes, Arrvs, La Bassee, Dpern und Nieuport aufgestellt si;ü>.
Deshalb sind toir überzeugt, daß die Unterdrückung der e:n- z einen Ar »nee gruppen im Westen, die von Lnchendorff seit einigen Tagen im Herresbecicht geübt wird, elementare Be- oeutmng hat für die Organisation und Entwicklung der deutschen Front und der deutschen Operationen im Westen, imb es wäre verkehrt, »venu die Gegner sich begnügten, die wieder in ihren Besitz gefallenen Ancredörsec zu zcchlen und die ihnen nach der Sachlage dort überlassenen Raumvorteile hoch zu bewerten; sind letztere doch ohnehin durch große strategische Nachteile — der Entwerttmg vorbevecketer Angriffsstellungen — 4r»ettgemacht worden."
Der Beriwr „Bund" hat, wie n'sieren Lrsern bekannt ist, nach der Errlerrnung Hindenbnrgs zum Generalstabschef öfter die Möglichkeit betont, die neue deutsche Feldheirrn- kunst werde die Westftont verkürzen, um ans der einheitlichen Front an anderer Stelle Kräfte zur Fnitiative frei zu machen. Vielleicht schwelgt das Blatt auch jetzt wieder in diesein Gedankeu, wenn es meint:
„Es ist »acht anzunehnren, daß die eigenartigen Manöver Hin- denbürgs im Westen bereits abgeschlossen frrtb, und gerade das bringt ein neues Moment strategischer Unsicherheit für den Gegner ins Spiel, denn er weiß weder wann noch wo und wie weit diese Reko»:zentration fortgesetzt :mrd^ die ihml das Vertragen der Offeirsive aus der alten Gru»:dstellung nahezu unmöglich nracht und ihn entweder zwingt, überstürzt zu handeln, um bereits getroffene BorbereiMngen so gut es geht zu nützen oder rasch neue Entschlüsse zu fassen und dir Fnitiatihe auf diese Weise wieder ait sich zu reißen. Tatsächlich ist die st rategische Initiative heute schon an die Deutschen übergegangen, und es bleibt nur abzuwarten und festzustellen, ob sie in der Lage sind, sie im taktischen Zusammenprall zu behaupten und in welcher Wdise sie sie offensiv oder defensiv ausnützen wollen und körrnen."
Daß der Berner „Bund" im allgemeinen gut unterrichtet ist, ersehen wir daraus, daß ec den Wechsel in der obersten Heeresleitung unserer Verbürideten bereits lvnßte, bevor er amtlich veröffentlicht wurde. Das geht aus seiner folgenden Veröffentlichung hervor, die auch aus die angeblichen Ziele dieses Wechsels näher eingeht:
„Utrterdesstn vollziehen sich härter derTrientiner Front und bis ins Kärntnerische Bewegungen, die aus eine stärker^ Konzentration österreichischer Truppen deuten. Feldmarschall v. 5)ötzendorff, der Generalstabsches Kaiser Karls, ist seit der Neuordnung des Oberbefehks im Osten entlastet worde»: und zum Oberbefehlshaber im Süden und Südosten bestimmt. jAn seine Stelle tritt vernnrtlich einer der strategisch begabte»: Feldger:eräle, »nie Arz von Weißenberg oder Köveß. Hötzen- dorsfs Tätigkeit wird dadurch zur immittelbaren Führung frei. Er ist zudem seit der Niederringung Rumäniens und seit der Verkrüppelung der Armee Sarrail durch die scstvere Gefährdung ihrer marritimen Verbindungen »md ihrer Seebasis auch in der Lage, dem rtalienisckMn Kriegs- schmi Platz stärkere Kräfte zuznsühven, als bisher möglich nmr. Da die Karstfvont Boroevics als absolut gefestigt gilt, werden diese Verstärkungen haup'tsächlich der Flanken st el lung zugitt kommen, die in Südtirol eingerichtet worden ist und trotz des Rückzuges von Asiago-Arsiero behauptet »oerden konnte. Es wird sich zeigen, o-b sie sich noch,einmal öffnet, um eine zweite Offensive am Gardasee und zwischen Etsch und Bren ta anszu stoßen. Kmnpfe am .Monte Pasubio, der italienische»: Sperrstellm:g, die vm: Eadorna »nit rühmlicher Zähigkeit gehakte»: ivorden ist, deute»: aus vermehrte Tätigkeit in diesem Gebiete hin.'"
