Ausgabe 
10.2.1917 Erstes Blatt
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etner Äetrelloeladmig Dran StrgenÜiriet für daS W&&e

HtlfSdomitee unterwegs, am 1. Februar westlich vvm k^rml infolge einer Explosion gesurrken^ 17 Mann der Besatzung JSrS?« ertrunken und nur der erste Maschinist gerettet sein. In Dänemark wird der Unfall aus ein deutsches Unterseebvot zuruckgeprhrt.

. Demgegenüber ist folgendes festAustellen: Nach den den deutichen Unterseebooten erteilten Befehlen ist es ausge- schtosten, daß ein dänischer Dampfer oder ein Schiff mit den Abzerchen der belgischen Hilfskommission bisher westlich der Lrmen DoverCalais ohne Warnung torpediert wor den fft. Es ist daher mit größter Wahrscheinlichkeit anzu nehmen, daß ,Lo-rs Kruse^' auf eine Mine lief.

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Der englische Druck auf die Neutralen.

Berlin, 8. Febr. (WDB.) Ein neues Beispiel der Vergewaltigung der neutralen Schiffahrt durch England gibt der Bericht des Kommandanten eines! unserer dieser Tage von einer Unternehmung zurückgekehr­ten Tauchbootes. Das Tauchboot hatte Anfang Januar einen auf der Reise von Buenos Aires über Falmouth nach Amsterdam bestimmten holländischen Dampfer angehalten, der unter anderem auch eine für die englische Regierung bestimmte Ladung von 15 000 Kolli Tomaten und Bananen un Werte von 500000 Mk. an Bord hatte. Diese Ladung wurde als Bannware auf Befehl des Tauchbootskomman- vanten über Bord geworfen. Bei diesem Anlaß erklärte der Kapitän des Dampfers, daß er diese Ladung gegen seinen Willen in einem neutralen Hasen habe an Bord« nehmen müssen, weil er sonst keine Kohlen er­halten hätte. Auch feine Besatzung habe sich volle zwei L.age geweigert, die Bannware an Bord zu nehmen, 'weil imch dem Heuerkontrakt der Dampfer keine Bannware führen durfte.

Kaufangebote auf norwegische Schiffe.

Kristiania, 8. Febr. (WDB.) Es liegen auch von französischer Seite Kaufangebote aus nor- wegisck^e Tonnage vor, nicht so sehr auf schwimnrende, als vielmehr auf im Bau befindliche Schiffe, die für norwegische Mchnuug auf ameri kam scheu Schiffswerften liegen.

Kristiania, 9. Febr. (WTB.) Zu dem englischen A^ebot an die norwegischen Reeder, die in englischen Hafen liegenden norwegischen Schiffe aufzu- Hw***t en ' dens Tegn", das sogar von eiriem

Angebot zum Arrkarff der ganzen norwegischen Tonnage fprrcht, in einem Aufsatze unter der UeberfchriftSelbst­aufgabe" davor, auf ein derartiges Anerbieten einzugehen. Was Norwegen Vöacht und Ansehen in der Welt verleihe, sei ferne Handelsflotte. Trotz der Schwierigkeiten, die der Krieg verursache, sei zju hoffen, daß die norwegische Regierima andere ivurdigere Mittel finde, um die norwegische Handels­flotte zn schützen, als die Flagge zu streichen, was mehr bedeuten würde, als daß nur die Flotte die Flagge streiche, da rn Norwegen ein Ausfuhrverbot für Schiffe bestehe und mrr btt Regierung davon befreien könne.

Dio Folgen der deutschen Seesperre auf das dänische GefchäftSlcben.

r , .Kvvenchagen, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Mini- stermmde^ Innern verSffentlicht eine Bekamrtmachlmg, durch die putschen Seesperre ungeordnet wird, daß E GesHrste Montags, Atrttwochs und Donnerstags um 6 Uhr Tren stags und Freitags um 7 Uhr und Samstags um urTr abeiws zu schließen haben. Theater, Varietes nnd andere BemimgMEÄtM Wießcn um 10 Uhr, Gastwirtschaften und waftees um 11 Uhr. Ter Swaßenbahnverkchr urw die Straßen- «reuaitung werden bedeutend eingeschränkt. Tie Bekanntmachung tritt morgen, Samstag in Kraft.

