Ausgabe 
23.2.1917 Erstes Blatt
Seite
2
 
Einzelbild herunterladen

angerxvffen tmtfe, ohne einen Aasen des Mglischeii oderdes alliierten Geknebes anzulaufen, als ein Schiff angesehen !l»^Den solle, das Waren mit Bestimmung für den Feint» ober Kind­lichen Ursprungs führe, bis das Gegenteil sestgestxM sei. Es solle zur Untersuchung aufgebracht und vor einem Prisengerichtl abgeurterll werden. Jedes Schiff, das Waren mit der Besffmmnng für der: Feind oder feindlichen Ursprungs führe, solle der Auf orrngung und Beschlagnahme wegen Führung solcher Waren unter worfen sein. Im Falle, das; es sich um irgend ein Schiff handle t festgesetzten britischen oder alliierten Düsen zur Untermchung der Ladung anlaufe, so solle ein Beschlagnahmeurteil mir auf Grund der Mitführung von Gütern feindlichen Ursprungs wer mit der Bestimmung für den Feind gefallt werden. Es solle nutzt von vornherein die Annahme betreffend feindlichen Ursprungs o der B estimmung für den Feind bestehen. Gitter, bei denen bei der Untersuchung des Schiffes festgestellt wurde, daß sie feindlichen Ur )prungs oder für den Feind bestimmt seien, lv-även der Beschlag nähme unterworfen.

Die Rede Lloyd George-.

London, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Jim Unter­haus teilte Bonar Law mit, daß die Darlegungen Lloyd Georges bis zum 23. Februar verschoben worden seien

*

Die englische»; Unternehmungen in Persien.

London, 22. Febr. (WTB9 Lord Curz'vn sprach iin O berhaüse über den Marsch britischer Streit kräfte irnter Sive Per cp Sykes nach Ispahan und Teheran Er sagte, der .Vormarsch führte dazu, daß, in wetten Gebraten Ordnung geschaffen worden ist. In Teheran sei die Existenz einer den alliierten Mächten freundlich gesinnten Regierung ge­sichert. Rußland und Großbritannien hätten die persische Regierung beständig finanziell unterstützt. Es sei die Absicht Percy Sykes, die südpersische militärische Gendarmerie mit brttischen Offizieren, die in Indien ausgebildet sind, zu organisieren und sie schließ­lich auf 11000 Mann zu bringen. Sykes verfügte momentan über ungefähr 5000 Mann und eine aus etwa 800 indischen Soldaten bestehende militärische Eskorte. Eine ähnliche Gendarmerie werde gegenwärtig aus Mitgliedern der Ba ächiarenstämme rekrutiert. Er hoffe, 'daß Sykes demnächst imstarwe sein Coerde, von Schi ras, wo er sich jetzt aushalte, ,vetter zu marschieren und -die Brigantenlagier und ^ Räubernester, die sich in diesem Tette Persiens befinden, zu säubern. Im östlichen Teile Persiens hatte eine andere Streit macht rmter Maxor Ketth ähnliche Erfolge. Es sei ihr gelungen, dieses ganze ausgedehnte Gebiet zu pazifizieoen.

Curzion fuhr fort, er sei in der Lage, denr Dause M ver­sichern, daß der Emir von Afghanistan seine Pflichten gegen­über Großbritannien loyal eingehalten habe. Ein verlockendes An­erbieten, im Pandfchab auf Beute auszu-gehen. wurde abgelehnt. Der Berfuch, die allgemeine LiZge in Persien zu verbessern, wurde durch die Erfolge des Generals Maude in Mesopotamien und 'durch das Vorgehen des Großscherifs von Mekka wesentlich imter- stützt. Es gebe noch immer Teile Persiens, die von den türkischen Truplpen gesäubert werden müßterr Im Dinterland des persischen Golfes herrsche noch immer Unordnung. Tie Sicherhett in den Oelfeldern sei so gart NM gSvähiterstet. Er habe viele Monate nichts von der llnter bvvchung der Verbindung in dieser Gegend gehört. Curzon drückte die Hoffnung aus, daß das Schlimmste vorüber sei und eine große Kette von ehrgeizigen Plä.;«;. die sich über Europa bis nach Asien erstrecken, z-ur Seite geschlelidert und vielleicht zerrissen sei.

