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27.2.1917 Erstes Blatt
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Ct&ärot, olpic otTfüt die Rede iu fommemteren, die Blockade genügt Nicht, um ben Sieg m erringen. Nur militärische Operationen form« 3 ten zum Ziele führen. Beide betonen die Notwendigkeit eurer a l l - gemeinen großen Offensive der Entente. ^/Ba­taille" erklärt, man sei jetzt in die letzte Viertelstunde bes Krie­ges eingetreten. Ilcberall leide man, aber Fraukrerch habe seit Kttegsbegiun immer die größten Opfer gebracht. Man könne ver­langen, das; die anderen Alliierten heute.ebensoviel Opfer bringen*

Ans Rußland.

Bern, 26. Febr. (WTB Nichtamtlich.) Wie der Peters- (Lurger Berichterstatter desTerups" meldet, ließ der Adel e s Gouver n em e n ts Moskau dem Zaren wiederum eineu Beschlußantrag zugehen, in dem auf die Gefahr aufmerksam gemacht wird, daß den von der Duma und dem Reichsrat ausgesprochenen Wünschen rmch Reformen in Rußland keine Folge gegeben werde. Die innere Lage Rußlands sei in eine äußerst zugespitzte Phase eingetretert. Die Verzögerung in der Lösung könne dazu führen, den Verlauf des Kneges zu beeinflussen. Die Wohl­fahrt des Landes und des Thrones hingen von der soforti­gen Einführung der Grundsätze ab, die oon den gesetzgeben­den Körperschaften der Semstwvs aufgestellt wurden

K o v e u b a g c n, 25. Febr. (WTB.) Nach russischen Blätter­meldungen reichten Mitglieder des Reichsrates und der Reichs- duma bei der Regierung ein Gesuch ein, einen Kongreß oller derjenigen Komitees ablialten zu dürfen, die für die Be r- teidigung d ffs Landes arbeiten. Unter den Antragstellern befinden sich der Dumapräsident Rodzianko, ferner Gurko, Utschkow, Konovolow und Maelokow.

Die Petersburger Konferenz.

Kopenhagen. 26. Febr. <WTB.) Einem Telegramm aus Petersburg zufolge bezweckt die Konferenz der Al­liierten, bei den militärischen Operationen ein Zusammen­wirken zwischen den Heeren der Alliierten zustande zu bringen. Besondere Aufmerksamkeit wird auch den Munttions- und Kriegs­material fragen, sowie der Erzielung einer fruchtbaren Entwicklung von Handel und Industrie in den alliierten Ländern zugewandt. Die Sitzungen der Kmferenz sollen um einige Tage unterbrochen werden, um den zivilen Teilnehmern der Konferenz Gelegenheit zu geben, Moskau, Kiew und andere russische Städte zu besuchen, die Verkehrsstraßen und Eisenbahnen zu untersuchen und die Fabriken zu besichtigen, die für das .Heer arbeiten. Später tverden fick', die Mitglieder der Konferenz in Petersburg wieder versam­meln, um dces Protokoll der Konferenz zn unterzeichnen,, nachdem die Vertreter von ihren Regierungen neue Anweisungen über die Punkte erhalten haben werden, über die noch keine Eini­gung erzielt tvvrd-en ist.

Die Stimmung in Holland.

Berlin, 27. Febr. lieber die Stimmung in Hol­land wird derBoss. Ztg." berichtet, obschon die Mehrheit der größeren Blätter die Versenkung der hollän­dischen Schiffe Deutschland übel anrechnet, hielten dock) genug Holländer den Kopf kühl und sähen ein, daß England mindestens durch das Festhalten der Schiffe Anteil an der Schuld habe.

DemLokalanz." wird über die Stimmung in Holland von einem Mitarbeiter berichtet, es habe sehr zur Beruhi­gung der Bevölkerung beigctragen, daß die deutsche Ge­sandtschaft im Haag mit anerkennenswerter Schnelligkeit eine Erklärung, gegeben habe, aus der die Bevölkerung habe ersehen müssen, daß die Schiffe die verhängnisvolle Fahrt «auf ihr eigenes Risiko unternahmen.

