Die Erfolge öe$ U-voottrieges.
Die feindlichen Gesamtvcrluste von Liriegsschrffen.
Berlin, 12. Febr. Im Monat Januar sind in der yollaudisä-en Küste 237 Minen angetrieben worden. Hiervon sind 230 englisch, 6 unbekannter Herkunft und nur eine einige deutsch. Im ganzen sind bisher 1877 Minen angetrieben worden, und zwar, 1229 englischer, 258 deutscher-, bl srcurzösischer urid 326 unbekannter Herkunft.
Die Ge s amtv er lu ste unserer Gegner an Kriegs schissen beliefen si chbisber auf 825 535 Tonnen;^ rrichä eingerechnet sind dabei Hilfskreuzer und Hilfsschiffe. Diese Donnenzahl übersteigt die der gesamten fränkischen Flotte zu Beginn des Krieges, die die drittgrößte Seekriegsmacht der Welt ist, um IM 000 Tonnen.
Wieder 60 000 Tonnen versenkt.
Kristiania, 12. Febr. „Morgendladet'" berichtet aus London: 18 britische Schisse von 60000 Domren sind des weiteren versenkt worden.
Bern, 12. Febr. (WTB.) „Temps" bringt eine Lloyds- Lifte der versenkten Schiffe von gestern, die vier englische Dampfer, darunter den bereits gemeldeten Postdampfer „Mantola" (8250 Tonnen), zivei norwegische Schiffe und drei holländische Segler von insgesamt ungefähr 25 000 Tonnen auftveist.
London, 8. Febr. MTB. Nichtamtlich.) „Daily „Daily Telegraph" gibt den Gesa-mtverlust an Schiffsraum vom 7. Februar auf 28941 Donnen an. Das Blatt meldet noch dnr Untergang folgender Schiffe: „Ctiffonian" (4303 Tonnen), „Explorer" (7600 Tonnen), beide englisch; drei kleinen Schonern, der englischen Dampfer „Palm Loaf" und „St. Mnrn" aus Glasgow (3026 Tonnen), des Fischdampfers „Melhaide" (133 Donnen).
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Berlin, 1L. Webr. (WTB. Amtlich.) Das deutsche Torpedoboot ,/B 69" ist, nachdem es mit eigenen Mitteln seine Seefähigkeit wiederhergestellt hatte, in der vergangenen Nacht aus Dmuiden ausgelaufen und heute ftüh wohlbehalten in einem deutschen Stützpunkt eingetroffen.
Eines unserer Unterseeboote hat am 10. Februar in den Hoosden ein französisches Marineflugzeug abgeschossen, zerstört und die beiden Insassen gefangen genommen.
London, 12. Febr. (WTB.) Lloyds meldet: Der englische Leichter „Dendow" und das Fischerboot „J nv erlhon"' wurden versenkt.
London, 12. Febr. (WTB.) Lloyds meldet, daß der englische Dampfer „Netherlee" (4227 Bruttoregistertonnen) versenkt worden ist.
Bern, 12. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Laut „Matin" ftnd seit der Verkündigung des verschärften U-Bootkrieges die Gebühren für Schiffsfrachten in Cette um 200 Prozent, die Versichernngstarise von 4 auf 7 Prozent gestiegen. Alle spanischen Schiffe wurden fofort abgerufen.
Bern, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „Temps" meldet, wrrrüe die spanische Botschaft in London telegraphisch angewiesen, zu verhindern, daß spanische Schiffe die Rückreise antreten, bevor sie die Versieh nmng erhielten, daß die Rückreise ohne Gefahr ausgeführt werden könne.
Bern, 12. Febr. (WTB.) „Temps" zufolge wurde der französische Schoner „Marth e"" (154 Tonnen) versenkt.
Aus dem Kelche.
Gegen den Trinkzwang in Speisewirtschafter,.
