Ausgabe 
19.2.1917 Erstes Blatt
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bieft-r X) c tl,I> c I auf dem gesamten Gebiet weder gestört, noch geschmälert wird, auf welchem sich die Kaiserliche Regierung genötigt sieht, gemäß ihrer Ankündigung und zur Erreichung ihres Zweckes alle Waffen anzuwenden und alle Beschränkimgeu außer acht zu lassen, die sic sich bisher in der Anwendung ihrer See- krregsmittel auserlegt hat.

Schon bevor die Kaiserliche Regierung diese Beschränkungen ausgegeben batte, hat die Königliche Regierung protestiert, .da ne diese Beschränkungen nicht für ausreichend erachtete, um dre Er­füllung der Bestimmungen des internationalen Seekriegs rechts außer acht zu lassen. Da aber die von Deutschland angekündigte Kriegführung auf ein unerwartetes und ohne Vorgang dastehendes Maß gebracht wird, so muß die spanisckje Regierung mit Rücksicht auf dre Pflichten und Erfordernisse ihrer Neutralität mit noch größerer Bnechtigung ihren ebenso wohlerwogenen, wie« eindringlichen Prot e st an die Kaiserliche Regierung rrch- teu, wobei sie zugleich die Vorbehalte macht, auf welche die be­rechtigte Umrahme einer u nachweislichen Verantwortlichkeit der ^kaiserlichen Regierung namentlich wegen des durch ihre Maß­nahmen möglicherweise verursachten Verlustes an Menschenleben sie hinweist.

Tie Königliche Regierung grmrdet ihren Protest darauf, daß die vollkommene Schließimg des Zuganges zu bestimmten Ge­wässern und die Ersetzung des urrter gewissen Umstanden unleugbar bestehenden Wegnahmerechtes durch ein in jedem Falle anwend­bares angebliches Zerstörungsrecht unvereinbar sind mit den an­erkannten Grundsätzen des internationalen Lebens. Vor allem gründet sie ihren Protest ganz besonders darauf, daß die Aus­dehnung dieser Rechtsauffassung in der angekündigten Weise auf die VevnichtlMg des Lebens von Nichtkämpfern, auf die Untertanen eines neutralen Staates, wie Spanien, jenen Grundsätzen ziuvider- läuft, die von allen Nationen selbst zu Zeilen größter Zwangs­lage eingehalten worden sind.

Wenn die deutsche Regierung, wie sie sagt, darauf vertraut, daß das spanische Doll und seine Regierung sich den Gründen für ihren Entschluß nicht verschließen lvürden, und hofft, daß sie , ihrerseits Mitwirken, weiteves Elend unv weitere Opfer an 'Menschenleben zu verhüten, so wird sie ebenso verstehen, daß die spanische Ikegiermrg, die bereit ist, zu einem geeigneten Zeitpunkte die Initiative zu ergverfen und ihre Stütze jeder Bestrebung zu leihen, die zu einsm tagtäglich sehnsuchtsvoller herbeige- wünschten Frieden führen kann, andererseits ein autzer- ; gewöhnliches Kriogsrecht nicht als gesetzlich zulassen kann. Trotz der Rechte Spaniens als neutraler Staat und der Gewissenhaftigkeit,

' mit der es die ihm hierin obliegenden Pflichten erfüllt, erschwert diese Avt ber Kriegführung den Seehandel Spaniens nicht nur, sondern untrrbindet ihn sogar, wobei seine wirtschaftliche Existenz bedroht und gleichzeitig das Leben seiner Untertanen ernsten Ge­fahren ausgesetzt wird. Tie Königliche Regierimg baut mehr denn je auf die ihr zur Seite stehende Gerechtigkeit und bezweifelt nickü, daß die .Kaiserliche Regierung sich von freu Gefühlen der Freund­schaft, die beide 'Länder verbindet, leiten lassen und daß sie ferner unterhalb der harterr Notwendigkeiten des schrecklichen mo­dernen Krieges Mittel finden wird, um den Einwänden Spaniens zu eUtsprechen. Diese Einwände beruhen auf der nnabweislichen Pflicht der Regierung, das Leben ihrer Unter­tanen zu schützen lmd die Souveränität in vollem Umfange aufrecht zu erhalten, damit die nationale Exister^ nicht gefährdet wird, wobei sie die Gerechtigkeit urrd das Recht auf ihrer Seite weiß.

