Ausgabe 
3.3.1917 Erstes Blatt
Seite
2
 
Einzelbild herunterladen

Ao W*» ant MchmMay wadj jtorfer ArtS ^e v LnS e re Lk u n g «mc

vIwttut^* m jtüei Kilometer Breite an. Dveümck ÖmtereinoTcber versuchten inrmer Treue Scharen bert Sturm, allein nicht eirver kam bis an die deutschen Gräben. Am Abend wurde ein fünfter Angriff versucht, der wie alle vorhergehenden Versuche im Feuer erstickte. Die gesamten Stellungen blieben restlos in deutscher Hand.

Än der Westfront sind mehrere feindliche FessÄballonH brennend abgestürzt. Bei der Abwehr englischer Erkundungsabtei- bnngen südlich des La Bafsdeüanals wurden nach blutigen Nach- kämpfe zwei Offiziere, 19 Mann gefangen genommen. ein Ma- ichinengewehr und ein Brieftaubenschlag erbeutet. Die Eng­länder benutzten, wie seftgesteM wurde, den Turm! der Kathedrale von Dpern als BevbachtUn gsstand.

An der Ancre wurden die Vorfeldkämpfe fortgesetzt. Die deut­schen Postierungen wiesen gegnerische Aufklärungsabteilungen in heftigem Gefechte ab und zwangen die Engländer zur Entwicklung starker Abteilungen, die im Artillerie- und Gewehrfeuer schwere Verluste erlitten. Jede Deckung im Gelände benutzend, aus den Schutthaufen der Dörfer, aus Granattrichtern und Grabenresten immer wieder überraschend vorbrechend, verlegten diese schwachen! deutschen Nachhuten in zähem und geschicktem Widerstand den Eng­ländern von neuem den Weg.. Ihre hartnäckige Verteidigung zwang die Engländer, Batterien vorzuziehen, allein die deutsche schwercl Artillerie war auf dem Posten. So wurde eine englische Batterie, dsie an der Butte de Warlancourt am 27. Februar in Stellung zu gehen versuchte, in kurzer Zeit zusammengeschoffen. Ein Beweis für die mustergilhige Art und Weise, in der deutscherseits die Auf­gabe der alten Stellungen vorbereitet und durchgesührt würde, ist' die kläglich geringe Beute, die die Engländer machten. Nicht einmal kleine Minenwerfer oder Maschinengewehre fielen in ihre Hände und die gemeldete Gesangenenzahl beträgt rwch nicht fünfzig Mann. Dagegen brachten es die deutschen Nachhuten fertig, dem weit über­legenen Gegner fieben Maschinengewehre und 218 Mann an Ge­fangenen abzunehmen. Das Vorfeld der Treuen deutschen Stellung wird noch immer von ihnen beherrscht. Ebenso wurden die Eng­ländernester bei Sailly, das einzige Resultat der letzten großen An­griffe, gesäubert. « u

Englischer Heeresbericht

vom 1. März.

Im Februar haben Wir 2133 Deutsche zu Gefangenen gemacht, darunter 36 Offiziere. Folgende Ortschaften wurden von uns ent­weder genommen oder uns durch Rückzug der Deutschen überlassen: Ligny, Thilloy, Thilloy Bargue, Warleneourt, Pys, Mircmmont, Petit-M rraumont, Grandcourt, Puisieux-au-Mont, Serre und Gommecourt. Der Feind überläßt uns weiter Gelände an der Ancre. Nördlich von Miraumont wurde unsere Lime heute aus einer Front von N /2 Meilen durchschnittlich 600 Dards vorgeschoben. Heute morgen bliesen wir südlich von Souchez Gatz ab und machten im Anschluß daran einen Angriff, wobei wir Gefangene machten. Eine englische Abteilung drang in die Gräben nordöstlich von Givenchy- l^la-Bassse ein und machte neun Gefangene. Unter Deckung schwe­ren Artilleriefeuers gelang es feindlichen Abteilungen, letzte Nacht­en unsere Gräben in der Nähe von Llblaincourt-Rancourt einzu- dringen: sie wurden an beiden Stellen durch unseren Gegenangriff wieder herausgeworsen. Einige Mann werden vermißt. Ich Ab­schnitt von Dderu war heute die beiderseitige Artillerietätigkeit be­trächtlich.

ff

Der bulgarische Bericht.

