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19.2.1917 Erstes Blatt
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Ar. 42

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sämtlich in Gießen.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 17. Februar. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.

An -er Artois-Front und irnS 0 inme - Gcbiet, besonders auf beiden Usern der A n c r e, erreichte der Artil- lenekampf beträchtliche Stärke. Au mehreren Stellen wurden englische Erkundungsabteilungen, südlich non Miraumont ein nach Tromnielftuer entsetzender stärkerer Angriff abgcwiesen.

Heeresgruppe Kronprinz.

An der Aifne, westlich von Berry-au-Bae und in der Champagne, südlich von Ripont, schlugen französische Vor­stöße fehl.

Unsere Fliegergeschwader bewarfen wichtige Anlagen hinter der feindlichen Front ausgiebig mit Bomben. An der Somme flogen mehrere Mrmitionslagcr der Gegner in die Lust: Knall und Erschütterung waren bis St. Quentin wahr­nehmbar.

Oestllcher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prirrzen Leopold von Bayern.

Bei Jlluxt, südwestlich von Luck, bei Zborow, süd­lich von Brzezany und südwestlich von Stanislau scheiterten russische Unternehmungen.

Front des Generalobersten Erzherzog Zosef.

, . x Auf den Höhen nördlich des O j t o z - T a le s haben sich seit Morgengrauen Kämpfe rntsponnen.

Bei der

Heeresgruppe des Gencralfeldmarschalls von Mackensen

und an der

Mazedonischen Front

hat sich die Lage bei geringer Gefcchtstätigkeit nicht geändert.

Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 18. Februar. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern.

Nach lebhafter Feuervorbrreitung verlachten starke eng­lisch,: Erkundungsabteilungen nördlich von Armentiöres und ftidmestlich von Lille, sowie nördlich des La Bassee-Kanals mD bei Ransari in unsere Gräben zu dringen. Sie sind teils m Nlchkümpfen, bei denen Gefangene in unserer Hand blie­be«, teils durch Ferrer abgewiesen worden.

Nach dem Scheitern seines Angriffes südlich von Mi rau- morst am 16. Februar abends verstärkte der Feind die Nacht hindurch seine Artillerrewirkuny und griff auf beiden Ancre- ustrn am Morgen erneut an. In den tagsüber andauernden wechselvollen Kämpfen machten wir einhundertdreißig Ge­fangene, erbeuteten fünf Maschinengewehre und überließen dann dem Gegner unsere vorderen Trichterstellungen.

Südlich von Pys wurde ein heftiger englischer Angriff zurückgeschlagen. Alle Stellungen sind gehalten.

An der Oise bei Dreslinrourt brachte uns ein Vorstoß 14 Gefangene ein.

Front des Deutschen Kronprinzen.

Zn der Champagne lagen die neuen Stellungen südlich von Ripont, auf dem DÄstuftr der Mosel, unsere Gräben im Priesterwalde unter lebhaftem Artillerie- und Mineiw werfer-Beschuß. Die Angriffe kamen in unserem Vernich­tungsfeuer nicht zur Durchführung.

*

3u der Nacht zum 17. Februar bewarf eines unserer Luftschiffe Stadt und Hafen von Boulogne ausgiebig mit Bomben.

OestlicherKriegsschauplatz. #

Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

An der Lawkessa südwestlich von Dünaburg brachen Stoßtruppen in die russischen Linien und führten etwa fünf- zrg Gefangene zurück.

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

In den Bergen nördlich des Oitoztales stellte der Russe den Angriff ein, nachdem seine ersten Sturmwellen in un­serem Abwehrfeuer zurückgeflutet waren.

Heeresgruppe des Gencralfeldmarschalls von Mackensen.

Nichts Neues.

Mazedonische Front.

Nördlich des Doiran-Sees wurde eine englische Kompag­nie, me gegen unsere Posten vorging, durch Artitteriefeuer vertrieben.

Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff.

*

Die Abendberichte.

Berlin, 17. Febr. 1917, abends. (WTB. Amtlich.)

An der A n c re haben sich vormittags bei starkem Artil­leriefeuer neue Jnfanteriekämpft entwickelt

Im Osten keine besonderen Ereignisse.

Berlin, 18. Febr., abends. (WTB. Amtlich.)