Englische Minisierreden.

Rotterdam, 17. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) DerNieuwe Rütterdamsche Courant" meldet aus London: Minister Hender - son sagte gestern rn einer Rede in Manchester: Wir haben das' Gefühl, daß ikyser großes Volk und seine tapferen Verbürrdeten in den nachsteir Monaten auf eine Probe gestellt sein werden, wie nie zuvor, seit die erste Schlacl)t in diesem Kriege geschlagen wurde. Ich teile dieses Gefühl voll und ganz. Ter Minister erklärte dann, daß er rtoch nie so festes Vertrauen gehabt habe, daß die Alliierten ihre Feinde besiegen Nrürden. Die Befehlshaber der im Felde stehen­den Armeen würden bitter enttäuscht sein, wenn sie im kommenden Sommer dem Feinde nicht einen Schlag versetzt haben, der ntit den anderen bekannten Faktoren zusanrmen zu einem Endsiege führen, wie die Alliierten ihn wünschen.

London, 17. Febr. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bu­reaus. Lord Derby hat in Bolton eine Rede gehalten und gesagt: Ich sehe Wversichtlich dem Endergebnis des Krieges entgegen. Aber wir dürfen nicht Ul optimistisch sein oder glauben, daß das Ende leicht «reicht werden wird. Ich glaube, daß Deutschland eine gigan­tische Anstrengung macken wird, um die Oberhand zu gewinnen. Der kritische Z«tpu:rkt des Kanwfes wird in der: nächsten Monaten kom­men. GS werden erfolgreiche Monate fein, aber es wird kein Ueber- rmrnen geben.

Die englische ErpressnngStaktik gegenüber den Neutralen.

Stavanger, 17. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die hiesigen Re-deveren erhalten folgende neue englische Regeln für die Lieferung von Bunkerkohle: Skandinavische unts holländische Sckiffe, die von den betreffenden Häfen nach dem In­krafttreten der deutschen Soesperre Löge gangen sind und in Eng­land nrit der vollen Last gutgeheißener Waren eintveffen, erhalten die Erlaubnis, eine Kohlen- oder Koksladung nach der Heimat mit-

f i^bnven. Gutgeheißene Waren sind Kies, Nitrate, Porphyrite, tterstoffe, Lebensmittel, Grubenholz, Garn, Staht usw. Mit llast nach England kommende Schiffe erhalten die Erlaubnis, eine Kohlen- oder KokÄadimg nach der Heimat zu bringen, wenn sie zwei Fahrten mit Kohlen von England nach den französischen Kianalbäfen oder eine Fahrt nach einem französischien Hafen cm der Biscaya-Brnbt ansführen. Mit Teilladung ankommen-e oder augenblicklich ohne Ladung in England liegende Schiffe werden als in Ballast fahrend betrachtet, befrachtete augenblicklich in England liegende Schiffe können abgehen, wenn sie durch' andere Schiffer der gleichen Nation ersetzt werden, die die genannten Verpflich­tungen hinsichtlich der Fahrten nach Frankreich übernehmen. Dre neuen Regeln gellen für Skandinavien und Holland, für Norwegen jedock erst nach Aufhebung des geltenden Kohl-enverbotS.

Einfuhrverbote in England.

£*> rtb© tt, ;16. Febr. (WTB.) Amtlich wird gemeldet: In ckurzem wird ein Erlaß erscheinen, der die Einfuhr einer großen Anzahl von Waren verbietet außer mit einer Erlcurbnis. Das Handelsamt behält sich das Recht vor, die Erlaubnis für Güter der verbotenen Klassen zu ver­weigern, wenn sie nicht vor dem 17. Februar für den Emp­fänger in denl Bereinigten Königreich verschifft oder von ihm bezahlt sind.

Eine am 16. Februar unter dem Reichsverteidigungs- gchetz ergangene Verfügung ermächtigt das Handelsamt, während des Krieges von allen Kanälen in dem Bereinigten Königreich! Besitz zu ergreifen.

