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23.1.1917 Zweites Blatt
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Nr. (9 Zweiter Blatt

scheint tlßllch mit Ausnahme des Sonntags.

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General-Anzeiger für GberhesE

Dienstag. 23 . Januar X 9 XZ

Zwlllingsrrmdoruck und Verlag t 5 Brühl'fchellniverstlälS-Buch.u.Stttndriiceerei. K R. Lange, Gießen. M

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Uichttivien für den landwirtschaftlichen Anbau im Frühjahr fys 7 .

^ P? 11 Mangel <m Arbells- lntb Gespannkrüften, foioic

mnxi) btt Witteumgsver hältnisse bedingt, ist jedenfalls der imtxtti an Wintergetreide nicht überall in derselben. Aus delmung erfolgt wie früher. Unter günstigen Bodens und ttimatffchen Verhältnissen so Ute deshalb der Anbau von Sommerweizen im Frühjahr 1917 im allgemeinen als Msah drenen. Wo dessen Ertrag nicht sicher ist, kann der Anbau von Sommergerste empfohlen werden, da ja letztere als Brotgetreidefrucht im Jahre 1917 in Frage kom­men dürfte.

H. Tie H aferanbau fläche müß mit Rücksicht aus dik Ernährung des Pserdedestandes der Armee mib die Verso- gmtg der landwirtschaftlichen Nutztiere, sowie die Verwen­dung des Hafers zur Volksernährimg denselben Umfang behalten wie bisher.

HI. Wlo für den Anbau des Sonnnergetreides keine ausreichen­den Sttckstoffmengen zur Verfügung stehen, sollten bei zu­sagenden Boden- und Mimaverhältnissen die verschiedene: 'Hülsenfrüchte angebaut werden.

IV? Der Mangel an Stickstoff, überhaupt an künstlichen Dünge Mitteln, sowie der RLangel an Arbells- und Gespann kr ästen wird unter Umständen die Ursache sein, daß der Hackfrucht bau eine Einschränkung erfährt. In erster Linie wird diese Einsch ränkung den Zuckerrübenbau treffen, es wird somit schon jetzt mrll einem Rückgang des Zuckerrübenanbaues zu rechnen sein und muß deshalb unterlassen werden, den Zuckerrübenbau zugunsten des Kartofselbaues durch besondere Maßnahmen noch weiter einzuschränken, da sonst die Gefahr besteht, daß wir einen erheblichen Ausfall an Zucker im Jahre 1917 erhalten.

V. Die Kartoffelanbaufläche ist, soweit irgend möglich, im Interesse der Vvlksernährung mindestens auf demselben Umfange, wie im Jahre 1916, zu erhalten. Der Früh­kartoffelanbau sollte in der Nähe großer Städte gefördert

werden.

Bei der Knappheit der Kartoffeln sind aber die nötigen

, ^aatkartoffeln sehr schwer zu beschaffen. Es liegt deshalb rm ausschließlichen Fnteresse der Kommunalverbände, wenn dieselben bei der Abnahme der Speisekartoffeln die Saat- kartofseln der Landwirte und sonstigen Erzeuger unter allen Umständen schonen und schon jetzt den Pflanzern 10 Zentner vro Morgen ausgelesener Saatkartoffeln belassen. Der Land ­wirt, dem die Saatkartoffeln abgefordett werden, wird aus den Anbau von Kartoffeln ganz verzichten oder eine erheb­liche Einschränkung des dlnbaues derselben vornehmen müssen. Dazu kommt, daß bei den hohen Preisen für Saat­kartoffeln (Höchstpreis für solche sind nicht zu erwarten, die t'lusgaben des Landwirts für Beschaffung von Saatgut für emeti Morgen Aickauflache ganz erheblich sind, so daß flir ikpi bei der Abgabe seiner Saatkartvffeln zum Speisekartoffel- preis große Verluste entstehen.

VI. Der Anbau der Futterrüben sollte eine weitere Aus­dehnung nicht erfahren, trotzdem der Höchstpreis dafür ern verhältnismäßig hoher ist, da sonst landwirtschaft­liche Kulturpflanzen, die im Interesse der Volksernährung angebaut werden muffen, eine Einschränkung zu erfahren hätten. Es wird deshalb auch mit allen Mitteln darauf hin­gewirkt werden, daß die Festsetzung angemessener Höchst­preise für dre verschiedenen landwirtschaftlichen Erzeug- msse vor dem Anbau im Frühjahr noch erfolgt.