Wir wollen den Ereignissen nicht ttoransmlea:, aber nicht minderes Vertnmren in die Kunst der deutschen Heeresleitung setzen wie das schweizcwische Watt. Geduld und Vertrauen, sie liefern die seelische Mistmrg, die wir, bei unermüdlicher .Hilfsarbeit im Innern, anlegen müssen, imt die Panse im Weltkrieg, die jedoch keine Pause ist, auKz-::- füllmr.
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Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.
Wien, 3.März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird perlautbart: 3. März 1917.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Das gesteru gen^ldete Sturmtrupnen-Unternehmrn an der Narajowta brachte drei russische Offiziere, 276 Mann
und 1 Makchirsugewehre Ein bei Woronczyn in Wol
hynien angesetzter Vorstoß der gleichen Art firhrte unsere Abteilungen auf 2V‘> Kilometer Frontbreite und 17s Kilometer Tiefe in die feindliche Stellung und bot Gelegenheit zu wirksamer Zestörungsarbeit, nach deren Abschluß sie mit 122 Gefabenen und vier erbeuteten Maschinengewehren zurückkehrten.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Im Hrrgana—Suganer-Wbsckpntt unterhielt die italienische Artillerie an einzelnen Stellen zeitweise du lebhaftes Feuer. Eine feindliche Abteilung, die gegen unsere Linien bei Sourells (am Vaso-Bach) vorging, wurde sogleüls wieder in ihre Stellung zurückgedrängt.
Westlich von Asiago überfthritt eine Tiroler Landsturmpatronille die Astach - Schlucht, stürmte einen italienischen Groben westlich von Eanovc, überwältigte die Besatzung und brachte von dieser Erkundung einige Gefangene zurück.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts zu melden.
Der Stellvertreter des Ehefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarfchallentnant.
Wien, 4. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 4. März 1917.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Bei neuerlich anwachsender .Kälte geringe Gefechtstätigkeit.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Gestern abend zerstreuten Abteilungen des Infanterie- Regiments Nr. 24 und des k. k. Landwehr-Jnfarlterie-Negi- ments Nr. 20 eine Sappe und die Vorstellungen des Feindes nächst Ober-Vertoiba, brachten 47 Gefangene und zrvei Maschinengewehre ein. Unser ArtilLeriefeuer vernichtete ein italienisches Munitionsdepot bei Vodsabotin.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarfchallentnant.
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Der Reichskanzler über 5ie Autonomie Flanderns.
Berlin, 3. März. (WTB.) T^r Reichskanzler haä he::te mittag 1 Uhr eine Abordnung des Rates für Flan- dcrn, der am 4. Februar 1917 in emer Versammlung alle, aktivistischen flämischen Gruppen gewählt roorden »rar, enrpfangen. Tie Abovdm:»:g überbrachte die Beschsüsse und Würrsche des Rates für Flandern:, die dieser allen kriegführender: und neutralen Staaten durch seinen Aufruf vom 4. Februar 1917 zur Kenntnis gebracht hatte.
Ter Sprecher der Abordnung trug das flänrische aktivistische Programm einer inneren Autonomie Flanderns auf der Gniridlage der »noderländischen Sprache intb Kultur vor.
Der Reichskanzler erwiderte:
Meine Herren? Ihrem Wunsche rrach einer persönlichen Aussprache bin ich gerne entgegengekormne,:. 5oarzl:ch lieiße ich Sie ii: des Deutsche»: Reiches Hauptstadt nnll'kommen als die Vertreter eines durch Blut i:nd Sprache vertvandten Volkes, mit dem in den Zeiten der reichste:: Blüte gernranischer Kultur uns politisch, kul- tr:rell und wirtschaftlich enge Beziehungen geeint haben.