Juckerkarten in England.

London, 17. Febr. (WTB. Nichtamtlich^Manchester Gu­ardian" meldet, daß probeweise Juckerkarten eingeführt

werden.

Die Finanzen Frankreichs.

Bern, 17. Febr. (WTB.) Wie die Pariser Blätter melden, betragen die seit Kriegsausbruch geforderten Kredite über 80,3 Milliarden Franken, von denen 58,5 Milliarden reine nrLitärische Ausgaben sind. Die monatlichen Kriegsforderungen be­tragen im Durchschnitt für 1914 1340 Millionen, 1915 1909 Millio­nen, 1916 2697 Millionen, im ersten Viertel des Jahres 1917 2998 und em zweiten Viertel 3191 Millionen. Der Ausfall an vuldqettnäßrgen Einnahmen in den ersten dreißig Kiriegsmonaten gegenüber der gleichen Normalperiode 1600 MÜlionen, d. i. 45,81 Prozent. Die zurzeit irrt Umlauf befindlichen Staatsschatz- iäjem emadjejt bic LMe von 13421 Millionen. In dem Bericht

betvM Fmanzmiuister Ribot, daß dre größten ScknnerrgkeUen von den ungeheuren Einkäufen im Auslands her­rühren. Diese seien infolge des Anwachsens der äußeren schuld Gegenstand der größten Sorge. Es sei nicht ohne Gefahr, ivenn man von dem Auslande sowohl für Nahrungsmittel wie für Kriegs­material so abhängig sei wie augenblrcklich Frankreich. Es sei un­bedingt notwendig, alles zu unternehmen, um die bisher im Aus­lande gemachten Anleihen herabzusetzen: deswegen müsse die Pro- duktionskraft Frankreichs gesteigert werden.

Die Nachmusterungen in Frankreich.

Bern, 18. Febr. (WTB.) Nach Lyoner Blättern ergriff bei der gestrigen Erörterung des Nachmusterungsgesetzes im Senat der Krügsminister Liautey das Wort und erklärte, es fei unbedingt notwendig, daß das Gesetz schnellstens und ohne Aenderung angenommen werde, da die Einheiten an der Front die Verstärkungen, die aus dem Gesetz erzielt werden, nicht länger entbehren können. Infolge dieser Erklärung wurden die mei- sten Zusatzcmträge zurückgezogen oder nach kurzer Erörterung ab­gelehnt.

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Aus Holland.

Amsterdam, 17. Febr. (WTB.) Die holländischen Tageszeitungen teilen mit, daß sie wegen Kohlen­mangel gezwungen sind, den Betrieb einzuschränken und daß sie deshalb die wettere Ausgabe der seit Kriegsbeginn ein­geführten Montagsfrühausgabe einstellen.

Aus Schweden.

Stockholm, 17. Febr. (WTB.) Die Regierung ordnete vom 19. Febr. an die Beschlagnahme aller Kaffee- vorräte Schwedens an. Es wird eine Rationierung durchgeführt, bei der 300 Gramm im Monat auf den Kopf entsäuert.»

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Türkische Handwerkerlehrlinge in Deutschland.

K o n st a n t i n o p e l, 18. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Nach! dem Osmanischen Lloyd werden durch Vermittelung der deutsch-türkischen Vereinigrtng und mit Hilfe deutscher Handwerkskammern 300 türkische junge Leute nach Deutschland gesandt zwecks Ausbtldung durch Handwerker kleiner Stäote. Später sollen weitere 200 als Hcmdwerkslehrlinge na chDeutschland gehen. Die An­regung hierzu ist von Enver Pascha ausgegangen.

Erfolgreicher ll-vootlrieg.

U-Bootmeldungcn.

Berlin, 17. Febr. (WTB.) Es wurde veröffentlicht, daß ein U-Boot Schiffe von insgesamt 35 000 Brutto­registertonnen versenkt habe. Hierunter befanden sich fol­gende bisher in der Presse nicht genannten Schiffe:

Der englische DampferGravina" (1142 Bruttv- registertonnen), Ladung Südfrüchte;

der italienische SeglerMaria" (1082 Bruttoregister­tonnen) mit Kaffee nach London;

der schwedische SeglerHugo Hamilton" (2536 Bruttoregistertonnen) mit einer Ladung Salpeter.

