Ausgabe 
17.2.1917 Zweites Blatt
Seite
2
 
Einzelbild herunterladen

**OberhesfischerKun st Verein. Die Ausstellung hat wieder eine durchgreifende Aenderung erfahren, indem einige Münchener Gemälde von P. Bürck, E. Lieberinann, P. P. Müller, E. H. Schräder, F. Schmitz, E. Volmer neu zur Ausstellung gelangten. Ferner ist O. Gritt-Wren mit z^wei, Olga Hasselmann-Kurtz-Wiesbaden mit vier Arbeiten, wovon ein Bildnis aus hiesigen Kreisen, welches dem Ober- hessischen Museum einverleibt werden soll, vertreten. Daniel Greiner-Jugenheint hat einige Plaketten und zwei figürliche Arbeiten zur Ausstellung gebracht.

** Zur Abgabe der Kriegs- und Besitz steuer- erklärungen. Nach der amtlichen Bekanntmachung sind zur Abgabe dieser Steuererklärungen verpflichtet u. a. diejenigen, deren Vermögen sich gegen den Stand zu Beginn des Veranlagungszeit­raums um mehr wie 3000 Mark oder für die Besitzsteuerveran­lagung um mehr wie 10 000 Mark vermehrt hat. Von der Ab­gabe einer Steuererklärung sind an sich hiernach diejenigen bo- freit, deren Vermögen sich am Schluß des Veranlagungszeitraums nicht um jene Beträge vermehrt hat, vielmehr gegenüber dem Stand zu Beginn des Veranlagungszeitraums (in der Regel 1. Januar 1914) gleichgeblieben ist oder sich gar vermindert l)at. Da aber auch in diesen Fällen, soweit die Verminderung nicht mehr beträgt wie 10 v. H. des Vermögens vom 1. Januar 1914, eine Abgabe nach § 9 Ziffer 2 der Kriegssteuergesetzes zu erheben ist, liegt es im eigensten Interesse des Steuerpflichtigen selbst, eine Bermügens- anzeige auch dann cinzureichen, wenn ein kriegs- oder besitzsteuer­pflichtiger Vcrmögenszuwaclz-s nicht vorliegt, wenn es sich vielmehr nur darum handeln kann, den'. Finanzamt die zählenmästigen Unter­lagen für eine sachlich zutreffende Berechnung der Vermögensabgabe nach § 9 Ziffer 2 Kriegssteuergesetzes zu geben oder durch die Ver­mögensanzeige darzutun, daß infolge einer Verminderung um mehr wie 10 v. H- des früheren Vermögens eine Abgabe nach § 9 Ziffer 2 Kriegssteuergesetzes überhaupt nicht in Betracht kommen kann. Würde eine Vermögensanzeige in diesen Fällen nicht abgegeben, dann müßte das Finanzamt jene Vermögensabgabe in dem an sich höchst­möglichen Betrag berechnen, und der Steueransgleich könnte dann nur auf dem Wege der Berufung herbeigeführt werden: damit wären aber mir sowohl für den Pflichtigen wie für die Veranlagung sstelle Weiterungen verbunden. Das steuerpflichtige Vermögen hat sich z. B. seit 1. Januar 1914 von 100 000 Mark auf nunmehr 98000 Mark vermindert. Eine Pflicht zur Abgabe einer Bermögensanzeige besteht daher nickt, wiest ein besitz- oder kriegssteuerpflichtiger Zu­wachs nicht vorliegt. Wohl aber wäre nach § 9 Ziffer 2 Krregs- steuergesctzes eine Abgabe von 1 v. H. von (98000 90 BroAent von 100 000 Mark) = 8000 Mark, mithin in Höhe von 80 Mark zu erheben. Wenn aber eine Vermögensanzeige auf die allgemeine Aufforderung hin nicht abgegeben wird, dann wird das Finanzamt, sofern es einen steuerpflichtigen Bermögenszuwachs nicht unterstellt, diese Abgabe voraussichtlich unter Zugrundelegung des höchstmög­lichen, eine Vermögensznwachsfteuerpflicht noch ausschließenden Vermögensstandes, das ist von 103 000 Mark, also zu (103 000 90 000) 0,01 = 130 Mar? berechnen. Die Erstattung der zu Un­recht cm geforderten 50 Mark müßte dann der Steuerpflichtige im Berusungsversahren betreiben. Das erspart er sich, wenn er schon jetzt, und zwar wegen des bevorstehenden Ablaufs der Frist, sofort den jetzigen Stand seines' steuerbaren Vermögens dem Finanzamt anmeldet.

Landkreis Gießen.

** Großen-Bu s e cf , 16. Febr. Gefreiter Moritz K a tz , der bei Ausbruch des Krieges als Kri^sfreiwilliger in das Kaiser- Wilhelm-Re ginrent eintrat, Ml den Felvzügen auf den verschiedenen Kriegssü-auptätzen teilnahni und zweimal verwundet wurde, erhielt am 15. Februar in feierlicher Weise vor versammeltem 2. Ers- Bat. 115 das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Diese Auszeichnung er­folgte, wie der Kommandeur in seiner Ansprache hervorhob, wegen tapferen Verhaltens des Gefreiten vor dem Feinde und ?veil er fernen verwundeten Leutnant mitten aus dem Kugelregen heraus­holte. Der Balaillonsüommandeur empfahl dieses aufopfernde Ver­halten als nachahmungsw-jirdi-g.

