Nr. 32 Zweites Blatt lt»r. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag«.
Beilagen: „Giehener ZamilienblLttett' und „Breisblatt für den Breis Sieben".
VojtfchekNonto: Zrankfurt am Main Nr. U686. Vankverkehr: Sewerbebank Sieben.
iehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Mittwoch. 7. Zebrvar W
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Schrift teitung: e« 112.
Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.
Die beiden hessischen Hochschulen.
Darin stad t, 5. Febr. In dem neuen Staatsvorlmschlag für das Jahr 1917 bilden die beider: Kapitel 36 und 37 Landesuniversität Gießen und Technische Hochschule Darm stadt garrz besonders bemerkenswerte Abschnitte. Während das Kapitel Technische Hochschule in seinen Einnahmen und Ausgaben emen außerordentlichen Rückgang auflveist, sind diese beiden Posten beim .Kap. Landes-Universit ät nicht nur nicht zurückgegangen, sondern noch wesenttich höher geworden. Bei der Teckmisck)en Hochschule betrage:: die Eftrnahmen für 1917 nur 55 887 Mk., währlmd derselbe Posten im Voranschlag für 1916 ruxfj mit 336 915 Mk. angesetzt war. Tie Gesamtausgaben stellten sich 1916 noch auf 851 623 Mk., während sie im neuen Voranschlag der: zusammengeschriunpften Einnahmen entsprechend nur mit 630118 Mk. in den Etat eingestellt mordet sind. Tie Ursache dieses abnormen Rückgangs in den Einnahmen bildet die Position Unterrichtsgelder, die im vorigen Jahr noch mit insgesamt 290 000 Mk. eingestellt waren, während sie für das laufende Jahr nur auf 39 615 Mk. berechnet werden, mithin über 250 000 Mk. weniger. Ter Rückgang dieser Unterrichtsgelder, Eintrittsgelder und Einschreibgebühren. die fast ausschließlich die Gesamteilurahme der Technischen Hochschule bilden, erklärt sich ar^s Idem Umstand, daß der größte Teil der Studierenden und Hörer sich im Felde befinden Tiefer Posten spielt für die Technische Hochschule und damit auch für den Staat eine andere Rolle, als die (Annahme gleicher Art bei der Landesuniversität Gießen. Bei dieser fließe:: die Unterrichtsgelder de:: Professoren zu, während bei der Technische:: Hochschule nur ein Teilbetrag davon dem Lehrkörper überwiesen wird. Infolge des großen Einnahmeausfalles erhöht sich im laufenden Jahre der Staatszuschuß für die Technische Hochschule von 514 700 Mk. auf 574 231- Mk., nrrlhin aufmihezu 60 000 Mk.
Ter Haushaltsplan für die Landes Universität enthält dagegen für 1916 eine Einnahme von 822 569 Mk. und eine Ausgabe von 1927 197 Mk., währnck» sich für 1917 die Einnahme auf 868 309 Mk. und die Ausgabe auf 1 967 021 Mk. stellt.
Tie Auditoriengelder usw. sind hierbei wie im Vorjahr auf 25 400 Mk. bemessen. Ist mithin auch der vom Staat zu zahlende Zuschußbedarf für das lauferde Etatsjahr nur um nahezu 6000 Mk. geringer als im Vorjalw, in welchem er sich, auf 1 098 712 Mk. stellte, so zeigt doch ein Blick auf die einzelnen Kapitel der Einnahmen, daß die Landesuniversität während der Kriegszeit nicht gelitten hat, sondern sich in einer erfreulichen Weiterentwicklung befindet. 'Das Ha.:chtein:uch:m- und Ausgabekapital öilbete für die Landesuniversität die Rechnungen für: die verschiedenen Kliniken. Tie Einnahme:: der Frauenklinik sind von 93357 ans 109131 Mk., die der medizinischen Klinik von 106017 auf 126090 Mk. uud die Eimmchmen der Klinik für Haut- und Geslchleckstskrankheiten von 52475. auf 62025 Mk. gestiegen. Tie Einnalwun: der chirurgischen Klinik sind wie im Vorjahr nrtt 211074 Mk., für die Augenklinik mit 59 770 Mt.; für die Klinik für psychische Krankheiten :nit 77692 Mk., für Rasen- Ohren- und Halskrankheiten mit 45679 Mt. und für die Kinderklinik mit 15602 Mk. tu den Etat eingestellt.