Die griechischen Schiffe beschlagnahmt oder gepachtet.

Bern, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Wie derCor- riere della Sera" aus Athen meldet, haben die Alliier ten alle griechischen Schisse beschlagnahmt oder gepachtet.

Bereich der RegieamgÄEkative Wenn die Kämmer den Antrag

annehme gebe es ein neues Ministerium, aber keine Regierung Mbchte Bewegung.) Der Radikäle Flandrin griff die ^.yefe Brumds an, die die Kammer um so weniger aunehmen rönne, als die landwirtschaftliche Lage äußerst ernst sei. B r i a n d leA der Regierung die zur Erfüllung ihrer »chweren Pflichten notwendigen ftcebite nicht verweigern. Auch ourte man aus der Abstmmnmg kein politisches Manöver machen ?o?K E 3urufe von allen Seiten.) Der Antrag Joubert wurde mit 589 gegen 182 Stimmen abgelehnt. Zahlreiche Deputierte ent­hielten sich der Abstimmung. Der Deputierte L o n g brachte darauf sofort den Jnterpellationsantrag über die GeäwideVersorgung Frankreichs ein.

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Einh national-flämische Tagung in Brüssel.

Am Sonntag, den 4. Februar vereinigten sich, wie be­reits mitgeteilt, in Brüssel über 250 Obmänner und Ver­trauensmänner sämtlicher aktiver flämischer Gruppen von der gemäßigten bis zur radikal-nationalen Richtung^ um über die Zukunft Flanderns zu beraten. Die Versamm­lung wählte einenRat für Flandern" mit einem geschäfts- fuhrenden Ausschuß >für die Leitung der Geschäfte. Sie sprach Uch einmütig für. vollkommene Autonomie des flämischen Volkes aus.

Arrs Stadt und Land.

Gießen, 10. Februar 1917.

Ein wahlrechtsantrag im ungarischen Abgeordnetenhaus.

Budapest, 9. (WTB. Nichtamtlich.) Ach'geordne- t e n h a u s. Ein Antrag des Oppositionellen Stefan Rakovszky auf Verleihung des a l l g e m e i n ein Wahlrechts wurde nach längerer Debatte mit 122 gegen 75 Stimmen abgelehnt. Minister- Prä,ident Graf Tisz a bekämpfte den Antrag und sagte: Man darf nicht in den irrigen Glauben verfallen, daß das Interesse der Nation imter allen Umständen das allerdeiTwkrattschste Wahlrecht fordert. Wenn es eine Frage gibt, die in Kciegszeiten und in der jetzigen erregten Atmosphäre nicht gelöst werben kann, so ist es die Wahl-- rechlssrage. Ein übereilter Schritt könnte großen Schaden anrichten (Zusttmmung rechts.)

Der (Erfolg des ll-Sootskrieges.

Die Versenkung der California.

London, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter- che Bureau meldet, daß sich an Bord des DampfersCa li- ornia" 240 Personen befanden. Das Schiff war für die Vereidigung bewaffnet, konnte aber von den Geschützen keinen (^brauch machen, da es das U-Bovt überhaupt nicht zu Gesichte bekanr. DieCalifornia" sank in neun Minuten: ein anderer Dampfer nahm kurze Zeit nach der Versenkung die Schiffbrüchigen auf und brachte sie an Land.

London, 9. Febr. MTB. Nichtamtlich.)Daily Nervs" meldet, daß der torpedierte DampferCalifornic" der Anchor-Linie gehörte und von New York nach Glasgow unterwegs war. Das -Vchiff wurde am Mttwoch früh.in der Nähe der englischen Küste torpediert. Die geretteten Personen e^ählen. daß der Dampfer durch zwei Torpedos von zwei verschiedenen U-Booten getroffen wurde.

Lebensmittelmarken.

- , 3ert vom 8. bis 12. Februar 1917 haben nach­

folgende Lebensmittelmarken Gültigkeit:

Brotmarken der 7. Woche, gültig vom 12.-18. Februar 1917 Buttermarken7.12.-18.

» arf - - l' " - 12.-18. .

Kartoffelmarken. 7. 12.-18.

Zuaermarken Nr. 6 und 7, gültig bis 28. Februar 1917. Deffenmarken für den Monat Februar.