Die Stimmung in Amerika.

London, 21. Febr. (WTB.) Die ,,Times" meldet aus New V o rk vom 20. Februar: Man versichert in der Presse, daß die Regierung zu hoffen beginne, daß Aussichten bestän­den, den Schwierigkeiten mit Deutschland aus dem Wege zu gehen. Diese Annahme der Presse sei zum in der Nachricht begründet, daß der Präsident vielleicht doch rricht vom Kongreß, ehe dieser auseinandergeht, die Machtbefugnisse zum Schutz der amerikanischen Interessen verlange. Die unermüdliche Tätigkeit der Pazifisten verfehlte auch nicht ihre Wirkung.

Washington, 22. Febr. (WTB.) Meldung des Reu- terschen Bureaus. Nach einer Besprechung mit Wilson teilte der Staatssekretär des Krieges Roker mit, er lverde noch in dieser Woche die vom Generalstab ausgearbeitete allgemeine Militärvorlage dein .Kongr^ zugehen lassen. Wie verlautet, ist der Präsident für den Grundsatz der allgemeinen militärischen Ausbildung, wenn sie in prak­tischer Weise zur Ausführung gebracht werden könne.

Die

hat

Dänemark und der U-Bootkrieg.

Kopenhagen, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Derernigte Dampfschisfahrtsgesellschaft beschlossen, infolge Kohlenmarrgels und Steigerung der Be­triebskosten eine Erhöhung der Frachten für inlän- drsche Fahrten um 100 Prozent bei gleichzeitiger Einschrän­kung der dänischen Küftenschifsahrt vorzunehmen.

Kopenhagen, 22. Febr. (WTB.) Ab 1. März wird wegen Kohlenmcmgels weiter eine bedeutende Einschrän­kung des. Eisenbahnverkehrs eintreten. Die hie* finen Brotfabriken haben beschlossen, sich zusammenzu­schließen, um die Br ot her st e tl ung zu zen tra lisie­ben und den Einkauf von Rohmaterialien vorteilhafter ge­stalten zu könne;;.

Aus Norwegen.

Kristiania, 22. Fahr. (WTB. Nichtamtl.) Bei der Ans- ) mache über dir Thronrede sagte der Präsident des Stortrngs, Dowttukel, er habe gemeint und meine noch bie die norwegische U-Boot-Verordnung niemals hätte erlaßen werden ) ollen, da er ihre innere Notwendigkeit nicht ein- Ichen könne. Jvdessen wurde der Kv n fl i k t mi t T eu t s chl an d durch sreundschaftliche Verhandlung beigelegt. Weniger Rücksicht habe Großbrttannien gezeigt, das durch die völkerrechtswidrige Sperrung der norwegischen Zufuhr elektro- lytischen .Kupfers aus dein neutralen Amerika ein Ätäegsabkomman e^waug, das Anlaß zum englischen cktohlenverbot gab eine Strafe" für unserVerbrechen", die unbillig streng sei, nicht zum wenigsten im Hmblick auf die unschätzbaren Dienste, die die nor­wegische Handelsflotte England leiste.

Dagbladet" schreibt, die drückenden, vom norwegffchen Stand­punkt aus unbilligen englisck-en Bedingumgen für die Lieferung von Bunkerkohle müßten auf großen Schwierigkeiten Englands beruhen, seine, Frankreich gegebenen ^Versprechungen monatlicher Lieferung zu erfüllen. Deshalb sollte;; jetzt norwegische Schiffe zu Kohlentransporten nach den Kanalhäsen geUvungen werden

Die Kohtenlieferungen für Holland.

