Ausgabe 
1.3.1917 Erstes Blatt
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G evr a uchsg eg en st a nd e aus Aluminium Din 1. März 1917 ist eine neue Bekanntmachung in Kraft getreten, die Neben einer Meldepflicht eine Beschlagnahme, Enteignung und Einziehung von aus Aluminium bestehen den Gebrauchsgegenstäuden und im Gärgewerbe üblichen Kellereigerätetl. vvrsieht. Alle Einzelheiten ergeben sich aus dem Wortlaut der Bekanntmachung und den Attsführuugs bestimmungen, welche die mit der Durchführung beauf tragteil Behörden erlassen. Die Veröffentlichung erfolgt in der üblichen Weise durch Anschlag und Abdruck in den Tageszeitungen; außerdem ist der Wortlaut der Bekannt macbung ans unserer Geschäftsstelle einzusehen. Soweit durch die Beschlagnahme Haushaltungsgeräte betroffen werden, handelt es sich durchweg um Gegenstände, deren Erfass in emailliertem Eisen, feuerfestem Porzellan und Ton ohne weiteres möglich ist.

** Baumwollspinn stoffe u u b Baumwoll gespinste. Mt dem 1. März 1917 tritt eine kurze Nach rragsbekauntmachung zu der Bekamltrnachnng W. II. 1800/2 16. K. R. A. betreffend .Höchstpreise für Baumwollspinnstofse und Baumwollgespinste in Kraft Durch sie werden die Höchstpreise für rohe und einfache Baumwollgarne aus Kops die nach dem System der Dreizylinder-Spinnerei bergestellt find, erhöht, sofern sie auf Gruud von nach dem 24. Januar 1917 ausgestellten Spinnerlanbnisscheinen gesponnen sind Der Wortlaut der Nachtragsbekanntmachung ist angeschla­gen und auf unserem Geschäftszimmer eiirzusehen.

** Spinnstoffe. Zu der Bekanntmachung 9fr. W. M 57/4. 16. K. R. A. vom 31. Mai 1916, betreffend Bestands erhebung von tierischen und pflanzlichen Spinnstoffen (Wolle, Baumwolle, Fluchs, Ramie, Han Jute, Seide) und daraus hergeshellten Garnen und Seil Wen, ist am 1. Mürz 1917 eine kurze Nachtrags Bekanntmachung erschienen. Durch diese werden' die einzelnen Bestimmungen der Bekanntmachung von: 31. Mai 1916 mit den Anordnuirgen verschiedener, in der Zwischen zeit erschienener neuerer Bekanntmachungen über Spinn stoffe in Einklang gebracht. Der Wortlaut des Nachtrages ist angeschlagen und Ln mrserer Geschäftsstelle einzuseheu

** Kor khv lz und Korkfabrikate. Mt dem 1. Marz 1917 ist eine Bekanntmachung (Nr. 3300/1. 17. Z. K lila) in Kraft getreten, durch die eine Bestandserhebung und Beschlagnahme von Korkbolz, Korkabfällen und den daraus hergestelllen Halb- und Fertigfabritaten angeordnet wird Die Bekanntmachung um,asss Korkholz, Zierkorkholz, 'Kork­brocken, Korkabfälle, Korkschrot. Korkmehl sowie alle sonsti gen bei der Korkverwertung sich ergebenden Korkrückstände neue und gebrauchte Korkringe und Korkfender sowie alle übrigen Fabrikate aus Kork, soweit in ihnen der Kork in unverändertem Zustande enthalten und nicht mit anderen Stoffen fest verbunden ist (also z. B. nicht Korksteine, Lino leum, Jsoliermittel usw.). Bestimmte, in der Bekannt machung näher bezeichnete Mindestmengen sind jedoch von den Anordmubgen ausgenommen. Ebenso ist die Verarbei tung, Verwendung und Veräußerung der beschlagnahmten Gegenstände in bestimmtem Umfange erlaubt geblieben. Die Meldung über bie einer Meldepflicht unterliegenden Be stände hat in der in der Bekanntmachung näher angeord­neten Weise bis zum 10. Mürz 1917 zu erfolgen. Der Word- laut der Bekanntmachung ist angeschlagen.