Der Präsident des Kriegsernährun g s amtes hat in einem Rurcdschr eiben an sämtliche Bundüregieruns- gerr zu der Unsitte des Trinkzwangs, der ganz besonders jetzt in der KriegSzeit den Verhältnissen nicht erttspricht und zu vielen Beschwerden Anlaß gegeben hat, Stellung genommen. Aus dem Rundschreiben veröffentlichen die „Mitteilungen aus dem Kriegsernährungsamt"" folgendes:
In Gast-, Schank- und Speisewirtschaften wird vielfach die Abgabe von Speisen davon abhängig gemacht, daß der Gast Getränke, namentlich Mer oder Wern genießt, oder doch ein Aufschlag erhoben, wenn diese Bedingung nicht erfüllt wird. Dieses im Auslände unbekannte Verfahren wird vielfach mit Recht als g e m e inschädlich und insbesondere auch als mit den Forderungen der Kriegszeit nicht in Einklang stehend empfunden. Es führt zu einer Vergeudung von Mer und Wein sowie zu einer V e r t e u e - rnug der Speisen für den Verbraucher, der bei der vielfach sehr beträchtlichen Erhöhung der Bier- und Weinpreise gezwungen w-rrd, für Genußmittcl, auf die er -häufig gern verzichten würde, Gew aufzuwenden, das er sonst für Beschaffung von Speisen und sonstigen Nahrungsmitteln verwenden könnte.
Ich würde es für erwünscht Hallen, daß da, wo sich Mißbräuche auf diesem Gebiete zeigen, von den örtlichen Verwaltungsstellen emgeschritten würde. Die Vorschriften im § 12 Nr. 1 und 5 § 15 Ws. 1 und 3 der Verordnung über die Errichtung von P re'is- prü f u n g s ft el l e n und die Versorgungsregelung vom 25 September 1915 in der Fassung vom 4. November 1915 (ReichsMesctzbl Z. 728) geben dazu die geeignete Handhabe. Ach Grund dieser Vorschriften würde beispielsweise verboten werden können, die Abgabe von Speisen in Gast-, Schank- und Speisewirtschaften davon ch»hchlchg zu machen, daß der Gast Getränke entnimmt, oder den M^is für Speisen für den Fall zu erhöhen, daß der Gast Getränke nicht genießt. ,
Giehensr Nonzertverel«.
Gießen, den 11. Februar 1917.
Me Aufgabe, die sich uw er hiesiger Konzettverein stellt, alle hätten vornehmer Musik in höchster künstlerischer Ausführung seinem Publikum zu bringen, wurde in seinem 6. Konzerüwiederum glänzend gelöst. Diesmal brachte uns die Veranstalüwg sehr selten gehörte Klavierwerke zu vier Händen, teils auf zw^Ttecks auf einem Klavier. Selbstverständlich waren es Originalwerke unserer großen Meister. Bekanntlich ist ja die Musikliteratur an solchen nicht eben lehr reich; bei vierhändigen Werken handelt es sich meist um mehr oder weniger gute Transkriptionen. Der Konzertverein bot unsj bisher zwermal Gelegenheit, vierhändige Originalwerke zu hören; vor einigen Jahren durch das Ehepaar Pembaurund noch etwas länger zurückliegend durch Pros. R e g e r und Prof. Trautmann Besonderes Interesse brachte man dem sonntäglichen Konzert entgegen, sind doch tue Aussührenden seit langen Fähren als hervorragende Künstler beliebt und geschätzt. Herr Wilhelm Backhaus und Herr Prof. T r a u t m a n n, die Seele des so lebhaft pulsierenden musikalischen Lebens in Gießen, hatten sich znsammen- getan und gaben dem Abend ein hohes künstlerisches Gepräge. Ihr Zusammenspiel war ein kongeniales Sickyneinanderfügen, ein sich gegenseitiges Ergänzen, ein im Technischen und Tonalen so Gleichwertiges, wie es eben nur zwei ganz großen Künstlern erreichbar ist. (
Das erste Werk, das uns die Künstler boten, war „Andante und Variationen von Schumann, Opus 46"; ursprünglich für zweff Klaviere, zwei Celli und Horn entworfen, aber schon nach der ersten Probe wurde das Wer? auf zwei Klaviere beschränkt. Ein sehnsüchttg singendes Thema in Rede und Widerrede aus die beiden Klaviere verteilt, das bald erregt aus- und ab- bald in melodischem Drang harmonische Seitemvege mit über- rasch enden Ausblicken einfchlägt, bald in pikanten Synkopierungen emhergehp Das gesamte Schassen Schumanns steht unter dem Ein- üu» des Klaviers, es war ja sein Traums ein großer Virtuose zu werden. Durch die Lähmung einer Hand wurde er rum zum Dichter
Die Preisprüfungsstetlen werden gut mit, auu> mcerieus üieje Verhältnisse zu prüfen und gegebenenfalls entsprechende Anregungen bei der Gemeindeverwaltung zu geben.