Der akademische Lehrkörper der Universität besteht a:is zusammen rund 100 Personen und Opar 5 ordentlichen Professoren bei der evangelisch-theologischen Fakultät, 5 ordenllichen Professoren, 1 außerordentlichen Professor und 1 Assistenten bei der juristischen Fakultät, 10 ordentlichen Professoren, 4 außerordentlichen Professoren :md 10
1 bisher 9) Assistenten und 1 Prvsektor bei der medizinischen Fakultät, 4 ordentlichen Professoren, 1 Lehrer und 2 Assistenten be: der veterinär-medizimschen Fakultät und 26 ordentlickwn Professoren, 4 außerordenllichen Professoren. 3 (bisher 2) Lektoren, 3 Abteilungsls Vorständen und 1 technischen Lehrer, sowie 15 Assistente:: bei der philosophischen Fakultät. Die Gesamtsumme der persönlichen Ausgaben stellt sich für 1917 auf 588 955 Mk. (im Vorjahr 581 130 Mark). Die sachlichen und Betriebsausgaben sind von 1346 067 auf 1378 066 Mk. gestiegen. Die angesorderte Einstellung eines neuen Assistenten in der medizinischen Fakultät :vird damit begründet, daß sich seit der vor 26 Jahren erfolgte:: Errichtung des pathologischen Instituts die Arbeiten mehr als verdoppelt habin, so daß hier ein dritter Assistent erforderlich war. Die Eingänge von den Aerzten und Krankenhäuser:: der nähere:: und weiteren Umgebung beliefen sich im Vorjahr auf nahezu 1000, die Zahl der Sektionen hat 400 überschritten. Die im Sommersemester 1916 erfolgte Anstellung eines türkischen Lektors hatJich, wie im Etat bemerkt wird, durchaus bewährt, indem für die beiden von ihm abt- gehaltenen Kirrse sich eine unter den obwaltenden Umstäriden stattliche Teilnehmerzahl fand. Da mit Sicherheit zu erwarten steht, daß besonders nach Wiederkehr normaler Verhältnisse der Lektor eine umfassende Tätigkeit findet, wird es für erforderlich gehalten, die hierfür angeforderte Summe, die aus dem Fonds -für öffentliche und gemeinnützige Zwecke bestritten wird, wieder in den Etat einzustellen.
Im neuen Booanschlag ist auch die im vorigen Jahr abgelehnte Forderung aus Erwerb der Kinderklinik in Gießen für den Staat wieder enthalte::. Tie dafür angeforderten 100 000 Mark wurden von den Stäichen abgelehnt, dagegen die angeforderten 4.5 000 Mark für den B^rieb der Kinderklinik genehmigt. Die Ablehnung des Erwerbs war im Vorjahr nur eine vorläufige, und es wurde dabei von den Landständen die Erwartung ausgesprochen, daß es der Regierung gelingen werde, die Stadt Gießen zu veranlassen, zu den Eriverbskosten in ähnlicher Weise einen Beitrag zu bewillige::, wie dies früher bei Errichtung der übrigen Kliniken der Fall war. In den regierungsseitig eingeleiteten Verhandlungen mit der Stadt Gießen bat diese dann in dankenswerter Weise einen Beitrag von 25 000 Mk. zur Verfügung gestellt, so daß sich jetzt der Kaufpreis :mr noch ach 75 00G* Mk. stellen würde. Es ist darnach anzunehmen, daß das Projekt des staatlichen Erwerbes der Kinderklinik von den Land- stünden genehmigt werden tvird.
Au» Stadt und Land.
Gießen, 7. Februar 1917.
** Auszeichnung. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde Unteroffizier Adolph Hoch verliehen, nicht, wie es gestern irrtümlich hieß, Vogt.
