ffltf 6 HT)t nmymrivrgT feftgeft-t. «itftfffcv.
r>mg bt onT Vormittags ftr'nden rotrb besonders für die
»üchste-n Taye infolge Ablanfs der Bekehr«sperre empfohlen, da gegebenen falls wettere Einschränkungen für die 9öach- vttttvqKstunden eintreten werden.
** Gließener Kong«rt-Berein. Somrtag, 11. Fee- !^u<rr 1917, abendÄ 5 Uhr, findet in der Neuen Aula das sechste Steigert zugunsten der Stiftung zum 25 jährigen Negierungsjnbi- Wum Sr. Kgl Hoheit des Großherzogs statt. Aussührende sind: WEHelnr B a äh au s aus Berlin, Lldriaan/P anderStap (Bari- torr) aus Frankfurt a. M. und Professor Gustav Traut mantn. Näheres siehe Anzeige. i
** Eis verein Gießen. Bei günstiger Witterung findet S»untag, den 4. Februar, nachm, von .3 bis 5 Uhr, Militär-Konzert statt Der Abendlauf fällt aus. (Siehe Anzeige.)
I m L rcht s pielHaus , Bahnhosstraße 34, wird vom 3. dis 5. Februar ein oieraktiger Filmroman: Massen spiel der Liebe geglichen, in dem die reizende Künstlerin Hedda Bernon, teittverse als Marquise der Rokokozeit die Hauptrolle lMt. Als' zweiter Schlager ist das Lustspiel „Papa soll nicht heiraten" vorgesehen, außerdem ein anerkannt gutes Beiprogramm.
** Schwa rz-Weiß-Theater, Selterweg 81. Das Piogramm von Samstag, den 3. Februar bis Montag, 5. Februar enthält als harrptschlager das große soziale Lebensdrain a eines Sträflings „Durch Nacht Mn Licht" in 4 Men. In den Haupt- rollen Karl Schönfeld und Else Calasres, Regie: Katt Schönfeld. Dann noch ein iwriterer Schlager „Der feindliche Flieger", dramatische Episode aus den deutsch-russischen Kämpfen in 3 Akten. Außerdem noch das gute Beiprogramm.
** Preußisch-Süddeutsch e Klassenlotterie. Die Erneuerung der Lose 2. Klasse muß unter Vorlegung des Vorklassenloses bis zum 7. Februar, abends 6 Uhr, geschel)en. Auch müssen bis zu diesem Terrnin die Freilose gegen Rückgabe der Gewinnlose irr Empfang genommen werden.
Landkreis Gießen.
•* Garbe nteich, 3. Febr. Dem Musketier Ludwig Mehrum im Jnf.-Regt. Rr. 20 wurde an Kaisers Geburtstag das Eiserne Kreuz verliehen.
** Grünberg ,3. Febr. Verliehen wurde dem Buchdruckereibescher Heinrich Ritter zu Kaisers Geburtstag das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. ^Bei Kttegsausbruch als Unteroffizier rin gezogen^ machte er den Siegeszug unserer Heere in Frankreich—Belgien —1 Palen und Galizien mit. Inzwischen mußte er aus dem Heeresdienst entlassen )verden.
Warzenborn, 3. Febr. Ter Musketier Karl Sam es wurde bei den Kämpfen in Rumänien mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.
Weiters ha in, 3. Febr. Der Ersatz-Reservist Hermann Seib wurde während der Offensive all der Somme zum Gefreiten befördert und vor kurzem mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klaffe ausgezeichnet. Seid rückte vor Weihilachten 1914 aus nach dem Westerl, im Frühjahr und Sommer 1915 nahm er an den Käinpfen in Galizien teil und kam dann wieder zurück nach dem Westen.
Kreis Büdingen.
fh D ü d el s he i m , 3. sebr. Tas Eiserne Kreuz erhielt Heinrich Borst, die Hessische Tavferkeitsnledaille Adolf B o r st, beide- Söhne des Zimmermannes Borst.
Kreis Laulerbach.
** Lauterbach, 3. Febr. Der Bankbeamte M. Strauß, Sohn von Karl Strauß, Jnf.-Rgt. 116, erhielt das Eiserne Kreuz 2 . Klaffe.