_ Umtausch bcrfuKctier Marken findet nicht mehr statt; ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt.

GeschäftSfiuuden des Stadt. LebeuSmittelamteS von S12 Uhr vorm., 24 Uhr nachm.

Sonntags 19 12 Uhr vorm. Markenansgabe für Urlauber.

Die Rede Donar Laws.

London, 8. Fcdr. (WM. Nichtamtlich.) Zu der Rede Bona r L a WsimU n t e r h a u f e ift noch imchzuttagen: Donar -cvv kam am Schlnfsc ferner Rede kurz auf beu Abbruch der Be- ^ehmigen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland zu fpoechen und sagte, Willson habe stets gezeigt, daß er die Nentralb- wi und den Frieden zu erhalten wünsche, zwar nicht unter allm Bwrngmigen, cwer unter allen Bedingungen, deiien die Alliiertem fich anfchließen römtten. Daß die Regierung der Bereinigten Staa- ten die Begehungen zu Deutschland abgebrochen habe, sei an und rür sich oo^ beste Zeugnis für die Gerechtigkeit der Sache der Entente durch 8ie die Feinde den Sieg zu erringxfN trachteten Schließttch -zog Vonar Law einen Vergleich zwischen der Law Deutschlands von heute und der Napdleons, der immer uneder lur den aber die Zeit gekommen war, wo das sittliche tvepchl der ganzen Welt sich gegm ihn empörte mw er aus Europa ?^-^^beu wurde. Das sittliche Gefühl wende sich heute gegen Eng­lands r'eernde, das Ergebnis werde dasselbe fern ^ ^^^'^lWTB. Mckstamtlich.) Lloyds meldet:

Der Tamp^Vedamore" (6330 Tonnen) und der

russrsche SchonerBanapuhtis" (259 Taimen) sind ver- k t wordOr. Der amerikanische SchonerCha r l es K. S ch ull o o4 To nnen) rft auf der Fahrt von Gulfpvvt nach Rotterda in am ^v^g westlich Tordrgas (Westindien) gesimken und vollständig

Die englischen Schiffsbauten.

London, 8. Febr. (WTB. Mchtcrmtlich.) Unter- Leo Mmury teilte in Vertretuny des Schiff- fayrtdretodors mit, daß Abmachungen getroffen seien um ^<^^^^^biches Bauprogramm für Häu­sels schrffe nach mehreren geeigneten Typen durchzu- fuhren, und daß außerdem alle Austrengungen gemacht werden, den Bau geeigneter .Handelsschiffe, die sich gegen­wärtig m Llrbeit befinden, zu beschleunigen.

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Eine neue Abstimmung über die RegierungSpolitit in der franzüfischen Kammer.

(sh ^ e a n ' 9. Febr. (WTB. Nichtamtl.) In der französi-- lA e u Kammer rührte Lyoner Blättern zufolge gestern bei lLrorternug der Kredite der Unterstaatssekretarialr der Deputierte

be- der^Neubildung feines Mbinetts .englische Muster nachgeahmt und die Korfftttutton übertreten. Sr ^ nb entffCfmetc heftig. Formalisinus sei im Kriege nicht angängig- Wenn Benerst die Regierung angrcifen wolle, solle er wfort reden. Ben ei st erklärte, er wolle die Vorwürfe bis nach d^nDnege miffparem Er müsse aber sagen, die Regierung l>abe msher nur erreicht, daß das Publikum zum eigenen Schaden alle ^chrmerrgkerben selbst lösen müsst- Der Radikale Joubert sagte dwRemerung habe dst Mmfche der .Kammer bezüglich Kon- Hentvatwn imd eneogrschc Tätigkeit nicht erfüllt. Der Revubli-

der:^ Regierung Unfähigkeit vor Er tönnc der Regierung nur insoweft Vertrauen bezeugen, daß er sich ^ Joubert den Antrag stelle, das r ^ . das zurzeit die höchste Bedeutung habe

mrvufyt wcrd«r, erklärte Briand unter angespannter Aufmerksamkeit, was Joubert wolle, gehöre in beu

Berlin, 9. Febr. (WTB.) Eines mrserer in See be- indlichen Tauchboote meldet seiue bisherigen Erfolge itrit 16 000 Donnen versenkten Schiffsraumes; ein anderes hat bisher sieben Dampfer und drei Segelschiffe versenkt.

