ß) tut ©öDfri das OTittrlmwr 'Xrr neutvalen Schiffahrt BfiefiBt vffen das ZeeAebiet westlich der Linie Pt. de L'Espiauette bis 28 Grad 80 Min. Nord und 6 Grad Ost, nördlich und toestlich ernes 60 Seemeilen b rette:: Streifens längs der TMrdaftMrnisckien Küste, beginnend auf,2 Grad Wesllärrge.
Bur Verbindung des Se-'gebietes mit O-riachlenland fülwt ein 80 -Seemeilen- breiter Strecken .nördlich beztv. östlich folgender! Lime: 38 Grad Nord und 6 tfkab Oft nach 38 Grad Nord und 10 Grad Ost, nach 37 Grad Nord und 11 Grad 30 Min. Ost,
. nach 34 Grad Nord und 11 Grad 30 Min. Ost. nach 34 Grad Nord und 32 Grad 30 Min. Ost.
Bon hier führt ein 20 Seemeilen breiter Streifen westlich 22 Grad 30 Min. Ostlänge in das britisckie -Hohettsgewässer.
Neutrale Schiffe, die das Sperrgebiet befahren, tun dies auf eigene Gefahr, wenn auch Vorsorge getroffen ist, daß neutrale Schiffe, die an: 1. Felnnar ans der (Jaljrt nach Häfen der Sperrgebiete sind, während einer angemessenen Frist geschont werden. Sonst wäre noch dringend anzuraten, daß sie mit allen verfügbaren Mitteln gewarnt und umgeleitet werden. Neutrale Schiffe, die in Häfen der Sperrgebiete sind, können, mit gleicher Sicherheit die Sperrgebiet,' noch verlassen, itrcitn sie vor dem 15. Februar ans- lausen nnd den kürzesten Weg in freies Gebiet nehmen.
Der Bcrckehr der regelmäßigen amerikanischen. Passagier- dumpfer kann unbehelligt weiterhin geschehen, wenn a) Falmouth als Zielhascn gei:vn:n:en »oird: b) auf dem .Har- und Rückwege die Seillys s-oimc ein Punkt 50 Grad Nord 20 Grad West angesteiiert wird auf diesem Wege werden keine deutschen Minen gelegt pierden; c. die Dampfer die folgende besondere in den crmeri- konischen Häfen ihnen allein gestattete Mzeichen führen: Anstrich des Sckriffrnmpfes und der Aufbauttm, drei Vieler breite Vertikal- Stteife::, abwechselnd weiß und rot, in jedem Maste eine auf weiß nnd rot tarierte Flagge, am Heck amerikanische Nationalflagge, bei Dunkelheit müssen Nationalflagge rmd Anstrich der Schiffe nach Möglichkeit von weitem gut erkennbar und die Sckiiffe durckstoeg hell erleuchtet sein: 6) ein Dampfer wöchentlich in jeder Richtung gebt, dessen Ankunft in Falmouth Sonntags, ?lbfahrt aus Fal- nwukl» Mitwochs erfolgt: e) Garantie der amerikanischen Regierung gegeben wird, daß diese Dampfer kerne Bannware (nach deutschen Bannwaren!istew mit sich führen.
Karten, in welchen die Sperrgebiete eingezeichnet sind, sind in je zwei Evenrplaren bergefügt.
An die Regierungen der anderen neutralen Saaten sind entsprechende Noten übermittelt worden.
Die vegründung durch den Kanzler.