"'Kriegsanleihezeichnungen für daSReichs- s ch u l d b u ch. ES hat den Anschein, als greife auch hinsichtlich der fünften Kriegsanleihe bei den Zeichnern Beunruhigung wegen des Ausbleibens der Benachrichtigungen über die erfolgte Eintragung ihrer Zeichnungen in das Reichsschuldbuch Platz. Es muß erneut darauf hingewiesen werden, daß die Verzögerung nur in der großen Menge der eingegangenen Anträge ihren Grund hat, die trotz größter Anstrengung erst nach mehreren Wochen erledigt werden können. Zu irgend welcher Beunruhigung liegt also kein Grund vor und es wäre jedenfalls verfehlt, wegen dieser unvermeidlichen Verzögerung die Zeichnung auf eine weitere Anleihe zu unterlassen.
** Oeffeutliche Bücherhalle. Im Januar wurden
2 497 Bände ausgeliehen. Davon koinmen auf: Erzählende Literatur 1463, Zeitschriften 336, Jugendschriften 200, Literaturgeschichte 7, Gedichte und Dramen 51, Länder- und Völkerkimde 62, Kulturgeschichte 20, Geschichte und Biographien 98, Kunstgeschichte 32. Naturwissenschaft und Technologie 85, Heer- und Seewesen 26, Haus- und Landwirtschaft 3, Gefundheitslehre 8, Religion und Philosophie 43, Staatswissenschast 19, Sprachwissenschaft 14, Fremdsprachliches 29 Bände. Nach auswärts kamen 23 Bände.
D:e Steinkohlen-Bezugsgesellschaft Gießen, melt am Samstag abend im Postteller ihre diesjährige überaus stark von den Mitgliedern besuchte ordentliche Hauptversammlung ab. Rach den: gedruckt vorliegenden Verwaltungsbericht des Geschäfts- Mhres 1915/16, welches Ende Juli 1916 abschneidet. zählte der ^Erem 1510 Mitglieder, gegenüber 1538 im Vorjahre: er umfaßt also mehr als ein Viertel aller Gießener Haushaltungen. Es wurden bezogen und an die Mitglieder abgesetzt im ganzen 111 468 Zentner Brennmaterial gegen 99 390 Zentner im Jahre zuvor. Im einzelnen verteilen sich die unteMebrachten Brennstoffe nach Zentnern wie folgt in den beiden letz«n Jahrm (die für die Zeit 1914/15 haben Nur zum Vergleich in Klammern gesetzt): Nußkohlen, Winterbedars: 36 882 (28 089). Sommerbedarf: 22 058 (25 310): Anthrazitkohlen, Winterbedarf: 5970 (5534), Sommerbedarf: 6692 (5285); Hüttenkoks, Winter: 2934 (3086), Sommer: 2506 (954); Eiform-Briketts, Winter: 11968 (11 638), Sommer: 10 484 (8780); Braunkohlen- Briketts, Winter: 4837 (5907), Sommer: 6048 14593): Rätterkohlen 1083 (210). Der Geldnmschjlag des Vereins« betrug im letzten Jahre 201 022 Mk. in Eiimahme und Ausgabe (169 570), davon entfallen in Ausgabe: 110 020 (85 377) Mk. für Brennstoffe, 29 633 (27 318) Mk. für Frachten. 4068 (3693) Mk. für Ottroi. 1116 (1006) Mk. für Wiegegeld. 7337 (5811) Mk. für Fuhrlöhne, 4863 (3393) Mk. für Einbringerlöhne, 4458 (2981) Mk. Verwaltungskosten sowie 38 824 (39 447) Mk. Ueberzahlungen, die an die Mitglieder zurückgegeben resp. mit diesen für das neue Geschäftsjahr zur Verrechnung gekommen sind. An den Reservefonds ivurden 699 (564) Mk. überwiesen. Gr beträgt zurzeit' 8391 Mk., außer einer Sicherhecksleistung bei der Eisenbahn für Frachtstnndungen in Höhe von 4500 Mk. Die den Mitgliedern für das angelieferte Brennmaterial berechneten Preise betrugen für de:: Zentner Nußkohlen Winter: 1.38 Mk.. Sommer 1,39 Mk.; Anthrazit. Winter: 2Mk., Sommer: 1,97 Mk.; Hüttenkoks, Winter: 1,59 Mk., Sommer: 1,63 Mk.; Eiform-Briketts, Winter: 1,36, Sommer: 1,37 