Sofia, 1. März. (WTB.) Bulgarischer Generalstabsbe- rrcht vom 1. März.

Mazedonische Front: Auf der ganzen Front schwache Krtillerretätigkett. Im Cernw-Bogen nahmen deutsche Truppen

gestern beim Scheitern eines italienischen Angriffes fünf Offiziere und earmrddreißig Mann von dem italienischen Infanterie-Re­giment 162 gefangen. In der Serres-Ebene Patrouillen gesechte. Im Wardar-Lale mrd an der Struma Fliegertätigkeit.

Ädr der rumänischen Front Postengeplänkel.

Der türkische Bericht.

KonftanLinopel, 1.MärA. MTB.) Amtlicher Heeres- Verrcht. /

In Persien versuchte am 26. Februar starke feindliche Ka­vallerie, beglerbet von Infanterie, an unsere vorgeschobenen Stellun­gen an der Straße H e m e d a n (Hamadan?) nach Ka swr n heran- zukommen. Durch Feuer wurden sie abgewiesen. Am 27. Februar fand nur ein Gefecht von Aufklärrrngspatrouillen statt.

Kaukasusfrvnt: Auf dem linken Flügel wurde in der Nacht zum 28. Februar ein Ueberrmnpelungsversuch des Feindes abgewresen. An den anderen Frorrten hat sich am 28. Februar nichts begeben, was einer Erwähnung wert wäre.

Der englische Bericht ans Mesopotamien.

London, 1. März. (WTB.) Meldung des Nertterscheft Buvwus. Amtlicher Bericht airs Mesopotamien. Kavallerie und Kanonenboote setzten die Verfolgung des geschlagenen Feindes am ganzen Dienstag fort, machten Gefangene und erbeuteten sechs

Geschütze und ein großes Flußschiff.

* * m

Maßregeln de» englischen MunitiouSministers.

London, 2. Mar?. (WTB.) Der Munitivnsminister eAieß eure Bckanrttnrachung, durch die den Geschäfts treibenden vieler Betriebe verboten wird, Männer zwischen 18 und 61 Jahren zu beschäftigen. Solche Geschäfte sind z. B. Möbel­handlungen, Glas- und Steinguthandlungen, Baugeschüfte, Mode­waren- .und KleL>erhcmdlungen, Mineralwasserfabriken, Zucker- bäckereien, Zigarrengeschäfte, Braueveibetriebe, Sport, Theater Muftkhallen usw.

Die Frauen im englischen Hilfsdienst.

Rotterdam, 3. März. Chambcrlain sagte gestern im 11 nt er hau s e. ixrß er bis Ende der Woche 100 000 Frauen ^che Zahl haben werde, aber er brauche die süns-

Die Brotkarte in Frankreich.

Bern, 2. (WTB.)Petit Pcrrisien" meldet, die

Brotkarte werde in zwei Monaten eingeführt und dem Inhaber täglich etn halbes Kilogramm Brot gewäh­ren. Der lleberschuß, den die Krrrderkarben ließen, solle zu Zulagen an Schwerarbeiter dienen. Die Zusätze zmn Mehl würden auf höchstens 15 Prvzeitt beschränkt bleiben. Ferner beschäftigte man sich im ErnährnngsminisLerium mit dem Plan der Milchzuteilung, um die Versorgung Linkern, Verwundeten, Kvanken und Greisen zu sichern.

--'--*M

Erfolgreicher l!-Yoottrieg.

64500 Bruttoregistertonnen versenkt.

93er(in, 2. März. (WTB. Amtlich.)