Berlin, 31.Jan. (WTB. Amtlich/, In der heutigen Sitzung des .Hauptausschusses des Reichstages nahm der Reichkanzlcr Dr. von Bethmann Hollweg das Wort zu folgenden Ausführungen:
Am 12. Dezember habe ich im ReickMage die Erwägungen dargelegt, die zu unserem Friedensangebot geführt hatten. Die Antwort imserer Gegner hat klipipl und klar dahin gelautet, daß sie Verhandlungen mit uns über den Frieden ablehnen, daß sie nur von einem Frieden etwas wissen »vollen, den sie diktieren. Damit ist vor aller Welt die Schuldsrage wegen der Fortsetzung des Krieges entschieden. Die Schuld fällt allein auf unsere Gegner. Ebenso fest steht unsere Aufgabe. Uäber die Bedingungen des Feindes können wir nicht diskutieren, nur von einem aufs Haupt geschlagenen Volke können sie angenommen werden. Kämpfen also heißt es.
Die Botschaft des Präsidenten Wilson an den Kongreß zeigte den ernsten Wunsch, den Weltfrieden wieder herbeizuführen. Viele der von ihm aufgestellten Maximen begegnen sich mit unseren Zielen: Freiheit der Meere, Beseitigung des Systems der balance of Power, das immer zu neuen Verwicklungen führen muß, Gleichberechtigung der Nattonen, offene Tür. Was aber sind die Friedens- bedingimgen der Entente? Deutschlands Wehrkraft soll vernichtet werden, Elsaß-Lothringen und unsere Ostnurrken sollen wir verlieren, die Donaumonarchie soll aufgelöst, Bulgarien abermals uM ferne nationale Einheit betrogen, die Türkei aus Europa verdrängt und in Asien zerschlagen werden. Die Vernichtimgsabsichten unserer Gegner können nicht stärker ausgedrückt werden.
Zum Kampf aufs Letzte
sind wir herausgefordert. Wir nehmen die Herausforderung an. Wir setzen alles ein und wir werden siegen.
Durch diese Entwickelung der Drnge ist die Entscheidung über die Führung des UI-Boo ^Krieges in ihr letztes und aktuelles Stadium gedrängt worden. /
Die Frage des U-Bood-Orieges hat uns, wie die Herren sich erinnern werden, gemeinsam in diesem Ausschuß dreimal beschäftigt, im März, im Mai und im September vorigen Jahres. Ich habe jedesmal den Herren in eingehenden Darlegungen das Für und Wider der Fragen vorgettagen. Ich habe mit Nachdruck darauf hmgewiescn, da ich jedesmal pro tempöre sprach, nicht als grundsätzlicher Anhänger oder grundsätzlicher Gegner der uneingeschränkten Anwendung der U-Boote, sondern in Erwägung der militärischen, politischen und wirtschaftlichen Gesamtsituation, immer von der Prüfung der Frage ausgehend: Bringt uns der uneingeschränkte U-Boot-Krieg dem siegreichen Frieden näher oder nicht? Jedes Mittel, sagte ich im Marz, das den Krieg abznkürzen geeignet ist, ist das allerhumanste. Auch das rüch'ichtsloseste Mittel, das uns zunr Siege und zum Frieden führt, fa/ffte ich 'damals, muß angewendet werden.
Ter Reichskanzler führte dann weiter aus, weshalb er im März und im Mai des vergangenen Jahres gegen den uneingeschränkten U-Boot-Krieg gewesen sei und weslialb die Frage auch im September nach dem übereinstimmenden Urteil der politischen und der militärischen Leitung nicht spruchreif war.
Er kam in diesem Zusammenhang ans seine frühere Erklärung zurück: Sobald ich in Uebereinstimmung mit der Obersten Heeresleitung zu der Ueberzeugung kominie, daß uns der rücksichtslose U-Boot-Krieg dem siegreichen Frieden nähert, dann wird der U-Boot-Krieg gemacht werden. Dieser Zeitpunkt, fuhr er fort, ist jetzt gekommen. Im voriger: Herbst war die Zeit noch nicht reif. Aber heute ist« der 'Augenblick gekommen, wo wir mit der größten Aussicht auf Erfolg das Unternehnren wagen können. Einen späteren Zeitpunkt dürfen wir also auch nicht abwarteu. Wds hat sich geändert? Schon das wichtigste, die Zahl unserer U-Boote hat sich gegen das Vorjahr sehr wesentlich erhöht. Damit ist eine feste Grundlage für den Erfolg geschaffen.