Seine Majestät der Kaiser, dem ich von Ihvem Wunsche, mit der Reichsleitung in Verbind»:»:g zu treten, Meldung gemacht babe, lat voll aufrichtigen Mitgefühls für die Schicksale des flätntfd>en Volkes seinen Willen zu erke»:i:en gegeben, den berechtigten von Ihnen vorgetragenen: Wünschen, soweit es die Kriegslage »rnd die militärischen Notwendigkeiten erlanben. entgegon^ukon:men. In Ausführung dieser Befehle Seiner Majestät habe ich Jh»:en folgendes zu eröffnen:
„Ter Herr Genreralgouverne»:r hat seit langen: in Ueberein- ftiimnung mit mir und in Uebereinstimmung mit de»: Worten, die ich.:»»: April vorigen Jahres im Reichstage sprach, vorbereitende Maßnahmen enoogen und eingeleitet, die dara»:f hinzielcn, dem flämischen Volke die bisher versagte Möglichkeit der sreien kulturellen und »virtscha ftlichen Entwicklung zu geben und dainit den Grundstein zu lege»: für dieienige Selb st ä»:di g feit, die es zu erringe»: hofft, aber aus eige»:er Kraft kcnnir wird erreichen könne»:. Ich »veiß mich dal>er mit dew^ Herr»: Gmeralgouvernenn einig, wenn ich Ihne:: dir Versicherung gebe, daß diese Politik, die, wie Sie selbst angeführt haben, mit den Grimdsätze»: des i»:ter»:ationalen Rechts in: Eircklang steht, mit allem ddachdruck fortgesetzt tvird und noch während der Okkupation nrit dem Ziele der völligen V e r »v a l t u n g s t r e n n u n g! durchgeführt werden muß, »vie sie in beiden Teile»: Belgiens sckwn seit langem gefordert wird. Tie Spr a chen g renz e inuß so bald wie nwglich zur Gre»:zscheide zweier »inter dem Befehl des .Herrn Genevalgouvermeurs geci»rter, aber sonst getrennter Be:-- »raltungsgebiete werden. Ter gen:ei»:san:ei: Arbeit der deutschen Behörden mit den Vertreten: des släuüscheu Volkes wird es gelingen, dieses Ziel zu erreiche»:. Tie Schwierigkeitei: sind nicht klein, aber ich »veiß. daß sie übenvunden »vcrde»: können bei selbstloser Mitarbeit aller der Männer nirter de»: Flamen, die in tiefem Pflichtgefühl erkannt haben, »velche A»:sgabe ilmen die Vaterlm:ds- liebe in diesen entscheidenden Zeite»: stellt. Daß die Flanwn aus sich selbst heraus sich dieser Pfticht belvußt getvordei: sind, betonst mir Ihr am 2. Febrimr gefaßter Entschluß. Ihre Einigkeit begrüße ich als die beste Sicherl?eit für das Gelingen unseres Werkes. Ger»: »verde»: »vir desl-alb auch mit den: „Rat für Flandcn:" die Mittel beraten:, die uns zu dem erstrebten Ziele süch'c»: sollen. Tae Deutsche Reich »oird bei den Friedensverl-andlungen u»:d über den Friede»: hirmus all'es tu»:, was dc^n die»:e»: kan»:, die freie Gnt- wickelupg des flämisck>en Stainmes zu förder»: mit» sicl>erzustellen."
Diese Bersickiernnge»: nehmen Sie mit, meine Herren, i»: Ihre schöne Heimat, »md sage»: Sie den Söhne»: der „Mutter Flandern", daß »vir Deutsche entschlösse»: such, das Unsere zu tun. damit anrs Not und Krieg sie zu einem »»euen Blühe»: erivachsen möge.
Berlin, 3. März. (WTB.) Aus Anlaß des Empfanges einer flännschen Abord::u»:g hatte der Reichskanzler für heute abe»:d m\ einen kleinen Kreis von: Gästen: Eiiüädimgen: zu einem Bierabend gerichtet. Außer den Mitglieder»: der Llbord»:»n:g ersünenrcn die Staatsminister und Staatssekretäre Tr. Helfferich. Gras von Röder»:, Staatsmiinster Dr. von Sols, Staatsa:i»»ist,?r t>on Loe^ bell. Staatssekretär Zrnmreru:ani:. der kal!)olisä»e Fddprobst Weihbischof Tr. Ioeppe»:, der Prälat mm St. >xd»vig Probst Dg'. Kleineidam und lwhe Beanrte der Reichskarylei, vvm Ausioärtigen A:nük mrd des Reichsamts des Innern, soivi^ Abgeordiwte der mrsäiiedc- ne»: Parteien: des R'eiäMages. Der ReichtSkanzler, unterstütz: vo»: ^nterstaatssekretär Mahuschasse, ließ es sich persönlvh a.Melcg«tz