Aus Hessen.
Die Haushaltsberatung im Finanzausschuß.
rb. Darmftadt, 9. Februar.
Der Finanzausschuß der Zweiten Kammex erledigte in der heutigen Sitzung den gesamten Hauptvoranscklag mit Ausnahme einiger Kapitel aus dem Ministerium des Innern, da der Referent verhindert war. Im allgemeinen wurden die Ansätze der Regierung gutgeheißen, nur über folgende Punkte soll noch in eine Besprechung mit der Regierung ein getreten toerden: Bei dem Ministerium der Justiz soll die Frage behandelt werden, ob nicht richterliche Kräfte durch Einschränkung der gerichtlichen Tätigkeit freigemacht' und anderweit Verwendung finden könnten. Ebenso soll die Höhe der Schreibhilftosten besprochen werden. Beanstandet wurde für 1917 der Betrag von 5000 Mark als Beihilfe zur Ausbildung junger Juristen. Bei dem Kapitel Geometer soll die Frage der Bezahlung der Katastergeometer mit der Regierung erörtert werden. Ferner wurde beanstandet die Summe von 11 200 Mk. für Anstrich und Ausbesserung der Wormser Brücke. Bei Kapitel 116b betreffend neue Forderung von 165 000 Mark zur Erhöhung der Bezüge der Staatsdienstanwärter wurde angeregt, entweder die Vergütung noch weiter vorsstreiten zu lassen, als von der Regierung vorgesehen, oder eine Zulage für solche Fälle zu gewähren, m welchen die Staatsdienstanwätter Kinder haben. Hierüber sollen ebenfalls noch Verhandlungen mit der Regierung gepflogen werden. Die nächste Sitzung findet Mittwoch vormittag in Verbindung mit der Großherzoglichen Regierung statt.
Hessische Staatsverwaltung und bargeldloser Verkehr.
Wie die geschäftlichen, industriellen und landwirtschaftlichen Kreise, so ist auch die hessische Staatsverwaltung daraus bedacht, dem gegenwärtigen Mangel an Bar- und Kleingeld nach Möglichkeit entgegenzutreten. Es wurde bekanntlich schon früher die Bestimmung getroffen, daß alle Zahlungsverpflichtungen, Gebühren, Gefälle, Schuldbeträge usw. Mts dem Wege des Postscheckverkehrs erledigt werden können. Im ireuen Staats Voranschl ag ist die Regierung noch einen sehr bemerkenswerten Schritt weiLergegangen, um den Beamten, Lehrern, Rentenbeziehern usw. die bargeldlose Zahlung zu ermöglichen. Es wird darüber im neuen Voranschlag folgende generelle Bestimmung getroffen: Die dringende Notwendigkeit, den Bargeldumlaus zu vermindern, verlangt, daß auch die Beamten wiederholt darauf hingewiesen werden, den bargeldlosen Zahlungsverkehr zu fördern. Um den Beamten auch im Falle der Ueberweisung ihrer Staatsstenern durch eine Bank, Sparkasse oder Kreditgenossenschaft oder durch das Postscheckamt die Steuerzahlung unter allen Umständen zu ermöglichen, soll künftig, abweichend von der im Kapital 115 (Ruhegehalte) und Kapital 41 (Volksschulen) angegebenen Art der Anzahlung der Gehalte und Ruhegehalte folgende Regelung getroffen werden: Die Regierung wird ermächtigt, anzuoronen, daß die festen Dienstbezüge und Rn hegehalt «e der Beamten und Lehrer künftig bereits am 22., oder, wenn dieser Tag auf einen Sonn- und Feiertag fällt, am vorhergehender: Werktag des dem Gehaltsmonat voraus gehenden Monats, im Dezernber am vierten Wochentage vor Christfest ausgezahlt oder überwiesen werden. Für die Vergütung der nicht augestellten Beamten, sowie für die Wittoen- und Waisengelder bleibt es vorerst bei der seitherigen Regelung.