Dann der zweite mit ausschlaggebende Punkt: Die schlechte Wcltgetteideernte. Sie stellt schon jetzt England, Frankreich und Italien vor ernste Schwierigkeiten. Wir haben die feste Hoffnung, diese Schwierigkeiten durch den uneingeschränkten U-Boot-Krieg zur Unerträglichkeit zu steigern. Auch die Kohleusvage ist im Kriege nne Lebensfrage. Sie ist schon jetzt, wie Sie wissest, in Frankreich und Jtälttn kritisch, unsere U-Boote werden sie noch krittsckwr machen. ,
Hinzukommt namentlich für England die Zufuhr von Erzen für die Atunitionsfabrikation im weitesten Sinne und von Holz für den Kohlenbergbau.
Noch gesteigert werden die Schwierigkeiten unserer Feinde aut diesem Gebiet durch die Zunahme der feindlichen Frachtraumnot. Hier hat die Zeit und hat der Kreuzerkrieg der U-Boote den entscheidenden Schlag >vorbereitet. Unter der Frachtraumnot leidet die Entente in allen ihren Gliedern. Sie macht sich für Italien und Frankreich nicht weniger als für England geltend.
Dürfen wir -so jetzt die positiven Vorteile des uneingeschränkten U-Bootkrieges sehr viel höber einschätzen als im vorigen Frühjahr, so sind gleichzeitig die Gefahren, die uns aus dem U-Boot- tticg erwachsen, sett jener Zeit gesunken.
Ter Reichsklnzler erörterte darauf eingehend die allgemeine polftischc Lage.
Er fuhr darauf fort: Ter
Fel-marschall von Hindenburg
hat mir vor eitrigen Taget: die Lage wie folgt bezeichnet: Unsero Front steht auf allen Seiten fest. Wir haben überall die nötigen Reserven. Die Stimmung der Truppen ist gut und zuversichtlich. Die militärische Gesamtlage laßt es zu, alle Folgen auf uns zu nehmen, die der uneingeschränkte U-Bovtkrieg nach sich ziehen könnte, uird weil dieser U^Bovtkrieg unter allen Umständen ein) Mittel ist, um unsere Feinde auf das schwerste zu schäbigen, muß er begonnen werden. /
Aduttralsstab und Hochseeflotte sind der festen Ueberzeugung, einer Ueberzeugung, die in den Erfahrungen des U-Boottreuzer^ ZVrieges ihre praktische Stütze findet, daß
England durch die Waffe zum Frieden gebracht
werden wird.
Unsere Verbündeten stimmen unserer Ansicht zu. Oesterreich- Ungarn schließt sich unserem Vorgehen auch praktisch an. Ebenso wie wir um England und die Westküste von Frankreich ein Sperrgebiet legen, indem wir jede Schiffahrt nach dm feindlichen Län- dern zu verdrängen ttachten werden, ebenso erklärt Oesterreich«- Ungar:: ein Sperrgebiet um Italien. Allen neutralen Ländern ist für den Verkehr untereincnidcr außerhalb des Sperrgebietes freie Bahn gelassen. Amerika bieten wir, ebenso wie »vir es schon 1915 getan haben, unter bestimmten Modalitäten gesicherten Personenverkehr auch mit bestimmten englischen Häfen an.
Darauf verlas der Reichska:rzler die Note an die Regierung der Vereinigten Staaten und teilte mit, daß entsprechende Notett an die übrigen Neutralen gerichtet »vvrden sind.