«i JP. c ft c nkäau fna frm c von Schuhwa ren. Nre Renhsbelleidnngsstelle erläßt heute eine Bekanntmachung über erne Bestandsaufnahme von Schuhwaren, um einen Ueberblick über die in Deutschlmrd befindlichen Bestände zu erhalten. Zur Meldung verpflichtet sind im wesentlichen alle natürlichen und inrsttrschen Personen, alle wirft chaftlichen Betriebe, alle öffentlich ^Hütchen) Körperschaften und Verbände, die meldepflichtige Gegen stände tu ihrem Eigentum oder Gewahrsam haben. Nicht zu melden stnd hauptsächlich Schnhwaren, die sich in Gebrauch befinden oder öte in den Hanshaltungen liegen und deren gewerbsmäßige Ver werUlng nicht in Aussicht genommen ist. Dagegen haben die zur Meldung verpflichteten Personen alle Bestände an ArbeitSschnhen Lt rasten schuhen, -^ ~

dalen, Spediteure

^ - , RerMefeln, Tanz- und Gesellschaftsschuhen, ^an- Dansschuhcn und Pantoffeln sowie Sportschuhen anzugeben, eure und Lagerhaller, welche wissen oder den Umständen nach annehmen müssen, daß sie meldepflichtige Gegenstände in Gewahrsam haben sind verpflichtet, die zur Vornahme der Er HÄiung erforderliche:: Auskünfte bei den Msendern oder Empfän ZZw D^ser Gegenstände oder bei ihren Auftraggebern einzuholen Als Stichtag für die Erhebung ist der 12. März 1917 angesetzt spätestens am 17. März 1917 müssen die Meldungen bei den mit der Einsammlung beauftragten Stellen, also den Magistraten, Landräten usw. eingercicht sein. Die amtlichen Vertretungen des Handels und des Handwerks, sowie die Fachvereine und die Fach­presse haben die Aufgabe übenwmmen, in Zweifelsfällen Melde- pflichtigen Auskünfte zu erteilen. Etwaige Anfvagen sind daher an erne dieser Stellen, nicht an die Reichsbckleidungsstelle unmittel bar zu richten.

Landkreis Gießen.

*»- BerSrod, 28. Febr. Hellte mittag 12 Uhr ging hier im fteien Felde ein morgens in Bremen aufgestiegener Versuchsballon nieder. Die daran befestigte Karte wurde sofort mit den daraus geforderten Angaben an die Wetterwarte in Bremen gefaubt. Tie Ballonhülle wurde dem Schulmuseum überwiesen. Nachdem der Schnee in den Wäldern ziemlich gewichen, schleppen die Leute an den Holzlesetagen eine Menge Dürrholz heim als willkommene Ergänzung der durch den strengen Winter arg mitgenommenen Holzvorrate.

- T h März. Dem Gefreiten EliaS Stein

(Lohn des Bürgermeisters Stein) in einem Ulanen-Regiment, In- Haber des Erfernen Kreuzes und des bulgarischen Ordens, wurde den schweren Kämpfen in Rumänien jetzt auch noch die

nach

Hessische Tapfcrkertsmedaille verliehen. Stein steht seit Ausbruch des Krieges im Felde und wurde 1914 in Frankreich und 1915 in den Karpathen verwundet.

. ^'^^"'^eNingen, 1. März. Zum erstenmal wurde

durch Mädchen d,e Hrndenburg-Spende erhoben. Sie er­gab ein sehr erfreuliches Ergebnis. Drei hochgesüllte Waschkörbe >n,t Speck. Wurst, etwa 10 Pfund Butter, einer großen Menge Eier, Grieß, Graupen und Dörrobst wurden zur Ablieferung gebracht! Die Sammlung zum Regierungsjubiläum unseres Großherzogs brachte 132,05 Mk. ein.

Watzenborn-Steinberg, 88. Febr. Die Haus- s a m m l u n g für die Ernst-Ludwig-Jubiläumsspende betrug in unfern- Gemeinde 251 Mk. 10 Pfg. - Die vorhergehende Haus- jammlung für Ostpreußen ergab 100 Mk.