Zwei neuerdings zurückgckehrte U-Boote haben fünfzehn Danuffer und 7 Segler von insgesamt 64 500 Brrrttoregifter- lormen versenkt. Eines dieser U-Boote traf vor der Südküste Irlands einen als ll-Boot§fatte eingerichteten Tankdrrmpser mit vier gut verdeckten Breitseitgeschützen, der auch seine Schiffsboote dazu benutzte, Wasserbomben gegen das U-Boot zu werfen.

Nach dem Austauchen führte das U-Boot von 3 Uhr nachmittags bis zum Dünke kioerdnl gegen die U-Bootsfalle und einen hinzugekomnrenen U-Bootsjäger der Forglovc- »lasfe ein Artilteriegefecht. bei dem mindestens drei Treffer auf fcm Forglom erzielt wurden.

Durch die Berfenlung dieser Schiffe sind u. a. vernichtet: ?Z ! L ^ ntn Granaten, 3500 T. Getreide, 3000 T. Lein- faneit, ferner etwa 50 000 T. Kohlen, 2500 T. Kriegs-

ttwtertal, 3500 T. Stückgut, 4300 T. Heu, 1200 D. Eistn- erz und 1800 T. Erdnüsse.

B e r l i n, 2. März. (WTB. Amtlich.)

Deutsche Wasserflugzeuge haben am 1. März vormittags auf die in den Downs liegenden Handelsdampfer und die Bahichofsmilagen von Ramsgate insgesamt 21 Bomben mit beobachtetem gutem Erfolge geworfen. Sämtliche Flugzeuge sind unbeschädigt zurückgekehrt.

Der Chef des Admtralstabs der Marine.

g

Rotterdam, 1. März. (WTB.) Nach aus Glasgow eingetroffeneu Nachrichten liegen in den dortigen Hafen viele amerikanische Schiffe, denen die Abfahrt verweigert wird. Unter der Schiffsbesatzung herrscht deshalb eine beträchtliche Unruhe.

Auch unter den englischen Seeleuten ist die Stimmung aufsässig gegen die Regierung, da diese nichts gegen die Tauchboote unternehmen würde oder unternehmen könne. Die Lebensmittel sind spärlich und sehr teuer. Das Volk hat vor den Tauchbooten mehr Angst als vor den Zep­pelinen. Es herrscht die Aufscrssu.'rvg, daß die Regierung gegen den Tauchbootkrieg ohnmächtig ist.

Rotterdam, 1. März. (WTB.) Das kleine hollän­dische Fi sch er fahr zeugG. O- 2 4" aus Goeres wurde am Mittwoch stütz in der Nordsee von einem deutschen U- Boot durch Schüsse an geh alten. Der Kapitän des U-Bootes machte das Fischerfahrzeug darauf aufmerksam, daß es sich zu weit v!on der Küste eutsernt hätte, worauf das Fahrzeug nach der Küste zurückfuhr.

Rotterdam, 1. März. (WTB.) Nach demNieuwe Rotterdamsche Courant" fordert eine Zuschrift an die Times" die B e l o h n u p g von 20 sP,stritt) Sterling für jeden an Bord eines Schiffes, der den Kapitän zuerst auf ei n feindliches U-Boot aufmerksam macht.

Groningen, 1. März. (WTB.) Nach demNieuwe Gronrngchse Courant" wurde der SeglerMarie Ad ri­ll n e" aus Groningen, der am 24. Februar von Havre nach Teignmouth fuhr, wahrscheinlich versenkt. Aus Havre traf nämlich die telegraphische Meldung ein, daß die Schiffs­besatzung gerettet mrd in Havre gelandet sei.

Kristiania, 1. März. (WTB.) Einem Telegramm aus Havre zufolge, ist der in Kristiania beheimatete Dampfer Sjac stad" am 28. Februar vor dein Kap D'Antifer durch erne Mine oder infolge eines Storjrebüfd:>ufjie3' gesunken.