Der Reichskanzler schloß mit folgenden Worten: Niemand unter uns wird vor dem Ernst des Schrittes, den »vir tun, die Augen verschließen. Daß ss uny unser Leben geht, weiß seit dem 4. August 1914 jeder, und durch die Ablehnung unseres Friedensangebotes ist dieses Wissen blutig unterstrick>en. Als wir 1914 gegenüber der russischen Generalmobilmachung zum Schwerte greifen mußten, da taten wir cs in dem Gefühl tiefster Verantwortung gegen unser Volk und in dem Bewußtsein entschlossener Kraft, die da spricht: Wir müssen, darum können »vir auch! Unendliche Sttöme Blutes sind seitdem geflossen. Aber das! Msülfscm und Können werden sie nicht »vegwaschcn. Wenn »vir uns jetzt zur Anwendung unserer Waffen und sckstjrfsten Waffen entschlösse»: haben, so leitet uns nichts als nüchterne Errvägung aller in Frage koininenden Uinstände, nichts als der feste VMle, unserem Volke herauszuhelfen aus der Not und Schmach dsie uns unsere Feinde zugedacht. Der Erfolg steht in höherer Hand. Wir werden ihn für unser Vaterland zu erzwingen »visseu. Seien Sic überzeugt, »»reine Herren, nichts dazu ist versäumt, alles däzu wird geschehen. \
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Ter Staatssekretär des Reichs marin eamts nrachte ittt Anschluß an die Rede des Reichskanzlers Mitteilung'en vom militärischen und marinetechnischen Standpunkt aus.
Der Staatssekretär des Innern behandelte an der Hand ausführlicher statistischer Airgaben die wirtschaftliche Weltlage.
Sodann nrachte der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Mitteilungen über eine Reihe besonderer Fragen.
Es folgte eine geheime Sitzung des Ausschusses.
Bei der alsdann wieder aufgenommenen v ^traulichen Beratung nahmen Vertreter des Zentrums, der Nationalliberalen Partei nnd der Fortschrittlichen Bvlkspartei das Wort.
Morgen vornrittag wird die Beratung fortgesetzt.
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Fliegertätigkeit am 29. Januar.
Berlin, 31. Jan. (WTB.) Am 29. Januar herrschte an der ganzen Westfront r e g e d e u t s che F l r e g e r t ä t i g k e i t. Durch klares Frostwetter begünstigt, unternahmen unsere tapferen Flieger viele Fernflüge bis aus Meer und brachten »vichttge Erkundungsergebnisse zurück. In den Häfen von Calais, Bonlogne und Etaples Nnrrden zahlreiche Scknffe und reger Berühr festgestiellt. Auch auf den Bahnen chinter der englischen und französischen» Front wurde von unseren Beobachtern der feindliche Verkehr über- »nacht, die »viehttgen Bevbachttlngs:ngebnisse »vurden durch zahlreiche Photographische AufnalMen belegt. Mit der Fliegerbvobachtung »mrrde eine große Mer:ge »vichttger Schirßew durchgesül/rt. Wir belegter: den für den Nachschub der Engländer ivichttgen Bahnhof von Lllbert :mt 500 Kilogramm Bomben, das Truppe.nl ager westlich Päronne mtt beobachtetem gutem Erfolg nttt 550 .Kilogramm Abniursmunition. Durch ein mrdeves Geschwader wurden die Fabrikanlagen von Dombasle, südöstlich Nancy, die sich mit der Herstellung von Kriegsinabnial beschäftigen, nttt msgesamt 1000 Kilogramm Bomben beworferi. Feindliche Geschwaderangriffe auf Morgesi unb BapaUine in der 5^gerrd von St. Quentin forderteni als Opfer mehrere französische Einwohner icnd verletzte»: einige Pferde. Smrst »ourde kein Schladen angerichtet.
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Der bulgarische Bericht.
Sofia, 30. Jan. (WTB.) Bericht des Generalstabes.
Mazedonische Front: Nur an einigen Mschnitten sch»va- ches Gescknitzfeuer, außer an denen »wrdwestlich Bitolia (Mo- nasttr). In der Gegend von Moglma und im Vardartale vereinzelt Gewehr-, Maschineng^ewehr- und Mttvenwerferftuer. Südlich Serves Pattouillengefechte. i
Rumänische Front: Es ist nichts Wäsenttiches zu melden.