Kreis Alsfeld.

up. Ruppertenrod, I. März. Die Sammlung zum 25jät)rigenNegierunqsjubiläurn des Großherzogs ergab in unserer Gemeinde 151 Mark. Dazu kommt der Beitrag der Schulklassen mit 39,90 Mk., so daß zusammen 190,90 Mk. ge­zeichnet wurden.

Kreis Schotten.

a. Betzenrod, 1. März. Hier wurde der im 20. Lebens­jahre dahingeschiedene Karl Funk, Art.-Munitionskolonne 253, unter sehr zahlreicher Beteiligimg zu Grabe getragen.

** U l r i ch st e i n, 28. Febr. Heute wurde liier der Rauch­speck für die Schwerstarbeiter bei der Bürgermeisterei abgeliesert. Die Erzeuger geben den Speck gerne ab, nur hört man allenthalben die Befürchtung, der Speck möchte zu lange in den Lagerhäusern liegen bleiben und verderben.

Kreis Friedberg.

' Fr i e d b erq , 28. Febr. Die neu errichtete Fe u er­be statt nngsan läge aus dem hiesigen Friedhose ist nunmehr kertiggestellt und siebt aurb auswärts wohnenden Personen ohne Unterschied dcs religiösen Bekenntnisses offen. 1

Starkeuburg und Rheinhessen.

Mainz, 28. Festr Für den Bereich des Großherzog- tmns Lessen wird mit dem Sitz MainA die schon seit läir- gerer Zeit in Angriff aenommene Hessische Lande s-gemüse- stelle errichtet. Durch dre Gemüsestelle wird in erster Reihe der Bedarf der hessischen Bevölkerung gewährleistet unb sichergestellt. Der dann verbleibende Ueberschuß wird durch Vermittlung der Gemüsestelle deutschen Bedarfsgebieten zm- gesührt. Auswärtigen Händlern ist nach Eröffnung der Stelle der Aufkauf von tz^müfe in Hessen nicht mehr erlaubt.

u. Ofsenvach, 1. März. Tie am Samstag und Sonntag zugunsten der Jub: umSspende abgehaltene Haus- s a m m l u n g ergab den Betrag von 8000 Mark.

Kreis Wetzlar.

Vetzberg, 1. März. Der Ersatzreservist Heinr. Reit, der zum zweitenmale im vorigen Jahre wieder in Feindesland rückte und zurzeit bei einer Hilskomvagnie im Dienste stand, wurde am 15. Februar aus seinem Rückmarsch von einer feindlichen Granate tödlich getroffen, so daß der Tod so'ort eingetreten war.

Hessen-Nassau.

X Bad Orb, 1. März. Die Stadtverordneten haben den Haushaltsplan für das Rechnirngsjahr 1917 beraten und genehmigt. An Gemeindesteuern kommt der gleiche Satz wie seit­her, 100 Prozent für alle Steuerarten, zur Erhebiing.

Th. Battenberg, 1. März. Im Auus-Saal-Buch von Battenberg de 17111712 findet sich folgende Auszeichnung: Jed- ivedes Hans allliier, worinnen Rauch gehalten wird, muß jährlich ein Rauchbuhn und einen Rauchhahn in die Fürstl. Renterei liefern. Tie zwei Schöffen imd der Heimbürge bekommt jediveder ein Huhn zilr Besoldung, »n,d siiid diejenigen, ivelche im letzten Quartal Lttiidbetierin haben, von Rauchhuhn frei, wie bei der General Tescrlpttoii gemeldet worden.

ra. Biedenkopf, 1. März. Am 24. Februar verschied in Hommertshausen im 85. Lebensjahre Bürgermeister a. D Joh Jakob Lenz. Jahrzehntelang Mitglied des Kreistages und von 1808 ab auch des Kreisausschusses, hat der Verstorbene an der Entwickelung miseres Kreises regen Anteil genommen und bis an sein Lebensende in treuer Pflichtersüttung für das Wohl des Kreises gewirkt.

