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Zwettes Blatt
trfifrcfet Kyttch mit AuSaahme des Sonntags.
XtUQQtvr. w 6t«taiflr geminenblöffer« und „Urtfst?taü fttr tai Kceis Hretzen".
PoffscheÄkonts: Krcmkprrt am Nakn Er. n&3&» Bwifocrfe^r: @c®etbeb«nJ Stttzeu.
\i>l. ZchrgMg
Mittwoch, 28 . Kedruar ml
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General-Anzeiger für Oberheffen
ZwiüingSrnnddrnck und Verlag: Vrühl'scheUniversitäts-Buch-u.Steindruckerei. R. L an g e, Gießen.
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v. Bethmmm Holl- Gvaf v. Roedern,
Uhr
Mb. Deutscher Reichstag.
Sitzung, Dienstag, dm 27. Februar 1917.
Mn 5£^K^>e des Bmckesrats: Reichskm:zler weg, Dr. Helfserrch, v. Stein, Zimn:erma:m Capelle. Lckco. Kraetke.
Haus ist gut besetzt, die Tribünen such überfüllt
JMffonU Tr. Kaempf «öffnet die Sitzung um 11
Io Minuten
D«r Hauslialtsplan und die Kriegssteuern.
Wfctf der Tagesordnung steht die erste Lesung des rremev Haushaltsplans Und der neuen Kr:eg^- ffeLern, die am Freitag bereits durch die Rede des Schatzsekretärs Gras v. Roedern eingelettet Word«: ist.
Berlin, ,27. Febr. Sofort zu Beginn der heutigen Sitzung
des Reichstages nimmt der
Reichskanzler von Bethmann Hollweg das Wort. Er führt aus: Während unsere Krieger draußen im TroMmetseuer in den Schützengräben stehen und unsere U-Boote mit Todesverachtung die See durchkreiczen, während mir in der Heimat an nichts, <m gar nichts anderes zu arbeiteir haben, als Geschütze und ^.Ocrrnttttn: zu schassen, als Lebensmittel jn erzeugen und sie gerecht zu verteilen, mjitten in diesen aufs höchste ge- spannten Kämpfen gibt es nur leine Forderung des Tages, die alle politischeil Frag«: im Innern und Aenßern beherrscht:
Kämpfen und siegen!
(LcköhaÄer Beifall.) Tie vom. Reichstag in der vorigen. Woche mit 'überwältigend« Miehrheit beschlossene B«villignng der Kriegskredite verkündet aller Welt unseren unwiderruflich«: Entschluß, zu sackt«, bis der Feind zum Frieden bereit ist. (Erneuter Beifall.) Wie dieser Friede ausseh«: soll, darüber ist seit Freigabe der Kriegszielerö rterung viel in der Presse geschrieben und in Versammlungen gcsproäxen worden. Im Preußischen Abgeordnetenhaus wurde kürzlich eingehend erörtert, ob und ivelche Länderwertungen und welche Sicherungen uns der Friede bringen müsse. So entscheidend diese Frage für rmsere Zukunft ist und so tief sie deshalb mit vollem Recht die Genrüter bewegt, so würde ich es doch nicht für gut lchlten, wenn ich mich melinersetts an solcher: Debatten beteiligen wollte. (Sehr richtig! links und im Zentrum.) Ich kann vor: meiner Seite ans nicht Versprechungen machen, ob« ins einzelne gehende Formullerungei: unserer Bedingungen anf- stellcn. Das wäre unfruchtbar. (Sein richtig! links und im Z«:- trum.) Tie feindlichen Machthaber Haber: es reichlich getan. Sie Ixrben sich nrrtereirrander ausschiveifercke Sicherungen genannt, aber doch rnchits weiter damit lerreicht, als daß sic sich und ihre Völker immer tieferin der: Krieg verstrickt haben. (Lebhafte Zustimmung links und im Zentrum.) Jh6 Beispiel lockt mich nicht an. (Sehr gitft)
Was ich über Richtung und Ziel 'unserer Bedirrgunger: sagerr konnte, habe ich wiederholt gesagt: dem Krieg ein Ende machen dmch einen dauerhaften Frieden, der uns Gntschädigrrng gewährt für alle Unbill und der einem starken Deutschland ein gesichertes Dasein und eine gesicherte Zukunft bittet. (Lebhafter Beifall.) Das ist unser Ziel!