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Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 30. Jan. (WTB.) Heeresbericht vom 30. Januar.
Tigrisfront: Unseren tapferen Erkundungspatrouillon, die Von unserer Felähre-Stellung a-usgingen, dränge:: bis^ zur zweiten -eindlichen Drahtverhau-Linie durch und zerstörten einen Tell der> Drahtverhaue und Telephonleitungen des^ Gegners. Im Verlaufe unseres Gegenangriffes am 25. Januar erbeuteten »vir drei Ma- chinengewehre und 12 antvmattsche Gewelfre. In der Nacht zum 29. Januar südlich des Tigris krüfttger Artillerie- und Jnfanterie- Feueraustausch. Am 29. Januar vormittags richtete der Feind tarkes Arttlleriefeuer gegen unsere Felahie-Stellung, das »vir »virk- am erwiderten. Einige schwache Angriffsversuche des Feindes konnten sich nicht entwickeln. t
Persische Fronst: Wr zogen in Diz Abad ein, unsere Kavallerie verfolgt den Feind llveiter, der sich von Deplet Abad zurückzieht. Unsere Kavallerie nähert sich Sultanabad.
G a l i z i s ck:e Fr on t: Die Russen griffen a:n 28. Januar hintereinander mtt überlegenen Kräften die Stellunge»: unseres 15>.< Armeekorps an. Alle Angriffe wurden mit großen Verlusten für ie z-urückgeschlagen. Die Russen konnten sich nur an einer Üeinest Stelle unserer Stellung l-alten, aber auch dieses wurde durch unseren Gegenangriff, der uns bis zur zweiten Linie des Feindes führte, zurückgewvnnen. Gegen dlbend zogen sich :rnsere Truppen befehlsgemäß in die alten Stellungen zurück: sie fÄhrten 13 Gefangene mit sich. l * .
An den übrigen Frv»tte»r kein Ereigiris von Bedeutung.
Lord Lromer t
Haag, 30. Jan. Aus London wird gemeldet, Lord Crom er ist gestorben.
Evelyn Baring, Earl of Cromer, der einstige Regent von Aegypten und unumschränkter Herrscher dort, wurde arn 26. Februar 1841 zu Cromer Hall in Norfolk als Sohn des Parlamentsmitgliedes Henry Baring und dessen Gemahlin Anire, Tochter des Vizeadmirals Wttliarn Windham, geboren. 1858 in das kömgliche Artilleriekorps eingetreten,' wurde er 1870 zum Haupttnann und 1876 zum-Obersten beordert. Im gleiche»: Jahre erfolgte auch seine Ernennung zttm Konnnissar bei der ägyptischen Schuldenverwalluita. 1879 bis 1880 wurde ihm die Generalkontrolle über die ägyptischen Finanzen und 1880 bis 1883 das Finanzministerium von Ostindien übertragen. Jrn folgenden Jahre trat er als Generalkonsul und bevollmächtigter Minister an die Spitze der ägyptischen Regierurrg. 1892 »virrde er zum Baron, 1898 zum Brscount und 1901 zum Earl erhoben. 1907 trat er in den Ruhestand.
Crmner nahm mit Kitchener an der Wiebereroberung )es 1885 verloren gegangenen ägyptischen Sudans bedeutenden Anteil. Sein Name tvurd-e auch gelegentlich des F aschod a-Zwischenfalles genannt, »vo der französische Major Marchand von de»n energischen Verlangen Cmg-
lands die Flagge der Republik einziehen mußte. Am 6. Januar 1899 erklärtte Lord Cromor in Chartnm, daß von dem „Sttdatt" Kitchener das Land selbständig als Vertreter des englisckwu Königs verwaltet würde.
