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5.2.1917 Erstes Blatt
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sämtlich in Gießen.

(V<TB.) Großes Hauptquartier, 3. Februar. (Amtlich.)

Von keinem der Kriegsschauplätze sind Ereignisse von besonderer Bedeutung zu melden.

Der Erste Genrralquartierrneister Ludendorff.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 4. Februar (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern.

Bei uusrchtiaem Frostwetter war der Artilleriekampf zwißl-en Lens und Arras und von Serre bis zum St.Pierre Vaastwalde lebhafter als au den Vortagen Nördlich der An ree griffen die Engländer unsere Stcllun gen nach Trommelfeuer uni Mitternacht an. Während nörd lich von Beaucourt die Angriffe scheiterten, gelang es nahe dem Flußuser einer Mteilnng, in unsere vorderlten Gräben eiuzudringen.

Front des Deutschen Kronprinzen.

Nordöstlich Pont ä Mousson und nördlich von St. Mihiel rvaven eigene Erkundungsvorslöße erfolgreich.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfcldmarschülls Prinzen Leopold von Bayern.

Bei den Kämpfen, die sich vormittags trotz strenger Kälte an der Aa entwickelten, wurden mehrere russische An­griffe «-gewiesen.

An der

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

und beider

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen ist die Lage unverändert.

Mazedonischen Front

Außer Fenerüberfällen bei M o n a st i r, sowie zwischen Gardar und Doiransee nichts Wesentliches.

Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.

Die Abendberichte.

Berlin, 3. Febr., abends. (WTB. Amtlich.) An der Somme und an der Aa zeitweilig starkes Feuer.

Berlin, 4. Febr. (WTB. Amtlich.) Abendbericht. Zwischen Ancre und Somme lebhafte Artillerie- tätigkeit. Sonst keine besonderen Ereignisse.

JP rft gar keme sonderlich überraschende Nachricht, daß Präsident Wilson uns die Freundschaft gekündigt hat, in­dem er dem Grafen Bernstorff die Pässe zustellen ließ und Herrn Gerard aus Berlin zurückberief. Wir halten uns die Dfytcn bet dieser grimmigen Kälte, and diese frierenden Or-> gE sind auf keineNeuorientierung" mehr einstellbar. Herr Wilson hat im Senat, dem er den vorläufigen Bruck) mib- terlte^ eine Rede gehalten, die sich noch mehr an die Adresse der Deutschen als an diejenige seiner amerikanischen Mit­berater richtete. Gr gibt an, es nicht glauben zu wollen und zu können, daß Deutschland mildem ungehemmten U-Boots- krrege es jetzt ernst meine, er spricht mit einer nicht ganz/ ed^eit Sentimentalität von dem sonst unvermeidlichen Bruch der langjährigen freundschaftlichen Beziehungen. Da er zwei- iellos auch deutsche Zeitungen zu lesen Gelegenheit hatte, so rouudern wir uns über diese spät blühende und uns darum ISS, anmutende Versicherung seiner 'freundschaftlichen Ge- S,E T r das deutsche Volk. Die im Kriege aus Wilsons < hervorgegangenen Tatsachen trennen uns noch ar\ l f? V f - Ozean, der zwischen bar alten und der neuen

W^t liegt. Im ganzen ist diese neue Senatsrede Wilsons doch nur die Fortsetzung seiner unfreundlichen Politik gegenüber dem Deutschen Reiche. Die gemachten, von wohl­feilen Ersatzmitteln wirklicher Humanität triefenden An- red^ll und Berufungen werden uns übermittelt mit einer yochimütig-mitleidigen Gebärde der Ueberlegenhait und mit emer verhüllt et: Kriegsdrohung. Immer noch scheint sich -bttson erne ernschüchternde Wirkung seiner Tonart bei uns und er hegt die falsche .Hoffnung, daß die deutsche Praxis zur See doch nicht so weit gehen werde wie r* c ^Endigung, die in der deutschen No^ enthalten war. ^n übrigen ist es bemerkenswert, daß Wilson mit fernen Warnungen und Drohungen nicht gerade eine Keule

behält sich die Wahl der crnzu- ^^deu Kamp^Utel vor für den Fall der deutschen lnnachgrebrgkert und scheint genau zu wissen, daß das amerikanisch Schwert, das er gegen uns schwingen konnte.