Haag, 22. Febr. lWTB.) Meldung des Haager Korrespon­denzbureaus. Die Reichskohlenverteilungsstelle be­richtet, daß die Ei n s u h r d e u ts ch e r Kohlen im Januar nicht ganz 100 000 Tonnen l^trug, während man für diesen Monat auf 200000 Tbiinen rechnete, zumal bis heute wegen der Einstellung - aus dem Rhein die Einfuhr ganz ruhte. Jetzt können

mit Extrszüaen monatlich 100 000 Tonnen eingeführt werden. Im günstigstßn Falle wird Holland, das monatlich 700 bis 750000 Tonnen braucht, mit Einschluß der Produktion der Limburger .Bohlenwerke über 600 000 Tonnen im Monat verfügen. Was England cmbetrifft, so ist .im Dezember die versprochene Kohlen-

merrge von 220 000 Tonnen pro Monat seit 1. Februar ganz weg gefallen, da von englischer Seite eine Lieferung von Kohlen, For- derungen bezüglich der niederländischen Schiffahrt gestellt wurden Von unterrichteter Seile wird dem Korrespondenzbureau mit geteilt, daß in enjgli.schen Hälfen 21 niederländisch Kohlenschiffe liegen. England macht die Lieferung von Kohlen jetzt davon abhängig, daß die Schiffe mht einer vollen Ladung Liconsed Coods" also hauptsächlich mit Ackerbauprodukten und Margarine nach England zurückkehren oder sich verpflichten, zwei Reisen mit Steinkohlen nach den französischen Häfen für England zu unternehme;;. Auch die Rückreise der 21 Schiffe nach Holland mit Ballast ist mcht möglich, da England mir dann Bunkerkohle geben will, wenn die Schiffe sich verpflichten, zwei Reisen mtt Stein­kohlen von England nach französischen Känal Häsen oder nach dem Golf von Biscaya und mU Erz zurück nach Estgland zu machen Infolge dieser Bedingung muß unsere Schiffahrt nach England fast ga»nz eingestellt werden.

LebenSmittelnot in Italien.

Bern, 22. Febr. (WTB.) Der italienische Abgeordnete Ruin spricht ttnMessagero" die Notwendigkeit der Ra t i v n i e r u n g der Lebensmittel aus; doch werde die Ration; ernwg in Italien auf große Schwierigkeiten stoßen da der Italiener der größte Anarchist unter den Kvnsu-' men teil sei. Nur eine unumschränkte Diktatur und die Polizei gewatt würden helfen können. Man dürfe keine Zeit mehr verlieren; ein weiterer Aufschub der Maßregeln wäre eine materielle und moralische Katastrophe. In Italien mangele es v-or allem au Getreide und Fetten.Popoto Romano' meldet in einer Zuschrift aus Sassari, daß in ganz Scrr dttnen Getrei d em a n ge l herrsche. LautAvanti" führte der Präfekt Von Bari für die ganze Provinz die Brotkarte und die Me hl karte ein.

Zusammenstöße deutscher u»rd italienischer Truppen.

. . Berlin, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der italienischev- )eits befürchtete Zusammenstoß deutscher imd italienischer Truppen erfolgte in Mazedonien ccm 12. Februar. Er kostete den Italienern die Stellungen südlick) der Höhe 1050 bei Paratowo Mit RücksictA aus die Stimmung in Italien, wo die Presse wieder holt Befürchtungen über ei;ie Offensiv in; Trentino unter deutsckser Beteiligung äußerte, haben die Italiener die Niederlage mit alten Mitteln zu verschleiern versucht. Der Orientbericht der Entente meldete ont 15. Februar die WiÄvreroberrmg der verloren gegange- nen italienischen Stellungen. Den Sieges-- und J ubel hl) innen, die italienische Blätter daraufhin über die imvergleichliche Tapfer kett der Truppen anstimm een, muß erttgegengeilten werden, daß die vermeintlich zurückeroberten Stellungen noch imnier in deutschen Händen siird. Die Italiener haben leixglicf) am Tage nach der Wegnahme einen schwächLich durchgefä hrten, iwllig fehl geschlagenen Gegenangriff versucht. Seitdem erfolgte kein neuer Gegenangriff, nicht einmal einen Versuch dazu. Jnz;vischen wurde die Stellung veut)cher)eits planmäßig .ausgebaut. Tie deutschen Patrouillen beherr)chen nach wie /oov das Vorfeld auch dieser neuen Stellung

Erfolgreicher U-Soottrieg.

