Ausgabe 
27.1.1917 Zweites Blatt
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Nr. 23 Zweites Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Verlagen:Giehener Familienblätter" und Xreisblatt für den Breis Stehen".

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Gie

General-An

Krovinzial-Ausschutz der Provinz Oberhessen.

t ^ Kz. Gießen, den 24. Januar 1917.

Klage des Ortsarmen Verbands Offenbach a. M. Y e g e n den O r tsar m e n v e rb a n d N i e d e r - R o s ba ch, Kr. Friedberg, wegen Ersatz von Unterstützungs-- ko st enfürdieGeorgStengclEhefrau,Katharine» geb. Hühn.

Klager hat die Georg Stengel Ehefrau, die in Offenbach a. M. in Arbeit steht, durch Lieferung! von Schulten: im Wert von 5,30 Mk. unterstützt und verlangt nun Ersatz dieses Betrages. Tie Unter­stützte lebt seit 1891 von ihrem Manne tatsächlich getrennt. Eine von ihr vor einigen Jahren eingereick)te 'Ehescheidungsklage war jedoch abgewiesen worden. Ter Ehemann hatte gelegentlich dieser Klage seiner Ehefrau in dem Sinne geschrieben, daß er mit ihrem Vorhaben (der Scheidung) einverstanden sei. Hierin konnte um­somehr auch die ausdrückliche Einwilligurrg in das Getrenntleben gefmiden werden, als er selbst schon seit der Trennung bei seinen Benvandten Kost imb Logis gefunden hatte, infolge Kränklichkeit jedoch nicht einmal LU seinein eigenen ausreichenden Unterhalt in der Lage war. Jnzwilcheni ist er invalide und derart altersschwach geworden, daß er im Bersorgungshans in Frredberg ausgenommen werden mußte. Er ist also schon seit geraumer Zeit gar nicht inj der Lage, seiner Iran Heim imd Unterhalt zu bieten. Tie Ehefrau mußte deshalb als selbständig in der ,Begründung des Untere stützungswohnsitzgesetzes erachtet und die Klage kostensällig ab­gewiesen werden.

Klage des Landar manverbendes der Stadt Bremen gegen den O rtsa r men Verba n d Holz heim wegen Unterstützung des Heinrich Rcnker aus Holz heim.

Der Arbeiter Heinrich Renker aus Lauterbach hatte in Bremen eine Zuchthausstrafe m verbüßen: daerM Geistesstörung erkrankte, wurde die Stvafe unterbrochen und der Häftling der J-rrenanstalt überwiesen. Tic bremische Armenpflege suchte nun den Ersatz der entstandene Pflegeküsten urrd die Uebernahme des Renker von dem endgültig unter stützungspflichtigen Arnrenverband zu erlangen. Ta­bei stellte sich heraus, daß Renker im Jahre 1899 in der Gemeinde Holzheim durch einjährigen Aufenthalt seinen Unterstützungswohn­sitz erworben und diesen, trotzdem er seit jener Zeit ununterbrochen von dort abwesend gewesen war, nicht wieder verloren hatte, weil er in der ganzer! Zeit nur 57.,? Monate in Freiheit gelebt, int übrigen aber immer in Straf- oder Irrenanstalten sich aufgehalten hatte. Taher mußte auf Klage des Landarmenverbandes Bremen der Ortsarmen Verb and Holzheim zum Ersatz der Pflegekosten von 927.55 Mk. und der Kosten des Verfahrens verurteilt werden. Eine andere Entscheidung wäre nur nröglich gervesen, wenn die Staats­anwaltschaft Bremen Maßnahmen getroffen hätte, den gemeinge­fährlichen Kvanken zu ihrer Verfügung zu halten.

Klage des Orts armen Verbands Wiesbaden gegen den Ortsarmen verband Friedberg wegen Unterstützung der Georg See Ww., Louise gebor. Fischer zu Massenheim.

Tic Ehefrau des Kaufmanns Georg See zu Friedberg wurde im Jahre 1915 im städtischen Kvankenhause zu Wiesbaden aus öffentlichen Armemnitteln verpflegt. Der Ottsarmenverband Wiesbaden verlangte nun von der Stadt Friedberg, die er irr- kcümlicherweisc für den LieferungSverband der Kriegsunterstützung der Frau See hielt, Ersatz der Pflegekosten: dann wandte er sich an den rvirklichen Lieferungsverband, den Kreis Friedberg, der aber ablehnte, weil die Frau, da ihr Mann mittlerweile gefallen )vac, keine Kriegsunterstützung mehr bezog. Darauf forderte der Ortsarmen verband Wiesbaden den Ortsarmenverband Friedberg, wo die See ihren Unterstützungswohnsitz hatte, auf, die Kosten zu übernehmen, und als die Stadt ablehnte, erhob der Ortsarmen­verband Wiesbaden Klage. Schließlich stellte er. weil der Liefe­

rungsverband Friedb nähme der Klage ii daß der Ortsarmenv! ttug. Friedberg lehnh Urteil ergehen, dahi erledigt sei, die Kos sich nicht um einen Fall der Kriegsunte

M' ax Reger

Das Erbe der al Rahmen trat Max R be:i Bach und Beeth ganz anderes muff' ihm zusammen auffv Bann, er kannte ihn und immer wieder Fugen, Passacaglien, Denken die Richtung vens Sonaten erschlo sie lehrten ihn die Li ihre Freiheit. Wie se ihrenr Nachfahren zu sagerr hat, ein , mit der Gegenwart und sensittve, oft an Der neudeuffche darstellen, nichts schil nur musikalische En Mit Richard Strauß bei ihm sehr kompl Bach. Negers ga: Melodie ohne Ge« kungen, die in der 2 hat Reger nach allen monik ist sein Eigenst des, und manchem 7 blitzschnelle Umdeuter verwandter Harmonie sich dies scheinbar w aufbant.

Die Zahl der R und Rondocapriccios^ unvollendet. Unseres Adolf Busch gewidr Freundschaft verband Max Reger war Jahre lang kam er Dirigent mit seinen Interpret seiner W er die Werke unserer haben wir manche Bachsche Fugen aus dtj werden diese Eindrü Wer Reger nur f| Tiefe menschlicher gar derben Erzähl Auftretens steckte, die vielen Freunde, zusammengeschlossen Sttauß ist.

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