Cromer »var kein Anhänger der völligen Anglisierung Aegyptens. Sein Ziel war die gründliche Entwickelung des Vasallenstaates nach der Seite von Handel- und Ackerbau: seine Meinung war, daß eine sogenannte Allgeineinbildung (Kenntnis des Englischen) für die äghptisck)e "Bevölkerung vollver»valtet wurde. Die finanzielle Vertvaltung des Landes kanr unter ihm trotz häufiger Unruhen und verheerender Ml- Überschwemmungen zu hoher Enttvicklung.
Ein Anschlag gegen Lloyd George.
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daß gestern tiier Personen (drei Frauenrechtle- rlnnen und ern Mm:n mtt religiöse»: Skrupeln) unter dem Ver- verlostet »vurden, einen Anschlag geplant zu haben. „Daily Sketsch meldet, daß drei Franen und ein Mann unter der Be- schuld:gung verhaftet »purdcn, daß sie den Premierminister mit Gitt aus dem Wege räumen wollten. Tie vier Verhafteten »verden heute vor dem Polizeirichter erscheinen. Tie Voruntersuchung beanspruchte mele Tage. Man erwartet »vichttge Zeugenaussagen.
Aus England.
Amsterdam, 29. Jan. (WTB.) Die Blätter melden ans London, daß ein dringeirder Ausruf um 20000 Frauen zur Arbeit in de»r Munitionsfabriken mit Löhnen von 27 bis 30 Schilling die Woche ergangen ist.
Der Lebensmittelkontrolleur dementiert die Mitteilung Andersons, daß die LebeTrsmittelaustzabe an die Bevölke- rung rationiert werden soll. Anderseits melden die englische»: Blätter, daß in nächster Zeit Karten für einzelne Lebensmittel eingeführt »verden sotten, nnd daß bereits ein Pla»: dafür ansgearbeitet sei. Das von heute an in England eingeführte Kriegsbrot wird füns Prozent Mais,Gerste oder Reis enthalten. .
London, 31. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Renterschen Bureaus. Der König hat an alle Lordleutnants der Grafschaften eine Botschaft gerichtet, in der er auf ihre Mitwirkung bei der Ausstellung von Freiwillig e n a b t e i l u n g en ersucht; diese sollen ans Männern, die über das wehrpflichtige Altar hinaus sind und e:ne bürgerliche Beschäftigung haben, bestehen und daz^ bestimmt sein, die Regulären in verschiedenen militärischen Diensten abznlösen. Der König hebt die Verdienste der Territorialtruppen hervor und sagt:
Ursprünglich für die Verteidigung der Heimat besttnunt, haben ^brr:tor:ald:vlsionen in Frankreich, ans Gallipvli, Aegypten uno Ntesopotamien Schulder an Schulter mit der regulären Armee gekämpft und sich als ihr gleichwerttg ^an Mut und Tapfer- tt:t und als den besten feindlichen Truppen überlegen erwiesen. Wahrend sie so die Schlachten des Reiches im Auslande schlagen, muisim w:r .Kräfte organisieren und ausri'isten, die ihren Platz'als Verteidiger unserer Kastei: im Falle eines Einfalles einnehmanj sotten. ^er .Kö»ng fügt hinzu: Ich kann mit Freude,: mitteilcn, da»; ich den Herzog von Cvnnaught zum Oberbefehlshaber dep rvrenvllttgen ernannt habe. Ich vertraue, daß alle Männer, die »etzt nicht imstande sind, Auslandsdienst zu tun, sich den Freiwilligen anichtteßen und unseren Feinden zeigen »verden, daß meine Untertanen ieden Alters bereit sind, für die Verteidigung des geliebten Landes Drenft zu tun.
Seekrieg.
Die Versenkung des „Admiral Dagon".