London, 8. Febr. (WTB.) Meldung des Muberschen Bureaus. 2lm 6. mrd 7. Februar sind Schiffe mit 6 0 000 Tonnen Inhalt versenkt worden.

London, 9. Febr. (WTB.) Lloyds meldet: Der bri­tische DampferHogne Castle" (245 Tonnen) und der schwedische DampferVauag" sind gesunken.

London, 8. Febr. (WTB.) Der einzige amerikanische Reffende auf derCalifornia" wurde gerettet.

Nach einer Lloyds-Meldung ist der englische Dampfer Saxontow' (4855 Tonnen) verserrkt worden.

Berlin, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter brachte vor kurzem die Meldung aus London, daß der holländische DampferGamma", von einem neutralen nach einem snentralen Hafen mit neutraler Ladung, torpe­diert worden sei; dagegen wurde die deutsche Meldung gesetzt, daß die holländischen Reeder ihre Befriedigung über die Freilassung der neutralen Zone westlich des deutschen Sperrgebietes auZgefprock-en hätten. So nehme Deutsch­land die Interessen Neutraler wahr.

Hierzu erfahren wir von zuständiger Seite, daß bereits zwischen der deutschen und der holländifchen Regierung ein Gedankenaustausch über den FallGamma" stattfand, bei den7 erstere eine genaue Uitterfnchung des Falles^ nach der Rückkehr des betreffenden U-Bootes zusicherte, s. .^ursterdam, 9 Febr. (WTB. Nichtamtlich.)Han­delsblad ' meldet aus London, daß 55 Mann von den Be­satzungen der englischen SchiffeH a l l i n s i d e" undT n - r i n o" und des norwegischen DampfersS o n g e l" durch das englische SchiffP e n m o u n t" gelandet wurden. Die drei Kapitäne erklären, daß, nachdem die Schiffe torpediert waren, du Besatzungen auf ein italienisches Schiff gebracht wurden, das das deutsche U-Boot begleitete. Das als Ge­fangenenschiff dienende italienische Schiff war aus einem englischen Hafen ansgefahven nnd erbeutet worden Der Name des italienischen Schiffes war übermalt und nicht zu ^kennen. Als diePenmount" in Sicht kam, ttm-Tbeu die Gefangenen cm ihren Bord gebracht. Der Kapitän erhielt den Auftrag, sie an Larrd zu bringen.

9 - (WTB. Nichtamtlich.) Der Nieder­lande che Dampfttaw'ter, der, wie bereits gemeldet, am Donnerstag früh ungefähr 35 Meilen nordwestlich von.Ymniden vvn einem deuffchen U-Boot versenkt wurde, ist dieDerika Pmaiden 2 65 ".

Haag, 9. Febr (WTB. Nichtanttlich.) Dke niederländische Regierung hat von der englischen die soforttge Freilafsunä einer größeren Zähl von Säffffen der Packetvaart Maatschappff' verlangt, die in dm Häsen SLngapore und Penang sestgehalter, werden. Die Nachricht von der Anhaltung der Schffst ist erst ver- pätet eingelangt' da die englische Zensur die darauf bezüglichen- Telegramme des Generalgouvernenrs an den Kolonialminffter offene bar zurückgehalten hatte.

Die Erste Kammer hat das Gesetz angenommen, das der Regie- rung das Recht gibt, Schiffe zu requirieren.

Ymuiden, 9. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Der Segel- r J*Holland" meldet, daß am 8. Februar 11 Uhr vor­mittags ettva 35 Meilen nordwestlich von Pmuiden ein niederländischer Fffchdampfer von einem deutschen U-Boot mit Bomben versenkt wurde. Die Besatzung lvurde von dem lb-P-oot einem anderen Segellogger übergehn.

Am dem Reiche.