Wie auf dem Gebiet der äußeren Politik, so haben sich auch viele innerpolitische Probleme ergeben. Ich will muh nur ans allgemeine Bemerkungen beschränken. Wie über die Kriegsziele, so g^en über die Gestattung unserer innerpptitischen Verhältnisse die KNcinmrgen auseinander. Neuorientierung! Kein schönes Wort.
richtig!) Ich glaube, ich n^me es heute zum ersten ?Nale > ix den Mund. dö «weckt so leicht eine falsche Vorstrllimg, als oh eS tn unseren: Belieben läge, ob wir uns
neu orientieren sollen oder nicht.
Nein, meine .Herren! Eine irats Zeit mit einem erneuerten Volk 'ist da! (Sehr richtig!) Der gewaltige Krieg hat sie geschaffen!
Sehr-richtig!) Ein Geschlecht, das durch so m:geh«rres Erleben bis tu die letzten (Fasern seiner Empfindungen erschüttett ist, ein
Volk, von den: ein ergreifendes Mort eines feldgrauen Dichters sagen konnte, daß sein ärmster Sohn auch sein treuester war -Mavv!), eine Nation, der es tausendflältig jeden Tag erfährt, daß nur dir gesamte Kraft die äußere Gefahr bestehen und über- ^müden kann — meine .Herren, das sind die lebend«: Kräfte, dre sich von keinem Parteiprogrmnm, Weder von rechts noch von. links, einfchränken und «ans >ihver Bahn iverfen lassen, (Sehp richtig!) Wo politische Rechte n«: zu ordnen sind, da handelt es sich nickt darum, das Volk zu belohtten fü^das, was es getan hat (lebhafte Zustimmung), das ist geradezu: unwürdig. (Erneute ZuftrMMung.) Es handelt sich nur darum, den richtigen Politik scheu und staall:ck?eu Ausdruck für das zu finden, was dieses Volk ist. (Sehr richtig!) Meine Herren! Eine gewaltige politische, aeistige, wirtschaftlicke Und soziale Lliufgabe steht uns nach dem Kriege bevor. Lüsen wir sie! Nur tvenu die gesamte Kraft, .deren Zusammenfassung uns allein ermöglicht, d«: Krieg zu gewinn«:, auch im Frieden fortwirkt, wenn ihr die Bahner: geöffnet roerd-en, daß sie fortwirker: kam:, ist das möglich. (Sehn richtig!) Das regelt sich nicht nach Parieft chablonen., Das ist ^ . ,
teilte Forderung her inneren Starke urrseres Staates. Der MichcsAnzler lehnt dann einen Vergleich! der heutigen Zeit mit 1813 ab, wenn gesagt würde, daß damals die Hoffnungen des .Volkes enttäuscht worden sttck. Die Zeit der Kabinettspolitik und des Weltbürgertums ist hertte endgülttg überwunden. ,
Heute hat der nationale Gedanke das ganze Volk in allen seinen Schichten über jeden Rang und jede Parte: hinweg ersaßt und hat uns zu einer nn tr ennbaren Einheit zusamnrlengeschm ie- 'det. (Sehr richtig.). Wie auch in gut konservativer: Köpfen das heute anerkannt rvird. Jo, glaube ich, werden auch die besonnenen! Verfechter der Demskratie den
Wert unserer monarchischen Einrichtungen zu schätzen wissen. Briand und Llovd George wollen Deutschland vom preußischen Militarismus befreien. Nun, wo wir von etwas zu befreien sind, da werden wir es selbst besorgen. (Sehr Mt!) llnd was Unseren Militarismus mrl- betrifft,'so wissen Mr alle, daß unsere/geographische Lage uns inuner an das Wort Friedrichs des Großen genmhnt: „Tomonrs 'en vedette!" Wirksamer, y.ls Imjit den Ginrichtungen, die auf) festem monarchischem Boden ruhen, kann diese Rdackt nicht gefugt rverdeu und
am wirksamsten durch die Monarchie welche ihre Wrrrzeln hat im Volk, in seinen breiten Scküchten, und weirn sie aus diesen: mrerschöpflicheu Quells aus der Liebe des
(Bravo!)
und nichts an-
aiserg cd a nkens .unzler spricht dann von ckess bei den neuttalen
freien Mam:es ihre deres ist
Sinn und Wesen deS deutschen und des preußischen Wnigtums. Der Reichs' dem Friedens Vorschlag vom 12. Dezember.