ra. Biedenkopf, 28. Febr. Ein wichtiger Markstein in der Gefauchte des Hinterlandes ist das Jahr 1464. Bei der Teilung! nach dem Tode Ludwigs des Friedfertigen unter seine Söhne Liwwig und Heinrich war Oberhessen letzterem zugefallen. Zu genannter Zeit war ein heftiger Streft zwischen Adolf von Nassau urw Diether von Asenburg um den Mainzer Bischofsstuhl ent­brannt. Landgraf Heinrich III. verband sich mit Adolf, während Ludwig im gegnerischen Lager kämpfte. Das gab zunächst Ver anlassuna zu dem unseligen Brirderzwist, unter dem die hessischen Lande schwer zu leiden hatten. Als Adolf von Nassau in der Folge über Tiether siegte, ließ er sich bereit finden., sämtliche Mainzer Besatzungen rn der Grafschaft Stift um 30 000 Goldgulden an seinen treuen Helfer zu verpfäirden, ein weiterer Schritt im An schluß unsers Kreises an Hessen.

Frankfurt a. M., 28. Febr. (WTB.) Das Stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps teilt mit: DerNassauer Bote" in Limburg hat am 26. Februar die Nachricht verbreitet, daß in Brcitenau, D essen und in anderen Orteil des Unter- westerwaldkreises Erkrankungen an Pocken vorgekommen seien. Gegenüber dieser^Mitteilnng wird auf Grund von Erkun digungen^an zustchrdiger Stelle festgestellt, daß lediglich in Dessen zwei Poöenfälle infolge Einschleppens von außerhalb sich ereignet haben, und dan außer diesen beiden Fällen keine weitereil Er­krankungen erfolgt sllld.

versseld, 28. Febr. Aus Allordnllilg des stellvertretenden Generalkommandos sind bis zum 15. März sämtliche Fuhrwerk s- besitzer des Kreises verpflichtet, die ihnen von den Ortsvolizei» behörden zugeteilten Holz m engen aus beu Wäldern abzusabren, gcmz gleich, ob es sich dabei um anltliche oder private Abfuhren handelt. Weigerungen der Fllhrwerksbesitzer unterliegen erheblichen trafen.

Sitzung Ser StaStverorSneten.

. Gießen, den 28. Februar 1917.

Tre zweite Stadtverordnetenversammlung dieses Jahres, die aut heute nachmittag 5 Uhr anberanmt war. war in ihrem osfentlickten Teile bereits um 2/46 Uhr beendet. Die Tagesordnung wies als wichtigste Punkte die Einführung des wiedergewähl­ten Beigeordneten Emmelius auf und den Plan eines Ausbaues des ftädt. Arbeitsnachweises, dessen Ein­richtungen bei der lwffentlich Xxtlb eintretenden Temobilisation, des Teutscheil Reiches sich den dann entstehenden Anforderungen nicht mehr gewachsen zeigen werden.

^ Anwesend waren: Beigeordneter Emmelius, sowie die Stadtverordneten Ebel, Eichenauer, Faber, Helfrrch, Heichelheim, Huhn. Jann, Krumm, Leib. Löber. Plant, Simon, Sommer, Urstadt, Vetters, Winn und Wimmenauer.

Zu Urkuudspersonen wurden erwählt die Stadtver­ordneten Jann und P l a n k.

Oberbürgermeister Keller eröffnete die Sitzung mit der Mitteilung, daß die Wiederivahl des Herrn Kommerzienrat Em­me lins zum Beigeordneten der Stadt Gießen vom Großherzog bestätigt sei. Er habe den einstimmig Wicdcrgewählten für seine neue Amtszeit einzuftihren. Er begrüße, daß Herr Em- mellus trotz seines Alters und trotz der Arbeitslast, die ihm bte Leitung einer Fabrik bruuye, das Opfer gebracht und dre Wiederwahl angenominen habe. Es sei dies um so daitkenswerter, da der Wiedergelvahlte durch 24jührigc ununterbrochene Tätigkeit zum Wohle der Stadt reick>c Erfahimn- gen gesaminelt habe, und mit dem gleichen Eifer und der gleichen Gewissenhafttgkeit sich auch fernerhin dem Wähle der Stadt Gießen widmen werde.