Spanien und der tt-Bootkricg.

i. Köln, 27. Febr. ,Drahtinldg.. Der Madrider Korrespou- dem derKöln. Ztg." drohtet, daß die Morinebehördeir in Fcrrol unlersaglen, daß der Presse weiterhin Nachrichten über die An­kunft oder Abfahrt von Fahrzeugen erhalten sollen. In Bilbao folgerte sich die Besatzung eines Schiffes, mit Erzeugnisse für die Verbündeten, die Fahrt anzutreten. Ein Mitarbeiter des Mundo" hatte ein Gespräch mit einem hiesigen Sachverständi­gen über die Wirksamkeit des U-Bootkrieges gegen England. Ter Sachverständige - führte aus, es sei meilenweit erkennbar, daß Statistiken der Alliierten über die Bewegung in den Häsen auf eine Ermunterung der Neutralen zugespitzt seien. Tie Entente hüte sich, den gesamten Tormengehalt der in diesem Monat ver­lorenen Schisse anzugeben und Angaben über die 2ftt und den Wert der Ladung zu machen, die einen ungeheuren wirtschaft­lichen Ausfall bedeutet.

Das Verhältnis Chinas zu Deutschlands Feinden.

Berlin, 26. Febr. (WTB. , DieNordd. Mg. Ztg." veröffentlicht Dokumente, die auf das Verhältnis Chinas zu Deutschlands Feinden ein bezeichnen­des Licht werfen. Darunter befinden sich Briefe des ita­lienischen Botschafters in Tokio an seine Regie­rung. In einem solchen Bericht vom 22. April 1916 heißt es unter anderem:

Daß die Japaner noch heute wie ihre Vorfahren ohne Uebereilnng -u handeln verstehen, wird durch die unermüdliche feine Beharr­lichkeit erwiesen, mit der sie seit vielen Jahren über China ein un­sichtbares ungeheures Netz von Intrigen, Spionage und L i st ausbreiten, um so in diesem unglücklichen Lande die Unordnung! vorzubereiten, deren ErgMsisse man in dein letzten Jahren ge­sehen hat. '

Weiter heißt es: Werm letzten Endes I ü a n s ch i k a i ein Opfer des europäischen Krieges wurde, und wenn es auch eine unbestreit­bare Tatsache ist, daß der Krieg die Regierungen des Westens an jeder materiellen Hilfsaktion in China hinderte, scheint dies doch nicht die Schwäche der Entente Vertreter in Tokio zu rechtfertigen, die Japan erlaubt haben, sich nicht nur in materiellem Gelbe, son­dern auch in politischen Werten mit unverschämten Wucherpreisen die japanische Hilfe bezahlen zu lassen^ ,

Zum Schluß heißt es: Sicher ist jedoch, daß die europäischen Mächte während des .Krieges jede Anstrengung machen »verdenk um das Mögliche aus der Liquidation des unermeßlichen einstigen himmlischen Reiches zu erlangen.

DieNordd. Allg. Qtg." bemerkt dazu: Das ist ein Ton, der unter Verbündeten immerhin ungewöhnlich ist. Er zeigt, daß der italienische Botschafter ernste Zweifel an der Weis­heit der Politik der Ententemächte Japan gegenüber hegt. Er sollte aber auch der chinesischen Regierung zu denßen geben. Jedenfalls sind die Ratschläge des Botschafters ein neuer Beweis für die .Haltlosigkeit allen heuchlerischen Ge­redes unserer europäischen Gegner über den Schutz und die Verteidigung der Rechte der Neutralen.

Londvn, 26. Febr. (WTB.) Lloydsweldüttg. Der eng­lische DampferFalc o v" ist versenkt worden.

London, 26. Febr. Lloyds melden, der englische Fisch- dampferFrolio" (183 B.-R.-T.) sei versenkt worden.

Kopenhagen, 26. Febr. (WTB.)Ncrtionaltidende" meldet aus Bergen: Seit der deutschen Erklärung der ver­schärften Seesperve ist gestern der erste Dampfer aus England mit einer Kahlenladung eingetroffen. Er wird in Odde löschen.

Der Reichstag.

Berlin,- 27. Febr. Wie das WTB. mitMteileN weiß, werde in per heutigen Reichs tagssi tzung, dir nur 11 Uhr vor­mittags beginnt und in der die erste Lesung des Etats und der neuen Kriegssteuervorlage fortgeführt werden sollen, an erster Stelle der Reichskanzler das Wort nehmen. Tiefe Rede werde, wie in Pcrrlamentskreisen geglaubt werde, nur kurz fein. Man nehme au, daß die Verhandlungen mindestens bis &um Donnerstag, wahrscheinlich aber bis Freitag dauern werden, da alle großen Parteien bereits zwei Redner gemeldet hätten.

Vom Deutschen Bühnenverein.