Staate:: leblwften Widerhall gefuicken hat
Bei unseren Feinden aber war die p/rbisseneKtriegs- leiden schüft ihrer Machthabei stärker als der Schr« der Völker nach Frieden. I h r e A n t w v r t w a r g r ö b e r u i: d verletzender, als irgend ein Ver::üttlfÄqer bei uns und den Neutral«: sie sich teuf«: konnte. (Sehr/richtig!) Die Wirkungen dieses Dokuments barbarische»: Hohns und Hasses lieg«: klar zutage. U::sere Bknckrnsse -und Front«: stehen fester, das deutsche Voll ist einiger und standhafter als je. (Bravo.) Auf unsere GrMer Wtt die urirgeheure Schuld des
!
fortgesetzten Blutvergießens, fällt der Fluch der l e: d e n d e n M en s ch h e i t zrrrück. Sie waren es, die die Hand der Verständigung ausgeschlagen haben.
Auf unsere Note, mit der «vir die Seesperre ankündigten, haben wir von den Neutralen Erwiderungen mit Vorbehalten, Verwahrungen und Protesten erhalten. Wir verkenn«: durck>aus nicht die großen Säpvierigkeiten, in die die neutrale Schiffahrt geraten ist, und luaun sie nach Möglichkeit M lindern. Zu diesem Zweck such«: w:r den neutralen Staaten auch Rohstoffe, drren sie bedürfen, wie Kohle und Eisen, innerhalb des Bereichs unserer Kräfte zuzuführen. Aber wir wissen auch, daß die Schwierigkeiten letzten Endes durch diebrutcrkeSeetyranneiEnglands verursacht werd«:. (Sehr richtig!) /
Jede Knechtung jeden nichtbritischeu Seeverkehrs wollen und ^Er^kn wir brechen. lLebhaster Beifall.) Den erfüllbaren Wün- schen der Neuttalen kommen wir entgegen,' soweit wir können. Aber -m dem Bestreben, dies zu tun, ist uns durch unseren unwiderruflichen Entschluß eine unverrückbare Grenze gesetzt (leb- daster Beifall), die entsprechende Sperre mrbedingt zu erfüllen (Lebhafter Beifall.) Ich bin überzeugt, es ivird :wch -einmal der Zeitpunkt kommen, wo uns auch die neutralen Staaten für diese Festigkeit danken werde:: (Sehr richtig!), d«m die Freiheit der Meere, für die lwir kämpfen, lvird auch ihnen zugute komn:en.
Noch einen Sckiritt weiter als die europäisch«: Neuttalen sind bekanntlich die Vereinigten Staaten von Amerika gegangen. Präsident Wilson hat bei dem Empfang unserer Note vom 31. Januar die diplomatisck)«: Beziehungen zu uns schroff abgebrochen.
'9tnthei:tische Mitteilungen ü be r die G r üe, die ihn zu seinem Schritte geführt haben, h a be i ch bi § h e r n i ch t erhalten. (Hört, hört! rechts.) Der bisherige Botsckfafter hier :n Berlin hat sich darauf beschränkt, den: Staatssekretär des Auswärtigen !Amtes den Abbruch der Beziehungen mitzutellen und um seine Pässe gn bitten. Diese Form des Abbruchs,, btr* Beziehungen zivischen zwei großen Reichen, die im Frieden miteinmcker leben, ist wohl ohne Vorgang in der Weltgeschichte. (Sehr wahr! Znrmf rechts: Echt amerikanisch !)