Die Versorgung der Bevölkerung mit Vollmilch.
Mg. R e h hat in der Zweiten Kammer folgerte Anfrage an die Regierung gerichtet: ,
In Nr. 13 der Frankfurter Aerzte-Kdrrespvndenz vom 15. Dezember 1916 teilt der Aerzte-Ausschuß unter anderem mit, daß ohne ärztliches Zeugnis an Vollmilch bewilligt wird: 1. für Greise vom 75. Lebensjahr an Vs Liter, 2. für Säuglinge bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres 1 Liter; wenn die Kinder gestillt werden, kommt die Milch der Mutter zu, 3. für Kinder vom vollendeten ersten bis zum vollendeten sechsten Jahre Vs Liter, 4. für Kinder vom sechsten bis vierzehnten Jahre Vt Liter.
Im Gegensatz zu Hessen wird lediglich den Kindern vom ersten ms vierten Lebensjahr Vt Liter weniger verabfolgt, während 1. die Kmder vom sechsten bis vierzehnten Lebensjahr 1/4 .Liter, 2. die Personen über 75 Jahre Vs Liter ohne weiteres erhalten.
Da Hessen der hauptsächlichste Lieferant von Milch für Frankfurt a. M. ist, so dürfte doch eine Gleichstellung der hessischen Bevölkerung ermöglicht werden können. Ich ftage daher an: 1. Ist Großh. Regierung bekannt, daß in Frankfurt a. M. die oben angegebenen Milchmengen gewährt werden? 2. Besteht nicht die Möglichkeit, in Hessen in gleicher Wttse zu verfahren?
Neue Kuranlagen zwischen Friebberg und Nauheim?
Abg. Dorsch-Wölfersheim hat in-der Zweiten Kammer folgende „eckige Anftage" eingebracht:
„Hat die Regierung Kenntnis davon, daß man in einer Zeit, wo jeder Zentner Hew Kartoffeln imb Getreide zur Aufrechter Haltung unserer Volksernährung, zur Sicherung unserer Viehbestände nöttg ist, m Bad-Nauheim über 200 Morgen Ackerland und Wiesen U Parkanlagen umwandeln »El, und ist dieselbe bereit, darüber Auskunft AU geben, ob die Neuanlage erforderlich ist?"
Die hessischen Weinbaudomänen.
Zu denjenigen Kapiteln des Staats Voranschlags, welche durch dre gegenwärtige Kriegslage nicht gelitten haben, gehört u. a. auch Kap. 3, Weinbaudomänen. Im vorigen Jahre waren die Einnahmen aus Wttn, wie im Jahre 1915, auf 150 M0 Mk. emgeschätzt worden. Mit. Rücksicht auf die großen Weinbestände, sowie be- onders auf die damals schon sehr günstige Konjunktur des Wernmarktes hatte der Finanzausschuß der 2. .Kammer diesen Ein- nahntepoften auf 180 000 Mk. erhöht, so daß bei einer Gesamteinnahme von 191 705 Mk. und einer Gesamtausgabe von 206 453 Mark ein Sbcvatszuschuß von 14 748 Mk. erforderlich war. Im neuen Staatsvoranschlag hat die Regierung geglaubt, die Summe ur verkauften Weck: nm weitere 20 000 Mk., also auf 200000 Mk. erhöhen zu können. Es lagerten zurzeit der AufftMrng des neuen Voranschlags in den To mäneukellereien 389 Halbstück älterer w^mrrw—tri-iimim—p«aww miinn » imi „ imitmaammmmaummmimmmmmmaamm
brr Tastenwelt, die die Sehnsucht seiner Jugend nun in weit höherem Sinne erfüllte. Geradezu verlockend war für ihn die Varia- ttonsform, hier erstrebte er die dichterische Verklärung des Tbemas rmt glmrzenden Mitteln. .