VH Anbau von So m m er ülgew ä ch s e n sollte man mit Rücksicht auf deren Unsicherheit und Verhältnis mäÄg ge­ringen Ertrag vorsichtig sein. Nur der Anbau von Sommer- «lps und Sommerrübsen kann in höheren Lagen und aus leichteren Böden und derjenige von Mohn auf besseren Böden empfohlen werden.

Ueberall dort, wo im Interesse der Volksernährnnq höhere Ertrage mit anderen landwirtschaftlichen Kultur­pflanzen erzielt werden können, sollte der Anbau der Sommerölfrüchte nicht in Frage kommen. Dem Mangel an Oel ist durch besonderen Anbau von Winterraps möglichst abzuhelfen.

VIII. Ter Anbau von Flachs ist Nur in den Bezirken zu emp­fehlen, in deinen er bereits früher heimisch geworden ist. Dort sollte die Ausdehnung des Flachsanbaues und nament- 1 nch die des Frühflachses möglichst veranlaßt werden. Der Hanf stellt im allgemeinen- große Ansprüche an den Dün

gungszustand und die Beschaffenheit des Bodens. Lr kann rv <? l J° ü u l flir bessere Böden in Frage kommen.

«L ''"bau von Frühgcmüse ist durch Abschluß von Uiwau- und Lieferungsvertragei, mit Gärtnereien und Land- nnrlen zu heben. Im gleichen Sinne kann eine Ausdehnung S5L Wnfaufladje von Spinat, Möhre und Steckrüben auf frühzeitig aogeernteten Kartoffel- und Stoppelfeldern in v W^^.Vneten Gegenden empfohlen werden.

A - ISt Rücksicht auf die schwierigen Verhältnisse, welche dem Anbau aller landwirtschaftlichen Kulturpflanzen zurzeit.ent-, gegenitehen, ist unter allen Umständen davon abzusehen, Anregung zum Anbau neuer Kulturpflanzen zu geben, deren Kultur rn den Kreisen der Landwirte nicht bekannt und deren 'Erttag unter unseren Verhältnissen kein ge­sicherter ist.

Aus Stadt und Land.

Gießen. 23. Januar 1917.

Verkehr mit Eiern.

. -dLachdem nunmehr nahezu überall das Legegeschäft der Hühner wieder begonnen hat, wird darauf aufmerksam gemacht, daß für rZ. Groß Herzogtum eine Landes eierstelle mit dem Sitz in Mainz besteht, der die Regelung des Verkehrs mit Hühner- Gänse- und Enteneiern obliegt. Diese Stelle hat bereits im -Oktober v. Js. <Bestimmungen erlassen, die den An- und Verkauf vou (Sem und oie Versendung regeln, auf deren genaue Beachtung heute er­neut hingewiesen svird.

Nach -diesen Bestimmungen ist es den Geflügelhaltern nicht mehr gestattet, Eier an Gewerbetreibende oder Private un­beschränkt zu verkaufen: sie dürfen Eier vielmehr nur an die­sen i gen Personen absetzen, die von'der Landesstelle durch Ertei­lung emer Ausweiskarte als Aufkäufer bestellt sind. Umgekehrt ist es «llen nicht als Auskänser bestellten Gewerbetreibenden! und alle n Privaten, H aus ha 1 tu ltgen usw. verboten, don den Geflügelhaltern, Botenftauen, Händlerinnen usw. Eier zu erwerben. Tie Aufkäufer wiederum haben ihre (Ster den für jeden .Kreis errichteten Sammelstellen zuzuführen, die ihrerseits die Erer nur imck) Weisung der Landesistelle an die von dieser be­stimmten /Empfänger ab-geben dürfen. Berkehrsfreic Hühner-, G.anst- und Enteneiex sind somit heute im ganzen Großherzogtum nicht mehr vorhanden. Wer gleichwohl heute noch Eier, sei es als Geflügellalter, Botenfrau, Händler usw.. an -andere als die von der Landesstelle bestimmten Stellen verkauft, oder wer Eier von anderen. als _ den behördlichen Verkaufsstellen erwirbt, handelt gegen die gesetzlichen Bestimmungen und macht sich strafbar. Je mehr Eier von den Geflügelhaltern an die Aufkäufer abgegeben werden, umso mehr ist es möglich, allen Verbrauchern größere Eiernumgen als bislrer zuzu führen.