Kesimdere Ereignisse fittö nicht gemeldet worden

rrämpse im

Der deutsche Lmidwirtschastsntt Hut sich gestern in <>erirn zu einer Huuptversa-nrmlung zusanunengefnnden, und der Eotcmtssekretär Dr. Helfferich Hut dabei eine Rede ge­halten, dre wir nuchsteherrd wiedergeben und in der zustim- mif ein bedentnngsvolles Wort des britischen Lund- wrrtschufts-ministers hingewiesen wird:Der Krieg wird uns dem britischen Acker entschieden." Diese Rede Helfferichs ist ganz dem gleichen Optimismus durchtränkt, wie ihn dre Vertreter der schärfsten Tonart bei uns bisher un den Tag gelegt tjaben: wir werden dus stolze Jnfellaird Nieder­kämpfen, undwir werden uns den Erfolg nicht entwinden lassen, durch nichts und von niemandem!" Dus ist also eine gründliche Abkehr von der politischen Methode der Ver- mittlungsgedanken und des Pazifismus. Helsferich weist uns nuck), duß der Buu des britischen Weltreichs heute schon m seinen Grundfesten wirtschaftlich erschüttert sei, und er lugt hinzu, daß unsere gewaltig vermehrte U-Bootflotte dem Haupt fände ohne Unterlüß mit Nnichtigen und unbarm­herzigen Schlugen weiter zusetze,bis der Tug gekommen ^rrd, beit jedes deutsche Herr glühend ersehnt." Der Staatssekretär sprach ferner von demeiserneit Ring des -rodes , den wirin unerbittlicher Entschlossenheit um unsereri stärksten und bittersten Feind enger und enger ziehen wurden. Der deutsche Acker gegen den englischeit A u ! baß ueue Losungswort, und wir sehen die

ruuyen Tuyuchen wieder über träumerische Vorstellungen von Weltfrieden uiid Weltverbrüderung triumphieren. Wollte man an einen ewig gesicherten Weltfrieden glauben, sv mußte man auch der Weltvecbrüderung schrankenlos ver­trauen. Unsere Feinde von heute, die uns überreich ihr volles Herz ausge,chntta haben, fverden schwerlich jemals Brüder von morgen werden. Huven wrr Anlaß, die neueste Ankündi­gung des Vertreters unseres Reichsluuzlers von der Welt­wende 1917 mit elegischen Gefühlen zu empfuugeii? Nein, es J? glücklich machen, daß der Sieg der eigenen

Kruft auch das Gesetz der den Weltkrieg überdauernden neuen ist. Wie klingt es hurt und schroff, wenn wir f u J, e ^Tag" in einem Aufsatz des Generalleutnants Rechenau5-crrte Notwendigkeit" folgende Sätze lesen:

i'JLl* iTx£ w 611 P 7 * 1 Mid ht ber uiib durch die

n ' ^^cht bat Zu,tand eines willigen Friedens .werhanpt nicht. Wenn wrr m ihrem großen, vor uns aufge- verstehen, finden wir Endloses über den und Krieg aller gegen alle doch von einem jeden Kämpf aus, chaltarden Zustand ,agt Mutter Natur ünö nichts wirklich w T 501 ® 1 ' ist nichts anderes als eine

.Äjä Kampfzustandes ein völliges Ruhen des Kumpfes wohnt m m der Welt der Illusionen. Wohl ^ Frrechn m seiner Seele erringen, friedlos! Eine WÄt, in 3^ me Erhaltung alles Lebens dre unausgesetzte SckMstgung midi von Lchetvefen zur Voraussetzrmg hat, kwmunrnög- U ®EL ^Erper .ferner dessen Raum nicht debn-

mi und dessen Fulchtertragnts beschrankt ist, dessen fortgesetzt sich mehrenden Bewohner aber infolge des ihnar aufgezwungeneu yrtfam dem Daseinskampf in wachsen­dem Maße urchrstehen, cm solcher Weltkörper ist kein Hort des Friedens. ^Schließlich müssen die Erdenbaoohner in Lagen ge- vaten, m denen der Mtbewerb um die Lebensbedürfnisse bis zu, den äußersten Gmden steigt. Daß solche Annahmen nicht nur auf Phantonwn, sondern auf realen Unterlagen berirhen, beweist die . ^anUbevölkerung, die sich jährlich auf ra^Ä,^/n beziffert. D^BevölkemiNg unseres großen Nachbar- g allan vermehst sich zurzeit im Jahre um etwa