Tie Kornpositionen für zwei Klaviere scheinen Mozart eine Zertlang besondere Freude gemacht zu haben. Im Dezember 1783 ul tue Fuge m v-moll vollendet und schon; Anfang des Jahfts k7o4 dre Sonate in 0-dur. Der 1. Satz ist der bedeutendste. Tie Durchführung ist nicht genau ausgeführt, aber kräftig und wir- rnngsvoll. Das Andante ist voll herrlichen Wohlllangs, aber durch dre vellj:ändige Mederholung dcs crste-i Teils etw s sehr ausgedehnt. Sehr graziös und voll wundervoller Frische ist der letzte Satz. Das Autograph ist im Besitz von Jul. Andrs in Frankfurt.
Tie datterten vierhändigen Stücke für tm Klavier von Schurrt entstanden, abgesehen von einigen, aus der Konfiktszeit j^'y^bnden Versuchen meistens in den letzten Lebensjahren des Meisters. Das Vierhändigspielen war in jeirer Zeck eine verhältnis- mäßl.g neue Mode. Haydn hatte als erster, nwhl zu Lehrzwecken, vierhändige Stücke geschrieben und Mozart gckt als der Erftnder des vierhändigeir Satzes, aber erst Schubert erreichte darin eine! hohe Vollendung.
Im Anfang des Ja ln es 1828 schrieb Schubert seme große Fantasie in ?-moll, der Gräftn Esterhazy gewidmet, ein seiner hohen Schönheit wegen mit Vorliebe gespieltes Werk. Schuberts Freund Bauernfeld nottert unter dem 9. Mai 1828: „Heute hat mir Schubert mit Lachner seine neue, wunderbare vierhändige Hanta sie vorgespielt." Der Sonate schlossen sich -noch zwei M är- 1 che von Schubert an, die in ihrer prachwollen Rhythmik und frischen lebendigen Weise ungeheuer wirkten. Tie .Künstler gaben, bu einer Zugabe genötigt, den bekannten Mckitärmarsch von SchMert zu, der den Abend höchst wirkungsvoll abschloß. '
.Als Solist ttat Herr Backhaus mit der Liszt'schen Sonate in 3-moll hervor. Sie stammt aus der Weckwarer Zeck, ist Rob. Schumann gewidmet, znm Dank für die 0-dur-Fan- tasre, die Schumann dem Weimarer Meister zugeeignet hatte. (In späteren Ausgaben unterdrückte Klara Schumann diese Widmung
Wetne, wat,veiw zur oer ^msflellultg oes ooriayt.igeit fu;lagco mir 313 Hatbjtücke vorhanden waren. Ter Herbst 1916 hat iveiter rund 67 Halbstück gebracht. Voraussichtlich weroer4 hiervon im Frühjahr 1917 der Rest der 1911er, die 191-4er und ein Teil der 1915er Weine, im Frül-jahr 1918 ein weiterer Teck der 1915er Weine versteigert loerbeit. Wie in den amtlichen An- inerkungen zu diftem Kapitel betont wird, sind die 1913er Weine freihändig an die Mckitärverwaltung verkauft worden. Ta mm Aber besonders in den letzten Mp waten sich v ÄMintliäji bei allen Wernversteigerungen eine ganz außerordentl iche Preis st eige-« rung, zum Teck um den doppelten, ja sogar vierfachen Betrag, ergeben hat, so ist wohl als selbstverständlich zu ermatten, daß auch der diesjährige Abstoß per Produkte mtsever Weinbaudomäne ebenfalls viel höhere Ergebnisse zur Folge haben wird. Es erschenck: darnach durchaus gerechtferttgt, daß bei den bevorstehenden Budgeb- beratungen der Zwecken Kammer der von der Regierung in Vorschlag gebrachte Einnahmeposten von 200 000 Mk. eine sehr wesentliche Erhöhung ersähtt. Aber auch ohne eine solck>e Erhöhung tst das Kapitel Weinbau-Domäne im neuen Voranschlag als er. freut ich zu betrachlten, weil es zum ersten Male seit Errichtung der Großh. Weinbaudomäne fast ohne ei ue n Staats schuß absch-ließt. Die Gesamteinnahme des Kapitels ist im Voranschlag auf 212 955 Mk. berechnet, die Ausgabe aus 213 054 Mk., so daß also nur noch 99 Mk. zu decken bleiben.