Unter den übrigen Schiffen war ein Dampfer von 4500 Bruttoregistertvnnen mit Kriegsmaterial im Werte von 60 Millionen Mark nach Aegypten, ein Dampfer von 8200 Bruttoregistertonnen mit Stückgut nach Australien, ein Segler von 2000 Bruttoregistertonnen mit Kohlen nach Frankreich und ein Dreimaster-Vollschiff von 2700 Brutto­registertonnen, das Salpeter nach Bordeaux führte. Es wur­den 18 Gefangene eingebracht, darunter vier Kapitäne.

Ferner wurden neuerdings als versenkt gemeldet drei Dampfer mtt 9600 Bruttoregistertonnen und sechs Fischerfahrzeuge mit 900 Druttoregistertonnen.

Bemerkenswert ist noch, daß eine Reihe der aus der Nordsee zurückgekehrten U-Boote gemeldet hat, daß sie in der Nordsee keinen Handels schiff sverkehr an- gettoffen haben.

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Kristiania, 17. Febr. (WTB.) Die zuletzt gemel­deten großen Erfolge deutscher U-Boote ver­fehlen nicht, hier großen Eindruck zu machen, was teil- lveise auch in der Presse zum Ausdruck kommt durch große .Kopfüberschriften wie:52 000 Donnen im Laufe von 24 Stunden versenkt".

Kristiania, 17. Febr. (WTB.) Die norwegische Ge­sandtschaft in Paris drahtet: Der norwegische Dampfer N o r d k a p" (322 Brnttoregistertonnen), von Bilbao nach Nantes mit einer Ladung Hufetsen unterwegs', ist am 12. Fe­bruar ohne Warnung, 12 Meilen vom Land entfernt, ver­senkt worden. Bon der Besatzung von elf Mann sind vier am 13. Februar in Talmont gelandet. Das Schicksal der anderen rst unbekannt.

Rotterdam, 17. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Hier eingetvoffene Nachrichten besagen, daß am 12. Februar in der Themsemünduna beim Funkfeuerschiff ein englisches Transportschiff auf eine Mine gelaufen und ge­sunken ist.

Rotterdam, 16. Febr. (WTB.) Der belgische Damp­ferEgypte (2412 Tonnen), der französische Dcmtpfer Mont Dantonxi" (3233 Totmen) und der französische DarnpferAinee Maria" (327 Donnen) sind versenkt worden. \

London, 17. Febr. (WTB.) Lloyds meldet, daß die englischen DampferMarie Leonhard" (1466 Brutto- registertonnen), ,,Marion Dawson" (2300 Brutto- registertonnen) undQu eens wo o tt" (277 Brutto- registertonnen) versenkt wurden. Die Besatzungen derMa­rion Damsow" und ,/Queenswoon" wurden gerettet. Der SeglerFriedenshiep" aus Brixhmn und das Bagger- schifsLeven" wurden versenkt.

London, 17. Febr. (WTB. Mchtamttich.) Lloydsmel­dung. Der ertglische DampferLady Ame" (1016 Ämnen) ist auf eine Mine ge sto ßen und sank. Zwei Mann der Besatzung wurden hierbei getötet, fünf verwundet.

London, 17. Febr. (WTB.) Lloyds meldet: Die eng­lischen DampferHopemoor" (3740 Donnen) und Afton" (1156 Tonnen) sind versenkt worden.

Paris, 17. Febr. (WTB.) Meldung der Agence Havas. Der frarrzösische DampferHerrnine" (3810 Brrtttv- registertonnen) ist versenkt worden, die Besatzung ist gerettet.

Bern, 8. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Mailänder Blät­ter melden aus Palma (Hallorea): Ein öfter reichisch- ungarisches U-Boot hat den italienischen DampferO c e a n i a JI (4217 Brultoregi stertonnen) ver­senkt. Die Besatzurtg wurde gerettet.

Bern, 18. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Die Agenzia Nazionale meldet, der amerikanische DampferAmman Law" sei von einem österreichisch-UTttzarischen U-Boot ver­senkt worderr, wovon Wchhirtyton benachrichtigt worden senkt worderr, wovon Washtugtoti benachrichttgt wor­den sei.