B e r l i n, 9. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) DerReichs­anzeiger" veröffentlicht Bekanntmachungen betreffend Stun- )ungsvorfchrist des Zahlnngsverbotes gegen Rußland, An- loenduiig der Vertragszollsätze für Waren aus Rumänien, zollfreie Einftrhr für Arbeitserzeugnisse der in der Schweiz untergebrachten deuffchen Gefarlgenen und Aenderung der Bekanntmachung über Kartoffeln, wonach Kartoffel- erzeuger bis 20. Juli auf Tag und Kopf ein Pfund (bisher 1/2) Kartoffeln für sich und jeden Angehörigen verwenden rmrd die Tageszulage für Schwerarbeiter bis

20. Juli auf Vi Wund (bisher 5 /i Pfund) ermäßigt.

Um der Kohlen not zu steuern, ist vvnr vevrn Oberbürgermeister ein besonderer Ausschuß ernannt lvorden, der sofort im Einvernehmeil mit den Kohlenhänd-- lern bei den zuständigen Behörden, zmn Teil telegraphisch, die nötigen Schritte eingeleitet hat, um eine bessere Ver­sorgung der Stadt mit Kohlen zu ermöglichen. Auch sollen weitere Maßnahmen zur größeren Sparsamkeit an Heizung ilnd Beleuchtung gettoffen werden; so sollen z. B. öfftnMche Vorträge und sonsttge Veranstaltungen nach Möglichkeit: eingefchrantt werden. Eine Maßnahme, nach welcher irr Kontoren und gewerblichen Betrieben vor 8 Uhr morgens nnd nach 5 Uhr >abends nicht gearbeitet werden darf, mit Aiisnahme der für die Lebensmittelversorgung oder Kriegs-' industrie unmittelbar arbeitenden Betriebe, steht bevor. Des weiteren ist vorgesehen, größere Mengen Brennholtf' aus den Waldungen anzufahren und an die Bevölkerung zu Heizzwecken abzugebeir. 'Zlnch soll versucht werden, ob nicht von den Militärbehörden aus deren Bestäiiden Brenne material leihweise oder käuflich zu erhalten ist. Mir die Verteilung der Kohlen wird den Händlern zur Pflicht ge­macht, die Verteilung je nach Bedarf in gerechter Weffe und' insbesondere auch in kleinen ÄNengen vorzunehmen. Dabei rst vorgesehen, gegen solche Personen, die trotz genügenden; Vorrats an Brennmaterialien noch Kohlen usw. hinzuerwev« ben, energisch vorzugehen, wozu gegebeneiffalls eine <Se» standsanfnahme und entsprechende Veröffentlichung erfolgt.

** Höhere Lehranstalten. Der Kohlenersparnis' halber werden in der rrächsten Zett die Höhere und Erw. Mädchenschule das Gebäude der Ober^Realschnle und das! Gymnasium das des Realgymnasiums mitbenutzen. Der Unterricht wird wöchentlich abwechselird für jede der beiden' tn einem Gebäude untergebrachten Anstalten nur morgensl­oder nur nachmittags erteilt werden. Er dauert für div^ eine Anstalt von 8V2 bis 123/ 4 , für die andere von l*/ 4 bis!'

6 Uhr. Für die Vorschule des Gymnasiums erfährt der' bcsherrge Sturrdenplan keine Aenderung. Auswärtige Schü-; ler, die für den Nachnittagsunterricht schon die früheren! - Morgenzüge benutzen müssen, können nach Bestimmnng der Schulabterlung von dem Unterrichte in der betreffenden: Woche befreit werden Diese Ordnung des Urtterrichts wird! natuTgemäfr für Schüler, Eltern und Lehrer mancherlei Unbequemlichketten mtt sich bringen, aber sie erschaut gegen­über dem weiteren Ausf-etzen des gffamten Unterrichts, wo­durch das ohnehin schon kurze Schuljahr noch mehr ver> knrzt wird, als das kleinere Uebel und muß wie jo viekes in dieser Zeit rm vaterländffchen Interesse ertragen werden.

. . , ^ Städtisches Lebenmiltelaml. Mtt Rücksicht auf du bestehende Kohlenknappheit norden die Dicnftstun- d c n des Städtischen LlMmsmittelamtes, Ost-Anlage Nr. 13, bis auf weiteres mrf die Zeit von 8 Uhr vormittags bis 4 Uhr nach­mittags festgesetzt An Sonntagen findet vormittags von 10 Uhr

12 Uhr die Ausgabe von Lebensmittelkarten an Urlauber statt.

Grvßherzogliches Finanzamt Tie Amtstag« finden nunmeln jeden Dienstag und Samstag vvn 8 Uhr vormit^ tags bis 1 Uhr nachmittags statt.