Mk.; Braunkohlen-Briketts, Winter: 93 Psg., Sommer: 97 Psg.; Rätterkohlen: 92 Psg. Der Bericht weist darauf hin, daß die Anschaffung von Brennnraterial seit Ausbruch des Krieges und ganz besonders in der letzten Zeit sehr schwierig geworden ist. Infolgedessen ist auch der Vereinigung genau wie allen andern Großabnehmern :urr ein Teil, etwa 20 bis 30 Prozent des vorjährigen Bezugs von Brennstoffen in Aussicht gestellt u:ck> dies auch nur insoweit, als die Arbeiter und Verkehrsverhältnisse usw. nicijrf: noch ungünstiger die Förderung und den Transport der Kohle beeinflusse,:. Ebenso wird darauf hingewiesen, daß Anfuhr, und Einbringung der Brennstoffe bei den Mftgliedern sich gegen früher bedeutend schwieriger gestaltet, da es an Arbeitskräften und Pferden mangelt. In Rücksicht aus die durch den Krieg geschaffene Lage bittet der Vvrstcnck» der Gesellschaft, Nachsicht zu üben. An Nußkohle und Braunkohlen-Briketts wird den Mitgliedern :mr je eine Menge von 25 Zentnern geliefert werden. Tie Bestellungen werden der Reche nach erledigt. Aus den in der Versammlllng durch den Vorsitzende:: Tickor 6 gemachten Mitteilungen haben sich die Brennstoffpreise gegenüber den Preisen vom 1. April bis 31. August 1914 bis jetzt erhöht: Nußkohle um 48 Prozent, Anthrazit 28 Prozent, Hüttenkoks 26 Prozent, Ei- form-Briketts 59 Prozent und Braunkohlen-Briketts 34 Prozent. Tie Abfuhr der Kohlen hat seit dem Anfang des Jahres 1915 eine Steigerung von rund 30 Prozent erfahren. Ta man seit längerer Zeck für die Arbeiter, welche die Kohlen einzubringen haben, infolge des Auchörens regelmäßiger Kohlenzufuhren keine ausreichende Beschäftigung hatte, haben die für die Gesellschaft tätig gewesenen Leiche sich andere Arbeit gesucht, so daß die Mitglieder unter Umständen selbst für das Einbringen des gelieferten Brennmaterials sorgen müssen. Aus dem erstatteten Bericht ging hervor, daß der Verein zu Beginn des letzten Geschäftsjahres bei der Ablieferung an seine Mitglieder mit 70 Toppelwagen Kohlen im Rückstand war. Der Vorstand hatte sich damals an die Großh. Handelskammer gewendet und diese gebeten. Schritte zu unternehmen, damch den: Bevern verstärkt Brennmaterial zugeht. Mft Hilfe des Großh. Ministeriums, welches /ich an die zuständige Stelle wandte, wurde der Verein durch recht flotte Lieferung in die Lage versetzt, bis zum Februar 1916 nicht nur diese 70 Doppel- rvagen, die rückständig waren, zur Ablieferung zu bringen, sondern man konnte alle bis zum Monat Februar vorliegenden Brennstoffbestellungcn der Mttglieber glatt erledigen. Seit dieser Zeft aber geschah die Lieferung der Kohlen an die Vereinigung sehr unregelmäßig und für den Bedarf der Mftglieder viel zu schwach. Ter Uebelstand verschärfte sich mit Eintritt der kühlen Witterung und Hai jetzt seinen Höhepunkt erreicht, da seit Wochen das Eintreffe: von Kohlen fast ganz aufgehört hat. Ter Vorstand hat alle Mittel und Wege angewendet, um den Bestellern dienen zu können; man hatte auch teilweise dabei Erfolge, aber nicht ii: dem Umfang, wie es nötig gewesen wäre. Bisher konnten nur die bis zum August v. Js. zur Lieferung bestellten Kohlen-, niengen an die Mitglieder abgüiefert werden. Braunkohlen-Briketts sind, wenn überl'-aupt, imr noch in sehr geringen Mengen zu haben. Aehnlich liegt das Verhältnis mit Nußkohle; weniger bedenklich ist die Aussicht Mif Lieferung von Anthrazitkvhl^ und Eiform-Briketts, sowie auf Hüttenkoks, doch kann auch darin nur Wandel zur Besserung eintteten, wenn die Flußläuse erst wieder, vom Eise befteft. fahrbar sind. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden von einer Gießener Kohlengroßhandlung 324 Doppelwagen, von fünf auswärttgen Lieferanten zusaminen 14 Toppelwagen Brennstoffe an den Verein abgegeben. Ter Vorsitzende teilte mit, als Beweis, daß der Vorstand auch, wenn es sein muß. einmal ein Opfer zu! bringen wisse, daß man, um den Mitgliedern zu helfen, im neuen GesclzäftHjahr bei drei Doppelladungen Mißkohlen einen Ueberpreis von je 100 Mk. bezahlt hat, der aus den Reservefmrds übernommen wurde, und um den Mitgliederu Kohlen liefen: zu können. Es sei ja die herrschende Köhlenknappheit sehr zu bedauern, aber da sie ihre Ursachen in den Verhältnissen finde, die durch den Krieg geschaffen find, so müsse sich jeder dancht abfinden. AüS der Mitte dev Versammlung wurde darauf hingewiesen, daß es auch im Verein Mitglieder geben soll, die es verstanden habieu, sich Kohlen auf Vorrat auf Äager zu legen. Hiergegen müsse seitens des Vorstandes energisch emgeschritten werden. Aus der Mitte des Vorstandes ivurde die Erklärung abäegeblen, daß es sehr schwer sei, sich über den Bedarf der einzelnen Mitglieder an Brennstoffen ein Urteil zu bilden. Man wolle jedoch die Astregurrg im Auge behalten und könne dann vielleicht die gröbsten Mißhväuche verhindern. Das Hamstern ganz aus der Welt zu schaffen oder wenigstens erheblich einzudämnren, sei ja auch auf den Gebieten der Nahrungsmittelversorgung nicht geglückt, doch hoffe mcu: mit den Knegsmaß- nahmen, die man getroffen hat. dem Uebel des Hamsterns bei dev Brennstoffversorgrmg der Mitglieder erheblich einzudämmen. Die Vorstandswahl hatte das Ergebnis, daß die ausscheidenden Vorstandsmitglieder wredergewählt wurden.
** Tie Schn tdbücher des Reichs und der Bundesstaaten fatb im Verlauf der letzten Jahre zu volkstümliche:: Einricktungen geworden. Bedenkt man. wie wenige:wch vor etwa 10 Jahren tun Öen, Was es mit dem Schuldbuch auf sich habe, so steht man staunend vor der Tatsache, daß bis Ende 1916 — sage und schreibe —■ 1.017.100 große, namentlich aber auch mittlere und kleine Kapftalisten n:it mehr als M. 13^2 Milliarden sich als Reichs- inti> Staatsgläubiger m die Schuldbücher des Reichs und Preußens haben eintragen lassen. Sie alle genieße:: jetzt die mit der Einttagung verbundene:: Vorteile und tragen es in die
weitesten Kreise, daß ihr Besitz dort sicher ruht, daß sie Gebühren! erspare:: und wie bequem es ist, wenn die Post die Zinsen inS Haus bringt oder sie überall dorthin verschickt, wohin man sie haben will. Dieser Siegeslauf des Schuldbuches ist das Ergebnis unablässiger Aufklärung und richtigen Verständnisses dafür, daß das Publikum zugreift, wenn durch entgegenh)nrmende Maßnahme, seine Wünsche beftiedigt werden. Letzteres ist, auch abgesehen vmr den vorsteheck» schon gedachten Vorteilen, im weitesten Matze geschehen: Tie Eintragung in das Schuldbuch kostet nichts. Die Portokosten^für Uebersenduug der Zinsen hat für die allermeisten Fälle die SchuLenVerwaltung auf sich genommen. Tie Zinsen werden schon 8 Tage vor der Fälligkeit gezcchll, damit die Empfänger in der Lage