ü. Gunzenau (Kr. Lauterbach), 3. Febr. Musketier Joh. .Herchenr öder, ein Sohn des Maurers Herchenrüder, wubde in Frankreich wegen Tapferkeit vor dem Feinde nrit denr Eisernen Kreuz ausgezeichnet. — Feldgendarm. Johannes H ildebrand, ein Sohn des Landwirts Hildebvand, wurde zum Wachtmeister befördert — Ta nun neben unserem Bürgermeister Philipp Dietz und dem Beigeordneten Gastwitt Karl Möller auch der stellvertretende Bürgermeister Habicht zum Heeresdienst ein gezogen ist, so sieht sich die Gemernte gezwungen, einen weiteren Stellvertreter für das Bürgermeisteramt zu ernennen, was mit einiger S ch wier i gkett verknüpft sein dürfte.
ü Mooser-Grund, 3. Feb. Strenge Kälte herrscht in unserem Grunde. Tag- und Nachtkälte wechseln zwischen 8—15 Nechchn« ist nur in ganz geringer Menge in der letzten Woche gefallen. Doch ein scharfer Nordost fegt über die Felder und häuft meterhohe Schneewehen an. Tie wenigen Straßen, die auf Verordnung des Kreisamtes freigehalten werden, müssen fast jeden zweiten Tag fveigeschanselt werden. Tie Jugendwehr und öfters auch .Kriegsgefangene ziehen schippenbewaffntt und den „Schornsteinfeger" (Kopffchützer) auf dem Kopfe aus, um ihrem ver- schieiten Vogelsbergdörfchen die Verbindung mit der Welt zu erhallen. — Schnee und Kälte machen sich besonders in der Vogel- und Tierwelt bemerkbar. Selbst die scheuesten Tiere wagen sich ans Dorf heran. Meister Lampe kommt sogar manchmal schon bei Tageslicht und Dämmerung, um seinen peinigenden .Hunger an den dünngesäten Ueberresten im Gemüsegatten zu stillen. Herr Reineke holte sich schon fast laus jedem Dorfe als frecher Räuber einen Braten in Gestalt eines Huhnes. Oft aber, so geht die Sage, soll der Räuber sogar nur 2 Beine gehabt haben -und selbst irt ver- ickst offene Ställe rin gedrungen sein, um dann gleich >cmch rin ganzes Hühnervolk, 9 Kopf stark verschotuden zu lassen. Am andern Morgen stand der Bauer trauernd und kopfschüttelnd vor dem leeren Stall. Doch welche Freude: mehrere Tage später meldet sich eines der vermißten und als tot betrauerten Hühner gackernd ans dem heimischen Hose an. An einem freudigen Enkpsang, aber auch <m Verwunderung fehlte es da nicht. Was doch die Füchse »oährend des Krieges für schlaue Gesellen geworden sind! Haben sie sich da sicherlich in ihrem Baue eine Vorratskammer angelegt, und nun ist ihnen in einem unbewachten. Augenblick rin Opfer entwisiht. Oder sollte vielleicht gar der Fuchsbau nicht unter den Bäumen, sondern unter einem wirklichen ziegelroten Dache zu suchen sein? Das wetteve ist — Kriegsgehrimnis!
ü. Nieder-Moos, 3. Febr. Die großen Teiche unserer Umgebung, der Ober-Mooser, Nieder-Mooser und Rohrbach-Teich, sowie die Teiche bei Gunzenau und Reichlos haben sich mit einer starken Eisdecke überzogen. Leider sind diese umfangreichen Flächen bem Eissport nur in ganz geringem Maße zugänglich, da der größte Teil mit eingefrorenem Schnee bedeckt ist'. Den Ski- und Schlittenfahrten dagegen geben die beschneiten Abhänge herrliche Bahnen.
Kreis Schotten.
u. E i ch e l s d o r f , 3. Febr. Der Schütze Otto D i e tz der Maschinengewehr-Komp. Jnf.-Regt. 254 starb im Alter von 26 Jahren den Heldentod. Mit ihm opfern die trauernden Eltern ihren zweiten Sohn dem Vaterland.
Kreis Friedberg.