Ein italienischer Trnppentransportdampfer mit 1060 Mann Truppen versenkt.

Berlin, 22. Febr. (WTB. Amtlich.) Eines unserer ll;tterseebvote hat am 17. Febr. im Mittelmeere den i t a ienischen TruppentranspvrtdampferMi nas" (2854 Dörmen) durch Dvrpedvschuß versenkt. Der Dampfer hatte tausend Manu Truppen, eine große Ladung Muniti'vn und Gold im Werte von 3 Millionen Mark für Saloniki an Bord. Die Besatzung dem Damp ers und sämtliche an Bord besindlichen Truppen sind um- gekommen, mit Ausnahme von zwei Mann, die von dem Unterseeboot gerettet wurden.

Notiz: Der DampferMirms" ist schon in dem Bericht vom 10. Februar erwähnt.

*

Berlin, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Bon unseren Unterseebooten wurden versenkt: am 4. Februar der nor wegische DampferSolbraken" mit 3470 Donnen Weizen von Buenos-Aires nach Cherbourg, am 6. Februar der nor­wegische DampferEllavare" mit Früchten und Wein von Neapel nach London, an demselben Tage der nvnoegische DampferHavji" mit Nüssen nach Dünckirchen.

Berlin, 22. Februar. (Privat tel.) Eines der beiden Unterseeboote, von denen heute vormittag gemeldet wurde, daß sie zusammen 3 6 S ch i f f e v e r s e n k t e n, stand unter den; Befehl des -Oberleutnants Steinbrink, der allein mit seinem Boote 23 vor; den gemeldeten Schisse;; ver­senkte.

Stockholm, 22. Febr. (WTB.) Nach aus England stammenden Mitteilnugen machte die B ers chä r f u n g d e s deutschen Tan chboot krieg es in erster Linie in London tiefen Eindruck; besonders deshalb, weil England ;rur für etwas über einen Monat Lebensmittelvor­räte habe.

Stockholm, 22. Febr. (Sv. Teil. Btzr.) Die schwedische Regierung hot ihren Geschäftsträger in Berlin beauftragt, gegen die Bersentung des schwedischen DampfersMrring" und des schwedischen SeglersHugo Hamilton" nördlich von Cmgland durch deutsche U-Bvote unter Vorbehalt aller Ent- schädigrrngsansprüche Protest zu erheben.

Kristiania, 22. Febr. (WTB.) Da zwei englische .Hochseetorf^doboote am 20. Febrnar den norwegischen DampferSvrtland" auf norwegischem Seegebiet bei Stat angehalten hatten, wies der Minister des Lleußern die Gesandtschaft in London an, bei der englischen Regierung be­stimmt Verwahrung gegen diese Neutralitäts- verletziing einzulegen.

H a ag, 22. Febr. (WTB.) Zur Versenkung der bei­den ;n englischen Diensten fahrenden holländischen Ähiffe O ostmarsum" undTrom pe nberf schreibt der haagsche Courant" vom 21. Febr.: Beide Schiffe waren mit aufgezwungenen Kohlenladungen für englische Rechnung von Holland nach Las Palmas unterwegs. Das sind die beiden ersten Schlachtopser des Fvohndienstes, den die bekannte Beschirnrerin der Rechte der kleinen Nationen" von uns fordert.

Amsterdam, 22. Febrnar. (WTBll Der holländische Da-mpferDriebergen" ist versenkt worden.

Paris, 22. Febr. (WTB.) Liste versenkter Schisse vom 21. Februar abends. Am 19. Februar der englische Dampfer Corso Ex ca radoc" 3242 Donnen, das Fischer-Fahrzena 9 89 aus Boulogne, das Fisther-Fjahrzeng 97 9 aus Bou- logne. Am 20. Februar der norwegische SeglerFall-o f- Afton" 1963 Tonnen. Am 21. Februar der norweaisckfe DampferDu tat" 1452 Tonnen.