^ Zahl, die eine fortlaufende Steigerung erfahren 50 ^ 1 . Machen,lick roird schon von diescr Seite her in

? k i TT Zähren gegen unsere Grenzen anbranden! Wenn wir

zudem bedenken, daß alle Staatengruppierungen das Ergebnis der

bmeinreichenden kriegerischen Kou- ^ bcit ltnr keinerlei Recht, anzu- fahrm Prozeß kimfttg eine grundsätzliche Aenderung er-

Da stößt das rauhe Soldatenherz auf dieselbe Erkennt- ms, me auch den jungen Goethe überwältigte, als er in die edelste Flut ferner Wertherwvrte crusbrach:Es hat sich vor meiner Seele wre ein Vorhang lveggezogen, und der Schauplatz des unendlichen Lebens v^rwand^lt sich vor mir in den Abgrund des ewig offenen Grabes." Ein großes Volk, dav durch furchtbaren Kampf, durch weite Gefahren, zum Steg geführt wird, hat einen festeren Herzschlag bei der Be­trachtung derzerstörenden Gewalt, die im All der Natur verborgen Utgif , als an milder, weichherziger Dichter Nicht W bC sf deutschen Landwirts schlägt höher bei

bcm Gteba-nfcn be§ (Bwgeä des deutschen Ackers über den englischen, sondern die Seele aller Deutschen glüht an der naren Wegeswarte. Kein fauler, falscher Friede, sondern an starker, werter Bau der deutschen Zukunft, in dem kein Ertkanischer Pazifist gevietender und gesegneter Gast sein

* * -

Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.

WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart.' 17. Februar 1917.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Seit heute morgen greift der Feirw unsere Stellungen nordwestlrch von Herestrau an. Die Kampfe sind im Gange Bn Stanislau, südlich von Zborow und südlich! Br^czeny tvlesen unsere Feldwachen starke russische Erkundnngsabtei- lungen ab.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine besorlderen Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschnlleutnant.

. , Wien 18. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 18. Februar 1917.

Oestlicher Kriegssch a aplatz.

Die gestern gemeldeten Kämpfe nördlich des Oitoz-Tales flauten am Nachmittag ab. Der Feilld wurde iibrrall zurück­geschlagen.

An der Front nördlich der Karpnchen vielfach stärker Austlarungsarbeit.

Italienischer und südöstlicher ,, Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, FeldmarschalleutnanL<

* * "

Angriffe deutscher Marinestugze«g.e.

Berlin, 17. Febr. (WTB. Amtlich.) Deutsche Marin^- slug zeuge belegteii in der Nacht vom 15. zum 16. Fobruav ^. ^mgpt^b St. Pol bei Dünkirchen müi Coxlche mit Bomben. Ein,chläge in bot_ Gebäuden der Flngplatzanlagai wurden beob­achtet. ferner griff ein Wasserflugzeug die in den Towns liegen­den Handels,chiffe mit 20 Bomben an. Sämtliche Flugzeuge sind znrückgekehrt.

Die Kämpfe im Westen.

Berlin, 18. Febr. (WTB. Nichünntlich.) Ti« Franzosen zeigm sich durch die Weg nähme der wichtigen Höhe 185 bamruhigt. Ihre nnederholten Versuche, die verloren gegangenen Höhen,tellungen wieder erobern, brachen blutig zusammeii. Ern.in der Nacht zum Lamstag vorgetragener Handgranatenan- griff führte zu erbittertoi Nahkämpfen, die trotz der Zähigkeit, mit der die Franzosen in die deutschen Stellungen einzudringO! versuchten, zu keinem Ergebnis für den dlngreiser führten. Am Samstag vormittag begann der Franzose sich mit schwerem^ Kaliber auf die neuen deutschen Stellungen einzuschießen. Zahl­reiche französische Flugzeuge lenkten das Feuer. Nachmittags und besonders abends steigerte sich die stanzösische Art-itlerietätigkeit, anscheinend durch rasch herangeführte Batterien mitcxft&U. zu großer Heftigkeit. Die deutschen .Geschütze legten indessen eine so heftige und wirksame Feuersperre aus die sranzöstschcn Stellungen, daß die Franzosen einen erneuten Angriff nicht wagten. Ter fran­zösische Heeresbericht versucht den schweren Verlust zu verschleiern, indem er lediglich mideutet, daß es den Deutschen mit Hilft mehrerer MiElsprengungen gelang, in einen vorsprrngenden Winkel westlicii von Maison-Charnpagne einzudringen. Der vorspriiMmde Winkel itfor indessen eine kunstvoll ausgebaute Höhenbastion, die weithin das Gelände beherrschte und den Angelpunkt der ftaw- zosischen Cliaurvagnefront bildete. Bei dem Angriff eines deutichen Luftschiffes auf Hafen und Festung Boulogne wurden Brande m militärischen Anlagen beobachtet und ebenso gut liegende Treffer in den Hafenanlagen.