Berlin, 25. Febr. Der Deutsche huen-

v e t e i n hat in seiner heutigen Persamimlung folgenden Beschluß gefaßt:

.Der Deutsche Bühuenvettiu verpflichtet seine Aättglieder, m richtiger Erkenntnis der hervorragenden sctz-mken und kulturellen Bcheutung, die den deutschen Bühnen in diesem .Kriege zu gef allen ist, und in vollster Bereittvflligkeit, au den allgemeinen Lasten des Krieges Anteil zu haben, für die KriegAdauer allmöiratlich mindestens zwei Arbeitervvr stellten gen zu gan& geringen Preisen, die dreißig Pfennig nicht übersteigen dürfen, zu geben. Es soll dadurch Minderbemittelten und Kriegsbeschädigten der Arbeiterklassen Gelegenheit zUm Besuch von volkstümlichen Vor­stellungen gewährt werden. Die Durchführung dieses Gedankens soll in engster FiMirng Urit dem Kriegsamt und anderen zu­ständigen Militärischen Stellen erlDlgen.

*

Berlin, 25. Febr. (toi Der Kaiser hörte heule den Vortrag des General st abes.

Erfolgreicher A-vootkrieg.

Ein großer Passagierdampfer versenkt.

London, 26. Febr. (Reuter.) Der Passagierdampfer twe Cun-ard-Lime ,Faconia" (13099 B.-R.-D.), her von d^ew Port kam, wurde ohne Warnung torpediert. Ein Schiff mit 270 Uebertebenden derLaeonia", darunter eine AiHahl Reisender, wird um Mtternacht im Hrrfen erwartet

Der Ernährungsausschutz des Reichstages

setzte Montag nachmittag seine Beratung fort. Ein Zentrums- abgeordneter führte aus, daß wer die Versorgung anr längsten durchführe, siegen werde. Daher müsse ein mSglichst einiges Vor gehen erzieh-lt werden und die Prodnrtion in jeher möglichen Weise erhöht i ererben. Daß der Prvdnktionszwang dies nicht erreichen würde, habe selbst der sozialdemokrattsch? Landtag sabgoorduett Hofer ausgesorvcheu. Weim ohne Erhöhung der Preise ein Rück­gang der Produktion zu befürchten sei, so müsse oikch diese Erhöhung stattfinden. Das Brot dürfe jedoch nicht teurer werden. Nöttgenfalls müßten aus den Ersparnissen der Heensrerwultung Reichsz-uschüsse gezrhlt norden. Eine Preiserhöhiuig der Kartoffeln sei bedauerlich, cber im Interesse des Anbaues nicht zu vermeiden. Mit den Vor­schlägen der Professore:! erklärte sich per Redner einverstanden. Die Flepchyreise köimten noch nvlw herabgesetzt werden.

Ter Präsident des .Kriegbernäh rimgsamdes von B a t o c k i m lautert die auf Wunsch des ^lnsschnsses vor gelegten Materialien. Infolge Rückgang der Hektorerttäge gehen auch die ^Heinerttäge zurück, (^rmidsatz bei der Preisbemessung war, daß die Gesamt­erträge der Laudwittsckxist nicht zu llugunsten der Kvnstunenten erhöht, aber auch mchit herabgelMi sollten.

Em Vo lksparteil er wünschte möglici)ste Belafsmig der Gerste bei den kleinen Besitzern und sprach gegen eine schematische Verteilung, die in der Heimat des Redners dahin gefülwt hat, daß die größeren Besitzer mit der Gerste die Pferde gemästet hatten, wahrend die Kleinen kein Futter.für ihre Schweine hatten. Die umgekehrte Verteilung wäre richtig. Der Atibau von Oelftüchten, insbesondere Raps und Mohn, sollte befördert werden, wozu aber auch rechtzeitige Zuweisung von Kimstdünger und sichere Rückgabe der Rückstände gehört. Für den Rübenbauer sei dies wichtiger, als der erhöhte Preis.

Der Präsident des Kriegsernährungsamtes erklärte aus Anfrage, daß die Transportverhäftnisse in Rumänien zwar schwie­rig seien, sich aber allmählich besserten. Gin Sozialdemokrat verlangte, daß nicht nur ein Verteilungsplan aufgestellt, sondern auch wirklich afles verteilt werde. Die Nachgiebigkeit gegen Preis­erhöhungen habe jede Zurückhaltung gefördert. Zimperlich sei man rmr gegenüber den Landwirten, sonst gegen keinen Stand. Wer sich notwendigen Anordnungen nicht füge, der solle zu 4 % des Er­tragswertes enteignet werden. Noch immer werde unglaublich viel unerlaubt geschrotet und verfüttert, Brotgetreide, wie Kartoffeln; sonst hätte gar nicht so viel Vieh bis jetzt erhalten werden können. Das Fleisch muß bilÜger, das Brot darf nicht teurer werden.