Beigeordneter E m ni e l i n s erneuerte durch Handschlag seinen Drensteid !und dankte für das Vertrauen, das durch die Wiederwahl m ihn gesetzt worden sei. Er bat um Rüchichi, wenn er nsclft

im Hinblick aus die vermehrte Tätigkeit des Arbellsnachiveffes bei der kommenden Temobilisation unbedingt erforderlich. Nach langem Suchen haben sich die Räume des Hauses der WesEillage, in dem früher das Bezirkskommando untergebracht war, als besonders ge­eignet erwiesen. Für den Ausbau des Arbeitsnachweises haben die Provinz und der Mitteldeutsche Arbettsnachiweis zu Frmlkfurt a. M. einen Zuschuß bewilligt. Ter Oberbürgermeister boantragt daher, die Räume für jährlich 900 Mk. zu mieten.

Stadtv. Löber elnpsahl, die Räuirre des LebensnlittelairrteL zu benutzen, die beim Eintritt der Temobilisation doch frei würden, oder in dein jetzigen Gebäude die Räume des Hoch- und Tiefban­amtes Kusammerrzulegen.

Oberbürgermeister Keller hielt beide Vorschläge für un- zweckmäßia, da Hoch- und Tiefbäuamt ebenfalls in ihven Räumlichkeiten beschränkt seien und die Lage des jetzigen Lebens­mittelamtes für die Zwecke des Arbellsrurchweises wenig geeig­net sei.

Demnach wurde der ursprüngliche Vorschlag angenommen.

Außer der Tagesordnung wurde noch für eine am 25. März m Gießen statt findende Ausstellung des Geflügel- und Vogelzuchtvereins ein voni Finanzausschuß beantuagtep Ehrenpreis von 25 Mk. bewilligt.

Damit wu rd e die öffentliche Sitzung geflossen.

kirchliche Nachrichten

Israelitische Neligionsgemeinde.

Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).

Samstag, den 3. 2)1 ärz 1917: Vorabend: 6.00

Uhr. Morg.: 9.00 Uhr.AbdS: 6.20 und 6.55 Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft.

Sabbatseier den 3. Ätärz 19t 7 Freitag abd. 5.40 Uhr. Samstag vorm. 8.30 Uhr. Predigt. Nachm. 3.30 Uhr. Sabbatausgang 6.55 Uhr. Wochengottesdienst: morg. 7.00 Uhr abds. 5.30 Uhr.

zu

eine ganze Kraft in den Dienst der Stadt stellen könne, und er- rlärte such bereit, .jederzeit auch während seiner Amtsperiode zu­gunsten einer frischeren Kraft zurlickzntteten.

Sodanri machte Obeibürgerm. Ke ll er Mitteilung von nner Eingabe des Verbandes der staatlichen und städttschen Arbeiter Frankfurt um _ eine neue Teuerungszulage an die statischen Ar besser. Die Eingabe wurde mr den sozialpolitischen Ausstoß wessergegeben.

Stadtv. Jann fragte an, wie es möglich sei, daß bei der Teuerungszulage die rrnterste Kategorie der städt. Arbesser be onders schlecht wegkomme, und eine frühere Teuerungszulage in Abzug gebracht worden sei. Seiner Ansicht nach könne es sich doch Mer. wir um einen Irrtum handeln, da es sicher nicht in den Absrcht der Stadt gelegen habe, diese Kategorie zu berrachteiligen.

Oberbürgermeister Keller erklärte, daß üjm die Angelegen­heit nicht klar sei und mrch nicht glaubhaft scheine.

Stadtv. E i ch e n a u e r bestättgte die Angaben des Stadtv. Jcnur und ftlgte hirrzu, daß es sich um die Kategorie der bis 1800 Mark Besoldeten handle.

Oberbürgermeister Keller fand es befremdlich, daß die städt. Angestellten srch nicht mi ihn persönlich wendeten, mro versprach, die Angelegenheit tiachznprüseir.