Luz dem Reiche.

Bundesratsvescklüsse.

Berlin, 17. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) In der heu­tigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme: Der Entwurf eines Gesetzes über die Erhebung eines Zuschlages zur Kriegs st euer, der Entwurf eines Gesetzes über die weitere Kriegsabgabe der Reichsbank, der Entwurf einer Verordnung über die Versicherung der im vaterländischen Hilfsdienst Beschäftigten und der Eritwurs einer Verordnung über den Verkehr mit Terpentitwl und Kienöl.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht Bekamttmachungen über Druckfarbe und über den Verkehr mtt Knochen, dlnochen- erzeugnissen usw. nebst den am 16. Februar in Kraft getre­tenen Ausführungsbestimmungen.

Der Beleihungssatz für Kriegsanleihen.

Berlin, 16. Febr. (WTB.) Die Hauptverrvaltutrg der Darlehnskassen hat den Beleihunassatz für Kriegs­anleihen von 75 auf 85 Prozent erhöht. Der Beleihung zugrunde gelegt wird für fünfpro^enttge Kriegsanleihen oer letzte Ausgabekurs von 98, für viereinhalbprozerrttge Schatzanweisuttgen ebenfalls der Ausgabekurs von 95, für fünfprozcntiae Schatzanweisungen von 1914/15 der Kurswert von 99. Silberbarren Wunen bis zu zwei- Dritteln deS Marttwertes beliehen werden, der auf 150 Mark für ein Kilogramm Fein bis auf weiteres anzunehmen istz

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Berlin, 17. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Der Gesetz­entwurf zur Sicherstellung des kommunalen Wahl­rechts der Kriegsteilnehmer wurde nunmehr von beiden Häusern des preuß. Landtags rrnverärrbert angenom­men. Er wird voraussichtlich schon in einigen Tagen irr Kraft tteten. Die Landgerneinden, in denen rtach den Gv- meindeverfassnngsgesetzen die Ausstellung und Auslegung der Liste der Gemeindemitglieder sonst zu Beginn des Ka­lenderjahres hätte erfolgen müssen, erlangen durch das neue Gesetz u. a. die Befugnis, von dieser Ausstellung und AuK- legung für das Kalenderjahr 1917 abzusehen und bei etwa notwendig werdenden Wahlen zur Gemeindev e rtre t ung die letzte endgülttge Liste zugrunde zu legerr. Dadurch wird eine erhebliche Arveitsersparnis irr den Gemeinden eintreten.

Berlin, 18. Febr. Wie demBerliner Tageblattt^ gemeldet wird, hat Generalober st von Weyrsch an­läßlich seines 50jährigen Militärdienstjubiläums eine Stif­tung mit einem Kapital von 25 000 Mk. errichtet, die den Namen Lmrdwehrkorps Weyrsch-Tarnamka-Stiftung führt und zur Unterstützung von Offizieren und Mannschaften be­stimmt ist, die in der Schlacht bei Tarnamka als Zugehörige des Landwehrkorps gekämpft haben. Der Stiftung hat der Generaloberst auch den gesamten Betrag der Weyrschspende, die anläßlich seines Geburtstages ins Leben gerufen wurde, hinzugefügt.

Berlin, 17. Feb-r. (WTB. Nichtamtlich.) Verschiedene Mor- gercklätter bringen die Nachricht, daß der Landwirtschafts-, minister Freiherr von Schorlemer sein Plottsseilillo zur Verfügung gestellt habe. Wtt können zu dieser Nachricht mtt- teilen, daß die für den Landnüttschaftsminister nach der Beru­fung des preußischen Staats sekretäsr für Volks­ernährung sich! aüfdvänaende Frage seines Verbleibens im Amte durch allerhöchste Enttchließung in bejahendem Sinne ent­schieden ist.