London, 22. Febr. (WTB. Nichtarntlich.) Lloyds mel­det : D;e englischen DampferC o r s e" undRo s a l i o" sind versenkt worden.

Aur dem Reiche.

Sozialdemokratie und Kreditbewilligung.

Berlin, 28. Febr. In einer gestern abgehaltenen F r a k t i o n s s i tz u n g hat die sozialdemokratische Reichs- tagssraktion lautVorwärts" beschlossen, den Kriegskrediten ihre Zustimmung zuerteilen und bei dieser Gelegen­heit ihre Stellung durch Abgabe einer Erklärung zu präzi­sieren.

*

Eine Rüge derNordd. Allg. Ztg."

Berlin, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) DieNord­deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:

.In der gestrigen Versammlung des Bundes der Landwirte lyat der Abgeordnete Dr. Wkstd grübe an zwei Reden des ungarischen Ministerpräsidenten Grafen Ti s za eine Kritik geübt, die sachlich ohne Berechtigung ist und schon deshalb scharf zurückgewiesen werden muß Milbgrubie hat aber auch nicht berücksichtigt, daß die politische Leitung unserer Bundesgenosstn; in ihren Handlungen und Entschlüssen die volle Unabhängigkett besitzt, die der Gleichbervchtignng unter den verbündeten Mächten entspricht. Keinem deutschen Politiker steht ein Rügerecht gegen den ungarischen Ministerpräsidenten zu, und die schuldige Rücksicht aus einen der getteuesten und erprobtesten Staatsmänner wird außer Acht, gelassen, weim es jemand unternimmt, ihm in öffentlicher Ber)ammlung ebenso haltlose wie ungehörige Vorhaltungen zu machen. Wir bedauern daher auf das lebhafteste die Aeußerungen, me der Abgeordnete Dr. Wildgrnbe getan hat.

*

Berlin, 22. Febr. (WTB.) Der Woh nungsgesetz- ausschuß des Abgeordnetenhauses nahm in der gestrigen Sitzung das Bürgschastssicherungsgesetz unter Erhöhung der Bürgschaftssätze auf das fünfzehnfache der jeweils vorhandenen Sicki-ernn-gssunime einstämmig uno das Wohnungsgesetz »mit 14 ge ge;; eine Stimmt an.

B e r l i n, 22. Febr. (WTB.) In der heutigen Sitzung des B u n d e s r a t s gelangte zur Annahme: Der Antrag auf Zulassung unelastischer Bereifung für Lastkraftwagen und der Entwurf eines Gesetzes über die Besteue­rung des Personen- und Güterverkehrs.

München, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) In der KammerderAbgeordneten äußerten sich bei der Be­ratung des Gesetzentwurfes über die Projektsierung eines Großschiffahtsweges ^ Main Donau von Aschasfenburg b i s P a s s a u die Redner aller Parteien zustimmend zu der Regierungsvorlage. Sie betonten weiter- ^u, daß es auch Pflicht des Reiches sei, zu den Kosten des Großschissahrtsweges beizutragen. Verkehrsminister von ^>e i d le i n erklärte, der Krieg habe gezeigt, daß das Eisen- bahmvesen nicht allen Bedürfnissen gewachsen und der Rhein- Donau-Wasserweg ans strategischen u;rd wirtschaftlichen Gründen eine Notwendigkeit sei. Die Erfahrungen des Krie­ges wiesen auf einen engeren Zusammenschluß mit Oester­reich und den östlichen Nachbarn hin. Die geplante Wasser- straße werde dazu dienen, dauernd die mitteleuropäische Mächtegruppe zu stärken. *Das Reich sei an dem Unterneh­men mit interessiert, und Bayern würde die Unterstützung des Unternehmens durch das Reich als eine Maßnahme be­grüßen, hie Bayern für seine wirtschaftliche Lage wenigstens einigermaßen einen Ausgleich zu geben suche. Nur hierdurch könne )ene Verschiebung, die sich zurzeit zu Ungunsteu von Bayern ergebe, einigermaßen gut gemacht werden. Mit den: Unternehmen würde eine Großtat für Bayern und sicher auck für ganz Deutschland geleistet werden.