B«. den: 9Nm:gel eines amtlich«: Dokuments bin ich auf eine unsichere Quelle angelviesen, auf die von Reuter verbreitete Jn- haltspnnkte einer Botschaft, die Präsident Wilson am 3. FeVrnar an den Kongreß gerichtet hat. Noch Reuter soll der Präsident gesagt haben, durch unsere Note .:m 31. Januar wurden plötzlich ni:d 'ohne vorherige Andeutung vorsätzlich die in der Note von: 4. Mai 1916 gegeb«:en feierlich«: Versprechung«: zuriickgezogen. Der Regierung der Vereinigten Staat«: sei deshalb keine andere mit ihrer Würde und Ehre vereinbare Wahl geblieben, kals den Weg einznschlagen, den sie in ihrer 9iote vorn 20. April^ 1916 für d«: Fall ankündigte, daß Deutschland seine Unterseebootm.ethode nicht aufgeben wolle.
Der Reichskanzler polemisiert:rm:mehr gegen diese Argnmen- tatwn und setzt auseinander, daß die Beziehungen zwischen Amerika
und Deutschland seit l)nndert Jahren zum Wohl beider Völker fveundschaftlich waren, daß dies aber bei Kriegsausbruch aufgehött hübe, und zwar durch die SchuR> Amerikas. Amerika habe anfangs
erklärt, daß es keinem der kriegführend«: Staaten Waffen imd Munition liefern fvnrde, ein Jahr später aber ist ungezähltes Knegsmctterial von Am«üka der Entente geliefert worden, während nian gleichzeitig über das Recht amerikanischer Burger rvachte, ungehrndert und fr« nach den Ländern der Entente reisen zu können und mitten durch die Schlachtfecker der See ungehirckert :md frei mtt England und 'Fvarllveich Handel treiben zu können, selbst solchen, den wir mit teuren: deutschen Blut bezahlt haben.
Unter diesen Verhältnissen mutet der Vorwurf der Amerikaner seltsam an, und mit gleicher Entschiedenheit müssen wir den Vorwurf abweisen, als ob wir durch die Art der Zurückziehung der Zrcsicherungen unserer Note vom 4. Mai 1916 ihn«: in unrvnrdiger Art zu nahe getteten wären. Ter Reichskanzler verliest sodann die Stelle aus der Note tont 4. Mai, ans der hervorgeht, n>elche Voraussetzungen Deutschland an die Zusicherung«: geknüpft habe, nämlich die Benuthnngan Amerikas, England von seinen Völkerrechtsbrnchen abznbringen. Der Reichskanzler fährt fort: Tie Rcgi«nmg d«: Bereinigten Staaten hat uns den Empfang der stLote vom 4. Mai am 10. Mai bestätigt. Wenn sie dcnrin der Meinung Ausdruck gab, wir beabsichtigen nicht die neu angekündigte Politik des U -Bootkrieges von dem Ergebnis der Verhcmolnng«: zwischen Amerika und England abhängig zu machen, so widerspricht das so kraß d«n, :vas wir in unserer Note erklärt hatten, daß «ne Erwiderung von unserer Sette an den: beiderseittgen Standpunkt nichts geändert haben fvürde. Daß aber die Vvoaussetzungen, an die wir die Wieder- erlanMng der Freiheit imserer Entschließungen gekni'ipft hatten, längst eingetteten sind, daran kmmte Lmd kann doch auch in Amerika niemand zweifeln. - :
England hat die Msperrung Deutschlands nicht nur nicht anfgegeb«:, svrrdern neire Maßregeü: zur Beschränkung der Freiheit der Meere getroffen. Darüber sind n«m Mmutte vergangen. .Konnte cs da für jemand eine Ueberraschnng bildcn., daß wir am 31. Jcur. dieses Jahres die Fveihett der Meere nicht als tvieder hergestellt anseh«: und unsere Folgerung«: daraus zogen? Der Reichskanzler polemisiert dam: gegen die Behaüptm:g unserer Feinde, die Maßregel Englands sck)ädige inrr wirtschaftliche Güter, Deutschland aber gefährde Menschenleb«:, die rmersetzlich sind. Der Reichskanzler sagt: Dies trifft nur deshalb z::, weil die Neutral«: und besonders Amerika sich fteilvillig den Anordum^en Englands fügten^ Was wäre geschieh«:, wenn die Amerikaner auf den: ungehindert«: Passagier- und Güterverkehr mtt Hamburg und Bremer: bestanden hätten? Hätten sie das getan, so war«: wir von dem peinlichen Eindruck befvett gewes«:, daß nach amerikanisch«- Auffasstrng eine llnterwerfnNg unter .Englands Macht und .Kontrolle :ntt dem Wesen der Neuttalttät vereinbar ist, daß aber die Airerkeunung der derttsch«: Llbwehrmittel mtt dem Wesen der Neutralität unvereinbar ist.