.Aftenposten" meldet aus Petersburg: 20000 Per­sonen wurden vor kurzem wegen Mangels au Lebensmitteln

nun noch «üohrn Wunen, aber sie werben nicht sagen, daß in diesen 61 Ortschaften kein Haus mehr übrig ist, welches Tncht ihre Ka­nonen zerschossen haben, und daß von manchem der besrecken Dörfer keine 61 Ziegelsteine mehr übrig sind. So sieht die englische Be­freiung französischer Ortschaften aus.

W. Scheuermann, Kriegsberichberftmter.

und infolgedesseu drohender Hungersrcot aus Reval aus-, svüher, da die Bilder direkt von München hier zur Ausstel- gewiesen. ckuug gelangen und nicht zuvor nach Dessau gehen.

* 'Der Frühjahrs-Pfer demarkt findet am Mitt­woch, ben 21. März 1917, vormittags von 7 Uhr ab auf den.

^ u g a no, 2. März. (WDB.) Die italienischen Dampfev 11 ö e " @307 Bruttoregistertonnen),Cro morn <cn (31*2 ^JOtinen^ die italienischen SeglerNr. 59" und

Nr. 101" so)vie der russische Schoner neu) wurderr versenkt.

,M 0 r y" (178 Dvn->>

Anegshrrefe aus dem Westen.

Bon imfercm Kriegsberichterstatter. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszltHsweise, verboren.1

Im Westen, am 1. März 1917. .Durch den heutigen Bericht der Obersten Heeresleitung er­fahrt dre deutsche Heimat und das dlusland eine Tatsache, die an der Front sck)vn seit Tagen bekannt ist, dem Feinde aber bis jetzt verborgen bleiben sollle. nämlich den Umfang unserer fteiwllli- gen Berleming der Front beiderseits der Ancre. Aus sttategischen Gründen hat du Oberste Heeresleitung beiderseits der Ancre unsere bvrtigcn vordersten Stellungen in zwanzig Kilometer Breite und ern bis fünf Kilometer Tiefe fteiwillig geräumt. Diese um- sangrerche Bewegung ist nicht nur unbehelligt vom Feinde ge­lungen, sondern von ihm nicht einmal bemerkt worden und bei fernem sehr zaghaften Nachtasten hat er bettächtlick^e Verluste an Toten, Vertormdeten und selbst an Gefangenen und Material gehabt. Das Zurückziehen der gesamten Artillerie, daun der In- santme rn eine neue vorbereitete Stellung, dann das Sprengen samtlrcher Webrbauten und das Abbrcnnerr aller Unterkünfte, Grabenverschalungen usw. sind der feindlichen Beobachtung voll- wmmeir entgangen. Nachdem dies ohne alle Verluste für uns ge­lungen 'war galt es, dem Feinde möglichst Um ge zu verschleiern, daß mifere Stellungen verlassen waren, und ihn dan'iber zu tüusck>eu wo er wieder <mf den Widerstand der Hauptmacht treffen würde' Zu diesem Zwecke waren eine Anzahl voii kleinen Abteilungen, nirgends starker als ein Infanteriez'ug, Mrückgelassen worden. Diese Patrouillen hatten oie Aufgabe, dem Feinde eine rege Tätigkeit ums verlassenen Gelände vorzutäuschen, seine vor- chhttnden Patrvuttlen abznweisen, dem hoffnungslosen Kanipfe mtt feindlichen Hauptkrästen auszuweichen, aber zu versuckun, ihm daoei Möglichsten Sck^aden zuzusügen. In allen beteiligten Regi- mentern das kennzeichnet den Geist der deutschen Sommehelden rissen sich ^freiwillige -um die Ehre, zu den Ausenvählteii zu gehören, dre als letzte am Feind blieben. Wer mvähll wurde der lauchzte, aus dem Grabenkrieg hinaus in erneu kurzen Kleinkrieg auf frnem Gelände zu kommen, urtt) die Leistungen dieser Ber- s chlererungspatronülen werden als Elwenblätter in der deutsckieii