Q Bad-Nauheim, 3. Febr. In der gestrigen Stadt- verordnetettsitzung ivurden folgende Beschlüsse gefaßt: Zur Wetterblldung jüngerer städttscher Beamten und Bediensteten soll diesen Gelegenheit gegeben werden, sich in allen Abteilungen der städtischen Verwaltungen einzuarbeiten. — Ein schon im vorigen Jahr vorgelcgtes städtisches Pensionsgesetz betreffend Versorgung von Arbeitern, Bediensteten und deren. Wittvrir und Waisen wirb in Anbetracht der schwierigen Zeitverhältnisse aus unbestimmte Zeit vertagt. — Die neuemtretertben städtischen Angestellten werden von jetzt ab in die Reichsversickfierung für Angestellte ange- ineldet. Die Beiträge werden zur Hälfte von der Stadl getragen, die zweite Hälfte zahlt der Versicherte.
Kreis Wetzlar.
. ra. Atzbach, 3. Febr. Tie Gemeindevertretung hat die Twenge Jagdnutzung den Pächtern Schrapper und Thomas aus Tuisburg-Mriderich zum Jahresprris von 1600 Mk. z-uge- sprochen.^ Diese Herren haben auch die Waldgirmefer Jagd gepachtet. — Dorlar erjielt für seine Genvrindejagd jährlich 1210 Mk.
ra. Vonderun1erenTill,2. Febr. Mit den Gemeinden Aßlar und KlettteMtenstädten wurden bereits im vorigen Jahre Verträge über elektrische Lichtversorgnug abgeschlossen. Nach der Stimmung, die überall besteht, darf man hoffen, daß sich keine Gemeinde ausschließt.
® Ä ' JL f * ' Stadtvervtt» irlemri sammlung be-
Donnerstag abend m geheimer Sitzung 2 Millionen ^7 ^rlrettennig des städttscken Elektrizitätswerkes. Das wuf Jahren erbmtte Werk versorgt neben der Stadt Cassel nocy 40 Ortschaften der Umgebung und dehnt infolge des .Krieges iem Stromnetz immer weiter aus.
M cZ ? ran r ff *• M., 2. Febr. Auf Beschluß des Magistrats dürfen von. 5.—19. Februar sämtliche Theater, Konzert- \ a \* & ^ j amnllungsrfarme und Verlgnügrmgsstätten nicht ge- - ^ ättfvlgedessen fallen sämtliche Veranstaltungen
aus. Außerdem darf in 'Privattoohüimgen hvchltens !d.e Hälfte der heizbaren Räume geheizt weiden. Wie in Wtden r S tädten rechnet man auch hier nunmehr mtt der Einführung von Ko h len be z u gs scher neu.
= Frankfurt a. 'Dl., 1. Febr. Das LebenSmittelamt hatte zur Versorgung der Bevölkerung mit Gemüse mit dem Großherzogtum Hessen entsprechende Lieferungsverträge ab- ttschtteßen versucht, erhielt aber von den n.aßgebenden hessischen Dtellen eine ablehnende Antwort. Hessen beabsichtigt in allernächster Zeit innerhalb des Großherzogtums die Gründung eines eigenen Lieserungsverbandes. Frankfurt hatte sich bei seinem An- gebot zur Zahlung der von Hessen geforderten Gemüsepreise bereit erklärt.
= Frankfurt a. M., 1. Febr. Auf Anordnung des Magistrats werden die h ö h e r e n S ch u l e n , sowie die F o r t - brldunaS- und Fachschulen vom 2. bis 11. Februar geschlossen.
== o n § 1) a u} e tt, 3. Febr. Beim Schlittschuhlaufen brach hrer ein Schulkind ein und ertrank, ehe ihm Hilfe geleistet werden konnte.
' Berlin, 1. meldet aus Bern
vermischte».
Febr. (Priv.-Tel.) Tas „Berliner Tageblatt" In der Nähe der Station Sens auf der
Hauptstrecke Paris —Lyon sind ein Personenzug und ein großer Personenzug zusammengestoben. 24 Wagen des letzteren wurden zertrümmert. Viele Tausend Kilo Nahrungsmittel sind verbrannt. Soweit bisher bekannt, sollen drei Personen getötet und zehn verwundet sein.