£ c « d? e l f) c i m , 17. Febr. Der Unteroffizier Hoboist Albert Freitag im Res.-Inf.-Rgt. Nr. 265 erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

?. Lumda, 16. Februar. Der Unteroffizier Wilhelm be­findet sich schon seit Beginn des Krieges im Felde. Vor nicht allzu lMrger Zeit erhielt er die Hessische Tapferkeitsmedaille. In den letzten Tagen teilte er seinen 2lngchörrgen mit, daß er zum

Sergeanten befördert worden ist. Karl Rau, Lund sturm­mann, kämpft seit Herbst 1.915 ununterbrochen in den Vogesen. Für tapferes Verhalten vor dem Feinde wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen. Auch der Richtkanonier Wilhelm Rühl im Artilleris-Reginrent Nr. 252, wurde mit der Hessischen Dapferveitsmedaille ausgezeichnet^ und gleichzeitig zum Gefreiten ernannt.

Kreis Büdingen.

# Büdingen, 16. Febr. Aus dem Felde der Ehre starb der Musketier Ludw. E ck e r t. Er wurde in der heimatlichen Erde bestattet.

# Leidhecken, 17. Febr. Den Tod fürs Vaterland starb der Kreisstraßenwart Landsturmmann H o f im 44. Lebensjahre.

ch: N i d d a . 17. Febr. Der hiesige Kaninchenzuchtverein hat eine Sammelstelle zur Verwertung von Kaninchen­fellen errichtet.

O b e r - W i d d e r s h e i m , 17. Febr. Die Hessische Tapfer- keitsmedaille erhielt der Musketier Adolf Müller im Reserve- Jnf.-Ngt. 224.

ßk Rinderbügen. 17. Febr. Tie Hessische Tapferkeits­medaille erhielt der Kanonier Heinrich Röder im Feld-Artillerie- Regiment 102.

Kreis Schotten.

Schotten, 16. Febr. Das Eiserne Kreuz erhielt der Ge­freite Straub im Feld-Art.-Rgt. 61. die Hessische Tapferkeits- medaille der Landsturmmann Wilh. Gebhard im Res.-Jns.- Rgt. 40, das Kriegs-Ehrenzeichen der Pserdepsteger Karl Stein, Sanitäts-Kompagnie 277.

# Eichelsachsen. 16. Febr. Die Hessische Tapferkeit?» Medaille erhielt der Musketier Otto Pfeffer imJnf.-Rgt. 186.

lj Laubach, 16. Febr. Heinrich 'Siegfried, dem Sohn des hiesigen Metzgermeisters Georg Siegfried, der in einem Art.-Regt. steht und die schweren Kämpfe an der Somme mitgemacht hat, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. - Zur freiwilligen Hilssdienstpflicht hatten sich 35 Mann von hier gemeldet, um sich zunächst an den Holzmacherarbeiten in den Wäldern 51t betätigen. Sie wurden in Rotten eingeteilt und den älteren Holzmachern, die schon den Winter über draußen gearbeitet, zur Anleitung unterstellt.

M i ch e l b a ch, 17. Febr. Die Hessische Tapferkcitsmedaille erhielt der Landsturinmann Karl Nepp im Inf.-Rgt. 34.

Dom 0 b e r e n V 0 g e l s b e r g , 16. Febr. Durch den starken Frost der letzten Tage sind viele Wasserräder derart ei ii gefroren, daß der Mühlenbetrieb ganz still liegt, bis mildere Witterung einkehrt.

Hessen-Nassau.

X Hanau, 15. Febr. Der Goldarbeiter Waffenschmidt von hier hatte sich einen Stempel angefertigt, um Brotmarken her- stelleu zu können. Die Nachbildung des auf den richtigen Brot­marken befindlichen Stadtwappens war ihm gelungen, weniger da­gegen die Schrift. Auch das von ihm zur Verwendung gekommene Papier wich stark von dem der echten Marke?: ab, so daß die Fäl­schung bald erkannt und der Urheber ermittelt werden konnte.

Börsen-Wochenbericht.

Fr an kfurt a. M., 16. Febr.