Em polksparteil icher Abgeordneter, selbst Landwirt von Beruf, erklärte, es wäre dringend zu wünschen, daß durch Erleichterung der Zufickwen aus Rumänien eine Ver­mehrung der Rationen ermöglicht wäre. Er begrüßt die augekün- digte Verringerung der Viehbestände und die Herstellung eines richtigen Preisverhältnisses zwischen den einzelnen landwirtschaft­lichen Produkten. Im allgemeinen habe die deutsche Landwirt­schaft dvch ihre Pflicht erfüllt. Tann gebühre insbesondere allen Landfranen, von der Gutsherrin bis zur Tagelöhnerm, Dank. Mit der Herabsetzung der Viehpreise sei die Volks Partei einver­standen, schweren Herzens auch mit einer Erhöhung der Brot- getreidepreise unter der Voraussetzmig, daß durch eine Verringerung der Spannung zwischen Getreide-, Mehl- und Brotpreis und Wenn nötig durch eine Ueberweisung der Futtereisparnisse im Heere eine Erhöhung der Brotpreise vermieden wird. Ter Redner begrüßt besonders die in Aussicht gestellte Vereinfachung der Organisation, deren jetzige Ueberfülle zur Verwirrung

t chre. Heber die Viehhandelsvetbäude beklagen sich mit Recht roduzenten und .Konsumenten. Wenn es bei der Durchführung der neuen Vorschriften gelinge, die schon von Staatssekretär Delbrück beklagten Widerstände zu überwinden, dann sei eine wesentliche Besserung zu erhoffen.

Der Pr äsidentdesKriegser nährungsamts teilte mit, daß eine ausdrückliche Preisfestsetzung der K o h l r ü b e u für den Kleinhandel nicht stattgefunden habe. Die Landeszentralen ha den den Anordnungen des Kriegsemährungsamtes Folge zu leisten. Reibungen haben nicht statt gefunden. Die Miß stände werden be< kämpft, sie ganz aus der Welt zu schaffen, iverde kaum gelingen.

Ein Nationallikberaler hebt hervor, daß die Haltung des Volkes im Erttagen der Widerwärtigkeiten und Entehrungen geradezu benmnderuugswittbig fti. Der Bauer hat fast jedes Wer- fugungsrecht über sein Eigentum verloren.. Aber auch die H a l tung der Landwirte ist ebenso betonnderungswürdig wie die des ganzen Volkes. Die Kleievorväte wierden für März und April am nöttgsten gebraucht.

Ern Zentrumsredner mahnte, die Kleie nicht für das Vieh herausMgeben, da man sie vielleicht noch zsur menschlick)en Ernährung brauchen taerbe. Ein bayris cher Zentru ins- mann oerlangt für den Fall, daß die Vorratserhobüng ungünstig ausfalle, Herausgabe von Hafer durch die Heeresverwaltung. Dieser müßte zu 35 Prozent ausgemahlen werden, der Rest könnte an die Pferde verfüttert werden. Whr könnten nicht völlig Viege tarier werdcln, auch der Konsum müsse gestärkt werden. Den Landeszentralbehörden muß möglichst freie Bewegung in der Be- nftrtschafttmg der Landesprodukte gelassen lverderr. Herabsetzung der Viehpreise wäre jetzt verfehlt.

Präsident von Bato c t i ftchrt aus, baß div Heringszu­fuhr aus dem Auslande durch die Seesperre erschwert wird Da wir nicht Qualttät, sondern Masse brauchen, ist es fetzt nicht richtig feine Gerste und feine Kartoffeln zu bauen. '

Nachdem ein Volksparteiler nochmals für d« Bel»ssung eines Teils der Gerste bei den ffeinen Land^virten einseWeten war, wird die W eiterberattMa auf Mittwoch vcwagt.

Aus Stadt und Land.

Dießen, 27. Februar 1917.

Kriegswirtschaftsamt in Frankfurt a. M.