vVL [ U/iU.Vl'C ItVl/Cil,

. c Die Engländer sind tagelang vollkommen so getäuscht roorden, daß sie fortfuhren, unsere leeren und von uns selbst verwüsteten unabLaff-lg intt Granaten und schweren Mineii zu beschießen Endlrch suhlten pc rn der Mitte des ansgegebeiwn Abschnittes mit verlustteic^n Patrouillen vor, mtt> verkündeten, nachdein sie sich von der ersten Verblüffung erholt hatten, mit stolzer Geste die Er- oberung von Serre, aber zu gleicher Zeit verstärkten sie noch in hafttger Eile me Drähthindermffe von der nördlichen Hälfte der von uns g^cmmten Stellungen, während rv«ir ihnen jetzt verraten ^uen, daß sie um dieselbe Zeit sckwn das ganze Gebiet hätten erobert .haben kmmen. sHieilrch ^haben ihnen mrsere kühnen Pa- ttouillen die Aufklärung nicht leicht gemacht. Vorftihlende englische Erkundungsabteilungen wurden überall abgeschlagen Größeren Kräften wurden mnttge Handgranatenkämpfe geliefert. In dem urrs boten größere Mteünngen auch unserer Artillerie ttefflrche Ziele. Noch am 27. ist es an verschiedenen, D/bllen zwischen unseren gerirrgen Nachhntkräften und starken eng- zu Gefechten gekommerr, wvb^i die Engländer 12 ^ an bcr Straße GommecourtPnisieux nnt 200 Manu Verlust an Toten zuri'ickgewvrsen wurden Ans eige­nem Antrieb stieß der Führer unserer Pattouille den Engländer nach imd nahm den Flüchtenden noch achtzig unverwundete Ge- songeire ab. Am gleichen Vormittag hatte am 7i Uhr ftM per Fernd bei einem vergeblichen Angriff ans die schwache Ortsbedeckuna ^ 0 ? Ä zahlreichen Toten und Verwundeten zwei Offiziere an Gefangenen und 2 Maschinengewehre zurücklassen müssen. Mrttags um halb zwei und später um halb neben scheiter-

Wärlencourt, wobei die deutsche ^ znriickflikhenben Feind verfolgte und ihm schwere ^brachte. Es gelang, eine bis an die vielgenannte Butte de Warleneourt vorgefahreni' Batterie M zersprengen. Als endlich zaghaft englische stchckere Kräfte vorrückten, zogen sich die Patrouil- len befehlsgemäß aus dem geräumten Gelände zurück.

Wenn mcht schoii ohnedies das seksenfeste opferfreudige Ver- Trulpveii ebenso wie das der Heimat zu den Eittsckflilssen der Oberften HeereÄertuug keiner Steigerung metn M ll ware^ eineriei nach welcher R ich ttmg der Schlackten len llr ftme schach-zuge voimimntt, so wäre es durch das beispiellose Ge- lln^m dieser ttblofung eines beträchtlichm Frontabschnittes vom)

T^SnAlkiiiÄw, dre vor miMn Dag«« «rKmdÄ faäni, tzaß s« seit d-m 1. Juli 1dl-6 jchvn 61 Ortschaften an der S»mme von den Bacharen befryt Men, twi» diese Zahl

Au» Stadt «n- Land.

Gießen, 3. März 1917.

"Amtliche Personalnachrichten. Der G roßherzog hat am 28. Febr. den Oberlehrer an der Liebig-Oberrealschnie zrr Darmstadt Professor Auglttl Schäfer auf fein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. April 1917 an in den Ruhestand versetzt. Der Großherzog hat am 28. Febr. den Hauptlehrer an der Landes« baugewerkschule Jos. Bachem zu,n 1. April d. I. auf fein Nach- sllchen aus dem Staatsdienst entlassen.

** A u s z e i ch n u rl g e n. Ter Batmllonsarz-t Dr. De i b e r t des Landsturm-Jnsnnterie-Battüllons Gießen 18./9. im Felde wurde unterm 20. Februar 1917 nl.it dem Eisernen Kreuz ausge­zeichnet, nachdem ihnr schon vorher das Hessische Sartttätskreuz am Kriegsbande verliehen worden war. Tr. Deibett praktizierte im, Frieden in Gundersheim in Rheinhessen. Geometer Stern, wohnhaft in Gießen, der sich als'Pionier und Miuenwerfer in einer fliegenden Division auf verschiedetren .Kriegsschauplätzen crns- zeichnete, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Kl. und wurde zum Unter­offizier befördert.