Minensprengung bei Zborow.

Berlin, 17. Febr. (WTB. Nichtamtlch.) Aus Gefangenem aussagen war bekannt gewordeir, daß die Russen nördlich von Zborow Minenstvllen gegen unsere Stellungen vorgetriebcn. Diesen Minensdolleii des Gegners wurde durch einal uner- warteten Gegenstoß unsererseits ein Ende gescht. Es galt die feindliche Stellung zu ,türmen, die Eingäige zu den Stollen zu ftnden imd drese zu, sprmgen.. Tie Stoßtrupp-, denen die schwere Aufgabe zuftel, die ftindlche Stellung zu nehmen und sie mr dre Tauer der Pionier-Arbeiten zu halten, beftaiidLn aus- schlreßlich aus Mannschiaftai, die sich in mehr als iwtwatdiger Zahl freiwillig gemeldet hattenein Beiveis für den vortrefflichen Geist unserer Leute Am 14. Februar um 3.30 lchr nachmittags sturntten nach ernernhalbstündiger artilleristischer Vorbereitung diese Stvßtrntpps dre sandliche Stellung in einer Lülsdehnung von etwa 600 Meter und drarrgen bis in die zweite russische Linie vor Tic gesanite Besatzung der feindlichen ersten Linie, welche Dank unserem gittgaftllen Artillerie,euer zunr größten Dell in den Unterständat geblieben war, wurde gefangen genommar. Tie hinter der In­fanterie vorrückenden Minensnch patro uillen stellten fünf Miium- stollen m dem gestürmten Mschnitt fest. Einer derselben war bereits lmndert Meter lang und reichte bis unter unseren Graben- er war schon zur Spren.gung geladen und vorbereitet. Die andern wer ^ s tellen, welche erst je etwa 25 Meter vorget rieben waren, kowtten durch mitgekmachte^Ladungeii sofort gesprengt u^> un­schädlich gemacht, werdor. ^er lange HunderLmeLer-Stollen hin- gegm benötigte ewer Pionterarbell von fünf ^Stunden Tauer, also ernes reckst langen .Zeitraumes, ,rührend desftn unsere Stoß- rustrschar Linie liegend, fick- ständig^ ^3, llebermackst geführter Türgriffe zu erwehren hatten,

c. sie langsam, planmäßig, vom Fell««

Stellung wieder zuriickgeben. Fünf

S lmt9enc " SWet W;inaBoc, * r

Die spanische Rote an Deutschland.

.^.^derlin, 17 Febr (WTB. Anttlich.) Tie Antwortnote, welche die spanische R c g i c r u n g bem kaiserlichen Botschafter 5^0 Ms überreicht T>at mtb dessen rickstiggcRellter /.^ä^ äer ,panischen Botsckpaft in Berllli nunnrebr der wie folgt^ Aegierung zugestellt ivorden ist, lautet tu lftbersetzung

königliche Regierung lyat die Note 'eingehend geprüft, die ihr am 31. Januar ilberreicht haben und in der ^esttnmfte Cutschluß der deutschen Regierung angckündigt wird ^m folgenden ^age ab reden Schiffsverkehr nur Großbritaimicn' ^^Erei^' Jtalien und un östlichen l>Nittelme^ oftie weiters und mrt allen Mitteln zu unterdrückeii. Ich inuß sagen daß ilw ?übvt&l ^nigliche Regierung sehr schmerflich be-

Tie korrekte neutrale Haltung, die Svanien Anfang an eingenonunrn und die es mft nmuschilttei-lick^r kert und Loyalität ausreckst zu erhalten aeivuß!

Recht zu verlangen. dZ d7s ^ ^

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