nicht recht herüberreicht und seine meisten Schläge ins Wasser fallen müßten. Das wissen auch wir, und darum wlrd der Beschluß eine Tatsache werden, den der Präsident diemutwillige Durchführung eines unbarmherzigen Flottenprograirrms" zu nennen beliebt.

Gleichzeitig mit Wilson hat noch ein anderer, am See­krieg unmittelbar beteiligter Staatsmann einen langen Vor­trag über das Neueste gehalten: Lloyd George! Was er sagte, ist in vielen Einzelheiten noch interessanter als die Kund­gebung des Amerikaners. Denn es sind diesmal nicht nur die üblichen polternden Schimpfereien gegen Deutschland in seiner Rede (Barbarentum im Naturzustände"), sonderii es sind auch einige Offenherzigkeiten und Eingeständnisse darrnDie Gefahr ist groß."Es muß noch mancher breite, wilde Strom durchkreuzt werden, bis wir zum Siege' gelangen/' Vor allem aber scheint Lloyd George sich über die schwerwiegendste Wirkung der ^uen Ereignisse klar zu sein, die in der äußersten Gefährdung der britischen und französischen Balkanunter­nehmungen liegt.^ Was der englische Minister an eigenen Siegesmitteln aufzählt, ist nicht sehr imponierend, und er wird fernen Landsleuten mit seiner neuesten Rede sicher­lich das Herz nicht warm gemacht haben. Wie unser Reichs­kanzler, so hat auch Lloyd George angedeutet, daß eriiste Zeiten bevorstehen. Er fordert Alt-England zum Sparen, Dulden und Leiden auf! Der mangelnde Schiffsraum ist, so gestand er, der gefährdete Lebensnerv! Und von der Helserrn Zeit erwarten sich die britischen Staatsmänner, ganz rm Gegensatz zu ihren früheren Verlautbarungen, nichts mehr. Die Zeit soll nach Lloyd George ein eng­lischer Bundesgenosse bleiben, aber sie soll es eilig haben. Ein Ausspruch, zu dem man mit Hamlet sageil bönnte:Das war ehedem paradox, aber nun bestätigt es die Zeit." Was aber so eilig über uns hereinbrechen soll, das ist die Zer­schmetterung unserer Wehrkraft zu Lande! Hindenburg hat uns das Nötige über diese Gefahr gesagt, und wir können Ruhe der neuesten Frühjahrsofsensrve entgegen-

Die österreichisch.ungarischeri Tagesberichte.

Wien, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbarl: 3. Februar 1917.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Bei B e k a s an der ungarischen Ostqrenze schlugen un­sere Srcherungstruppen einen Vorstoß russischer Abteilungen zuruck. Sonst nichts zu melden.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Ein italienischer Flieger belegte, ohne nennenswerten Schaden anzurichten, Rabresina mit Bomben.

Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert.

Der Stellvertteter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant.

Wien, 4.Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 4. Februar 1917.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Im Bereiche der k. u. k. Streitträfte nichts von Belang.

Italienisch er Kriegsschauplatz. Unverändert.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Südlich des Ochrida-Sees griffen unsere Truppen eindliche Erkunduugsabteilungen mit Feuer an.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. fer, Feldmarschalleutnant

Der Sruch zwischen Amerika und Deutschland.

Berlin. 4. Febr. (WTB.) Reuter meldet, die Re­gierung der Ve re i n i g te n S t a a t e n habe den Abbruch derdiplomatischen Beziehungen mitDeutsch- land ausgesprochen. Der Präsident Wilson habe im Kon­greß davon Mitteilung gemacht. Dem deutschen Botschafter Grafen Bernstorff seien die P ä s s e z u g e st e l l t worden. Der amerikanische Botschafter Mr. Gerard sei angewiesen worden, Deutschland zu verlassen.