** Ein neuer Roman beFinnt heute in urrserm! Familienblatte:Pechmarie und Hans im Glück", die Geschichte einer Jügendfveundschcrft, von C. v. Dorncru. Es handelt sich hier um einen spannenden, schönheitÄ- vollen Roman, der sich durch prachtvolle Frische und köst- licheu Humor, dichterische Kraft und belebte Handluirg ans­zeichnet. Wir sind überzeugt, daß dieses .gute und fesselnde Werk den Beifall ncrmenllich unserer weiblichen Leser sinden wird.

""^Iungwehr. Sonntag, 4. Mär^: Airtreten Uhr. Beide Kompagnien an der Mrgermeisterei (Süd-Anlage).

** Im Oberhessischen Kunstr>erein haben Ha berl-München und M ^o h r - Frankfurt die Ausftcü.liung mit einigen ihrer Arbeiten beschult. Haberl bringt neu« Original-Radierungen und Mol/r einige schöneMv»- trve ans dem Daurrus Und Weilta l. Bon beiden Künst­lern befindet sich schon manches Werk in hiesigem Privab« besitz; die kleine Bereicherung der Aufstellung dürste daher zu erneutem Besuch Veranlassung geben, zumal diese Aus­stellung voraussichtlich nur rroch 8 Tage verbleibt. Die für Ende März vorgesehene Ausstellung des Aussteller­verbandes Münchener Künstler beginnt hier

städttschen Näirktanlagen an der Jtodi-einrer Straße statt. Nährürs siehe Anzeige.

< ** Nutzbarmachung angefrorener Kohlrüben

Infolge des starken Frostes der letzten Wochen mehren sich die Klagen, daß Kohlrüben sellfft in den Ätieten durchgefroren sind, so dost^cs den Abladern fernerhin schwer Allen dürfte, gänzlrch srostsrere Rübeir zu liefern.

D^r llmstand, daß hcn^ftg Beanstandungen wegen angeborener .Kohlrüben erhoben werden., gibt Veranlassung, daraus hinzuweisen, daß drc Verwendung der Kohlrüben als Ersatz für die ^ÜarLoffckr!

*** ^^unde erfolgt, weil nach sachverstä 2 tt)igem llrteil dve Versendung der Kohlrüben sich auch bei Frost ermöglichen! lasst, ohne daß diese durch den Frost an ihrem Nährwert verlier«« urld ihre Verwendbarkeit für die menschliche Nahrung einbüßew Dw einzige Wirkung des Frostes auf die KoWn'tben besteht darin, daß im Haltbarkeit der letzteren znrückgeht. Es ist deshalb erforder­lich, angefrorene Kvhlriiben wie bereits in verschiedelnm Tages­zeitungen veröffentlicht wurde entwÄ>er sofort nach Entladirngj der Waggons in den L^tbranch zu überführen oder, falls letz- teres nickst möglich sein sollle, die Kohlrüben, der nLhlstgclrgien« Fabrrk zum Zwecke der Trocknung zn. übergeben.

Erfrorene Kohlrüben ebenso wie erfrorene Kartoffeln, können ^irch, daß sie mehrere Stunde: in kaltes Wasser gelegt roerden, wieder vollständig genießbar gemacht werden. Auf jeden Fall sind Kohlrüben, welche durch ben Frost angegriffen sind, bis zur Ver­wendung im Haushalte möglichst kühl anfznlngoahren.

Graupenverteilung. Es soll denmäckK eine em- malige Zuweisung von Graupen an Kinder und Jugendlich' vom vollendeten 1. bis vollendeten 12. Lebensjahr erfolgen. Dre An­meldung der in Betracht konrnrenden Kinder und' JÜgendlichn hat in den Bezirken unter Vorlage der Brvtmcsweiskarte in den üblichen Geschäftsstunden imd zwar von Dienstag, der: 6. März bis emschlreßlnb Samstag, den 10. März 1917 zu ersolg-err Der Geburtstag ist anzugebeu. und auf Verlangeil nachzuweisen. Näheres siehe Bekanntmachung.