Unsver'fitätr-Nachvichten.
Studentisches Artzeitsvermittlungsamt.
. = Frankfurt a. M., 1. Febr. Ter Studentenausschuß der Univerfität Frcmkfutt hat ein stttdentisches Arbritsvermtttclungs- amt eingerichtet, das die Vermittlung von bezahlter Arbeit (Pri- vatstunden, Hauslehrerstcllen, wissenschaftliche Hilfsstellen) sowie gemeinnütziger sozialer Arbeit kostenlos vermtttelt. Durch diese Einrichtung will man vornehmlich auch dem Mißbrauch steuern, der von unfähigen Personen auf dem Gebiet des Nachhrlfeunter- richts getrieben wird.
*
--- Frankfurt a. M., 2. Febr. Der Dramaturg des' Neuen Theaters, Dr. Georg P l o t k a . wurde von Gel>eimra1 Dr. Z ei ß als Dramaturg vom Herbst ab für das Schauspielhaus verpflichtet.
][ Marburg, 1. Febr. Unter der Leitung des Mrektors der Chimrrgischen Universitätsklinik, Geh.. Rat Prof. Dr. Köni g, wird seitens der Genossenschaft freiwilliger .Krankenpfleger im Kriege wieder ein Ausbildungskursus für Kriegskrankenpfleger abgehalten. Meldungen werden bis zum 10. Februar entgegengenommen.
Vüchertisch.
— Neue Gesetz-Ausgaben. Die seit langen Jahren allerorten auss beste eingesührte Sammlung „D e u t s ch e r N e i ch 5- gesetze in Einze l abdrucken" (begründet vom Geh. Ittstizrat Univ.-Prosessor Dr. Karl Gar eis, jetzt herausgegebeu vom Ersten Staatsanwalt M. H a h n in München) wurde nun nm zwei neue Gesetz-Ausgaben vermehrt durch das soeben erfolgte Erscheinen der Nummern 571 572: Gesetz über den Kriegszustand. Vom 4. Dezember 1916. — Gesetz, betreffend die Verhaftung und Aufenthaltsbeschränkung aus Grund deSKriegSzustandes und deSBelagerungs- z u st a n d e S. Vom 4. Dezember 1916 (Schutzhaft), Preis 40 Pfennig, und der Nummern 573/574 : Gesetz über den Vaterländischen Hilfsdienst. Vom 5. Dezember 1916. Mit den AussührungSbe stimm ungen vom 21. Dezember 19>S. Preis 40 Pfg. — Diese neuen Gesetze nehmen gegenwättig daS allgemeine Jntereffe in Anspruch ; und gerade die H a h n ' s ch e n Bearbeitungen empfehlen sich insbesondere wegen ihrer zweckmäßigen U e b e r s i ch t l i ch k e i t, — sie bringen sachgemäße Einleitungen. Kern- und Stichworte in fettem Druck über den einzelnen Paragraphen, sowie alphabetische Sachregister. Durch Korrektheit, gutes Papier, klaren Druck und Handlichkeit ausgezeichnet, empfehlen sich diese im Verlage von Emil Roth in Gießen erschienenen und in allen besseren Buchhandlungen vorrätigen Gesetzes-Ausgaben von selbst. ___
Letzte Nachrichten.
Die Deräntzerung der Oftgrenze des Sperregebietes.
Berlin, 3. Febr. Das „Berliner Tageblatt" schreibt: Bisher griff das deutsche Sperrgebiet und das eigentliche Blockade gebiet ungefähr 30 Seemeilen nördlich) von Ter- schelling etwas übereinander, so daß dort für die hollän-- dischen Schiffe keine Möglichkeit vorhanden war, in die freie Nordsee zu gelangen, ohne eines der beiden gefährdeten Gebiete zu berühren. Durch die Aenderung wurde dieser Uebel- stand beseitigt.
Die „Norddeutsche Allgem. Ztg." über die englische Presse.