Eine Bestätigung dieser Meldungen liegt hier an amt- icher Stelle noch nicht vor, jedoch wird ihre Nichtigkeit nicht bezweifelt.

Washington, 3. Febr. (WTB.) Meldung des Rsuter- Bureaus. Wilson erinnerte in senwr Botschaft an den Kongreßandie arnerikrnische Note an Tvutschlmid vom 8. April nach der Torpedierung derSussex", hieraus an Deutschlands Antnwrt vom 4. Mai und cm die Antwott Amerikas vom 8. Mai, in der die deutschen Zusicherungen angenommen ivurden. Wilson agte, Teutschland habe diese Note nicht beantwortet. Hierauf zitierte Wilson aus dem deutschen Memorandum vom 31. Jmruar und sagte:

Angesichts dieser Erklärung, die plötzlich imd ckhne vorherige Andeutung irgeirdwelcher Art vorsätzlich die formellen Bersiche- ^. öer deutschen Note vonr 4. Mai gegeben wurden, zurückzrcht, bleibt der Regierimg der Vereinigten Staaten kein« andere Wahl, die sich mit der Wütt>e und der Ehre der Per- ctmgten L>tauten vereinbaren läßt, als brn Weg einzuschtagon, ben [xc m rfrrer Note vom 8. April für den Fall Endigte, daß Deutschland ferne U-Boots-Methode nicht aufgeben wollte. Ich be­auftragte deshalb Lansing, Bernstorff mitzut eilen, daß ore diplomatischen Beziehungen zu.Dckutschland abgebrochen sind, daß der amerikanische Botschafter in -d^lm sofort abberufen werde, und daß Bernstorff die Pässe aus gehändigt werd en.

Trotz dieses unettvarteten Vorgehens der deutscherr Regierung und ^ dieses plötzlichen t^fbedcrnerlichen Widerrufs ihrer unserer Regiming gegebenen Versicherimgen in einem Augenblick der ttrtrschsten Spannung in den zwischm den beiden Regierungen üe- stchendm Vczrchungen weigere ich mich zu glauben, daß die dcntschen Behörden tatsächlich das zu tun beabsichtigen, wvzir cv> 2 1 1 te ft?. uns bekannt gegeben haben, berechtigt halten.

bringe es nccht über mich, zu glauben, daß sie auf die alte ^renndpchast der beiden Völker oder auf ihre forinellen -öerpsluhtungen kerne Rücksicht Nehmen und in mutwilliger LÄrrch- suhrung eures unbarml-erzigc'.r Flottenprogramrns anrettkanffche ^chrffe und Menschenleben verrrichten werden. Nur wirkliche offen­kundige Tcckcn von ihrer Seite können nrich das glauben niachen Wenn mein eingewurzeltes Vertrauen in ihre Be- sonntnrhert nnd ihre klnge Umsicht sich ungtücklicherlveise als Un­begründet Herausstellen sollte, wenn amerikanische Schiffe und Mewcherrleben m nachlässiger Ueberttetung des Völkerrechtes und der Gebote der, Menschlichkeit geopfett werden sollten, so iverde ich den Kongreß um die Ernrächtigung,ersuchen, die Mittel an- wenden zu rönnen, die notwerrdig sind, um unsere Seeleute sn n d B ü r g e r bei der Versolgurrg ihrer friedlichen Uirter- nehrnungen auf dem offenen Meere zu schützen. Ich kann nicht weniger tun, ich nehme als ausgemacht cm, daß alle neutraleir Negierungen deicselbcn Wog eiuschlagen werden. Wrr wünschen keinen kriegerischen Konflikt (wört­lich: hostrle Conslut) mit der deutschen Regierung Wir Und aufrichtige F-peunde des deutschen Volkes und wmucherl ernstlich den Frceden mit der deutschen Regierung zu er­halten, die sein Sprachorgan ist. Wir werden nicht glauben, dich sie uns feindlich geftnüt sind, anßitc wenft es soweit kommt, daß wir es glaubeii müssen, und wir beabsichtigen nichts anderes als