.Der Stellvertretende Kommandierende Eieneralleuttrant! Riedel gibt bekannt:

<ftn Einvernehmen mit dem Herrn Minister des Innern,, dem Herrn Minister für Land »vir tschaft, Domänen uni* Forsten zu Berlin und denr Großh. Ministerium des Innern, zu Darmstadt ist von dem Kriegsamt ein Kriegswirtschafts^ amt mit dem Sitz zu Frankfurt a. M. errichtet worden.

Es führt die BezeichnungKriegswirtschaftsamt Frank­furt a. M." lLitb umfaßt das Großherzogtum Hessen, den Regierungsbezirk Wiesbaden mit Ausnahme des» .Kreises Biedenkopf, sowie die .Kreise Hanau, E^lnhausen, Schlüchtern, Fulda und Gersfeld des Regierungsbezirks Kassel.

Das Kriegswirtschaftsamt hat die 2lufgabe, innerhalb des vorgenannten Wirtschaftsgebietes die landwirtschaft­liche Prodnktion zu unterstützen und zu fördern durch: 1. Be­schaffung und nötigenfalls militärische Zurückstellung von Betriebsleitern und Arbeitern, 2. Beschaffung von Arbeits­pferden, 3. Beschaffung von Maschinen und Betriebsmitteln (Kohlen, Benzol usw.), 4. Fürsorde für die restlose Besttl- lmig der Felder, 5. Fürsorge für die Einbringnng der Ernte.

Bei der Erfassung und Verteilung der landwirtschaft­lichen Produkte wirkt das Kriegswirtschaftsamt nicht mit. Zum Vorsitzenden des Kriegswirtschaftsamtes Frankfurt a. M. ist der Hauptmauu d. L. Regierungsrat Emmer­ling unter Belastung in seiner Stellung als Vorstand der Abteilung VII des Stellvertretenden Generalkommandos für volkswirtschaftliche Angelegenheiten ernannt worden.

Für jeden Kreis ist eine Kriegswirtschafts stelle gebildet worden. Vorsitzeirder ist der .Kreisrat oder Landrat.

Die Diensträume des Kriegswirffchaftsamtes Frank­furt a. M. befinden sich zu Frankfurt a. M., Mainzer Land­straße 52, Teleph-onruf 2lmt Tau.nus 32863291. Tele­gramm-Adresse ist:Kawa Franckfurtmain".

*

** Eine Sitzung der Stadtverordneten-Vec- sammlung sindet Mittloioch, den 28. Februar, nachmittags^ 5 Uhr, statt. Ans der öffentlichen Tagesordmmg steht: 1. Einführung des wiedergewählten Beigeordneten Emmelius. 2. Mitteilmigen.

3. Geländeverpachtung an das landwirtschaftliche Institut; hier : Ueberschreibung von Gelände vom StadterweiterungSfonds auf die Stadt. 4. Fluchtlinienplan für die Edersttaße. 5. Ausbau des. städtischen Arbeitsnachweises.

** Glatteis hatte sich heute morgen auf allen Sttaßen und Plätzen gebildet. Die Feuckftigkert des gestern abend niedergegcmge- neu Regens war bei der Nachtkühle gefroren. Das Ekhen war durch das Glatteis anstrengend und mühsani. Nur die Schuljugend kam schneller wie sonst zur Stätte der Weisheit, dewn sie konntt den ganzen Weg über schleifen und t-tt dies mit viel Wohlbehagen, und ohne an ldas teure Leder zu denken, das so umso schneller abge-i nutzt wird.

** Erhebung der K artoffelv o rräte a m- 1. März 1917. Wir machen auch au dieser Stelle auf die: am Dminerstag stattftndende Erhebung der Vorräte an Kartoffeln aufmerksam. Erhoben werden: der mit Beginn des 1. März 1917 vorhandene Vorrat an Kartoffeln (Sfchise' und Saiatkartosteln., sowie solche für gewerbliche und sonstige Zwecke), die davon zum Verbrauch als Saatgut usw. be­stimmten Mengen, die Anbaufläche an Kartoffeln im Jahre 1916 und die Erntemenge. Anzeigepflichtig sind alle Per­sonen (nicht bloß die Landwirte), welche Vorräte an Kar­toffeln mit dem Beginne des 1. Marz 1917 in Gewahrsam (z. B. Kellern, Mieten, Lagerräume usw.) haben. Vorräte, die zum Verbrauch im eigenen Haushalt bestimmt sind, sind nur auzuzeigen, wenn sie 20 Mund übersteigen. In diesem Falle ist jedoch der ganze Vorrat anzugeben, also nicht nur die 20 Pfund übersteigende Menge. Näheres siehe Bekannt­machung.