Aus Studt und Lund.
ließen, 13. Februar 1917.
S. U. Von derLandesuniversität. Der Direktor des Kgl. preuß. hygienischen Instituts in Saarbrücken Pros. Dr. Emil Gotschlich hat den an ihn ergangenen Ruf an unsere Universität^ als ordentlicher Professor der Hygiene zum 1. Aprck 1917 angenourmen. — Der äußernrdentliche Professor für Physiologie in Tübingen Dr. Karl Bürkex hat einen Ruf als ordentlicher Professor der Physiologie an unsere Universität erhalten.
** Oberhessischer Kunftverein. Die Gemälde- Ausstellung ist morgen Mittwoch von 11 chis 1 und am Nachmittag von 3 bis 5 Uhr geöffnet. Donnerstag und Freitag bleibt die Ausstellung wegen teckwesser Aenderung geschloffen.
** Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Am 8. Februar hiett Professor Dr. v. D ü r i n g, zurzeck in Steinmühlo bei Obererlenbach, einen Bottvag über Deutschland und die Türkei. Der Redner war von 1889 bis 1P)3 als Arzt mid hoher türkischer Beamter in Konsüanttnopel und im Innern Klein- Kens tättg und darf daher als ein wirklich genauer Kenner türki- Icher Verhältnisse gelten. Er besprach zuerst die Entwicklung des deutschen Einflusses auf die Tüttei seck 1671. Das H<mptverdienst für dessen Steigen gebührt zwei Männern, dem Kaiser, der durch seine zwei Besuche in der Türkei einen außergewöhnlichen! perjönltchen Eindruck aus j>ie regierenden Kreise und das Voll geniaüft und die Stellung des Sultans Abdul Hamid dadurch gewaltig gehoben hat. Tmm dem General v. d. Goltz, dessen erstaunliche Fähigkeit sich, in die Anschauungen der mohammedanischen Welt einzmeben. ihm ein geradezu legendäres Ansehen verschafft iKti. Tie Wuderaufrichtung der Tüttei begann nach dem Kriege gvgen Rußland 1877 durch Erneuerung des Heeres; Ende der 1880er Jahre kamen die ersten deutschen Offiziere dahin, aber sie fanden immerhin große Schwierigkeiten. Dennoch erstreckte sich der deittsche Einfluß allmählich über das Heer hinaus auch M's die Zivilverwaltung wenigstens insofern deutsche Wissenschaft und Dech- nck namentlich zum Bau der anatolrschen Bahn und ihrer Fortsetzung, der Bagdadbahn, herangezogen wurden. Wenn trotzdem! die Tüttei im Balkan krieg 1913 Msammenbvach, so lag das an der Durchsetzung des Heeres mit Christen, denen der national-os manische Gttwnke ganz fern lag und die aMald die Waffen rregwarfen. Erst durch die erneute Konzentrierung aus rein mohammedanische Truppen, ist es der Türkei gelungen, im gegenwärtigen Kttege ähnliche Erfolge zu erzielen; wie in früheren Jahrhimderten. Denn ein eigentlicher osmanischer Staatsgedanke sehtt, der Islam allein hält das Reich zusammen, .Außerdem hat die Interessengemeinschaft zwischen Deutschland und der Tüttei wesentlich zum Durchhalttn im jetzigen Kriege oer- hollen. lieber die Aussichten des deutschen Einflusses auf die Tüttei in den Jahrzehnten nach dem Kriege sprach der Redner sich nicht ans, bewnte aber, daß die vottiegenden Schwierigkeiten nicht gering seien und es großen Taktes und ruhiger Zurückhaltung bedürfen werde, um die Stellung Deutschlands in der Türkei zu erhalten.
Ter zweite Teil des Vortrags hielt sich an eine große Reihe vorzüglicher wertvoller Lichtbilder, dir Verfasser auf seinen Reisen in Kleinasien genommen hatte. S.