Berlin, 2. Febr. (WTB. Nichtamllich.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die englische Presse antwotttt auf unsere U-Bootnote mit Wutausbrüchen, die von Reuter ausfühttich in alle Welt verbreittt werden. Mit einer Heuchelei, die für die englische Beattrittmg der Oeffentlichkrit so be- zeichne^rd ist, wird in den Vordergrund geschoben, daß Deutschland auch den Verkehr der Hospitalschiffe unterbinde. Daß diese Maßregel durch den Mißbrauch dev Hospitalschiffe notwendig geworden ist, wird natüttich unterschlagen. Mit größtem Nachdruck verlangt die englische Presse nach dän von Reuter weitergegebenen Meldungen Vergeltungs!maßregeln. „Glotzt z. B. fordert die Erschießung gefangener deutscher Offiziere für den Fall eines Angriffes auf ein sogenanntes Hospttalschiff. Die „W^estminster Gazette" bemerkt mtt besonderer Feinheit: W!as auch unsere Gegenmaßregeln sein werden, sie werden sich knicht gegen Verwundete richten. Im übrigen stimmt die englische Presse dahin überein, daß eine sehr schreckensvolle Phase des Krieges bevorsteht. Möge sie die Schutt) daran Iftdi denien su-chem, die durch die Ablehnung unseres Friedensangebotes die Veranttvvttung trifft.
Mit sorgfälttger Auswahl, wie es scheint, hat Reuter sodan« aus der a m e r i k a n i s ch e n P r e s s e alles zusammen gestellt, was au Stimmen gegen Deutschland vorliegt und einen Brncy mit Deutschland vettangt. Da wir von dem direkten Nachrichtenverkehr mit Amerika abgeschnitten sind, so fehlt uns zunächst noch die Möglichkeit, die Reutettche Mache im einzelnen nachzuprüsen. In Deutschland wird man sich durch die englischen Manöver weder aus der Ruhe bringen noch von der wohlüberlegten Linie unseres Vorgehens ab bringen lassen. Wir nchmen an, daß auch in deN neu traten Ländern der Eifer Reuters und der englischen Presse als zu aufdringlich empfunden werden wird. Die Interessen Englands sind nicht gleichbedeutend mit denen der übrigen Welt.
Auf die Wiedergabe des ganzen Wustes der Reuterschen Pcesse- stimmen können wir verzichten, weil wir nicht die nnndeste Neigung haben, uns zur Verbreittmg der Reuterschen Entstell imkert und Schmähungen herzu geben.
Erste Wirkrmffen des verschärften U-Bootkrieges.
Stockholm, 2. Febr. «WTB. Nichtamtl.) Tie scAvedischen Blätter enthüllen zahlreiche Nachrichten über die ersten Wttkuu-
yen b& v ers ch ärfte n deutschen ll- B votkr io ges Nach „Svenska Dagbladet" beschloß die Kriegsversicherungswmmission, alle Versicherungen für Lasten nach England und Frankreick) aufzuheben. In .Kalmar ist /nach deni gleichen Blatt die Einschiffung von .Holz einaestellt. Außerdem ist der Postvettehr Schwedens mit Eng- brno und Westeuropa fett Donnerstag vollständig unterbrochen.
Amsterdam, 2. Febr. (WTB. Nichtamtlich.» Tie Direktion der Dampffchiffahrisgesellschast Neederland teilt mit, daß die Schiffe der Gesellschaft, die sich in Indien und Amerika befinden und nach Holland bestimmt sind, vorläuftg nicht ausfahren lverden. Auch die Fahtten von Holland sind ganz eingestellt, lieber Schiffe, die unterwegs sind, wird mtt dem Minister des Aeußern verhandelt.
Aus Haag tetegraphiett das Korrespondenz-Bureau, daß der Marinestab gestern abend an alle Häfen telegraphierte oder telephvniette, daß das Verbot der Ausfahtt von Sec-schisfen vorläufig noch in Kraft bleibe, daß aber die niederländischen Scksiffe. die Mif eigenes Risiko abreisen wollen, darum beim Ncarinestab an suchen können, daß der Marinestab diese Gesuche dem Ackerbau- ininister vottegen und nach dessen Entscheidung die nötigen Befehle geben werde.
Holländische Maßnahmen.