Vor Jahrzehnten schon ist Gelände an der Lichersttaße zu Versuchsfeldern an das landwirtschaftliche Institut verpachtet worden. Das-Jnstittlt wünscht nun einen Umtausch wgen Gelände am Wiesecker We^. Es muß datier eine Ueber- chreibung von Gelände vom Stadterweiterungsfonds auf die Stadt vorgenvmmen werden. Baudepissation und forstwittschaft- lrche Deputation befürworten die interne Verrechnung.

Stadtv. Minn regte an, das Gelände zurückzuhalten, aufzuteilen !imd kleinen Leuten zum Anbau, von Frühkartoffeln abzugeben.

Oberbürgermeister Keller versprach, aus diese Anregung bei anderer 6)elegenhess zurückzu kommen.

Mit dem Fluchtlinieirplan.der Ederstraße erklärte sich die Versammlung ohne iveitere Erörterirng einverstanden.

Der städtische Arbeitsnachlveis ist in fessren Räu-- 1 men am Asterweg alltzu befch,ränkt. Eine Erwossec»«- ist, zwual

Letzte Nnc^ric^te«.

An der Ostfront und im Ccrna-Bogen.

Berlin 28. Febr. (WTB. Nichtamtl.) Tie Vorgänge an der Ostfront stehen bei nachlassender Kälte im Zeichen der Bor- beressung der großen Operationen für Frühjahr und Sommer. Die Versuche der Russen, durch blutige Massenstürme am Tarttrompaß am 23. und 24. Februar einen eventuellen spateren Einbruch nach Ungarn Vorzuberessen, blieben erfolglos imd wurden bisher rächt wieder ausgenommen. Dagegen brachten deutsche Vorstöße an der Valcputnastraße neuen Gewinn, welcher die bisl-er'igen Erfolge bei Mesttcancsti wesser planmäßig ausbwlt. Auf der Höhe südlich der Sttaße wurde die für die deutsche!: Linien imbeguemr feftchliche Anlage zerstört und die Unterstände gesprengt. Die Höhe nördlich der Straße wurde für dauernde Besetzung eingerichtet und an daß deutsche Grabenshstem angegliedert. Die Größe des Erfolges geht, abgesehen von, dem hohen militärische!: Wert der eroberten Höye, schon aus den im Heeresbericht gMachten erheblichen Beutezählen hervor.

Um 27. ^ Februar versuchten die Italiener neuerdings, bfe Höhe 1050 im Cerna-Bogen zu nehmen, gegen die sie bereits verschiedene 2Nale vergeblich angerannt sind, ::nd deren c-ng«büch« Erobenmg die italienische Presse bereits mehäeremals unter bom­bastischen Rnhmgerede verkündete. Nach starkem, mittags^ ein- setzenden: Feuer gingen dichte Schwärnre in 2 Kilometer Breite gegeil die Bergknppe ::nd die anschließenden Höhen vor. Wo die Stürm eichten bis an die Gräben herankanren, wurÄen sie mit Harrdgrannten blutig abgewiesen. Nur in ein kleines Grabenstück vermochten sie einzndringew Ein sofortiger Gegenstoß !varf sss jedoch wieder hiiraus. Das Verfolgungsfeuer, in das die Fliehen­den gerieten, verdoppelte die Verl::ste der Angreifer. Die gesamte Stellirng verblieb restlos in dQttschem Besitz.

- Zum Vorstoß unserer Torpedoboote gegen England.

Rotterdam, 28. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Dem Nieuwe Rotterdamschen Courant" zufolge schreibtDaily Chronicle": Die vermessenste und rüKichtsloseste Ueberrum- Pelung, die der Feind bisher ausbeführt hat, waren die An­griffe deutscher Torpedoboote aur Margate und Brecrstarra am letzten Sonntag. Umso bemerkenswerter findet daf Bhatt, daß Carson bisher der Kritik entging, die gegen Ba^ fours Verwaltung der Admiralität so scharf gewesen sei. U-Boot-Beute.