sind, sich zmn Termin vechtzaitig einzurichten. Anttagsbeglaubigungen, soweft solche erforderlich, kann man sich kostenlos verschaffen und die Erben, die sonst oft umständliche Ausweise erbringen müssen, sind von solcher Mühsal frei, lvenn von dem Rechte, eine „Zwecke Person" eintragen zu lassen, Gebrauck gemacht worden ist. Die Königliche Seehandlung (Preußische Staats- bankh deren erste Aufgabe die Pflege des Marktes der Staats- Papiere bildet und die deshalb ourf? an der Entwickelung des Staatsschuldbuches lebhaftesten Anteil nimmt, bietet jetzt bei Schuldbuchgläubigern einen neuen Vorteil, indem es sich Urr Annahme von „Gelddepositen zum Erwerbe vvn Reichs - und Preußischen Staatsschnldbuchforde- r u n g e n" erbietet. Dergleichen Depositen sollen denjenigen dienen, die schon Reichs- oder Preußische Staatsschuldbuchfiorderungrn besitzen und den Wunsch haben, daß die Zinsen dieser Buchfordemmgs: ihnen nicht aus gezahlt oder überiviesen, sondern ohne ihr Zutun stets baldmöglichst dem Kapital der enmetragenen Forderunge: zu geschrieben oder zum Erwerbe ::euer Schuldlmchforderung«: verwendet tverden. Ta eine Ansammlung der Zinsen bei m Schnld- buchbüro selbst nicht statt findet, die Erfahrung pber lvhrt, daß daraufDgerichtete Wünsche immer wieder hervortreten, will die Seehcmdlung hier eintveten und hat für „Depositen zum Erwerbe von Schuldbuch- f o r d e r u n g e n" als Nachtrag zu ihren allgemeinen Geschäf^- bedingung>en besondere Bedingungen festgesetzt, die sie jedermann auf Verlangen kostenlos zusendet (Anschrift: Könige liche Seehandlung (Preußische Staatsbank», Berlin W. 56, Markgraf enstrase 38). Hier sei nur erwähnt, daß sich bezüglich dieser Depositen der geschäftliche Verkehr irt vereinfachten,' Formen vollzieht und daß sie zum festen Satze von 4<Vo verzinst werden. Diesen den Schuldbuchszinsen angepaßten, verhält::ismäßig hohen Satz würde die Seehandlung wohl kaum gewähren, wenn es sich nicht steW um Verzinsungsbeträge von geringer Höhe handelte und wenn die Seehandlung nicht zugleich Wert darauf legte, die Schuldbuchem- ttagunger: zu Nutzen des Anleihemarktes in jeder Weise zu fördern. Kreis Lauterbach.
rr. Schlitz, 5. Febr. Dieser Tage wurden an der Schlitz zwei große Schwärme Wildgänse beobachtet; der eine Trupp zählte etwa 25, der ländere 40 Stück. Nach kurzem? AufenhhaA flogen sie in geringer Höhe gegen Süden tveiter. Es bandelt sich vermutlich um solche Schwärme, die ckü Herbst die Rückwanderung nach hem Süden unterließen, und die nun durch den grimmigen» Winter und die damit verbundenen Nahrungssorge:: veranlaßt wurden, südlichere Gebiete aufzusuchen. — Landsturmmann Johann Weppler, Jnf.-Regt. 116, zurzeit verwundet in einem Lazarett zu Paderborn, erhielt zur Hessischen Tapferkecksmrdaille noch das Eiserne Kreuz.
Kreis Schotten.
§ Herchenhain, 6. Febr. Gefreiter Wilhelm D t e h, jetzt bei einem Landsturm-Jnf.-Bataillon im Osten, wurde zum Unter- oifizier befördert. Schon bereits im Mai 1915 wurde er für feine Tapferkeit vor dem Feinde bei den siegreichen Kämpfen in Galizien mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet und gleichzeitig zum Gefreiten befördert. Durch eine erhebliche Verwundung am linken Oberarm mußte er vom Reserve-Jnfanterie-Regimeni Nr. 219 zu einem Landsturm-Bataillon überschrieben werden.