** Ausweis für Reisende. Im Interesse der Landesverterdtgung muß eine militärffche Ueberwachung und Kontrolle des Reisendenverkehrs stattfinden. Um diesen Dienst zu erleichtern und sich selbst Schwierigkerben zu er-! sparen, muß jeder, der reist, einen Ausweis haben. Das gilt ebenso für jeden Deutschen, wie für die Ausländer. Trotz vielfacher.-Hinweise wird besonders von Frauen diese Notwendigkeit immer noch wenig beachtet Es sei deshalb von neuem daran erinnert, daß fefcer vor Antritt einer; Reffe sich einen geeigneten Ausweis beschafft (am besten behördl. Ausweis mit Personalbeschreibung und Lichtbild).

** Gießener Konzertverein. Den Bemühungen des Herrn Oberbürgermeisters ist es gelungen, für Sonntag erneu Urlaub für Herrn Backhaus zum Korczert zugunsten der Ernst-Ludwig-Jub-iläums-Stiftung zu erwirken. Das an­gekündigte Konzert füibei demnach bestimmt morgen statt.

" Oberhessischer Kunst verein. Wegen erneuten Zu­sendungen von Gemälden muß in der erst seil Sonntag neuen Ausstellung schon in den nächsten Tagen teilweise eine Aenderung vorgenommen werden, weshalb ein baldiger Besuch der jetzigen Ausstellung zu empfehlen ist. Verkauft wurde bis jetzt ein Öel- gemälde ^Enten im sonnigen Waldwaffer" von A. Koester-München. r5Ür die nächsten Ausstellungen sind Vereinbarungen getroffen mit. dem Aussteller-Verband Münchener Künstler, der Freien Gruppe Düsseldorf, dem Verein Münchener Aquarellisten; auch schweben bereits Verhandlungen wegen einer Ausstellung Münchener Kunst­gewerbler.

** Zttr Statistik über die Vorräte an Kohl­rüben müssen sämtliche Vorräte an Steckrüben, Wruken, Boden- kohlrabi spätestens am 11. Februar 1917 bei der zuständigen Gr. Bürgermersterei (Oberbürgermeister, Bürgermeister) schriftlich an- gemeLet wecken. (Siehe Bekanntmachung im heutigen Blatte.)

Enteignun g der Fahrradbereifungen. Die- 1 ewigen Personen, die noch Fahrradbereifungen besitzen, haben dies« brs zum 15. d. Mts. eiTffchl. aus dem techn. Bureau des Gaswerks onznmelden. Die Besitzer von Bereifungen fick auch dann Kur An- Meldung verpflichtet, wenn sie nicht Eigentümer sind. Personen die die Verechttgung zur Benutzung des Fahrrades besitzen, sind! nicht zur Anmeldung verpflichtet. Siehe Bekanntmachung.

^Lichtspielhaus, Bahnhof st raße 3 4. Unwider­ruflich nur 3 Tage tritt Henny Porten in ihrem großen Schauspiel in 4 Akten Der Ruf der Liebe auf. Dazu ist ein gutgewähltes Beiprogramm vorgesehen. Von Dienstag ab bleibt das Lichtspielhaus wegen Kohlenmangel bis auf weiteres ge­schlossert.

" Das Schwarz-Weiß-Theater, Selterswea 81, bringt ab SamStag, 10. Febr., bis Montag, 12. Febr.. einen der schönsten A st a Nielsen-Filme: ^Sünden der Väter", großes mimisches Drama tn 3 Men, mit Asta Nielsen in der Hauptrolle und Regie von Urban Gab, sowie das Militär-LustspielSchön ist die Soldatenliebe^, tn 2 Akten;Bruncho BillyS Bruder", Wild- West-Drama, und das übrige Beiprogramm. Das Theater ist ab Dienstag. 13. Febr., wegen Kohlenmangels bis auf weiteres geschloffen.

Landkreis Gießen.

- . J ' ?., er ? T 0 k* 10. Febr. AuS unserent Dorfe erhielten folgende Kriegsteilnehmer Auszeichnungen: Krankenträger Graf das Mli- tär-SanitätSkreirz am Krtegsbande, vom Großherzog persönlich überreicht; Gefr. Karl F n chin einem Feld-Art.»^; Mnen»