Genf, 1. März. Außer den Geretteten vvn der ^La»> conia" trafen, wie derLyoner Progres^ meldet, in Queenstown mehrere Passagiere eines anderen versenkten englischen Postdcunpfers ein, dessen Name nicht arrgeg^ben wird.

Kristiania, 1. März. Nenn russische Dampfer, die von Südamerika angekanft waren, wurden ans der Fahr-' nach dem Hafen Rornnvw im Eismeer versenkt. D»k Schisse waren stark bewaffnet.

Wilsons Politik.

Bern, 1. März. Zur Reise des Präsidentm Mlson führt dieZürcher Post" ans, daß die Hofftnmgen der EnteMe au: über^ stürzte Maßnahmen, die den Konflikt mit Deutschland unvermeidlich machten, enttäuscht worden seien. Es erwecke den Eindruck, dich die leitenden Persönlichkeiten der Vereinigten Staaten eigene Zieve verfolgen, die nicht diejenigen der Ettente zu sein brauchen.

Rotterdam, 1. März. Der Optimismus in der Frage d« Erhaltung des Friedens ist in den letzten Tagen aus den Gefriev- Punkt gesunken. Es ist ziemlich sicher, daß der im Herbst «**- gewählt?: Kongreß demnächst zu einer Sondertagnng berufen wird, da Mbe Parteien den Kriegskonflikt hierftir z-um Anlaß hab^n möchten, allerdings aus ganz verschiedenen Gründen. Die Kvnsev- vativen (Rewiblikaner) wollen, daß der Kongreß Wilson daran hin­dere, der Entscheidung tvieder auszuweichn:. Die Fortschritllichen (Demokraten) wollen den Präsidenten davor zurückhalren, daß er zu weit geht.

Das Verhältnis zu Oesterreich-Ungarn ist noch i:nmer an Rätsel. Die Änkmrd-igung des Bruches lvird jedoch stündlich ev- wurtet.

Fahrt iwlMegischer Dampfer nach England.

Kopenhagen, 28. Febr. (Privattelegramm.) Die Nationaltidende" meldet: Die seit einiger Zeit über die Wie­deraufnahme der Ausfuhr landwirtschaftlicher Produkte nach England geführten Verhandlungen wurden gestern mit dem Ergebnis abgeschlossen, daß die Ausfuhrschifst wieder ab­gehen. Gestern sind die ersten drei Dampfer von Norwegen abgefahren. Am Freitag gehen Dampfer von hier direkt nach Aberdeen ab. Mit der Ausmusterung der Schiffsbesatzungen wurde gestern nachmittag unmittelbar nach der Unterzeich­nung des Abkommens zwischen den Reedern und Seeleuten begonnen. Der Streik oer Schiffsbesatzungen ist damit be­endet.

Die allgemeine Wehrpflicht firr das ganze englische Reich.

Bern, 1. März. Wie aus amtlicher englischer Quelle verlauteit, wird in der irächsten Zusannnenkunft der Spitzen des britischen Imperiums der Plan der Bildung einer ein- heitlichen allgemeinen Wasser- und Landarmee in Engtänd und samtlick)en Dominions mit Einschluß von Kanada und Australien nach dem Grundsatz der allgemeinen Wehrpflicht vorgelegt werden.

Frankreichs Zivildicnstpflicht.

Bern, 28. Febr. (WTB. 9ttchtamtl3 Nach Lvone:' Blättern hat der Arbeitsausschuß des frauzosischei: Senats den Regierung an trag betreffend die Zivildienstpflicht neu gefaßt. Er unterschei«t die Beschäftigung der Pflickssigen folgendermaßen: 1. Urrabkömm- liche, 2. Mtzlichc, 3. Umrütze und Müßiggänger Aus de» lefclmu: werde die Regierung ilwe Hilfskräfte nehmen müssen. An die Ausländer werde ivabrscheinlich gleichfalls ein Lkufruf zur frei­willigen Stellung erUtffcn. Nicht ans gehobene Untertanen der alliierten Mächte dürften nach den Pariser Blättern genau n»e di« Franzosen m Anspruch genommen werden.