Starkenburg und Nheinhessen.
ch. Bingen, 4. Febr. Noch immer tteibt der Rhein stark mit Eis. Die Kälte erreichte im Laufe der Nacht von Freitag auf Samstag 14 Grad unter Null. Am Morgen wurden :wch 12 Grad unter Null festgestellt. Zufrieren wird der Rhein noch lange nicht, denn dazu ist eine noch größere Kälte erforderlich. Zuletzt war der Rhein vom 5. Februar bis 4. März 1895 zugeftoren. Vorher war er vom 13. Dezember 1879 bis 2. Januar 1880, vom 18. Jammr 1880 bis 16. Februar 1880, vom 17. Januar 1891 bis 18. Februar 1891 und vom 18. Januar 1893 bis 2. Februar 1893 zugefroren. Mit Ausnahme des Jahres 1893 erstreckten sich die Perioden, während denen der Rhein zugefroren :var, auf recht lmige Wochen, meist fast vier Wochen, und einmal war der Rhein in einem Winter sogar zweimal zugefroren. Zu wünschen wäre eine so starke Frostzeit nun dock) nicht. Seit 1895 ist der Rhein trotz immerhin mehrfach vorgekommener Anläufe nicht mehr zugeftoren und sicher nmß der Frost auch noch viel, viel stärker kommen, «ho man Mit einer Eisdecke- auf dem Rhein zu rechnen braucht.
Hessen-Nassau.
mr. Frankfurt a. M., 5. Febr. In der letzten Sitzung der hiesigen Pr eisprüfungs stelle wurde beschlossen, an den Präsidenten des Kriegsernährungsamtes eine Eingabe zu richte::, ben Vorsitzende:: derjenigen Preisprüfungsstellen, die die Befähigung für das Richteraint erworben haben, das Recht zuzUerkenne::, Strafbescheide bei Verfehlungen gegen die Notgesctze über den Handel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs zu erteilen. Gegen diese Strafbescheide soll Berufung nur an der Strafkammer des Lmrdgerichts zulässig sein. Für Bezirke, deren Preisprüfungsstellen nicht von Personen des Richtersta:rdes geleitet werden, schlägt man vor, solche Maßnahmen zu treffen, daß die Schäden der eben ge- iMen Rechtsprechung vermieden werden u:ü> eine schnelle Aburteilung durck Strafbescheid möglich ist.
Gerichts?aal.
X Gelnhausen, 5. Febr. Bon dem Weißbindermeistcr Hermann Eckart aus Marborn und den Axbeitern Johannes Buchold und Johannes Schäfer aus! Salmünster' war in mehrere Schafpferche zwischen Salmünster und Aufenau eingebrochen und daraus eine größere Anzahl Hammel gestohlen worden. Die Tiere wurde: auf dem Felde gleich abgeschlachtet, vor: den Eingeweiden gesäubert, und das Fleisch dann zur Nachtzeck für 1,50 Mk. das Pfund bestellten Abnehmern zugetragen. Der Gastwirt Heinrich Auerbach in Bad Orb erhielt allein in kurzer Zeit das Fleisch van vier Tieren. Von den Hammeldicben 'verurteilte die Strafkammer Hanau heute Eckart zu 1 Jahr 3 Monaten, Blvchokd zu 1 Jahr 6 Monaten und Schäfer zu 6 Monaten Gefängnis. Der Mitangeklagte Wirt wurde freigespvvchen.
Briefkasten der Redaktion.
iAuouhme Anfragen bleiben unberücks»chtigt.H Ungenannt Crumbach. In: Anschluß an Ihre Notiz haben wi, uns bei der Staatsanwaltschaft erkundigt, aber nichts in Erfahrung bringen können. Wir stellen Ihnen anheim, Ihre Beschwerde dort vorzubringen. Notizen im redaktionellen Teil erfordern keine Bezahlung. Den uns übersandten Betrag von 1 Mk. werden wir Ihnen zurücksenden, sobald Sie uns Ihre Adresse angegeben haben, andernfalls werden wir den Betrag einem wohltätigen Zwecke überweisen.