Der freie Verkehr der Börse hatte in dieser Woche im allgemeinen ein ruhiges Aussehen, die Grundstrmm.u.ng war aber fest, da die Gesamtlage einer lOJifcöttemb zuversichtlichen Beur­teilung begegnet. Eine wesentliche Stütze hätte die feste Haltung! in den Absagen der neutralen Staaten an Wilson und in den über­raschende?! Erfolgen, die unsere U-Boote schon im erste?? An­lauf erzielten. Mit welchem Vertrauen unsere Finanzkreise der nächsten Zukunft entgegensetzen, geht aus der Treuesten Ausdehnung 'des Wirkungskreises der Deutschen Bank hervor, berat diese großzügige -Operation setzt volles Verttauen zu dein guten Ausgang des Krieges rmd der späteren Ausnutzung unserer Siege voraus. Ausgehend von der Kurssteigerung der Aktie?: der Deutschen Bank konnte?! auch andere Ba?rlaktien ihre Kurse etwas er­höhen, zumal die Erwartung günstiger Jahresabschlüsse und die bereits bekannt gewordenen Dividenden Vorschläge einige Anre­gung gaben. Schiffahrtsaktien, die auf den Abbruch der diplomatischen Beziehungen ?nit Amerika in der Vorwoel-e stärkerem Druck unterlagen, konnten sich ebenfalls erhöhen, da eine be­ruhigtere Auffassung zutage trat, als die Beschlagnahme deut­scher Schiffe in Amerika in Abrede gestellt wurde. Von Trans- por tan ft alten waren im übrigen nach langer Vernachlässi­

gung auch Lombarden und SchantmrgboHn, erstere für Wiener Rechnung, gefragt und höher. Ausgesprochen feste Haltung zerchen Montanüoapiere, die andauernd aus den günstigen Be­richten aus denMontanrevieren Nutzen zogen. Tie Führung hatten! diesmal die Aktien der Laurahütte, in denen Kaufe von einer dem Unternehmen nahestehenden Großbankseite erfolgten. Es verlautet, daß die Ergebnisse des oberschlesischen UrrterneInnen s im ersten Halbjahr Haupts äclilich infolge der günstigen Kohlenmarktlage sich' befriedigend gestaltet haben. Fermer waren Caro und BisMarck- hütte, sonne von rheinisch-westfälischen Werten Phoenix. Bochumer und Gelscnkirchener begünstigt. Betreffs Bochrrnrer verlautet, daß der Hakbjahrsgewinn nur um eitrige Ätillionen gegen den ganzen Jaliresgewinn von 1915/16 (etwa Mk. 28 Millionen) zurückbleibe. Lebhafterem Interesse begegneten auch Buderussäie Eisenwerke so­nne Kaliwerke Heldburg-Aktien. Von anderen Jndustriepa- pieren blieben Rüstungswerte vernachlässigt. Deutsche Waffen, Rlieinnretall urrd Munscheid schwächten sich etwas ab. Dagegen' stellten sich Hirsch Kupfer und Hedderntzeimer etwas höher. Fest lagen auch die Aktien chemischer Fabriken, wogegen Auto- und Elektrowerte zur Schwäche neigten. Fuchs Waggonfabriken waren weiter begünstigt. Adler urrd Oppenheimer Leder angebvten und niedriger. Anlagewerte verkehrten im Einklang mit dev Flüssigkeit am Geldmärkte in fester Haltung, wenn! auch das Geschäft in ruhigen Bahnen sich bewegte, da die im näch­sten Morrat zu erwartende Enrission der sechsten Kriegsanleihe Zurückhaltung auferlegt. Privatdiskont etwa 4 0 / 0 .

Meteorologische Beobachtungen der Station SietzeD

Febr.

1917

S'lij

S

Temperatur

der Lust

t2

55 Q*

CO

s

.2 « jg S

s; Z

CO

05

E

5

-b

*c

x>

S

g

i->

! C

n

0

L i 2 e = j 9s 5^

«J

Wetter

16.

2"

+ 0,9

4,0

83

0

Sonnenschein

16.

9»

- 2,7

3,0

79

0

17.

7"

3,5

34

95

9

Höchste Temperatur am 15. bis 16. Februar 1917 + 2,1' 0. Niedrigste * . 15. 16. . 1917 --- -12,1'6.

Niederschlag: 0,0 mm.

Airchttch« Nachricht««.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag, den 1 8. Fe b r., Est 0 m i hi. Gottesdien stl n u r in der Johannertirche. Vorm. 9X Uhr: Pfarrer A u s \ c l b. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer - A u s s e l d. Nachrn. 2 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer B e ch t 0 l s h e i m e r. Nachm. 6 Uhr : (Kriegsbetstunde): Pfarrer B e ch t 0 l s h e i m e r. Sonntag, den 25. Febr., finden Gottesdienste nur in der Stadtkirche stall. Äbds. 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung. Die Konsirmandenver- einigungen der Gemeinden fallen für die nächste Zeit aus.

Kirchberg: Sckrntag, den 18. Februar, vorin. 10 Uhr. Mainzlar : Sonntag, den 18. Febr.. nachm. IV, Uhr. Lollar : Mittwoch, den 21. Febr., abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Dekan G u ß nr a n u.

katholische Gemeinde.

Gottesdien st. Samstag, den 17. Februar: Nachtn. 5 Uhr und abtzs. 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, den 18. Febr., Sonntag Quin quagefima. Vorm. 6V, Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. 7 Uhr: Hk. Messe. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachm. SV, Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalische Bruderschaft«-Andacht. Dienstag und Freitag abends 8 Uhr ist Kriegßbittandacht. - Am Mittwoch wird vor der hl. Messe um ?V. Uhr die geweihte Asche ausgeteilt.

Diaspora-GotteSdien st am 18. Februar: In Lich 9/, Uhr.