Ebenso wie der Verkauf imd Einkauf, so ist aucb die Ver­wendung vou Eiern geregelt. Tie Versendung darf nur durch die von der Laudesstelle bestellten Aufkäufer und Sammelstellen stattfrnden, oder auf -besondere bei der Landesstelle einzuholende Genehmigung. Eisenbahn- oder Postsendungen von Eiern, bei denen diesen Vorschriften nicht genügt ist, werden von dem Be- antten der Eisenbahn oder Post, Eiersendungen mit anderen Be­förderungsgelegen l-eiten auf dem Lande von der Gendarmerie, in den Städten von der Polizei aufgehalten und beschlagnahmt. Wer imbevvchtigt Eier versendet, hat somit mit einer Beschlagnahme und Enteignung der Eier, also ohne Entgelt, und außerdem mll hoher Bestrafung zu rechnen.

Endlich wird von der Landesstelle eine Regelung der Preise vovgenommen werden. Für den Beginn des Jahres ist als Ver­kaufspreis für die Geflügelhalter ein Richtpreis vou nicht mehr als 25 Pfennig für das Stück festgesetzt. Tie örllichen Verkaufs - streife werden durch die Kreis-, oder Gemeindeverwaltungen be­stimmt. Tie Geflügelhalter dürfen also keinen höheren Preis als 25 Pfennig fordern, andernfalls sie sich hohen Sttafen aussetzen. Das gleiche gilt umgekehrt für jeden Aufkäufer.

Angesichts des Ernstes der Zeit und der schwere unseres Kampfes und der Verantwortung, die heute jeder einzelne bei seinen Handlungen gegenüber der Gesamtheit ttägt, kann und muß von der ganzen Bevölkerung, wie auch von den GesMgel- haltern, Gewerbetreibenden und Verbrauchern erwartet werden, daß das eigene Interesse znrückgestellt wird, und daß jeder bei seinen Handlungen und Bestrebungen nur das Wohl der Allge- meinheit iin Auge hat.

haben sind. Die beteiligten Stellen sind seit langem bestrebt, die verfügbaren Mengen an Lichtstoffen, wie Petroleum, Spiritus und Benzol vorzugsweise der ländlichen Bevölkerung zuzu'ühreu. Eine allgemeine Einb'ihrung der Karbidlampen scheitert an dem Um« ftemb, daß das Karbid bezw. die zu semer Herstellung notwendigen Rohstoffe zur Stickstofferzeugung dringend benötigt werden. Kerzen koimen ivegen last völligen Mangels an Rohstoffen so gut wie gar nicht erzeiigt werden. Ter Mangel an Beleuchtung, de^ die Land­wirtschaft natiirgemäß schwer bedrückt, ist Gegenstand ständiger Sorge der beteiligten Behörden.

** Keine Zersplitterung d e r Kräfte! In der letzten Zeit wurden in verschiedenen Teilen des Großherzogtums Hessen Haus sa mm tun gen für Säuglingsfürsorge, und zwar für einDeutsches Säuglingsheim" und für einen Deutschen Verein für Säuglingsiürsorge 1916" veranstaltet. Es sei daraus hingewiesen, daß in Hessen der Säuglingsschuh voii der Großherzoglichen Zentrale für Mutter- und Säu^lingssürsorge ausgeübt wird, und daß diese den Sammlungen vollständig fern­steht. Wie die an zuständiger Stelle angestellten Ermittlungen er­geben haben, können __ die fraglichen Unternehmen nicht die ge­ringsten Leistungen außerhalb Berlins ausweisen. Es muß daher dringend davor gewarnt werden, das; derartige Sammlungen in Hessen in trqenb einer Weise unterstützt werden, denn das Geld bleibt nicht im Lande.

Kreis Schotten.