** Die vierteljährliche Viehzählung findet Donnerstag, den 1. Mürz 1917 statt. Wir verweisen auf die amtliche Bekanntmachung im heutigen Blatte.

** Abfallhvlz. Das an der Liebigstraße lagernde Llbfail- holz von städtischen Bäumen wird Donnerstag, den 1. März 1917, nachmittags 3 Uhr versteigert. Siehe Anzeige.

** D i e 1 2. 2l il s g a b e von S ü ß st o f f (S a e ch a r i n) indet in der Zeit vom 1.31. März 1917 gegen den Lieferungs- abschnrtt 6 der Sützstoffkarten ,8- (blau) undG u (gelb) von den Süßstoff-'Abgabestellen statt. Näheres siehe Bekanntmachung.

Landkreis Gießen.

Ober-Bessingen, 27. Febr. Ein Gespann des Landwitts H. vom benachbarten Münster war beim Einspannen durchgebrannt, nach Ober-Bessingen gejagt, hatte im Torfe Kehrt gemacht, um wieder rückwärts zu eilen. Die sehr abschüssige Torsstraße brachte den ungehemmten Wagen in raschen Laiü. Bei unserer Dorfpforte mußte das Gespann durch, blieb aber hängen Es ist als Wunder zu bezeichnen, daß die Pferde, so viel in der Dunkelheit sestgestellt werden konnte, nicht beschädigt waren. Nur einige Teile am Wagen waren zerbrochen. Unterdessen stellten sich die Fuhrleute aus Ntünster ein und brachten das Gespann zurück. Mit der Fahrt nach 6üeßen wurde es für diesen Tag nichts. - Die hiesige Jagd wurde von Nauheimer Herren zu deni hübschen Pachtvreis von 825 Mt. erstanden. Ein hiesiger Landwirt verunglückte vorige Woche beim Holzfahren. Glücklicherweise sind die Verletzungen nicht gefährlich.

:: O ber-B e s sin g e n , 26. Febr. Der Richtkanonier, Ober­geftetter der Landwehr Hermann Sei pp hat für tapferes und um- s-tthttges Verhalten in den Stellmrgskämpsen der mittleren Vogesen die Hessische Tapferkeitsmedaille erhalten. Seipp gehört einer Fuß- Artillerie-Batterie an und ist schon seit 1914 im Besitze des lÄscr- nen Kreuzes.

** Rutter shausen, 26. Febr. Jtt unserer kleinen, nur et­was über 400 Seelen zählenden Gemeinde ergab die Sammlung für die Großlrerzog-Crnst-Lndtoig-Jubiläumsfpende den stattlichen Be­ttag von 190,35 Mk. Hierbei haben sich freudig die Volksschüler mit 25,85 Mk. beteiligt, indem sie den Erlös ihrer fleißigen Samm- lmrg aus Odstkernen und Bremnffeln dem guten Zweck übergaben. Auch die Abgabe von Speck aus Hausschlachtuugen vollzieht sich in ruhiger Wieise. Die Mgabepflichtigeri suchen sich nicht durch Ausreden und iWieigerung ihrer Verpflichtung M erttziehen, well

der überwiegende Teil der Gemeinde seiner vaterländischen Pflicht, wie während der ganzen Kttegszeit, so auch in diesenr Falle, ftd> vollauf bewußt ist. Nur die ersten wenigen Abgabepflichttgen versuchten Schwierigkeiten zu machen, haben sich aber inzwischen auch eines Besseren besonnen.

** Ulfa, 25. Febr. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wittde der Gefreite Heinrich Jäger in einem Garde-G>enadie^ Regiment. Am 14. November v. Is. in den .Kämpfen an der Somme schwer verwundet, befindet er sich zurzeit im VLreinlavrrett Buch bei Berlin.

Kreis Bübingen.

Alt wiedermus. 26. Febr. Die Hessische Tapserkeits- medaille erhielt der Schütze Friedrich Gerth in einer Maschinen- Gewehr-Kompagnie.

* Bobenliauseu I, 26. Febr. Das Eiserne Kreuz erhielt der Reservist Robert Earl.

, n # H?"üestheim, 27. Febr. Die hiesige Gemeindekasse leistete zur I u b i l a n m « st i s t un g den Betrag von 100 Mk.

8 oken , 26. Febr. Die Sammlung hiesiger Schule

inr die Jubiläumsstistnng ergab den ansehnlichen Betrag von 18,26 Mk. Auch die Haussammlung für denselben Zweck war außerordentlich befriedigend.