Ueberblicken wir die ganze Enttvicklung unseres Verhältnisses ZN Amerika, den Abbruch der Beziehimgen zu:ms, die angestrebte Mobilisierung der Neuttalen gegen uns — das förderte incht den auch vom Präsck«:t«: angestrebt«: Frieden. Wir bedauern d«: Bruch mtt ein«n Volke, das nach seiner ganzen Geschichte dazu berufen schien, mtt icns, nicht geg«: ims für das gemeinsaine Ideal einz-utret«:. , _ . ^
Jetzt gibt es aber ke:n Zurück mehr.
England glaubt, der prädestinierte Herrsch« der Meere zu fett: und zugleich der allgemeine WoWäter der Adenschheit. Das Völkerrecht mit seinen Regeln für den Seekrieg war für die anderen unbedingt bttckerck, für England nur, soweit seine Jntcreffen dabei in Bettackst kommen. Der ReittBkarrzler beweist dann nach ben bekannten Ausführung«: des «rglisck«: ?ckin:rals Percy Looott, daß England vor dem Kriege die Socsperre durch Unterseeboote für etwas durchaus Zulässiges hielt, i-nd sagt, England wurde auch heute so denk«:, wenn es seinersetts ein«: Unters eebovtskrieg zu
fuhven Mrt der Mächskanzl«: sott, gogennber der
Verhetznnaskainpagal-e, die England in der ganzen Wett geg«: uns betreibt, ich unterstreiche es noch einmal: unser jetziger Unterseebootkrieg ist eine Ettvidernng m:f die .Hungerblockade, dre «Englmid seit Beginn des Krieges geg«: uns ausübt. (Sehr
englisch«: Machthaber hoffen, daß sie:ms nach dem Muster der Buren
behandlen könnten. Ich erinnere an die berüchttgt«: Konzentrationslager, in die England die Frau«: und Müder der tapfer«: Buren schleppte und dort der unmenschlichst«: Behandlnip; aussetzte, mtt dem ansgesproch«:«: Zwecke, durch ihre Leiden die Widerstandskraft der Mctturer im Felde zu brechen. Es ist eine selts tmt Ironie, daß Lloyd George eininal im Urtterl-anfe festgestellt hat, daß 15—16 000 tmschuldige Frauen und Kinder ein Opfer der cng- lich«: Grausamkeit genwrden siiid. Nach sem«: Angab«: betrug z. B. die Sterblichkeit der Kinder imter zwölf Jahren tt: den KvnzmttrationÄagern 41p^ Prozent oder, wie damals der englische Kocknialminister hinzusetzte, sogar bis zu 51 Prozent. Das war die Folge einer vorbedachten Auschnrgerimgspolittk geg«: Frauen rmd Kinder, die ohne Not und nur ans reiner Msicht ansgefnhrt wurde.
Nun, meine Herr«:, was Eirgland dainals im .Klein«: ausübte, das fvollte es im gegenwärtig«: Kriege mit Deutschland im Großen ausführ«:.. Damals waren es 150 000 Franen, _ jetzt aber sollte das ganze deutsche Volk mit fein«: nahezu 70 Mttlio- nen, mtt seinen Frau«: und Kindern, mit \cmen ^Kranken )md Gebrechlich«:, ausgehungert fVerden, imb bannt das deutsche Volk zttr Kapttulation gezwwrg«: werd«:.