O. G e d e r n, 22. Jan. Der hiesige Evangelische Kir- chenge sang v erein, der bisher trotz des Krieges seine Tätig-- reit als gemischter Chor noch ausüben konnte, muß nun, da fast! sämtliche?inlichen Mitglieder zum Heeresdienst einberufen sind, in einen Frauenchor ümgewandelt werden. Der Verein wurde int Nnsang des Kriegsjahres 1914 gegründet und wird von dem Orts- gerstllchen Hosprediger Widmann geleittt. Schon oft hat der Ehor in Festgottesdiensten und Kriegsbetstunden mitgewirkt und ttch auch häufig zur reicheren Ausgeitaltung vorr vaterländischen' Volksabenden und ühnlicheri Beranstalttmgen zur Verfügung ge­stellt. Das rege Interesse der Vereins Mitglieder bürgt dafür, daß er auch in seiner neuen Gestalt als Frauenchpr erfolgreich tätig! jem wird. In der letzten Generalversammlnng wurde einstimmig beschlossen, für die Hessische Ostprenßenhilsc sowie für die Grvß- herzog Ernst Ludwig-Jubiläumssttstung Beträge von' je 10 Mk. aus !den Vereinsmittelu zu gewähren. Tie hiesige Hof-« k a p l a n ei- Schn l e (Privatschnle mit Realschul-Bildung stand kürzlich infolge der Einberufung des mll der Ertellnng des Unter­richtes in den mathematischen und physikalischen Fächern bauf- ttagten Lehrers Bauer in Gefahr, geschlossen werden zu müssen. Vom Standpuntte der Volkserziehnng ans wäre dies sehr bedauer­lich gewesen, zumal die genannte Schiule in der lstesigen dllgend! die alleiüigc Lehranstalt ist, ivelch? höhere Schillbildmig verniittelt. Die Vertretung des Herrn Bauer haben in dankenswerter Weise Lehrer Alt und Fräulein Reuß, welche zurzeit an der lyesigen Volksschule tätig sind, übernommen.

Kreis Friedderg. \

_ =7 r 5 r t e öbei :g , 21 Jan. Bürgermeister Bmirat 51<rrl stahl hat ans Gesundheitsrücksichten sein Amt niedergeleat und tritt znm 1. Februar von seinem Posten als Bürgermeister zurück. Unter Stahls Tättgkell hat die Stadt einen bedeutenden! Aufschwung genommen. Es seien nur folgende Ereignisse aus sein« Wirlsamkell erwähnt: Anschluß an das große Wasserwerk zu Lauter,. Eröffnmrg des mustergülttgen Schwimmbades, Erbauung des Bürgerhospitals, der Gewerbeschule, der Blindenanstalt, des Feuerwehrzeughauses, des Krematoriums, der Mllitärkafernen, des städtischen Museums, der Stadtbibliothek, der VolMesehalle, Ein­führung der elektrischen Beleuchtung, die Erbauung des neuert Postamtes, des Zollamtes, des Eickamtes und der .llaßartt««' Bahnhofsanlagen.

Starkenburg und Rheinhejsen.

Der Mord in Münster.

--Dieburg, 21. Jan. Der Mordübersall auf die Famllie Heckwvls in Münster stellt sich nach den Ermittlungen der Behörde als eine wohlüberlegte Tat des Sand d eck dar. Dieser ist ge^ ständig, will aber infolge des gegen ihn znm Nachteil ausgefallenen! Prozesses in Erregung gehandelt haben. Sandebeck bat dos Kind, das sein eigenes uneheliches ist, durch mehrere Messerstiche er­mordet. Die durch! Beilhiebe schwerverletzte Großmutter dürft« aucki nicht mit dem Leben davonkommen. Das dritte Opfer ein 15jähriges Mädchen, beftndet sich auf dem Wege der Besserung. Daß der Mörder im vollen Besitz seiner Geisteskräfte ist, beweist die jetzt festgestellte Tatsache, daß er sein Vermögen, um es vor den Alimentationsansprüchen der Heckwvlss zu retten, kurz vor der Tat aus seine Frau überschreiben ließ.

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cSs utepden vielfach unfzc>en lAfaf&n -Q - L &rnn &n ähnliche elekirv/che Cftühlam* pen verfchieden&p Herkunft von 40 -lOu Watt unter rmom n c>moinf=> mon fiamen mit Halbwatt - Lampen Angeboten und als /alche bezeichnet, fh'oc hat in l/erbnaucbuerkreifzn eine irrige Auffaffung über den Ucbteffekt der Lam* pen beQW. deren Stromverbrauch für die bfe/fie tuznorgerufen, Solche T^rrr^ p find keine Halbwatt - b&mpen, weshalb tor dem Gebrauch diefer fal/chen Be* jyzxhruing für diefelben z u warnen i/t'

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