vernünftige Vereidigung der unzweifelhaften Rechte unseres Volkes. Wir haben keine egoistiscl)en Absichten. Wir suchen nur den uraften Grundsätzen unseres Volkes treu zu bleiben, unser Recht auf Freiheit, Gerechtigkeit und ein unbelästigtes Leben zu schützen Das Und Grundlagen des Friedeiis, nicht des .Kriegs. Möge es Gott fugen, das; wir nicht durch Mte vorsätzlicher Ungerechtigkeit von feiten der Regierung Deuffchlands dazu herausgefordert werden, sie zu verteidigen. j

M a s h in g ton, 3. Febr. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Es verlautet, daß in der Konferenz auf dem Ka/- Pitol sowohl Wilson als auch der Vorsitzende der Konrmission für auswärttge Angelegenheiten, Stone, und Senator Lewis der Ansicht waren, daß ein sofortiger Bruch mit Deritschland nicht gerechttettrgt wäre. Man wolle annchmm, daß Deutschland nicht beabsichtigt, Amerrkaner oder ihr Eigentum zir gefährden. Außer­dem wird einem hiesigen Blatte aus London gemeldet: Die den 1- sche Drohung hat an der Ausfahrt der englischen Schiffe nichts vevandett. Viele Amerikaner belegten Plätze .für die Heimreise. vlmerckcmern,_die bei ihrer Botschaft Erkundigungen einzogen, wurde versichert, datz genug Schiffe vorhanden seien, um sie nach Hause zu befördern, was immer auch geschehen werde. Bei der White Star Line werden Plätze,belegt, zumal da die Abfahrt des HollandAmerika-Dampfers auf uirbestimmte Zeit verschoben worden ist. Im Dienste der White Star Line tritt keine Ände­rung ern.

Station Nauen zur Verfügung der Neutralen.

Berlin, 3. Febr. (WTB.) Wie wir hören, ist die Fnn- kenstntion Nnuen den neuttaten Reedern zur Unterstühunq von Anweisungen an ihre unterwegs befindlicheir Schiffe zur Verfügung gestellt worden. Die deutschen Behörden sind mit allen Mitteln bemüht, die Rceuttalen in ihreru Bestteben ihre Schiffe aus dem Sperrgebiet um England sernzuhnlterr zu unterstützen.

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Holländische Maßnahmen.

Amsterdam, 4. Febr. (WTB.) Aus Bmniben wird gemeldet, daH die Fischer'flotte von der Erlaubnis der Rogreimng, innerhalb eines Gebietes' von 20 Seemeileir von der Küste zu fischen, keinen Gebrauch machen wird, weil die Versicherer das Msiko nicht auf sich nebmm wollen

Man ist beunruhigt über das lange Ausbleiben des hol­ländischen DampfersAntefor", der am 1. Februar von den Downs abgereist und noch nicht in Bmuiden anaekom- men ist.

Amsterdam, 3. Febr. (WTB.) Das Ministerium hat verfugt, daß vorläufig keine Auswanderer in Holland zugelassen werden.

Haag, 4. Febr. (WTB.) Ti« Ausfuhr von Zelluloid m jober Form, von allen Gemüseln. von frffcHm und ge­dörrtem Obst, von Schilf bi nsen und deren Fasenc in jeder Gestalt, ferner von Dünger aus Seesternen mrd Fischabfällen ist verboten worden.

Die Lage in Dänemark.

Kopenhagen, 2. Febr. (WTB.) Meldung des Ritzan- schen Bureaus: Der Verein der dänischen Dampfschiff. Reedereien besprach in einer Sitzmrg eingehend die dilrch du