Das ist die Absicht Englands von Aäffang an gewesen, ^o fvollte es sich ein«: neuen Sieg verschaffen, den es durch ferne Waffen nicht erringen konnte. England fvar es gerves«:, das m:s diesen: Krieg mcht einen Krieg von Ho«' zu Heer, sondern von Volk zu Volk gemacht hat. Nachdem (ttrgland dies getan hat, rmchdem die Feinde unseren: ehrlichen Fried«:sangebot nur Hohn und Spott «ttgegengebracht l>ab«:, blieb dem deutschen Ber- teidigungswilten nichts weiter übrig, als das Goethesche „Austinen groben Klotz g e h ö r t e i n grober Keil" oder hier richtiger vielleichit :wch „Ä oorsaire oorsaire et d«utt' (An^ einen Schelmen mckerthalbe!) (Sehr richtig !) England scheint db Gefahr, die ihm vom Unterseeboot dvoht, zu erkenn«:. Zwar ha! Llotfd George erklärt, nnrn lverde bald der Unterseebootgefah: Herr werden. Nun nreine Herr«:, wir wollen das.abwarten! Einst- weilei: kann ich erllär«:, dgß die bisherigen Erfolge des seit dem 1. Februar geführten Unterseebootkrieges die Erwa rtun gen unserer Marine bei weitem übertreffen! (Lebhafter Beifall). Llbschließende Zahlen kann ich Ihnen natürlich noch nicht geb«:.
In die bisherigen vier Wochen fällt die Schonfrist, die Ivir den Neutralen gewährt l-aben. Von einen: groß«: Tett der Unterseeboote liegen noch keine Meldimg^: vor. Wo Meldungen crgang«: sind> da ist der Erfolg groß. Hält man alles zusammen, so zeigen die bisher veröffentlichten Zahlet:, die nur Teile der vorgenommen«: Vcrsenkimgen erfass«:, daß wir
mitdenerzielten Ergebnissen mehr als zufrieden sein können.
Dir haben bekanntlich
niemals eine Blockade erklärt, sondern Sperrgebiete festgesetzt, in denen jedes Scküff mit sofortigem Angriff zu rechnen hat. Daß dabei Schiffe der Gefahr entschlüpfen, versteht sich von selbst. Am Gesamterfolg wird das nichts ändern, den wir einesteils durch Versenkung, andernteils durch die Störung der n«:tralen Schiffahtt, die bereits ii: großem Umfang eingetteten :st, erreichen. Dank der u:: v e r g l e i ch l i ch e n B r a v o u r unserer H.^oote haben wir die volle Berechtigung, d« rveiteren Ent- Wrcklimg des Seekrieges, die sich steigern wird, mit seinen Rück- Wirttmgen auf die Kriegsfäbigkeit unserer Feinde mtt voller Gewißheit entgegenznseh«:. Nach der Ablehnung des Friedensangebots sprach unser Kaiser it: settier Botfckwft am 12. Jcnmar das Aev- ttan«: ans, daß jedes deutschen Marrnes Kraft sich in heilige» Zo«: über die aufs neue von den feindlichen Machllettern verkündete Machtgr« nick Vernich tu ngswnt verdoppeln werde. Daß dies Vertrauen gerechtferttgt war, das hat das deutsche Voll in allen seinen! Teil«: und allerwegen bewiesen, im .Kampf, in Arbeit mck im Dulden. Wir haben einen schweren Winter hinter uns, mck das namentlich ft'ir die ärmere Bevölkeri:ng. Beschränkung«: im Fahr- v«kehr haben die Versorgung mit Lebensmitteln uitb Heizstoffen rwch erschwert. Das Heldenttm: aber unserer Frauen, der Geist d« Vaterlarcksliebe, der sich so unbeugsam bewährt, hat schon henüe den englischen A u sh nn gerungsplan zu schandev gemacht! (Beifall!)