DerUnabhängige Ausschuß für einen Deutschen Fried etf' hat in seiner letzten Borstands­sitzung Stellung zur derzeitigen polittschen Lage getrommen. Neben der lebhaften Gnugttrung über die Eröffnung des uneingeschränkten U-Bootkriege§ Varn insbesondere die Ueber- zeugung von der Notrvendigkett zum Aütsdruck, der Agitation des Abigsordneten Scheidemann und seiner Gefolgschaft nach­drücklich entgegenLutteten. Gegen den Grundsatz:Jeder ttage seine eigne Last" müsse, rricht zuletzt im Interesse des deutschen Arbeiterstandes, entschieden Verwahrung ein­gelegt werden, denn er bedeute die Bernichtung deutschen Wohlstandes, deutschen Erwerbslebens und deutscher Kultrrr- betätigung für Menschenalter. Mtt allen Mitteln sei dahin zu wirken, daß die am 1. Februar beschrittene Bahn bis zum vollen Endsiege unentwegt weiter verfolgt werde. Dann werde ein Deutscher Friede mtt Wahrung deutscher Macht in Ost und West und Uebersee und mtt größtmöglicher Ab- bürdung unserer Kriegslast auf die Feinde die schweren Opfer des Krieges lvhnen.

Nürnberg, 18. Febr. (WTB.) Die unter Borsitz eine- Schiedsrichtertt>uegimns geführten lanaen Verhandlungen zwischen dem Arbeitnehmerverband und dem allgemeinen deutschen Arbeitgeberverband für das Schneider-Ge­werbe ergaben eine Verständigung auf folgender Grundlage. Bei Stückarbeit wird auf sämtliche Berdiensd- löhne eine feste 25prozenttge Erhöhuirg gewährt. Bei Zeit- arbett erhalten die Dag- und Wochenarbeiter für die Dauer der Streckungsverordnung, die in dem Tarif vorgesehenen Dag- bezw. Wochenlüh ne. Bei Beschäfttgung im Sttmdenlohn werden 25 Prozent Zuschlag gewährt. Alle während des Krieges geioährten Zuschläge kommerr in Wegfall. Alle be­stehenden Tartfe werden verlängert. Sie künnert als Gartzes unter Einhaltung einer dreimonattgen Kündigungsfrist ge­kündigt werden. Nach erfolgter Ansagung der Kündigung sind sofort die Verhandlungen zum LÜffchluß eines Reichs« tarifs in Angriff zu rühmen. Die rteuen Vereinbarungen tteten am 1. März 1917 in Kraft.

A«» Hessen.

Eine Botschaft Kaiser Karls, ha. Darmstadt, 19. Febr. (Drahtn.) Heute nachmit­tag 4Vs Uhr ttifst hier in Darmstadt eine außerordentliche österreichffch-ungarische Gesandtschaft ein, um dem hiesigen Gvoßh. Hofe in offizieller Weise die Thronbesteigung Kaiser Karls anzuzeigen. Die Gesandtschaft besteht aus oem bekann­ten ungarischen Magnaten und Politiker Thun, dem Stutt­garter österreichisch-ungarischen Gesandten und zwei Bot­schaftsattaches. Zu Ehren der kaiserlichen Gesandtschaft findet heute abend eine Hoftafel statt.

Hauptverjammlung des deutschen Landwirtschastsrates.

Berlin, 17. Febr. TerLokal-Anzeiger" meldet: Der

deutsche Land Wirt schaftsrat begarm l)eute vormittag unter dem Vorsitz des Präsidertten des Abgeordnetenhauses Grafen Schwerin-Löwitz die 45. Vollversammlung. Ta die Verhandlungen nicht öffentlich sind, ist auch die Berichterstattung durch die Presse ausgeschlossen.

Berlin, 18. Febr. In der gestrigerr 45. Plenarversammlung des Deutschen Landwirtschaftsrales im Herrenhaus hielt Staats-, sekretär im Reichsamt des Innern Tr. Helffcrich eine Rede, in der er ausfühtte:

In diesem Kampf auf Leben und Tod ist der Landwirtschaft eine Aufgabe von entscheidender Bedeutung zrrgewiesen. Der Brite, als er den Hunger gegen uns aufrief, glaubte sich hoch erhaben über jeder Nahrungsforge. Er hat umgelernt. Vor wenigen Wochen hat der britische LandtoirtschastsminisLer das Wort ausgesprochen- Ter Krieg Nnrd auf dem britischen Acker entschieden.^