Berlin, 3. Febr. Im Haag erschien am Freitag eine Regierungsankündigung, die öffentlich in den Sttaßen angeschlagep wurde. Sie^ besagt, daß kein Holländer, der fähig ist, Waffen zu tragen, zwischen 19 und 48 Jahren das Land verlassen dürfe. Das Volk drängt sich überall zusammen, wo ein solcher Anschlag zu lesen ist. Für die bolländischen Handelsschiffe bleibt das Auslauf verbot vorläuftg in Kraft. Fremde Schiffe können die Genehmigung zur Ausfahrt auf eigene Gefahr erhalten.
Die englische Mmiralität in Sorge.
London, 3. Febr. Der Erste Lord der Mnniralität, Sir G>ward Carson schreibt in einem' Briefe, in dem er sein Bedauern ausspricht, daß er an der KttegSanleiheversammlung nicht teil* nehmen Tarnt: Ich verhehle mir nickst, welche Gefahr die deutsche U-Boot-Kampagne mtt sich bringt und will es auch Jhiren nicht verhehlen. Tie Admiralität ist Tag trnd Nacht mit dem Problem beschäftigt, und die Sorge, die jede Stunde mtt sich bringt, spornt sw an, sich stoch lgrößere Nttlhe zu geben.
Eim englische Erklärung.
Kopenhagen, 3. F^br. In London wirb der „Berlingske Ttbenbe" zufolge eine Ministersitzung abgehalten, nach der voraussichtlich eine Erklärung der Mmiralität zur deutsck)en Blockadenote veröffentlicht werden wird. In dänischen Schiffalwtskreiseni verlauttt, daß England die n-eutrÄen Schiffe, die in seinen Häfen liegen, znttickhalten und unter englischer Flagge ausfahren lassen wird.
Englische L^etzensmittelnot.
Haag, 3. Febr. Daß der verschärfte U-Boot-Krieg für England äußerst gesähttich sein wittd, beweisen die aus 'alten Teilen Englands vorliegenden Londoner Meldungen über die Lebensmittel-- not.. Protestversammlungen über die Preiserhöhungen und über den Mangel an alten Lebensbedürftrissen finden alltäglich im Lande statt.
Englands Ländergier.
Amsterdam, 2. Febr. lWTB. Nichtanttlich.> Nach Meldungen aus London wünscht „Daily Chronicle" anläßlich der Ankündigung des Staatssekrttärs für die .Kolonien, daß die deutschen Kolonien nicht zurückgegeben werden, die qhidye Erklärung für dev am persischen Golf gelegenen Teil Mesopotamiens. Deutschland und Amerika.
Haag, 3. Febr. Die „Morning Postt" schreibt: Deutschland hat nichts von der amerikanischen Flotte und Armee zu befürchten. Zweierlei kommt in Bettacht: Entweder Deutschland vermag die Meere zu schließen und damit den Krieg zu gewttrnen, dann kann es auch die Neuttalen ignorieren, oder Deuffchland versagt und ändert also an der Lage der Alliierten wemg. Dann ist seine Niederlage sicher.
Die New Yorker Börse und der verschärfte U-Bootkrieg.
N e w y o r k 2. Febr- Die Ankündigung des un-eingeschränkten U-Bootskrieges und seine Einwirkung aus die gestrige Fondsbörse war ungeheuer. Tie Spekulation trahm auf allen Marktgebieten! enorme dlbgotzen vor, sodaß außergewöhnlich hohe KirrsVerluste zu verzeichnen waren, so die leitendeit EisenbaltzNvette über 4 Dollars. Bedeittend waren die Rückgänge natürlich bei den Rüstungs- lverten. Steels verloren bis zu 11 Dollars, Btthlehem 30 Dollars, Corporation 9 Dollars, Amerikan 17 Dollars, Schiffahtts- wette hatten eine Einbuße von über 7 Dollars.
Lebensmittelvorsorge der Schweiz.