Die militärische Lage
hat sich seit meiner letzten Rede kaum geändevt. Überall sind unsere Fronten verstärkt und unsere tapfe- r enSoldaten kämpfen, vertrau ensv^oll auf ihre sieggewohnten Führer. In zorniger Geschlossenheit, g» stärkt^ durch die Ablehnung unseres Fiedensangebots, an den Landftonten Unfalles vorbereitet, wacht die g«nale Leitung unser« Obersten Heeresleitttng (lMafter Beifall) mck wacht die unüberwindliche Zähigkeit unserer Trilppen. (Beifall.) Auch an der W! a s s e r f r o n t unbesiegt und für den N - Bootkrieg vielmal mehr gerüstet als voriges Jahr, so gehen wir voller Verttauen den irächsten Monaten entgegen. (Beifall.) Das Heer vor dem Feind und das Heer in der .Heimat beseelt gemeinsam der nnb«:gsame Wille, tricht zu dulden, daß wir in Schmach gerat«:, daß wir der Freiheit cittsagen muss«:. Dieser Wille, in Not und Tod tausendfältig bewährt irftb gehärtet, der macht uns unüberwindlich und führt uns zum Sieg! (Lebhafter Beifall in: Hans und auf den Tribünen.) Die Debatte.
Nach der Rede des Reichskanzlers :whmen die Parteiführer das Wort zu folgender Debatte:
Abg. Shiahn (Zir.):
Mtt vollem Vertrau«: blicken wir auf die llnterseebootwaffe mck freuen uns ihr« Erfolge. Das derttscke Volk steht tt: seiner Gesamtheü fest zur Reichsverfassung und hält fest an der Gcstalttmg des Reiches in seinen: V«hältnis zu d«: Einzelstauten, fest zur Monarchie. Es genügt für die Benrteilm:g der P«sönlichkeit des Herrschers selbst, m:f den Brief zu verweisen, den er am 31. Oktober an den .Kanzler gericht« l-at, und tt: d«r: « es als eine sittliche Tat bezeichnet, den Vorschlag zum Fried«: zu machen, und erllärt, daß er zu diesem Vorschlag den Mut habe. Die Feinde dagegen haben in ihrem Groll und Haß das Friedensangebot lwhniM zurückgewiesen. Wir lvoll«: ein«: Frieden, d« mck Dasein. Ehre mrd ErttwickllmgsMöglichkeit verbiirgt. Tie Fettcke wollen die Z«- Mckelrmg Oesterreichs mck d« Türkei, die Berlleinerrmg Teittsch- lands und außerdem Sühne ft'ir alle Z«stör:mq und Berinchtnng von Wert«:. Emchück war es Vorbehalt«:, die Parole der Vernichtung der sogsnmnten w'«:ßisch«: Militärmacht auszugeben. Hat der Präsident Wilson die B«n«ttmg wirllich gemacht, die der Rcickiskcuvzl« zitt«te, so :nüss«: wir von dem schlecht unterrichteten Präsidenten m: d«: besser z:: unterrichtenden^ appellieren. Die neutral«: Staat«: haben ja sett: Verlang«:, ihm Gefolgschaft zu leist«:, zurückgewiesen. Unsere Parole nmß sett:: Durchhalten und Siegen! — Redner gibt hierauf eine ausführliche Darlegung d« Frage des U-Bovtkrieges und ibrev Behandlung dirrch die Ob«sste He«esleillmg, di:rch den Reuhs- kanzler und durch die Parteien, sowie über die völkerrechtlickie Stel kung, die dieser neuen Waffe zukomntt. Er Nimmt zu den our geschlagen«: Steuern Stellung und trägt bei d«: emzelnen Etat-^ verschied«:« Wünsche vor. Ablehn«ck v«hält er sich gegen die vom vnnchischen J,:stizn:inist« geinackNeu Vorschläge, die ledcnfall^
keine dauernde Form, mu^nnen dürften. Er jpr'ickt am Scküick dre Hoffnung aus, daß iet>ex Mamr und rede ^ : ^
•v M . - ..— Frau nt der Hemmt
rhre Pfllchl tun wurden, um neben unseren Brüd«t: au der >nwt m emem siegreich«: Frieden zu gelm:gen. (Beiwll im Srntamo (Fortsetzung im 1. Blatt.)