** Pralines in Tassen, Es ist die Beachkung gemacht worden, daß LobensmittÄ und wrdere Gegenstände des täglichen Bedarfs in vielen Geschäften nur verkauft werdQl, wemc dar Käufer eine teure Verpackung, bei Schokoladen z. B. eine kunst­volle Attrappe oder ein Märchenbuch mitkauft und bezahlt. Dag lst unzulässiger Kaufzwang und versteckter Wucher. Neuev- dings hat das Kriegswucheramt festgestellt, daß m einem be­kannten Berliner Warerrhaus Süßigkeiten, Pralmss usw, nicht lose, sondern nur in Tassen verpackt abgegeben weichen. Die Käufer von Süßigkeiten waren also gezwungen, ganz unnötigere iveise Tassen zu kaufen. Das Kriegsivuchermnt vertritt die Auff fassung, daß alle Süßigkeiten auch lose l^rkaUft werden nttlff-eN und der Geschäftsinhaber nur dann berechtigt ist, Attrapven uftv- nrit ihneii zu füllen, wenn der Käufer dies mrsdlllcklich verlang^ Demgemäß hat das Kriegswucheramt die WareNhausftrma vev- warnt .und ihr im Wiederholungsfälle die 'Schließung des Go schäfts angedroht.

Im Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34, wird vo« heule ab Homunculus, 5. Teil, die Vernichtung der Menschheit, ge­geben, womit sich das Drama des künstlichen Menschen seinem Ende nähert. Der abschließende 6. Teil wird in nächster Zeit folgen. Neben diesem Filmwerk von Robert Reinert, das wieder den bedeutenden Filnischauspieler Olaf Fönß in der Hauptrolle zeigt, wird ein GesellschchtSdrama in 4 Akten, ^Das erste Erlebnis der Dr. Palmerston^, die ans dem Jenseits kam, von Rodert Heymann, gegeben. Die Spieldauer ist ans vier Tage festgesetzt.

Kreis Lauterbach.

R. B er muts ha in, 3. März. Bei der vorgestern hier ab- gehalteneir zwecken Holz Versteigerung aus den Domauialivaldnnaew der Großh. Oberförsterei waren die Preise doppelt und dreifach höh-er wie in den vorhergehenden Jahren. Es wurden fttt ©utften£ scherter 1. Kl. für den Raumnreter 2225 Mark erzielt. Für Bnchenprügel 1.Kl. 1618 Mk. für den Raummeter. Auch für Stockholz. Buchenstamm und Reiser wurden hohe Preise ercielt Kreis Wetzlar.

ra. Krofdorf, 3. März. Hier starb der 35jährige König­liche Förster Rudolf Schäfer infolge eines langen Leidens welches er sich in treuester Pflichterfüllung a!L Feldwebel^ Leutnant im Felde zugezogen hatte.

Hessen-Nassau.

RheinMainDonair-Wafsenveg.

, M'a'inz, 2 ^WTB^ Nichitanttl.) Gestern nachmittag

tagte hier auf Einladung des Mrttelrhetnischwr Fabrikanten-Ber- mns eine von zahlreich en industriellen imd Schkifsahrtstterbenden. wnne Vettvttern vmi Städten und wirtschaftlichen Körperschaften besuchte Bersami^ung, der u. a. auch die drei hkssisckien RÄnff^r v. Hv'n^rgk zu Bach, v. Ewald und Dr. Becker. Oberbürger, merster Borgt - ^anksurt a. M. und der Gouverneur von Mainz, General von Bücking, beiwohnteir und die -irach einem Vorttag des bayerischen Lcrndtagsabg-evrdntten Held-Regensburg folgende Erllarung zur Frage des Ausbaues der Wasserstraße!^