Ans Stndt And Land.

Gießen, 23. Februar 1917.

Der Ernst öer Stunde mahnt zur Pflicht! Auch die Ablieferung des Soldes ist Pflicht.

Die GolöankauffteAe

in den Räumen der Bezirksspattasie Gießen ist morgen von *0 bis \ 2 % Uhr geöffnet!

** Ein möglichst umfangreicher Anbau von Frühkartoffeln in allen Gegenden, welche sich dazu eignen, ist in diesem Jahre ganz besonders geboten. Maßnahmen, um die Schwierigkeiten bei der Bckschaffung die s Saat­gutes nach Möglichkeit zu beheben, sind eingeleitet. Wie im Er­gangenen Jahre werden die frühesten Sorten, die in Mistbeetell, Treibhäusern und besonderen gartenmäßigen Kulturen gezogen sind', von der Festsetzung eines Reichshöchstpreises und von der öffent- lickien Bewirtschaftung, und Mar bis 30. Juni ausgenomnien bleiben. Ab 1. JkrK Mt sich bei der Lage der Vorräte diese öffentliche Bewirtschaftung der Frühkartoffeln nicht vermeiden Jul; wird ein Höchstpreis für Frühkarwffeln, nirgends unter , ..!ark für den Zentner, festgesetzt. Um den großen Berschieden- heiten innerhalb der einzelnen Anban gebiete in Ergiebigkeit und,' Reifezeit der Frühkartoffeln gerecht zu werden, werden aber die Landes- -und Provinzialkartoffelstellen ermäckpigt, je nach deü Verhältnissen in ihrem Mntsbereiche eine Erhöhung des Juli­preises bis höchstens Ms den im Vorjahre vom Bundesrat vor­gesehenen Preis twit 10 Mark vorznnähmen und schon jetzt be­kannt m geben. In gleicher Weife soll durch) die Landes- und

gäbe vorgenommen werden, daß der Preis für die Herbstkartoffeln der in nächster Zeit bekannt gegeben wird, an; 15. Septemlv erreicht wird. Der Mban der Preise soll unter Zuziehung sack- verständiger Ausschüsse, welche sich aus Erzeugern, Verbraucher - und Händlern zusammensetzen, erfolgen.

** S tro inunt e r b r ech un g. Zur Vornahme von Aend' rung-eu an der Schaltanlage ist die Stromlieserung im Ueberland gebiet am Sonntag, den 25. ds. Mts., vormittags von 9 bv mittags 12 Uhr mtterbrvchen.

**Die Stein kohlen -Bezugs-Gesellschaft Gieße, wird bis auf weiteres alle für sie von jetzt an eintreffenden Ruß kohlen, Eisorni- und Braunkohlenbriketts nur nock in einzelne' Zentnern abgeben. Die näheren Bestimmungen hierüber werde, nach Eintreffen der ersten Sendung im Anzeigenteil dieses Blatte« bekannt gegeben.

^ Vaterländischer Hilfsdienst. Wir verweisen auck an dieser stelle auf den Aufruf Httssdienftpflichtiger \m Ver­wendung bei Militärbehörden imd Zivilverwaltungen im besetzte; (Gebiet, für folgende Beschäftigungsarten: Gerichtsdienst, Post- uni

ynd HUfsschreiber, ^tendienst Technischer D;en)t, Kraftsahrdienst, Eisenbahn dien st, Bäcker imt Schlächter, Handwerker jeder Art, Land- und sorstwirlfchattliche, Arbeitsdienst, Anderer Arbettsdienst jeder Art,

K^^ .Vie^värter, Sicherhei^ienst (Bahnschntz, IN^ngenen- und Gesang;; isb efvachungy Kranken pflege.

** Kaninchen z ncht. Am Sonntag findet im Lokal< RettMiMt HvvsÄd". SBettarcrweg, Eck KriÄmchstE, -Hm öffentliche ^Versammlung der Gießener Käumehenzüchter und solche die es werten wollen, statt. Ein Vortrag über .^orkswirtscksvstU ltx