Basel, 31. Jan. (zf.) Havas. Das franMsche Ma- rinemmlstenum meldet amtliche Ein Schiff der Vereinigten Reedcrgesellschaft, der „Amiral Dagon", der etwa 900 Mann Truppen nach Saloniki führte und vom Torpedojäger „Are" begleitet »var, wurde am 25. Januar durch e:n feindliches Unterseeboot versenkt. Das Periflop wurde erst bemerkt, als das Torpedo angesahren kam. Der „Amiral Dagon" sank in 10 Minuten. 809 Mann wurden durch den begleitenden Torpedojäger und den Torpedojäger „Bombarde" gerettet, der in der Gegerrd patrouillierte und mit sieben Fischerbooten herbeieilte. Der Kommandant und die Besatzung des „Amiral Dagon", wie auch die Truppen, zeigten eine vortreffliche Haltung. Der Stab und die Besatzung des „Are" zeigten den. größten Opfermut. Die Leute warfen sich öfters trotz des schlechten Wetters ins Meer, um den Soldaten zu helfen, sich, dem Schisse zu nähern, nnd um sie an Bord zu ziehen. Die meisten Opfer wurden durch die Explosion getötet.
Der Untergang der „Laurentic".
London, 31. Jan. (WTB.) Die Admiralität teilt mit: Es :jt festgestellt, daß die „L a u re nti c" durch eine Mine untergegangen uiid nicht durch ein Tauchboot versenkt worden ist.
B e l f a st, 31. Jan. (WTB.) Meldung des Renterschen Bureaus: Der 5)ilfskreuzer „Laurentic" lies am Freitag früh, kurz nachdem er ausgefahren war, an der Nordküste von Irland auf eine Mine. Er hatte eine Besatzuna von 475 Mann, von der nngefähr 260 Mann umgekommen sind. Ein großes Lock» wurde in die Schiffswand gerissen. Eine Anzahl .Heizer wurde sofort getötet. Das Schiff sank fast sofort, aber es gelang nock», zahlreiche Verwundete in die Boote zu bringen. Bisl-er »vurden hundert erfrorene Leichen an- geschlvemmt.
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Kristiania, 31. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) „Tidens Tegn" erfährt aus Hmnmersest über die Rettung einer deutschen U-Bvot-Besatzung, daß ein kleineres Boot, das »»»ehrrnals hinansgehen mußte, die Rettung belverksdelligte. Die nieisten Deutschen mußten ins Wasser springen und mittels einer Leine an Bord gezogen »verden. Während der letzten Fahrt des Rettungsbootes sank das U-Boot. Das Rettungsboot entging mit knapper Not der Gefahr, mit hinabgezogen Zu Dverdeu. Die Mannschaft wurde in Hammer- fest interniert, am nächsten Tage sreigegeben und reiste südwärts wetter.
K r i st i a n i a , 30. Jan. Meldung des Norwegischen Telegramm-Bureaus. Der Dainpfer „A r go" von Hauge- snnd ist am 28. Januar bei Jnnerdowsing auf eine Mrne geraten. Der Kapitän und acht Mann ertranken, neun wurden gerettet. Der Dainpfer „Fultan" nmrde vor der Nord- küstx Spaniens von den Deutschen aufgebracht. Die Besatzung ist gelandet.
Haag, 31. Jan. (WTB. Nichtamtl.) Die Zeitung „Het Boterland" schreibt über die neue englische Minensperre in der Nordsee: Man wird wohl nicht fehlgehen, »venn man annimmt, daß ein wichtiger Grund vorlag, zukünftig zu. verhindern, daß deutsche Schiffe durch die Blockadelinie' schlüpfen und als Hilfskreuzer den Ozean unsicher machen. Der Sckxreck, den der letzte Fall dieser Art in England verursachte, besagt viel. Was die neutrale Schiffahrt betrifft, so ist sicher, daß die mit der neuen Maßregel beabsichtigte engere Wschließitng des mr unser Land angrenzenden deutschen Seegebietes für uns nur Nachteile mit sich dringt int) keinen einzigen Vorteil.
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