** Kohlenersparnis. Auf Grund des § 12 der Bundesrntsbekannttnachnirg über die Errichtung vvu Preis- prüsungsstellen und die VersorgungsregelUng vom 25. September 1915 in der Fassung vom 4. Nov. 1615 wird für daS Großlierzogtum Hessen angeordnet: Die Beheizung von Theatern, Konzerffälen, Versammlungsräumen und allen öffentlichen Vergnügungsstätten einschließlich der Wirffchaften mit Varistskonzession ist verboten. In besonderen Fällen kann von den Großh. Kreisämtern eine Ansckahmebewilligung zugestanden werden.
w D i e Gemeinnützige Rechtsberat ungS st eile des Evang. Arbeitervereins wurde tm Monat Januar von 24 Personen in 29 Fällen in Anspruch genommen und zwar von 11 männlichen und 13 weiblichen Personen. Davon waren 13 Angehörige von Kriegsteilnehmern, 12 sonstige Personen. Dem Beruie nach gehötten b dem Arbetterstande an, 10 waren Gewerbetreibende, 5 kleine und mittlere Beamte, 4 sonstige Personen. Von den erteilten Auskünften betraien Arbeiterversicherung 14, Angestelltenversicherung 1, Kriegsversorgung und sonstige mUt- tärische Angelegenheiten 7, Bürger!. Recht 2, Steuersragen 2, Sonstiges 3 Fälle.
an Liszt aus persönlicher Feindschaft.) Tie Sonate ist Lffzts her- vorragendstes und bestes Klavierwett, ein Meisterwerk, das inrmense Anfordermrgen in technischer und geistiger Beziehung stellt mrd deshalb von den meisten Piaiästen ängstlich gemieden und dadurch dem Publikum leider fast ganz unbekannt ist. Die Sonate ist nicht in klassischer Form, sondern als freie Fmttasiesonate in einem Satz geschtteben. Verschiedene Schumann's che Themen llingen darin, und interessant sind für uns Törre, die sozusagen den Waaner'schen Parsifal vorausahnen lassen, ähnlich wie dies in andern Liszt'schen Komposittonen für Triftau-Mottve sich Nachweisen läßt. Herr Backhaus spielte die Sonate mit so viel Empfinden und blühenden, leuchtenden Farben, so viel straffer Rhythmik und blendender Technik, daß sie wundervoll plastisch vor uns ersbmd.
Herr Adrian van der Stap gehött zu den wenigen Sängern, die sich heute noch auf die hohe Kunst des Bel Canto verstehen. Seine Vorttagskunst ist an den besten italienischen Vorbildern geschult, er singt mit sehr feinem Geschmack und mit warment und weichem Bariton, der die hohe Sttmmlage der alten Schreibweise leicht und zart nimmt. Auch er hatte kein alltägliches Programm gewählt, er brachte uns Mozart und einige italienische Lieder aus dem 17. Jahrhmidert. Tie Mvzattsche Atte: „Mentte ti lascio, 0 siglia"" setzt viel musikalische Empfindung und Bildung vovaus. Sie nimmt durch die Schönheit der Form und durch edlen Ausdruck einen hohen Rang unter den Atten Mozarts ein. Gewidmet ivurde sie Gottftied von Jacquin, in dessen Ettern Hause Mozart viel Liebes und Gutes genossen. Herr van der Stap wurde den: anspruchsvollen Wette ebenso gerecht wie den folgenden alb« iltalienischen Liedern des „Buononcini und Salvator Rosa", jenes berühniten Malers, der noch nebenbei Komponist, Sänger und Schriftsteller war. Es lag viel Stck in dem Bottrag der Lieder, und es war schade, dah die Zugabe (Du bist wie eine Blume, vow Liszt) durch zu iveiMiche L>Üße den schönen Eindruck jener alb. klassischer Gesänge ttwas schwächte. Zu empseh^n wäre es, würde bei nicht deutschen Tetten die deutsche Uebersetzmrg dazu gesetzt und ber dem nächsten Konzert wieder das weich.', nicht knisternde Paprer beibehalten werden« ätz