Bern, 2. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Bundesrat faßte hinsichtlich der Lebensmittelversorgung folgende Beschlüsse: 1. Ter Brotverkauf ist am Tage der Herstellung verboten. Tie Nachtarbttt ist von 11 Uhr abends bis 7 Uhr morgens in Bäckereien verboten. 2. Jede Verwendung von Mehl zu anderen Zwecken als zur Herstellung von mensckstichen Nahrungsmitteln ist verboten. Tie Ver- fütterung von Mehl an Haustiere und die Verarbeitung zu Futtermitteln ist utrzulässig. Der Mehlhandel ist nur noch mtt BcwilliguTtg des Oberkantonkmnmissariats gestattet. 3. Das Militär-Departement wird durch den Brmdesrat ermächtigt, zur Erzielimg einer gleichmäßigen Verteilung und Einschränftmg des Verbrauches der Lebensmittel, lvelche ausschließlich vom Bund eingeführt werden, fnur noch an die kantmiaten Regierungen abzu-geben. Tie Regierungen der Kantone sind verpflvckstet, für eine gleichmäßige Vertellung zu sorgen. Diese Maßregel wird vom Militär-Depar- temertt sofort eingeführt, für die Abgabe von Reis und Zucker. Andere Warengattungen bleiben vorbehatteit. 4. Den normalen Bedarf von Lebensmitteln übersteigender Aufkauf ist verlöten nnd strafbar. Die Regienrngen der Kantone haben diesbezügliche Vorschriften.
Nachmusterung in Frankreich.
Bern, 2. Febr. (WTB. NicAamtl.) Lyoner Blättern zufolge wurden in der gesttigen Kammersitzung die Art. 3 und 4 des Nach- mnstenmgsantrages angenommen, die bestimmen, daß die tauglich Besimdenen ihrer Jahresklasse einverleibt werden sollen. Der Än- ttag des Abgeordneten Jgna-e, daß alle, die sich freiwillig für Spezialdienste anboten und eing-ezogen wurden, neu gemustert werden sollen, wurde mtt 226 gegen 22 Sttnrmen angenommen. Moskauer Unruhen.
Sofia, 2. Febr. Nach russischen Mittellnngen meldet ,,Na- rodni Prava" über die letzten Moskauer Unruhen. Tie Volksmenge versammelte sich Dienstag früh, um gegen den Lebensmittelmangel zu demonstrieren. Die ganze Bevölkerung des dlrbeiterviertels nahm daran teil. Sie führte aus Holztafeln Inschriften mit wie: Wir hungern. Gib uns Brot, Schließt Frieden, Nieder mit England! Mtt diesen auf langen Staitgen ctngebrachten Tafeln schlugen die Tentonstvanten die Fenster der oberen Stockwerke ein. Die Unruhen fanden in Plünderungen der Geschäfte ihren Fortgang. 20 Polizisten tvurden erschlagen. An: Donnerstag griff Militär Als die Soldaten schließlich den Gehorsam verweigerten, rin. 500 Arbeiter und 54 Soldaten büßten ihr Leben ein. tvollten ihre Offtziere sie züchtigen. Bei dem Zwischnfall fanden zwei Offiziere den Tod. In der Nacht zum Freitag setzte ein Schneesturm den Unruhen ein Ziel.
Die polnischen Juden
Berlin, 3. Febr. In den „Neuen Jüdischen Monatsbetten^' findet sich rin tttteressonter TelegrMmmoechsel zwischen dem deutschen Botschatter Grasen Bernstorff irnd dem Staatssekretär dos Ltnswärtigni Amtes Zimurermann über die La^e der polnischen Juden. Die arnerikanifchen Juden hatten gewünfcht, zu erfahren, ob das neue Gesetz über religiöse Autonomie für die polnischen! Jichen die kulturelle Autonomie auf nationaler Grundlage einschließe, und ob es wahr sei. daß die polnischen Juden in die neue polnifck>e Armee eingerriht werden sollen. In der Arrttvort heißt es imter anderem: Eine Zwtmgsaushebung der polnischen Juden erfolgt nicht. Nur ftriwillige Meldung von Polen und Juden fttt die polnische Legion kommt in Frage.
Die Kälteperiodk.
Berlin, 3. Febr. In Ost- und Westpreuhen sank das Thermonreter gestern auf 13 nrrd 20 Grad. Auch in West> Deutschland harscht starker Frost. Im Ruhrtal wurde eine seit 25 Jahren nicht vorgeHonnnene Kälte von 19 ©osh’ feMesiellt.


